Ratgeber

Sertralin oder Citalopram?

Sertralin und Citalopram sind verschreibungspflichtige Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) und beide zur Behandlung von Depressionen zugelassen; die Packungsbeilage von Sertralin nennt außerdem Panikstörung, soziale Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung und Zwangsstörung. Unterschiede zeigen die Packungsbeilagen unter anderem beim Herzrhythmus: Citalopram darf bei angeborenen oder früheren Herzrhythmusstörungen und zusammen mit Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen können, nicht eingenommen werden. Auch zur Stillzeit sagen Packungsbeilagen und Embryotox Verschiedenes. Welches Mittel für Sie infrage kommt und ob gewechselt wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Frau Anfang vierzig mit schulterlangem hellbraunem Haar in petrolfarbener Strickjacke sitzt auf einem Sofa an einem hellen Fenster und schaut nachdenklich hinaus, neben ihr eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Sertralin und Citalopram gehören zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), einer Gruppe von Antidepressiva [1, 6]. Beide sind verschreibungspflichtig [4, 9] und zur Behandlung von Depressionen zugelassen; die Packungsbeilage von Sertralin nennt außerdem Panikstörung, soziale Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung und Zwangsstörung [1, 6].

Unterschiede zeigen die Packungsbeilagen unter anderem beim Herzrhythmus, bei den Wechselwirkungen und in der Stillzeit [1, 6]. Welches Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Sertralin und Citalopram im Überblick

Sertralin und Citalopram: Angaben aus Packungsbeilage und Fachinformation
MerkmalSertralinCitalopram
WirkstoffgruppeSelektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) [1]; Übersicht: AntidepressivaAntidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) [6]
AbgabeVerschreibungspflichtig, alle Stärken und Darreichungsformen [2, 4]Verschreibungspflichtig, alle Stärken und Darreichungsformen [7, 9]
DarreichungsformenFilmtabletten [2]Filmtabletten [7]
Zugelassene AnwendungsgebieteDepression und Verhinderung eines Wiederauftretens der Depression, soziale Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Panikstörung bei Erwachsenen; Zwangsstörung bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren [1, 2]Depressive Erkrankung (Episoden einer Major Depression); bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte es normalerweise nicht angewendet werden [6, 7]
Wie er wirktHemmt in vitro stark und selektiv die Wiederaufnahme von Serotonin in Nervenzellen, wodurch im Tiermodell dessen Wirkung verstärkt wurde [2]Die antidepressive Wirkung ist wahrscheinlich mit der spezifischen Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme in Nervenzellen des Gehirns verknüpft [7]
Darf nicht eingenommen werden bei (Auswahl)Allergie gegen Sertralin; Anwendung von MAO-Hemmern wie Selegilin und Moclobemid oder MAO-Hemmer-ähnlichen Mitteln wie Linezolid, auch wenn sie erst kurz zurückliegt; gleichzeitiger Einnahme von Pimozid [1]Allergie gegen Citalopram; Einnahme von MAO-Hemmern wie Moclobemid, auch bis vor Kurzem; angeborenen Herzrhythmusstörungen oder früheren Episoden von Herzrhythmusstörungen; Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen können; Linezolid, außer bei engmaschiger ärztlicher Überwachung mit Blutdruckkontrolle [6]
Häufige NebenwirkungenSehr häufig: Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit, fehlender Samenerguss, Müdigkeit; häufig unter anderem Angst, Erregtheit, vermindertes sexuelles Interesse, Zittern, vermehrtes Schwitzen und Gewichtszunahme [1]Sehr häufig: Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Schwäche oder Kraftlosigkeit, Störungen der Scharfeinstellung des Auges; häufig unter anderem Gewichtsabnahme, Unruhe, Angst, Zittern, Schwindel, vermindertes sexuelles Verlangen und Müdigkeit [6]
Schwerwiegende Nebenwirkungen (Auswahl)Gelegentlich: Suizidgedanken, Krampfanfälle; selten: schwere allergische Reaktion, Serotonin-Syndrom, schwere Hautreaktionen, Gelbsucht; dann laut Packungsbeilage umgehend die Ärztin oder den Arzt benachrichtigen [1, 2]Selten: Serotonin-Syndrom, Krampfanfälle, verminderter Natriumspiegel; Häufigkeit nicht bekannt: Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de Pointes, schwere allergische Reaktionen; bei schnellem, unregelmäßigem Herzschlag, Ohnmacht, Atemnot oder Schwellungen im Gesicht laut Packungsbeilage nicht weiter einnehmen und sofort die Ärztin oder den Arzt aufsuchen [6, 7]
Wichtige Wechselwirkungen (Auswahl)Nicht zusammen mit MAO-Hemmern, Linezolid, Methylenblau und Pimozid; andere serotonerge Mittel wie Tramadol, Triptane und Johanniskraut: Risiko eines Serotonin-Syndroms; NSAR wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure und Blutverdünner: höheres Blutungsrisiko; Grapefruitsaft kann den Wirkstoffspiegel erhöhen [1, 2]Nicht zusammen mit MAO-Hemmern und mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern; serotonerge Mittel wie Triptane und Tramadol: Verstärkung serotonerger Wirkungen; NSAR, Acetylsalicylsäure und Gerinnungshemmer: Vorsicht wegen Blutungsrisiko; Omeprazol und andere CYP2C19-Hemmer: Vorsicht [6, 7]
SchwangerschaftPackungsbeilage: keine ausreichenden Daten zur Sicherheit bei Schwangeren; Sertralin wird nur gegeben, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für das ungeborene Kind [1]. Embryotox: eines der Antidepressiva der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression [3]Packungsbeilage: nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, es sei denn, die Ärztin oder der Arzt hält es für unbedingt erforderlich [6]. Embryotox: neben bewährten anderen Antidepressiva eines der Mittel der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression [8]
StillzeitPackungsbeilage: geht in die Muttermilch über; sollte nur angewendet werden, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für den Säugling [1]. Embryotox: eines der Antidepressiva der Wahl in der Stillzeit [3]Packungsbeilage: geht in geringen Mengen in die Muttermilch über; Sie sollten während der Einnahme nicht stillen [6]. Embryotox: unter Citalopram darf gestillt werden; bei einer Neueinstellung und im Einzelfall vergleichbarer Wirksamkeit und Verträglichkeit kann Sertralin vorgezogen werden [8]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Alkohol und VerkehrstüchtigkeitAuf Alkohol sollte verzichtet werden; kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, erst fahren, wenn Sie wissen, wie es sich bei Ihnen auswirkt [1]Empfohlen wird, keinen Alkohol zu trinken; geringer bis mäßiger Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit, nicht fahren, bis Sie wissen, wie es Sie beeinflusst [6]
GrundlageGebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten (06/2025) und Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten (09/2026), verschreibungspflichtig [1, 2]Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten und Fachinformation Citalopram-ratiopharm Filmtabletten (beide 12/2024), verschreibungspflichtig [6, 7]

