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Glimepirid: Nebenwirkungen und Wirkung
Glimepirid ist ein verschreibungspflichtiger Blutzuckersenker aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe für Menschen mit Typ-2-Diabetes. Es regt die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin auszuschütten; dabei kann es zu einer Unterzuckerung kommen. Bei Anzeichen einer Unterzuckerung nehmen Sie sofort Zucker zu sich; eine schwere Unterzuckerung mit Bewusstseinsverlust ist ein medizinischer Notfall.

Wofür wird Glimepirid eingesetzt?
Glimepirid ist ein verschreibungspflichtiger, blutzuckersenkender Wirkstoff zum Einnehmen aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe [1, 2]. Er wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt, wenn Diät, körperliche Betätigung und Gewichtsabnahme allein den Blutzucker nicht ausreichend gesenkt haben [1, 2]. Falls nötig, kann Glimepirid mit Metformin oder mit Insulin kombiniert werden; die Dosierung legt dann die Ärztin oder der Arzt individuell fest [1].
Laut Fachinformation sind eine angemessene Ernährung, regelmäßige Bewegung und regelmäßige Kontrollen der Blut- und Harnwerte die Grundlage der Behandlung; wer die Ernährungsempfehlungen nicht einhält, kann das nicht mit Tabletten oder Insulin ausgleichen [2]. Bei insulinpflichtigem Typ-1-Diabetes darf Glimepirid nicht eingenommen werden [1, 2]. Weitere Wirkstoffe gegen Typ-2-Diabetes stellt die Seite Metformin, DPP-4-Hemmer und weitere orale Antidiabetika vor.
Wie wirkt Glimepirid?
Glimepirid regt die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin auszuschütten; das Insulin senkt dann den Blutzucker [1]. Laut Fachinformation schließt Glimepirid dazu in den insulinbildenden Betazellen bestimmte Kaliumkanäle, sodass Calcium in die Zellen strömt und Insulin freigesetzt wird. Zusätzlich scheint Glimepirid auch außerhalb der Bauchspeicheldrüse zu wirken: Es verbessert die Insulinempfindlichkeit der Gewebe, fördert die Aufnahme von Zucker in Muskel- und Fettzellen und hemmt die Zuckerbildung in der Leber [2].
Die Unterzuckerung (Hypoglykämie) ist laut Fachinformation Ausdruck dieser blutzuckersenkenden Wirkung [2]. Glimepirid wird nach dem Einnehmen vollständig aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa 2,5 Stunden erreicht, die für wiederholte Einnahme maßgebliche Halbwertszeit beträgt etwa 5 bis 8 Stunden. In der Regel genügt eine Einnahme am Tag [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; die Organsysteme stammen aus der Fachinformation. "Selten" heißt: bis zu 1 von 1.000 Behandelten, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Häufige oder sehr häufige Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage nicht [1]. Laut Fachinformation traten die aufgeführten Nebenwirkungen in klinischen Studien mit Glimepirid und anderen Sulfonylharnstoffen auf [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Zur Unterzuckerung enthält die Packungsbeilage eigene wichtige Informationen [1]. Laut Fachinformation tritt sie meistens sofort auf, kann schwer verlaufen und ist nicht immer leicht zu beheben; ihr Auftreten hängt wie bei anderen blutzuckersenkenden Behandlungen von individuellen Faktoren wie Ernährungsgewohnheiten und Dosierung ab [2]. Die Ärztin oder der Arzt überwacht mit Blutuntersuchungen die Zahl der Blutzellen und die Leberfunktion [1]. Mehr dazu auf den Seiten Medikamente, die den Blutzucker verändern und Blutungen und Veränderungen des Blutbilds.
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungStarker Abfall des Blutzuckers unter den Normbereich (Unterzuckerung, Hypoglykämie); laut Fachinformation treten diese Reaktionen meistens sofort auf, können schwer verlaufen und sind nicht immer leicht zu beheben[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
- Blut und LymphsystemVerminderung der Blutzellen: weniger Blutplättchen (höheres Risiko für Blutungen oder Blutergüsse), weniger weiße Blutkörperchen (höheres Infektionsrisiko) und weniger rote Blutkörperchen (mögliche Folgen: blasse Hautfarbe, Schwächegefühl und Atemnot); laut Fachinformation auch Agranulozytose, hämolytische Anämie und Panzytopenie. Diese Nebenwirkungen bessern sich im Allgemeinen nach dem Absetzen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue FleckenErhöhte Infektanfälligkeit
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich einer allergischen Gefäßentzündung (Vaskulitis), oft mit Hautausschlag, aus denen sich eine lebensbedrohliche Situation mit Atemnot und Blutdruckabfall bis hin zum Schock entwickeln kann[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagAtemnotNiedriger Blutdruck
- Leber und GalleLeberfunktionsstörungen mit gelber Färbung von Haut und Augen (Gelbsucht), Behinderung des Galleabflusses (Cholestase), Leberentzündung (Hepatitis) oder Leberversagen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen, Durchfall, Völlegefühl oder Blähungen und Bauchschmerzen; laut Fachinformation führen sie selten zu einem Abbruch der Behandlung[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenDurchfallBlähungenBauchschmerzen
- Laborwerte und UntersuchungenRückgang der Natriummenge im Blut (wird durch Blutuntersuchungen nachgewiesen)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautÜberempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht und Lichtempfindlichkeit; aus einigen leichten Reaktionen können sich lebensbedrohliche Situationen mit Schluck- oder Atembeschwerden und Schwellung von Lippen, Kehle oder Zunge entwickeln[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlagNesselsuchtLichtempfindlichkeit der HautSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen auch bei Einnahme anderer Sulfonylharnstoffe, Sulfonamide oder verwandter Arzneimittel (Kreuzallergie)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- AugenSehstörungen, besonders zu Beginn der Behandlung; sie werden durch Veränderungen des Blutzuckerspiegels verursacht und sollten bald zurückgehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Leber und GalleErhöhung der Leberenzymwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Blut und LymphsystemStarke Verminderung der Blutplättchen mit ungewöhnlichem Bluten oder Blutergüssen unter der Haut (laut Fachinformation schwerwiegende Thrombozytopenie und thrombozytopenische Purpura)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei fortschreitender Unterzuckerung können erhebliche Verwirrung (Delirium), Krampfanfälle, Verlust der Selbstkontrolle, eine flache Atmung, ein verlangsamter Herzschlag und Bewusstlosigkeit auftreten. Die Anzeichen einer schweren Unterzuckerung können denen eines Schlaganfalls ähneln [1]. Laut Packungsbeilage sollte sichergestellt sein, dass es immer eine vorinformierte Person gibt, die im Notfall eine Ärztin oder einen Arzt rufen kann [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Unterzuckerung erkennen: Mögliche Anzeichen sind Heißhunger, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Mattigkeit, Schläfrigkeit, Schlafstörungen, Unruhe, Aggressivität, Konzentrationsstörungen, beeinträchtigte Aufmerksamkeit und vermindertes Reaktionsvermögen, Depressionen, Verwirrtheit, Sprach- und Sehstörungen, Wortfindungsstörungen, Zittern, Lähmungen, Wahrnehmungs- und Empfindungsstörungen, Benommenheit oder Schwindel und Hilflosigkeit. Außerdem können Schwitzen, feuchtkalte Haut, Angst und Unruhe, ein beschleunigter Puls, erhöhter Blutdruck, Herzklopfen und plötzlich auftretende starke Schmerzen im Brustkorb auftreten [1].
Unterzuckerung behandeln: In den meisten Fällen lassen sich die Anzeichen sehr schnell beheben, wenn Sie Zucker zu sich nehmen, etwa Würfelzucker, süßen Fruchtsaft oder gezuckerten Tee. Tragen Sie deshalb stets etwas Zucker bei sich; künstliche Süßstoffe helfen bei einer Unterzuckerung nicht [1]. Zeigt der Zucker keine Wirkung oder kehren die Anzeichen zurück, kontaktieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder informieren das nächstgelegene Krankenhaus [1]. Von anderen Sulfonylharnstoffen ist laut Fachinformation bekannt, dass es trotz zunächst erfolgreicher Gegenmaßnahmen erneut zu einer Unterzuckerung kommen kann [2].
