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Fluconazol: Nebenwirkungen und Wirkung

Fluconazol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Pilzinfektionen. Es wird als einmalige Dosis bei Scheidenpilz eingesetzt, aber auch über Tage bis Monate gegen Soor, Haut- und Nagelpilz und gegen schwere innere Pilzinfektionen. Häufig sind Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, erhöhte Leberwerte und Hautausschlag. Fluconazol hat viele Wechselwirkungen und kann den Herzrhythmus beeinflussen.

Frau Anfang dreißig sitzt entspannt mit angezogenen Beinen auf einem Sessel, in den Händen eine Tasse Kräutertee, ruhiges Wohnzimmer bei Tageslicht
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Magenbeschwerden (Bauchschmerzen), Durchfall, Übelkeit, Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Anstieg von Blut- oder Leberwerten (laut Fachinformation ALT, AST, alkalische Phosphatase)[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Fluconazol eingesetzt?

Fluconazol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Pilzinfektionen, ein Antimykotikum. Es behandelt Infektionen durch Pilze und kann auch Infektionen mit Candida vorbeugen, einem Hefepilz und dem häufigsten Erreger von Pilzinfektionen [1, 2]. Dabei lassen sich zwei Arten der Anwendung unterscheiden.

Einmalige Gabe bei Genitalsoor: Bei einer Pilzinfektion der Scheide (Scheidenpilz) oder des Penis nennt die Packungsbeilage eine einmalige Dosis [1]. Laut Fachinformation ist Fluconazol bei akuter oder wiederkehrender Scheidenpilzinfektion und bei Candida-Infektionen der Eichel angezeigt, wenn eine örtliche Behandlung nicht geeignet ist; die lange Halbwertszeit ist die Grundlage für die Einzeldosis [2]. Tritt Scheidensoor wiederholt auf, kann Fluconazol über mehrere Monate eingenommen werden, um Rückfälle zu vermindern, laut Fachinformation bei 4 oder mehr Episoden im Jahr [1, 2].

Behandlung über längere Zeit: Bei Erwachsenen behandelt Fluconazol außerdem Schleimhautsoor in Mund und Rachen (Mundsoor), Pilzinfektionen der Haut wie Fußpilz und Nagelpilz, wenn laut Fachinformation eine Behandlung über den ganzen Körper angezeigt ist bzw. andere Wirkstoffe nicht geeignet erscheinen. Ebenso behandelt es schwere Pilzinfektionen: Candida-Infektionen im Blut, in Organen oder im Harntrakt, eine Pilzinfektion des Gehirns (Kryptokokkenmeningitis) und die Kokzidioidomykose. Es beugt Rückfällen und bei geschwächtem Immunsystem Candida-Infektionen vor [1, 2]. Kinder und Jugendliche können es bei Schleimhautsoor, inneren Candida-Infektionen und Kryptokokkenmeningitis sowie zur Vorbeugung erhalten [1]. Bei Kopfpilz von Kindern sollte es laut Fachinformation nicht angewendet werden [2]. Mehr zu Pilzinfektionen der Haut auf der Seite Hautpilz.

Wie wirkt Fluconazol?

Fluconazol ist ein Triazol. Es hemmt bei Pilzen ein Enzym, das für die Herstellung von Ergosterol nötig ist, einem Baustein der Zellmembran von Pilzen. Fehlt Ergosterol in der Zellmembran, könnte das die Wirkung gegen Pilze erklären [2].

Nach der Einnahme wird Fluconazol gut aufgenommen: Die Blutspiegel erreichen mehr als 90 % der Werte nach einer Gabe in die Vene, Mahlzeiten beeinflussen die Aufnahme nicht. Die höchsten Blutspiegel sind nüchtern nach 0,5 bis 1,5 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit beträgt etwa 30 Stunden; etwa 80 % werden unverändert über die Nieren ausgeschieden. In der Hornschicht der Haut reichert sich Fluconazol an; in Nagelproben war es noch 6 Monate nach Behandlungsende nachweisbar [2]. Fluconazol hemmt außerdem Enzyme des Cytochrom-P450-Systems: mäßig CYP2C9 und CYP3A4, stark CYP2C19. Andere Wirkstoffe, die über diese Enzyme abgebaut werden, können dadurch bei gleichzeitiger Gabe höhere Blutspiegel erreichen; wegen der langen Halbwertszeit hält diese Hemmung noch 4 bis 5 Tage nach Behandlungsende an [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; die etwas jüngere Fachinformation ordnet sie denselben Klassen zu und nennt einzelne Fachbegriffe. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

