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Restless Legs durch Medikamente

Unruhige Beine mit Bewegungsdrang (Restless-Legs-Syndrom) können laut IQWiG während der Einnahme bestimmter Medikamente auftreten, etwa mancher Betablocker oder Antidepressiva. Die Produktinformationen nennen sie zum Beispiel bei Mirtazapin, Duloxetin, Paroxetin, Olanzapin, Quetiapin, Amisulprid, Melatonin und Enzalutamid. Bei Mitteln gegen Restless Legs wie Pramipexol, Ropinirol oder Levodopa können sich die Beschwerden unter der Behandlung verstärken (Augmentation). Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie die Beschwerden in der Praxis an.

Frau mit dunkelbraunem Haar sitzt abends auf der Bettkante und massiert ihre Wade im warmen Licht einer Nachttischlampe
Bild: KI-generiert

Unruhige Beine können eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS, "unruhige Beine") spüren Betroffene laut IQWiG ein unangenehmes Gefühl in den Beinen, etwa Kribbeln, Ziehen oder Spannung tief in den Waden, und einen Drang, die Beine zu bewegen; die Beschwerden treten vor allem abends und in Ruhe auf [1]. Das RLS kann laut IQWiG auch während der Einnahme bestimmter Medikamente auftreten, etwa mancher Betablocker oder Antidepressiva [1]. Die Produktinformationen weiterer Wirkstoffe nennen es ebenfalls, und bei Mitteln gegen Restless Legs können sich die Beschwerden unter der Behandlung verstärken [11, 18].

Welche Medikamente Restless Legs auslösen können

Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeitsangabe gilt nur für ihren Wirkstoff.

  • Antidepressiva: Laut IQWiG kann ein RLS während der Einnahme mancher Antidepressiva auftreten [1]. In den Packungsbeilagen von Mirtazapin und Duloxetin sind unruhige Beine bzw. das Syndrom der unruhigen Beine als gelegentlich eingestuft (bis zu 1 von 100 Behandelten) [4, 5]. Bei Paroxetin ist ein unbeherrschbarer Drang, die Beine zu bewegen, als selten eingestuft (bis zu 1 von 1.000 Behandelten) [6].
  • Antipsychotika: Bei Olanzapin und Quetiapin ist das RLS in der Packungsbeilage als gelegentlich eingestuft [7, 8]. Für Amisulprid beschreibt die Packungsbeilage es als Unbehagen in den Beinen, das vorübergehend durch Bewegung gelindert wird und sich am Ende des Tages wieder verschlimmert; die Häufigkeit ist laut Fachinformation nicht bekannt [9, 10].
  • Schlafmittel Melatonin: Die Packungsbeilage von Melatonin nennt das RLS als selten und beschreibt es als Gefühlsstörungen und Bewegungsdrang in den Beinen, häufig einhergehend mit unwillkürlichen Bewegungen [17].
  • Krebsmedikament Enzalutamid: Bei Enzalutamid, einem Mittel gegen Prostatakrebs, nennt die Packungsbeilage Beschwerden eines RLS als häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten): einen unkontrollierten Drang, einen Teil des Körpers zu bewegen, für gewöhnlich das Bein [18].
  • Domperidon: Für das Mittel gegen Übelkeit Domperidon nennt die Packungsbeilage eine Verschlechterung eines RLS bei Menschen mit Parkinson-Krankheit; die Häufigkeit ist nicht bekannt [16].

Verschlechterung unter Mitteln gegen Restless Legs (Augmentation): Pramipexol und Ropinirol sind Dopaminagonisten, die die Wirkung des Botenstoffs Dopamin im Gehirn nachahmen; sie werden auch gegen das RLS eingesetzt [2, 11]. Unter ihnen können sich die Beschwerden verschlechtern. In der Packungsbeilage von Pramipexol ist diese Augmentation bei Restless Legs als sehr häufig eingestuft (mehr als 1 von 10 Behandelten), in der von Ropinirol als häufig [11, 13]. Bei Levodopa/Benserazid kann sie laut Packungsbeilage bei längerer Behandlungsdauer und/oder hoher Dosierung auftreten; laut Fachinformation ist sie die häufigste Nebenwirkung einer dopaminergen Langzeitbehandlung [14, 15]. Mehr zur Gruppe: Parkinson- und Demenzmittel.

Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief auf dieser Website, deren Produktinformation Restless Legs oder deren Verschlechterung nennt:

Unruhige Beine (Restless Legs) als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
PramipexolSehr häufigBei Restless-Legs-Syndrom: Die Beschwerden treten früher ein als sonst, sind intensiver oder betreffen andere Gliedmaßen (Augmentation)
EnzalutamidHäufigBeschwerden eines Restless-Legs-Syndroms: unkontrollierbarer Drang, einen Körperteil zu bewegen, meist das Bein
RopinirolHäufigBeim Restless-Legs-Syndrom: Verschlechterung der Beschwerden, sie können früher am Tag auftreten als sonst, intensiver sein, zuvor nicht betroffene Gliedmaßen wie die Arme betreffen oder am frühen Morgen wiederkehren…
AgomelatinGelegentlichRestless-Legs-Syndrom, ein unkontrollierbarer Bewegungsdrang in den Beinen
AripiprazolGelegentlichNicht kontrollierbare Bewegungen von Mund, Zunge und Gliedmaßen (tardive Dyskinesie), eine Muskelerkrankung mit windenden Bewegungen (Dystonie), unruhige Beine
DuloxetinGelegentlichSyndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom)
MirtazapinGelegentlichUnruhige Beine (Restless Legs)
OlanzapinGelegentlichUnruhige Beine (Restless-Legs-Syndrom)
QuetiapinGelegentlichUnangenehme Empfindungen in den Beinen (Restless-Legs-Syndrom)
MelatoninSeltenUnruhige Beine (Restless-Legs-Syndrom)
ParoxetinSeltenUnbeherrschbarer Drang, die Beine zu bewegen (Restless-Legs-Syndrom)
AmisulpridNicht bekanntRestless-Legs-Syndrom: Unbehagen in den Beinen, das vorübergehend durch Bewegung gelindert wird und sich am Ende des Tages wieder verschlimmert
ClozapinNicht bekanntUnwiderstehlicher Drang, die Beine oder Arme zu bewegen, meist mit einem unangenehmen Gefühl in den Beinen, besonders abends oder nachts, zeitweise gebessert durch Bewegung (Restless-Leg-Syndrom)
DomperidonNicht bekanntVerschlechterung eines Restless-Legs-Syndroms bei Menschen mit Parkinson-Krankheit
Levodopa/BenserazidNicht bekanntBeim Syndrom der unruhigen Beine: stärkere Beschwerden oder Beginn schon am Nachmittag oder frühen Abend (Augmentation) bei längerer Behandlung und/oder hoher Dosierung

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (15 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Restless Legs durch ein Medikament erkennen

Typisch sind laut IQWiG ein Bewegungsdrang und ein unangenehmes Gefühl in den Beinen, die sich in Ruhe zeigen oder verstärken, nachlassen, sobald und solange man sich bewegt, im Laufe des Tages zunehmen oder nur abends und nachts auftreten [1]. Betroffene beschreiben das Gefühl zum Beispiel als Ziehen, Kribbeln, Jucken, Schmerzen, Pochen oder Hitzegefühl; selten sind auch die Oberschenkel, die Arme oder die Brust betroffen [1]. Im Schlaf bewegen manche Menschen die Beine ungewollt; sie schlafen dadurch schlechter und sind tagsüber möglicherweise erschöpft, gereizt und unkonzentriert [1]. Mehr dazu: Schlafstörungen durch Medikamente und Medikamente, die müde machen.

Ob ein Medikament dahintersteckt, klärt die Ärztin oder der Arzt. Bei der Abklärung fragt sie oder er laut IQWiG, ob andere Erkrankungen vorliegen und welche Medikamente Sie einnehmen; außerdem werden im Blut die Eisen-, Nieren- und Schilddrüsenwerte bestimmt [1]. Nennen Sie dabei alle Mittel, auch rezeptfreie. Ob Ihr Medikament das RLS als Nebenwirkung nennt, lesen Sie in Abschnitt 4 der Packungsbeilage nach [4, 8].

