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Domperidon: Nebenwirkungen und Wirkung

Domperidon ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 35 kg Körpergewicht. Häufig kommt es zu einem trockenen Mund. Domperidon wird mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen in Verbindung gebracht: Bei Herzklopfen, Atemschwierigkeiten oder Bewusstlosigkeit brechen Sie die Behandlung ab und wenden sich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Frau in den Dreißigern sitzt in eine leichte Decke gehüllt auf dem Sofa und hält ein Glas Wasser in der Hand
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Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Trockener Mund[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Domperidon eingesetzt?

Domperidon ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen [1, 2]. Zugelassen ist er für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren, die mindestens 35 kg wiegen. Kinder unter 12 Jahren und Jugendliche mit weniger als 35 kg Körpergewicht sollten Domperidon nicht bekommen, weil die Wirksamkeit bei ihnen nicht erwiesen ist [1, 2]. Wirkstoffe mit ähnlichem Einsatzgebiet stellt die Seite Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen vor; mehr zu den Beschwerden selbst lesen Sie unter Übelkeit und Erbrechen.

Nach einer europäischen Risikobewertung wurde der Einsatz 2014 eingeschränkt. Ein Rote-Hand-Brief vom 20.08.2014 teilte mit, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis nur noch für die Besserung von Übelkeit und Erbrechen positiv ist; zu den Maßnahmen gehörten niedrigere Dosierungen, kürzere Anwendungszeiten und zusätzliche Gegenanzeigen [5]. Ein weiterer Rote-Hand-Brief vom 29.04.2019 erinnerte an diese Maßnahmen, weil eine Studie gezeigt hatte, dass sie Ärztinnen und Ärzten zum Teil nicht ausreichend bekannt waren. Er hält außerdem fest, dass Domperidon in Deutschland nicht für Kinder unter 12 Jahren zugelassen ist [4]. Zur Steigerung der Milchbildung ist Domperidon nicht zugelassen; das Beratungszentrum Embryotox beurteilt eine solche Anwendung kritisch [2, 3, 4].

Wie wirkt Domperidon?

Domperidon verstärkt die Bewegungen von Magen und Darm und wirkt gegen Erbrechen. Es blockiert gezielt außerhalb des Gehirns Andockstellen des Botenstoffs Dopamin [1]. Laut Fachinformation erhöht Domperidon den Druck im unteren Schließmuskel der Speiseröhre, verbessert die Beweglichkeit im Bereich von Magenausgang und Zwölffingerdarm und beschleunigt die Magenentleerung. Die Wirkung gegen Erbrechen beruht möglicherweise zusätzlich auf einer Blockade von Dopamin-Rezeptoren in einem Bereich des Hirnstamms, der außerhalb der Blut-Hirn-Schranke liegt (Area postrema) [2].

Die Blut-Hirn-Schranke durchdringt Domperidon laut Fachinformation praktisch nicht; Tierversuche und die niedrigen Konzentrationen im Gehirn deuten auf eine hauptsächlich periphere Wirkung hin. Domperidon regt aber die Freisetzung des Hormons Prolaktin aus der Hirnanhangdrüse an [2]. Ein erhöhter Prolaktinwert im Blut ist als Nebenwirkung aufgeführt [1, 2].

