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Glyceroltrinitrat (Nitroglycerin): Nebenwirkungen und Wirkung

Glyceroltrinitrat, auch Nitroglycerin genannt, ist ein verschreibungspflichtiges Nitrat, das die Muskulatur der Blutgefäße entspannt. Als Spray unter die Zunge wird es bei einem akuten Angina-pectoris-Anfall, vorbeugend vor Belastungen sowie bei akutem Herzinfarkt und akuter Linksherzschwäche angewendet. Sehr häufig sind Kopfschmerzen zu Beginn der Behandlung, häufig ein Blutdruckabfall beim Aufstehen. Zusammen mit PDE-5-Hemmern wie Sildenafil darf es nicht angewendet werden.

Mann Anfang siebzig ruht nach einem Spaziergang auf einer Parkbank im Schatten und atmet entspannt durch
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Kopfschmerzen; zu Beginn der Behandlung können sie sehr häufig auftreten ("Nitratkopfschmerzen") und klingen erfahrungsgemäß meistens nach einigen Tagen bei weiterer Anwendung ab[1, 4]
  • Häufig: Schwindel und Benommenheit[1, 4]
  • Häufig: Erhöhte Pulsfrequenz (Tachykardie)[1, 4]
  • Häufig: Kreislaufregulationsstörungen beim Lagewechsel (orthostatische Hypotonie); sie werden wie der Blutdruckabfall häufig bei der ersten Anwendung, aber auch bei einer Dosiserhöhung beobachtet[1, 4]
  • Häufig: Schwächegefühl (Asthenie)[1, 4]
  • Häufig: Abfall des Blutdrucks[1, 4]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Glyceroltrinitrat eingesetzt?

Glyceroltrinitrat ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der Nitrate [1, 3]. Die früher häufig verwendete Bezeichnung Nitroglyzerin ist laut Embryotox chemisch nicht korrekt [2]. Grundlage dieser Seite ist ein Spray, das unter die Zunge gesprüht wird. Laut Packungsbeilage wird es angewendet bei plötzlich auftretenden Herzschmerzen durch Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (akuter Angina-pectoris-Anfall) und vorbeugend unmittelbar vor körperlichen Belastungen oder anderen Situationen, die erfahrungsgemäß solche Anfälle auslösen können [1]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Koronare Herzkrankheit.

Außerdem wird das Spray bei einem akuten Herzinfarkt, bei einer akuten Herzmuskelschwäche mit eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer und bei durch den Katheter ausgelösten Verengungen der Herzkranzgefäße (Koronarspasmen) während einer Herzkatheteruntersuchung eingesetzt [1]. Glyceroltrinitrat gibt es laut Embryotox auch als Pflaster, und es wird auch zur Schmerzlinderung bei Analfissuren angewendet; für diese Präparate gelten eigene Packungsbeilagen, die auf dieser Seite nicht berücksichtigt sind [2].

Wie wirkt Glyceroltrinitrat?

Glyceroltrinitrat entspannt die Muskulatur der Blutgefäße und erleichtert dadurch die Arbeit des Herzens [1]. Laut Embryotox wirkt es direkt entspannend auf die glatte Gefäßmuskulatur und erweitert die Gefäße [2]. Unter die Zunge gesprüht, wird der Wirkstoff rasch aus der Mundhöhle aufgenommen; wegen des ausgeprägten First-Pass-Effekts beträgt die absolute Bioverfügbarkeit bei dieser Anwendung etwa 40 %, die Halbwertszeit liegt bei 2 bis 5 Minuten [2].

Weil der Wirkstoff den Blutdruck senkt, können Mittel, die ebenfalls den Blutdruck senken, diesen Effekt verstärken; bei PDE-5-Hemmern gegen Erektionsstörungen oder Lungenhochdruck kann er erheblich verstärkt werden [1]. Ein Nachlassen der Wirksamkeit (Toleranzentwicklung) ist beschrieben; um einer Abschwächung oder einem Verlust der Wirkung vorzubeugen, sollten laut Packungsbeilage gleichbleibend hohe Dosierungen vermieden werden [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben; die Zuordnung zu den Organsystemen folgt der Fachinformation [1, 4]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" weniger als 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 4]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Sehr häufig können zu Beginn der Behandlung Kopfschmerzen auftreten ("Nitratkopfschmerzen"), die erfahrungsgemäß meistens nach einigen Tagen bei weiterer Anwendung abklingen [1, 4]. Insgesamt führen Packungsbeilage und Fachinformation Kopfschmerzen als häufige Nebenwirkung [1, 4]. Häufig fällt der Blutdruck ab, oder es kommt beim Lagewechsel zu Kreislaufbeschwerden (häufig bei der ersten Anwendung, aber auch nach einer Dosiserhöhung), gegebenenfalls mit schnellerem Puls, Benommenheit, Schwindel und Schwächegefühl; mehr dazu unter Niedriger Blutdruck [1, 4]. Gelegentlich treten Übelkeit, Erbrechen, Gesichtsrötungen und allergische Reaktionen auf [1, 4].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemKopfschmerzen; zu Beginn der Behandlung können sie sehr häufig auftreten ("Nitratkopfschmerzen") und klingen erfahrungsgemäß meistens nach einigen Tagen bei weiterer Anwendung ab[1, 4]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • NervensystemSchwindel und Benommenheit[1, 4]Mehr dazu: SchwindelMüdigkeit
  • HerzErhöhte Pulsfrequenz (Tachykardie)[1, 4]Mehr dazu: Herzrasen
  • Gefäße und KreislaufKreislaufregulationsstörungen beim Lagewechsel (orthostatische Hypotonie); sie werden wie der Blutdruckabfall häufig bei der ersten Anwendung, aber auch bei einer Dosiserhöhung beobachtet[1, 4]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
  • Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl (Asthenie)[1, 4]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
  • Laborwerte und UntersuchungenAbfall des Blutdrucks[1, 4]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • PsycheRuhelosigkeit (Unruhe)[1, 4]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • NervensystemMinderdurchblutung von Gewebeabschnitten des Gehirns (zerebrale Ischämie)[1, 4]
  • AtemwegeBeeinträchtigung der Atmung[1, 4]Mehr dazu: Atemnot
  • HautSchwere entzündliche Hauterkrankung (exfoliative Dermatitis)[1, 4]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Magen und DarmGeschwollene Zunge, in einzelnen Fällen als Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion[4]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • Allgemeine BeschwerdenNachlassen der Wirksamkeit (Toleranzentwicklung) sowie abgeschwächte Wirkung bei vorheriger Behandlung mit anderen Nitrat-Arzneimitteln[1, 4]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Gelegentlich kann der Blutdruck stark abfallen und die Herzschmerzen verstärken; ebenfalls gelegentlich kommt es zu Kollapszuständen, die laut Packungsbeilage häufig, laut Fachinformation mitunter mit verlangsamtem Puls und plötzlichem Bewusstseinsverlust einhergehen [1, 4]. Der Sauerstoffgehalt im Schlagaderblut kann vorübergehend sinken; bei Menschen mit Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße kann das eine Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff auslösen [1]. Das im Spray enthaltene Pfefferminzöl kann bei entsprechend empfindlichen Menschen Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Ende sechzig sitzt in einem hellen Wohnzimmer aufrecht auf einem Sessel und ruht sich mit geschlossenen Augen aus
Bild: KI-generiert

Hinsetzen: Wann immer möglich, sollten Sie sich bei der Anwendung hinsetzen [1]. Bei der ersten Anwendung, aber auch nach einer Dosiserhöhung kommt es häufig zu Blutdruckabfall und Kreislaufbeschwerden beim Lagewechsel [1].

Kopfschmerzen: Die Nitratkopfschmerzen zu Beginn der Behandlung klingen erfahrungsgemäß meistens nach einigen Tagen bei weiterer Anwendung ab [1]. Halten sie an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Autofahren: Warten Sie nach der Anwendung mindestens 5 Minuten, bevor Sie fahren oder eine Maschine bedienen; fühlen Sie sich schwach, schwindelig oder unwohl, warten Sie, bis es Ihnen besser geht [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über nicht verschreibungspflichtige [1]. Laut Packungsbeilage können Phosphodiesterase-5-Hemmer wie Sildenafil oder Vardenafil, die gegen Erektionsstörungen oder Lungenhochdruck eingesetzt werden, die blutdrucksenkende Wirkung erheblich verstärken; die Kombination ist nicht erlaubt [1]. Andere Blutdrucksenker wie Betablocker, Calciumantagonisten, Entwässerungsmittel und ACE-Hemmer sowie Alkohol verstärken die Blutdrucksenkung ebenfalls [1]. Wurden Sie mit anderen Nitraten vorbehandelt, kann eine höhere Dosis nötig sein [1].

Wechselwirkungen von Glyceroltrinitrat
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Phosphodiesterase-5-Hemmer (z. B. Sildenafil, Vardenafil) gegen Erektionsstörungen oder LungenhochdruckDie blutdrucksenkende Wirkung kann erheblich verstärkt werden[1]Kombination nicht erlaubt; wer einen PDE-5-Hemmer genommen hat und ein Akutnitrat benötigt, ist zuvor sofort ins Krankenhaus einzuweisen
Andere gefäßerweiternde Mittel und Blutdrucksenker (z. B. Betablocker, Calciumantagonisten, Entwässerungsmittel, ACE-Hemmer)Verstärkte Blutdrucksenkung[1]Vorher Rücksprache halten
Trizyklische Antidepressiva, NeuroleptikaVerstärkte Blutdrucksenkung[1]Vorher Rücksprache halten
AlkoholVerstärkte Blutdrucksenkung[1]Besondere Vorsicht, auch im Straßenverkehr
Sapropterin (gegen Hyperphenylalaninämie)Verstärkte Blutdrucksenkung[1]Vorher Rücksprache halten
N-AcetylcysteinDie gefäßerweiternde Wirkung kann verstärkt werden[1]Vorher Rücksprache halten
Andere organische Nitrate (z. B. Isosorbiddinitrat, Isosorbid-5-mononitrat) als VorbehandlungEine höhere Glyceroltrinitrat-Dosis kann für die gewünschte Wirkung nötig sein[1]Ärztin oder Arzt informieren
Dihydroergotamin (Migränemittel)Der Dihydroergotamin-Spiegel kann steigen und seine blutdrucksteigernde Wirkung verstärkt werden[1]Vorher Rücksprache halten
HeparinHeparin wirkt schwächer; nach dem Absetzen von Glyceroltrinitrat kann die Blutgerinnung deutlich vermindert sein[1]Gerinnungswerte engmaschig kontrollieren, Heparindosis anpassen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Glyceroltrinitrat nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Glyceroltrinitrat darf unter anderem nicht angewendet werden bei akutem Kreislaufversagen, bei sehr niedrigem Blutdruck mit einem systolischen Wert unter 90 mmHg, bei schwerer Blutarmut, bei Erkrankungen mit erhöhtem Schädelinnendruck und zusammen mit PDE-5-Hemmern [1]. Vorsicht gilt unter anderem bei Verengungen der Herzklappen der linken Herzkammer, bei Neigung zu Kreislaufstörungen durch niedrigen Blutdruck und bei beginnendem grünem Star [1]. Mehr dazu unter Niedriger Blutdruck und Grüner Star.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Glyceroltrinitrat, andere Nitratverbindungen, Pfefferminzöl oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Akutes Kreislaufversagen (Schock, Kreislaufkollaps und Schockformen durch eine verminderte zirkulierende Blutmenge)[1]
  • Sehr niedriger Blutdruck (ausgeprägte Hypotonie, systolisch unter 90 mmHg)[1]
  • Durch Herzversagen ausgelöster Schock (kardiogener Schock), sofern nicht durch geeignete Maßnahmen ein ausreichend hoher Füllungsdruck im Herzen gewährleistet ist[1]
  • Herzmuskelerkrankung mit Verengung des Herzinnenraums (hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie)[1]
  • Erkrankungen mit erhöhtem Schädelinnendruck (z. B. Kopfverletzungen, Gehirnblutungen)[1]
  • Schwere Blutarmut (Anämie)[1]
  • Einnahme von Phosphodiesterase-5-Hemmern (z. B. Sildenafil, Vardenafil) gegen Erektionsstörungen oder Lungenhochdruck, auch dann, wenn nach deren Einnahme akute Herzschmerzen auftreten[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Einengende Herzbeutelentzündung (konstriktive Perikarditis) oder Herzbeuteltamponade[1]
  • Niedriger Füllungsdruck, z. B. bei akutem Herzinfarkt oder eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer: Eine Blutdrucksenkung unter 90 mmHg systolisch sollte vermieden werden[1]
  • Verengung der Herzklappen der linken Herzkammer (Aorten- und/oder schwere Mitralklappenstenose)[1]
  • Vergrößerte linke Herzkammer mit Verengung der Aortenklappe: Die Blutversorgung des Herzens kann durch einen beschleunigten Puls und einen verringerten diastolischen Aortendruck gefährdet werden[1]
  • Neigung zu Kreislaufregulationsstörungen durch niedrigen Blutdruck (orthostatische Dysregulation)[1]
  • Störung der Gehirndurchblutung, da deren Beschwerden durch einen niedrigen Blutdruck herbeigeführt werden können[1]
  • Beginnende Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukom)[1]
  • Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße: Durch eine Umverteilung des Blutflusses in der Lunge kann der Sauerstoffgehalt im Schlagaderblut vorübergehend sinken und eine Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff auslösen[1]
  • Kinder und Jugendliche: Es liegen keine Daten über die Verwendung bei Kindern vor[1]
  • Das Spray enthält geringe Mengen Alkohol (weniger als 10 mg pro Dosis) und Pfefferminzöl[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Alkohol verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung; das Spray selbst enthält geringe Mengen Alkohol [1]. In Schwangerschaft und Stillzeit fragen Sie vor der Anwendung ärztlichen oder pharmazeutischen Rat; Embryotox hält Glyceroltrinitrat bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft für anwendbar und in der Stillzeit für kurzzeitig anwendbar [1, 2]. Laut Fachinformation sollte es in der Schwangerschaft aus Gründen besonderer Vorsicht nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden [4]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, vermuten, schwanger zu sein, oder eine Schwangerschaft planen, fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.[1]

Laut Fachinformation liegen für Glyceroltrinitrat keine klinischen Daten über Schwangere vor; Tierversuche ergaben keine Hinweise auf schädigende Wirkungen auf Schwangerschaft, Entwicklung des ungeborenen Kindes, Geburt oder Entwicklung nach der Geburt. Aus Gründen besonderer Vorsicht sollte Glyceroltrinitrat in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden.[4]

Laut Embryotox darf Glyceroltrinitrat bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft angewendet werden; der Erfahrungsumfang ist gering, Hinweise auf eine fehlbildende Wirkung haben sich bisher nicht ergeben. Nach Anwendung im ersten Schwangerschaftsdrittel kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Glyceroltrinitrat oder seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen; ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.[1]

Laut Embryotox kann Glyceroltrinitrat bei entsprechender Indikation in der Stillzeit kurzzeitig angewendet werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung. Im Zusammenwirken mit Alkohol sollten Sie besonders vorsichtig sein; das Spray selbst enthält geringe Mengen Alkohol (weniger als 10 mg pro Dosis).[1]

Autofahren und Maschinen

Das Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist. Warten Sie nach der Anwendung mindestens 5 Minuten, bevor Sie fahren oder eine Maschine bedienen; fühlen Sie sich schwach, schwindelig oder unwohl, warten Sie, bis es Ihnen besser geht. Besonders vorsichtig sein bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol.[1]

Einnahme

Unter die Zunge sprühen und dabei den Atem anhalten, den Sprühnebel nicht einatmen; wann immer möglich, dabei hinsetzen. Die Flasche senkrecht halten und vorher nicht schütteln. Zwischen zwei Sprühstößen 30 Sekunden warten.[1]

Vor der ersten Anwendung so lange in die Luft sprühen, bis Flüssigkeit austritt; das kann auch nötig sein, wenn das Spray längere Zeit nicht benutzt wurde. Der Bodenrest lässt sich nicht absprühen; besorgen Sie sich rechtzeitig ein neues Spray.[1]

Anwendung vergessen: nicht die doppelte Menge anwenden.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen.[1]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung ist sofort eine Ärztin oder ein Arzt zu benachrichtigen. Je nach Ausmaß können Nebenwirkungen verstärkt auftreten, etwa ein starker Blutdruckabfall mit reflektorisch erhöhtem Puls, Schwächegefühl, Schwindel und Benommenheit sowie Kopfschmerzen, Hautrötung, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die Zahl der Sprühstöße je nach Anwendungsgebiet und Schweregrad sowie eine mögliche Wiederholung [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Wie Sie das Spray anwenden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Wenden Sie das Spray immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Sprühen Sie unter die Zunge, halten Sie dabei den Atem an und atmen Sie den Sprühnebel nicht ein; zwischen zwei Sprühstößen warten Sie 30 Sekunden [1]. Vor der ersten Anwendung sprühen Sie so lange in die Luft, bis Flüssigkeit austritt; das kann auch nötig sein, wenn das Spray längere Zeit nicht benutzt wurde. Der Bodenrest lässt sich nicht absprühen; besorgen Sie sich rechtzeitig ein neues Spray [1].

Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung benachrichtigen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt [1]; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Glyceroltrinitrat

Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Nitrolingual akut Spray mit 0,4 mg Glyceroltrinitrat je Sprühstoß [1, 4]. Andere Darreichungsformen wie Pflaster sowie Präparate zur Schmerzlinderung bei Analfissuren haben eigene Packungsbeilagen [2].

Präparate mit Glyceroltrinitrat
PräparatAnbieterHinweis
Nitrolingual akut SprayG. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KGSpray zur Anwendung in der Mundhöhle, 0,4 mg je Sprühstoß, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Nitrolingual akut Spray (0,4 mg/Sprühstoß, Spray zur Anwendung in der Mundhöhle). G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG. Stand 04/2018. abgerufen am 11.10.2026
  2. Embryotox Embryotox: Glyceroltrinitrat. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  3. Produktseite Nitrolingual akut Spray ("verschreibungspflichtiges Arzneimittel"). G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG. abgerufen am 11.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Nitrolingual akut Spray (0,4 mg/Sprühstoß, Spray zur Anwendung in der Mundhöhle). G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG. Stand 05/2018. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wie wird das Nitrospray richtig angewendet?

Laut Packungsbeilage setzen Sie sich möglichst hin, nehmen die Schutzkappe ab, halten die Flasche senkrecht und sprühen den Sprühstoß unter die Zunge, während Sie den Atem anhalten; der Sprühnebel soll nicht eingeatmet werden. Das Spray wird vorher nicht geschüttelt. Zwischen zwei Sprühstößen warten Sie 30 Sekunden. Vor der ersten Anwendung wird so lange in die Luft gesprüht, bis Flüssigkeit austritt; das kann auch nötig sein, wenn das Spray längere Zeit nicht benutzt wurde.

Sind Kopfschmerzen nach dem Nitrospray normal?

Kopfschmerzen zu Beginn der Behandlung ("Nitratkopfschmerzen") sind laut Packungsbeilage und Fachinformation sehr häufig und klingen erfahrungsgemäß bei weiterer Anwendung ab, laut Packungsbeilage meistens nach einigen Tagen. Insgesamt führen Packungsbeilage und Fachinformation Kopfschmerzen als häufige Nebenwirkung. Halten die Kopfschmerzen an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Nitroglycerin zusammen mit Potenzmitteln nehmen?

Nein. Phosphodiesterase-5-Hemmer wie Sildenafil oder Vardenafil, die gegen Erektionsstörungen oder Lungenhochdruck eingesetzt werden, können die blutdrucksenkende Wirkung erheblich verstärken. Glyceroltrinitrat darf dann nicht angewendet werden, auch nicht, wenn nach der Einnahme eines solchen Mittels akute Herzschmerzen auftreten. Wer einen PDE-5-Hemmer eingenommen hat und ein Akutnitrat benötigt, ist laut Packungsbeilage zuvor sofort ins Krankenhaus einzuweisen.

Darf ich nach der Anwendung Auto fahren?

Das Reaktionsvermögen kann so verändert sein, dass die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist. Warten Sie nach der Anwendung mindestens 5 Minuten, bevor Sie fahren oder eine Maschine bedienen. Fühlen Sie sich schwach, schwindelig oder unwohl, warten Sie, bis es Ihnen besser geht.

Kann die Wirkung von Nitroglycerin nachlassen?

Ja. Laut Packungsbeilage wurde ein Nachlassen der Wirksamkeit (Toleranzentwicklung) beschrieben, ebenso eine abgeschwächte Wirkung nach einer Vorbehandlung mit anderen Nitrat-Arzneimitteln. Um eine Abschwächung oder einen Verlust der Wirkung zu vermeiden, sollten gleichbleibend hohe Dosierungen vermieden werden.

Darf ich Glyceroltrinitrat in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?

Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Packungsbeilage ist unbekannt, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Das Beratungszentrum Embryotox hält Glyceroltrinitrat bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft für anwendbar und in der Stillzeit für kurzzeitig anwendbar.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Nitroglycerin anwende?

Alkohol verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung von Glyceroltrinitrat. Im Zusammenwirken mit Alkohol sollten Sie besonders vorsichtig sein, auch im Straßenverkehr.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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