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Diazepam: Nebenwirkungen und Wirkung

Diazepam ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Angst- und Spannungszustände aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es wird auch vor und nach Eingriffen und bei erhöhter Muskelspannung angewendet. Sehr häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit und eine unerwünscht starke Beruhigung am Tage, Schwindel, Kopfschmerzen, Gang- und Bewegungsstörungen, Gedächtnislücken und Verwirrtheit. Diazepam kann abhängig machen: Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein, und Benzodiazepine dürfen nie abrupt abgesetzt werden.

Frau Anfang fünfzig sitzt am späten Nachmittag mit geschlossenen Augen entspannt auf einer Holzbank in einem herbstlichen Park
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Verwirrtheit[1, 2]
  • Sehr häufig: Unerwünscht starke Beruhigung am Tage sowie Müdigkeit (Schläfrigkeit, Mattigkeit, Benommenheit, verlängerte Reaktionszeit)[1, 2]
  • Sehr häufig: Schwindelgefühl und Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Gang- und Bewegungsstörungen (Ataxie)[1, 2]
  • Sehr häufig: Zeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesie)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Diazepam eingesetzt?

Diazepam ist ein Mittel gegen Angst- und Spannungszustände aus der Gruppe der Benzodiazepine und gehört damit zu den Beruhigungs- und Schlafmitteln [1]. Es wird angewendet zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen, zur Beruhigung und Vorbereitung vor chirurgischen und diagnostischen Eingriffen und zur Behandlung danach sowie bei Zuständen mit erhöhter Muskelspannung [1, 2]. Bei Schlafstörungen, die durch Angst, Spannung und Erregung bedingt sind, ist Diazepam nur dann gerechtfertigt, wenn seine Wirkungen gleichzeitig auch tagsüber erwünscht sind [1, 2].

Nicht alle Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände brauchen ein Arzneimittel: Oft sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und lassen sich durch andere Maßnahmen oder eine Behandlung der Grundkrankheit beeinflussen [1]. Laut Packungsbeilage beseitigen Benzodiazepine nicht die Ursache der Störung; sie vermindern den Leidensdruck und können helfen, den Zugang zu einer weiterführenden Behandlung zu erleichtern [1]. Diazepam ist laut Fachinformation verschreibungspflichtig [2]. Der Wirkstoff steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes; ausgenommen sind unter anderem Zubereitungen, die ohne einen weiteren Stoff der Anlagen I bis III je Tablette bis zu 10 mg Diazepam enthalten [4].

Wie wirkt Diazepam?

Diazepam gehört zur Klasse der 1,4-Benzodiazepine. Laut Fachinformation dämpft es ausgeprägt Spannung, Erregung und Angst und wirkt beruhigend und schlaffördernd; in höheren Dosen dämpft es außerdem die Muskelspannung und wirkt krampflösend [2]. Diazepam bindet an bestimmte Bindungsstellen im Gehirn, die Benzodiazepinrezeptoren. Sie arbeiten eng mit dem System des Botenstoffs GABA zusammen, und Diazepam verstärkt dessen hemmende Wirkung [2].

Nach der Einnahme wird Diazepam rasch und vollständig aufgenommen; die höchsten Konzentrationen im Blut sind nach 30 bis 90 Minuten erreicht [2]. Der Körper baut es hauptsächlich zu Stoffen ab, die ebenfalls wirken, darunter N-Desmethyldiazepam, Temazepam und Oxazepam [2]. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt bis zu 48 Stunden, beim wirksamen Abbauprodukt N-Desmethyldiazepam bis zu 100 Stunden; bei Neugeborenen, älteren Menschen und bei Lebererkrankungen ist sie möglicherweise verlängert [2]. Weil Diazepam nur langsam ausgeschieden wird, müssen Sie auch nach dem Ende der Behandlung noch mit möglichen Wechselwirkungen rechnen [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben; wo beide eine Häufigkeit nennen, stimmen sie überein. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Wie stark die Nebenwirkungen ausgeprägt sind, hängt von der persönlichen Empfindlichkeit und der eingenommenen Dosis ab. Sie treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf. Laut Packungsbeilage lassen sie sich durch eine sorgfältige Einstellung der Tagesdosis oft vermindern oder vermeiden, oder sie verringern sich im Laufe der Behandlung [1, 2]. Am Morgen nach einer abendlichen Einnahme können Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen [1, 2]. Mehr dazu auf den Seiten Müdigkeit, Schwindel und Vergesslichkeit und Verwirrtheit.

