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Clarithromycin: Nebenwirkungen und Wirkung

Clarithromycin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide. Es wird bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren gegen bakterielle Infektionen der Atemwege und der Haut und zur Beseitigung von Helicobacter pylori eingesetzt, wenn Penicillin oder ein anderes Beta-Lactam-Antibiotikum nicht verwendet werden kann. Häufig sind Magen-Darm-Beschwerden, Geschmacksstörungen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Clarithromycin kann die QT-Zeit im EKG verlängern und hat viele Wechselwirkungen, etwa mit bestimmten Statinen und mit Colchicin.

Frau in den Sechzigern mit hellem Teint sitzt in eine Decke gehüllt im Sessel am Fenster und hält ein Taschentuch in der Hand
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Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Geschmacksstörung, verändertes Geschmacksempfinden (z. B. metallischer oder bitterer Geschmack)[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit und Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Magenschmerzen und Bauchschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]
  • Häufig: Veränderte Werte in Leberfunktionstests[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag[1, 2]
  • Häufig: Verstärktes Schwitzen (Hyperhidrose)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Clarithromycin eingesetzt?

Clarithromycin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide, zu der auch Azithromycin und Erythromycin gehören [1, 2]. Es wird bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren eingesetzt, wenn Penicillin oder ein anderes Beta-Lactam-Antibiotikum nicht verwendet werden kann [1]. Die Fachinformation nennt dafür eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Beta-Lactam-Antibiotika oder Fälle, in denen diese aus anderen Gründen nicht geeignet sind [2].

Zugelassen ist Clarithromycin für Mandel- und Rachenentzündungen durch Streptokokken, akute bakterielle Nebenhöhlenentzündungen und die akute Verschlimmerung einer chronischen Bronchitis (jeweils angemessen diagnostiziert), für außerhalb des Krankenhauses erworbene bakterielle Lungenentzündungen und für Infektionen der Haut und der Weichteile, etwa Impetigo, Erysipel, Entzündungen der Haarfollikel, Furunkel, Abszesse, Wundinfektionen und Entzündungen der tieferen Hautschichten [1, 2]. Außerdem wird es bei bestimmten Infektionen mit Mykobakterien eingesetzt, etwa durch Mycobacterium avium bei AIDS, und zusammen mit anderen Antibiotika und einem Mittel zur Geschwürbehandlung zur Beseitigung von Helicobacter pylori bei Geschwüren, die mit diesem Bakterium zusammenhängen [1, 2]. Die offiziellen Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung von Antibiotika sind zu beachten [2].

Laut Fachinformation ist es wegen der sich entwickelnden Widerstandsfähigkeit von Pneumokokken gegen Makrolide wichtig, vor der Verordnung bei einer ambulant erworbenen Lungenentzündung eine Resistenzprüfung durchzuführen; auch bei Haut- und Weichteilinfektionen ist sie wichtig [2]. Mehr dazu im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.

Wie wirkt Clarithromycin?

Clarithromycin ist ein halbsynthetisches Makrolid. Es bindet an die 50S-Untereinheit der bakteriellen Ribosomen und hemmt so die Herstellung von Eiweißen (Proteinbiosynthese) in den Bakterien. Daraus ergibt sich zumeist eine bakteriostatische Wirkung: Die Bakterien werden in ihrem Wachstum gehemmt [2]. Auch das im Körper gebildete Abbauprodukt 14-Hydroxy-Clarithromycin wirkt gegen Bakterien [2].

