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Sertralin und Gewichtszunahme

Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen von Sertralin, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; ebenso häufig sind verstärkter Appetit und Appetitlosigkeit, gelegentlich kommt es auch zu einer Gewichtsabnahme. Wie viel Gewicht hinzukommt und ab wann, geben Packungsbeilage und Fachinformation für Erwachsene nicht an. Sprechen Sie eine Zunahme in Ihrer Praxis an. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Mitte vierzig mit kurzem dunkelbraunem Haar in einer rot karierten Jacke geht an einem sonnigen Herbsttag zügig einen Feldweg entlang
Bild: KI-generiert

Sertralin kann das Körpergewicht erhöhen. Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Ebenso häufig sind verstärkter Appetit und Appetitlosigkeit; gelegentlich kommt es auch zu einer Gewichtsabnahme [1]. Wie viel Gewicht hinzukommt und nach welcher Zeit, geben Packungsbeilage und Fachinformation für Erwachsene nicht an [1, 2].

Sprechen Sie eine Gewichtszunahme in Ihrer Praxis an. Alle Nebenwirkungen und Einnahmehinweise finden Sie auf der Seite zum Wirkstoff Sertralin.

Wie häufig eine Gewichtszunahme vorkommt

Packungsbeilage und Fachinformation stufen die Gewichtszunahme als häufig ein. In der Packungsbeilage heißt das: Bis zu 1 von 10 Behandelten können betroffen sein [1]. Die Fachinformation führt die Gewichtszunahme unter den Untersuchungen mit einer Häufigkeit von mindestens 1 von 100 bis unter 1 von 10 Behandelten [2].

Grundlage ihrer Nebenwirkungstabelle sind laut Fachinformation placebokontrollierte klinische Prüfungen bei Depression, Zwangsstörung, Panikstörung, posttraumatischer Belastungsstörung und sozialer Angststörung mit insgesamt 2.542 Behandelten unter Sertralin und 2.145 unter einem Scheinmedikament (Placebo) sowie Daten seit der Markteinführung. Gewichtszunahme und verstärkter Appetit sind in der Tabelle als Nebenwirkungen gekennzeichnet, die nach dem Inverkehrbringen erkannt wurden [2]. Eine Kilogrammzahl oder Prozentwerte zur Gewichtszunahme bei Erwachsenen nennt die Fachinformation nicht [2].

Rund um Gewicht, Appetit und Wassereinlagerungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation diese Nebenwirkungen [1, 2]:

  • Häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten): Gewichtszunahme, verstärkter Appetit, Appetitlosigkeit [1, 2].
  • Gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten): Gewichtsabnahme, Schwellung der Beine (peripheres Ödem), Schwellung im Gesicht (Gesichtsödem) und um die Augen [1, 2].
  • Selten (bis zu 1 von 1.000 Behandelten): hohes Cholesterin, Probleme bei der Kontrolle der Blutzuckerwerte (Diabetes), niedriger oder erhöhter Blutzucker sowie Schwellungen von Haut und Schleimhaut (Hautödem, Angioödem) [1, 2].

Allgemein schreibt die Packungsbeilage, die Nebenwirkungen von Sertralin seien dosisabhängig und verschwänden häufig wieder oder besserten sich bei fortdauernder Behandlung [1]. Laut Fachinformation kann die Intensität und Häufigkeit einiger Nebenwirkungen bei fortgesetzter Behandlung abnehmen [2]. Ob das für das Gewicht gilt, sagen beide nicht [1, 2]. Welche anderen Mittel das Gewicht erhöhen können, zeigt die Seite Gewichtszunahme durch Medikamente; mehr zum Gegenteil unter Appetitlosigkeit.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren sollte Sertralin laut Packungsbeilage nur zur Behandlung von Zwangsstörungen angewendet werden [1]. Die langfristigen Auswirkungen auf Wachstum, Reifung, Lernfähigkeit und Verhalten wurden laut Packungsbeilage in einer Langzeitstudie mit mehr als 900 Kindern von 6 bis 16 Jahren über 3 Jahre untersucht. Insgesamt entwickelten sich die behandelten Kinder normal, mit Ausnahme einer leichten Gewichtszunahme bei den Kindern, die eine höhere Dosis erhielten [1].

