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Rivastigmin: Nebenwirkungen und Wirkung

Rivastigmin ist ein verschreibungspflichtiger Cholinesterasehemmer zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz; Kapseln und Lösung zum Einnehmen sind auch bei Demenz mit Parkinson-Krankheit zugelassen. Häufige Nebenwirkungen des Pflasters sind Hautreaktionen an der Klebestelle, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Bei einer der Nebenwirkungen, die schwere Ausmaße annehmen können, nehmen Sie das Pflaster sofort ab und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Ältere Frau und ihre erwachsene Tochter sitzen auf einer Gartenbank und unterhalten sich lächelnd
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Appetitlosigkeit (laut Fachinformation auch verminderter Appetit)[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Aufgeregtheit (Agitiertheit)[1, 2]
  • Häufig: Angst und Depressionen[1, 2]
  • Häufig: Verwirrtheit (laut Fachinformation Delirium)[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Ohnmachtsanfälle (Synkope)[1, 2]
  • Häufig: Harninkontinenz (Blasenschwäche)[1, 2]
  • Häufig: Harnwegsinfektionen[1, 2]
  • Häufig: Magenbeschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen; Durchfall; Sodbrennen (Dyspepsie); Bauchschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag[1, 2]
  • Häufig: Allergische Reaktionen an der Stelle, auf der das Pflaster verwendet wurde, zum Beispiel Blasen oder entzündete Haut; laut Fachinformation Hautreaktionen an der Klebestelle wie Rötung, Juckreiz, Schwellung, Hautentzündung oder Reizung, die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen des Pflasters[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeits- oder Schwächegefühl (Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit)[1, 2]
  • Häufig: Gewichtsabnahme[1, 2]
  • Häufig: Fieber[1, 2]
  • Häufig: Bei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise auch beim Pflaster: vermehrter Speichelfluss, Ruhelosigkeit, allgemeines Unwohlsein, Zittern, vermehrtes Schwitzen[1]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Rivastigmin eingesetzt?

Rivastigmin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer und gehört zu den Parkinson- und Demenzmitteln [1, 2]. Er wird zur Behandlung erwachsener Menschen mit leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz angewendet, einer fortschreitenden Erkrankung des Gehirns, die schrittweise Gedächtnis, geistige Fähigkeiten und Verhalten beeinflusst [1].

Rivastigmin gibt es als transdermales Pflaster, das den Wirkstoff über die Haut abgibt, sowie als Hartkapseln und Lösung zum Einnehmen. Kapseln und Lösung zum Einnehmen können außerdem bei Demenz bei Erwachsenen mit Parkinson-Krankheit verwendet werden; das Pflaster ist nur bei Alzheimer-Demenz zugelassen [2, 3, 4]. Laut Fachinformation beginnt und überwacht eine Ärztin oder ein Arzt mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz die Therapie; sie darf nur begonnen werden, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung steht, die die regelmäßige Anwendung gewährleistet und die Behandlung überwacht [2]. Diese Seite beruht auf der Produktinformation des Pflasters; Angaben zu den Kapseln sind eigens gekennzeichnet.

Wie wirkt Rivastigmin?

Bei der Alzheimer-Krankheit sterben bestimmte Nervenzellen im Gehirn ab. Dadurch sinkt der Spiegel von Acetylcholin, einem Botenstoff, über den Nervenzellen miteinander kommunizieren. Rivastigmin blockiert die beiden Enzyme, die Acetylcholin abbauen: die Acetylcholinesterase und die Butyrylcholinesterase. So steigt der Acetylcholin-Spiegel im Gehirn, und die Beschwerden der Demenz können sich verringern [1].