Abhängigkeit: Die Einnahme von Diazepam kann zu Abhängigkeit führen; schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung. Beim Beenden der Behandlung können Absetzerscheinungen mit wiederkehrenden Angst-, Erregungs- und Spannungszuständen oder Entzugssymptome auftreten [1, 2]. Mehr dazu unter Abhängigkeit und Entzugserscheinungen und im Abschnitt "Einnahme und Absetzen".

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • PsycheVerwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
  • NervensystemUnerwünscht starke Beruhigung am Tage sowie Müdigkeit (Schläfrigkeit, Mattigkeit, Benommenheit, verlängerte Reaktionszeit)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemSchwindelgefühl und Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKopfschmerzen
  • NervensystemGang- und Bewegungsstörungen (Ataxie)[1, 2]
  • NervensystemZeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesie)[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • PsycheAbgestumpftheit (emotionale Dämpfung), Konzentrationsstörungen, verringerte Aufmerksamkeit[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • PsycheSinnestäuschungen (Halluzinationen) und eine Wirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen") wie Erregbarkeit, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Unruhe, Nervosität, Feindseligkeit, Angstzustände, Schlafstörungen, Albträume und lebhafte Träume, insbesondere bei Kindern und älteren Menschen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und HalluzinationenUnruhe und NervositätAggressivität und ReizbarkeitAngstSchlafstörungenAlbträume
  • NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
  • NervensystemIn hoher Dosierung und bei längerer Anwendung vorübergehende Störungen wie verlangsamtes oder undeutliches Sprechen[1, 2]
  • AugenIn hoher Dosierung und bei längerer Anwendung vorübergehende Sehstörungen (Doppelbilder, verschwommenes Sehen, Augenzittern)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Ohr und GleichgewichtDrehschwindel mit Gleichgewichtsstörungen (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • HerzHerzrhythmusstörungen, Herzversagen einschließlich Herzstillstand[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
  • Magen und DarmVermehrter Speichelfluss[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
  • Nieren und HarnwegeUnwillkürlicher Urinverlust (Inkontinenz)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenSturzgefahr, insbesondere bei älteren Menschen oder wenn Diazepam nicht nach Vorschrift eingenommen wurde[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Werte bestimmter Leberenzyme (Transaminasen und alkalische Phosphatase)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteVeränderte Laborwerte

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Insbesondere bei älteren Menschen und Kindern kann es zu Sinnestäuschungen und zu einer Wirkungsumkehr kommen, sogenannten paradoxen Reaktionen wie Unruhe, Reizbarkeit oder aggressivem Verhalten [1]. Die gleichzeitige Anwendung von Diazepam und Opioiden erhöht das Risiko von Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma und kann lebensbedrohlich sein [1, 2]. Diazepam sollte nicht allein zur Behandlung von Depressionen angewendet werden: Unter Umständen kann sich eine Depression verstärken, wenn die Grunderkrankung nicht geeignet mit Antidepressiva behandelt wird (Selbstmordgefahr) [1, 2]. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern geht abends in seinem Haus langsam eine Treppe hinunter und hält sich dabei am Holzgeländer fest
Bild: KI-generiert

Müdigkeit und Benommenheit: Bei ambulanter Behandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen sieht die Packungsbeilage die Einnahme bevorzugt am Abend vor, etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen, weil die Wirkung sonst verzögert einsetzt und am nächsten Morgen mit verstärkten Nachwirkungen wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen zu rechnen ist [1]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Stürze: Diazepam kann müde machen und in höheren Dosen die Muskelspannung dämpfen; Gang- und Bewegungsstörungen gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Bei älteren Menschen ist wegen der Sturzgefahr Vorsicht geboten, insbesondere beim nächtlichen Aufstehen [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente im Alter.

Gedächtnislücken: Diazepam kann zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen, sodass Sie sich später nicht an Handlungen nach der Einnahme erinnern. Das Risiko steigt mit der Dosis und lässt sich durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringern [1, 2].

Ungewöhnliche Reaktionen: Bemerken Sie Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Albträume, Sinnestäuschungen oder Wahnvorstellungen, sollte die Behandlung laut Packungsbeilage beendet werden, und zwar nicht eigenmächtig, sondern nach ärztlicher Beratung [1]. Mehr unter Halluzinationen und Unruhe und Angst.