Clarithromycin wird rasch und nahezu vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen, aber schon bei der ersten Passage durch die Leber zu einem großen Teil abgebaut; ins Blut gelangen bei einer 250-mg-Tablette ca. 50 % [2]. Abgebaut wird es rasch und in großem Umfang in der Leber; die Halbwertszeit liegt je nach Dosierung bei 2 bis 4 oder bei 5 Stunden [2]. Clarithromycin hemmt außerdem das Enzym CYP3A, über das viele andere Arzneimittel abgebaut werden, und den Transporter P-Glykoprotein; darauf beruhen laut Fachinformation viele Wechselwirkungen [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt, ergänzt um Angaben aus der Fachinformation; wo beide voneinander abweichen, gilt die Häufigkeit der jüngeren Fachinformation. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation sind Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Geschmacksstörungen die häufigsten Nebenwirkungen, bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern und Jugendlichen; sie sind gewöhnlich von leichter Intensität [2]. Mehr zu veränderten Geschmacksempfindungen auf der Seite Geschmacksstörungen. Clarithromycin kann die QT-Zeit im EKG verlängern (einen Abschnitt der Herzstromkurve); das kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen [2]. Mehr dazu auf der Seite QT-Verlängerung.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • InfektionenVerschiedene Infektionen einschließlich Infektion der Scheide und Pilzinfektionen (Candidiasis)[1, 2]Mehr dazu: PilzinfektionenErhöhte Infektanfälligkeit
  • Blut und LymphsystemVerringerung der Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie); unnormale Zunahme der Eosinophilen, eines bestimmten Typs weißer Blutzellen (Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeit) wie juckende Haut oder Hautausschläge[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenJuckreizHautausschlag
  • Stoffwechsel und ErnährungAppetitverminderung oder -verlust (Anorexie)[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
  • PsycheAngstzustände[1, 2]Mehr dazu: Angst
  • NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • NervensystemBenommenheit (Schläfrigkeit)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
  • Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus) und Hörstörungen[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • HerzVeränderter Kurvenverlauf im Elektrokardiogramm (Verlängerung der QT-Zeit)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Magen und DarmMagenschleimhautentzündung (Gastritis)[1, 2]
  • Magen und DarmEntzündung der Mundschleimhaut oder der Zunge (Stomatitis, Glossitis)[1, 2]
  • Magen und DarmVerstopfung, Mundtrockenheit, Aufstoßen, Blähungen sowie Völlegefühl und Rumpelgeräusch im Magen[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungMundtrockenheitBlähungen
  • Leber und GalleGallenstauung (Cholestase), Leberentzündung (Hepatitis) und erhöhte Leberenzymwerte (ALT, AST, Gamma-GT)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautJuckreiz (Pruritus) und Nesselsucht (Urtikaria)[2]Mehr dazu: JuckreizNesselsucht
  • Allgemeine BeschwerdenAllgemeines Unwohlsein, Schwächegefühl (Asthenie), Brustschmerzen, Schüttelfrost und Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
  • Laborwerte und UntersuchungenAnstieg der Spiegel bestimmter Enzyme im Blut (alkalische Phosphatase, Laktatdehydrogenase)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Packungsbeilage können plötzlich keuchende Atmung, Atemnot, Schwellungen von Augenlidern, Gesicht oder Lippen und ein Hautausschlag oder Juckreiz, besonders am ganzen Körper, zu Nebenwirkungen gehören, die unter Umständen lebensbedrohlich sind [1]. Bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen wie einer Anaphylaxie oder schweren Hautreaktionen sollte die Behandlung laut Fachinformation unverzüglich abgesetzt und dringlich eine geeignete Behandlung eingeleitet werden [2]. Über tödlich verlaufendes Leberversagen wurde berichtet; möglicherweise litten einige der Betroffenen bereits an einer Lebererkrankung oder nahmen andere leberschädigende Arzneimittel ein [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Ärztin gegenüber und hört ihr aufmerksam zu
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Magen-Darm-Beschwerden und Geschmacksstörungen: Sie gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen und sind laut Fachinformation gewöhnlich leicht [2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Durchfall: Treten schwere, anhaltende, manchmal blutig-schleimige Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen während oder nach der Behandlung auf, kann sich dahinter eine schwere Darmentzündung (pseudomembranöse Kolitis) verbergen, die lebensbedrohlich sein kann. Unterbrechen Sie dann die Einnahme, suchen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf und nehmen Sie keine Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen [1]. Laut Fachinformation kann eine Durchfallerkrankung durch Clostridium difficile auch noch über 2 Monate nach Ende der Behandlung auftreten [2]. Hintergründe stehen auf der Seite Durchfall durch Medikamente.

