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Trimipramin: Nebenwirkungen und Wirkung

Trimipramin ist ein verschreibungspflichtiges trizyklisches Antidepressivum zur Behandlung von Depressionen mit den Leitsymptomen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe. Besonders zu Beginn der Behandlung können Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Zittern, Mundtrockenheit, Verstopfung, Herzrasen und ein Blutdruckabfall beim Aufstehen auftreten. Haben Sie Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, gehen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf.

Frau Ende fünfzig sitzt am frühen Abend in eine Wolldecke gehüllt in einem gemütlichen Sessel am Fenster und schaut ruhig nach draußen
Bild: KI-generiert

Wofür wird Trimipramin eingesetzt?

Trimipramin ist ein Arzneimittel gegen depressive Erkrankungen aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva [1]. Es wird angewendet zur Behandlung von Depressionen (Episoden einer Major Depression) mit den Leitsymptomen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe [1, 2]. Trimipramin ist verschreibungspflichtig; die Packungsbeilage von Trimipramin STADA richtet sich an Erwachsene [1, 2].

Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Trimipramin STADA 100 mg Filmtabletten mit Stand Februar 2021 und die jüngere Fachinformation desselben Präparats mit Stand Juli 2022 [1, 2]. An einigen Stellen weichen beide voneinander ab: bei den Häufigkeiten der Nebenwirkungen, bei Schwangerschaft und Stillzeit und bei Kindern und Jugendlichen. Die Seite nennt dann beide Angaben und ordnet sie der jeweiligen Quelle zu [1, 2].

Wie wirkt Trimipramin?

Laut Fachinformation wirkt Trimipramin antidepressiv, beruhigend und angstlösend [2]. Anders als vergleichbare Wirkstoffe entfaltet es seine Wirkung nicht über eine Hemmung der Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin; es gilt deshalb als atypisches trizyklisches Antidepressivum. Trimipramin bindet an verschiedene Rezeptoren für Serotonin, Dopamin und Adrenalin, blockiert stark die Bindungsstellen für Histamin (H1-Rezeptoren) und bindet deutlich an Rezeptoren des Botenstoffs Acetylcholin [2]. Das Beratungszentrum Embryotox beschreibt Trimipramin als schlafanstoßend und beruhigend mit deutlicher anticholinerger Wirkung [3].

Die beruhigende, dämpfende Wirkung setzt meist unmittelbar in den ersten Stunden ein; mit einer stimmungsaufhellenden Wirkung ist in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen zu rechnen [1, 2]. Nach der Einnahme ist die höchste Konzentration im Blut nach etwa 3 Stunden erreicht, die Halbwertszeit liegt bei etwa 24 Stunden. Trimipramin wird ausgeprägt abgebaut und überwiegend in Form seiner Abbauprodukte über die Nieren ausgeschieden; bei stark eingeschränkter Nierenfunktion und bei eingeschränkter Leberfunktion sind die Blutspiegel deutlich erhöht [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Packungsbeilage und Fachinformation unterscheiden sich bei den Häufigkeiten. Die jüngere Fachinformation (Stand Juli 2022) gibt für alle in ihr aufgeführten Nebenwirkungen die Häufigkeit "nicht bekannt" an, weil sie sich aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen lässt [2]. Die ältere Packungsbeilage (Stand Februar 2021) nennt noch Häufigkeitsklassen: Danach können zum Beispiel Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Zittern, Mundtrockenheit, Verstopfung, Herzrasen, Blutdruckabfall, Schwitzen und Gewichtszunahme sehr häufig auftreten, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, vor allem zu Beginn der Behandlung [1].