Die Fachinformation beschreibt diese Beobachtungsstudie (SPRITES) genauer: Sie verglich bei 941 Kindern und Jugendlichen von 6 bis 16 Jahren über bis zu 3 Jahre eine Behandlung mit Sertralin (mit oder ohne Psychotherapie) mit einer Psychotherapie. Außer beim Gewicht gab es bei den wichtigsten untersuchten Größen keine statistisch signifikanten Unterschiede. Beim standardisierten Gewicht war der Unterschied statistisch signifikant, das Ausmaß der Veränderung aber gering, und es gab eine Dosis-Wirkungs-Beziehung bei der Gewichtszunahme [2]. Bei einer Langzeitbehandlung muss die Ärztin oder der Arzt Wachstum und Entwicklung überwachen [2].

So sind die Häufigkeiten in der Packungsbeilage gemeint
AngabeBedeutung in der PackungsbeilageFachinformationAnschaulich
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen≥ 1/10mehr als 100 von 1.000
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen≥ 1/100 bis < 1/1010 bis unter 100 von 1.000
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen≥ 1/1.000 bis < 1/1001 bis unter 10 von 1.000
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen≥ 1/10.000 bis < 1/1.0001 bis unter 10 von 10.000
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen< 1/10.000weniger als 1 von 10.000
Nicht bekanntHäufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbarnicht bekanntnicht abschätzbar

Warum Sertralin das Gewicht beeinflussen kann

Wie Sertralin zu einer Gewichtszunahme führen kann, erklären weder die Packungsbeilage noch die Fachinformation [1, 2]. Die Fachinformation beschreibt Sertralin als Wirkstoff, der die Wiederaufnahme des Botenstoffs Serotonin in die Nervenzellen hemmt; auf die Aufnahme von Noradrenalin und Dopamin hat es nur sehr schwache Effekte [2].

Appetit und Energiehaushalt: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt eine übermäßige Gewichtszunahme als langfristige Folge eines unausgewogenen Energiehaushalts, wenn also mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht werden. Gesteuert wird der Energiehaushalt unter anderem vom Nervensystem und von Hormonen; das macht sich etwa durch Hunger- und Sättigungsgefühle bemerkbar [12]. Unter Sertralin sind sowohl verstärkter Appetit als auch Appetitlosigkeit häufig [1].

Die Erkrankung selbst: Zu den Zusatzsymptomen einer depressiven Episode zählt die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression nach der Klassifikation ICD-10-GM auch Appetitverlust oder gesteigerten Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung [11]. Laut IQWiG kann starkes Übergewicht mit Depressionen zusammenhängen; auch Stress und psychische Belastungen sind Risikofaktoren [12].

Wasser im Gewebe: Bei einem Ödem schwillt laut IQWiG ein Körperteil an, weil sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt; meistens sind Arme oder Beine betroffen [13]. Eine Schwellung der Beine nennt die Packungsbeilage als gelegentliche Nebenwirkung von Sertralin [1]. Mehr dazu: Wassereinlagerungen durch Medikamente.

Woran Sie eine Gewichtszunahme durch das Medikament erkennen

Mann Mitte fünfzig mit kurzem grauem Haar und Bart in einem dunkelgrünen Pullover spricht in einem hellen Sprechzimmer ruhig mit einer Ärztin mit blondem Pferdeschwanz
Bild: KI-generiert

Packungsbeilage und Fachinformation beschreiben nicht, wann nach Beginn der Behandlung eine Gewichtszunahme einsetzt, wie stark sie bei Erwachsenen ausfällt und ob sie im Verlauf oder nach dem Ende der Behandlung zurückgeht [1, 2].

Laut IQWiG können außerdem hormonelle Störungen wie eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion, Essstörungen, eine familiäre Veranlagung, Medikamente (vor allem bestimmte Mittel gegen Diabetes und psychische Erkrankungen), psychische und chronische körperliche Erkrankungen sowie ein Rauchstopp zu einer Gewichtszunahme beitragen [12]. Für Menschen mit starkem Übergewicht, die abnehmen möchten, hält es das IQWiG für sinnvoll, mit Ärztinnen und Ärzten über mögliche Ursachen und eigene Risikofaktoren zu sprechen [12].

Kontrollen in der Praxis: Die NVL führt das Körpergewicht in ihrer Tabelle der empfohlenen Verlaufskontrollen unter Antidepressiva: vor Beginn der Behandlung, nach 3 und nach 6 Monaten und danach vierteljährlich; bei langfristig stabilen Patientinnen und Patienten können seltenere Kontrollen ausreichen. Die Zahl der Kontrollen ist laut Leitlinie nicht empirisch belegt; es handelt sich um Orientierungswerte [11].