Leber: Entwickeln sich Zeichen einer Leberfunktionsstörung (Appetitlosigkeit, Gelbfärbung von Haut oder Bindehaut, dunkler Urin, Juckreiz oder Magenschmerzen), unterbrechen Sie die Einnahme und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; das gilt besonders, wenn Sie bereits eine Lebererkrankung haben oder leberschädigende Arzneimittel einnehmen [1]. Mehr dazu auf der Seite Leberwerte.

Schwindel und Benommenheit: Clarithromycin kann Benommenheit, Schwindel, Verwirrtheit oder Desorientiertheit auslösen. Führen Sie dann kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen [1]. Bekommen Sie während der Behandlung eine andere Infektion, unterbrechen Sie die Einnahme und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Clarithromycin hat viele Wechselwirkungen, weil es das Enzym CYP3A hemmt: Arzneimittel, die hauptsächlich über dieses Enzym abgebaut werden, können dann in höherer Konzentration im Blut vorliegen, und ihre erwünschten wie unerwünschten Wirkungen können verstärkt oder verlängert sein [2]. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt muss dann möglicherweise Blutspiegel oder Wirkungen kontrollieren, die Herzfrequenz mit einem EKG überwachen, die Dosis anpassen oder eine Behandlung vorübergehend unterbrechen [1].

