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Ranolazin: Nebenwirkungen und Wirkung
Ranolazin ist ein verschreibungspflichtiges Herzmittel, das zusätzlich zu anderen Mitteln bei stabiler Angina pectoris eingesetzt wird. Häufig sind Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Schwächegefühl. Ranolazin verlängert dosisabhängig die QT-Zeit im EKG. Viele Arzneimittel und Grapefruitsaft beeinflussen den Abbau über das Enzym CYP3A4; starke Hemmstoffe wie Clarithromycin dürfen nicht zusammen mit Ranolazin eingenommen werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Ranolazin eingesetzt?
Ranolazin ist ein verschreibungspflichtiges Herzmittel [1, 2]. Es wird bei Erwachsenen mit stabiler Angina pectoris als Zusatzbehandlung eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern, wenn diese mit anderen Mitteln nicht ausreichend behandelt sind oder wenn Mittel der ersten Wahl wie Betablocker und/oder Calciumantagonisten nicht vertragen werden [1, 2]. Angina pectoris bezeichnet laut Packungsbeilage Brustschmerzen oder Beschwerden an anderen Stellen des Oberkörpers zwischen Hals und Oberbauch, die häufig durch körperliche Bewegung oder zu viel Aktivität ausgelöst werden [1]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Koronare Herzkrankheit.
Fühlen Sie sich unter der Behandlung nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Wie wirkt Ranolazin?
Wie Ranolazin genau wirkt, ist laut Fachinformation weitgehend unbekannt. Möglicherweise hemmt es in den Herzmuskelzellen einen späten Einstrom von Natrium. Dadurch sammeln sich in den Zellen weniger Natrium und in der Folge weniger Calcium an, was die Entspannung des Herzmuskels verbessern dürfte [2]. Diese Wirkungen sind unabhängig von Veränderungen der Herzfrequenz, des Blutdrucks oder einer Gefäßerweiterung; in Studien sank die Herzfrequenz im Mittel um weniger als 2 Schläge pro Minute [2].
Ranolazin hemmt außerdem einen bestimmten Kaliumstrom am Herzen und verlängert abhängig von der Dosis das QTc-Intervall im EKG [2]. Die höchste Konzentration im Blut ist normalerweise nach 2 bis 6 Stunden erreicht, ein gleichbleibender Spiegel bei zweimal täglicher Einnahme im Allgemeinen innerhalb von 3 Tagen. Die terminale Halbwertszeit liegt bei etwa 7 Stunden [2]. Abgebaut wird Ranolazin vor allem über das Enzym CYP3A4, aber auch über CYP2D6; Mittel, die CYP3A4 hemmen oder anregen, und Hemmstoffe von CYP2D6 können seine Spiegel im Blut verändern [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Häufig sind Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Schwächegefühl [1, 2]. Laut Fachinformation sind die Nebenwirkungen im Allgemeinen leicht bis mäßig und entwickeln sich häufig in den ersten zwei Behandlungswochen [2]. Bei älteren Menschen, bei leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung und bei geringem Körpergewicht traten Nebenwirkungen laut Fachinformation häufiger auf, etwa Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder niedriger Blutdruck [2]. Gelegentlich verlängert sich im EKG die QT-Zeit; mehr dazu unter QT-Verlängerung [1, 2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemSchwindel, Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKopfschmerzen
- Magen und DarmVerstopfung, Übelkeit, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungÜbelkeitErbrechen
- Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit (Anorexie, verminderter Appetit), Austrocknung (Dehydratation)[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheBeklemmung, Schlafstörungen (Insomnie), Verwirrtheitszustände, Halluzinationen[1, 2]Mehr dazu: AngstSchlafstörungenVerwirrtheitPsychose und Halluzinationen
- NervensystemMissempfindungen (Parästhesie), veränderte Sinneswahrnehmung beim Tast- oder Geschmackssinn (Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlGeschmacksstörungen
- NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
- NervensystemMüdigkeits- oder Trägheitsgefühl (Lethargie), Schläfrigkeit oder Benommenheit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemSchwächeanfall oder Ohnmacht (Synkope), Schwindel beim Aufstehen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelNiedriger Blutdruck
- AugenVerschwommenes Sehen, Sehstörung, Doppeltsehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo), Klingeln in den Ohren (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: SchwindelOhrgeräusche
- Gefäße und KreislaufHitzewallungen, niedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: HitzewallungenNiedriger Blutdruck
- AtemwegeAtembeschwerden (Dyspnoe), Husten, Nasenbluten (Epistaxis)[1, 2]Mehr dazu: AtemnotReizhustenBlutungen und blaue Flecken