Schwellungen der Beine sind unter Sertralin gelegentlich [1]. Als häufige erste Anzeichen eines solchen peripheren Ödems nennt das IQWiG [13]:

  • Arm oder Bein fühlen sich schwer und aufgedunsen an und sehen geschwollen aus.
  • Drückt man auf die Haut, entstehen Dellen.
  • Kleidung und Schmuck sitzen zu eng und sind unbequem.
  • Die Haut im Bereich des Ödems ist warm und gespannt, die betroffenen Gelenke lassen sich schlechter bewegen, und es entsteht ein Spannungsgefühl oder sogar Schmerz.

Ein Ödem kann laut IQWiG verschiedene Ursachen haben: eine geringe Wasseransammlung, die von selbst wieder verschwindet, aber auch ein Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung oder eine Nebenwirkung mancher Medikamente. Damit es richtig behandelt werden kann, ist es wichtig, seine Ursache ärztlich genau abklären zu lassen [13].

Was Sie tun können

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unter Sertralin zunehmen. Laut Packungsbeilage wenden Sie sich bei Nebenwirkungen an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Laut NVL soll ein Antidepressivum unter anderem nach seinem Sicherheitsprofil und nach der Präferenz der Patientinnen und Patienten ausgewählt werden; dazu zählt, ob sie das mögliche Nebenwirkungsprofil akzeptieren [11]. Belastet Sie die Gewichtszunahme, sagen Sie das im Gespräch offen.

Wenn Sie Diabetes haben

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der Einnahme über einen Diabetes. Laut Packungsbeilage können sich Ihre Blutzuckerwerte unter Sertralin verändern, und Ihre Diabetesmittel müssen möglicherweise angepasst werden [1]. Laut Fachinformation kann eine Behandlung mit einem SSRI bei Menschen mit Diabetes die Blutzuckereinstellung verändern; eine Anpassung von Insulin oder Diabetestabletten kann notwendig werden [2]. Fragen Sie in Ihrer Praxis, wie oft Sie Ihren Blutzucker messen sollen. Mehr dazu: Blutzuckerveränderungen durch Medikamente.

Ernährung und Bewegung

Um Übergewicht vorzubeugen, sind laut gesund.bund.de vor allem eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung entscheidend; schon mehr Bewegung im Alltag, etwa Treppensteigen oder Spazierengehen, kann viel bewirken. Von Crash-Diäten rät das Portal ab. Beratung bieten ärztliche und therapeutische Fachkräfte, ausgebildete Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater sowie Selbsthilfegruppen an. Bei Getränken weist das Portal darauf hin, dass Alkohol und zuckerhaltige Säfte und Limonaden die Gewichtszunahme fördern [14]. Während der Einnahme von Sertralin sollte laut Packungsbeilage auf Alkohol verzichtet werden [1].

Denken Sie dabei an die übrigen Nebenwirkungen: Schwindelgefühl, Schläfrigkeit und Müdigkeit sind sehr häufig, Schwindelgefühl beim Aufstehen gelegentlich [1]. Welche Bewegung für Sie passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Schwindel durch Medikamente.

Fragen für das Arztgespräch

  • Kann meine Gewichtszunahme mit Sertralin zusammenhängen, oder kommen andere Ursachen infrage, etwa die Erkrankung selbst oder andere Medikamente?
  • Wie oft kontrollieren wir mein Gewicht?
  • Sind Schwellungen an meinen Beinen Wassereinlagerungen, und sollten sie untersucht werden?
  • Ich habe Diabetes: Müssen meine Diabetesmittel angepasst werden, und wie oft soll ich meinen Blutzucker messen?
  • Welche Bewegung ist für mich sinnvoll, und ist eine Ernährungsberatung für mich sinnvoll?