Nicht zusammen eingenommen werden dürfen unter anderem die Cholesterinsenker Simvastatin und Lovastatin, das Gichtmittel Colchicin, Ergotamin, Ticagrelor, Ranolazin und laut Fachinformation auch Ivabradin [1, 2]. Unter Clarithromycin und Colchicin wurden Colchicin-Vergiftungen berichtet, insbesondere bei älteren Menschen, einige mit tödlichem Ausgang [2]. Vorsicht gilt bei Gerinnungshemmern wie Warfarin, Apixaban oder Rivaroxaban, bei Benzodiazepinen wie Midazolam (die gleichzeitige Gabe von Midazolam zum Einnehmen sollte laut Fachinformation vermieden werden), bei Digoxin und bei Mitteln gegen Diabetes, denn zusammen mit Clarithromycin ist eine Unterzuckerung möglich [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Clarithromycin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Simvastatin oder Lovastatin; andere Statine (Cholesterinsenker)Höhere Statin-Spiegel, erhöhtes Risiko einer Muskelerkrankung einschließlich Rhabdomyolyse; Rhabdomyolyse wurde auch mit anderen Statinen berichtet[1, 2]Simvastatin und Lovastatin nicht gleichzeitig einnehmen; bei anderen Statinen Vorsicht, laut Fachinformation, wenn die gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, die niedrigste zugelassene Statin-Dosis; außerdem ein Statin in Betracht ziehen, das nicht über CYP3A abgebaut wird (z. B. Fluvastatin), und auf Zeichen einer Muskelerkrankung achten
Colchicin (üblicherweise gegen Gicht)Colchicin-Vergiftungen, insbesondere bei älteren Menschen, teils bei Niereninsuffizienz; Todesfälle wurden berichtet[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nicht erlaubt
Ergotamin oder Dihydroergotamin (gegen Migräne)Akute Ergotamin-Vergiftung mit Gefäßkrämpfen und Durchblutungsstörungen in Armen, Beinen und anderen Geweben einschließlich des zentralen Nervensystems[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nicht erlaubt
Terfenadin, Astemizol, Cisaprid oder PimozidVerlängerung der QT-Zeit und Herzrhythmusstörungen einschließlich Kammerflimmern und Torsade de pointes[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nicht erlaubt
Ticagrelor, Ivabradin, Ranolazin oder LomitapidBei Lomitapid möglicherweise deutlicher Anstieg der Leberwerte (Transaminasen)[1, 2]Gleichzeitige Anwendung laut Fachinformation nicht erlaubt
Warfarin und andere Gerinnungshemmer, z. B. Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban oder EdoxabanMit Warfarin Risiko schwerwiegender Blutungen und signifikant erhöhter INR-Werte und Prothrombinzeit; Vorsicht bei den direkten Gerinnungshemmern, besonders bei hohem Blutungsrisiko[1, 2]INR-Wert und Prothrombinzeit häufig kontrollieren; ärztlich überwachen lassen
Benzodiazepine wie Midazolam, Triazolam oder AlprazolamHöhere Midazolam-Spiegel (Fläche unter der Konzentrationskurve nach Einnahme um das 7-Fache, nach Gabe in die Vene um das 2,7-Fache erhöht); Berichte über Schläfrigkeit und Verwirrung mit Triazolam[1, 2]Midazolam zum Einnehmen nicht gleichzeitig anwenden (die Fachinformation führt die Kombination auch als Gegenanzeige); sonst engmaschige Überwachung
Digoxin (bei Herzschwäche)Erhöhte Digoxin-Spiegel; Digoxinvergiftung mit möglicherweise tödlichen Herzrhythmusstörungen wurde berichtet[1, 2]Digoxin-Spiegel sorgfältig kontrollieren
Chinidin oder Disopyramid (gegen Herzrhythmusstörungen)Torsade de pointes wurde berichtet; mit Disopyramid auch Unterzuckerung[1, 2]EKG, Blutspiegel und Blutzucker kontrollieren
Hydroxychloroquin oder Chloroquin und andere Arzneimittel, die die QT-Zeit verlängernHerzrhythmusstörungen und schwere Nebenwirkungen an Herz und Kreislauf möglich[2]Mit Vorsicht anwenden
Blutzuckersenkende Mittel wie Sulfonylharnstoffe, Nateglinid, Repaglinid oder InsulinSignifikante Unterzuckerung (Hypoglykämie) möglich[1, 2]Blutzucker sorgfältig überwachen
Calciumkanalblocker wie Verapamil, Amlodipin oder DiltiazemNiedriger Blutdruck; mit Verapamil auch verlangsamter Herzschlag mit Rhythmusstörungen und Laktatazidose beobachtet[1, 2]Mit Vorsicht anwenden
Rifampicin, Rifabutin, Rifapentin, Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Efavirenz, Nevirapin oder Johanniskraut (Induktoren von CYP3A)Clarithromycin wird schneller abgebaut und kann schwächer wirken; die Spiegel dieser Mittel können erhöht sein (mit Rifabutin erhöhtes Risiko einer Entzündung im Auge, Uveitis)[1, 2]Clarithromycin-Dosisanpassung oder andere Behandlung erwägen
Theophyllin oder Carbamazepin; Phenytoin oder ValproatHöhere Blutspiegel dieser Mittel[1, 2]Bei Theophyllin oder Carbamazepin gegebenenfalls eine Dosisverringerung erwägen; bei Phenytoin oder Valproat Blutspiegel bestimmen
Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus; Kortikosteroide wie MethylprednisolonHöhere Spiegel; bei Kortikosteroiden, die über CYP3A abgebaut werden, mehr systemische Nebenwirkungen des Kortikosteroids möglich[1, 2]Engmaschig überwachen
Sildenafil, Tadalafil oder VardenafilHöhere Spiegel dieser Mittel wahrscheinlich[1, 2]Dosisverringerung erwägen
Aminoglykosid-Antibiotika wie Streptomycin oder Gentamicin und andere Mittel, die das Gehör schädigen könnenGehör und Gleichgewicht können beeinträchtigt werden[1, 2]Gleichgewichts- und Hörfunktion während und nach der Behandlung kontrollieren
HIV-Mittel wie Ritonavir, Atazanavir, Saquinavir, Etravirin oder ZidovudinGegenseitige Beeinflussung der Blutspiegel; mit Zidovudin weniger Zidovudin im Blut[1, 2]Bei eingeschränkter Nierenfunktion Clarithromycin-Dosis anpassen; Zidovudin und Clarithromycin mit 4 Stunden Abstand einnehmen
Weitere über CYP3A abgebaute Mittel wie Quetiapin, Cilostazol, Vinblastin, Omeprazol, Itraconazol oder TolterodinBlutspiegel können verändert sein, Wirkungen und Nebenwirkungen verstärkt oder verlängert[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Clarithromycin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bei einer Allergie gegen Clarithromycin oder andere Makrolide dürfen Sie das Mittel nicht einnehmen; eine allergische Reaktion kann sich in Hautausschlag, Juckreiz, Atemnot oder Anschwellen von Gesicht, Lippen, Rachen oder Zunge äußern [1]. Wegen des Risikos für Herzrhythmusstörungen ist Clarithromycin außerdem nicht erlaubt bei einer bekannten Verlängerung der QT-Zeit, bei Herzrhythmusstörungen und bei zu niedrigen Kalium- oder Magnesiumwerten im Blut [1, 2]. Bei einer koronaren Herzerkrankung, einer schweren Herzschwäche, Störungen der Erregungsleitung im Herzen oder einem klinisch bedeutsam verlangsamten Herzschlag sollte es mit Vorsicht angewendet werden [2].

