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Wundheilungsstörungen durch Medikamente
Eine verzögerte oder gestörte Wundheilung nennen die Produktinformationen zum Beispiel bei Glucocorticoiden (Kortison) wie Prednisolon, Prednison und Dexamethason, bei Methotrexat und bei den TNF-Hemmern Adalimumab und Infliximab. Bei Leflunomid warnen sie vor einer schlechteren Heilung nach Operationen, bei Diclofenac nach Eingriffen am Magen oder Darm. Sagen Sie vor einer Operation oder Zahnbehandlung, welche Mittel Sie anwenden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Manche Medikamente können die Wundheilung verzögern oder stören. Die Produktinformationen nennen eine verzögerte oder gestörte Wundheilung zum Beispiel bei Glucocorticoiden (Kortison) wie Prednisolon, Prednison und Dexamethason, bei Methotrexat und bei den TNF-Hemmern Adalimumab und Infliximab [3, 5, 7, 9, 10, 11]. Kleine Verletzungen im Alltag heilen laut IQWiG meist schnell von selbst ab; bei größeren Wunden kann das Abheilen länger dauern [1]. Beginnt eine Wunde trotz Behandlung innerhalb von 4 bis 12 Wochen nicht zu heilen, sprechen Fachleute von einer chronischen Wunde [1].
Welche Medikamente Wundheilungsstörungen auslösen können
Die Beispiele stammen aus Packungsbeilagen und Fachinformationen. Jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.
- Glucocorticoide (Kortison): Packungsbeilage und Fachinformation von Prednisolon nennen eine verzögerte Wundheilung [2, 3]. Eine Häufigkeit gibt die Fachinformation nicht an, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen [3]. Dasselbe gilt laut Fachinformation für Dexamethason [4, 5]. Bei Prednison in Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung (Lodotra) ist eine verzögerte Wundheilung der Haut laut Packungsbeilage gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) [6, 7]. Verletzungen und Geschwüre der Hornhaut des Auges müssen während einer Behandlung mit Prednisolon laut Packungsbeilage gezielt überwacht werden; empfohlen werden eine augenärztliche Überwachung und eine begleitende Behandlung [2].
- Methotrexat: Die Packungsbeilage der Tabletten nennt Wundheilungsstörungen als gelegentliche Nebenwirkung [8, 9]. Während der Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage unter anderem Mundhöhle und Rachen auf Entzündungen oder schlecht heilende Wunden (Ulzerationen) untersuchen [8].
- TNF-Hemmer (Biologika): Bei Adalimumab ist eine verzögerte oder beeinträchtigte Wundheilung laut Packungsbeilage und Fachinformation häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten) [10]. Bei Infliximab ist eine verzögerte Wundheilung gelegentlich [11].
- Leflunomid: Laut Packungsbeilage kann das Rheumamittel die Wundheilung beeinträchtigen. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Ihnen eine größere Operation bevorsteht, Sie kürzlich operiert wurden oder nach einer Operation eine Wunde noch nicht verheilt ist [12]. Laut Fachinformation kann es während der Behandlung zu einer Beeinträchtigung der Wundheilung nach einer Operation kommen [12].
- NSAR (entzündungshemmende Schmerzmittel): Laut Packungsbeilage von Diclofenac kann das Mittel in manchen Fällen die Wundheilung des Darms nach einem operativen Eingriff verschlechtern [13]. Laut Fachinformation können NSAR einschließlich Diclofenac mit einem erhöhten Risiko verbunden sein, dass eine Nahtverbindung im Magen-Darm-Trakt undicht wird (Anastomosenleck) [14]. Für Augentropfen gilt laut Fachinformation des NSAR Nepafenac, das bei Operationen des grauen Stars (Katarakt) angewendet wird: Örtlich angewendete NSAR können Heilungsprozesse verlangsamen oder verzögern, ebenso örtlich angewendete Kortikosteroide; zusammen können sie Heilungsprobleme verstärken [15]. Eine verzögerte Heilung der Hornhaut nennt die Fachinformation mit nicht bekannter Häufigkeit [15].
- Isotretinoin: Als sehr seltene Nebenwirkung (bis zu 1 von 10.000 Behandelten) nennt die Packungsbeilage des Aknemittels eine verdickte Narbenbildung nach Operationen [16]. Aggressive chemische Hautabtragungen (Dermabrasionen) und Hautlaserbehandlungen sollten laut Fachinformation während der Behandlung und noch 5 bis 6 Monate danach vermieden werden, weil das Risiko verdickter (hypertropher) Narben besteht [17].
- Povidon-Iod: Bei der keimtötenden Salbe kann laut Packungsbeilage bei längerer Behandlung eine Störung der Wundheilung auftreten, ebenso vorübergehend Schmerzen, Brennen und ein Wärmegefühl [22].
Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation eine gestörte oder verzögerte Wundheilung nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Adalimumab | Häufig | Verzögerte Wundheilung |
| Infliximab | Gelegentlich | Verzögerte Wundheilung |
| Methotrexat | Gelegentlich | Quaddeln (Urtikaria), sonnenbrandähnliche Reaktionen durch erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, verstärkte Pigmentierung, schmerzhafte Abschürfung von Schuppenflechte-Herden, Knötchen unter der Haut (Nodulosis),… |
| Prednison | Gelegentlich | Verzögerte Wundheilung |
| Isotretinoin | Sehr selten | Verdickte Narbenbildung nach Operationen |
| Dexamethason | Nicht bekannt | Verzögerte Wundheilung |
| Nepafenac | Nicht bekannt | Verzögerte Heilung des Auges (Hornhaut) |
| Prednisolon | Nicht bekannt | Verzögerte Wundheilung |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (8 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Woran Sie eine Wundheilungsstörung durch ein Medikament erkennen
Manche Wunden verschließen sich laut IQWiG nur sehr langsam, gehen immer wieder auf oder heilen gar nicht [1]. Ob ein Medikament daran beteiligt ist, beurteilt die Ärztin oder der Arzt. Dabei fragt sie oder er laut IQWiG zunächst, wie lange die Wunde bereits offen ist, und prüft, ob Risikofaktoren wie ein Diabetes, eine Immunschwäche oder Durchblutungsstörungen bestehen [1].
Achten Sie auch auf Zeichen einer Entzündung. Gelangen Bakterien in eine Wunde, kann sie sich laut IQWiG entzünden und Gewebe kann absterben [1]. Eine gerötete und schmerzhafte Wunde kann laut gesund.bund.de ein Zeichen einer Infektion sein [18]. Prednisolon und Dexamethason können laut Fachinformation durch die Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppression) das Risiko für Infektionen erhöhen; die Anzeichen einer bestehenden oder sich entwickelnden Infektion können dabei verschleiert sein [3, 5]. Auch bei Ustekinumab sollen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, wenn Sie offene Schnittwunden oder andere Wundstellen haben, weil sich diese entzünden könnten [19]. Mehr dazu: Infektanfälligkeit durch Medikamente.
Nicht heilende wunde Stellen im Mund oder am Kiefer können ein Zeichen einer anderen Nebenwirkung sein: Unter Denosumab können laut Packungsbeilage selten Schmerzen im Mund oder Kiefer, Schwellungen oder nicht heilende wunde Stellen, Ausfluss, Taubheit, ein Schweregefühl im Kiefer oder ein lockerer Zahn auftreten; das können Anzeichen einer Knochenschädigung im Kiefer (Osteonekrose) sein [20]. Mehr dazu: Zahnschäden und Zahnfleischprobleme.
Ob Ihr Medikament die Wundheilung betreffen kann, lesen Sie in der Packungsbeilage nach: Hinweise zu Operationen und Wunden stehen in Abschnitt 2 bei den Warnhinweisen, die Nebenwirkungen in Abschnitt 4 [12, 13, 16].
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Das gilt besonders für Kortison: Prednisolon darf laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden, weil vor allem eine länger dauernde Behandlung die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrückt; eine ausgeprägte körperliche Belastung kann dann lebensgefährlich sein (Addison-Krise) [2]. Auch bei Dexamethason sollen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage auf keinen Fall selbst abbrechen [4]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Vor Operationen und Zahnbehandlungen Bescheid sagen. Informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor einer Operation oder Zahnbehandlung über eine Behandlung mit Adalimumab [10]. Laut Fachinformation sollte bei der Planung eines Eingriffs die lange Halbwertszeit von Adalimumab berücksichtigt werden, ebenso bei Infliximab [10, 11]. Wer während der Behandlung mit Adalimumab operiert wird, sollte laut Fachinformation im Hinblick auf Infektionen engmaschig überwacht werden; bei Infliximab gilt das für infektiöse und nicht-infektiöse Komplikationen [10, 11]. Bei Infliximab teilen Sie anstehende Operationen oder Zahnbehandlungen mit und zeigen der Operateurin, dem Operateur oder der Zahnarztpraxis Ihre Patientenkarte [11]. Bei Leflunomid kann die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation nach individueller Beurteilung erwägen, die Behandlung rund um die Operation zu unterbrechen und den Wirkstoff mit einem Auswaschverfahren schneller aus dem Körper zu entfernen; wann die Behandlung wieder aufgenommen wird, richtet sich danach, ob die Wunde ausreichend verheilt ist [12]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Vor der Einnahme von Diclofenac sollen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt laut Packungsbeilage informieren, wenn Sie vor Kurzem am Magen oder Darm operiert wurden oder ein solcher Eingriff geplant ist [13]. Mehr dazu: Medikamente vor der OP.
Bei Kortison: Operationen ankündigen. Kommt es während einer Behandlung mit Prednisolon zu besonderen körperlichen Belastungen wie Operationen, Unfällen oder fieberhaften Erkrankungen, ist laut Packungsbeilage sofort die Ärztin oder der Arzt zu verständigen oder ein Notarzt über die laufende Behandlung zu unterrichten; es kann vorübergehend eine höhere Tagesdosis notwendig werden [2]. Bei einer Langzeitbehandlung sollte Ihnen die Ärztin oder der Arzt einen Corticoidausweis ausstellen, den Sie immer bei sich tragen sollten [2].
Bei Isotretinoin auf Hautbehandlungen verzichten. Während der Behandlung und mindestens 6 Monate danach sollten Sie laut Packungsbeilage keine Wachsenthaarung, keine aggressive Abtragung der Haut (Dermabrasion) und keine Hautlaserbehandlung durchführen lassen; diese könnten Narbenbildung, Hautreizungen oder in seltenen Fällen eine Veränderung der Hautfarbe verursachen [16].
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt laut Packungsbeilage auch für Nebenwirkungen, die dort nicht angegeben sind. Sie können sie zudem direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Aus einer entzündeten Wunde können sich Krankheitserreger ohne Behandlung weiter ausbreiten; laut IQWiG besteht dann die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis) [1]. Bei Anzeichen einer Infektion wird laut gesund.bund.de empfohlen, sich umgehend ärztlich vorzustellen [18]. Zu den Beschwerden einer Sepsis gehören plötzlich auftretende Verwirrtheit, Kurzatmigkeit und schnelle Atmung, Herzrasen, Fieber und Schüttelfrost, feuchte Haut durch vermehrtes Schwitzen sowie Schmerzen und starkes Unwohlsein [18]. Eine Sepsis ist ein Notfall, bei dem man sofort den Notruf wählen sollte [18]. Unter Prednisolon und Dexamethason können die Anzeichen einer Infektion laut Fachinformation verschleiert sein [3, 5].
Unter Adalimumab sollen Sie laut Packungsbeilage so bald wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt benachrichtigen, wenn Sie Anzeichen einer Infektion bemerken, etwa Fieber, Krankheitsgefühl, Wunden, Zahnprobleme oder Brennen beim Wasserlassen [10]. Unter Denosumab informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt, wenn Sie nicht heilende wunde Stellen im Mund oder andere Beschwerden im Mund oder an den Zähnen bemerken, auch nach dem Ende der Behandlung [20]. Schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [21].
Andere Ursachen
Nicht jede schlecht heilende Wunde kommt vom Medikament. Ursache ist laut IQWiG meist eine gestörte Durchblutung oder ein Diabetes mellitus; solche Wunden entwickeln sich häufig am Fuß oder Unterschenkel [1]. Eine wichtige Rolle spielen laut IQWiG [1]:
- Durchblutungsstörungen, etwa bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (paVK): Bei schlechter Durchblutung heilen Wunden generell langsamer [1].
- Venenschwäche mit Krampfadern: Aus einer kleinen Verletzung kann eine chronische Wunde am Unterschenkel werden, umgangssprachlich "offenes Bein" [1].
- Diabetes: Zu viel Zucker im Blut kann auf Dauer Blutgefäße und Nerven der Füße schädigen; kleine Verletzungen werden dann oft nicht bemerkt [1]. Mehr dazu: Diabetes Typ 2.
- Schwaches Immunsystem, zum Beispiel durch eine Krebserkrankung; auch bei älteren Menschen und bei unzureichender Ernährung heilen Wunden oft langsamer [1].
- Schwere Verletzungen und großflächige, tiefe Verbrennungen sowie ständiger Druck bei langem Liegen oder Sitzen im Rollstuhl, der zu einem Druckgeschwür (Dekubitus) führen kann [1].
Neben einer guten Wundversorgung ist es laut IQWiG wichtig, die Grunderkrankung zu behandeln, die zur Entstehung der Wunde beigetragen hat [1].
Quellen
- Chronische Wunden. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 17.09.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg/8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lodotra 1 mg/2 mg/5 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. Skyepharma Production SAS (Mitvertrieb Mundipharma GmbH). Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Lodotra 1 mg/2 mg/5 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. Skyepharma Production SAS (Mitvertrieb Mundipharma GmbH). Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Humira (Adalimumab): Anhang I (Fachinformation) und Anhang III B (Packungsbeilage Humira 40 mg Injektionslösung im Fertigpen). AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Remicade (Infliximab): Anhang I (Fachinformation) und Anhang III B (Packungsbeilage). Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Arava (Leflunomid): Anhang I (Fachinformation) und Anhang III B (Packungsbeilage Arava 10 mg Filmtabletten). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclofenac-ratiopharm 50 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Diclofenac-ratiopharm magensaftresistente Tabletten (25 mg und 50 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation NEVANAC (Nepafenac): Anhang I (Fachinformation). Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Isotretinoin-ratiopharm 20 mg Weichkapseln (gleichlautend 10 mg). ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Isotretinoin-ratiopharm Weichkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Sepsis. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft durch die Deutsche Sepsis-Gesellschaft e. V.). Stand 18.03.2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Stelara (Ustekinumab): Anhang III B (Packungsbeilage Stelara 45 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze). Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Prolia (Denosumab): Anhang III B (Packungsbeilage Prolia 60 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze). Amgen Europe B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation PVP-Jod-ratiopharm Salbe 100 mg/g. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können die Wundheilung verzögern?
Laut den Produktinformationen zum Beispiel Glucocorticoide (Kortison) wie Prednisolon, Prednison und Dexamethason, Methotrexat und die TNF-Hemmer Adalimumab und Infliximab. Leflunomid kann laut Packungsbeilage die Wundheilung nach Operationen beeinträchtigen, Diclofenac in manchen Fällen die Wundheilung des Darms nach einem Eingriff verschlechtern. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt die Wirkstoffe mit Steckbrief, deren Produktinformation eine gestörte Wundheilung nennt. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Verzögert Kortison die Wundheilung?
Das ist möglich. Die Produktinformationen von Prednisolon und Dexamethason nennen eine verzögerte Wundheilung. Eine Häufigkeit geben die Fachinformationen nicht an, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen. Bei Prednison (Lodotra) ist eine verzögerte Wundheilung der Haut gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten). Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Muss ich Biologika wie Adalimumab vor einer Operation absetzen?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Laut Packungsbeilage von Adalimumab sollen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor einer Operation oder Zahnbehandlung informieren. Laut Fachinformation sollte bei der Planung einer Operation die lange Halbwertszeit von Adalimumab berücksichtigt werden. Was rund um die Operation mit der Behandlung geschieht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Auch bei Infliximab teilen Sie anstehende Operationen oder Zahnbehandlungen mit und zeigen die Patientenkarte.
Soll ich Kortison vor einer Operation weglassen?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Prednisolon darf laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden, weil vor allem eine länger dauernde Behandlung die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrückt. Eine starke körperliche Belastung kann dann lebensgefährlich sein. Bei Operationen ist die Ärztin oder der Arzt zu verständigen, und es kann vorübergehend eine höhere Dosis nötig werden. Bei einer Langzeitbehandlung sollte Ihnen die Ärztin oder der Arzt einen Corticoidausweis ausstellen.
Kann Methotrexat die Wundheilung stören?
Ja. Die Packungsbeilage von Methotrexat-Tabletten nennt Wundheilungsstörungen als gelegentliche Nebenwirkung (bis zu 1 von 100 Behandelten). Während der Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage unter anderem Mundhöhle und Rachen auf Entzündungen oder schlecht heilende Wunden untersuchen. Sprechen Sie Wunden, die schlecht heilen, in der Praxis an.
Woran erkenne ich, dass sich eine Wunde entzündet hat?
Eine gerötete und schmerzhafte Wunde kann laut gesund.bund.de ein Zeichen einer Infektion sein; dann wird empfohlen, sich umgehend ärztlich vorzustellen. Unter Prednisolon und Dexamethason können die Anzeichen einer Infektion laut Fachinformation verschleiert sein. Kommen plötzliche Verwirrtheit, schnelle Atmung, Herzrasen, Fieber mit Schüttelfrost oder starkes Unwohlsein hinzu, kann das auf eine Sepsis hinweisen. Rufen Sie dann sofort den Notruf 112.
Wann gilt eine Wunde als chronisch?
Wenn eine Wunde trotz Behandlung innerhalb von 4 bis 12 Wochen nicht zu heilen beginnt, sprechen Fachleute laut IQWiG von einer chronischen Wunde. Ursache ist meist eine gestörte Durchblutung oder ein Diabetes mellitus; auch ein geschwächtes Immunsystem, ein höheres Alter oder eine unzureichende Ernährung können die Heilung verzögern.
Darf ich unter Isotretinoin eine Laser- oder Wachsbehandlung machen lassen?
Laut Packungsbeilage nicht: Während der Behandlung und mindestens 6 Monate danach sollten Sie keine Wachsenthaarung, keine aggressive Abtragung der Haut (Dermabrasion) und keine Hautlaserbehandlung durchführen lassen, weil sie Narbenbildung, Hautreizungen oder selten eine Veränderung der Hautfarbe verursachen können. Als sehr seltene Nebenwirkung nennt die Packungsbeilage außerdem eine verdickte Narbenbildung nach Operationen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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