Aus dem Pflaster wird der Wirkstoff langsam über die Haut aufgenommen. Laut Fachinformation ist die höchste Konzentration im Blut nach 10 bis 16 Stunden erreicht und sinkt danach über den Rest der 24 Stunden langsam ab; im Vergleich zur Einnahme schwanken die Blutspiegel wesentlich weniger. Nach dem Entfernen des Pflasters beträgt die Halbwertszeit rund 3,4 Stunden [2]. Klebt das Pflaster auf Bauch oder Oberschenkel, ist die Wirkstoffmenge im Blut um rund 20 bis 30 % geringer als am oberen Rücken, Brustkorb oder Oberarm [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage des Pflasters mit Häufigkeit angibt, einschließlich der dort genannten Nebenwirkungen, die bei Kapseln beobachtet wurden und möglicherweise auch beim Pflaster auftreten. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Nebenwirkungen können am ehesten zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung auftreten; in den meisten Fällen verschwinden sie allmählich wieder, wenn sich der Körper an das Arzneimittel gewöhnt hat [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Kapseln: Für Exelon Hartkapseln nennt die eigene Packungsbeilage Schwindel, Appetitverlust sowie Magenbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall als sehr häufige Nebenwirkungen, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten. Bei Menschen mit Demenz und Parkinson-Krankheit kommen einige Nebenwirkungen häufiger vor; sehr häufig sind dort Zittern und Hinfallen [3]. Laut Fachinformation des Pflasters sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall von der Dosis abhängig und treten bei Frauen häufiger auf [2]. Mehr dazu auf den Seiten Übelkeit und Appetitlosigkeit.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Verletzungen und VergiftungenStürze[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenBei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise auch beim Pflaster: Krampfanfälle, Darmgeschwür, Brustschmerzen (können durch Herzmuskelkrämpfe verursacht werden)[1]Mehr dazu: KrampfanfälleMagen-Darm-Blutungen und Geschwüre

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilage des Pflasters fordert bei jeder der aufgeführten Nebenwirkungen, die schwere Ausmaße annehmen können, dazu auf, das Pflaster sofort abzunehmen und die Ärztin oder den Arzt zu informieren [1]. Laut Fachinformation kann Rivastigmin den Herzschlag verlangsamen; das ist ein Risikofaktor für die Herzrhythmusstörung Torsade de Pointes, vor allem bei weiteren Risikofaktoren. Mehr dazu auf der Seite QT-Verlängerung [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ältere Frau sitzt am Fenster und trinkt ein Glas Wasser, im Hintergrund ein heller Wohnraum
Bild: KI-generiert

Hautreaktionen: Kleben Sie das Pflaster nur auf saubere, trockene, unbehaarte und unverletzte Haut ohne Puder, Öl oder Creme und wechseln Sie täglich die Stelle; dieselbe Stelle soll nur einmal alle 14 Tage ein Pflaster tragen [1]. Laut Fachinformation verlaufen Reaktionen an der Klebestelle üblicherweise mild oder mäßig und sind für sich allein noch kein Zeichen einer Sensibilisierung. Dehnt sich eine Reaktion aber über die Pflastergröße hinaus aus, ist sie stark ausgeprägt und bessert sie sich nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem Abnehmen deutlich, kommt eine allergische Kontaktdermatitis in Betracht; dann soll die Behandlung abgebrochen werden [2].

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall: Halten Erbrechen oder Durchfall zu lange an, können Sie zu viel Flüssigkeit verlieren; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Laut Fachinformation wird die Behandlung bei Magen-Darm-Nebenwirkungen bis zum Abklingen unterbrochen, und eine Austrocknung kann schwere Folgen haben [2]. Die Kapseln werden mit einer Mahlzeit eingenommen [3].