Laut Fachinformation haben epidemiologische Studien zum Risiko für Herz und Kreislauf bei Makroliden unterschiedliche Ergebnisse gezeigt; einige Beobachtungsstudien fanden ein seltenes, kurzzeitiges Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und Todesfälle aus Herz-Kreislauf-Gründen, auch unter Clarithromycin. Das sollte bei der Verordnung im Rahmen der Nutzen-Risiko-Bewertung berücksichtigt werden [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Clarithromycin, andere Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin oder Azithromycin) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Terfenadin oder Astemizol (gegen Heuschnupfen oder Allergien), Cisaprid (zur Anregung der Magen- und Darmbewegung) oder Pimozid (bei bestimmten psychischen Erkrankungen), weil die Kombination schwere Herzrhythmusstörungen zur Folge haben kann[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel, von denen bekannt ist, dass sie schwere Herzrhythmusstörungen verursachen[1]
  • Zu niedriger Kalium- oder Magnesiumspiegel im Blut (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie)[1, 2]
  • Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre Herzrhythmusstörungen einschließlich Torsade de pointes) oder eine Verlängerung der QT-Zeit im EKG ("langes QT-Syndrom") bei Ihnen oder in der Krankengeschichte Ihrer Familienangehörigen; laut Fachinformation angeborene oder dokumentierte erworbene QT-Verlängerung[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Ergotamin oder Dihydroergotamin (üblicherweise gegen Migräne), weil das zu einer akuten Ergotamin-Vergiftung führen kann[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme der Statine Simvastatin oder Lovastatin (Cholesterinsenker), weil das Risiko einer Muskelerkrankung einschließlich Rhabdomyolyse steigt[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Ticagrelor (Hemmung der Blutgerinnung), Ranolazin (bei Angina pectoris) oder Colchicin (üblicherweise gegen Gicht); laut Fachinformation auch Ivabradin[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Lomitapid[1, 2]
  • Schwere Lebererkrankung zusammen mit einer Nierenerkrankung[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Nieren- und/oder Lebererkrankung: Clarithromycin wird hauptsächlich über die Leber ausgeschieden; über tödliche Verläufe von Leberversagen wurde berichtet[1, 2]
  • Koronare Herzerkrankung, schwere Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Störungen der Erregungsleitung im Herzen oder verlangsamter Herzschlag (Bradykardie, unter 50 Schläge pro Minute) sowie gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel, die die QT-Zeit verlängern: Laut Fachinformation können diese Situationen zu einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de pointes führen[1, 2]
  • Allergie gegen andere Antibiotika[1]
  • Myasthenia gravis (eine Erkrankung, bei der die Muskeln schwach werden und leicht ermüden): Es gab Berichte, dass Clarithromycin die Beschwerden verschlimmern kann[1]
  • Langzeitanwendung: Besiedlung mit einer vermehrten Anzahl nicht empfindlicher Bakterien und Pilze möglich[2]
  • Kinder unter 12 Jahren oder mit einem Körpergewicht unter 30 kg: Die Filmtabletten sind nicht geeignet[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2]. Für die Schwangerschaft weist die jüngere Fachinformation auf einige Beobachtungsstudien hin, die über ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko berichteten, und empfiehlt die Anwendung nicht ohne vorherige sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung [2]; Embryotox hält den Einsatz bei entsprechender Indikation in allen Phasen der Schwangerschaft für möglich, nennt aber Penicilline und Cephalosporine als besser geeignete Alternativen [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Die Sicherheit von Clarithromycin bei Schwangeren ist nicht nachgewiesen; es soll in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung durch die Ärztin oder den Arzt angewendet werden. Laut Fachinformation lassen sich negative Auswirkungen auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes nicht ausschließen: Einige Beobachtungsstudien berichteten nach Einnahme im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel über ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt, und die Studien zu schweren angeborenen Fehlbildungen unter Makroliden liefern widersprüchliche Ergebnisse. Ohne vorherige sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung wird die Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.[1, 2]