Nachlassende Wirkung: Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann Diazepam an Wirksamkeit verlieren [1, 2]. Erhöhen Sie die Dosis auf keinen Fall selbst und verkürzen Sie nicht die Abstände zwischen den Einnahmen, auch wenn die Wirkung nachlässt: Das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein [1].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Besonders wichtig sind Opioide, also starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel: Zusammen mit Diazepam erhöhen sie das Risiko von Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma. Die gleichzeitige Anwendung sollte deshalb nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt [1, 2]. Auch Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Neuroleptika, Lithium, Mittel gegen Anfallsleiden und müde machende Allergiemittel können zusammen mit Diazepam die Wirkung und möglicherweise die Nebenwirkungen gegenseitig verstärken [1, 2].

Arzneimittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen, können die Wirkung von Diazepam verlängern und verstärken, zum Beispiel Cimetidin, Omeprazol, Disulfiram, Ketoconazol, Fluvoxamin, Fluoxetin und HIV-Protease-Hemmer; Phenobarbital und Phenytoin können sie abschwächen [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Diazepam
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel)Erhöhtes Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; die gleichzeitige Anwendung kann lebensbedrohlich sein; zusammen mit Schmerzmitteln vom Opiat-Typ kann sich außerdem die stimmungshebende Wirkung verstärken und eine Abhängigkeit schneller entwickeln[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann sollten Dosis und Dauer von der Ärztin oder dem Arzt begrenzt werden. Informieren Sie sie oder ihn über alle opioidhaltigen Arzneimittel
Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- und Narkosemittel, Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium, Mittel gegen Anfallsleiden (Antiepileptika), angstlösende Mittel und müde machende Allergiemittel (sedierende Antihistaminika)Gegenseitige Verstärkung der Wirkung und möglicherweise der Nebenwirkungen; laut Fachinformation der beruhigenden, atemdämpfenden und den Kreislauf betreffenden Wirkungen[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren
AlkoholDie Wirkung von Diazepam wird in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt; zusammen mit Alkohol oder dämpfenden Arzneimitteln sind Bewusstlosigkeit und eine Abflachung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion möglich, die eine Notfallbehandlung erfordern[1, 2]Während der Behandlung Alkohol meiden
Arzneimittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen, z. B. Cimetidin, Omeprazol, Disulfiram, Ketoconazol, Fluvoxamin, Fluoxetin und HIV-Protease-HemmerDie Wirkung von Diazepam kann verlängert und verstärkt werden; laut Fachinformation vertiefte und verlängerte Beruhigung[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Phenobarbital und Phenytoin (Mittel gegen Anfallsleiden)Die Wirkung von Diazepam kann abgeschwächt werden; in seltenen Fällen kann Diazepam die Wirkung von Phenytoin verstärken[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien)Die muskelentspannende Wirkung kann verstärkt werden, insbesondere bei älteren Menschen und bei höherer Dosierung (Sturzgefahr)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Levodopa (Mittel gegen die Parkinson-Krankheit)Diazepam kann die Wirkung von Levodopa hemmen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Theophyllin (z. B. bei Asthma)Hebt in niedriger Dosierung die beruhigende Wirkung von Diazepam auf[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Dauerbehandlung mit zentral wirksamen Blutdrucksenkern, Betablockern, gerinnungshemmenden Mitteln oder herzwirksamen GlykosidenArt und Umfang von Wechselwirkungen sind nicht vorhersehbar[1, 2]Besondere Vorsicht, insbesondere zu Beginn; die Ärztin oder der Arzt sollte vorher klären, ob solche Dauerbehandlungen bestehen
RauchenDiazepam kann schneller ausgeschieden werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Diazepam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Diazepam darf unter anderem nicht eingenommen werden, wenn Sie früher einmal abhängig von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln waren, bei schwerer krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis), schwerer Beeinträchtigung der Atmung, Atemaussetzern im Schlaf und schweren Leberschäden [1, 2]. Laut Fachinformation besteht bei schweren Leberfunktionsstörungen die Gefahr einer Hirnfunktionsstörung (Enzephalopathie) [2]. Trifft einer der weiteren Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Diazepam, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Frühere Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln[1, 2]
  • Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder mit Arzneimitteln gegen seelische Erkrankungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)[1, 2]
  • Schwere krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
  • Schwere Beeinträchtigung der Atmung (schwere Ateminsuffizienz)[1, 2]
  • Kurzzeitiges Aussetzen der Atmung im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 2]
  • Schwere Leberschäden[1, 2]
  • Neugeborene und Säuglinge bis zum Alter von 6 Monaten[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Störungen der Bewegungskoordination und der Gleichgewichtsregulation (spinale und zerebellare Ataxien)[1, 2]
  • Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion, Kreislauf- und Atemschwäche (chronisch obstruktive Ateminsuffizienz) oder hirnorganische Veränderungen: Vorsicht geboten, gegebenenfalls ist eine niedrigere Dosis nötig[1, 2]
  • Ältere oder geschwächte Menschen: niedrigere Dosis empfohlen; Vorsicht wegen der Sturzgefahr, besonders beim nächtlichen Aufstehen[1, 2]
  • Abhängigkeit: Diazepam kann zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung, besteht jedoch bereits bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung. Eine ununterbrochene, länger als 4 Wochen dauernde Anwendung sollte vermieden werden[1, 2]
  • Bestehende Abhängigkeit von Alkohol oder von Arzneimitteln mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem: Diazepam sollte dann außer bei akuten Entzugsreaktionen nicht eingenommen werden[1, 2]
  • Nachlassende Wirkung (Toleranz): Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann Diazepam an Wirksamkeit verlieren[1, 2]
  • Gedächtnislücken: Diazepam kann zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen, sodass Sie sich an Handlungen nach der Einnahme später nicht erinnern. Das Risiko steigt mit der Dosis und kann durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringert werden[1, 2]
  • Depressionen: Diazepam sollte nicht allein zur Behandlung von Depressionen oder von Angstzuständen mit Depression angewendet werden; unter Umständen kann sich die Depression verstärken, wenn die Grunderkrankung nicht geeignet mit Antidepressiva behandelt wird (Selbstmordgefahr)[1, 2]
  • Geistig-seelische Störungen (Psychosen): Diazepam wird nicht zu ihrer Erstbehandlung empfohlen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren: nur, wenn die Ärztin oder der Arzt es angeordnet hat; laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko[1, 2]
  • Längere Anwendung: Laut Fachinformation werden Kontrollen des Blutbildes und der Leberfunktion empfohlen[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Während der Behandlung sollten Sie Alkohol meiden [1, 2]. Diazepam schränkt auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen ein [1, 2]. In der Schwangerschaft sollten Sie Diazepam nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für erforderlich erachtet, und in der Stillzeit laut Packungsbeilage nicht anwenden [1]. Die Karten stellen die Angaben von Packungsbeilage, Fachinformation und dem Beratungszentrum Embryotox der Charité nebeneinander [1, 2, 3]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Alkohol und Medikamente und Autofahren.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sollten Sie Diazepam nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt dies für erforderlich erachtet. Informieren Sie sie oder ihn umgehend über eine geplante oder bereits eingetretene Schwangerschaft. Die Einnahme in höherer Dosierung vor oder während der Geburt sowie eine längerfristige Anwendung in der Schwangerschaft können Zustand und Verhalten des Neugeborenen vorübergehend beeinträchtigen, unter anderem durch Atem- und Trinkschwäche, herabgesetzte Muskelspannung und erniedrigte Körpertemperatur.[1]