Unterzuckerung vorbeugen: Nehmen Sie Glimepirid unmittelbar vor oder während der ersten Hauptmahlzeit ein und lassen Sie keine Mahlzeiten aus [1]. Das Risiko steigt bei unregelmäßigen, verspäteten oder ausgelassenen Mahlzeiten und beim Fasten, wenn Sie Ihre Ernährung ändern, wenn Ihre körperliche Belastung steigt und Sie nicht genug essen oder weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen als sonst, bei Alkohol, bei eingeschränkter Nierenfunktion, schwerer Lebererkrankung, bestimmten hormonellen Störungen und mit bestimmten anderen Arzneimitteln [1]. Blut- und Harnzucker werden regelmäßig kontrolliert [1]. Laut Fachinformation kann der Bedarf an Glimepirid im Lauf der Behandlung sinken, wenn sich die Stoffwechseleinstellung verbessert; dann wird rechtzeitig eine niedrigere Dosis oder ein Ende der Behandlung erwogen [2].
Magen und Darm: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen sind sehr selten und führen laut Fachinformation selten zu einem Abbruch der Behandlung [1, 2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden. Viele Mittel können die blutzuckersenkende Wirkung von Glimepirid verstärken oder abschwächen; die Ärztin oder der Arzt passt dann möglicherweise die Dosierung an [1]. Laut Fachinformation dürfen andere Arzneimittel deshalb nur mit Wissen oder auf Verordnung der Ärztin oder des Arztes angewendet werden [2].
Das Risiko einer Unterzuckerung steigt unter anderem mit anderen Diabetesmitteln wie Insulin oder Metformin, mit Acetylsalicylsäure und ähnlichen Schmerzmitteln, mit Antibiotika wie Clarithromycin, mit Pilzmitteln wie Fluconazol oder Miconazol, mit ACE-Hemmern und mit Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ [1, 2]. Abschwächen können die Wirkung zum Beispiel Kortikoide, Thiaziddiuretika, Schilddrüsenhormone wie Levothyroxin, Arzneimittel mit weiblichen Sexualhormonen (Östrogene und Gestagene) und Rifampicin [1, 2]. Betablocker, Clonidin, Guanethidin und Reserpin können außerdem die Anzeichen einer Unterzuckerung verschleiern [1, 2]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Mittel gegen Zuckerkrankheit, z. B. Insulin oder Metformin | Verstärkte Blutzuckersenkung; Risiko einer Unterzuckerung steigt[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosierung gegebenenfalls an |
| Schmerz- und Entzündungsmittel: Phenylbutazon, Azapropazon, Oxyphenbutazon sowie Acetylsalicylsäure und ähnliche Mittel (laut Fachinformation Salicylate) | Verstärkte Blutzuckersenkung; Risiko einer Unterzuckerung steigt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel gegen bakterielle Infektionen oder Pilzinfektionen: Tetracycline, Chloramphenicol, Fluconazol, Miconazol, Chinolon-Antibiotika, Clarithromycin; einige lang wirksame Sulfonamide gegen Harnwegsinfektionen | Verstärkte Blutzuckersenkung; Risiko einer Unterzuckerung steigt. Laut Fachinformation erhöhte Fluconazol in einer Studie die Menge an Glimepirid im Blut ungefähr auf das Doppelte[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ wie Warfarin | Können die blutzuckersenkende Wirkung verstärken (Risiko einer Unterzuckerung); Glimepirid kann umgekehrt deren Wirkung verstärken oder abschwächen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Weitere Mittel: Anabolika, Ersatz für männliche Sexualhormone, Fluoxetin und MAO-Hemmer (Antidepressiva), Fibrate (Cholesterinsenker), ACE-Hemmer (Blutdrucksenker), Disopyramid (Herzrhythmusstörungen), Allopurinol, Probenecid, Sulfinpyrazon (Gicht), Cyclophosphamid, Ifosfamid, Trofosfamid (Krebs), Fenfluramin, Pentoxifyllin in hoher Dosis in die Vene, Tritoqualin und Sympatholytika | Verstärkte Blutzuckersenkung; Risiko einer Unterzuckerung steigt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Östrogene und Gestagene, Thiaziddiuretika, Schilddrüsenhormone wie Levothyroxin, Kortikoide, Chlorpromazin und andere Phenothiazine, Adrenalin und Sympathomimetika, Nicotinsäure, Abführmittel bei längerer Anwendung, Phenytoin, Barbiturate, Acetazolamid, Diazoxid, Rifampicin, Glukagon | Abgeschwächte Blutzuckersenkung; Risiko einer Überzuckerung (Hyperglykämie) steigt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; die Dosis wird gegebenenfalls angepasst |
| Magenmittel aus der Gruppe der H2-Blocker sowie Betablocker, Clonidin, Guanethidin und Reserpin | Können die Blutzuckersenkung verstärken oder abschwächen. Betablocker, Clonidin, Guanethidin und Reserpin können außerdem die Anzeichen einer Unterzuckerung verschleiern[1, 2] | Besondere Vorsicht |
| Alkohol | Kann die blutzuckersenkende Wirkung in unvorhersehbarer Weise verstärken oder abschwächen[1, 2] | Ärztin oder Arzt fragen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Glimepirid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Laut Fachinformation liegen keine Erfahrungen bei schwerer Einschränkung der Leberfunktion oder bei Dialyse vor; bei schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist ein Umstieg auf Insulin angezeigt [2]. In Belastungssituationen wie nach Unfällen, Operationen oder bei Infektionen mit Fieber kann eine vorübergehende Anpassung der Behandlung nötig sein, laut Fachinformation auch eine vorübergehende Umstellung auf Insulin [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Glimepirid, andere Sulfonylharnstoffe (z. B. Glibenclamid), Sulfonamide (z. B. Sulfamethoxazol) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Insulinpflichtige Zuckerkrankheit (Typ-1-Diabetes)[1, 2]
- Diabetische Ketoazidose, eine Komplikation der Zuckerkrankheit, die mit Müdigkeit oder Erschöpfung, Übelkeit, häufigem Wasserlassen und Muskelsteifigkeit einhergehen kann[1, 2]
- Bewusstlosigkeit als Folge eines stark erhöhten Blutzuckers (diabetisches Koma)[1, 2]
- Schwere Nieren- oder Lebererkrankung; laut Fachinformation ist dann ein Wechsel auf Insulin erforderlich[1, 2]
- Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Verletzung, Operation, Infektion mit Fieber oder andere Belastungen, vor kurzem oder derzeit: Die Behandlung muss möglicherweise vorübergehend angepasst werden; laut Fachinformation kann eine vorübergehende Umstellung auf Insulin angezeigt sein[1, 2]
- Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (eine Erkrankung der roten Blutkörperchen): Glimepirid kann eine Schädigung der roten Blutkörperchen mit Verminderung des Hämoglobins (hämolytische Anämie) auslösen; laut Fachinformation sollte es dann nur vorsichtig angewendet und eine Umstellung auf andere Mittel als Sulfonylharnstoffe erwogen werden[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen, weil nur begrenzte Informationen vorliegen[1, 2]
- Erhöhtes Risiko einer Unterzuckerung: Unterernährung, unregelmäßige, verspätete oder ausgelassene Mahlzeiten oder Fasten; Änderung der Ernährung; Einnahme von mehr Glimepirid als benötigt; eingeschränkte Nierenfunktion; schwere Lebererkrankung; bestimmte hormonelle Störungen (Schilddrüse, Hirnanhangdrüse, Nebennierenrinde); Alkohol, besonders bei ausgelassener Mahlzeit; bestimmte andere Arzneimittel; mehr körperliche Belastung bei zu wenig Essen oder weniger Kohlenhydraten als sonst. Laut Fachinformation auch mangelnde Bereitschaft oder, häufiger bei älteren Menschen, Unfähigkeit zur Mitarbeit[1, 2]
- Regelmäßige Kontrollen: Blut- und Harnzucker; die Ärztin oder der Arzt überwacht außerdem Blutbild und Leberfunktion. Laut Fachinformation wird zusätzlich die Bestimmung des Langzeitblutzuckerwerts (glykosyliertes Hämoglobin) empfohlen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Glimepirid darf während der gesamten Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht eingenommen werden [1]. Laut Fachinformation wird die Behandlung bei geplanter oder festgestellter Schwangerschaft so bald wie möglich auf Insulin umgestellt [2]. Alkohol kann die Wirkung in unvorhersehbarer Weise verstärken oder abschwächen und erhöht das Risiko einer Unterzuckerung, besonders bei ausgelassenen Mahlzeiten [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Schwangerschaft
Glimepirid darf während der gesamten Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder planen.[1]