In der Liste unten steht deshalb bei den Nebenwirkungen der Fachinformation die Angabe "nicht bekannt" [2]. Als häufig nennt die Packungsbeilage unter anderem innere Unruhe, Schlafstörungen, Hautausschläge, Störungen beim Wasserlassen und sexuelle Funktionsstörungen [1]. Sieben Beschwerden stehen nur in der Nebenwirkungsliste der Packungsbeilage und sind mit deren Häufigkeit aufgeführt: Kopfschmerzen (sehr häufig), Durstgefühl (häufig), Darmverschluss durch Darmlähmung (gelegentlich), eine allergische Entzündung der Lungenbläschen (allergische Alveolitis, selten), Glaukomanfälle (sehr selten) sowie die Verstärkung einer Herzmuskelschwäche und Absetzerscheinungen (beide "nicht bekannt") [1, 2]. "Häufig" heißt dabei: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; mehr zu einzelnen Beschwerden auf den Seiten Müdigkeit, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme und QT-Verlängerung.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemKopfschmerzen, vor allem zu Beginn der Behandlung[1]Mehr dazu: Kopfschmerzen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Allgemeine BeschwerdenDurstgefühl[1]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmDarmverschluss durch Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • AtemwegeAllergische Entzündung der Lungenbläschen (allergische Alveolitis) mit und ohne Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)[1]Mehr dazu: Allergische Reaktionen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • AugenAnfälle von grünem Star (Glaukomanfälle)[1]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Blut und LymphsystemVeränderungen des Blutbilds wie Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) bis hin zur Agranulozytose, Verminderung der Blutplättchen (Thrombopenie) und Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • HormonsystemUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH), das den Wasserhaushalt regelt; Unterzuckerung (Hypoglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
  • HormonsystemErhöhter Prolaktinspiegel und/oder Austritt von Milch aus der Brust (Galaktorrhö)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutzucker (Hyperglykämie); in epidemiologischen Studien hatten depressive Menschen unter trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus[2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • PsycheInnere Unruhe und Schlafstörungen[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätSchlafstörungen
  • PsycheStimmungsschwankungen[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
  • PsycheVerwirrtheitszustände bei älteren Menschen und andere delirante Syndrome, z. B. mit krankhafter Unruhe und Bewusstseinstrübung[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
  • PsycheUmschlagen der Depression in gehobene Stimmung und gesteigerten Antrieb (Hypomanie oder Manie)[1, 2]
  • PsycheSuizidgedanken und suizidales Verhalten während der Behandlung oder kurz nach ihrem Ende[1, 2]
  • NervensystemBesonders zu Beginn der Behandlung: Zittern (Tremor), Benommenheit und Schwindel[1, 2]Mehr dazu: ZitternMüdigkeitSchwindel
  • NervensystemStörungen des Sprechens (Dysarthrie)[1, 2]
  • NervensystemBeruhigung (Sedierung)[2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemKribbeln der Haut (Parästhesien) und Nervenerkrankungen (Polyneuropathien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemStörungen der Bewegungsabläufe (extrapyramidale Störungen) wie Akathisie, Gangstörungen und Dyskinesien[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
  • AugenBesonders zu Beginn der Behandlung: Störungen der Anpassung des Auges beim Erkennen naher Objekte (Akkommodationsstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Ohr und GleichgewichtOhrensausen (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • HerzBesonders zu Beginn der Behandlung: Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen (orthostatische Hypotonie), Ohnmacht (Synkope) und beschleunigter Herzschlag (Tachykardie); Blutdrucksenkung[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckHerzrasen
  • HerzVerlängerung des QT-Intervalls im EKG einschließlich schwerer Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • HerzHerzrhythmus- und Reizleitungsstörungen, insbesondere bei Überdosierung oder bestehenden Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems; laut Packungsbeilage auch bei älteren Menschen und hoher Dosierung[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • HerzVerstärkung einer bestehenden Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)[1]Mehr dazu: Herzschwäche
  • Gefäße und KreislaufHitzewallungen[2]Mehr dazu: Hitzewallungen
  • AtemwegeAllergische Reaktionen der Lunge in Form einer besonderen Lungenentzündung (interstitielle Pneumonie, z. B. eosinophiles Lungeninfiltrat) oder einer Brustfellentzündung (Pleuritis)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • Magen und DarmBesonders zu Beginn der Behandlung: Mundtrockenheit, Verstopfung, Verdauungsstörungen und Übelkeit[1, 2]Mehr dazu: MundtrockenheitVerstopfungSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenÜbelkeit
  • Leber und GalleAls Ausdruck einer Überempfindlichkeit Reaktionen von Leber und Gallenwegen, meist als vorübergehende Erhöhung von Leberenzymen und Bilirubin im Sinne einer Leberentzündung (zytolytische oder cholestatische Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautHautrötung; bei entsprechender Veranlagung Zeichen einer allergischen Reaktion, insbesondere der Haut[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagAllergische Reaktionen
  • HautHaarausfall[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
  • Muskeln, Knochen und GelenkeErhöhtes Risiko für Knochenbrüche, beobachtet in Studien vor allem mit Menschen ab 50 Jahren unter SSRI oder trizyklischen Antidepressiva[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
  • Nieren und HarnwegeStörungen beim Wasserlassen und Harnverhaltung[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
  • Geschlechtsorgane und BrustSexuelle Funktionsstörungen[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustVergrößerung der Brust (Makromastie), laut Packungsbeilage Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
  • Allgemeine BeschwerdenBesonders zu Beginn der Behandlung: Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • Allgemeine BeschwerdenGewichtszunahme und Schwitzen; laut Packungsbeilage vor allem zu Beginn der Behandlung[1, 2]Mehr dazu: GewichtszunahmeVermehrtes Schwitzen
  • Allgemeine BeschwerdenAbsetzerscheinungen wie Unwohlsein, Kopfschmerzen, Angst, Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen bei plötzlichem Abbruch einer längerfristigen hochdosierten Behandlung[1]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wenn Sie depressiv sind, können Sie manchmal Gedanken daran haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Solche Gedanken können zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken (gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger). Wahrscheinlicher sind sie, wenn Sie solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre [1, 2]. Es kann hilfreich sein, einer Freundin, einem Freund oder Verwandten zu erzählen, dass Sie depressiv sind, und sie zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn sie den Eindruck haben, dass sich Ihre Depression verschlimmert, oder wenn sie sich Sorgen über Verhaltensänderungen machen [1].