Laut Fachinformation darf Diazepam in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist. Das Fehlbildungsrisiko nach therapeutischen Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten ergaben. Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft über längere Zeit Benzodiazepine erhalten haben, können eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und nach der Geburt Entzugssymptome zeigen.[2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als sehr hoch an: Ein in frühen Studien diskutierter Zusammenhang mit Lippen- und Gaumenspalten und anderen Fehlbildungen wurde in nachfolgenden Studien mit mehreren Tausend Schwangerschaften nicht bestätigt. Wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien muss laut Embryotox auf ein abruptes Absetzen in der Schwangerschaft in jedem Fall verzichtet werden; eine Verringerung der Dosis muss schrittweise und unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgen. Nach einer Anwendung in der Schwangerschaft sollte die Entbindung laut Embryotox wegen möglicher, häufig schwerwiegender Anpassungsstörungen beim Neugeborenen in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox für eine beruhigende Akutbehandlung Promethazin, bei psychotischen Erkrankungen Quetiapin und bei Schlafstörungen Amitriptylin; für die Behandlung von Krampfanfällen und vor oder nach Eingriffen gibt es keine. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Stillzeit sollten Sie Diazepam laut Packungsbeilage nicht anwenden, weil Diazepam und seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen; ist eine Behandlung erforderlich, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie weiter stillen können. Laut Fachinformation sollte während der Behandlung nicht gestillt werden, weil das Neugeborene Diazepam wesentlich langsamer abbaut als Kinder oder Erwachsene; ist die Behandlung zwingend erforderlich, ist laut Fachinformation abzustillen.[1, 2]

Laut Embryotox muss nach Einzeldosen keine Stillpause eingehalten werden. Bei einer Langzeitbehandlung hält Embryotox das Stillen unter alleiniger Behandlung mit Diazepam in niedriger Dosierung unter Vorbehalt für akzeptabel; dabei muss auf Schläfrigkeit, Trinkschwäche und eine unzureichende Gewichtszunahme des Kindes geachtet werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung sollten Sie Alkohol meiden, weil er die Wirkung von Diazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Zusammen mit Alkohol können Bewusstlosigkeit und eine Abflachung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion auftreten, die eine Notfallbehandlung erfordern.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Bekannte Nebenwirkungen schränken auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen ein, in verstärktem Maß zusammen mit Alkohol und laut Fachinformation nach zu kurzem Schlaf. Sie sollten das Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen und sonstige gefahrvolle Tätigkeiten ganz, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung unterlassen; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Am Morgen nach einer abendlichen Einnahme können Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen; sie können in gleiche Dosen geteilt werden. Bei ambulanter Behandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen bevorzugt abends einnehmen, und zwar etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen, sonst setzt die Wirkung verzögert ein, und am nächsten Morgen ist mit verstärkten Nachwirkungen wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen zu rechnen. Im Krankenhaus und bei erhöhter Muskelspannung über den Tag verteilt, unabhängig von den Mahlzeiten.[1]

Einnahme vergessen: zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt die verordnete Dosis nehmen, keinesfalls die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, sondern besprechen Sie es vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einer Anwendung über mehr als 1 Woche sollte die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert werden. Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, treten beim plötzlichen Abbruch Entzugserscheinungen auf: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Angst- oder Spannungszustände, innere Unruhe, Schlafstörungen, Verwirrtheit und Reizbarkeit.[1]

In schweren Fällen können außerdem Wahrnehmungsstörungen in Bezug auf die eigene Person oder die Umwelt (Depersonalisation, Derealisation), Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung, Taubheit und Kribbeln in Armen und Beinen, Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle auftreten. Auch nach einer kürzeren Behandlung können bei plötzlichem Absetzen Angst-, Spannungs- und Erregungszustände vorübergehend verstärkt wiederkehren; als Begleiterscheinungen sind Stimmungswechsel, Schlafstörungen und Unruhe möglich.[1, 2]

Absetzerscheinungen können nach längerem Gebrauch oft mit einer Verzögerung von einigen Tagen auftreten und verschwinden laut Packungsbeilage nach einigen Tagen bis Wochen. Weil Diazepam nur langsam ausgeschieden wird, ist auch nach dem Ende der Behandlung noch mit Wechselwirkungen zu rechnen.[1]

Überdosierung

Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung umgehend eine Ärztin oder einen Arzt und zeigen Sie die Tablettenpackung. Zeichen einer leichten Überdosierung können zum Beispiel Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Gang- und Bewegungsstörungen, undeutliches Sprechen, Blutdruckabfall und Muskelschwäche sein; bei schwerer Vergiftung kann es zu einer Verminderung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktionen kommen, etwa mit blau-roter Färbung von Haut und Schleimhaut und Bewusstlosigkeit. Unter dem Einfluss von Alkohol und anderen dämpfenden Mitteln treten die Zeichen verstärkt auf.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt Anfangsdosen für die einzelnen Anwendungsgebiete, Hinweise für ältere und geschwächte Menschen, Kinder und Jugendliche sowie Angaben zur Dauer und zum Beenden der Behandlung [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, nach dem Grundsatz, die Dosis so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Diazepam immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit [1]. Laut Packungsbeilage ist zu Beginn der Behandlung mit der Ärztin oder dem Arzt ein Folgetermin zu vereinbaren, damit sie oder er über die Weiterbehandlung entscheiden kann [1]. Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen entgegen und geben Sie sie nie an andere weiter [1].

Setzen Sie Diazepam nicht eigenmächtig ab: Benzodiazepine dürfen nie abrupt abgesetzt werden, sondern nur im Rahmen einer schrittweisen Verringerung der Dosis [1]. Nach längerem Gebrauch können beim Absetzen Unruhe, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle und Halluzinationen auftreten, oft mit einer Verzögerung von einigen Tagen; diese Absetzerscheinungen verschwinden nach einigen Tagen bis Wochen [1]. Laut Fachinformation ist es wichtig, dass Ihnen die Möglichkeit von Rebound-Erscheinungen bewusst ist: Die Beschwerden, die zur Behandlung geführt haben, können beim Absetzen vorübergehend verstärkt wiederkehren; dieses Wissen kann die Angst vor solchen Beschwerden verringern [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.