Nach der Einnahme ist die höchste Konzentration im Blut nach ungefähr einer Stunde erreicht. Nur etwa 15 Prozent des Wirkstoffs gelangen in den Kreislauf, weil Darmwand und Leber einen großen Teil abbauen; Domperidon wird hauptsächlich über das Enzym CYP3A4 verstoffwechselt. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt bei Gesunden 7 bis 9 Stunden und ist bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion verlängert [2]. Die Beschwerden klingen laut Packungsbeilage in der Regel innerhalb von 3 bis 4 Tagen ab [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; die Organsysteme stammen aus der Tabelle der Fachinformation. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Laut Fachinformation wurde die Sicherheit von Domperidon in 31 placebokontrollierten Studien mit insgesamt 1.275 Patientinnen und Patienten bewertet. In Studien, in denen Domperidon höher dosiert, länger und für weitere Anwendungsgebiete gegeben wurde, nahm die Häufigkeit der Nebenwirkungen außer der Mundtrockenheit deutlich zu [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Ohne Angabe einer Häufigkeit nennt die Packungsbeilage außerdem Beschwerden, die einige ärztlich überwachte Patientinnen und Patienten berichtet haben: Ruhelosigkeit, geschwollene oder vergrößerte Brüste, ungewöhnlichen Ausfluss aus der Brust, unregelmäßige Regelblutungen, erschwertes Stillen, Depressionen und Überempfindlichkeit [1, 2]. Mehr zu Beschwerden an der Brust lesen Sie auf der Seite Prolaktin, Brustspannen und Gynäkomastie durch Medikamente.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Domperidon wird mit einem Anstieg des Risikos für Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand in Verbindung gebracht. Das Risiko kann bei Menschen über 60 Jahren, bei Tagesdosen über der Höchstmenge der Packungsbeilage und bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Arzneimittel erhöht sein [1, 2]. Laut Fachinformation wurde nach der Markteinführung sehr selten über eine QT-Verlängerung und Torsade de pointes, eine bestimmte Form der Herzrhythmusstörung, berichtet; unter den Betroffenen waren Menschen mit vorbestehenden Risikofaktoren, Störungen der Blutsalze und weiteren Arzneimitteln, die dazu beigetragen haben könnten. Epidemiologische Studien zeigten einen Zusammenhang mit schwerwiegenden Rhythmusstörungen der Herzkammern und plötzlichem Herztod [2]. Mehr dazu auf der Seite QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen durch Medikamente.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Anfang sechzig hört in einem hellen Sprechzimmer aufmerksam einer Ärztin zu
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Laut Packungsbeilage darf Domperidon bei den ersten Anzeichen von Nebenwirkungen nicht nochmals eingenommen werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet über den Schweregrad und die weiteren Maßnahmen [1]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie ebenfalls mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Herz: Laut Fachinformation sollen Patientinnen und Patienten Herzbeschwerden unverzüglich melden [2]. Bei Herzklopfen, Atemschwierigkeiten oder Bewusstlosigkeit brechen Sie die Behandlung ab und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Störungen der Blutsalze (ein Kaliummangel, ein zu hoher Kaliumwert oder ein Magnesiummangel) und ein verlangsamter Herzschlag erhöhen laut Fachinformation das Risiko für Rhythmusstörungen [2]. Hintergründe zu den Blutsalzen erklärt die Seite Kaliumstörungen durch Medikamente.

Trockener Mund und Durchfall: Ein trockener Mund ist die einzige häufige Nebenwirkung, Durchfall kommt gelegentlich vor [1, 2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Mehr lesen Sie auf den Seiten Mundtrockenheit durch Medikamente und Durchfall durch Medikamente; welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen, auch über rezeptfreie [1]. Domperidon wird hauptsächlich über das Enzym CYP3A4 abgebaut. Mittel, die dieses Enzym stark hemmen, etwa bestimmte Pilzmittel wie Ketoconazol oder Antibiotika wie Erythromycin, erhöhen die Menge an Domperidon im Blut; in Studien stieg sie ungefähr um das Dreifache [2]. Zusammen mit anderen Mitteln, die das QT-Intervall verlängern, steigt das Risiko für Herzrhythmusstörungen [1, 2].

Deshalb dürfen Sie Domperidon nicht zusammen mit bestimmten Antibiotika wie Clarithromycin oder Erythromycin, Pilzmitteln zum Einnehmen wie Fluconazol oder Itraconazol, Herzmitteln wie Amiodaron, Mitteln gegen Psychosen wie Haloperidol oder Antidepressiva wie Citalopram und Escitalopram einnehmen [1, 2]. Für die Parkinson-Mittel Apomorphin und Levodopa gelten besondere Hinweise [1, 2]. Allgemeines zum Thema erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Domperidon
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel gegen Pilzinfektionen wie Pentamidin oder Azol-Antimykotika, insbesondere Itraconazol, Ketoconazol, Fluconazol, Posaconazol oder Voriconazol zum EinnehmenHöheres Risiko für eine Verlängerung des QT-Intervalls; Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol und Voriconazol gehören laut Fachinformation außerdem zu den stark wirksamen Hemmstoffen des Enzyms CYP3A4, über das Domperidon hauptsächlich abgebaut wird. Mit Ketoconazol stiegen Höchstkonzentration und Gesamtmenge von Domperidon im Blut ungefähr um das Dreifache[1, 2]Nicht zusammen einnehmen
Antibiotika wie Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, Levofloxacin, Moxifloxacin oder SpiramycinHöheres Risiko für eine Verlängerung des QT-Intervalls; Erythromycin, Clarithromycin und Telithromycin sind laut Fachinformation stark wirksame Hemmstoffe von CYP3A4, mit Erythromycin stiegen Höchstkonzentration und Gesamtmenge von Domperidon im Blut ungefähr um das Dreifache[1, 2]Nicht zusammen einnehmen
Mittel gegen Herzprobleme oder Bluthochdruck wie Amiodaron, Dronedaron, Ibutilid, Hydrochinidin, Chinidin, Disopyramid, Dofetilid, Sotalol, Diltiazem oder VerapamilHöheres Risiko für eine Verlängerung des QT-Intervalls; Diltiazem und Verapamil hemmen laut Fachinformation den Abbau von Domperidon mäßig stark[1, 2]Laut Packungsbeilage nicht zusammen einnehmen; die Fachinformation führt die Kombination mit Diltiazem und Verapamil als nicht empfohlen
Mittel gegen Psychosen (z. B. Haloperidol, Pimozid, Sertindol) oder Depressionen (z. B. Citalopram, Escitalopram)Höheres Risiko für eine Verlängerung des QT-Intervalls[1, 2]Nicht zusammen einnehmen
Weitere Mittel, die das QT-Intervall verlängern können: Cisaprid, Dolasetron, Prucaloprid (Magen-Darm), Mequitazin, Mizolastin (Allergie), Halofantrin, Lumefantrin (Malaria), Toremifen, Vandetanib, Vincamin (Krebs) sowie Bepridil, Diphemanil und MethadonHöheres Risiko für eine Verlängerung des QT-Intervalls[1, 2]Nicht zusammen einnehmen
HIV-Mittel aus der Gruppe der Proteasehemmer (z. B. Ritonavir, Saquinavir) und das Hepatitis-C-Mittel TelaprevirStark wirksame Hemmstoffe von CYP3A4: mehr Domperidon im Blut und höheres Risiko für eine Verlängerung des QT-Intervalls[1, 2]Nicht zusammen einnehmen
Azithromycin oder Roxithromycin (Antibiotika); laut Fachinformation auch Arzneimittel, die einen verlangsamten Herzschlag oder einen Kaliummangel verursachenKönnen an einer Verlängerung des QT-Intervalls beteiligt sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation ist Vorsicht geboten
Apomorphin (Mittel gegen die Parkinson-Krankheit)Verlängert ebenfalls das QT-Intervall; laut Fachinformation ist die Kombination nur erlaubt, wenn der Nutzen größer ist als die Risiken und die Vorsichtsmaßnahmen aus der Fachinformation von Apomorphin strikt eingehalten werden[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt stellt vorher sicher, dass Sie beide Mittel bei gleichzeitiger Anwendung vertragen; Packungsbeilage von Apomorphin beachten
Levodopa (Mittel gegen die Parkinson-Krankheit)Laut Fachinformation steigt die Konzentration von Levodopa im Blut (um höchstens 30 bis 40 Prozent)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; eine Dosisanpassung von Levodopa hält die Fachinformation nicht für notwendig
Mittel gegen Magensäure (Antazida oder Mittel, die die Säurebildung hemmen)Weniger Magensäure beeinträchtigt laut Fachinformation die Aufnahme von Domperidon[1, 2]Nicht gleichzeitig einnehmen: diese Mittel nach den Mahlzeiten, Domperidon vor den Mahlzeiten