Bei schwerwiegenden Nebenwirkungen wie einer Agranulozytose, einem Mangel an Blutplättchen, Veränderungen im EKG oder Krampfanfällen setzt die Ärztin oder der Arzt die Behandlung sofort ab [1, 2]. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Anfang sechzig sitzt morgens an einem hellen Küchentisch und trinkt ein Glas Wasser, daneben eine Schale mit Obst
Bild: KI-generiert

Müdigkeit und Schwindel zu Beginn: Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel können besonders zu Beginn der Behandlung auftreten [1, 2]. Um die schlafanstoßende Wirkung zu nutzen, sieht die Packungsbeilage vor, die höhere Teildosis am Abend einzunehmen [1]. Ein Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen kann sich zum Beispiel durch Schwarzwerden vor den Augen, Ohrensausen und Schwindel bis hin zum Kollaps bemerkbar machen [1]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Laut Fachinformation kann bei zunehmender oder neu auftretender Schlaflosigkeit oder Nervosität zu Beginn eine Verringerung der Dosis oder eine vorübergehende Behandlung der Beschwerden erforderlich sein [2]. Mehr unter Schwindel und niedriger Blutdruck.

Mundtrockenheit und Verstopfung: Beides gehört zu den Nebenwirkungen, die vor allem zu Beginn auftreten [1, 2]. Sind Sie älter und haben chronische Verstopfung, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Es besteht die Gefahr einer Darmlähmung und eines Darmverschlusses [1, 2]. Mehr unter Verstopfung.

Kontrollen: Vor und während der Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt regelmäßig Blutdruck, Blutbild, Leber- und Nierenfunktion sowie die Herzfunktion überwachen, besonders bei älteren Menschen und bei Störungen von Stoffwechsel, Nieren, Leber oder Herz; bei Epilepsie oder Verdacht darauf auch die Hirnströme im EEG [1, 2]. Laut Fachinformation sollten bei Diabetes oder Risikofaktoren dafür angemessene Blutzuckerkontrollen erfolgen [2].

Getränke: Die Gerbsäuren im schwarzen Tee vermindern die Aufnahme und damit die Wirkung von Trimipramin; bei Kaffee oder Fruchtsäften ist das nicht auszuschließen. Nehmen Sie die Tabletten deshalb nicht mit solchen Getränken ein, sondern trinken Sie diese zeitversetzt [1, 2].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden oder vor Kurzem angewendet haben, auch über nicht verschreibungspflichtige [1]. Trimipramin darf nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern eingenommen werden; MAO-Hemmer vom irreversiblen Hemmtyp müssen mindestens 14 Tage vor Beginn der Behandlung abgesetzt werden, sonst ist mit schweren Nebenwirkungen wie Erregung, extrem hohem Fieber, Krampfanfällen und starken Blutdruckschwankungen zu rechnen [1, 2].