Präparate mit Diazepam

Diazepam gibt es von mehreren Herstellern, etwa als Tabletten, Tropfen, Zäpfchen oder Injektionslösung. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Diazepam STADA 10 mg Tabletten [1, 2]. Für andere Darreichungsformen gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Diazepam
PräparatAnbieterHinweis
Diazepam AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 5 oder 10 mg, Tropfen
Diazepam-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 2, 5 oder 10 mg, Tropfen, Zäpfchen, Injektionslösung
Diazepam STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 10 mg; Grundlage dieser Seite
Faustanverschreibungspflichtig
Valiumverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diazepam STADA 10 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2018. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Diazepam STADA 10 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2018. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Diazepam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Diazepam. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Macht Diazepam abhängig?

Das ist möglich. Diazepam kann zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung, besteht aber bereits bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung. Eine ununterbrochene Anwendung über länger als 4 Wochen sollte vermieden werden. Erhöhen Sie die Dosis nicht selbst und verkürzen Sie nicht die Abstände zwischen den Einnahmen, auch wenn die Wirkung nachlässt. Das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein.

Wie lange darf man Diazepam nehmen?

Über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei akuten Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen sollte die Einnahme auf einzelne Gaben oder wenige Tage beschränkt sein. Bei chronischen Beschwerden sollte die Behandlung einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten; eine Verlängerung sollte nicht ohne erneute ärztliche Beurteilung erfolgen.

Wie schnell wirkt Diazepam und wie lange bleibt es im Körper?

Laut Fachinformation wird Diazepam rasch aufgenommen; die höchsten Konzentrationen im Blut sind nach 30 bis 90 Minuten erreicht. Die Halbwertszeit beträgt bis zu 48 Stunden, die des wirksamen Abbauprodukts N-Desmethyldiazepam bis zu 100 Stunden. Weil Diazepam nur langsam ausgeschieden wird, ist auch nach dem Ende der Behandlung noch mit Wechselwirkungen zu rechnen.

Darf ich Diazepam mit Alkohol nehmen?

Nein. Während der Behandlung sollten Sie Alkohol meiden, weil er die Wirkung von Diazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Zusammen mit Alkohol können Bewusstlosigkeit und eine Abflachung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion auftreten, die eine Notfallbehandlung erfordern.

Darf ich nach der Einnahme Auto fahren?

Diazepam schränkt auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fahrtüchtigkeit ein, verstärkt zusammen mit Alkohol. Laut Packungsbeilage sollten Sie das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen und sonstige gefahrvolle Tätigkeiten ganz, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung unterlassen; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Auch am Morgen nach einer abendlichen Einnahme können Restmüdigkeit und Konzentrationsstörungen die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Was passiert, wenn ich Diazepam plötzlich absetze?

Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, treten beim plötzlichen Abbruch Entzugserscheinungen auf, etwa Kopf- und Muskelschmerzen, Angst, innere Unruhe, Schlafstörungen, Verwirrtheit und Reizbarkeit; in schweren Fällen auch Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle. Auch nach kürzerer Behandlung können Angst- und Spannungszustände vorübergehend verstärkt zurückkehren. Beenden Sie die Einnahme deshalb nur nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; die Dosis wird schrittweise verringert.

Darf ich Diazepam in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft sollten Sie Diazepam laut Packungsbeilage nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für erforderlich hält; eine höhere Dosierung vor oder während der Geburt und eine längerfristige Anwendung können das Neugeborene vorübergehend beeinträchtigen. In der Stillzeit sollten Sie Diazepam laut Packungsbeilage nicht anwenden; laut dem Beratungszentrum Embryotox muss nach Einzeldosen keine Stillpause eingehalten werden. Auf ein abruptes Absetzen in der Schwangerschaft muss laut Embryotox wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen in jedem Fall verzichtet werden. Besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Diazepam?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Der Grundsatz lautet, sie so gering und die Behandlung so kurz wie möglich zu halten. Ältere oder geschwächte Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen erhalten in der Regel weniger. Was die Packungsbeilage zur Dosis sagt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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