Wer bereits wegen eines RLS behandelt wird, sollte auf Zeichen einer Augmentation achten. Laut Packungsbeilage von Pramipexol treten die Beschwerden dann abends früher ein als üblich oder sogar schon am Nachmittag, sind intensiver oder breiten sich auf größere Bereiche oder andere Gliedmaßen aus; informieren Sie dann Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [11]. Die Packungsbeilage von Ropinirol nennt zusätzlich ein Wiederauftreten der Beschwerden am frühen Morgen [13]. Laut Fachinformation von Levodopa/Benserazid verschiebt sich der Beginn der Beschwerden dabei vom Abend oder von der Nacht in den frühen Nachmittag oder Abend, also vor die nächste abendliche Einnahme [15].

Nicht jeder Bewegungsdrang ist ein RLS. Die Packungsbeilage von Duloxetin nennt neben dem Syndrom der unruhigen Beine zum Beispiel getrennt Empfindungen innerer Unruhe oder das Unvermögen, still zu sitzen bzw. still zu stehen [5]. Mehr dazu auf der Seite Unruhe und Angst durch Medikamente; Kribbeln und Taubheitsgefühle ohne Bewegungsdrang behandelt die Seite Kribbeln, Taubheit und Polyneuropathie.

Warum Medikamente Restless Legs auslösen können

Die Ursachen des RLS sind laut IQWiG nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen vor allem eine genetische Veranlagung und Veränderungen im Nervensystem eine Rolle [1]. Häufig ist bei Betroffenen der Eisenstoffwechsel im zentralen Nervensystem gestört, sodass im Gehirn nicht ausreichend Eisen verfügbar ist, obwohl im Blut oft kein Eisenmangel festgestellt werden kann [1]. Eine weitere bekannte Ursache ist laut IQWiG ein unausgewogener Haushalt des Botenstoffs Dopamin, der unter anderem für Bewegungen wichtig ist [1].

Für die Augmentation unter Mitteln gegen Restless Legs nennen die Quellen Dosis und Behandlungsdauer: Laut Fachinformation von Pramipexol kann das Risiko einer Augmentation mit höherer Dosis steigen [12]. Laut IQWiG passiert das vor allem, wenn die Medikamente zu hoch dosiert werden [1]. Bei Levodopa/Benserazid nennt die Packungsbeilage eine längere Behandlungsdauer und/oder hohe Dosierung [14]. Levodopa eignet sich laut IQWiG nicht, um ein RLS dauerhaft zu behandeln, weil die Beschwerden dadurch häufig plötzlich stärker werden, sich auf weitere Körperteile ausbreiten oder früher beginnen [2]. Medikamente gegen das RLS werden laut IQWiG grundsätzlich so spät und so niedrig dosiert wie möglich verschrieben [2].

Was Sie tun können

Mann um die sechzig mit grauem Bart geht abends langsam durch ein ruhiges, warm beleuchtetes Wohnzimmer
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Das gilt auch für Mittel gegen Restless Legs: Wird Ropinirol abrupt beendet, können sich die Beschwerden laut Packungsbeilage schnell erheblich verschlechtern [13]. Muss Pramipexol abgesetzt werden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis laut Packungsbeilage schrittweise, um das Risiko einer Verschlechterung der Beschwerden zu senken [11]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Verstärkt ein Medikament die Beschwerden, kann die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG möglicherweise ein anderes Medikament verschreiben [1]. Kommt es während der Behandlung mit Dopaminagonisten zu einer Augmentation, kann sie oder er laut IQWiG die Dosis senken oder ein anderes Medikament verschreiben [2]. Laut Packungsbeilage von Pramipexol wird die Ärztin oder der Arzt dann möglicherweise die Dosis verringern oder die Behandlung beenden [11]. Besteht eine andere Erkrankung, die zu Restless Legs beitragen kann, ist es laut IQWiG wichtig, zunächst diese zu behandeln [1].