Gewicht: Unter Cholinesterasehemmern verlieren Menschen mit Alzheimer-Demenz möglicherweise an Gewicht; laut Fachinformation sollte das Gewicht deshalb überwacht werden [2]. Wenn Nebenwirkungen Sie oder Ihre Angehörigen beunruhigen, sprechen Sie mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Zusammen mit Betablockern kann sich der Herzschlag verlangsamen, was zu Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit führen kann; zusammen mit Metoclopramid können steife Gliedmaßen und zitternde Hände auftreten [1]. Vor einer Operation sagen Sie Bescheid, dass Sie Rivastigmin anwenden, weil es die Wirkung bestimmter muskelentspannender Mittel während der Narkose verstärken kann [1, 2]. Hinweise zur Planung gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Rivastigmin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Anticholinergika, etwa Mittel gegen Magenkrämpfe (z. B. Dicyclomin), gegen die Parkinson-Krankheit (z. B. Amantadin) oder zur Vorbeugung von Reisekrankheit (z. B. Diphenhydramin, Scopolamin, Meclizin)Wechselwirkungen möglich; laut Fachinformation kann ein Einfluss auf die Wirkung von Anticholinergika nicht ausgeschlossen werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Metoclopramid (gegen Übelkeit und Erbrechen)Probleme wie steife Gliedmaßen und zitternde Hände[1]Nicht gleichzeitig anwenden
Betablocker (z. B. Atenolol) und andere Mittel, die den Herzschlag verlangsamen (laut Fachinformation z. B. bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Calciumkanalblocker, Digitalis, Pilocarpin)Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), der zu Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit führen kann[1, 2]Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Arzneimittel, die den Herzrhythmus oder die Erregungsleitung beeinflussen (QT-Verlängerung), laut Fachinformation z. B. bestimmte Antipsychotika wie Amisulprid, Haloperidol oder Sulpirid, außerdem Citalopram, Erythromycin als Infusion, Methadon oder MoxifloxacinGefahr von Herzrhythmusstörungen (Torsade de Pointes)[1, 2]Vorsicht; laut Fachinformation kann eine EKG-Überwachung erforderlich sein
Muskelentspannende Mittel bei einer Narkose (laut Fachinformation vom Succinylcholin-Typ)Ihre Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Vor einer Operation die Ärztin oder den Arzt bzw. die Narkoseärztin oder den Narkosearzt informieren
Andere Cholinomimetika (Arzneimittel mit ähnlicher Wirkung)Laut Fachinformation sich addierende Wirkungen möglich[2, 3]Laut Fachinformation nicht zusammen anwenden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Rivastigmin nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie während der Behandlung eventuell besonders sorgfältig überwachen [1]. Laut Fachinformation können Menschen, die durch das Pflaster gegen Rivastigmin sensibilisiert sind, unter Umständen Rivastigmin in keiner Darreichungsform mehr anwenden; eine Umstellung auf eine Behandlung zum Einnehmen sollte nur nach einem negativen Allergietest und unter enger ärztlicher Überwachung erfolgen [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Rivastigmin, gegen ähnliche Arzneimittel (Carbamat-Derivate) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Frühere Hautreaktionen auf ein Rivastigmin-Pflaster, die sich über die Pflastergröße hinaus ausgedehnt haben, mit starker örtlicher Reaktion (Blasenbildung, zunehmende Hautentzündung, Schwellung) und ohne Besserung innerhalb von 48 Stunden nach dem Entfernen (laut Fachinformation Hinweis auf eine allergische Kontaktdermatitis)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Herzerkrankungen wie ein unregelmäßiger oder langsamer Herzschlag, eine QTc-Verlängerung (auch in der Familie), Torsade de Pointes oder ein niedriger Kalium- oder Magnesiumspiegel; laut Fachinformation kann eine EKG-Überwachung erforderlich sein, besondere Vorsicht auch bei Sick-Sinus-Syndrom und Störungen der Erregungsleitung[1, 2]
  • Aktives Magengeschwür, auch früher; laut Fachinformation kann Rivastigmin die Bildung von Magensäure erhöhen[1, 2]
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Krampfanfälle, auch früher[1, 2]
  • Asthma oder eine schwere Atemwegserkrankung, auch früher[1, 2]
  • Krankhaftes Zittern; laut Fachinformation kann Rivastigmin Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) verschlimmern oder auslösen[1, 2]
  • Sehr niedriges Körpergewicht: laut Fachinformation können unter 50 kg verstärkt Nebenwirkungen auftreten, und ein Abbruch der Behandlung wegen Nebenwirkungen ist wahrscheinlicher[1, 2]
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall: Bei anhaltendem Erbrechen oder Durchfall können Sie zu viel Flüssigkeit verlieren; laut Fachinformation treten diese Beschwerden häufiger bei Frauen auf[1, 2]
  • Eingeschränkte Leberfunktion: laut Fachinformation mehr dosisabhängige Nebenwirkungen möglich; schwere Leberfunktionsstörungen wurden nicht untersucht[1, 2]
  • Gewicht: Unter Cholinesterasehemmern verlieren Menschen mit Alzheimer-Demenz möglicherweise an Gewicht; das Gewicht sollte laut Fachinformation überwacht werden[2]
  • Kinder und Jugendliche: kein relevanter Nutzen im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation des Pflasters zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Laut Fachinformation kann schon die Alzheimer-Krankheit selbst die Fahrtüchtigkeit allmählich beeinträchtigen [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Schwangerschaft