Zusammen mit anderen serotonergen Wirkstoffen kann ein Serotonin-Syndrom auftreten; zu diesen Wirkstoffen gehören Triptane gegen Migräne, andere Antidepressiva wie Fluoxetin oder Paroxetin, Lithium, das Antibiotikum Linezolid, Tramadol, L-Tryptophan und Johanniskraut [1, 2]. Arzneimittel, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern oder den Kaliumwert senken können, sollten Sie nicht gleichzeitig anwenden; dazu zählen bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Antibiotika, Malariamittel, Antihistaminika, Neuroleptika und bestimmte Entwässerungsmittel [1, 2]. Carbamazepin kann die Konzentration von Trimipramin im Blut senken; SSRI, Methylphenidat, Neuroleptika, Alprazolam, Disulfiram und Cimetidin können sie deutlich erhöhen [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Trimipramin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen)Schwere Nebenwirkungen wie Erregung, extrem hohes Fieber, Krampfanfälle und starke Blutdruckschwankungen[1, 2]Nicht gleichzeitig einnehmen; MAO-Hemmer vom irreversiblen Hemmtyp müssen mindestens 14 Tage vor Beginn der Behandlung abgesetzt werden
Andere serotonerge Wirkstoffe: Triptane (gegen Migräne), andere Antidepressiva wie SSRI, SNRI, MAO-Hemmer oder Lithium, das Antibiotikum Linezolid, Tramadol, L-Tryptophan, Johanniskraut; laut Fachinformation auch BuprenorphinSerotonin-Syndrom möglich, ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand[1, 2]Laut Fachinformation sorgfältige ärztliche Überwachung, besonders zu Beginn und bei Dosiserhöhungen
Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluvoxamin, Fluoxetin, Paroxetin, laut Fachinformation auch Citalopram und SertralinDeutlicher Anstieg der Konzentration von Trimipramin im Blut; laut Fachinformation Anstieg der Konzentration beider Antidepressiva[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt reduziert gegebenenfalls die Dosis eines der Mittel
Arzneimittel, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern (bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Antibiotika, Malariamittel, Antihistaminika, Neuroleptika), den Kaliumgehalt im Blut senken (bestimmte Entwässerungsmittel, laut Fachinformation auch Glukokortikoide), den Herzschlag verlangsamen (laut Fachinformation z. B. Betablocker, Diltiazem, Verapamil, Clonidin, Digitalis) oder den Abbau von Trimipramin in der Leber hemmen (z. B. Imidazol-Antimykotika gegen Pilzinfektionen)Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung) und Herzrhythmusstörungen[1, 2]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
Alkohol und dämpfende Arzneimittel, z. B. Schlafmittel, bestimmte Schmerzmittel, laut Fachinformation auch Morphin-Abkömmlinge, Benzodiazepine, Barbiturate, müde machende Antihistaminika, Neuroleptika, zentral wirkende Blutdrucksenker, Baclofen und ThalidomidVerstärkte Dämpfung des zentralen Nervensystems; die Wirkung von Alkohol kann verstärkt werden[1, 2]Während der Behandlung keinen Alkohol trinken; Ärztin oder Arzt informieren
Anticholinerg wirkende Mittel wie Phenothiazine, Mittel gegen die Parkinson-Krankheit, Antihistaminika und Atropin, laut Fachinformation auch Ipratropiumbromid, Tiotropiumbromid, Trospiumchlorid und ButylscopolaminVerstärkung von Wirkung und Nebenwirkungen, insbesondere Delir (krankhafte Unruhe und Bewusstseinstrübung); laut Fachinformation auch Harnverhalt, akutes Glaukom, Verstopfung und Mundtrockenheit[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Methylphenidat, Neuroleptika, Alprazolam, Disulfiram und CimetidinDie Konzentration von Trimipramin im Blut kann deutlich steigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Barbiturate und Phenytoin (Mittel gegen Epilepsie)Trimipramin kann beschleunigt ausgeschieden werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
CarbamazepinDie Konzentration von Trimipramin im Blut kann sinken; laut Fachinformation sind generalisierte Krampfanfälle möglich[1, 2]Besondere ärztliche Überwachung, gegebenenfalls Anpassung der Dosis
Andere Mittel gegen Epilepsie, ValproinsäureTrimipramin kann die Krampfschwelle erniedrigen; mit erhöhter Krampfbereitschaft ist zu rechnen[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosierung gegebenenfalls an und überwacht besonders; bei Valproinsäure wird die Behandlung mit Trimipramin gegebenenfalls eingestellt
Sympathomimetische Amine wie Adrenalin oder Noradrenalin, z. B. als gefäßverengende Zusätze in Mitteln zur örtlichen BetäubungIhre Wirkung kann erheblich verstärkt werden; laut Fachinformation anfallsartiger Bluthochdruck, gegebenenfalls mit Herzrhythmusstörungen der Herzkammern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Blutdrucksenker vom Typ Guanethidin oder Clonidin; andere BlutdrucksenkerWirksamkeit von Guanethidin oder Clonidin abgeschwächt, bei Clonidin Gefahr eines Wiederanstiegs des Blutdrucks (Rebound); laut Fachinformation kann die Wirkung anderer Blutdrucksenker verstärkt sein, mit erhöhtem Risiko für Blutdruckabfall beim Aufstehen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Chinidin und AmiodaronIhre Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Baclofen (muskelentspannendes Mittel)Laut Fachinformation Risiko einer erniedrigten Muskelspannung[2]Ärztin oder Arzt informieren
Schwarzer Tee, Kaffee und FruchtsäfteDie Gerbsäuren im schwarzen Tee vermindern die Aufnahme und damit die Wirkung von Trimipramin; bei Kaffee oder Fruchtsäften ist eine Wirkungsminderung nicht auszuschließen[1, 2]Nicht zusammen mit solchen Getränken einnehmen, sondern zeitversetzt trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Trimipramin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trimipramin darf unter anderem nicht eingenommen werden bei einem akuten Delir, unbehandeltem Engwinkelglaukom, Harnentleerungsstörungen wie akutem Harnverhalt oder einer vergrößerten Prostata mit Restharnbildung, Verengung des Magenausgangs, Darmlähmung und laut Fachinformation nach einem kürzlich aufgetretenen Herzinfarkt [1, 2]. Die Packungsbeilage von 02/2021 nennt zusätzlich Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren sowie Schwangerschaft und Stillzeit als Gegenanzeigen; die jüngere Fachinformation führt diese Punkte nicht unter den Gegenanzeigen: Nach ihr sollte Trimipramin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zur Behandlung von Depressionen angewendet werden; in der Schwangerschaft wird es nicht empfohlen, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich, und nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung; in der Stillzeit muss abgewogen werden, ob abgestillt oder auf die Behandlung verzichtet wird [1, 2]. Trifft einer der weiteren Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Trimipramin, andere trizyklische Antidepressiva oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka[1, 2]
  • Verwirrtheits- und Erregungszustände mit Sinnestäuschungen und zum Teil schweren körperlichen Störungen (akutes Delir)[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern; laut Fachinformation mit irreversiblen MAO-Hemmern[1, 2]
  • Unbehandelter erhöhter Augeninnendruck (Engwinkelglaukom)[1, 2]
  • Harnentleerungsstörungen wie akuter Harnverhalt oder vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostata) mit Restharnbildung[1, 2]
  • Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose)[1, 2]
  • Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]
  • Kürzlich aufgetretener Herzinfarkt (laut Fachinformation)[2]
  • Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren (laut Packungsbeilage von 02/2021; nach der jüngeren Fachinformation von 07/2022 sollte Trimipramin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zur Behandlung von Depressionen angewendet werden)[1, 2]
  • Schwangerschaft und Stillzeit (laut Packungsbeilage von 02/2021; die jüngere Fachinformation von 07/2022 empfiehlt Trimipramin in der Schwangerschaft nicht, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich, und verlangt in der Stillzeit eine Abwägung)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Vergrößerte Prostata ohne Restharnbildung[1, 2]
  • Erhöhte Krampfbereitschaft, zum Beispiel bei Epilepsie, Hirnschäden oder Alkoholismus: Trimipramin kann die Krampfschwelle erniedrigen; laut Fachinformation wird bei Epilepsie oder Verdacht darauf eine EEG-Überwachung empfohlen, und treten Krämpfe auf, muss die Behandlung beendet werden[1, 2]
  • Schwere Leber- oder Nierenschäden[1, 2]
  • Blutbildungsstörungen, auch in der Vorgeschichte; laut Fachinformation sollten unter der Behandlung regelmäßig Blutbilder kontrolliert werden[1, 2]
  • Ältere Menschen mit besonderer Empfindlichkeit für Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) oder für Beruhigungsmittel; ältere Menschen mit chronischer Verstopfung (Gefahr einer Darmlähmung und eines Darmverschlusses)[1, 2]
  • Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung: verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), angeborenes langes QT-Syndrom oder andere Herzerkrankungen wie Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungsstörungen und Herzrhythmusstörungen, Zustand nach Herzinfarkt, Kaliummangel und laut Fachinformation Magnesiummangel[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern oder den Kaliumgehalt im Blut senken können[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das Risiko für ein Serotonin-Syndrom erhöhen können; ein Serotonin-Syndrom ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand[1, 2]
  • Suizidgedanken: Depressive Erkrankungen gehen mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken, Selbstverletzung und Suizid einher. Solche Gedanken können zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva verstärkt sein, weil die Wirkung gewöhnlich erst nach etwa zwei Wochen, manchmal später einsetzt. Sie sind wahrscheinlicher, wenn Sie solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre[1, 2]
  • Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren: Trimipramin sollte nicht zur Behandlung von Depressionen angewendet werden; trizyklische Antidepressiva zeigten in Studien in dieser Altersgruppe keinen therapeutischen Nutzen[1, 2]
  • Diabetes mellitus oder Risikofaktoren dafür: Laut Fachinformation sollten angemessene Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden[2]
  • Herzkranke und ältere Menschen: Laut Fachinformation sollten sie, insbesondere bei hoch dosierter Langzeitbehandlung, regelmäßig kardiologisch kontrolliert werden; bei älteren Menschen mit Störungen von Stoffwechsel, Nieren-, Leber- oder Herzfunktion sind vor und während der Behandlung Kontrolluntersuchungen durchzuführen[1, 2]
  • Seltene erbliche Galactose-Intoleranz, völliger Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption: Laut der jüngeren Fachinformation sollten Betroffene Trimipramin STADA nicht einnehmen[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Während der Behandlung dürfen Sie keinen Alkohol trinken [1, 2]. Laut Fachinformation hat Trimipramin einen mäßigen bis starken Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit [2]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit unterscheiden sich Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité; die Karten stellen die Angaben nebeneinander [1, 2, 3]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Alkohol, Medikamente und Autofahren und Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage (Stand 02/2021) darf Trimipramin in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, weil keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen und begrenzte Untersuchungen an Tieren Hinweise auf Schädigungen der Nachkommen gezeigt haben.[1]

Die jüngere Fachinformation (Stand 07/2022) empfiehlt Trimipramin in der Schwangerschaft nicht, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich, und nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko; ein gutes seelisches Gleichgewicht der Mutter sei wünschenswert. Bei Neugeborenen, deren Mütter am Ende der Schwangerschaft trizyklische Antidepressiva erhielten, können in der ersten Lebenswoche Anpassungsschwierigkeiten und Entzugserscheinungen auftreten, etwa verminderte Muskelspannung, Reizbarkeit, Zittern, sogar Krampfanfälle, Atemprobleme und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme.[2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang für Trimipramin als gering an, für trizyklische Antidepressiva insgesamt als sehr hoch: Die weniger als 50 dokumentierten Schwangerschaften unter Trimipramin ergaben keinen Hinweis auf Fehlbildungen, ebenso wenig die Studien zur gesamten Substanzgruppe. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden; nur wenn Trimipramin deutliche therapeutische Vorteile bietet, ist die Einnahme auch in der Schwangerschaft akzeptabel. Die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox als sedierendes trizyklisches Antidepressivum Amitriptylin, je nach Grunderkrankung auch Sertralin, Citalopram oder Escitalopram. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage (Stand 02/2021) darf Trimipramin in der Stillzeit nicht eingenommen werden; es ist nicht bekannt, ob wirksame Mengen in die Muttermilch übergehen. Laut der jüngeren Fachinformation deuten physikalisch-chemische Daten auf einen Übergang in die Muttermilch hin, eine Gefährdung des Säuglings kann nicht ausgeschlossen werden; es muss abgewogen werden, ob abgestillt oder auf die Behandlung verzichtet wird.[1, 2]

Laut Embryotox liegen keine publizierten Erfahrungen zum Stillen unter Trimipramin vor. In der Stillzeit sollte es nur verordnet werden, wenn besser untersuchte Antidepressiva nicht infrage kommen; unter eher niedrig dosierter alleiniger Behandlung ist Stillen bei guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Schläfrigkeit, Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten Kinderärztin oder Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung dürfen Sie keinen Alkohol trinken: Seine Wirkung kann durch Trimipramin verstärkt werden, und Alkohol verschlechtert die Verkehrstüchtigkeit noch weiter.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Laut Fachinformation hat Trimipramin einen mäßigen bis starken Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit; es kann verschwommenes Sehen verursachen und dämpfend wirken. Das gilt verstärkt zu Behandlungsbeginn, bei einem Präparatewechsel und zusammen mit anderen Mitteln, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Wenn Sie nicht mehr schnell und gezielt reagieren können, fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge, bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt.[1, 2]

Einnahme

Die Filmtabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, während oder nach den Mahlzeiten einnehmen; sie können in gleiche Dosen geteilt werden. Um die schlafanstoßende Wirkung zu nutzen, sollte die höhere Teildosis am Abend eingenommen werden. Nicht zusammen mit schwarzem Tee, Kaffee oder Fruchtsäften einnehmen, sondern diese zeitversetzt trinken.[1, 2]

Einnahme vergessen: sofort nachholen, wenn Sie es bemerken; steht die nächste reguläre Einnahme kurz bevor, diese auslassen und wieder in den gewohnten Rhythmus kommen. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Rückbildung der Beschwerden beträgt im Allgemeinen 4 bis 6 Wochen. Laut Packungsbeilage sollte die Behandlung danach noch wenigstens 6 Monate weitergeführt werden; laut Fachinformation wird nach der ersten depressiven Phase eine Erhaltungstherapie von 4 bis 9 Monaten empfohlen, bei mehreren depressiven Phasen unter Umständen eine mehrjährige Weiterführung.[1, 2]

Absetzen

Ein eigenmächtiges Verändern der Dosis oder Absetzen ohne ärztliche Kontrolle ist laut Packungsbeilage gefährlich. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, die oder der eine allmähliche Verringerung der Dosis überwachen kann. Bei abruptem Absetzen, insbesondere nach längerer Anwendung, können in den ersten Tagen Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen auftreten; laut Fachinformation auch Unwohlsein, Kopfschmerzen, Angst und erhöhte Reizbarkeit.[1, 2]

Überdosierung

Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung eine Ärztin oder einen Arzt. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Sehstörungen oder ein beschleunigter Herzschlag können sich verstärken. Laut Fachinformation können Überdosierungen tödlich verlaufen und müssen so schnell wie möglich intensivmedizinisch behandelt werden; mögliche Zeichen sind Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und Kreislaufversagen, Erregungszustände, Halluzinationen, Krampfanfälle, Koma und Atemstillstand.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine Anfangsdosis und mittlere Tagesdosen für mittelgradige und schwere Depressionen sowie Hinweise für ältere Menschen, bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion und für Kinder und Jugendliche [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Trimipramin immer genau nach Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ein: unzerkaut mit etwas Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, während oder nach den Mahlzeiten [1]. Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Rückbildung der Beschwerden beträgt im Allgemeinen 4 bis 6 Wochen. Laut Packungsbeilage sollte die Behandlung danach noch wenigstens 6 Monate weitergeführt werden; die Fachinformation empfiehlt nach der ersten depressiven Phase eine Erhaltungstherapie von 4 bis 9 Monaten, bei mehreren depressiven Phasen unter Umständen eine mehrjährige Weiterführung [1, 2].