In seltenen Fällen war Fluconazol mit schweren, in einigen Fällen tödlichen Leberschäden verbunden, vor allem bei Menschen mit schweren Grunderkrankungen; ein Zusammenhang mit Tagesdosis, Behandlungsdauer, Alter oder Geschlecht ließ sich nicht herstellen, und die Schäden bildeten sich in der Regel nach dem Absetzen zurück [2]. Laut Fachinformation wurde in sehr seltenen Fällen über eine Verlängerung des QT-Intervalls und Torsade de pointes berichtet, unter anderem bei schwer kranken Menschen mit mehreren Risikofaktoren [2]. Mehr dazu auf den Seiten Leberwerte und QT-Verlängerung.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemZu wenige weiße Blutkörperchen, die an der Infektionsabwehr beteiligt sind, und zu wenige Blutplättchen (Agranulozytose, Leukopenie, Neutropenie, Thrombopenie); rote oder violette Hautverfärbung, die durch eine niedrige Zahl an Blutplättchen verursacht sein kann; andere Veränderungen der Blutzellen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue FleckenErhöhte Infektanfälligkeit
  • Stoffwechsel und ErnährungVeränderte Blutchemie mit hohem Cholesterin- und Fettgehalt (Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
  • Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Kaliumgehalt im Blut (Hypokaliämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
  • NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
  • HerzVeränderungen im EKG, der Herzfrequenz oder des Herzrhythmus (laut Fachinformation QT-Verlängerung, Torsade de pointes)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Leber und GalleLeberversagen; laut Fachinformation auch Absterben von Leberzellen (hepatozelluläre Nekrose), Leberentzündung (Hepatitis) und Leberzellschädigung[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen, manchmal schwer ausgeprägt (laut Fachinformation Anaphylaxie), wie Anschwellen der Lippen oder des Gesichts (Angioödem, Gesichtsödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • HautAusgedehnter blasenbildender Hautausschlag und Abschälen der Haut, schwere Hautreaktionen (laut Fachinformation toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, akute generalisierte exanthematische Pustulose, exfoliative Dermatitis)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HautHaarausfall (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HautÜberempfindlichkeitsreaktion mit Hautausschlag, Fieber, geschwollenen Drüsen, vermehrten Eosinophilen (eine Art weißer Blutkörperchen) und Entzündung innerer Organe wie Leber, Lunge, Herz, Nieren und Dickdarm (DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Schwerwiegende allergische Reaktionen sind laut Packungsbeilage selten [1]. Patientinnen und Patienten mit Aids neigen laut Fachinformation bei vielen Arzneimitteln eher zu schweren Hautreaktionen [2]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Ärztin gegenüber und spricht mit ihr
Bild: KI-generiert

Magen und Darm, Kopfschmerzen: Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Die Kapseln können zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon eingenommen werden [1]. Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung erheblich, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Mehr auf der Seite Magenbeschwerden durch Medikamente.

Leber: Achten Sie auf Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen und eine Gelbfärbung der Haut oder des Weißen der Augen; dann beenden Sie die Einnahme sofort und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Treten unter der Behandlung abweichende Leberwerte auf, wird laut Fachinformation engmaschig auf eine schwerere Leberschädigung geachtet [2].