Embryotox ordnet Clarithromycin als Medikament ein, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt. Insgesamt sind mehr als 2.000 Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel wissenschaftlich dokumentiert; die Studien, die Clarithromycin gesondert auswerten, sprechen gegen ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko durch diesen Wirkstoff. Die Studienlage zum Fehlgeburtsrisiko ist uneinheitlich. Bei entsprechender Indikation kann Clarithromycin laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden; als besser geeignete Alternativen nennt es Penicilline und Cephalosporine. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Die Sicherheit in der Stillzeit ist bisher nicht nachgewiesen. Clarithromycin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über; laut Fachinformation würde ein ausschließlich gestillter Säugling schätzungsweise etwa 1,7 % der nach Körpergewicht berechneten Dosis der Mutter erhalten. In der Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.[1, 2]

Laut Embryotox haben die meisten unter Clarithromycin gestillten Kinder keine Symptome; gelegentlich kann eine Antibiotika-Therapie der Mutter beim gestillten Kind zum Beispiel zu vorübergehendem Durchfall oder Soor führen. Clarithromycin kann laut Embryotox in der Stillzeit indikationsgerecht eingesetzt werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Clarithromycin kann Benommenheit, Schwindel, Verwirrtheit oder Desorientiertheit auslösen. Führen Sie dann kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Die Einnahme kann unabhängig von einer Mahlzeit erfolgen. Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.[1, 2]

Einnahme vergessen: so schnell wie möglich nachholen; ist der Zeitpunkt für die nächste Einnahme fast erreicht, die vergessene Dosis auslassen und die nächste reguläre Dosis nehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Wenn Sie die Behandlung vorzeitig beenden oder zeitweise unterbrechen, gefährden Sie den Behandlungserfolg. Führen Sie die Behandlung auch bei spürbarer Besserung zu Ende und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie sie unterbrechen oder beenden.[1]

Bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie oder schweren Hautreaktionen (AGEP, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, DRESS) sollte die Behandlung unverzüglich abgesetzt werden. Bei Durchfall nach einer Antibiotika-Behandlung sollte an eine Durchfallerkrankung durch Clostridium difficile gedacht werden; dann muss eine Beendigung der Behandlung erwogen werden, Mittel, die die Darmbewegung hemmen, sollten vermieden werden.[2]

Überdosierung

Haben Sie zu viel eingenommen, nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder der nächstgelegenen Notaufnahme auf. Laut Fachinformation führt die Einnahme großer Mengen in der Regel zu Magen-Darm-Beschwerden; durch Blutwäsche (Dialyse) lassen sich die Spiegel voraussichtlich nicht merklich senken.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage der Filmtabletten mit 500 mg nennt eine empfohlene Dosis für Erwachsene, ältere Menschen und Kinder über 12 Jahren und eine höhere Dosis bei schweren Infektionen, Angaben für mykobakterielle Infektionen, Helicobacter pylori, eine schwerwiegende Nierenerkrankung und die gleichzeitige Behandlung mit Ritonavir sowie die übliche Behandlungsdauer; die Fachinformation ergänzt Einzelheiten [1, 2]. Für den Saft für Kinder gilt eine eigene Packungsbeilage. Die Übersicht gibt die Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung; die Dosis wird laut Fachinformation in jedem Einzelfall von der Ärztin oder dem Arzt bestimmt [2].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Clarithromycin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Die Einnahme kann unabhängig von einer Mahlzeit erfolgen, und die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie so schnell wie möglich nach; ist der Zeitpunkt für die nächste Einnahme aber fast erreicht, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1].