Ein eigenmächtiges Verändern der Dosis oder Absetzen ohne ärztliche Kontrolle ist laut Packungsbeilage gefährlich [1]. Bevor Sie die Einnahme beenden, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen, die oder der eine allmähliche Verringerung der Dosis überwachen kann. Bei abruptem Absetzen, insbesondere nach längerer Anwendung, können in den ersten Tagen Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen auftreten [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.

Präparate mit Trimipramin

Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Trimipramin STADA 100 mg Filmtabletten [1, 2]. Für andere Präparate und Darreichungsformen gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Trimipramin
PräparatAnbieterHinweis
Stangylverschreibungspflichtig
Trimipramin STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 100 mg; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Trimipramin STADA 100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2021. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Trimipramin STADA 100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Trimipramin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Trimipramin verschrieben?

Trimipramin ist zur Behandlung depressiver Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) zugelassen, bei denen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe als Leitsymptome im Vordergrund stehen. Es gehört zu den trizyklischen Antidepressiva und ist verschreibungspflichtig. Die Packungsbeilage von Trimipramin STADA richtet sich an Erwachsene.

Wann wirkt Trimipramin?

Die beruhigende, dämpfende Wirkung setzt meist unmittelbar in den ersten Stunden ein. Mit einer stimmungsaufhellenden Wirkung ist in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen zu rechnen. Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Rückbildung der Beschwerden beträgt im Allgemeinen 4 bis 6 Wochen; danach sollte die Behandlung laut Packungsbeilage noch wenigstens 6 Monate weitergeführt werden. Die jüngere Fachinformation empfiehlt nach der ersten depressiven Phase eine Erhaltungstherapie von 4 bis 9 Monaten.

Macht Trimipramin müde?

Ja, das ist möglich. Besonders zu Beginn der Behandlung können Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel auftreten; laut Fachinformation wirkt Trimipramin dämpfend und hat einen mäßigen bis starken Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie nicht mehr schnell und gezielt reagieren können. Um die schlafanstoßende Wirkung zu nutzen, sieht die Packungsbeilage vor, die höhere Teildosis am Abend einzunehmen.

Macht Trimipramin dick?

Eine Gewichtszunahme gehört zu den Nebenwirkungen. Die ältere Packungsbeilage von 02/2021 nennt sie sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, vor allem zu Beginn der Behandlung; die jüngere Fachinformation von 07/2022 gibt die Häufigkeit mit "nicht bekannt" an. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie ungewollt zunehmen.

Ist Trimipramin schlecht für das Herz?

Trimipramin kann den Herzschlag beschleunigen, den Blutdruck senken und das QT-Intervall im EKG verlängern, einschließlich schwerer Herzrhythmusstörungen. Besonders bei Herzerkrankungen, im höheren Alter und bei hoher Dosierung sind Herzrhythmus- und Reizleitungsstörungen möglich. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird vor und während der Behandlung möglicherweise regelmäßig unter anderem Blutdruck, Blutbild, Leber- und Nierenfunktion sowie die Herzfunktion kontrollieren. Ein kürzlich aufgetretener Herzinfarkt ist laut Fachinformation eine Gegenanzeige.

Darf ich Trimipramin mit Alkohol nehmen?

Nein. Während der Behandlung dürfen Sie laut Packungsbeilage keinen Alkohol trinken: Seine Wirkung kann durch Trimipramin verstärkt werden, und Alkohol verschlechtert die Verkehrstüchtigkeit noch weiter.

Kann ich Trimipramin einfach absetzen?

Nein. Ein eigenmächtiges Verändern der Dosis oder Absetzen ohne ärztliche Kontrolle ist laut Packungsbeilage gefährlich. Bei abruptem Absetzen, insbesondere nach längerer Anwendung, können in den ersten Tagen Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen auftreten. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; die Dosis wird allmählich verringert.

Darf ich Trimipramin in der Schwangerschaft nehmen?

Die Quellen unterscheiden sich: Laut Packungsbeilage von 02/2021 darf Trimipramin in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Die jüngere Fachinformation von 07/2022 empfiehlt es in der Schwangerschaft nicht, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich, und nur nach sorgfältiger Abwägung. Das Beratungszentrum Embryotox hält die Einnahme in der Schwangerschaft nur dann für akzeptabel, wenn Trimipramin deutliche therapeutische Vorteile bietet. Sprechen Sie bei Kinderwunsch oder einer Schwangerschaft mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas ändern.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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