Die Angaben stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation je eines Präparats; welches, steht in der letzten Zeile [1, 2, 6, 7]. Dass eine Angabe bei einem Wirkstoff fehlt, heißt nicht, dass er in dieser Situation geeignet ist. Ob Sertralin oder Citalopram für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Häufigkeiten: "sehr häufig" heißt bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100, "selten" bei bis zu 1 von 1.000, "sehr selten" bei bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" ist die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzbar [1, 6, 7]. Anschaulich umgerechnet im Werkzeug Was heißt "häufig"?

Wofür Sertralin und Citalopram zugelassen sind

Gemeinsam ist beiden die Depression: Sertralin ist laut Packungsbeilage bei Erwachsenen zur Behandlung der Depression und zur Verhinderung ihres Wiederauftretens zugelassen [1], Citalopram zur Behandlung von Episoden einer Major Depression [6]. Die Packungsbeilage von Sertralin nennt außerdem soziale Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung, Panikstörung und Zwangsstörung [1]; die von Citalopram, auf der diese Seite beruht, nur die Depression [6].

Kinder und Jugendliche: Sertralin sollte bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren nur zur Behandlung von Zwangsstörungen angewendet werden [1], Citalopram unter 18 Jahren normalerweise nicht [6]. Laut beiden Packungsbeilagen haben Patientinnen und Patienten unter 18 Jahren bei Einnahme dieser Klasse von Arzneimitteln ein erhöhtes Risiko für Suizidversuch, suizidale Gedanken und Feindseligkeit [1, 6]. Die Dosisangaben stehen unter Dosierung von Sertralin und Dosierung von Citalopram.

Zu den Krankheitsbildern: Depression, Angststörung, PTBS und Zwangsstörung; mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Wie sie wirken

Sertralin hemmt laut Fachinformation in vitro stark und selektiv die Wiederaufnahme von Serotonin in die Nervenzellen, wodurch im Tiermodell dessen Wirkung verstärkt wurde; auf die Aufnahme von Noradrenalin und Dopamin hat es nur sehr schwache Effekte [2].

Die antidepressive Wirkung von Citalopram ist laut Fachinformation wahrscheinlich mit der spezifischen Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme in den Nervenzellen des Gehirns verknüpft; auf die Wiederaufnahme von Noradrenalin, Dopamin und Gamma-Aminobuttersäure hat es praktisch keine Auswirkung [7]. Escitalopram ist laut Fachinformation das aktive Enantiomer von Citalopram [7].

Antidepressiva brauchen laut beiden Packungsbeilagen einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger [1, 6].

Wann sie nicht eingenommen werden dürfen

Sertralin

  • Laut Packungsbeilage nicht einnehmen bei den Gegenanzeigen aus der Tabelle oben; für den Wechsel zwischen Sertralin und einem MAO-Hemmer nennt die Packungsbeilage Mindestabstände [1].
  • Vorher mit Ärztin oder Arzt sprechen unter anderem bei Epilepsie, manisch-depressiver Erkrankung oder Schizophrenie, früheren Suizidgedanken, niedrigem Natriumwert, höherem Alter, Lebererkrankung, Diabetes, Blutungsneigung oder blutverdünnenden Mitteln, bestimmten Formen eines Glaukoms, einem verlängerten QT-Intervall im EKG und bei einer Herzerkrankung zusammen mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern [1].
  • Laut Fachinformation sollte Sertralin bei schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet und bei instabiler Epilepsie nicht gegeben werden [2].
  • Alle Gegenanzeigen und Vorsichtshinweise zu Sertralin

Citalopram

  • Laut Packungsbeilage nicht einnehmen bei den Gegenanzeigen aus der Tabelle oben; die Mindestabstände zu MAO-Hemmern und eine Ausnahme für Selegilin nennt die Packungsbeilage [6].
  • Laut Fachinformation ist Citalopram kontraindiziert bei bekannter Verlängerung des QT-Intervalls oder angeborenem Long-QT-Syndrom und bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern; bei instabiler Epilepsie darf es nicht angewendet werden [7].
  • Vorher mit Ärztin oder Arzt sprechen unter anderem bei Störungen der Herzfunktion oder einem kürzlichen Herzanfall, niedrigem Ruhepuls, Salzverlust durch starken Durchfall und Erbrechen oder durch Entwässerungstabletten, schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag, Ohnmacht oder Schwindel beim Aufstehen, Diabetes, Epilepsie, Manie, Blutungsneigung, Psychose, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, einem Alter über 65 Jahre und bestimmten Formen eines Glaukoms [6].
  • Alle Gegenanzeigen und Vorsichtshinweise zu Citalopram

Nebenwirkungen im Vergleich

Arzt Mitte fünfzig mit kurzem grauem Haar im weißen Kittel spricht in einem hellen Sprechzimmer ruhig mit einem Mann Mitte dreißig mit dunkelblondem Haar in weinrotem Pullover
Bild: KI-generiert

Sertralin: Übelkeit wird laut Packungsbeilage als häufigste Nebenwirkung berichtet; die Nebenwirkungen sind dosisabhängig und verschwinden häufig wieder oder bessern sich bei fortdauernder Behandlung [1]. Gelegentlich kommen unter anderem Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Krampfanfälle und Blutungsprobleme wie Magenbluten vor, selten unter anderem niedrige Natriumwerte im Blut, ein verlängertes QT-Intervall, schwere Leberfunktionsstörungen und Arzneimittelabhängigkeit [1, 2].

Citalopram: Die Nebenwirkungen sind laut Packungsbeilage in der Regel vorübergehend, treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf und lassen mit Besserung der depressiven Beschwerden gewöhnlich nach [6]. Gelegentlich kommen unter anderem Aggression, Halluzinationen, Manie und ein plötzlicher Bewusstseinsverlust (Synkope) vor, selten ein verminderter Natriumspiegel im Blut, überwiegend bei älteren Frauen, Krampfanfälle, Blutungen und eine Leberentzündung, sehr selten ein unregelmäßiger Herzschlag [6]. Mit der Häufigkeit "nicht bekannt" stehen unter anderem Veränderungen im EKG sowie Suizidgedanken und suizidales Verhalten in der Packungsbeilage [6].

Bei beiden können laut Packungsbeilage sexuelle Funktionsstörungen auftreten, die in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen blieben; bei Patientinnen und Patienten, die mit dieser Arzneimittelgruppe behandelt wurden, wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet [1, 6]. Mehr: Übelkeit, Schlafstörungen, Schwitzen, Libido und Potenz, Natriummangel und Blutungen und Blutbild; alle Antidepressiva im Vergleich: Antidepressiva.

Jede Häufigkeit gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welches Mittel für Sie verträglicher ist. Nebenwirkungen können Sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1, 6]; wie, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wechselwirkungen und gleichzeitige Einnahme

Beide Packungsbeilagen bitten Sie, Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle anderen Arzneimittel zu informieren, die Sie einnehmen [1, 6].

Sertralin: Das Risiko für ein Serotonin-Syndrom ist laut Fachinformation bei anderen serotonergen Arzneimitteln wie anderen serotonergen Antidepressiva, Amphetaminen, Triptanen und Opioiden erhöht [2]; die Packungsbeilage nennt etwa Tramadol, Sumatriptan und Johanniskraut [1]. Metamizol kann laut Fachinformation die Spiegel von Sertralin verringern, mit einer möglichen Abnahme der Wirksamkeit; starke CYP3A4-Hemmer sollten vermieden werden [2].

Citalopram: Zu den Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen können und nicht zusammen mit Citalopram eingenommen werden dürfen, zählt die Packungsbeilage Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Antipsychotika wie Pimozid und Haloperidol, trizyklische Antidepressiva, bestimmte Mittel gegen Infektionen wie Moxifloxacin und bestimmte Antihistaminika [6]. Triptane werden laut Fachinformation nicht empfohlen, Johanniskraut sollte nicht gleichzeitig eingenommen werden [7]. Hemmstoffe des Enzyms CYP2C19 wie Omeprazol, Esomeprazol und Fluconazol sollten nur mit Vorsicht kombiniert werden, eine Dosisanpassung kann erforderlich sein; die Spiegel von Metoprolol verdoppelten sich in einer Studie, ohne statistisch signifikanten Anstieg seiner Wirkung auf Blutdruck oder Herzrhythmus [7].

Bei beiden kann das Blutungsrisiko steigen, wenn zugleich NSAR wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder blutverdünnende Mittel eingenommen werden [1, 2, 6, 7]. Mehr: Sertralin, Citalopram und der Ratgeber Wechselwirkungen.

Beide zusammen: Keine der beiden Packungsbeilagen nennt den anderen Wirkstoff namentlich unter den Wechselwirkungen [1, 6]. Laut Fachinformation von Sertralin ist das Risiko für ein Serotonin-Syndrom bei gleichzeitiger Anwendung anderer serotonerger Antidepressiva erhöht [2]; laut Fachinformation von Citalopram ist Vorsicht geboten, wenn zugleich andere Arzneimittel angewendet werden, die die Krampfschwelle erniedrigen können, darunter SSRI [7]. Eine Umstellung von einem SSRI auf Sertralin, besonders von lang wirkenden Substanzen, sollte laut Fachinformation mit Vorsicht und nach sorgfältigem ärztlichem Ermessen erfolgen [2].

Schwangerschaft und Stillzeit

Packungsbeilagen: Sertralin wird in der Schwangerschaft nur gegeben, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für das ungeborene Kind [1]; Citalopram nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält [6]. Laut beiden Packungsbeilagen können Arzneimittel wie diese, besonders in den letzten 3 Monaten eingenommen, beim Neugeborenen einen Lungenhochdruck (PPHN) verursachen, erkennbar an schnellerer Atmung und Blaufärbung der Haut, normalerweise in den ersten 24 Stunden nach der Geburt; informieren Sie dann sofort Hebamme und/oder Ärztin oder Arzt [1, 6]. Gegen Ende der Schwangerschaft eingenommen, kann das Risiko für schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt erhöht sein [1, 6]. Ein plötzliches Absetzen sollte laut Fachinformation von Citalopram während der Schwangerschaft vermieden werden [7].

Embryotox: Für beide gibt Embryotox den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an und zählt sie zu den Mitteln der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft, Citalopram "neben bewährten anderen Antidepressiva" [3, 8]. Eine stabil eingestellte Patientin sollte laut Embryotox ihre Medikation unverändert fortsetzen, um keine für Mutter und Kind bedrohlichen Krisen auszulösen [3, 8]. Bei Einnahme bis zur Geburt sollte das Neugeborene in den ersten Lebenstagen beobachtet werden und die Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen [3, 8]. Geeignetere Mittel nennt Embryotox für die Schwangerschaft bei keinem der beiden [3, 8].

Stillzeit: Die Packungsbeilage von Citalopram rät vom Stillen ab [6]; laut Fachinformation wurden bei gestillten Säuglingen keine oder nur geringfügige Auswirkungen beobachtet, die Informationen reichen für eine Risikoeinschätzung aber nicht aus [7]. Sertralin sollte laut Packungsbeilage in der Stillzeit nur angewendet werden, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für den Säugling [1]. Embryotox zählt Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl in der Stillzeit, bei Erfahrungen mit etwa 300 stillenden Müttern [3]; unter Citalopram darf laut Embryotox gestillt werden, bei Erfahrungen mit etwa 110 stillenden Müttern [8]. Treten beim gestillten Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollte es laut Embryotox in einer kinderärztlichen Praxis vorgestellt werden [3, 8]. Bei einer medikamentösen Neueinstellung und im Einzelfall vergleichbarer Wirksamkeit und Verträglichkeit kann laut Embryotox Sertralin statt Citalopram vorgezogen werden [8]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Mehr: Embryotox, Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Aktuelle Sicherheitsinformationen

Citalopram und QT-Verlängerung (Rote-Hand-Brief, 31.10.2011): Laut dem Brief des Zulassungsinhabers, verschickt in Zusammenarbeit mit dem BfArM, wird Citalopram mit einer dosisabhängigen Verlängerung des QT-Intervalls in Zusammenhang gebracht. Seitdem gelten die oben genannten Gegenanzeigen zum QT-Intervall, und die empfohlenen Höchstdosen wurden gesenkt. Patientinnen und Patienten sollten angewiesen werden, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn sie Anzeichen einer anormalen Herzfrequenz oder eines anormalen Herzrhythmus bemerken [10]. Das BfArM hält Änderungen der Produktinformationen für erforderlich und es nicht mehr für vertretbar, Arzneimittel mit der damals höchsten Wirkstoffstärke von Citalopram in den Verkehr zu bringen; deren Zulassungen widerrief es zum 30.04.2012 (Bescheid im Stufenplanverfahren vom 15.03.2012) [11].

Antidepressiva und Suizidalität (BfArM, 15.02.2008): Nach einer europäischen Neubewertung mussten für alle Antidepressiva, darunter Citalopram und Sertralin, neue Warnhinweise zu suizidalem Verhalten und Suizidgedanken in die Produktinformationen aufgenommen werden, besonders für unter 25-Jährige. Zwischen den Antidepressiva wurden dabei laut BfArM keine substanziellen Unterschiede bei diesem Risiko gefunden [12].

Sertralin und MADD (EMA, veröffentlicht am 02.06.2025): Der Ausschuss für Risikobewertung (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat in seiner Sitzung vom 5. bis 8. Mai 2025 empfohlen, eine MADD-ähnliche Störung (multipler Acyl-Coenzym-A-Dehydrogenase-Mangel) mit der Häufigkeit "nicht bekannt" in die Produktinformationen aufzunehmen; Anzeichen können Muskelschwäche und starke Muskelschmerzen sein [5]. Die Packungsbeilage der Grundlage enthält diesen Hinweis [1].

Wer entscheidet, welches Mittel passt

Beide Mittel verordnet die Ärztin oder der Arzt [2, 7]. Beenden Sie die Einnahme laut beiden Packungsbeilagen erst, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt; die Dosis wird dann schrittweise verringert, weil besonders nach plötzlichem Absetzen häufig Absetzerscheinungen auftreten [1, 6]. Mehr: Sertralin absetzen, Citalopram absetzen, Absetz- und Entzugserscheinungen und Medikamente absetzen. Fragen für das Gespräch:

  • Für welche meiner Beschwerden ist das Mittel zugelassen?
  • Habe ich eine Herzerkrankung, ein verlängertes QT-Intervall oder niedrige Kalium- oder Magnesiumwerte, und ist vorher ein EKG sinnvoll?
  • Passen die Mittel zu meinen anderen Medikamenten, etwa Schmerzmitteln, Blutverdünnern, Migränemitteln oder Magensäureblockern?
  • Was gilt, wenn ich schwanger bin, eine Schwangerschaft plane oder stille?

Fragen sammeln Sie mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch. Für die verordnete Behandlung gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei den Warnzeichen im nächsten Abschnitt gelten die Anweisungen der Packungsbeilage.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Sertralin: Benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bei schwerem Hautausschlag mit Blasenbildung, auch an Mund und Zunge, bei einer allergischen Reaktion mit juckendem Hautausschlag, Atemproblemen, pfeifendem Atem oder geschwollenen Augenlidern, Gesicht oder Lippen, bei Erregtheit, Verwirrtheit, Durchfall, hoher Körpertemperatur und hohem Blutdruck, übermäßigem Schwitzen und schnellem Herzschlag als Zeichen eines Serotonin-Syndroms, bei Gelbfärbung von Haut und Augen, quälender Ruhelosigkeit, einem Krampfanfall oder einer manischen Phase [1].

Citalopram: Bei schnellem, unregelmäßigem Herzschlag oder Ohnmacht als möglichen Zeichen einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung (Torsade de Pointes), bei Atemnot, Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen oder starkem Juckreiz der Haut mit Blasenbildung dürfen Sie Citalopram laut Packungsbeilage nicht weiter einnehmen und suchen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [6]. Bei hohem Fieber, Zittern, plötzlichen Muskelzuckungen und Unruhe verständigen Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; die Behandlung ist dann sofort abzusetzen [6]. Bei Krampfanfällen, überaktivem Verhalten oder überaktiven Gedanken und bei Müdigkeit, Verwirrtheit und Unwohlsein mit Muskelschwäche suchen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [6].

Gedanken an Suizid: Entwickeln Sie Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, gehen Sie laut Packungsbeilage von Sertralin zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen unverzüglich ein Krankenhaus auf [1]; laut Packungsbeilage von Citalopram kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder suchen unverzüglich ein Krankenhaus auf, auch kurz nach dem Ende der Behandlung [6]. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 [14]. Suizidversuche aller Art, schwere Atemnot und Vergiftungen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112 [13]. Die Nummern der Giftinformationszentren finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Sertralin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Sertralin. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand AMVV zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). abgerufen am 18.10.2026
  5. Behörde New product information wording, Extracts from PRAC recommendations on signals adopted at the 5-8 May 2025 PRAC (EMA/PRAC/143100/2025), Abschnitt 1: Sertraline, Multiple acyl-coenzyme A dehydrogenase deficiency (MADD). European Medicines Agency (EMA), Pharmacovigilance Risk Assessment Committee. Stand veröffentlicht am 02.06.2025 (angenommen in der Sitzung vom 5. bis 8. Mai 2025). abgerufen am 18.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Citalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  8. Embryotox Embryotox: Citalopram. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  9. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Citalopram. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand AMVV zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). abgerufen am 18.10.2026
  10. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Cipramil (Citalopram): Risiko für dosisabhängige QT-Intervall-Verlängerung. Lundbeck GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand Brief vom 31.10.2011, veröffentlicht vom BfArM am 31.10.2011. abgerufen am 18.10.2026
  11. Behörde Citalopram: Dosisabhängige QT-Intervall-Verlängerung: Ergänzungen in den Produktinformationen, Negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis der 60 mg-Stärke (Bescheid im Stufenplanverfahren vom 15.03.2012). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 28.03.2012. abgerufen am 18.10.2026
  12. Behörde Antidepressiva: Erhöhtes Risiko zu suizidalem Verhalten bei Erwachsenen unter 25 Jahren. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 15.02.2008. abgerufen am 18.10.2026
  13. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  14. TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sertralin und Citalopram?

Beide gehören zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), sind verschreibungspflichtig und zur Behandlung von Depressionen zugelassen. Die Packungsbeilage von Sertralin nennt zusätzlich Panikstörung, soziale Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung und Zwangsstörung. Citalopram darf laut Packungsbeilage bei angeborenen oder früheren Herzrhythmusstörungen und zusammen mit Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen können, nicht eingenommen werden; Sertralin darf nicht zusammen mit Pimozid eingenommen werden. Unterschiede gibt es außerdem bei Wechselwirkungen und in der Stillzeit.

Kann ich von Citalopram auf Sertralin wechseln oder umgekehrt?

Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Beide Packungsbeilagen verlangen, die Einnahme nicht ohne ärztliche Anweisung zu beenden, weil besonders nach plötzlichem Absetzen häufig Absetzerscheinungen auftreten. Laut Fachinformation von Sertralin sollte eine Umstellung von einem SSRI auf Sertralin mit Vorsicht und nach sorgfältigem ärztlichem Ermessen erfolgen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Darf ich Sertralin und Citalopram zusammen einnehmen?

Keine der beiden Packungsbeilagen nennt den anderen Wirkstoff namentlich unter den Wechselwirkungen. Laut Fachinformation von Sertralin ist das Risiko für ein Serotonin-Syndrom bei gleichzeitiger Anwendung anderer serotonerger Antidepressiva erhöht; laut Fachinformation von Citalopram ist Vorsicht geboten, wenn zugleich andere Arzneimittel angewendet werden, die die Krampfschwelle erniedrigen können, darunter SSRI. Wenn Sie andere Arzneimittel gegen Depression einnehmen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage von Sertralin an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Was sagen Packungsbeilage und Embryotox zu Schwangerschaft und Stillzeit?

Sertralin wird laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nur gegeben, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für das Kind; Citalopram nehmen Sie laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht ein, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hält es für unbedingt erforderlich. Embryotox zählt beide zu den Mitteln der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft. In der Stillzeit sollte Sertralin laut Packungsbeilage nur angewendet werden, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für den Säugling; Embryotox zählt es zu den Antidepressiva der Wahl in der Stillzeit. Die Packungsbeilage von Citalopram rät vom Stillen ab; laut Embryotox darf unter Citalopram gestillt werden. Bei einer Neueinstellung und im Einzelfall vergleichbarer Wirksamkeit und Verträglichkeit kann laut Embryotox Sertralin vorgezogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Macht Sertralin oder Citalopram müde oder dick?

Schläfrigkeit ist laut beiden Packungsbeilagen sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten; Müdigkeit ist bei Sertralin sehr häufig, bei Citalopram häufig. Gewichtszunahme ist bei Sertralin häufig (bis zu 1 von 10), bei Citalopram gelegentlich (bis zu 1 von 100); Gewichtsabnahme ist bei Citalopram häufig, bei Sertralin gelegentlich. Jede Häufigkeit gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht. Mehr: Sertralin und Gewichtszunahme und Gewichtszunahme durch Medikamente.

Was bedeutet die QT-Verlängerung bei Citalopram?

Citalopram kann laut Fachinformation eine dosisabhängige Verlängerung des QT-Intervalls im EKG verursachen; berichtet wurden auch Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de Pointes. Bei schnellem, unregelmäßigem Herzschlag oder Ohnmacht dürfen Sie Citalopram laut Packungsbeilage nicht weiter einnehmen und suchen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Auch für Sertralin nennt die Fachinformation Fälle von QT-Verlängerung und Vorsicht bei zusätzlichen Risikofaktoren. Mehr: QT-Verlängerung.

Darf ich Alkohol trinken oder Auto fahren?

Während der Einnahme von Sertralin sollte laut Packungsbeilage auf Alkohol verzichtet werden; bei Citalopram wird empfohlen, keinen Alkohol zu trinken. Laut beiden Packungsbeilagen führen Sie erst dann ein Fahrzeug oder bedienen Maschinen, wenn Sie wissen, wie das Mittel bei Ihnen wirkt. Mehr in den Ratgebern Medikamente und Alkohol und Medikamente und Autofahren.

Was tun bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen?

Gehen Sie laut Packungsbeilage von Sertralin zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf; laut Packungsbeilage von Citalopram kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder suchen unverzüglich ein Krankenhaus auf. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Suizidversuche sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den Notruf 112.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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