Sie können Nebenwirkungen laut Packungsbeilage auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Ein Ödem kann laut IQWiG auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein, zum Beispiel einer Herzschwäche oder einer Nieren- oder Lebererkrankung. Bei einer Herzschwäche kann sich Flüssigkeit in der Lunge sammeln (Lungenödem), ein nicht sehr häufiger, aber lebensbedrohlicher Zustand; Anzeichen sind Atemnot, schnelles und flaches Atmen oder Husten [13]. Mehr dazu: Herzschwäche durch Medikamente.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Sertralin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005), Kapitel 2.3.2 (Abbildung 3), 4.4.3 mit Empfehlung 4-4 und Tabelle 27, Tabelle 28. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023 (gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 16.10.2026
  5. Ursachen für Adipositas. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.08.2022. abgerufen am 16.10.2026
  6. Ursachen und Anzeichen eines Ödems. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 09.03.2022. abgerufen am 16.10.2026
  7. Behörde Übergewicht. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 14.01.2026. abgerufen am 16.10.2026
  8. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Macht Sertralin dick?

Sertralin kann das Gewicht erhöhen. Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Ebenso häufig sind verstärkter Appetit und Appetitlosigkeit, gelegentlich kommt es zu einer Gewichtsabnahme.

Wie viel und ab wann nimmt man mit Sertralin zu?

Für Erwachsene nennen Packungsbeilage und Fachinformation weder eine Kilogrammzahl noch einen Zeitpunkt. Für Kinder und Jugendliche beschreibt die Packungsbeilage eine Langzeitstudie über 3 Jahre, in der sich die behandelten Kinder normal entwickelten, mit Ausnahme einer leichten Gewichtszunahme bei höherer Dosis. Notieren Sie Ihr Gewicht im Nebenwirkungs-Tagebuch und sprechen Sie Veränderungen in der Praxis an.

Nimmt man mit Sertralin zu oder ab?

Beides ist möglich. Gewichtszunahme, verstärkter Appetit und Appetitlosigkeit sind laut Packungsbeilage häufig, eine Gewichtsabnahme ist gelegentlich, kann also bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen. Auch eine Depression selbst kann laut Nationaler VersorgungsLeitlinie mit Appetitverlust oder gesteigertem Appetit und einer entsprechenden Gewichtsveränderung einhergehen.

Ist die Gewichtszunahme unter Sertralin dosisabhängig?

Speziell zur Gewichtszunahme bei Erwachsenen machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angabe. Allgemein heißt es in der Packungsbeilage, die Nebenwirkungen seien dosisabhängig. Bei Kindern und Jugendlichen fand eine Beobachtungsstudie laut Fachinformation eine Dosis-Wirkungs-Beziehung bei der Gewichtszunahme. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sprechen Sie eine Zunahme in der Praxis an.

Was kann ich gegen die Gewichtszunahme durch Sertralin tun?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie die Zunahme in der Praxis an und nennen Sie alle Mittel, die Sie einnehmen. Um Übergewicht vorzubeugen, sind laut gesund.bund.de vor allem eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung entscheidend; von Crash-Diäten rät das Portal ab. Weil Schwindelgefühl, Schläfrigkeit und Müdigkeit unter Sertralin sehr häufig sind, besprechen Sie mehr Bewegung am besten vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Gibt es ein Antidepressivum ohne Gewichtszunahme?

Ob ein anderes Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen. Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie soll ein Antidepressivum unter anderem nach seinem Sicherheitsprofil und nach der Präferenz der Patientinnen und Patienten ausgewählt werden; dazu zählt, ob sie das mögliche Nebenwirkungsprofil akzeptieren. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Woran erkenne ich, ob die Zunahme von Wassereinlagerungen kommt?

Schwellungen der Beine (periphere Ödeme) nennt die Packungsbeilage als gelegentliche Nebenwirkung von Sertralin. Häufige erste Anzeichen eines Ödems an Armen oder Beinen sind laut IQWiG ein schweres, aufgedunsenes Gefühl, sichtbare Schwellungen, Dellen nach Druck auf die Haut und zu eng sitzende Kleidung oder Schmuck. Laut IQWiG ist es wichtig, die Ursache eines Ödems ärztlich genau abklären zu lassen.

Was muss ich mit Diabetes beachten?

Laut Packungsbeilage können sich Ihre Blutzuckerwerte unter Sertralin verändern, und Ihre Diabetesmittel müssen möglicherweise angepasst werden. Laut Fachinformation kann eine Behandlung mit einem SSRI bei Menschen mit Diabetes die Blutzuckereinstellung verändern; eine Anpassung von Insulin oder Diabetestabletten kann notwendig werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der Einnahme über den Diabetes und fragen Sie, wie oft Sie Ihren Blutzucker messen sollen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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