Schwindel und Krampfanfälle: Gelegentlich kann es zu Schwindelgefühl oder Krampfanfällen kommen. Setzen Sie sich dann nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Astemizol, Terfenadin, Cisaprid, Pimozid, Chinidin und Erythromycin dürfen nicht zusammen mit Fluconazol eingenommen werden; in dieser Kombination können sie das QT-Intervall verlängern und schwere Herzrhythmusstörungen auslösen [1, 2]. Bei vielen weiteren Mitteln kann eine Dosisanpassung oder Überwachung nötig sein, damit sie weiterhin wie gewünscht wirken, etwa bei Blutverdünnern wie Warfarin, Statinen wie Simvastatin oder Atorvastatin, bestimmten Diabetes-Tabletten, Mitteln gegen Krampfanfälle, Immunsuppressiva wie Ciclosporin oder Tacrolimus, Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR und der "Pille" [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Fluconazol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Astemizol, Terfenadin, Cisaprid, Pimozid, Chinidin, ErythromycinVerlängerung des QT-Intervalls und schwere Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes); mit Erythromycin laut Fachinformation erhöhtes Risiko eines plötzlichen Herztods[1, 2]Nicht zusammen einnehmen; sofort die Ärztin oder den Arzt informieren
Halofantrin (Malariamittel), Amiodaron (gegen Herzrhythmusstörungen)Risiko für QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen[1, 2]Laut Fachinformation Halofantrin vermeiden, bei Amiodaron Vorsicht, besonders bei hoher Fluconazol-Dosis
Blutverdünner vom Cumarin-Typ (z. B. Warfarin)Längere Blutgerinnungszeit (laut Fachinformation bis zum 2-Fachen) und Blutungen wie Blutergüsse, Nasenbluten, Magen-Darm-Blutungen, Blut im Urin oder Teerstuhl[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; Gerinnungswerte sorgfältig überwachen, Dosis des Blutverdünners gegebenenfalls anpassen
Statine (z. B. Atorvastatin, Simvastatin, Fluvastatin)Höheres Risiko für Muskelerkrankungen (Myopathie) und Muskelzerfall (Rhabdomyolyse)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; auf Muskelbeschwerden achten
Blutzuckersenkende Sulfonylharnstoffe (z. B. Chlorpropamid, Glibenclamid, Glipizid, Tolbutamid)Sie bleiben laut Fachinformation länger im Blut (verlängerte Halbwertszeit)[1, 2]Häufige Blutzuckerkontrollen; Dosis gegebenenfalls verringern
Kurz wirksame Benzodiazepine (z. B. Midazolam, Triazolam)Stärkere und längere Wirkung[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Carbamazepin, Phenytoin (gegen Krampfanfälle)Höhere Blutspiegel; giftige Wirkungen (Toxizität) möglich[1, 2]Blutspiegel überwachen, Dosis gegebenenfalls anpassen
Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus, Tacrolimus (nach Organtransplantation)Höhere Blutspiegel; erhöhte Tacrolimus-Spiegel waren mit Nierenschäden verbunden[1, 2]Dosis nach Spiegel bzw. Wirkung anpassen
Blutdrucksenker wie Nifedipin, Isradipin, Amlodipin, Verapamil, Felodipin und LosartanHöhere Blutspiegel der Calciumkanalblocker möglich; Losartan wird schwächer in seine wirksame Form umgewandelt[1, 2]Auf Nebenwirkungen achten; bei Losartan den Blutdruck überwachen
Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (z. B. Celecoxib, Flurbiprofen, Ibuprofen, Naproxen, Lornoxicam, Meloxicam, Diclofenac)Höhere Blutspiegel der NSAR[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung
RifampicinWeniger Fluconazol im Blut[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; eine Dosisanpassung oder Überwachung kann nötig sein
Methadon, Alfentanil, FentanylHöhere Blutspiegel; bei Fentanyl Gefahr einer Atemdepression[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; Überwachung, Dosis gegebenenfalls anpassen
Weitere Arzneimittel, bei denen eine Dosisanpassung oder Überwachung nötig sein kann: Rifabutin, Abrocitinib, Amitriptylin, Nortriptylin, Amphotericin B, Voriconazol, Olaparib, Cyclophosphamid, Vinca-Alkaloide (z. B. Vincristin, Vinblastin), "Pille", Prednison, Zidovudin, Saquinavir, Theophyllin, Tofacitinib, Tolvaptan, Vitamin A, Ivacaftor, Hydrochlorothiazid, Ibrutinib, LurasidonWirkung oder Nebenwirkungen können sich verändern[1, 2]Ärztin oder Arzt unbedingt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Fluconazol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der Punkte unten auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Andere Candida-Arten als Candida albicans sind laut Fachinformation häufig von Natur aus unempfindlich oder weniger empfindlich gegen Fluconazol; nach einem Therapieversagen kann dann eine andere Behandlung nötig sein [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Fluconazol, andere Arzneimittel gegen Pilzinfektionen (laut Fachinformation verwandte Azole) oder einen der sonstigen Bestandteile; Anzeichen können Juckreiz, Hautrötung und Atemprobleme sein[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Astemizol oder Terfenadin (Allergiemittel); laut Fachinformation ist Terfenadin bei wiederholten Fluconazol-Dosen ab 400 mg am Tag kontraindiziert, bei niedrigeren Dosen ist eine engmaschige Überwachung nötig[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Cisaprid (Magenmittel), Pimozid (gegen psychische Erkrankungen), Chinidin (gegen Herzrhythmusstörungen) oder Erythromycin (Antibiotikum)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Leber- oder Nierenprobleme[1, 2]
  • Herzerkrankung wie Herzrhythmusstörungen; laut Fachinformation ist das Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen bei niedrigem Kaliumspiegel und fortgeschrittener Herzschwäche erhöht[1, 2]
  • Zu hoher oder zu niedriger Gehalt an Kalium, Kalzium oder Magnesium im Blut[1]
  • Schwere Hautreaktionen, auch früher nach Fluconazol: schwerer Hautausschlag, Abschälen der Haut, Blasenbildung oder wunde Stellen im Mund[1, 2]
  • Anzeichen einer Unterfunktion der Nebennieren (zu wenig Cortisol): chronische Erschöpfung, Muskelschwäche, Appetitverlust, Gewichtsverlust, Unterleibsschmerzen[1, 2]
  • Die Pilzinfektion wird nicht besser: Möglicherweise ist eine andere Behandlung nötig, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Kapseln enthalten Lactose[1, 2]
  • Kopfpilz (Tinea capitis) bei Kindern: Laut Fachinformation sollte Fluconazol dabei nicht angewendet werden[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2]. Für Schwangerschaft und Stillzeit unterscheiden die Quellen zwischen einer einmaligen niedrigen Dosis und einer wiederholten oder hoch dosierten Behandlung [1, 2, 3]. Laut Fachinformation kann bei längeren Behandlungen eine Empfängnisverhütung während der Behandlung und 1 Woche danach in Erwägung gezogen werden [2]. In der Schwangerschaft darf Fluconazol laut Fachinformation nur bei eindeutiger Notwendigkeit in Standarddosen und als Kurzzeittherapie angewendet werden; die Einnahme im ersten oder zweiten Drittel kann das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen, niedrige Dosen im ersten Drittel können das Risiko für Fehlbildungen von Herz, Knochen oder Muskeln leicht erhöhen. Diese Angaben gehen auf ein europäisches Bewertungsverfahren zurück, das das BfArM mit Bescheid vom 6. Mai 2024 umgesetzt hat [2, 4]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Sie sollten Fluconazol nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, es vermuten oder schwanger werden möchten, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es Ihnen ausdrücklich gesagt. Werden Sie während der Behandlung oder innerhalb von 1 Woche nach der letzten Dosis schwanger, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Planen Sie eine Schwangerschaft, wird empfohlen, nach einer Einzeldosis eine Woche abzuwarten; bei einer längeren Behandlung sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine geeignete Verhütung während der Behandlung und noch eine Woche nach der letzten Dosis. Die Einnahme im ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittel kann das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen; niedrige Dosen im ersten Drittel können das Risiko leicht erhöhen, dass das Baby mit Fehlbildungen des Herzens, der Knochen und/oder der Muskeln zur Welt kommt. Nach einer Behandlung mit hohen Dosen über drei Monate oder länger gegen Kokzidioidomykose wurde über Fehlbildungen von Schädel, Ohren, Oberschenkel- und Ellbogenknochen berichtet; ein ursächlicher Zusammenhang ist unklar.[1, 4]

Laut Fachinformation sollte die Patientin vor Beginn der Behandlung über das mögliche Risiko für das ungeborene Kind informiert werden. Aus Beobachtungsstudien geht hervor, dass bei einer Behandlung im ersten und/oder zweiten Schwangerschaftsdrittel ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten bestehen könnte; eine große Beobachtungsstudie brachte die Einnahme im ersten Drittel mit einem leicht erhöhten Risiko für Fehlbildungen von Muskeln und Skelett in Verbindung. Fluconazol darf in der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Notwendigkeit in Standarddosen und als Kurzzeittherapie angewendet werden, hohe Dosen oder eine längere Behandlung nur bei potenziell lebensbedrohlichen Infektionen. Die Studien zu Herzfehlbildungen sind uneinheitlich; eine Auswertung von 5 Beobachtungsstudien ergab ein 1,8- bis 2-fach erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen nach Einnahme im ersten Drittel. Fallberichte beschreiben Fehlbildungen bei Kindern von Müttern, die in der Schwangerschaft 3 Monate oder länger hoch dosiertes Fluconazol gegen Kokzidioidomykose erhielten; ein ursächlicher Zusammenhang ist ungewiss. Nach einer Einzeldosis wird eine Pause von 1 Woche bis zum Beginn einer Schwangerschaft empfohlen; bei längeren Behandlungen kann eine Empfängnisverhütung während der gesamten Behandlung und bis 1 Woche nach der letzten Dosis in Erwägung gezogen werden. Diese Angaben gehen auf ein europäisches Bewertungsverfahren zurück, das das BfArM mit Bescheid vom 06.05.2024 umgesetzt hat.[2, 4]