Führen Sie die Behandlung auch dann zu Ende, wenn es Ihnen schon spürbar besser geht: Nur so ist eine vollständige Beseitigung der Krankheitserreger gewährleistet. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden [1]. Haben Sie zu viel eingenommen, nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder der nächstgelegenen Notaufnahme auf [1]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Clarithromycin

Clarithromycin gibt es als Filmtabletten mit 250 oder 500 mg, als Saft für Kinder und als Pulver für eine Infusion [2]. Laut Fachinformation sollte bei Kindern unter 12 Jahren die Suspension für Kinder verwendet werden; die Filmtabletten sind für Kinder unter 12 Jahren oder unter 30 kg Körpergewicht nicht geeignet [2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Clarithromycin STADA Filmtabletten [1, 2]. Für den Saft und die Infusion gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Clarithromycin
PräparatAnbieterHinweis
Clarithromycin STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 250 oder 500 mg (500 mg: Grundlage dieser Seite)
KlacidViatrisverschreibungspflichtig; u. a. Filmtabletten (auch Klacid Pro), Saft und Pulver für eine Infusionslösung

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clarithromycin STADA 500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Clarithromycin STADA 250 mg/500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Clarithromycin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Clarithromycin eingesetzt?

Clarithromycin behandelt bakterielle Infektionen bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren, wenn Penicillin oder ein anderes Beta-Lactam-Antibiotikum nicht verwendet werden kann, etwa bei einer Allergie. Dazu gehören Infektionen der Atemwege wie Mandel- und Rachenentzündung durch Streptokokken, Nebenhöhlen- und Lungenentzündung, Haut- und Weichteilinfektionen, bestimmte Infektionen mit Mykobakterien und die Beseitigung von Helicobacter pylori bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren (zusammen mit weiteren Mitteln).

Darf ich Clarithromycin zusammen mit einem Cholesterinsenker nehmen?

Mit Simvastatin oder Lovastatin nicht: Clarithromycin erhöht deren Spiegel, und das Risiko für eine Muskelerkrankung einschließlich Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) steigt. Bei anderen Statinen ist laut Fachinformation Vorsicht geboten, auch hier wurde über Rhabdomyolyse berichtet. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche Cholesterinsenker Sie einnehmen.

Kann Clarithromycin dem Herzen schaden?

Clarithromycin kann die QT-Zeit im EKG verlängern. Das ist eine gelegentliche Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten. Mit nicht bekannter Häufigkeit sind ein schnellerer Herzschlag und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen beschrieben. Bei bekannter QT-Verlängerung, Herzrhythmusstörungen oder zu niedrigem Kalium oder Magnesium dürfen Sie Clarithromycin nicht einnehmen. Bei einer koronaren Herzerkrankung, einer schweren Herzschwäche, Störungen der Erregungsleitung im Herzen oder einem verlangsamten Herzschlag unter 50 Schlägen pro Minute ist Vorsicht nötig.

Welche Nebenwirkungen hat Clarithromycin am häufigsten?

Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Geschmacksstörungen wie ein metallischer oder bitterer Geschmack, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magen- und Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Hautausschlag, verstärktes Schwitzen und veränderte Leberwerte. Die häufigsten Magen-Darm-Beschwerden und die Geschmacksstörungen sind laut Fachinformation gewöhnlich leicht.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Clarithromycin nehme?

Packungsbeilage und Fachinformation von Clarithromycin STADA enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Ob Alkohol während Ihrer Infektion und Behandlung infrage kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Darf ich Clarithromycin in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?

Laut Fachinformation lassen sich negative Auswirkungen auf das ungeborene Kind nicht ausschließen; ohne vorherige sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung wird die Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen. In der Stillzeit geht Clarithromycin in geringen Mengen in die Muttermilch über. Das Beratungszentrum Embryotox hält den Einsatz bei entsprechender Indikation in allen Phasen der Schwangerschaft und in der Stillzeit für möglich, nennt für die Schwangerschaft aber Penicilline und Cephalosporine als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Soll ich Clarithromycin vor oder nach dem Essen einnehmen?

Das spielt keine Rolle: Clarithromycin kann unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden. Laut Fachinformation verzögert Nahrung die Aufnahme leicht, beeinträchtigt die Menge, die ins Blut gelangt, aber nicht.

Wie hoch ist die Dosis von Clarithromycin?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach Infektion, Nierenfunktion und Begleitmedikamenten. Die Angaben der Packungsbeilage und der Fachinformation finden Sie weiter oben im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation".

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu