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Kaliumiodid (Jodetten): Nebenwirkungen und Wirkung
Kaliumiodid ist ein Iodsalz. Niedrig dosierte Tabletten wie Jodetten gibt es in der Apotheke zur Vorbeugung eines Iodmangels und Kropfes sowie zur Kropfbehandlung bei jüngeren Menschen. Bei vorbeugender Einnahme ist laut Packungsbeilage nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Bei Iodüberempfindlichkeit, etwa mit Fieber, Hautausschlag oder Reizhusten, beenden Sie die Einnahme. Hoch dosierte Notfall-Jodtabletten für einen Reaktorunfall sind ein anderes Präparat und dürfen nur nach Empfehlung der Katastrophenschutzbehörden eingenommen werden.

Wofür wird Kaliumiodid eingesetzt?
Kaliumiodid ist ein Iodsalz; niedrig dosierte Tabletten wie Jodetten Henning sind ein Schilddrüsenarzneimittel und in der Apotheke erhältlich [1, 2]. Iod ist ein unentbehrlicher Baustein der Schilddrüsenhormone [2]. Kaliumiodid gehört zu den Schilddrüsenmitteln.
Laut Packungsbeilage werden Jodetten angewendet zur Vorbeugung eines Iodmangels (etwa zur Vorbeugung eines Kropfes in Iodmangelgebieten und nach Entfernung eines Iodmangelkropfes) und zur Behandlung eines Kropfes bei normaler Schilddrüsenfunktion bei Neugeborenen, Kindern, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen [1, 2]. Laut Fachinformation wird die nötige Mindestzufuhr an Iod unter den Ernährungsbedingungen in Deutschland nicht erreicht [2].
Ein anderes Präparat: Jodtabletten für den Notfall. Hoch dosierte Kaliumiodid-Tabletten dienen der sogenannten Jodblockade bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk. Laut Bundesumweltministerium werden sie im betroffenen Gebiet von den Katastrophenschutzbehörden verteilt und dürfen zur eigenen Sicherheit nur nach deren Empfehlung eingenommen werden; von einer selbstständigen Einnahme wird abgeraten [3]. Diese Tabletten dürfen nicht mit den niedrig dosierten Tabletten zur Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten verwechselt werden: Deren Jodmenge ist für eine Jodblockade viel zu gering, und umgekehrt dürfen die hoch dosierten Notfall-Tabletten nicht zur Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten verwendet werden [3]. Die Angaben auf dieser Seite gelten für die niedrig dosierten Tabletten.
Wie wirkt Kaliumiodid?
Die Schilddrüse braucht Iod, um die Hormone Thyroxin und Triiodthyronin zu bilden. Iodid in physiologischen Mengen gleicht bei Iodmangel den Mangel aus, beugt einem Iodmangelkropf vor und kann bei Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen die Größe der Schilddrüse normalisieren [2]. Iodid wird im Dünndarm nahezu vollständig aufgenommen und in der Schilddrüse, aber auch in Speicheldrüsen, Brustdrüse und Magen angereichert; das in der Schilddrüse gespeicherte Iod hat eine Halbwertszeit von 7 Wochen [2].
Bei der Jodblockade wird die Schilddrüse mit nicht radioaktivem Iod gesättigt, sodass sie bei rechtzeitiger Einnahme kein radioaktives Iod mehr aufnehmen kann. Laut Bundesumweltministerium schützen die Notfall-Tabletten nur vor radioaktivem Iod, nicht vor anderen radioaktiven Stoffen und nicht vor Strahlung von außen [3].
Nebenwirkungen
Packungsbeilage und Fachinformation von Jodetten ordnen die möglichen Nebenwirkungen keiner Häufigkeitsklasse wie "häufig" oder "selten" zu. Sie beschreiben, bei welcher Anwendung nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen ist und unter welchen Umständen eine Schilddrüsenüberfunktion oder Beschwerden durch eine Iodüberempfindlichkeit auftreten können [1, 2]. Wie Sie Angaben in Packungsbeilagen lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; mehr zu allergischen Reaktionen auf Arzneimittel finden Sie auf der Seite Arzneimittelallergie.
