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Povidon-Iod: Nebenwirkungen und Wirkung

Povidon-Iod ist ein keimtötendes Mittel (Antiseptikum), das als Salbe auf geschädigte Haut und Wunden aufgetragen wird; Präparate sind zum Beispiel PVP-Jod-ratiopharm und Betaisodona. Packungsbeilage und Fachinformation nennen nur sehr seltene Nebenwirkungen mit Häufigkeitsangabe, darunter allergische Hautreaktionen. Bei Schilddrüsenerkrankungen, bei Säuglingen bis 6 Monate, in der Stillzeit und nach der 9. Schwangerschaftswoche darf die Salbe nicht angewendet werden.

Frau Anfang sechzig sitzt an einem hellen Küchentisch und klebt sich ein einfaches Pflaster auf den Unterarm, daneben liegen ordentlich sortierte Verbandsmaterialien
Bild: KI-generiert

Wofür wird Povidon-Iod eingesetzt?

Povidon-Iod ist ein keimtötendes Mittel (Antiseptikum) zur Behandlung von Haut und Wunden [1]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von PVP-Jod-ratiopharm Salbe; 1 g Salbe enthält 100 mg Povidon-Iod mit 10 Prozent verfügbarem Iod [1, 2]. Die Salbe wird wiederholt und zeitlich begrenzt oberflächlich auf geschädigter Haut angewendet, etwa bei Druckgeschwüren (Dekubitus), Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris), oberflächlichen Wunden, Schnitt- und Schürfwunden, Verbrennungen und Verbrühungen, bei infizierten Hauterkrankungen und bei bestimmten bakteriellen Hautentzündungen (Pyodermien) [1, 2]. Povidon-Iod gehört zu den Hautmitteln.

Povidon-Iod gibt es unter anderem als Salbe, Lösung, Mundspülung und Vaginalzäpfchen; Präparate sind zum Beispiel Betaisodona, Braunol, Braunovidon und Polysept [3]. Betaisodona Lösung wird unter anderem einmalig zur Desinfektion der intakten Haut oder zur Antiseptik der Schleimhaut vor Operationen, Injektionen oder Blutentnahmen angewendet und wiederholt, zeitlich begrenzt zur antiseptischen Wundbehandlung [4]. Für diese Präparate gelten eigene Packungsbeilagen; alle weiteren Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die Salbe. PVP-Jod-ratiopharm Salbe ist apothekenpflichtig [2]. Mehr dazu im Ratgeber Hausapotheke.

Wie wirkt Povidon-Iod?

Povidon-Iod ist ein Komplex aus dem Trägerstoff Povidon und Iod. Wirksam ist das Iod: Molekulares Iod wirkt durch seine oxidierenden Eigenschaften gegen Keime. Der Komplex bildet einen Vorrat an verfügbarem Iod, aus dem verbrauchtes freies Iod nachgeliefert wird [2, 3]. Povidon selbst ist laut Embryotox pharmakologisch unwirksam [3]. Erfasst werden in unterschiedlichem Ausmaß Viren, Bakterien, Pilze und einige Einzeller; Bakteriensporen und einige Virusarten werden im Allgemeinen erst nach längerer Einwirkzeit ausreichend unwirksam gemacht. Eine Resistenzentwicklung tritt laut Fachinformation nicht auf. Blut- und Eiterbestandteile verringern die Wirksamkeit, weil sie Iod binden [2].

Die braune Farbe der Salbe zeigt an, dass verfügbares Iod vorhanden und die Salbe wirksam ist. Lässt die Braunfärbung nach, muss nachgecremt werden, weil die Salbe ausschließlich dort wirkt, wo sie aufgetragen ist [1, 2]. Iod kann über Haut, Wunden und Verbrennungen in den Körper gelangen; wie viel, hängt von der Menge sowie von Größe und Zustand der behandelten Fläche ab. Ausgeschieden wird es fast ausschließlich über die Nieren, bei eingeschränkter Nierenfunktion langsamer [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Packungsbeilage und Fachinformation nennen nur sehr seltene Nebenwirkungen mit Häufigkeitsangabe; "sehr selten" heißt: bis zu 1 von 10.000 Behandelten [1, 2]. Dazu gehören allergische Hautreaktionen gegen Iod mit Jucken, Rötung, Bläschen oder Brennen, akute allergische Reaktionen mit Beteiligung von Haut, Atemwegen oder Kreislauf und Überempfindlichkeit gegen den Salbenbestandteil Macrogol. Werden größere Mengen angewendet, etwa bei der Behandlung von Verbrennungen, sind Störungen des Salz- und Säure-Basen-Haushalts und der Nierenfunktion beschrieben [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Schilddrüse und Wundheilung: Ohne Häufigkeitsangabe nennt die Fachinformation mögliche Störungen der Schilddrüsenfunktion bei großflächiger oder wiederholter Anwendung, besonders auf geschädigter Haut [2]. Bei längerer Behandlung können außerdem eine Störung der Wundheilung sowie vorübergehend Schmerzen, Brennen und Wärmegefühl auftreten [1, 2]. Mehr dazu unter Wundheilungsstörungen.