- Magen und DarmBauchschmerzen und Magenbeschwerden, Verdauungsstörung (Dyspepsie), Mundtrockenheit, Abgehen von Darmwinden (Flatulenz)[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenMundtrockenheitBlähungen
- HautStarkes Schwitzen (Hyperhidrose), Juckreiz (Pruritus)[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes SchwitzenJuckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerz in Armen oder Beinen, Muskelkrampf, Gelenkschwellung, Muskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
- Nieren und HarnwegeProbleme beim Harnlassen (Dysurie), Blut im Harn (Hämaturie), dunkler Harn (Chromaturie)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim WasserlassenUrinverfärbung
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, Schwellungs- oder Blähungsgefühl (Wassereinlagerungen, peripheres Ödem)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitWassereinlagerungen
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Kreatinin- oder Harnstoffwerte im Blut, mehr Blutplättchen oder weiße Blutkörperchen, veränderte EKG-Werte (verlängertes QT-Intervall), Gewichtsverlust[1, 2]Mehr dazu: Veränderte LaborwerteHerzrhythmusstörungenGewichtsabnahme
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), der zu Müdigkeit und Verwirrtheit, Muskelzucken, Krämpfen und Koma führen kann[1, 2]Mehr dazu: NatriummangelMüdigkeitVerwirrtheit
- PsycheDesorientiertheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- NervensystemGedächtnisverlust (Amnesie), Schwinden oder Verlust des Bewusstseins, Koordinationsprobleme, Unfähigkeit zu laufen aufgrund von Gleichgewichtsstörungen, verändertes Geruchsempfinden (Parosmie)[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Ohr und GleichgewichtEingeschränktes Hörvermögen[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- Gefäße und KreislaufKältegefühl in Händen und Beinen (periphere Kälte), Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- AtemwegeEngegefühl im Rachen[1, 2]
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder des Darms (erosive Duodenitis), Taubheit an Mund oder Lippen (orale Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungKribbeln und Taubheitsgefühl
- HautSchwellung von Gesicht, Zunge oder Rachen (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- HautAllergische Hautreaktion (allergische Dermatitis), Nesselausschlag (Urtikaria), kalter Schweiß, Ausschlag[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtVermehrtes SchwitzenHautausschlag
- Nieren und HarnwegeAkutes Nierenversagen, mangelnde Fähigkeit, Wasser zu lassen (Harnretention)[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenProbleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustImpotenz (erektile Dysfunktion)[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Laborwerte und UntersuchungenAnormale Laborwerte für die Leber (erhöhte Leberenzymwerte)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Ein Angioödem ist laut Packungsbeilage eine seltene, jedoch möglicherweise schwerwiegende Erkrankung [1]. Selten kann es außerdem zu einem niedrigen Natriumspiegel im Blut kommen, der zu Müdigkeit und Verwirrtheit, Muskelzucken, Krämpfen und Koma führen kann; mehr dazu unter Natriummangel [1, 2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schwindel, Übelkeit, Erbrechen: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn diese häufigen Nebenwirkungen auftreten. Die Dosis wird dann möglicherweise gesenkt oder, wenn das nicht ausreicht, die Behandlung abgebrochen [1, 2]. Mehr zur Übelkeit unter Übelkeit.
Tabletten richtig einnehmen: Schlucken Sie die Retardtabletten unzerkaut mit etwas Wasser. Zerkleinern, lutschen, kauen oder halbieren Sie sie nicht, weil sonst die verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs beeinträchtigt werden kann [1]. Trinken Sie während der Behandlung keinen Grapefruitsaft [1]; mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Grapefruit.
Nieren im Blick: Weil die Nierenfunktion mit dem Alter abnimmt, ist es laut Fachinformation wichtig, sie während der Behandlung regelmäßig zu überprüfen [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4 erhöhen die Ranolazin-Spiegel; mit erhöhten Spiegeln können dosisabhängige Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schwindel zunehmen [2]. Die gleichzeitige Anwendung starker Hemmstoffe wie Clarithromycin, bestimmter Pilzmittel und HIV-Proteasehemmer ist ebenso ausgeschlossen wie die bestimmter Mittel gegen Herzrhythmusstörungen [1, 2]. Bei Verapamil und Diltiazem wird die Ranolazin-Dosis sorgfältig eingestellt [1, 2]. Mittel, die das Enzym anregen, etwa Rifampicin oder Johanniskraut, können dazu führen, dass Ranolazin nicht mehr wirkt [1, 2].
Umgekehrt kann Ranolazin die Spiegel anderer Mittel erhöhen, etwa von Digoxin, Metoprolol, Statinen wie Simvastatin und Atorvastatin sowie von Mitteln gegen Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen. Laut Fachinformation wurden nach der Markteinführung bei gleichzeitiger Einnahme von Ranolazin und Simvastatin Fälle von Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) beobachtet [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Starke CYP3A4-Hemmer: Clarithromycin, Telithromycin, Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol, Posaconazol, HIV-Proteasehemmer, Nefazodon | Ranolazin-Spiegel steigen (mit Ketoconazol auf das 3,0- bis 3,9-Fache)[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
| Grapefruitsaft | Starker CYP3A4-Hemmer: höhere Ranolazin-Spiegel[1, 2] | Während der Behandlung keinen Grapefruitsaft trinken |
| Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klasse Ia (z. B. Chinidin) oder Klasse III (z. B. Dofetilid, Sotalol) | Gleichzeitige Anwendung ist ausgeschlossen (Ausnahme Amiodaron)[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
| Mittelstarke CYP3A4-Hemmer (z. B. Diltiazem, Erythromycin, Fluconazol), P-Glykoprotein-Hemmer (z. B. Verapamil, Ciclosporin) | Höhere Ranolazin-Spiegel (mit Diltiazem auf das 1,5- bis 2,4-Fache, mit Verapamil auf das 2,2-Fache); Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen können häufiger auftreten[1, 2] | Sorgfältige Dosiseinstellung; die Ärztin oder der Arzt verordnet möglicherweise eine niedrigere Dosis |
| CYP3A4-Induktoren: Rifampicin, Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Johanniskraut | Ranolazin kann seine Wirkung verlieren (Rifampicin senkt die Spiegel um etwa 95 %)[1, 2] | Ranolazin sollte dann nicht angewendet werden |
| Digoxin | Höhere Digoxin-Spiegel (im Mittel auf das 1,5-Fache)[1, 2] | Digoxin-Spiegel nach Beginn und Ende der Ranolazin-Behandlung überwachen; die Ärztin oder der Arzt ändert möglicherweise die Dosis |
| Metoprolol und andere über CYP2D6 abgebaute Mittel (z. B. Propafenon, Flecainid, in geringerem Ausmaß trizyklische Antidepressiva und Antipsychotika) | Höhere Spiegel dieser Mittel (Metoprolol auf das 1,8-Fache)[1, 2] | Eine geringere Dosierung dieser Mittel kann erforderlich sein |
| Statine wie Simvastatin, Lovastatin oder Atorvastatin | Höhere Statin-Spiegel; Muskelschmerzen und Muskelschädigungen möglich, nach der Markteinführung Fälle von Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) mit Simvastatin[1, 2] | Laut Fachinformation ist die Simvastatin-Dosis zu begrenzen; bei Atorvastatin und anderen über CYP3A4 abgebauten Statinen wird eine Dosisbegrenzung erwogen |
| Tacrolimus, Ciclosporin, Sirolimus, Everolimus (gegen Abstoßung nach Transplantationen) | Höhere Spiegel dieser Mittel[1, 2] | Spiegel überwachen, Dosis gegebenenfalls anpassen |
| Mittel, die das QT-Intervall verlängern: bestimmte Antihistaminika (z. B. Terfenadin, Astemizol, Mizolastin), Antiarrhythmika (z. B. Disopyramid, Procainamid), Erythromycin, trizyklische Antidepressiva (z. B. Imipramin, Doxepin, Amitriptylin) | Theoretisches Risiko für Rhythmusstörungen der Herzkammern[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Bupropion, Efavirenz, Cyclophosphamid | Mögliche Wechselwirkung über das Enzym CYP2B6 (nicht untersucht)[1, 2] | Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren |
| Metformin und andere über den Transporter OCT2 transportierte Mittel (z. B. Pindolol, Vareniclin) | Höhere Spiegel (Metformin je nach Ranolazin-Dosis auf das 1,4- bzw. 1,8-Fache)[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Ranolazin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht einnehmen dürfen Sie Ranolazin bei schweren Nierenproblemen, bei mäßigen oder schweren Leberproblemen und zusammen mit starken CYP3A4-Hemmern oder den genannten Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen [1, 2]. Vorsicht ist unter anderem bei leichten bis mäßigen Nierenproblemen, im höheren Alter, bei einem Körpergewicht von 60 kg oder weniger und bei Herzinsuffizienz geboten; dann verordnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt möglicherweise eine geringere Dosis [1, 2]. Treffen mehrere dieser Faktoren zusammen, ist laut Fachinformation mit noch höheren Spiegeln zu rechnen [2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Ranolazin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Schwere Nierenfunktionsstörung (laut Fachinformation Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min)[1, 2]
- Mäßige oder schwere Leberfunktionsstörung[1, 2]
- Gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4-Hemmer: Antibiotika wie Clarithromycin oder Telithromycin, Pilzmittel wie Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol oder Posaconazol, HIV-Proteasehemmer, Nefazodon[1, 2]
- Gleichzeitige Anwendung von Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen der Klasse Ia (z. B. Chinidin) oder Klasse III (z. B. Dofetilid, Sotalol), mit Ausnahme von Amiodaron[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Leichte bis mäßige Nierenfunktionsstörung: sorgfältige Dosiseinstellung; die Nierenfunktion sollte während der Behandlung regelmäßig überprüft werden[1, 2]
- Leichte Leberfunktionsstörung[1, 2]
- Früheres EKG mit anormalen Werten; angeborene oder in der Familie aufgetretene oder erworbene QT-Verlängerung; Behandlung mit Mitteln, die das QTc-Intervall beeinflussen[1, 2]
- Höheres Lebensalter: Nebenwirkungen traten häufiger auf[1, 2]
- Geringes Körpergewicht (60 kg oder weniger): Nebenwirkungen traten häufiger auf[1, 2]
- Herzinsuffizienz (laut Fachinformation besonders mäßige bis schwere, NYHA-Klassen III bis IV)[1, 2]
- Kombination mehrerer dieser Faktoren: noch höhere Ranolazin-Spiegel zu erwarten, Nebenwirkungen häufig überwachen, die Dosis wenn nötig senken oder die Behandlung abbrechen[2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen Ranolazin laut Packungsbeilage nicht anwenden; Sicherheit und Wirksamkeit sind bei ihnen nicht erwiesen[1, 2]
- Tabletten mit 750 mg enthalten den Farbstoff Tartrazin (E 102), der allergische Reaktionen hervorrufen kann, sowie Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Ranolazin kann Beschwerden verursachen, die das Autofahren und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen; dann dürfen Sie kein Fahrzeug führen, bis die Beschwerden vollständig zurückgegangen sind [1, 2]. In der Schwangerschaft dürfen Sie Ranolazin nicht einnehmen, sofern die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet (laut Fachinformation nur, wenn es zwingend erforderlich ist); in der Stillzeit gar nicht [1, 2]. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Sofern die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet, dürfen Sie Ranolazin in der Schwangerschaft nicht einnehmen; laut Fachinformation nur, wenn es zwingend erforderlich ist. Die Erfahrungen bei Schwangeren sind sehr begrenzt; Tierstudien zeigten schädliche Wirkungen auf das ungeborene Tier (Embryotoxizität), das Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
In der Stillzeit dürfen Sie Ranolazin nicht einnehmen. Ob es beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; bei Ratten geht es in die Milch über, ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Ranolazin kann Schwindel (häufig), verschwommenes Sehen, Verwirrtheit, Halluzinationen, Doppeltsehen (jeweils gelegentlich) und Koordinationsprobleme (selten) verursachen. Bemerken Sie solche Beschwerden, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis sie vollständig zurückgegangen sind.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten immer unzerkaut mit etwas Wasser schlucken; nicht zerkleinern, lutschen, kauen oder halbieren, weil sonst die verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs beeinträchtigt werden kann. Die Einnahme ist vor oder nach den Mahlzeiten möglich; während der Behandlung keinen Grapefruitsaft trinken.[1, 2]
Dosis vergessen: einnehmen, sobald Sie daran denken, außer es sind weniger als 6 Stunden bis zur nächsten Dosis. Nicht die doppelte Dosis einnehmen.[1]
Absetzen
Treten Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen auf, senkt die Ärztin oder der Arzt möglicherweise die Dosis oder beendet die Behandlung, wenn das nicht ausreicht. Klingen die Beschwerden nach einer Dosissenkung nicht ab, muss die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen werden.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; ist sie oder er nicht erreichbar, gehen Sie in die nächste Notfallaufnahme und nehmen die übrigen Tabletten mit Verpackung mit. Laut Fachinformation traten in einer Studie mit hohen Dosen Schwindel, Übelkeit und Erbrechen abhängig von der Dosis häufiger auf; nach Gabe in die Vene wurden bei Gesunden außerdem Doppeltsehen, Teilnahmslosigkeit (Lethargie) und Ohnmacht beobachtet; nach der Markteinführung wurde über absichtliche Überdosierungen mit tödlichem Ausgang berichtet.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine übliche Anfangsdosis, eine mögliche Erhöhung nach 2 bis 4 Wochen und eine Maximaldosis [1]. Ergänzend stehen Hinweise der Fachinformation für besondere Patientengruppen in der Übersicht [2]. Sie ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Ranolazin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, vor oder nach den Mahlzeiten [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, außer es sind weniger als 6 Stunden bis zur nächsten Dosis. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis [1].
