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Helicobacter-pylori-Infektion
Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedelt; laut IQWiG führt die Infektion nur selten zu einer Entzündung, sie gehört aber zu den häufigsten Ursachen von Magenschleimhautentzündungen und Geschwüren. Wird das Bakterium bei Erwachsenen nachgewiesen, ist laut S2k-Leitlinie der DGVS eine Behandlung angezeigt; in der ersten Behandlung sollte bevorzugt eine Vierfachtherapie mit Bismut für mindestens 10 Tage eingesetzt werden (Empfehlung), die laut IQWiG aus einem Protonenpumpenhemmer, Bismut und den Antibiotika Tetracyclin und Metronidazol besteht. Schwarzen Stuhl, Erbrechen von Blut oder Zeichen einer Blutarmut sollten Sie laut IQWiG rasch ärztlich abklären lassen; bei plötzlichen, sehr starken Bauchschmerzen wählen Sie den Notruf 112.

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedelt [4]. In Deutschland tragen es schätzungsweise 40 von 100 Menschen in sich, aber nur etwa 4 bis 8 von ihnen haben eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür [2]. Wird das Bakterium bei Erwachsenen nachgewiesen, ist laut S2k-Leitlinie der DGVS eine Behandlung angezeigt; in der ersten Behandlung sollte bevorzugt eine Vierfachtherapie mit Bismut für mindestens 10 Tage eingesetzt werden (Empfehlung) [1].
Was ist eine Helicobacter-pylori-Infektion?
Helicobacter pylori, kurz H. pylori, besiedelt laut Embryotox die Magenschleimhaut und führt zu einer chronischen Magenschleimhautentzündung (Gastritis) [4]. Die S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Version 4.0 von Juli 2022, beschreibt die Infektion als bakterielle Erkrankung des Magens, unabhängig von Beschwerden und Erscheinungsbild. Sie gehört danach zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten [1].
H. pylori steht laut Leitlinie in einem ursächlichen Zusammenhang mit einer chronisch aktiven Gastritis, mit Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, mit Magenkrebs und mit dem Marginalzonen-B-Zell-Lymphom des Magens (MALT-Lymphom); für Magenkrebs nennt die Leitlinie das Bakterium den wesentlichen Risikofaktor [1, 4]. Eine Infektion führt laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aber nur selten zu einer Entzündung [2]. Mehr dazu: Gastritis und Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür.
Symptome
Am häufigsten führt die durch H. pylori ausgelöste chronische Gastritis laut Embryotox zu Verdauungsbeschwerden im Oberbauch (dyspeptischen Beschwerden) [4]. Bei einer chronischen Gastritis sind laut IQWiG oft nur leichte oder gar keine Beschwerden spürbar; es kann aber zu den gleichen Beschwerden kommen wie bei einer akuten Gastritis [2]:
- Magenschmerzen, Völlegefühl und Blähungen,
- Sodbrennen und Aufstoßen,
- Übelkeit, manchmal mit Erbrechen,
- Appetitlosigkeit und ein aufgeblähter Bauch.
Verursacht ein Geschwür Beschwerden, sind sie laut IQWiG oft unspezifisch, zum Beispiel Druck- und Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder saures Aufstoßen. Beim Zwölffingerdarmgeschwür treten sie eher bei leerem Magen auf und nehmen nach dem Essen ab [3]. Bleibt die Schleimhaut dauerhaft entzündet, kann sich laut IQWiG eine Blutarmut entwickeln; sehr selten entsteht ein bösartiger Tumor [2]. Mehr dazu: Eisenmangel.
Übertragung und Risikofaktoren
Die Übertragung von H. pylori erfolgt laut Leitlinie von Mensch zu Mensch [1]. Laut IQWiG verbreitet sich das Bakterium zum Beispiel über Speichel, Erbrochenes, Stuhl, Trinkwasser oder Nahrungsmittel; vermutlich steckt man sich meistens schon in der Kindheit über engen Kontakt in der Familie an [2]. Bei Säuglingen und Kleinkindern verschwindet eine Infektion ohne Behandlung laut Leitlinie häufig von selbst, ab dem Vorschulalter und bei Erwachsenen selten [1].
Mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Infektion verbunden sind laut Leitlinie ein höheres Lebensalter, ein Migrationshintergrund und eine H.-pylori-Infektion oder damit verbundene Erkrankungen bei Familienangehörigen, vor allem Magenkrebs. Anerkannte Strategien, einer Infektion in der Bevölkerung vorzubeugen, gibt es danach nicht, und eine wirksame Impfung steht zurzeit nicht zur Verfügung [1].
Medikamente als weitere Ursache von Geschwüren: Neben Helicobacter ist laut IQWiG die längere Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel (NSAR) wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen die häufigste Ursache von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren; manchmal entsteht ein Geschwür durch beide Ursachen gleichzeitig [3]. Werden diese Schmerzmittel mit Kortison kombiniert, kann das die magenschädigende Wirkung verstärken [3]. Mehr dazu: NSAR und Magenbeschwerden durch Medikamente.
Diagnose: Wer getestet wird und wie
Nachweisen lässt sich das Bakterium laut IQWiG in einer Gewebeprobe, die bei einer Magenspiegelung entnommen wird. Manchmal wird ein spezieller Atemtest eingesetzt, auch eine Blut- oder Stuhluntersuchung ist möglich [2]. Als ausreichend geprüft nennt die Leitlinie Untersuchungen der Gewebeprobe sowie den Harnstoff-Atemtest, den Stuhl-Antigentest und den Antikörpernachweis im Blut; sie sollten unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände angewendet werden (Empfehlung) [1].
Der Nachweis bedeutet laut Leitlinie bei Erwachsenen, dass eine Behandlung angezeigt ist; die Entscheidung für eine mögliche Behandlung sollte deshalb vor dem Test getroffen werden (Empfehlung) [1]. Getestet werden soll oder sollte laut Leitlinie unter anderem [1]:
- bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür (soll, starke Empfehlung),
- bei der Abklärung von Verdauungsbeschwerden im Oberbauch (soll, starke Empfehlung); je nach persönlichem Risiko kann der Test ohne Spiegelung oder mit Magenspiegelung und Gewebeprobe erfolgen (Empfehlung offen),
- vor einer geplanten Dauerbehandlung mit niedrig dosierter ASS oder mit NSAR bei erhöhtem Risiko für ein Geschwür oder eine Geschwürkomplikation; bei Nachweis soll behandelt werden (starke Empfehlung),
- bei einer Blutung in Magen oder Zwölffingerdarm unter ASS, P2Y12-Hemmern, Gerinnungshemmern oder NSAR; bei Nachweis soll behandelt werden (starke Empfehlung),
- bei geplanter oder laufender Dauerbehandlung mit einem Protonenpumpenhemmer (sollte, Empfehlung),
- bei einer Eisenmangel-Blutarmut, die nach angemessener Abklärung ungeklärt bleibt oder auf die Behandlung nicht anspricht (soll, starke Empfehlung),
- bei allen Menschen mit erhöhtem Risiko für Magenkrebs (soll, starke Empfehlung).
Eine Refluxkrankheit allein ist laut Leitlinie kein Grund für einen Test. Menschen ohne Beschwerden kann ab 50 Jahren ein Test in einem allgemeinen Vorsorgegespräch angeboten werden, zum Beispiel im Rahmen der Darmkrebsvorsorge (Empfehlung offen) [1]. Mehr dazu: Reflux und Sodbrennen und Blutverdünner.
Medikamente vor dem Test: Störfaktoren sollen laut Leitlinie bei der Auswahl und Bewertung der Tests berücksichtigt werden (starke Empfehlung). Für einen zuverlässigen Test sollten seit dem Ende einer Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer mindestens 2 Wochen und seit dem Ende einer Antibiotikabehandlung mindestens 4 Wochen vergangen sein (Empfehlung) [1]. Sagen Sie deshalb vor dem Test, welche Medikamente Sie nehmen. Ob und wann ein Mittel pausiert wird, bespricht die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr dazu: Medikamente vor Untersuchungen.
Behandlung ohne Medikamente
Beseitigt wird Helicobacter laut IQWiG mit einer Kombination aus Medikamenten [2, 3]. Als beeinflussbare Faktoren für die Wirksamkeit dieser Behandlung nennt die Leitlinie die Therapietreue, das Rauchen und das Ausmaß der Säurehemmung [1]. Mehr dazu: Antibiotika richtig einnehmen.
Bei einer akuten Gastritis ist es laut IQWiG wichtig, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Häufig wird geraten, Schonkost wie Zwieback oder Haferschleim zu essen und Kaffee sowie fetthaltige oder scharfe Speisen zu meiden; ob diese Maßnahmen helfen, ist wissenschaftlich aber kaum untersucht [2]. Ob Ernährung, Rauchen oder anhaltender Stress zur Entstehung eines Geschwürs beitragen, ist laut IQWiG noch nicht geklärt [3].
Behandlung mit Medikamenten

Wie häufig die Bakterien gegen ein Antibiotikum unempfindlich (resistent) sind, ist laut Leitlinie für die Behandlung sehr wichtig; die Auswahl der Kombination sollte deshalb die Wahrscheinlichkeit einer Resistenz berücksichtigen (Empfehlung) [1]. In der ersten Behandlung sollte laut Leitlinie bevorzugt eine Vierfachtherapie mit Bismut für mindestens 10 Tage eingesetzt werden (Empfehlung) [1]. Sie besteht laut IQWiG aus einem Protonenpumpenhemmer, Bismut, dem Antibiotikum Tetracyclin und dem Antibiotikum Metronidazol, die gleichzeitig eingenommen werden [3]. Bismut ist laut IQWiG ein ungiftiges Schwermetall, das das Wachstum der Bakterien hemmt und einen schützenden Film über der geschädigten Schleimhaut bildet [2]. In Deutschland gibt es dafür eine Kapsel mit Bismut-Kalium-Salz, Metronidazol und Tetracyclin (Pylera), die laut Fachinformation zusammen mit Omeprazol 10 Tage lang eingenommen wird [5].
Eine Dreifachtherapie mit Clarithromycin wird laut Leitlinie in der ersten Behandlung nicht mehr empfohlen, weil es für Deutschland keine gut dokumentierte örtliche Resistenzlage gibt [1]. Laut Embryotox führen zunehmende Resistenzen dazu, dass die früher übliche Dreifachtherapie aus Clarithromycin und Amoxicillin oder Metronidazol und einem Protonenpumpenhemmer nicht immer erfolgreich ist [4].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Protonenpumpenhemmer (Säurehemmer, Teil jeder Kombination) | Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol | Hemmen in den säurebildenden Zellen der Magenschleimhaut die Protonenpumpe, den letzten Schritt der Säurebildung [7, 9] | Omeprazol und Esomeprazol häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten: Kopfschmerzen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit oder Erbrechen, gutartige Magenpolypen [8, 10]; Pantoprazol häufig: gutartige Magenpolypen [6] |
| Kapsel mit Bismut, Metronidazol und Tetracyclin (Antibiotika mit Bismut, zusammen mit Omeprazol) | Bismut-Kalium-Salz, Metronidazol und Tetracyclin in einer Kapsel [5] | Bismut: genaue Wirkung noch nicht bekannt; Metronidazol: Radikale zerstören das Erbgut der Bakterien; Tetracyclin: stört die Eiweißherstellung der Bakterien [5] | Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten: Geschmacksstörung mit metallischem Geschmack, Durchfall, Übelkeit, schwarzer Stuhl; häufig unter anderem Scheideninfektion, verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Hautausschlag, Dunkelfärbung des Urins, erhöhte Leberwerte [5] |
| Penicilline | Amoxicillin | Hemmt Enzyme, die Bakterien zum Aufbau ihrer Zellwand brauchen; die Zellwand wird geschwächt, die Bakterien sterben in der Regel ab [12] | Häufig: Hautausschlag, Übelkeit, Durchfall [11] |
| Makrolide | Clarithromycin | Bindet an die Eiweißfabriken der Bakterien (Ribosomen) und hemmt so ihre Eiweißherstellung; meist wird das Wachstum gehemmt [14] | Häufig: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Geschmacksstörung, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magen- und Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Hautausschlag, verstärktes Schwitzen, veränderte Leberwerte [13] |
| Nitroimidazole | Metronidazol | Unter sauerstoffarmen Bedingungen entstehen in den Erregern Radikale, die das Erbgut angreifen; die Zellen sterben ab [16] | Häufig: Geschmacksstörungen, bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Entzündungen im Mund, Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Dunkelfärbung des Urins ohne Krankheitswert [15] |
Jede Häufigkeit gilt nur für das Präparat, bei dem sie steht. Mehr zu den Klassen: Beipackzettel verstehen.
Anwendungsgebiete: Laut Leitlinie bedeutet bei Erwachsenen jeder Nachweis des Bakteriums, dass eine Behandlung angezeigt ist [1]. Die zugelassenen Anwendungsgebiete der Präparate sind zum Teil enger: Die Bismut-Kapsel ist laut Fachinformation zusammen mit Omeprazol zugelassen, um Helicobacter zu beseitigen und erneuten Geschwüren vorzubeugen, bei Menschen mit aktuellen oder früheren Geschwüren durch H. pylori [5]. Auch die Packungsbeilagen von Pantoprazol (Tabletten mit 40 mg), Omeprazol, Esomeprazol und Amoxicillin nennen die Beseitigung von Helicobacter im Zusammenhang mit Geschwüren von Magen oder Zwölffingerdarm [6, 8, 10, 11]. Metronidazol ist im Rahmen einer Kombinationsbehandlung bei Infektionen mit Helicobacter im oberen Magen-Darm-Bereich zugelassen [15]. Clarithromycin ist in geeigneter Kombination zur Beseitigung von H. pylori bei damit verbundenen Geschwüren angezeigt; die Fachinformation nennt seine Anwendungsgebiete für Menschen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Beta-Lactam-Antibiotika oder wenn diese aus anderen Gründen nicht geeignet sind [13, 14]. Die Dosierungen laut Packungsbeilage stehen auf den Wirkstoffseiten, zum Beispiel bei Metronidazol, Amoxicillin und Clarithromycin.
Wenn die erste Behandlung nicht hilft
Nach einer erfolglosen ersten Vierfachtherapie sollte laut Leitlinie eine Resistenztestung erfolgen (Empfehlung); nach einmaligem Versagen sollte, nach zweimaligem Versagen soll getestet werden (Empfehlung bzw. starke Empfehlung) [1]. Die zweite Behandlung soll unter Berücksichtigung einer vorliegenden Resistenztestung mit einer Standard-Dreifachtherapie oder einer Dreifachtherapie mit einem Fluorchinolon über 14 Tage erfolgen (starke Empfehlung). Nach einer erfolglosen zweiten Behandlung sollen weitere Versuche nur durch Fachleute mit Zugang zu einer Resistenztestung erfolgen (starke Empfehlung) [1].
Fluorchinolone: Levofloxacin ist laut seiner Fachinformation nicht für die Behandlung von Helicobacter zugelassen; sie nennt andere Anwendungsgebiete [17]. Ein Rote-Hand-Brief vom 7. Juni 2023 erinnert daran, dass Fluorchinolone mit sehr seltenen, schwerwiegenden, lang anhaltenden und möglicherweise bleibenden Nebenwirkungen verbunden sind und nur für die zugelassenen Anwendungsgebiete und nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko verschrieben werden sollten [18]. Mehr dazu: Off-Label-Use und Sehnenschäden durch Medikamente.
Kinder und Jugendliche
Bei Kindern und Jugendlichen sollte laut Leitlinie nur getestet werden, wenn bei einem positiven Ergebnis eine Behandlung vorgesehen ist; die Strategie, Kinder und Jugendliche mit einem Test ohne Spiegelung zu untersuchen und bei positivem Ergebnis zu behandeln (Test-and-Treat), sollte nicht angewendet werden (jeweils Empfehlung) [1]. Vor der ersten Behandlung sollte eine Resistenztestung erfolgen, nach deren Ergebnis die Antibiotika ausgewählt werden sollten (Empfehlung). Behandlung der ersten Wahl soll eine an der Resistenzlage ausgerichtete Dreifachtherapie über 14 Tage sein (starke Empfehlung) [1]. Die Bismut-Kapsel darf laut Fachinformation bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden, für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren wird sie nicht empfohlen [5]. Mehr dazu: Medikamente bei Kindern.
Schwangerschaft und Stillzeit
Eine Behandlung darf laut Embryotox bei entsprechender Indikation auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden. Es gibt danach starke Hinweise, dass H. pylori mit starkem Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum) in Zusammenhang stehen könnte [4]. Weil die empfohlene Vierfachtherapie Bismut und Tetracyclin enthält, sollte sie laut Embryotox in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Tetracycline sind danach ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel nicht erlaubt (kontraindiziert), und Bismut sollte in allen Schwangerschaftsdritteln Ausnahmesituationen vorbehalten bleiben [4]. Die Fachinformation der Bismut-Kapsel nennt Schwangerschaft und Stillzeit als Gegenanzeige [5].
In der Schwangerschaft kann laut Embryotox unter Berücksichtigung einer Resistenztestung unter anderem eine Dreifachtherapie mit Amoxicillin und Clarithromycin oder mit Metronidazol und Clarithromycin angewendet werden. Als Protonenpumpenhemmer hat Omeprazol danach die meisten Erfahrungen in der Schwangerschaft, bei therapeutischem Vorteil kann auch Pantoprazol angewendet werden [4]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft und Schwangerschaftsübelkeit.
Nebenwirkungen der Medikamente
Bismut-Kapsel: Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind laut Fachinformation ein veränderter, schwarzer Stuhl, Durchfall, Übelkeit und eine Geschmacksstörung mit metallischem Geschmack [5]. Schwarzer Stuhl und eine Verfärbung der Zunge können bei Bismutverbindungen auftreten, weil Bismut im Magen-Darm-Trakt umgewandelt wird [5]. Die Kapsel wird laut Fachinformation nach dem Essen im Sitzen mit einem vollen Glas Wasser eingenommen, ohne sich sofort hinzulegen, um das Risiko einer Reizung und eines Geschwürs der Speiseröhre durch Tetracyclin zu verringern; besonders wichtig ist das vor dem Schlafengehen [5]. Während der Behandlung und mindestens 24 Stunden danach dürfen keine alkoholischen Getränke getrunken werden [5].
Unter der Kapsel und ihren Bestandteilen Metronidazol und Tetracyclin wurde über schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse berichtet; sie erfordern laut Fachinformation das sofortige Absetzen. Bei ungewöhnlichen Zeichen am Nervensystem ist ebenfalls ein sofortiges Absetzen erforderlich; berichtet wurden Nervenschäden an Armen und Beinen (periphere Neuropathie) und Erkrankungen des Gehirns (Enzephalopathie) [5]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Für Kombinationen aus Bismut, Metronidazol und Tetracyclin ist nach einer Stellungnahme der europäischen Koordinierungsgruppe CMDh vom 30.01.2025 ein Kleinhirnsyndrom als Nebenwirkung mit nicht bekannter Häufigkeit in die Produktinformation aufzunehmen; mögliche Zeichen sind Störungen der Bewegungskoordination, des Sprechens oder Gehens, unwillkürliche Augenbewegungen und Zittern, die sich nach dem Ende der Behandlung zurückbilden können [20]. Bei einigen Anwendern von Tetracyclinen wurde laut Fachinformation über Lichtempfindlichkeit mit ausgeprägten Sonnenbrandreaktionen berichtet; beim ersten Anzeichen einer Hautrötung ist die Behandlung abzubrechen [5]. Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit.
Metronidazol: Häufig sind laut Packungsbeilage Geschmacksstörungen, etwa ein metallischer Geschmack, bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Entzündungen im Mund, Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Durchfall sowie eine Dunkelfärbung des Urins durch ein Stoffwechselprodukt, die keinen Krankheitswert hat [15]. Alkohol ist während der Behandlung und mindestens 48 Stunden danach zu meiden, sonst können Hautrötungen an Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten. Bei Taubheitsgefühl, Pelzigsein oder Kribbeln in Armen und Beinen müssen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt verständigen [15]. Mehr dazu: Urinverfärbung.
Clarithromycin: Häufig sind laut Packungsbeilage unter anderem Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Geschmacksstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Hautausschlag und verstärktes Schwitzen [13]. Es darf laut Packungsbeilage unter anderem nicht zusammen mit bestimmten Statinen wie Simvastatin oder Lovastatin, mit Ticagrelor, Ranolazin, Colchicin oder anderen Arzneimitteln eingenommen werden, die schwere Herzrhythmusstörungen verursachen können, und nicht bei zu niedrigem Kalium- oder Magnesiumspiegel [13]. Bei vielen weiteren Mitteln, etwa Gerinnungshemmern, muss die Ärztin oder der Arzt möglicherweise Blutspiegel oder Wirkung kontrollieren oder die Behandlung anpassen [13]. Mehr dazu: Wechselwirkungen und QT-Verlängerung.
Amoxicillin: Häufig sind laut Packungsbeilage Hautausschlag, Übelkeit und Durchfall [11]. Bei Zeichen einer allergischen Reaktion wie Juckreiz, Ausschlag, Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Körper oder Atembeschwerden nehmen Sie es laut Packungsbeilage nicht weiter ein und holen sofort ärztliche Hilfe [11]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.
Durchfall unter Antibiotika: Durchfall, der manchmal Blut enthält, mit Bauchschmerzen und Fieber kann laut Packungsbeilage von Amoxicillin auf eine Dickdarmentzündung hinweisen, auch noch bis zu einigen Wochen nach der Einnahme; dann nehmen Sie es nicht weiter ein und holen sofort ärztliche Hilfe [11]. Bei schweren, anhaltenden Durchfällen während oder in den ersten Wochen nach einer Behandlung mit Metronidazol lassen Sie sich laut Packungsbeilage sofort ärztlich behandeln und nehmen keine Mittel, die die Darmbewegung hemmen [15]. Mehr dazu: Durchfall durch Medikamente.
Protonenpumpenhemmer: Die häufigen Nebenwirkungen stehen in der Tabelle. Bei einer Einnahme über mehr als 3 Monate können laut Packungsbeilage von Omeprazol Erschöpfung, unfreiwillige Muskelkontraktionen, Verwirrtheit, Krämpfe, Schwindelgefühl oder eine erhöhte Herzfrequenz auf zu niedrige Magnesiumwerte hinweisen; dann informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [8]. Wegen eines erhöhten Risikos für Knochenbrüche und für einen schweren Magnesiummangel im Blut (Hypomagnesiämie) hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Schreiben vom 25.07.2012 die Zulassungsinhaber aller verschreibungspflichtigen Protonenpumpenhemmer aufgefordert, die Produktinformationen anzupassen [21]. Mehr dazu: Protonenpumpenhemmer und Pantoprazol oder Omeprazol.
Haben Sie ein Medikament als Auslöser von Beschwerden im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [11]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Nach der Behandlung
Laut Leitlinie soll der Behandlungserfolg überprüft werden. Zwischen dem Ende der Antibiotika und der Kontrolle sollen mindestens 4 Wochen liegen, zwischen dem Ende einer Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer und einer zuverlässigen Kontrolle mindestens 2 Wochen (starke Empfehlung) [1]. Ist keine Kontrollspiegelung des Magens nötig, soll die Kontrolle mit einem Atemtest mit markiertem Harnstoff (13C-Harnstoff-Atemtest) oder einem Stuhl-Antigentest mit bestimmten (monoklonalen) Antikörpern erfolgen (starke Empfehlung) [1]. Laut IQWiG wird manchmal auch eine Magenspiegelung genutzt. Hat die Behandlung nicht gewirkt, wird sie danach mit einer anderen Antibiotika-Kombination und einem Protonenpumpenhemmer wiederholt [3].
Sind nach der Vierfachtherapie noch Beschwerden spürbar, kann die Ärztin oder der Arzt die Behandlung mit dem Protonenpumpenhemmer laut IQWiG fortsetzen [3]. Die Rate erneuter Infektionen nach einer erfolgreichen Behandlung ist bei Erwachsenen in Industrieländern laut Leitlinie niedrig; routinemäßige Kontrollen, um eine erneute Infektion auszuschließen, sollten nicht erfolgen (Empfehlung) [1].
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Die häufigste Komplikation eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs sind laut IQWiG Blutungen. Rasch ärztlich abklären lassen sollten Sie deshalb [3]:
- schwarz gefärbten Stuhl,
- Erbrechen von Blut (rot oder schwarz gefärbtes Erbrochenes),
- Zeichen einer Blutarmut wie Abgeschlagenheit, Schwindel, Blässe oder Luftnot bei körperlicher Anstrengung,
- häufiges Erbrechen nach dem Essen.
Unter der Bismut-Kapsel ist schwarzer Stuhl laut Fachinformation sehr häufig [5]. Schwarz gefärbter Stuhl kann aber auch auf eine Blutung hinweisen, laut IQWiG die häufigste Komplikation eines Geschwürs [3]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie nicht sicher sind, woher die Verfärbung kommt. Plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen können auf einen Durchbruch der Magen- oder Darmwand hinweisen; das ist lebensbedrohlich, bei Verdacht sollte laut IQWiG sofort der Notruf 112 gewählt werden [3].
Bemerken Sie vor oder während der Behandlung mit Pantoprazol unter anderem einen unbeabsichtigten Gewichtsverlust, wiederholtes Erbrechen, Erbrechen von Blut, Blut im Stuhl, das schwarz oder teerartig aussehen kann, Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Schlucken oder Blässe und Schwächegefühl, informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil das auf eine ernsthaftere Erkrankung hinweisen kann [6]. Akute Bauchschmerzen kann laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 versorgen, wenn die Praxen geschlossen sind und die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann. Starke, nicht stillbare Blutungen sind Fälle für den Notruf 112 [19].
Quellen
- Leitlinie S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. 021-001), digitale Fassung mit Empfehlungen 3.1 bis 10.20 und Hintergrundtexten. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Helicobacter pylori-Erkrankung (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Pylera 140 mg/125 mg/125 mg Hartkapseln (Bismut-Kalium-Salz, Metronidazol, Tetracyclinhydrochlorid), Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber und bei der EMA keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Laboratoires Juvisé Pharmaceuticals (Zulassungsinhaber). Stand 02/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm NT 20 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Omeprazol-ratiopharm NT magensaftresistente Hartkapseln (10/20/40 mg). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Esomeprazol-ratiopharm 20 mg, 40 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amoxicillin-ratiopharm 1000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amoxicillin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clarithromycin STADA 500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Clarithromycin STADA 250 mg/500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Levofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten (Version 19), Abschnitt 4.1. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete fluorchinolonhaltige Antibiotika, Erinnerung an die Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber fluorchinolonhaltiger Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 07.06.2023. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Citronensäure-Bismut-Kalium-Salz/Metronidazol/Tetracyclin: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Änderungen der Produktinformation (PSUSA/00010199/202405), Stellungnahme der CMDh vom 30.01.2025, Umsetzung durch die Mitgliedstaaten bis 15.05.2025. Koordinierungsgruppe CMDh, Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 30.01.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Protonenpumpeninhibitoren (verschreibungspflichtige Formen): Risiko von Knochenbrüchen sowie von Hypomagnesiämie, Aufforderung zur Textanpassung (Mitteilung vom 25.07.2012). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 26.07.2012. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Wie steckt man sich mit Helicobacter pylori an?
Die Übertragung erfolgt laut S2k-Leitlinie der DGVS von Mensch zu Mensch. Laut IQWiG verbreitet sich das Bakterium zum Beispiel über Speichel, Erbrochenes, Stuhl, Trinkwasser oder Nahrungsmittel; vermutlich steckt man sich meistens schon in der Kindheit über engen Kontakt in der Familie an. Eine wirksame Impfung steht laut Leitlinie zurzeit nicht zur Verfügung.
Muss Helicobacter pylori immer behandelt werden?
Laut S2k-Leitlinie bedeutet der Nachweis des Bakteriums bei Erwachsenen, dass eine Behandlung angezeigt ist. Die Entscheidung für eine mögliche Behandlung sollte deshalb vor dem Test getroffen werden (Empfehlung). Bei Kindern und Jugendlichen sollte laut Leitlinie nur getestet werden, wenn bei einem positiven Ergebnis eine Behandlung vorgesehen ist (Empfehlung). Ob ein Test für Sie sinnvoll ist, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Medikamente helfen gegen Helicobacter pylori?
In der ersten Behandlung sollte laut S2k-Leitlinie bevorzugt eine Vierfachtherapie mit Bismut für mindestens 10 Tage eingesetzt werden (Empfehlung). Sie besteht laut IQWiG aus einem Protonenpumpenhemmer, Bismut und den Antibiotika Tetracyclin und Metronidazol. Eine Dreifachtherapie mit Clarithromycin wird laut Leitlinie in der ersten Behandlung nicht mehr empfohlen, weil es für Deutschland keine gut dokumentierte örtliche Resistenzlage gibt. Welche Kombination infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Wie wird Helicobacter festgestellt?
Laut IQWiG wird eine Gewebeprobe aus einer Magenspiegelung untersucht; manchmal wird ein spezieller Atemtest eingesetzt, auch eine Blut- oder Stuhluntersuchung ist möglich. Für einen zuverlässigen Test sollten laut Leitlinie seit dem Ende einer Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer mindestens 2 Wochen und seit dem Ende von Antibiotika mindestens 4 Wochen vergangen sein (Empfehlung). Ob und wann ein Mittel vor dem Test pausiert wird, bespricht die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen.
Ist schwarzer Stuhl während der Behandlung normal?
Unter der Kapsel mit Bismut, Metronidazol und Tetracyclin ist schwarzer Stuhl laut Fachinformation sehr häufig; er entsteht, weil Bismut im Magen-Darm-Trakt umgewandelt wird, und ist laut Fachinformation eine vorübergehende Dunkelfärbung. Schwarzer Stuhl kann aber auch ein Zeichen einer Blutung sein: Schwarz gefärbten Stuhl, Erbrechen von Blut oder Zeichen einer Blutarmut wie Schwindel, Blässe oder Luftnot bei Anstrengung sollten Sie laut IQWiG rasch ärztlich abklären lassen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie nicht sicher sind, woher die Verfärbung kommt.
Darf ich während der Behandlung Alkohol trinken?
Während der Behandlung mit der Bismut-Kapsel und mindestens 24 Stunden danach dürfen laut Fachinformation keine alkoholischen Getränke getrunken werden. Bei Metronidazol als Einzelmittel sieht die Packungsbeilage vor, Alkohol während der Behandlung und mindestens 48 Stunden danach zu meiden, weil sonst Hautrötungen an Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten können. Mehr dazu: Medikamente und Alkohol.
Kann Helicobacter nach der Behandlung wiederkommen?
Die Rate erneuter Infektionen nach einer erfolgreichen Behandlung ist bei Erwachsenen in Industrieländern laut S2k-Leitlinie niedrig. Routinemäßige Kontrollen, um eine erneute Infektion auszuschließen, sollten laut Leitlinie nicht erfolgen (Empfehlung). Ob die Behandlung gewirkt hat, soll laut Leitlinie aber überprüft werden, frühestens 4 Wochen nach dem Ende der Antibiotika und 2 Wochen nach dem Ende des Protonenpumpenhemmers (starke Empfehlung).
Kann Helicobacter in der Schwangerschaft behandelt werden?
Laut Embryotox darf eine Behandlung bei entsprechender Indikation auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden. Die Vierfachtherapie mit Bismut und Tetracyclin sollte danach in der Schwangerschaft nicht angewendet werden; die Fachinformation der Bismut-Kapsel nennt Schwangerschaft und Stillzeit als Gegenanzeige. In der Schwangerschaft kann laut Embryotox unter Berücksichtigung einer Resistenztestung unter anderem eine Dreifachtherapie mit Amoxicillin und Clarithromycin oder mit Metronidazol und Clarithromycin angewendet werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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