Exelon sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist unbedingt notwendig; die Vorteile müssen sorgfältig gegen mögliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind abgewogen werden. Laut Fachinformation liegen keine klinischen Daten zu Schwangeren vor; bei trächtigen Tieren gelangten Rivastigmin bzw. seine Abbauprodukte über die Plazenta.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Behandlung dürfen Sie nicht stillen. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Rivastigmin beim Menschen in die Muttermilch übergeht; bei Tieren wird es mit der Milch ausgeschieden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Laut Packungsbeilage kann das Pflaster zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol angewendet werden.[1]

Autofahren und Maschinen

Ob Ihre Erkrankung die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen zulässt, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Das Pflaster kann Ohnmachtsanfälle und schwere Verwirrtheit verursachen. Fühlen Sie sich schwach oder verwirrt, fahren Sie nicht Auto, bedienen Sie keine Maschinen und tun Sie nichts, wofür man konzentrierte Aufmerksamkeit braucht. Laut Fachinformation sollte die Fahrtüchtigkeit regelmäßig ärztlich überprüft werden.[1, 2]

Einnahme

Jeden Tag ein frisches Pflaster aufkleben, möglichst zur gleichen Tageszeit, und vorher das Pflaster vom Vortag abnehmen; immer nur ein Pflaster tragen und nicht zerschneiden. Auf saubere, trockene, unbehaarte, unverletzte Haut am Oberarm, oberen Brustkorb (nicht direkt auf die Brust) oder oberen bzw. unteren Rücken kleben und mindestens 30 Sekunden mit der Handfläche andrücken; dieselbe Stelle nur einmal alle 14 Tage verwenden. Laut Fachinformation nicht auf Oberschenkel oder Bauch kleben, weil dort weniger Wirkstoff aufgenommen wird.[1, 2]

Baden, Schwimmen oder Duschen schaden dem Pflaster normalerweise nicht; das Pflaster nicht längere Zeit Wärmequellen wie starker Sonne, Sauna oder Solarium aussetzen. Löst sich ein Pflaster, für den Rest des Tages ein neues aufkleben und am nächsten Tag wie gewohnt wechseln. Nach dem Abnehmen die Hände mit Wasser und Seife waschen.[1, 2]

Pflaster vergessen: sofort nachholen und das nächste Pflaster am nächsten Tag zur gewohnten Zeit aufkleben; nie zwei Pflaster auf einmal tragen. Nach einer Unterbrechung von mehr als drei Tagen vor dem nächsten Pflaster mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.[1]

Absetzen

Wenn Sie die Pflaster nicht mehr verwenden, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation wird der Nutzen regelmäßig überprüft; ist keine Wirkung mehr nachweisbar, sollte ein Abbruch erwogen werden. Bei Magen-Darm-Nebenwirkungen wird die Behandlung bis zum Abklingen unterbrochen.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie versehentlich mehrere Pflaster gleichzeitig aufgeklebt, nehmen Sie alle ab und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; möglicherweise brauchen Sie ärztliche Hilfe. Bei manchen Menschen, die versehentlich zu viel Rivastigmin angewendet hatten, traten Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, erhöhter Blutdruck und Halluzinationen auf; auch ein verlangsamter Herzschlag und Ohnmachtsanfälle können vorkommen. Laut Fachinformation führten Anwendungsfehler, vor allem das Nicht-Entfernen des alten Pflasters und mehrere Pflaster gleichzeitig, zu schweren Nebenwirkungen, teils mit Krankenhausaufenthalt und in seltenen Fällen mit Todesfällen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage des Pflasters nennt eine Anfangsdosis und eine übliche Tagesdosis, über deren Erhöhung die Ärztin oder der Arzt entscheidet; die Fachinformation ergänzt Zeitpunkte und Grenzen, die Packungsbeilage der Kapseln die höchste Dosis [1, 2, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung [1].

Anwendung und Absetzen

Wenden Sie das Pflaster immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an: Nehmen Sie das Pflaster vom Vortag ab, bevor Sie ein neues aufkleben, tragen Sie immer nur ein Pflaster, schneiden Sie es nicht in Stücke und drücken Sie es mindestens 30 Sekunden mit der Handfläche an [1]. Laut Fachinformation betrafen die häufigsten Anwendungsfehler das Nicht-Entfernen des alten Pflasters und das gleichzeitige Tragen mehrerer Pflaster [2]. Als Gedächtnisstütze kann man laut Packungsbeilage den Wochentag mit einem feinen Kugelschreiber auf das Pflaster schreiben [1].

Haben Sie die Anwendung länger als drei Tage unterbrochen, sprechen Sie vor dem nächsten Pflaster mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, denn dann beginnt die Behandlung wieder mit der Anfangsdosis [1]. Wenn Sie aufhören, die Pflaster zu verwenden, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Gebrauchte Pflaster werden mit der Klebeseite nach innen gefaltet, in den Beutel gesteckt und so entsorgt, dass Kinder sie nicht erreichen [1]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Rivastigmin

Rivastigmin gibt es als transdermales Pflaster von mehreren Herstellern sowie als Hartkapseln und Lösung zum Einnehmen. Grundlage dieser Seite ist die Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur für Exelon [1, 2]. Für die Kapseln gilt eine eigene Packungsbeilage [3].

Präparate mit Rivastigmin
PräparatAnbieterHinweis
ExelonNovartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)Hartkapseln, Lösung zum Einnehmen und transdermales Pflaster mit 4,6, 9,5 oder 13,3 mg/24 Stunden; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Rivastigmin AbZAbZ-Pharma GmbHtransdermales Pflaster; verschreibungspflichtig
Rivastigmin-ratiopharmratiopharm GmbHtransdermales Pflaster mit 4,6, 9,5 oder 13,3 mg/24 Stunden; verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Exelon 4,6 mg/9,5 mg/13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Exelon transdermales Pflaster, und Anhang II. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Exelon 1,5 mg/3,0 mg/4,5 mg/6,0 mg Hartkapseln. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  4. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Exelon Hartkapseln. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat das Rivastigmin-Pflaster am häufigsten?

Laut Fachinformation sind Hautreaktionen an der Klebestelle, üblicherweise eine gering- bis mittelgradige Rötung, die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen des Pflasters; danach folgen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen. Beide gehören laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten.

Was tun, wenn die Haut unter dem Pflaster rot wird?

Kleben Sie das Pflaster nur auf saubere, unverletzte Haut, jeden Tag auf eine andere Stelle, und verwenden Sie dieselbe Stelle nur einmal alle 14 Tage. Dehnt sich eine Hautreaktion über die Pflastergröße hinaus aus, ist sie stark ausgeprägt (etwa mit Blasen, zunehmender Entzündung oder Schwellung) und bessert sie sich nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem Abnehmen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und kleben Sie kein neues Pflaster auf.

Was passiert, wenn man zwei Rivastigmin-Pflaster gleichzeitig trägt?

Mehrere Pflaster können eine zu große Menge des Wirkstoffs freisetzen. Laut Fachinformation führten solche Anwendungsfehler zu schweren Nebenwirkungen, teils mit Krankenhausaufenthalt und in seltenen Fällen mit Todesfällen. Haben Sie versehentlich mehrere Pflaster aufgeklebt, nehmen Sie alle ab und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf man mit dem Rivastigmin-Pflaster duschen oder in die Sauna?

Baden, Schwimmen und Duschen schaden dem Pflaster normalerweise nicht; achten Sie aber darauf, dass es sich nicht löst. Setzen Sie das Pflaster nicht längere Zeit Wärmequellen wie starker Sonne, Sauna oder Solarium aus. Löst es sich, kleben Sie für den Rest des Tages ein neues auf.

Darf ich mit Rivastigmin Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage kann das Pflaster zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol angewendet werden. Ob Alkohol bei Ihrer Erkrankung und mit Ihren übrigen Medikamenten infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Macht Rivastigmin dünn oder appetitlos?

Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme gehören zu den häufigen Nebenwirkungen des Pflasters; bei den Kapseln ist Appetitverlust sehr häufig. Laut Fachinformation sollte das Gewicht während der Behandlung überwacht werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie oder Ihre Angehörigen einen Gewichtsverlust bemerken.

Wie hoch ist die Dosis beim Rivastigmin-Pflaster?

Die Behandlung beginnt normalerweise mit einem niedrig dosierten Pflaster; über eine Erhöhung entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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