Ändern oder beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache; mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen. Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; ist sie oder er nicht erreichbar, gehen Sie in die nächste Notfallaufnahme und nehmen die übrigen Tabletten mit Verpackung mit [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Ranolazin
Ranolazin gibt es als Retardtabletten in drei Stärken [1, 2]. Grundlage dieser Seite ist die Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur für Ranexa, mit Packungsbeilage und Fachinformation [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Ranexa | Menarini International Operations Luxembourg S.A. (Zulassungsinhaber), in Deutschland Berlin-Chemie AG | Retardtabletten mit 375, 500 oder 750 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Ranolazin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Retardtabletten mit 375, 500 oder 750 mg, verschreibungspflichtig |
| Ranolazin STADA | STADAPHARM GmbH | Retardtabletten mit 375, 500 oder 750 mg, verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ranexa (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Ranexa 375 mg/500 mg/750 mg Retardtabletten. Menarini International Operations Luxembourg S.A. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2022. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ranexa (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Menarini International Operations Luxembourg S.A. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2022. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Ranolazin eingesetzt?
Ranolazin wird bei Erwachsenen mit stabiler Angina pectoris zusätzlich zu anderen Mitteln eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern. Voraussetzung ist, dass diese mit den anderen Mitteln nicht ausreichend behandelt sind oder dass Mittel der ersten Wahl wie Betablocker und/oder Calciumantagonisten nicht vertragen werden.
Welche Nebenwirkungen hat Ranolazin am häufigsten?
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Schwächegefühl. Laut Fachinformation sind die Nebenwirkungen im Allgemeinen leicht bis mäßig und entwickeln sich häufig in den ersten zwei Behandlungswochen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen auftreten; die Dosis wird dann möglicherweise gesenkt.
Was hat Ranolazin mit der QT-Zeit zu tun?
Ranolazin verlängert das QTc-Intervall im EKG abhängig von der Dosis. Vorsicht ist deshalb geboten bei einer angeborenen, in der Familie aufgetretenen oder erworbenen QT-Verlängerung und wenn Sie Mittel einnehmen, die das QT-Intervall beeinflussen. Hatten Sie schon einmal ein EKG mit anormalen Werten, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Grapefruitsaft trinken, wenn ich Ranolazin nehme?
Nein. Solange Sie mit Ranolazin behandelt werden, dürfen Sie keinen Grapefruitsaft trinken. Laut Fachinformation ist Grapefruitsaft ein starker Hemmstoff des Enzyms CYP3A4, über das Ranolazin abgebaut wird.
Welche Medikamente darf ich nicht zusammen mit Ranolazin nehmen?
Nicht erlaubt sind starke CYP3A4-Hemmer wie die Antibiotika Clarithromycin und Telithromycin, Pilzmittel wie Itraconazol oder Ketoconazol, HIV-Proteasehemmer und Nefazodon sowie Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Chinidin, Dofetilid oder Sotalol. Bei Verapamil, Diltiazem, Erythromycin, Fluconazol oder Ciclosporin wird die Ranolazin-Dosis sorgfältig eingestellt. Zusammen mit Rifampicin, Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin oder Johanniskraut sollte Ranolazin laut Fachinformation nicht angewendet werden, weil es dann seine Wirkung verlieren kann. Bei Digoxin, Metoprolol, bestimmten Statinen und Mitteln gegen Abstoßungsreaktionen kann eine Dosisänderung dieser Mittel nötig sein.
Darf ich Ranolazin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Sofern die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet, dürfen Sie Ranolazin in der Schwangerschaft nicht einnehmen; die Erfahrungen sind sehr begrenzt. In der Stillzeit dürfen Sie Ranolazin nicht einnehmen.
Darf ich mit Ranolazin Auto fahren?
Ranolazin kann Schwindel, verschwommenes Sehen, Verwirrtheit, Halluzinationen, Doppeltsehen und Koordinationsprobleme verursachen. Bemerken Sie solche Beschwerden, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis sie vollständig zurückgegangen sind.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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