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Domperidon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Die Gegenanzeigen am Herzen und bei den Blutsalzen beruhen laut Fachinformation auf dem erhöhten Risiko für Rhythmusstörungen der Herzkammern [2]. Bei einer mäßigen Leberfunktionsstörung war die Gesamtmenge an Domperidon im Blut laut Fachinformation 2,9-mal so hoch wie bei Gesunden [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Domperidon oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Magenblutungen, regelmäßig schwere Bauchschmerzen oder ständig schwarzer Stuhl[1]
  • Verstopfter oder durchlöcherter Darm; laut Fachinformation sollte Domperidon nicht angewendet werden, wenn eine Anregung der Magenbewegung gefährlich sein könnte, etwa bei Blutungen im Magen-Darm-Trakt, mechanischem Verschluss oder Durchbruch[1, 2]
  • Tumor der Hirnanhangdrüse, der Prolaktin bildet (Prolaktinom)[1, 2]
  • Seltener Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom), auch bei Verdacht darauf, wegen der Gefahr schwerer Blutdruckanstiege[1, 2]
  • Mäßige oder schwere Lebererkrankung[1, 2]
  • Verlängertes frequenzkorrigiertes QT-Intervall im EKG (verlängerte Erregungsleitung am Herzen)[1, 2]
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz), auch wenn sie früher bestand; laut Fachinformation auch andere zugrunde liegende Herzerkrankungen und ein verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)[1, 2]
  • Erniedrigter Kalium- oder Magnesiumspiegel oder erhöhter Kaliumspiegel im Blut (Elektrolytstörungen)[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, oder von stark wirksamen Hemmstoffen des Enzyms CYP3A4 (siehe Wechselwirkungen); für Apomorphin gilt eine Ausnahme unter strengen Bedingungen[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand: bei Menschen über 60 Jahren, bei mehr als 30 mg Domperidon pro Tag und bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter anderer Arzneimittel. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie Mittel gegen Pilz- oder bakterielle Infektionen einnehmen oder Herzprobleme oder HIV/AIDS haben[1, 2]
  • Leberprobleme (eingeschränkte Leberfunktion)[1]
  • Nierenprobleme: Bei längerer Behandlung kann eine niedrigere Dosis oder eine seltenere Einnahme nötig sein; die Ärztin oder der Arzt kann Sie regelmäßig untersuchen[1, 2]
  • Kinder unter 12 Jahren und Jugendliche ab 12 Jahren mit weniger als 35 kg Körpergewicht: Domperidon sollte ihnen nicht gegeben werden, weil die Wirksamkeit in diesen Altersgruppen nicht erwiesen ist[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; laut Fachinformation sollten Menschen mit seltener erblicher Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sie nicht einnehmen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Einen eigenen Hinweis zu Alkohol enthält die Packungsbeilage nicht [1]. Bei Übelkeit in der Schwangerschaft nennt Embryotox besser geeignete Mittel als Domperidon [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Schwangerschaftsübelkeit.

Schwangerschaft

Das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Sind Sie schwanger, vermuten Sie eine Schwangerschaft oder planen Sie eine, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Laut Fachinformation gibt es nur wenige Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft; eine Studie an Ratten zeigte bei einer hohen, für die Muttertiere giftigen Dosis schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung. Domperidon soll in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen es rechtfertigt.[1, 2]

Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als hoch: Mehr als 11.000 ausgewertete Schwangerschaftsverläufe aus fünf Kohortenstudien unterschiedlicher Qualität zeigten für das erste Schwangerschaftsdrittel insgesamt keine erhöhte Fehlbildungsrate; für das zweite und dritte Drittel gibt es weniger Erfahrungen, bisher ohne Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Eine Behandlung sollte laut Embryotox kritisch überprüft werden, zumal Studien zur Wirksamkeit bei Schwangerschaftsübelkeit fehlen. Als besser geeignet nennt Embryotox Doxylamin, Meclozin oder Dimenhydrinat, je nach Schwere der Beschwerden gegebenenfalls kurzfristig auch Metoclopramid oder Ondansetron. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einer Anwendung in der Schwangerschaft sind laut Embryotox keine Konsequenzen nötig.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Geringe Mengen Domperidon wurden in der Muttermilch nachgewiesen; Domperidon kann bei gestillten Säuglingen Nebenwirkungen am Herzen hervorrufen. In der Stillzeit darf es nur angewendet werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es als eindeutig erforderlich ansieht. Laut Fachinformation erhalten gestillte Säuglinge weniger als 0,1 Prozent der auf das Gewicht bezogenen Dosis der Mutter; es muss entschieden werden, ob das Stillen oder die Behandlung unterbrochen wird. Vorsicht ist geboten, wenn beim Säugling Risikofaktoren für eine QTc-Verlängerung bestehen.[1, 2]

Laut Embryotox wurde über Beschwerden bei gestillten Kindern bisher nicht berichtet. Die Anwendung zur Steigerung der Milchbildung beurteilt Embryotox kritisch, unter anderem wegen des Risikos für Herzwirkungen bei der Mutter und fehlender fundierter Empfehlungen zu Dosis und Dauer. Ist Domperidon aus einem anderen Grund kurzfristig dringend nötig, ist laut Embryotox wegen der geringen Menge in der Milch keine Stillpause erforderlich.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Laut Packungsbeilage sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich; laut Fachinformation hat Domperidon keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten möglichst vor den Mahlzeiten einnehmen; nach einer Mahlzeit wird der Wirkstoff etwas verzögert aufgenommen. Unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit schlucken, am besten mit einem Glas Trinkwasser. Laut Fachinformation sollten Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden Domperidon 15 bis 30 Minuten vor dem Essen einnehmen. Domperidon wird in der niedrigsten wirksamen Dosis angewendet; die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]

Einnahme vergessen: Laut Packungsbeilage nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie daran denken; steht die nächste Einnahme kurz bevor, warten Sie bis zum vorgesehenen Zeitpunkt. Laut Fachinformation sollte eine versäumte Dosis ausgelassen werden. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein.[1, 2]

Absetzen

Die Beschwerden klingen in der Regel innerhalb von 3 bis 4 Tagen ab. Nehmen Sie Domperidon nicht länger als 7 Tage ein, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Bei Herzrhythmusstörungen, Atemschwierigkeiten oder Bewusstlosigkeit brechen Sie die Behandlung ab und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Überdosierung

Bei einer Überdosierung umgehend Ärztin, Arzt, Apotheke oder Giftinformationszentrum informieren und die Packung bereithalten. Mögliche Zeichen sind Unruhe, ein veränderter Zustand der Aufmerksamkeit oder Trance, Krampfanfall, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und unkontrollierte Bewegungen wie unregelmäßige Augenbewegungen oder eine anormale Körperhaltung wie ein verdrehter Nacken. Ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht; wegen einer möglichen QT-Verlängerung kann das Herz per EKG überwacht werden. Laut Fachinformation wurden Überdosierungen hauptsächlich bei Kleinkindern und Kindern berichtet.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis für Erwachsene und Jugendliche ab 35 kg Körpergewicht und eine Höchstdauer ohne ärztliche Rücksprache; die Fachinformation ergänzt Angaben bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion [1, 2]. Domperidon ist in der niedrigsten wirksamen Dosis über den kürzesten nötigen Zeitraum anzuwenden. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1, 2].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Domperidon immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1]. Die Tabletten schlucken Sie möglichst vor einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, am besten mit einem Glas Trinkwasser; nach dem Essen wird der Wirkstoff etwas verzögert aufgenommen [1]. Mittel gegen Magensäure nehmen Sie nicht gleichzeitig, sondern nach den Mahlzeiten ein [1, 2]. Ohne ärztliche Rücksprache nehmen Sie Domperidon nicht länger als 7 Tage ein [1].

Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie laut Packungsbeilage nach, sobald Sie daran denken, außer wenn die nächste Einnahme kurz bevorsteht. Die Fachinformation sieht dagegen vor, eine versäumte Dosis auszulassen. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1, 2]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Domperidon

Domperidon gibt es als Tabletten und Filmtabletten mit 10 mg von verschiedenen Herstellern [1, 5]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Domperidon-ratiopharm 10 mg Filmtabletten [1, 2].

Präparate mit Domperidon
PräparatAnbieterHinweis
Domperidon-ratiopharmratiopharm GmbH10 mg Filmtabletten; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Domperidon AbZAbZ-Pharma GmbH10 mg Filmtabletten; verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage
Domperidon STADASTADApharm GmbH10 mg Tabletten; verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Domperidon-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Domperidon-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Domperidon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Domperidon: Erinnerung an Maßnahmen zur Minimierung kardialer Risiken (29.04.2019). Zulassungsinhaber domperidonhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 29.04.2019. abgerufen am 11.10.2026
  5. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Domperidon: schwerwiegende kardiale Nebenwirkungen (20.08.2014). Zulassungsinhaber domperidonhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 20.08.2014. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür nimmt man Domperidon?

Domperidon wird bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 35 kg gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. In anderen Anwendungsgebieten ist das Verhältnis von Nutzen und Risiko laut Rote-Hand-Brief vom 29.04.2019 negativ. Domperidon ist verschreibungspflichtig.

Ist Domperidon gefährlich für das Herz?

Domperidon wird mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand in Verbindung gebracht. Das Risiko kann bei Menschen über 60 Jahren, bei Tagesdosen über der Höchstmenge der Packungsbeilage und zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln erhöht sein. Bei einer verlängerten QT-Zeit im EKG, bei Herzschwäche oder gestörten Blutsalzen darf es nicht eingenommen werden. Bei Herzklopfen, Atemschwierigkeiten oder Bewusstlosigkeit brechen Sie die Behandlung ab und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wie lange darf ich Domperidon nehmen?

Laut Packungsbeilage klingen die Beschwerden in der Regel innerhalb von 3 bis 4 Tagen ab. Ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nehmen Sie Domperidon nicht länger als 7 Tage ein; laut Fachinformation sollte die Behandlung in der Regel eine Woche nicht überschreiten.

Wie hoch ist die Dosis von Domperidon?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; Domperidon soll in der niedrigsten wirksamen Dosis angewendet werden. Die Angaben der Packungsbeilage für Erwachsene und Jugendliche, zur Behandlungsdauer und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.

Darf ich Domperidon in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage ist das mögliche Risiko für den Menschen nicht bekannt; fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation soll Domperidon in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen es rechtfertigt. Laut Embryotox zeigten mehr als 11.000 ausgewertete Schwangerschaftsverläufe für das erste Drittel insgesamt keine erhöhte Fehlbildungsrate; eine Behandlung sollte aber kritisch überprüft werden, und Embryotox nennt besser geeignete Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann ich Domperidon in der Stillzeit nehmen?

Domperidon geht in geringen Mengen in die Muttermilch über und kann beim gestillten Säugling Nebenwirkungen am Herzen hervorrufen. In der Stillzeit darf es laut Packungsbeilage nur angewendet werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es als eindeutig erforderlich ansieht. Zur Steigerung der Milchbildung ist Domperidon nicht zugelassen; Embryotox beurteilt eine solche Anwendung kritisch.

Darf ich Domperidon zusammen mit Antibiotika nehmen?

Mit bestimmten Antibiotika nicht: Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, Levofloxacin, Moxifloxacin und Spiramycin dürfen Sie nicht zusammen mit Domperidon einnehmen, weil das Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt. Bei Azithromycin und Roxithromycin informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Auch bestimmte Pilzmittel zum Einnehmen, Herz- und Psychopharmaka sind ausgeschlossen. Fragen Sie vor jeder Kombination Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Macht Domperidon müde?

Benommenheit gehört zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, betrifft also bis zu 1 von 100 Behandelten. Für das Autofahren und das Bedienen von Maschinen sind laut Packungsbeilage keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Bemerken Sie Nebenwirkungen, nehmen Sie Domperidon laut Packungsbeilage nicht nochmals ein und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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