Laut Packungsbeilage und Fachinformation von Jodetten Henning ist bei vorbeugender Einnahme in jedem Alter und bei der Kropfbehandlung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Bei größeren unkontrolliert hormonbildenden Bezirken in der Schilddrüse und täglich mehr als 150 Mikrogramm Iod lässt sich allerdings nicht völlig ausschließen, dass eine Schilddrüsenüberfunktion zum Vorschein kommt. Bei der Kropfbehandlung Erwachsener (über 300 bis höchstens 1000 Mikrogramm Iodid am Tag) kann es in Einzelfällen zu einer iodbedingten Schilddrüsenüberfunktion kommen; Voraussetzung dafür sind in den meisten Fällen unkontrolliert hormonbildende Bezirke in der Schilddrüse, gefährdet sind vor allem ältere Menschen mit lange bestehendem Kropf. Bei Iodüberempfindlichkeit kann die Einnahme zu Fieber, Hautausschlag, Jucken und Brennen der Augen, Reizhusten, Durchfall oder Kopfschmerzen führen; dann ist die Einnahme zu beenden.[1, 2]
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei der Kropfbehandlung Erwachsener kann es in Einzelfällen zu einer iodbedingten Schilddrüsenüberfunktion kommen; Voraussetzung dafür sind in den meisten Fällen unkontrolliert hormonbildende Bezirke in der Schilddrüse, gefährdet sind vor allem ältere Menschen mit lange bestehendem Kropf [1, 2]. Für die Notfall-Jodtabletten nennt das Bundesumweltministerium als mögliche Anzeichen einer solchen Überfunktion einen erhöhten Puls, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit, Zittrigkeit, Durchfall oder Gewichtsabnahme; wer sie bei sich feststellt, soll eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [3].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Bei Überempfindlichkeit: Treten Fieber, Hautausschlag, Jucken und Brennen der Augen, Reizhusten, Durchfall oder Kopfschmerzen auf, ist die Einnahme zu beenden [1, 2]. Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme wegen einer Nebenwirkung, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Verschlimmern sich Ihre Beschwerden oder bessern sie sich nicht, suchen Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat [1].
Vor der Einnahme klären: Vor der geplanten Einnahme soll geprüft werden, ob eine Schilddrüsenüberfunktion oder ein Knotenkropf vorliegt, denn bei einem Knotenkropf könnte die Einnahme eine Überfunktion auslösen [1]. Mehr zur Schilddrüsenüberfunktion. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Wird eine Schilddrüsenüberfunktion mit Thyreostatika wie Thiamazol oder Carbimazol behandelt, sollte vor und während dieser Behandlung jede vermeidbare Iodgabe unterbleiben, weil Iodüberschuss das Ansprechen vermindert [1, 2]. Zusammen mit kaliumsparenden harntreibenden Mitteln können höhere Dosen Kaliumiodid den Kaliumspiegel erhöhen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion mit Thyreostatika | Iodmangel erhöht, Iodüberschuss vermindert das Ansprechen auf die Behandlung[1, 2] | Vor und während einer solchen Behandlung sollte jede vermeidbare Iodgabe unterbleiben |
| Perchlorat sowie Thiocyanat bei Konzentrationen über 5 mg/dl | Hemmen die Iodaufnahme der Schilddrüse[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| TSH (schilddrüsenstimulierendes Hormon), körpereigen oder als Arzneimittel | Regt Iodaufnahme und Iodumsatz der Schilddrüse an[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Lithiumsalze (vor allem bei psychischen Erkrankungen) | Zusammen mit hohen Ioddosen, die die Hormonbildung der Schilddrüse hemmen, können Kropf und Schilddrüsenunterfunktion begünstigt werden[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Kaliumsparende harntreibende Mittel | Zusammen mit höheren Dosen Kaliumiodid kann der Kaliumspiegel steigen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Kaliumiodid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Jodetten dürfen unter anderem