Laut Fachinformation gehen abnormale Blutzuckerspiegel in der Schwangerschaft mit mehr angeborenen Fehlbildungen und einer höheren Sterblichkeit rund um die Geburt einher; der Blutzucker muss deshalb eng überwacht werden, und eine Umstellung auf Insulin ist erforderlich. Für Glimepirid gibt es keine ausreichenden Daten bei Schwangeren; in Tierversuchen zeigten sich schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung, vermutlich als Folge der Unterzuckerung. Plant eine Patientin eine Schwangerschaft oder wird eine festgestellt, wird die Behandlung so bald wie möglich auf Insulin umgestellt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Glimepirid geht möglicherweise in die Muttermilch über und darf in der Stillzeit nicht genommen werden. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob es beim Menschen in die Milch übergeht; da andere Sulfonylharnstoffe übergehen und gestillte Kinder eine Unterzuckerung bekommen können, wird vom Stillen abgeraten.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Glimepirid in unvorhersehbarer Weise verstärken oder abschwächen. Alkoholkonsum erhöht das Risiko einer Unterzuckerung, besonders wenn Sie eine Mahlzeit auslassen.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Bei zu niedrigem oder zu hohem Blutzucker oder dadurch verursachten Sehstörungen kann Ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein; Sie können sich und andere gefährden, etwa beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie ein Kraftfahrzeug führen sollten, wenn bei Ihnen häufig Unterzuckerungen auftreten oder Sie wenige oder gar keine Warnzeichen einer Unterzuckerung bemerken.[1, 2]
Einnahme
Unmittelbar vor oder während der ersten Hauptmahlzeit des Tages einnehmen, gewöhnlich zum Frühstück; wenn Sie nicht frühstücken, zu dem verordneten Zeitpunkt. Während der Behandlung keine Mahlzeiten auslassen. Die Tabletten im Ganzen mit mindestens einem halben Glas Wasser schlucken, nicht zerdrücken oder zerkauen; bei Bedarf an der Bruchkerbe in zwei gleiche Hälften teilen. Tragen Sie stets etwas Zucker bei sich, zum Beispiel Würfelzucker. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen, sondern wie gewohnt fortfahren.[1, 2]
Absetzen
Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung vorzeitig, stellt sich die blutzuckersenkende Wirkung nicht ein oder die Zuckerkrankheit verschlechtert sich wieder. Nehmen Sie Glimepirid so lange ein, wie es verordnet wurde. Laut Fachinformation kann der Bedarf an Glimepirid im Verlauf der Behandlung sinken; um eine Unterzuckerung zu vermeiden, erwägt die Ärztin oder der Arzt dann rechtzeitig eine niedrigere Dosis oder ein Ende der Behandlung.[1, 2]
Überdosierung
Nach einer zu großen Menge besteht die Gefahr einer Unterzuckerung: sofort ausreichend Zucker zu sich nehmen (Traubenzucker, Würfelzucker, süßer Fruchtsaft, gezuckerter Tee) und unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt informieren; Packung oder verbliebene Tabletten zeigen. Bewusstlosen Menschen keine Nahrung oder Getränke geben. Weil die Unterzuckerung lange anhalten kann, ist eine sorgfältige Überwachung nötig, gegebenenfalls im Krankenhaus; laut Fachinformation kann sie 12 bis 72 Stunden anhalten, nach anfänglicher Besserung wiederkehren und sich auch erst 24 Stunden nach der Einnahme bemerkbar machen. Hat ein Kind versehentlich Tabletten eingenommen, muss die Zuckermenge sorgfältig kontrolliert werden, damit keine gefährliche Überzuckerung entsteht.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Dosierung richtet sich nach Ihrem Bedarf, Ihrem Gesundheitszustand und den Ergebnissen Ihrer Blut- und Harnzuckerbestimmungen und wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt bestimmt [1]. Die Packungsbeilage nennt eine Anfangsdosis, die mögliche schrittweise Erhöhung und eine Höchstdosis; die Fachinformation ergänzt Angaben zu Kindern und zu schweren Nieren- und Leberfunktionsstörungen [1, 2]. Nehmen Sie nicht mehr Tabletten ein als verordnet [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Glimepirid unmittelbar vor oder während der ersten Hauptmahlzeit des Tages ein, gewöhnlich zum Frühstück; wenn Sie nicht frühstücken, zu dem verordneten Zeitpunkt [1]. Schlucken Sie die Tabletten im Ganzen mit mindestens einem halben Glas Wasser, ohne sie zu zerdrücken oder zu zerkauen; bei Bedarf lassen sie sich an der Bruchkerbe in zwei gleiche Hälften teilen [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, sondern fahren wie gewohnt fort [1].
Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig: Sonst stellt sich die blutzuckersenkende Wirkung nicht ein, oder die Zuckerkrankheit verschlechtert sich wieder [1]. Haben Sie zu viel eingenommen, besteht die Gefahr einer Unterzuckerung, die laut Fachinformation 12 bis 72 Stunden anhalten und nach einer Besserung wiederkehren kann; nehmen Sie sofort Zucker zu sich und informieren Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt [1, 2]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Glimepirid
Glimepirid gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten in verschiedenen Stärken [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Glimepirid STADA [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Glimepirid AbZ | AbZ-Pharma GmbH | Tabletten; verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage |
| Glimepirid-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Tabletten mit 2, 3 oder 6 mg; verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage |
| Glimepirid STADA | STADAPHARM GmbH | Tabletten mit 1, 2, 3 oder 4 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Glimepirid STADA 3 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Glimepirid STADA 1 mg/2 mg/3 mg/4 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür nimmt man Glimepirid?
Glimepirid wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt, wenn Diät, körperliche Betätigung und Gewichtsabnahme allein den Blutzucker nicht ausreichend gesenkt haben. Es gehört zu den Sulfonylharnstoffen und regt die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin auszuschütten. Falls nötig, kann es mit Metformin oder mit Insulin kombiniert werden.
Woran erkenne ich eine Unterzuckerung unter Glimepirid?
Mögliche Anzeichen sind unter anderem Heißhunger, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwitzen, feuchtkalte Haut, Zittern, Herzklopfen, Unruhe, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit sowie Sprach- und Sehstörungen. Bei fortschreitender Unterzuckerung können Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit folgen; die Anzeichen einer schweren Unterzuckerung können denen eines Schlaganfalls ähneln.
Was tue ich bei einer Unterzuckerung?
Nehmen Sie sofort Zucker zu sich, etwa Würfelzucker, süßen Fruchtsaft oder gezuckerten Tee; künstliche Süßstoffe helfen nicht. Tragen Sie deshalb stets etwas Zucker bei sich. Zeigt der Zucker keine Wirkung oder kehren die Anzeichen zurück, kontaktieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder informieren das nächstgelegene Krankenhaus. Bewusstlosen Menschen darf man nichts zu essen oder zu trinken geben.
Darf ich mit Glimepirid Alkohol trinken?
Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Glimepirid in unvorhersehbarer Weise verstärken oder abschwächen. Er gehört zu den Faktoren, die das Risiko einer Unterzuckerung erhöhen, besonders wenn Sie eine Mahlzeit auslassen. Ob und wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich mit Glimepirid Auto fahren?
Ein zu niedriger oder zu hoher Blutzucker und dadurch verursachte Sehstörungen können Konzentration und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen; Sie können sich und andere gefährden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie fahren sollten, wenn bei Ihnen häufig Unterzuckerungen auftreten oder Sie wenige oder gar keine Warnzeichen einer Unterzuckerung bemerken.
Macht Glimepirid dick?
Eine Gewichtszunahme ist weder in der Packungsbeilage noch in der Fachinformation von Glimepirid STADA als Nebenwirkung aufgeführt. Bei Gewichtsveränderungen kann laut Packungsbeilage aber eine Anpassung der Dosierung nötig sein; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Darf ich Glimepirid in der Schwangerschaft nehmen?
Nein. Glimepirid darf während der gesamten Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Laut Fachinformation wird die Behandlung bei geplanter oder festgestellter Schwangerschaft so bald wie möglich auf Insulin umgestellt. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder planen.
Wie hoch ist die Dosis von Glimepirid?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrem Bedarf, Ihrem Gesundheitszustand und Ihren Blut- und Harnzuckerwerten fest. Die Angaben der Packungsbeilage zu Anfangsdosis, Erhöhung und Höchstdosis finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation. Nehmen Sie nicht mehr Tabletten ein als verordnet.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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