Laut Embryotox zeigte sich in über 50.000 ausgewerteten Schwangerschaften, überwiegend nach einmaliger Einnahme von 150 mg, keine erhöhte Gesamtfehlbildungsrate, in einigen Studien aber ein erhöhtes Risiko für spezielle Fehlbildungen; nach einmaliger Einnahme von 150 mg erscheint ein substanzielles Fehlbildungsrisiko unwahrscheinlich, hoch dosiertes Fluconazol, insbesondere über längere Zeit, kann mit einem erhöhten Fehlbildungsrisiko verbunden sein. Eine längere und höher dosierte Behandlung sollte laut Embryotox nur bei zwingender Notwendigkeit und möglichst nicht im ersten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Bei Pilzinfektionen von Haut oder Schleimhaut ist laut Embryotox eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Nach einer einmaligen Einnahme von 150 mg können Sie weiter stillen; nehmen Sie Fluconazol wiederholt ein, sollten Sie laut Packungsbeilage nicht weiter stillen. Laut Fachinformation geht Fluconazol in die Muttermilch über und erreicht dort ähnliche Konzentrationen wie im Blut; nach wiederholter Anwendung oder hohen Dosen wird vom Stillen abgeraten.[1, 2]

Laut Embryotox ist bei Scheidenpilz eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ist eine Behandlung über den ganzen Körper erforderlich, kann laut Embryotox auch unter Fluconazol gestillt werden, auch bei einer mehrtägigen Behandlung einer nachgewiesenen Candida-Infektion der Brust. Bei gestillten Kindern wurden keine nennenswerten Beschwerden berichtet.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Gelegentlich kann es zu Schwindelgefühl oder Krampfanfällen kommen; treten solche Beschwerden auf, dürfen Sie laut Fachinformation kein Fahrzeug steuern und keine Maschinen bedienen.[1, 2]

Einnahme

Kapseln unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) einnehmen, möglichst jeden Tag zur gleichen Uhrzeit; zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon.[1]

Einnahme vergessen: die Dosis nachholen, sobald Sie daran denken; ist es fast Zeit für die nächste Dosis, die vergessene auslassen. Nicht die doppelte Dosis einnehmen.[1]

Absetzen

Laut Fachinformation sollte eine Behandlung mit wiederholten Gaben so lange fortgesetzt werden, bis Befund oder Laborwerte bestätigen, dass die aktive Pilzinfektion abgeklungen ist; eine zu kurze Behandlung kann zu einem Wiederauftreten führen. Über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[2]

Überdosierung

Zu viele Kapseln auf einmal können zu Unwohlsein führen; setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder der nächsten Notaufnahme in Verbindung. Eine Überdosierung kann dazu führen, dass Sie Dinge hören, sehen, fühlen oder denken, die nicht real sind (Halluzinationen, Verfolgungswahn). Laut Fachinformation senkt eine 3-stündige Hämodialyse die Blutspiegel um etwa 50 %.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für jede Art der Infektion eine empfohlene Dosis und Dauer, für Kinder nach Körpergewicht; die Fachinformation ergänzt Angaben zur eingeschränkten Nierenfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis und Dauer für Sie richtig sind, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Kapseln unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein, zum Beispiel einem Glas Wasser, möglichst jeden Tag zur gleichen Uhrzeit [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie daran denken; ist es fast Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die vergessene aus und nehmen nicht die doppelte Menge [1].

Bei wiederholten Gaben sollte die Behandlung laut Fachinformation fortgesetzt werden, bis Befund oder Laborwerte zeigen, dass die aktive Pilzinfektion abgeklungen ist; eine zu kurze Behandlung kann zu einem Wiederauftreten führen [2]. Haben Sie zu viele Kapseln eingenommen, setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder der nächsten Notaufnahme in Verbindung [1].

Präparate mit Fluconazol

Fluconazol gibt es als Hartkapseln in verschiedenen Stärken, als Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen und als Infusion [2, 3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Fluconazol STADA Hartkapseln [1, 2]. In der Schwangerschaft ist laut Embryotox bei Pilzinfektionen der Haut oder Schleimhaut eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Präparate mit Fluconazol
PräparatAnbieterHinweis
Fluconazol STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Hartkapseln mit 50, 100 oder 150 mg; Grundlage dieser Seite
Fluconazol - 1 A Pharma1 A Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Hartkapseln mit 50, 100, 150 oder 200 mg
Diflucanverschreibungspflichtig
Fungataverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fluconazol STADA 150 mg Hartkapseln (Druckcode 9356170/2402). STADAPHARM GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Fluconazol STADA 100 mg/-150 mg Hartkapseln. STADAPHARM GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Fluconazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Fluconazol: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Änderungen der Produktinformation (PSUSA/00001404/202303), Stellungnahme der CMDh vom 09.11.2023 (EMA/CMDh/488637/2023), vom BfArM mit Bescheid vom 06.05.2024 umgesetzt. Koordinierungsgruppe CMDh, Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA); Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 09.11.2023 und 06.05.2024. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Hilft eine einzige Kapsel Fluconazol gegen Scheidenpilz?

Bei Genitalsoor (einer Pilzinfektion der Scheide oder des Penis) nennt die Packungsbeilage eine einmalige Gabe. Die Angaben finden Sie im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage". Laut Fachinformation ist die lange Halbwertszeit von etwa 30 Stunden die Grundlage für diese Einzeldosis. Bei der Scheidenpilzinfektion ist Fluconazol laut Fachinformation angezeigt, wenn eine örtliche Behandlung nicht geeignet ist. Wird die Infektion nicht besser, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Ist Fluconazol rezeptfrei?

Nein. Fluconazol ist verschreibungspflichtig; das gilt laut Fachinformation auch für die Hartkapseln mit 150 mg, die bei Scheidenpilz eingesetzt werden.

Schadet Fluconazol der Leber?

Ein Anstieg der Leberwerte ist häufig, Leberschädigung mit Gelbsucht gelegentlich und Leberversagen selten. Laut Fachinformation war Fluconazol in seltenen Fällen mit schweren, teils tödlichen Leberschäden verbunden, vor allem bei Menschen mit schweren Grunderkrankungen. In der Regel bildeten sich die Schäden nach dem Absetzen zurück. Bei Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder gelber Haut oder Augen beenden Sie die Einnahme sofort und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Welche Medikamente darf ich nicht mit Fluconazol nehmen?

Nicht zusammen einnehmen dürfen Sie Astemizol, Terfenadin, Cisaprid, Pimozid, Chinidin und Erythromycin, weil schwere Herzrhythmusstörungen drohen. Bei vielen weiteren Mitteln, etwa Blutverdünnern wie Warfarin, Statinen, bestimmten Diabetes-Tabletten, Mitteln gegen Krampfanfälle, Immunsuppressiva, Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR oder der "Pille", kann eine Dosisanpassung oder Überwachung nötig sein. Informieren Sie unbedingt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel.

Darf ich Fluconazol in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage sollten Sie Fluconazol in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es ausdrücklich gesagt hat; laut Fachinformation darf es nur bei eindeutiger Notwendigkeit angewendet werden. Nach einem europäischen Bewertungsverfahren, das das BfArM 2024 umgesetzt hat, kann die Einnahme im ersten oder zweiten Drittel das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen, niedrige Dosen im ersten Drittel können das Risiko für Fehlbildungen von Herz, Knochen oder Muskeln leicht erhöhen. Embryotox hält ein erhebliches Fehlbildungsrisiko nach einer einmaligen Einnahme der bei Scheidenpilz üblichen Einzeldosis für unwahrscheinlich, sieht bei hoch dosierter, insbesondere längerer Behandlung aber ein mögliches erhöhtes Risiko. Bei Pilzinfektionen von Haut oder Schleimhaut ist laut Embryotox eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich nach der Einnahme von Fluconazol stillen?

Nach einer einmaligen Einnahme (Einzeldosis wie bei Genitalsoor) können Sie laut Packungsbeilage weiter stillen; bei wiederholter Einnahme sollten Sie nicht weiter stillen. Embryotox hält Stillen auch unter einer erforderlichen Behandlung über den ganzen Körper für möglich, bevorzugt bei Scheidenpilz aber eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Fluconazol einnehme?

Packungsbeilage und Fachinformation von Fluconazol STADA enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Ob Alkohol während Ihrer Behandlung infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu