MedikamenteWirkstoff

Citalopram: Nebenwirkungen und Wirkung

Citalopram ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und wird zur Behandlung von Episoden einer Major Depression eingesetzt. Sehr häufige Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit und vermehrtes Schwitzen. Bei schnellem, unregelmäßigem Herzschlag mit Ohnmacht oder bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Frau Mitte vierzig mit dunkelblondem Haar sitzt am Morgen mit einer Tasse Tee am Küchenfenster und schaut ruhig nach draußen
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schläfrigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Schlaflosigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit und Mundtrockenheit[1, 2]
  • Sehr häufig: Vermehrtes Schwitzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Schwäche oder Kraftlosigkeit (Asthenie)[1, 2]
  • Sehr häufig: Störungen der Scharfeinstellung des Auges (gestörte Akkommodation)[1, 2]
  • Häufig: Verminderter Appetit oder Appetitlosigkeit (Anorexie), Gewichtsabnahme[1, 2]
  • Häufig: Unruhe (Agitiertheit), Nervosität, Verwirrtheit[1, 2]
  • Häufig: Angst, veränderte Träume, Teilnahmslosigkeit (Apathie)[1, 2]
  • Häufig: Vermindertes sexuelles Verlangen[1, 2]
  • Häufig: Orgasmusstörungen bei Frauen[1, 2]
  • Häufig: Gedächtnisverlust (Amnesie)[1, 2]
  • Häufig: Migräne[1, 2]
  • Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
  • Häufig: Kribbeln oder Taubheitsgefühl der Haut (Parästhesie)[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen[1, 2]
  • Häufig: Geschmacksstörungen[1, 2]
  • Häufig: Ohrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]
  • Häufig: Herzrasen (Palpitationen)[1, 2]
  • Häufig: Hoher oder niedriger Blutdruck[1, 2]
  • Häufig: Gähnen, Schnupfen (Rhinitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)[1, 2]
  • Häufig: Durchfall, Erbrechen, Verstopfung[1, 2]
  • Häufig: Magenbeschwerden wie Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie) und Blähungen[1, 2]
  • Häufig: Vermehrter Speichelfluss[1, 2]
  • Häufig: Juckreiz (Pruritus)[1, 2]
  • Häufig: Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Vermehrte Harnausscheidung (Polyurie), Schwierigkeiten beim Wasserlassen[1, 2]
  • Häufig: Schmerzhafte Regelblutung (Dysmenorrhö)[1, 2]
  • Häufig: Ejakulationsstörungen, auch ausbleibende Ejakulation; Erektionsstörungen, Impotenz[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Citalopram eingesetzt?

Citalopram ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Antidepressiva. Er gehört zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, kurz SSRI [1, 2]. Citalopram-ratiopharm, auf dem diese Seite beruht, wird laut Packungsbeilage zur Behandlung einer depressiven Erkrankung angewendet, genauer von Episoden einer Major Depression [1, 2]. Für das Präparat Cipramil nennt ein Rote-Hand-Brief von 2011 neben depressiven Erkrankungen auch Panikstörungen mit und ohne Agoraphobie [4]. Mehr über das Krankheitsbild lesen Sie auf der Seite Depression.

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Citalopram normalerweise nicht angewendet werden. In dieser Altersgruppe traten unter Antidepressiva häufiger Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit auf als unter einem Scheinmedikament [1, 2].

Wie wirkt Citalopram?

Nervenzellen im Gehirn geben den Botenstoff Serotonin ab und nehmen ihn wieder auf. Citalopram hemmt diese Wiederaufnahme gezielt; laut Fachinformation hängt die antidepressive Wirkung wahrscheinlich damit zusammen [2]. Ganz geklärt ist die Wirkweise laut Packungsbeilage noch nicht. Es wird angenommen, dass niedrige Serotoninwerte eine Ursache für Depressionen sein können [1].

Die Wirkung setzt nicht sofort ein: Es dauert mindestens zwei Wochen, bis Sie eine Besserung bemerken [1]. Der verwandte Wirkstoff Escitalopram ist laut Fachinformation der wirksame Anteil (das aktive Enantiomer) von Citalopram [2]. Einen Vergleich mit einem anderen SSRI finden Sie im Ratgeber Sertralin oder Citalopram?

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Packungsbeilage sind die Nebenwirkungen in der Regel mild und vorübergehend. Sie treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf und lassen gewöhnlich nach, wenn sich die depressiven Beschwerden bessern [1]. Für vermehrtes Schwitzen, Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Durchfall, Übelkeit und Müdigkeit wurde ein Zusammenhang mit der Höhe der Dosis festgestellt [2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), überwiegend bei älteren Frauen[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
  • PsycheGesteigertes sexuelles Verlangen[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle (Grand-mal-Anfall), unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemSerotonin-Syndrom, erkennbar an Krankheitszeichen wie hohem Fieber, Zittern, plötzlichen Muskelzuckungen und Unruhe[1, 2]Mehr dazu: FieberZitternUnruhe und Nervosität
  • Gefäße und KreislaufBlutungen (Hämorrhagien)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • AtemwegeHusten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
  • Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
  • Allgemeine BeschwerdenAllgemeines Krankheitsgefühl (Malaise)[1, 2]
  • HormonsystemUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons, das den Wasserhaushalt steuert (SIADH), vorwiegend bei älteren Frauen[1]Mehr dazu: Natriummangel

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Blut und LymphsystemVerminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), wodurch das Risiko für Blutungen oder blaue Flecken steigen kann[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen, auch schwere allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktion)[2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • HormonsystemErhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut (Hyperprolaktinämie)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungZu niedriger Kaliumwert im Blut (Hypokaliämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
  • PsychePanikattacken[1, 2]Mehr dazu: Angst
  • PsycheZähneknirschen[1, 2]
  • PsycheSuizidgedanken und suizidales Verhalten, berichtet während der Einnahme oder kurz nach dem Ende der Behandlung[1, 2]
  • NervensystemGefühl der Ruhelosigkeit oder Unvermögen, stillzusitzen oder stillzustehen (Akathisie), unwillkürliche Muskelbewegungen[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • NervensystemUngewöhnliche Muskelbewegungen oder Muskelsteifheit (extrapyramidale Störungen, Bewegungsstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
  • AugenSehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzVeränderungen im EKG: verlängertes QT-Intervall; Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de Pointes[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall beim plötzlichen Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Hypotonie), manchmal mit Schwindel[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
  • AtemwegeNasenbluten[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • Magen und DarmBlutungsstörungen im Magen-Darm-Trakt und Enddarm[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
  • HautHaut- und Schleimhautblutungen (Ekchymosen)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • HautPlötzliche Schwellung der Haut oder Schleimhäute durch Wassereinlagerung (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • Leber und GalleAuffällige Ergebnisse von Leberfunktionstests[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Geschlechtsorgane und BrustBlutungen aus der Scheide in unregelmäßigen Abständen (Metrorrhagie)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustSchwere Blutungen aus der Scheide kurz nach der Geburt (postpartale Hämorrhagie); berichtet für die Gruppe der SSRI/SNRI[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • Geschlechtsorgane und BrustSchmerzhafte Erektionen bei Männern (Priapismus)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustMilchige Absonderungen aus der Brustdrüse bei Frauen, die nicht stillen, und bei Männern (Galaktorrhö)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeErhöhtes Risiko für Knochenbrüche, beobachtet bei Menschen, die mit dieser Arzneimittelgruppe behandelt wurden[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Herzrhythmus: Citalopram kann das QT-Intervall im EKG dosisabhängig verlängern. Seit der Markteinführung wurden QT-Verlängerungen und Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de Pointes berichtet, überwiegend bei Frauen, bei niedrigem Kaliumwert, bei bereits verlängertem QT-Intervall oder anderen Herzerkrankungen [2]. Zu niedrige Kalium- oder Magnesiumwerte werden laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn ausgeglichen [2]. Mehr dazu unter QT-Verlängerung.

Suizidgedanken: Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid verstärkt sein, weil die Wirkung erst nach einiger Zeit eintritt. Wahrscheinlicher sind sie, wenn Sie solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre [1, 2]. Haben Sie solche Gedanken, gehen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf. Es kann helfen, Angehörigen oder Freunden von der Depression zu erzählen und sie zu bitten, auf Verschlechterungen oder Verhaltensänderungen zu achten [1]. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Serotonin-Syndrom: In seltenen Fällen wurde unter SSRI ein Serotonin-Syndrom berichtet. Hohes Fieber, Zittern, plötzliche Muskelzuckungen und Unruhe können darauf hinweisen; die Behandlung wird dann sofort abgebrochen [1, 2]. Laut Fachinformation wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms bei Kombination mit Moclobemid oder Buspiron berichtet [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Mitte fünfzig mit grauem Bart spricht in einem hellen Sprechzimmer ruhig mit einer Ärztin
Bild: KI-generiert

Müdigkeit und Schlafstörungen: Schläfrigkeit und Schlaflosigkeit sind beide sehr häufig [1, 2]. Laut Fachinformation kann bei Schlaflosigkeit und Unruhe zu Beginn der Behandlung eine Dosisanpassung sinnvoll sein; sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [2]. Fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Citalopram bei Ihnen wirkt [1].

Übelkeit, Mundtrockenheit, Schwitzen: Übelkeit, Mundtrockenheit und vermehrtes Schwitzen können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen [1, 2]. Die Packungsbeilage nennt keine eigenen Gegenmaßnahmen; halten diese Beschwerden länger an, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Unruhe und Angst: Unruhe, Nervosität und Angst sind häufig [1, 2]. Achten Sie in den ersten Behandlungswochen auf ein Gefühl der Ruhelosigkeit, bei dem Sie nicht stillsitzen können (Akathisie); eine Dosissteigerung kann es verschlimmern [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Unruhe und Angst.

Sexuelle Nebenwirkungen: Weniger Lust auf Sex, Orgasmusstörungen bei Frauen sowie Ejakulations- und Erektionsstörungen sind häufig [1, 2]. In bestimmten Fällen blieben sexuelle Funktionsstörungen nach dem Ende der Behandlung bestehen [1, 2]. Mehr dazu unter Libido und Potenz.

Natriummangel: Vor allem bei älteren Frauen kann Citalopram selten den Natriumwert im Blut senken. Müdigkeit, Verwirrtheit und Unwohlsein mit Muskelschwäche können darauf hinweisen; suchen Sie dann sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1, 2]. Hintergründe finden Sie auf der Seite Natriummangel.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Nicht erlaubt ist die Kombination mit MAO-Hemmern und mit Mitteln, die das QT-Intervall verlängern [1, 2]. Mit Triptanen wie Sumatriptan oder mit Tramadol können sich serotonerge Wirkungen verstärken; für SSRI zusammen mit Lithium und Tryptophan gibt es Berichte über verstärkte Wirkungen, und mit Johanniskraut können Nebenwirkungen häufiger auftreten [1, 2].

Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure und Blutverdünner können zusammen mit Citalopram das Blutungsrisiko erhöhen [1, 2]. Bei Magensäurehemmern wie Omeprazol ist laut Fachinformation Vorsicht geboten, weil sie das Abbau-Enzym CYP2C19 hemmen; eine Dosisanpassung kann erforderlich sein. Umgekehrt verdoppelte Citalopram in einer Studie den Blutspiegel von Metoprolol [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Citalopram
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer (z. B. Moclobemid, Selegilin) und LinezolidSchwere, manchmal tödliche Reaktionen, auch ein Serotonin-Syndrom[1, 2]Kombination nicht erlaubt; Linezolid nur unter engmaschiger Überwachung mit Blutdruckkontrolle; Selegilin laut Packungsbeilage nur bis 10 mg pro Tag; Abstände von 14 Tagen (vor Beginn von Citalopram) bzw. 7 Tagen (vor Beginn eines MAO-Hemmers) einhalten
Mittel, die das QT-Intervall verlängern: Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Antipsychotika (z. B. Phenothiazine, Pimozid, Haloperidol), trizyklische Antidepressiva, bestimmte Mittel gegen Infektionen (z. B. Sparfloxacin, Moxifloxacin, Erythromycin als Infusion, Pentamidin, Malariamittel wie Halofantrin), bestimmte Antihistaminika (Astemizol, Mizolastin)Gefährliche Herzrhythmusstörungen möglich[1, 2]Kombination nicht erlaubt
Serotonerg wirkende Mittel: Triptane gegen Migräne (z. B. Sumatriptan, Oxitriptan), Tramadol und andere Opioide, Buprenorphin, Buspiron, Lithium, TryptophanSerotonerge Wirkungen können sich verstärken; mit Moclobemid und Buspiron wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms berichtet[1, 2]Triptane nicht empfohlen; Lithium und Tryptophan nur mit Vorsicht, Lithiumspiegel weiter routinemäßig kontrollieren; vorher Rücksprache halten
Johanniskraut (pflanzliche Mittel mit Hypericum perforatum)Nebenwirkungen können häufiger auftreten[1, 2]Nicht gleichzeitig einnehmen
Blutgerinnungshemmer, Acetylsalicylsäure, NSAR wie Ibuprofen, Dipyridamol, Ticlopidin; atypische NeuroleptikaErhöhtes Blutungsrisiko[1, 2]Nur mit Vorsicht kombinieren; vorher Rücksprache halten
Magensäurehemmer und andere Hemmstoffe des Enzyms CYP2C19 (Omeprazol, Esomeprazol, Lansoprazol, Cimetidin, Fluconazol, Fluvoxamin, Ticlopidin)Der Citalopram-Spiegel kann steigen (Cimetidin: leichter Anstieg; Omeprazol erhöhte den Spiegel von Escitalopram, dem aktiven Anteil von Citalopram, um ungefähr 50 %)[1, 2]Nur mit Vorsicht kombinieren; eine Dosisanpassung kann erforderlich sein
Mittel, die über das Enzym CYP2D6 abgebaut werden, und Imipramin: Flecainid, Propafenon, Metoprolol, Antidepressiva wie Desipramin, Clomipramin und Nortriptylin sowie Neuroleptika wie Risperidon, Thioridazin, HaloperidolWechselwirkungen möglich: In einer Studie verdoppelte sich der Metoprolol-Spiegel; bei Imipramin stieg der Spiegel seines Abbauprodukts Desipramin, bei Desipramin dessen Konzentration[1, 2]Nur mit Vorsicht kombinieren; eine Dosisanpassung kann gerechtfertigt sein
Arzneimittel, die zu niedrigen Kalium- oder Magnesiumwerten im Blut führen könnenHöheres Risiko für bösartige Herzrhythmusstörungen[1, 2]Nur mit Vorsicht kombinieren; Apotheke oder Arztpraxis fragen, ob ein Mittel dazugehört
Arzneimittel, die die Krampfschwelle senken können (z. B. andere SSRI, Neuroleptika, Mefloquin, Bupropion, Tramadol)Krampfanfälle können wahrscheinlicher werden[1, 2]Nur mit Vorsicht kombinieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Citalopram nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Citalopram oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Gleichzeitige oder kürzlich beendete Behandlung mit MAO-Hemmern (z. B. Moclobemid); Citalopram darf erst 14 Tage nach dem Ende einer Behandlung mit einem MAO-Hemmer begonnen werden, ein MAO-Hemmer frühestens 7 Tage nach dem Absetzen von Citalopram. Ausnahme: Selegilin in niedriger Dosis (siehe Wechselwirkungen)[1, 2]
  • Angeborene Herzrhythmusstörungen oder frühere Episoden von Herzrhythmusstörungen im EKG, etwa ein bekanntes verlängertes QT-Intervall oder ein angeborenes Long-QT-Syndrom[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln gegen Herzrhythmusstörungen oder von Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen beziehungsweise das QT-Intervall verlängern können (siehe Wechselwirkungen)[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit Linezolid (Antibiotikum), außer bei engmaschiger ärztlicher Überwachung und Kontrolle des Blutdrucks[1, 2]
  • Instabile Epilepsie[2]

Besondere Vorsicht bei

  • Frühere oder bestehende Störungen der Herzfunktion oder ein kürzlich zurückliegender Herzinfarkt[1, 2]
  • Niedriger Ruhepuls oder Salzverlust durch länger andauernden, starken Durchfall und Erbrechen oder durch Entwässerungstabletten (Diuretika)[1, 2]
  • Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Ohnmacht, Kollaps oder Schwindel beim Aufstehen, mögliche Zeichen einer gestörten Herzschlagfrequenz[1]
  • Diabetes: Die Dosis von Insulin oder anderen Blutzuckersenkern muss unter Umständen angepasst werden[1, 2]
  • Epilepsie oder frühere Krampfanfälle[1, 2]
  • Elektrokrampftherapie (EKT)[1, 2]
  • Manische oder hypomanische Episoden (überaktives Verhalten oder überaktive Gedanken)[1, 2]
  • Frühere Blutungsstörungen, leichte Blutungsneigung, Schwangerschaft oder Arzneimittel, die die Blutungsneigung erhöhen können[1, 2]
  • Andere psychiatrische Erkrankungen (Psychose)[1, 2]
  • Leber- oder Nierenfunktionsstörungen; die Ärztin oder der Arzt vermindert unter Umständen die Dosis[1, 2]
  • Alter über 65 Jahre[1, 2]
  • Augenprobleme wie bestimmte Formen des Glaukoms (erhöhter Augeninnendruck)[1, 2]
  • Sexuelle Funktionsstörungen können auftreten und blieben in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen[1, 2]
  • Suizidgedanken in der Vorgeschichte und junges Erwachsenenalter bis 25 Jahre: höheres Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Citalopram sollte normalerweise nicht angewendet werden; unter Antidepressiva traten in dieser Altersgruppe häufiger Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit auf[1, 2]
  • Ruhelosigkeit und psychomotorische Unruhe (Akathisie) in den ersten Behandlungswochen; eine Dosissteigerung kann sie verschlimmern[1, 2]
  • Bekannt verringerte Verstoffwechselung über das Leberenzym CYP2C19: Die Fachinformation sieht eine niedrigere Anfangsdosis vor[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Packungsbeilage rät vom Stillen während der Einnahme ab und in der Schwangerschaft von Citalopram, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hält es für unbedingt erforderlich [1]. Embryotox (Charité) hält Stillen unter Citalopram für möglich [3]. Setzen Sie Citalopram nicht eigenmächtig ab, wenn Sie schwanger werden; laut Fachinformation sollte ein plötzliches Absetzen in der Schwangerschaft vermieden werden [2]. Allgemeines lesen Sie in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft, Medikamente und Alkohol und Medikamente und Autofahren.

Schwangerschaft

Nehmen Sie Citalopram in der Schwangerschaft oder bei geplanter Schwangerschaft nur ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält, und informieren Sie auch Ihre Hebamme. Eingenommen in der Schwangerschaft, besonders in den letzten 3 Monaten, können Mittel wie Citalopram beim Neugeborenen zu einem Lungenhochdruck (PPHN) mit schneller Atmung und Blaufärbung der Haut führen. Nach Einnahme bis zur Geburt sind beim Kind Beschwerden wie Krampfanfälle, Trinkschwierigkeiten, niedriger Blutzucker, Zittern oder Reizbarkeit möglich; eine Einnahme gegen Ende der Schwangerschaft kann das Risiko für schwere Blutungen aus der Scheide kurz nach der Geburt erhöhen.[1]

Laut Fachinformation zeigen Daten von mehr als 2.500 Schwangeren keine fehlbildende Wirkung; ein plötzliches Absetzen in der Schwangerschaft sollte vermieden werden. Das beobachtete PPHN-Risiko lag bei etwa 5 Fällen pro 1.000 Schwangerschaften, in der Gesamtbevölkerung bei 1 bis 2 Fällen.[2]

Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als sehr hoch; für Citalopram scheint kein nennenswertes Fehlbildungsrisiko zu bestehen. Citalopram zählt laut Embryotox zu den Mitteln der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft. Bei Einnahme bis zur Geburt sollte das Neugeborene in den ersten Lebenstagen beobachtet werden und die Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) erfolgen.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Einnahme nicht stillen, weil Citalopram in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation wurden bei gestillten Säuglingen keine oder nur geringfügige Auswirkungen beobachtet, die Daten reichen für eine Risikoeinschätzung aber nicht aus.[1, 2]

Embryotox (Erfahrungen mit etwa 110 stillenden Müttern): Bei den meisten Kindern traten keine unerwünschten Wirkungen auf, vereinzelt Unruhe, Schlafstörungen, Trinkschwäche und Koliken. Nach Embryotox darf unter Citalopram gestillt werden; neue, anders nicht erklärbare Beschwerden beim Kind sollten in einer Kinderarztpraxis abgeklärt werden. Bei einer Neueinstellung kann laut Embryotox Sertralin vorgezogen werden, wenn es im Einzelfall vergleichbar wirksam und verträglich ist. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung wird empfohlen, keinen Alkohol zu trinken. Laut Fachinformation wurden keine Wechselwirkungen zwischen Citalopram und Alkohol nachgewiesen, von der Kombination wird trotzdem abgeraten.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Citalopram hat einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen; Mittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken, können Urteils- und Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Citalopram bei Ihnen wirkt.[1, 2]

Einnahme

Einmal täglich einnehmen, morgens oder abends, unabhängig von den Mahlzeiten mit Flüssigkeit. Eine Besserung ist frühestens nach zwei Wochen zu erwarten. Wenn Sie beschwerdefrei sind, sollte Citalopram noch 4 bis 6 Monate weiter eingenommen werden. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]

Dosis vergessen: die nächste Dosis zur gewohnten Zeit nehmen, nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt. Die Dosis wird über mindestens 1 bis 2 Wochen schrittweise verringert; je nach Bedarf auch über mehrere Wochen oder Monate.[1, 2]

Absetzerscheinungen sind häufig, besonders bei plötzlichem Absetzen: berichtet wurden unter anderem Schwindel, Kribbeln oder Stromschlaggefühl, Schlafstörungen, Unruhe oder Angst, Übelkeit, Zittern, Schwitzen, Kopfschmerzen, Gefühlsschwankungen und Reizbarkeit. Sie klingen gewöhnlich innerhalb von zwei Wochen ab, bei einigen Menschen können sie aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten. Bei stark beeinträchtigenden Absetzerscheinungen kann erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis wieder zu nehmen; anschließend kann die Ärztin oder der Arzt die Dosis in kleineren Schritten weiter verringern.[1, 2]

Überdosierung

Bei einer Überdosierung sofort ärztliche Hilfe oder die nächste Notaufnahme aufsuchen. Möglich sind unter anderem Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Herzrasen, Blutdruckveränderungen, erweiterte Pupillen und ein Serotonin-Syndrom. Laut Fachinformation gibt es kein spezifisches Gegenmittel.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt eine übliche Dosis für Erwachsene und abweichende Angaben für ältere Menschen und bei eingeschränkter Leberfunktion; die Fachinformation ergänzt eine Angabe für Menschen, die Citalopram langsamer verstoffwechseln [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Citalopram immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Die Filmtabletten werden einmal täglich eingenommen, morgens oder abends, mit Flüssigkeit und unabhängig von den Mahlzeiten [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis zur gewohnten Zeit und nicht die doppelte Menge [1]. Wenn Sie beschwerdefrei sind, sollte Citalopram laut Packungsbeilage noch 4 bis 6 Monate weiter eingenommen werden [1].

Beenden Sie die Einnahme nicht eigenmächtig. Citalopram wird langsam abgesetzt: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verringert die Dosis über mindestens 1 bis 2 Wochen schrittweise; die Packungsbeilage empfiehlt, je nach Bedarf über mehrere Wochen oder Monate auszuschleichen [1, 2]. Absetzerscheinungen wie Schwindel, Kribbeln, Schlafstörungen oder Unruhe sind häufig, besonders nach plötzlichem Absetzen [1, 2]. Sie beginnen normalerweise in den ersten Tagen und klingen gewöhnlich innerhalb von zwei Wochen ab, können bei einigen Menschen aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten [1, 2]. Laut Fachinformation sollte ein plötzliches Absetzen vermieden werden; treten stark beeinträchtigende Absetzerscheinungen auf, sollte die Ärztin oder der Arzt erwägen, die zuletzt eingenommene Dosis wieder einnehmen zu lassen und diese dann in kleineren Schritten zu verringern [2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinie zum Ausschleichen sagen und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Citalopram absetzen, Allgemeines die Seite Absetz- und Entzugserscheinungen und der Ratgeber Medikamente absetzen.

Haben Sie oder eine andere Person zu viele Tabletten eingenommen, suchen Sie unverzüglich eine Ärztin, einen Arzt oder die nächste Notaufnahme auf [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Citalopram

Citalopram gibt es von mehreren Anbietern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Citalopram-ratiopharm [1, 2]. Für andere Präparate gelten deren eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Citalopram
PräparatAnbieterHinweis
CipramilLundbeck GmbHverschreibungspflichtig
Citalopram AristoAristo Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Citalopram HEXALHEXAL AGverschreibungspflichtig
Citalopram-1A Pharma1A Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Citalopram-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Citalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Citalopram. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Cipramil (Citalopram): Risiko für dosisabhängige QT-Intervall-Verlängerung. Lundbeck GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 31.10.2011. abgerufen am 21.10.2026

Häufige Fragen

Wofür nimmt man Citalopram?

Laut Packungsbeilage von Citalopram-ratiopharm, auf der diese Seite beruht, wird Citalopram zur Behandlung einer depressiven Erkrankung angewendet, genauer von Episoden einer Major Depression. Für Cipramil nennt ein Rote-Hand-Brief von 2011 auch Panikstörungen mit und ohne Agoraphobie. Citalopram gehört zu den Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und ist verschreibungspflichtig.

Wie lange dauert es, bis Citalopram wirkt?

Die Wirkung setzt nicht sofort ein. Laut Packungsbeilage dauert es mindestens zwei Wochen, bis Sie eine Besserung bemerken. In dieser Anfangszeit können Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid verstärkt sein. Holen Sie dann unverzüglich ärztliche Hilfe.

Macht Citalopram müde?

Schläfrigkeit gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen und kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; Müdigkeit ist häufig. Ebenso sehr häufig ist aber auch Schlaflosigkeit. Laut Fachinformation treten Nebenwirkungen vor allem in den ersten ein bis zwei Behandlungswochen auf und klingen danach im Allgemeinen ab. Fahren Sie kein Auto, bis Sie wissen, wie Citalopram bei Ihnen wirkt.

Nimmt man mit Citalopram zu?

Appetitzunahme und Gewichtszunahme sind gelegentliche Nebenwirkungen, betreffen also bis zu 1 von 100 Behandelten. Häufiger, bei bis zu 1 von 10, sind verminderter Appetit und Gewichtsabnahme. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn sich Ihr Gewicht deutlich verändert.

Darf ich während der Einnahme von Citalopram Alkohol trinken?

Die Packungsbeilage empfiehlt, während der Behandlung keinen Alkohol zu trinken. Laut Fachinformation wurden zwar keine Wechselwirkungen zwischen Citalopram und Alkohol nachgewiesen, von der Kombination wird aber trotzdem abgeraten.

Kann ich Citalopram einfach absetzen?

Nein. Beenden Sie die Einnahme nur nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Citalopram wird schrittweise über mindestens 1 bis 2 Wochen ausgeschlichen, weil nach einem plötzlichen Absetzen häufig Absetzerscheinungen wie Schwindel, Kribbeln, Schlafstörungen, Unruhe oder Übelkeit auftreten.

Darf ich Citalopram in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält; vom Stillen rät die Packungsbeilage ab. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité zählt Citalopram zu den Mitteln der Wahl bei behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft und hält Stillen unter Citalopram für möglich. Setzen Sie Citalopram nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Citalopram?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage für Erwachsene, ältere Menschen und bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion angibt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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