Was Betroffenen guttun kann. Einige Menschen mit RLS berichten laut IQWiG, dass ihnen Hausmittel guttun, etwa die Beine zu massieren, zu bürsten oder abzuduschen, warme Fußbäder, Wickel oder Umschläge, außerdem Dehnen, Gymnastik oder Entspannungsübungen [1]. Vor dem Schlafengehen kann es laut IQWiG helfen, auf Genussmittel wie Kaffee, Nikotin oder Alkohol zu verzichten, am Abend zur Ruhe zu kommen und auf eine ruhige, reizarme Schlafumgebung zu achten [1]. Bevor Sie ein Mittel gegen die Beschwerden einnehmen, auch ein rezeptfreies, fragen Sie in der Arztpraxis oder Apotheke nach.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Zur Vorbereitung auf den Termin helfen die Fragen für das Arztgespräch.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Nach abruptem Absetzen eines Dopaminagonisten: Wird Ropinirol abrupt abgesetzt, kann sich laut Packungsbeilage ein malignes neuroleptisches Syndrom entwickeln, das ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen kann; zu den Symptomen zählen Bewegungslosigkeit, steife Muskeln, Fieber, instabiler Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz, Verwirrtheit und ein verminderter Bewusstseinszustand, zum Beispiel ein Koma [13]. Auch bei Quetiapin sollen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt unverzüglich informieren, wenn eine Kombination aus Fieber, starker Muskelsteifheit, Schwitzen oder eingetrübtem Bewusstsein auftritt; eine sofortige medizinische Behandlung kann erforderlich sein [8].

Plötzliches Einschlafen: Pramipexol wird laut Packungsbeilage mit Schläfrigkeit und plötzlichen Einschlafattacken in Verbindung gebracht [11]. Treten solche Nebenwirkungen auf, dürfen Sie laut Packungsbeilage kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [11]. Unter Ropinirol ist bei Restless Legs ein sehr plötzliches Einschlafen ohne vorheriges Müdigkeitsgefühl als sehr selten eingestuft [13]. Mehr dazu: Medikamente und Autofahren.

Ungewöhnliches Verhalten: Informieren Sie laut Packungsbeilage von Pramipexol Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Angehörigen bemerken, dass Sie einem Drang oder Verlangen nicht widerstehen können, Dinge zu tun, die Ihnen oder anderen schaden können, zum Beispiel Spielsucht, Essattacken, übermäßiges Geldausgeben oder ein übersteigerter Sexualtrieb [11]. Laut IQWiG können Dopaminagonisten in höherer Dosis selten solches impulsives und zwanghaftes Verhalten auslösen [2].

Notruf 112: Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung und akute und anhaltende Krampfanfälle sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [19].

Andere Ursachen

Nicht jedes RLS unter einem Medikament kommt vom Medikament. Laut IQWiG sind Schätzungen zufolge etwa 3 bis 10 Prozent der Menschen in Europa und Nordamerika betroffen; Frauen etwa doppelt so oft wie Männer, und mit zunehmendem Alter wird es häufiger [1]. Mehr dazu auf der Seite Restless-Legs-Syndrom.

  • Schwangerschaft: Das RLS kann laut IQWiG während einer Schwangerschaft auftreten; bei Schwangeren gehen die Beschwerden nach der Geburt meist von selbst weg [1].
  • Eisen: Häufig ist im Gehirn nicht ausreichend Eisen verfügbar [1]. Mehr dazu: Eisenmangel.
  • Andere Erkrankungen: Laut IQWiG kann das RLS bei Krankheiten wie einer chronischen Nierenschwäche, Migräne, Parkinson, Multipler Sklerose oder einem Reizdarmsyndrom vorkommen [1]. Steckt eine andere Erkrankung dahinter, verschwinden die Beschwerden, wenn diese erfolgreich behandelt wird [1].
  • Ohne erkennbare Ursache: Lässt sich die Ursache eines RLS nicht klären, verschwindet es laut gesund.bund.de in der Regel nicht von allein; verschiedene Behandlungen können die Beschwerden aber lindern [3].

Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; die ersten Untersuchungen sind laut IQWiG meist in der Hausarztpraxis möglich [1].

Quellen

  1. Restless-Legs-Syndrom. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 25.09.2024. abgerufen am 12.10.2026
  2. Behandlungen bei einem Restless-Legs-Syndrom. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 25.09.2024. abgerufen am 12.10.2026
  3. Behörde Restless-Legs-Syndrom. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 13.11.2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mirtazapin-ratiopharm® 15 mg/30 mg/45 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Duloxetin-ratiopharm® 30 mg, 60 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paroxetin STADA® 20 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Olanzapin-ratiopharm® Tabletten (2,5 mg bis 20 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 12.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm® 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Solian 200 mg Tabletten (Amisulprid). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Solian 100 mg/200 mg Tabletten, Solian 400 mg Filmtabletten (Amisulprid). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pramipexol-ratiopharm® 0,18 mg/0,35 mg/0,7 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Pramipexol-ratiopharm® Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ropinirol-ratiopharm® 1 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levodopa/Benserazid-ratiopharm® 100 mg/25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 12.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Levodopa/Benserazid-ratiopharm® 100 mg/25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2023. abgerufen am 12.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Domperidon-ratiopharm® 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Melatonin-ratiopharm® 2 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
  18. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xtandi (Enzalutamid), Anhang III B: Packungsbeilage. Astellas Pharma Europe B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  19. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Restless Legs auslösen?

Laut IQWiG kann ein Restless-Legs-Syndrom während der Einnahme bestimmter Medikamente auftreten, etwa mancher Betablocker oder Antidepressiva. Die Produktinformationen nennen es zum Beispiel bei den Antidepressiva Mirtazapin, Duloxetin und Paroxetin, bei Olanzapin, Quetiapin und Amisulprid, beim Schlafmittel Melatonin und bei Enzalutamid. Welche Wirkstoffe mit Steckbrief auf dieser Website Restless Legs nennen, zeigt die Tabelle im Abschnitt "Welche Medikamente Restless Legs auslösen können".

Was ist eine Augmentation?

So nennen Fachleute eine Verschlechterung der Beschwerden während der Behandlung eines Restless-Legs-Syndroms mit Dopaminagonisten oder Levodopa. Laut Packungsbeilage von Pramipexol beginnen die Beschwerden dann früher am Abend oder schon am Nachmittag, werden stärker oder breiten sich auf andere Gliedmaßen aus. Laut IQWiG passiert das vor allem, wenn die Medikamente zu hoch dosiert werden; die Ärztin oder der Arzt kann dann die Dosis senken oder ein anderes Medikament verschreiben.

Können Antidepressiva unruhige Beine verursachen?

Ja, das ist möglich. Laut IQWiG kann ein Restless-Legs-Syndrom während der Einnahme mancher Antidepressiva auftreten. In den Packungsbeilagen ist es bei Mirtazapin und Duloxetin als gelegentlich eingestuft (bis zu 1 von 100 Behandelten), bei Paroxetin als selten. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Darf ich mein Mittel gegen Restless Legs einfach absetzen?

Nein. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Wird Ropinirol abrupt beendet, können sich die Beschwerden laut Packungsbeilage schnell erheblich verschlechtern; außerdem kann sich ein malignes neuroleptisches Syndrom entwickeln, ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Muss Pramipexol abgesetzt werden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis laut Packungsbeilage schrittweise.

Darf ich Auto fahren, wenn ich Pramipexol oder Ropinirol nehme?

Pramipexol und Ropinirol können laut Packungsbeilage Schläfrigkeit und plötzliches Einschlafen auslösen. Wenn das bei Ihnen auftritt, dürfen Sie laut Packungsbeilage kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Was kann ich selbst gegen unruhige Beine tun?

Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob ein Medikament dahinterstecken kann. Laut IQWiG berichten einige Menschen mit Restless Legs, dass ihnen Hausmittel guttun, etwa die Beine zu massieren oder warme Fußbäder, außerdem Dehnen, Gymnastik oder Entspannungsübungen. Vor dem Schlafengehen kann es laut IQWiG helfen, auf Kaffee, Nikotin oder Alkohol zu verzichten.

Können unruhige Beine auch andere Ursachen haben?

Ja. Laut IQWiG sind die Ursachen des Restless-Legs-Syndroms nicht vollständig geklärt; vermutlich spielen vor allem eine genetische Veranlagung und Veränderungen im Nervensystem eine Rolle. Es kann auch in der Schwangerschaft oder bei Erkrankungen wie einer chronischen Nierenschwäche, Migräne, Parkinson, Multipler Sklerose oder einem Reizdarmsyndrom vorkommen. Häufig ist bei Betroffenen im Gehirn nicht ausreichend Eisen verfügbar, obwohl im Blut oft kein Eisenmangel festgestellt werden kann. Bei der Abklärung werden laut IQWiG unter anderem die Eisen-, Nieren- und Schilddrüsenwerte im Blut bestimmt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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