nicht eingenommen werden bei einer bestehenden Schilddrüsenüberfunktion, bei einer versteckten Überfunktion sowie bei hormonbildenden Knoten oder Bezirken der Schilddrüse, jeweils in höherer Dosierung, und bei hypokomplementämischer Vaskulitis und Dermatitis herpetiformis Duhring, bei denen höhere Ioddosen eine Verschlimmerung auslösen [1, 2]. Überempfindlichkeitsreaktionen auf iodhaltige Röntgenkontrastmittel oder Allergien auf iodhaltige Nahrungsmittel werden in der Regel nicht durch den Iodanteil ausgelöst; bei vermuteter Iodüberempfindlichkeit ist ein differenziertes Vorgehen nötig [1, 2]. Für die Notfall-Jodtabletten gilt laut Bundesumweltministerium: Über 45-Jährige sollten gemäß den Empfehlungen der Strahlenschutzkommission von einer Einnahme absehen [3].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Kaliumiodid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Bestehende (manifeste) Schilddrüsenüberfunktion[1, 2]
- Versteckte (latente) Schilddrüsenüberfunktion bei Dosen über 150 Mikrogramm Iodid am Tag[1, 2]
- Gutartige, hormonbildende Knoten oder unkontrolliert hormonbildende Bezirke der Schilddrüse bei Dosen von 300 bis 1000 Mikrogramm Iodid am Tag (außer bei Behandlung vor einer Operation)[1, 2]
- Hypokomplementämische Vaskulitis (eine Gefäßentzündung) und Dermatitis herpetiformis Duhring (eine chronische Hautentzündung)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Vor der Einnahme soll geprüft werden, ob eine Schilddrüsenüberfunktion oder ein Knotenkropf vorliegt; bei einem Knotenkropf könnte die Einnahme eine Überfunktion auslösen[1]
- Größere unkontrolliert hormonbildende Bezirke der Schilddrüse: Bei täglich mehr als 150 Mikrogramm Iod lässt sich nicht völlig ausschließen, dass eine Überfunktion zum Vorschein kommt[1, 2]
- Ältere Menschen mit lange bestehendem Kropf: In Einzelfällen kann es zu einer iodbedingten Schilddrüsenüberfunktion kommen[1, 2]
- Vermutete Überempfindlichkeit gegen Iod: Ein differenziertes Vorgehen ist nötig. Überempfindlichkeitsreaktionen auf iodhaltige Röntgenkontrastmittel oder Allergien auf iodhaltige Nahrungsmittel werden in der Regel nicht durch den Iodanteil ausgelöst[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
In Schwangerschaft und Stillzeit ist der Iodbedarf erhöht; Iodid sollte dann aber nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung auf ausdrückliche ärztliche Verordnung eingenommen werden [1, 2]. Zu Alkohol enthält die Packungsbeilage keine Angaben. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation von Jodetten sagen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
In Schwangerschaft und Stillzeit sollte Iodid nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung auf ausdrückliche ärztliche Verordnung eingenommen werden. Sowohl ein Iodmangel als auch eine Überdosierung von Iod können dem ungeborenen Kind schaden. In der Schwangerschaft ist der Iodbedarf erhöht; bei Iodpräparaten bis zu 200 Mikrogramm täglich sind bisher keine Risiken bekannt geworden. Weil Iod über die Plazenta zum Kind gelangt, sollten höhere Dosen nur bei einem klinisch nachgewiesenen Iodmangel eingenommen werden, um beim Kind eine Unterfunktion und einen Kropf zu vermeiden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
In der Stillzeit ist der Iodbedarf erhöht; bei Iodpräparaten bis zu 200 Mikrogramm täglich sind bisher keine Risiken bekannt geworden. Iod geht in die Muttermilch über und wird dort angereichert.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Es gibt keine Hinweise, dass Iodid die Verkehrstüchtigkeit, das Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne festen Halt beeinträchtigt.[1, 2]
Einnahme
Nehmen Sie die Tabletten nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit ein, zum Beispiel mit einem halben Glas Wasser. Besonders bei Kindern empfiehlt sich die Einnahme mit Nahrung (etwa Suppe) oder einem Getränk vermischt; die Tabletten zerfallen leicht und können auch in Saft oder Wasser aufgelöst werden.[1, 2]
Die vorbeugende Einnahme erfolgt im Allgemeinen über Jahre, nicht selten lebenslang. Zur Behandlung eines Kropfes reichen bei Neugeborenen meist 2 bis 4 Wochen, bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind meist 6 bis 12 Monate oder mehr erforderlich; über die Dauer entscheidet die Ärztin oder der Arzt.[1, 2]
Einnahme vergessen: Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein.[1]
Absetzen
Wenn Sie die Einnahme unterbrechen oder vorzeitig abbrechen, zum Beispiel wegen einer Nebenwirkung, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Überdosierung
Haben Sie mehr eingenommen, als Sie sollten, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation kann eine akute Vergiftung zu Braunfärbung der Schleimhäute, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall führen; es kann zu Flüssigkeitsverlust und Schock kommen. Eine chronische Überdosierung führt in seltenen Fällen zum sogenannten Iodismus mit Metallgeschmack sowie Anschwellen und Entzündung von Schleimhäuten.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage von Jodetten 100 Henning nennt Dosen für die Kropfvorbeugung nach Altersgruppen, für Schwangerschaft und Stillzeit, für die Vorbeugung eines erneuten Kropfwachstums und für die Kropfbehandlung [1]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats; hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese [1]. Für die Notfall-Jodtabletten gelten allein die Anweisungen der Katastrophenschutzbehörden [3].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit ein, zum Beispiel mit einem halben Glas Wasser. Kindern gibt man sie am besten mit Nahrung, etwa Suppe, oder einem Getränk vermischt; die Tabletten zerfallen leicht und können in Saft oder Wasser aufgelöst werden [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].
Die vorbeugende Einnahme erfolgt im Allgemeinen über Jahre, nicht selten lebenslang; über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Möchten Sie die Einnahme unterbrechen oder vorzeitig beenden, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich umgehend an sie oder ihn; Telefonnummern im Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Kaliumiodid
Niedrig dosiertes Kaliumiodid gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Jodetten 100 Henning (Stand Oktober 2021) und die Fachinformation von Jodetten Henning (Stand März 2024) [1, 2]. Präparate, die Iodid zusammen mit Levothyroxin enthalten, haben eigene Packungsbeilagen. Zur Behandlung der Schilddrüse mit radioaktivem Iod siehe Radiojodtherapie.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Jodetten Henning | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | apothekenpflichtig; Tabletten mit 100, 150 oder 200 Mikrogramm Iodid sowie 1 x wöchentlich; Grundlage dieser Seite |
| Jodid-ratiopharm | ratiopharm GmbH | apothekenpflichtig; Tabletten mit 100 oder 200 Mikrogramm Jodid |
| Jodinat | Aristo Pharma GmbH | Tabletten mit 100 oder 200 Mikrogramm |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Jodetten 100 Henning, 100 Mikrogramm, Tabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 10/2021. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Jodetten Henning (100/150/200 Mikrogramm und 1 x wöchentlich). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 03/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Jodblockade, Schutz bei Reaktorunfall: Jodtabletten, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen, Häufig gestellte Fragen. Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) mit dem Bundesamt für Strahlenschutz. Stand Hinweis vom 14.02.2025. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Kaliumiodid?
Bei vorbeugender Einnahme in jedem Alter und bei der Kropfbehandlung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen ist laut Packungsbeilage von Jodetten nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Bei Iodüberempfindlichkeit können Fieber, Hautausschlag, Jucken und Brennen der Augen, Reizhusten, Durchfall oder Kopfschmerzen auftreten; dann beenden Sie die Einnahme. Bei der Kropfbehandlung Erwachsener kann es in Einzelfällen zu einer iodbedingten Schilddrüsenüberfunktion kommen. Wie häufig diese Nebenwirkungen sind, geben Packungsbeilage und Fachinformation von Jodetten nicht an.
Kann Jod eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen?
Bei größeren, unkontrolliert hormonbildenden Bezirken in der Schilddrüse lässt sich laut Packungsbeilage nicht völlig ausschließen, dass bei höheren täglichen Iodmengen eine Überfunktion zum Vorschein kommt. Bei der Kropfbehandlung Erwachsener kann es in Einzelfällen zu einer iodbedingten Überfunktion kommen; gefährdet sind vor allem ältere Menschen mit lange bestehendem Kropf. Laut Packungsbeilage soll vor der geplanten Einnahme geprüft werden, ob eine Überfunktion oder ein Knotenkropf vorliegt; bei einem Knotenkropf könnte die Einnahme eine Überfunktion herbeiführen.
Sind Jodetten dasselbe wie Jodtabletten für den Atomunfall?
Nein. Laut Bundesumweltministerium dürfen die hoch dosierten Jodtabletten für einen schweren Unfall in einem Kernkraftwerk nicht mit den Jodtabletten zur Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten verwechselt werden. Die Jodmenge in den niedrig dosierten Tabletten ist viel zu gering für eine Jodblockade, und die hoch dosierten Notfall-Tabletten dürfen wegen ihrer hohen Jodmenge nicht zur Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten verwendet werden. Sie dürfen nur nach Empfehlung der Katastrophenschutzbehörden eingenommen werden.
Darf ich in der Schwangerschaft Jodtabletten nehmen?
In Schwangerschaft und Stillzeit ist der Iodbedarf erhöht, deshalb ist eine ausreichende Iodzufuhr besonders wichtig. Iodid sollte laut Packungsbeilage aber nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung auf ausdrückliche ärztliche Verordnung eingenommen werden. Sowohl ein Iodmangel als auch eine Überdosierung von Iod können dem ungeborenen Kind schaden; höhere Dosen sollten nur bei einem klinisch nachgewiesenen Iodmangel eingenommen werden.
Wann nehme ich Kaliumiodid am besten ein?
Laut Packungsbeilage nehmen Sie die Tabletten nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit ein, zum Beispiel mit einem halben Glas Wasser. Kindern kann man sie mit Nahrung oder einem Getränk vermischt geben; die Tabletten zerfallen leicht und lassen sich in Saft oder Wasser auflösen.
Darf ich Kaliumiodid bei einer Kontrastmittelallergie nehmen?
Laut Packungsbeilage werden Überempfindlichkeitsreaktionen auf iodhaltige Röntgenkontrastmittel oder Allergien auf iodhaltige Nahrungsmittel in der Regel nicht durch den Iodanteil ausgelöst. Wird eine Überempfindlichkeit gegen Iod vermutet, ist trotzdem ein differenziertes Vorgehen nötig. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Wie lange muss ich Jodtabletten nehmen?
Die vorbeugende Einnahme erfolgt laut Packungsbeilage im Allgemeinen über Jahre, nicht selten lebenslang. Zur Behandlung eines Kropfes reichen bei Neugeborenen meist 2 bis 4 Wochen, bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind meist 6 bis 12 Monate oder mehr erforderlich. Über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Welche Dosis Kaliumiodid ist üblich?
Die Packungsbeilage nennt Dosen für die Kropfvorbeugung nach Altersgruppen, für Schwangerschaft und Stillzeit und für die Kropfbehandlung. Sie finden sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Für die Notfall-Jodtabletten gelten allein die Anweisungen der Behörden und ihre eigene Packungsbeilage.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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