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • HautÜberempfindlichkeitsreaktionen gegen Iod mit Jucken, Rötung, Bläschen, Brennen oder Ähnlichem (kontaktallergische Reaktionen vom Spättyp)[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlagAllergische Reaktionen
  • ImmunsystemAkute allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen) unter Beteiligung anderer Organe wie Haut, Atemwege oder Kreislauf und akute Schwellungen von Haut oder Schleimhaut (Angioödeme)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
  • HautÜberempfindlichkeitsreaktionen gegen den Bestandteil Macrogol (Polyethylenglykol)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel und ErnährungNach Anwendung größerer Mengen, etwa bei der Behandlung von Verbrennungen: (zusätzliche) Störungen des Salz- und Säure-Basen-Haushalts (Elektrolyt- und Serumosmolaritätsstörungen) und schwere Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeNach Anwendung größerer Mengen: Beeinträchtigung der Nierenfunktion; dabei kann es sehr selten zu einem Nierenversagen (Niereninsuffizienz) kommen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Akute allergische Reaktionen können neben der Haut auch Atemwege und Kreislauf betreffen [1, 2]. Mehr dazu unter Arzneimittelallergie; Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Mitte fünfzig wäscht sich an einem hellen Badezimmerwaschbecken gründlich die Hände mit Seife
Bild: KI-generiert

Hautreaktionen: Treten Jucken, Rötung, Bläschen, Brennen oder eine der anderen genannten Nebenwirkungen auf, wenden Sie die Salbe nicht weiter an und suchen Sie möglichst umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1]. Mehr dazu unter Juckreiz und Hautausschlag.

Zeitlich begrenzt anwenden: Die Salbe ist für die wiederholte, zeitlich begrenzte Anwendung bestimmt. Verschlimmern sich die Beschwerden oder tritt nach 2 bis 5 Tagen keine Besserung ein, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Bei großflächiger oder wiederholter Anwendung, besonders auf geschädigter Haut, ist laut Fachinformation eine regelmäßige Überwachung der Schilddrüsenfunktion erforderlich [2].

Flecken: Lassen Sie die Salbe nicht mit Textilien in Berührung kommen. Flecken lassen sich im Allgemeinen mit Wasser und Seife, in hartnäckigen Fällen mit Salmiakgeist oder Fixiersalz entfernen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über nicht verschreibungspflichtige [1]. Wer mit Lithium behandelt wird, sollte die Salbe nicht regelmäßig und vor allem nicht großflächig anwenden, weil aufgenommenes Iod eine durch Lithium mögliche Schilddrüsenunterfunktion fördern kann [1, 2]. Quecksilberhaltige Mittel dürfen nicht gleichzeitig oder kurz nacheinander angewendet werden: Iod bildet mit Quecksilber stark ätzendes Quecksilberiodid [1, 2]. Auch mit Taurolidin, Wasserstoffperoxid und enzymatischen Wundbehandlungsmitteln darf Povidon-Iod nicht gleichzeitig angewendet werden [1, 2].

Untersuchungen: Povidon-Iod kann die Iodaufnahme der Schilddrüse herabsetzen. Das kann Schilddrüsenuntersuchungen wie die Szintigraphie stören und eine geplante Radiojodtherapie unmöglich machen; bis zu einem neuen Szintigramm sollte nach dem Absetzen mindestens 1 bis 2 Wochen gewartet werden. Außerdem können bestimmte Labortests, etwa zur Bestimmung von Hämoglobin oder Glukose, falsche Ergebnisse liefern [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor Untersuchungen.

Wechselwirkungen von Povidon-Iod
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Lithium-PräparateAufgenommenes Iod kann eine durch Lithium mögliche Schilddrüsenunterfunktion fördern; laut Fachinformation kann bei längerer, besonders großflächiger Anwendung so viel Iod aufgenommen werden, dass im Ausnahmefall eine vorübergehende Unterfunktion entsteht[1, 2]Regelmäßige, besonders großflächige Anwendung vermeiden
Quecksilberhaltige MittelIod bildet mit Quecksilberverbindungen stark ätzendes Quecksilberiodid (Gefahr von Verätzungen)[1, 2]Nicht gleichzeitig oder kurz nacheinander anwenden
Taurolidin und WasserstoffperoxidLaut Fachinformation wird die Wirkung beider Mittel abgeschwächt[1, 2]Nicht gleichzeitig anwenden
Enzymatische WundbehandlungsmittelDie Enzymkomponente wird unwirksam; laut Fachinformation wird die Wirkung beider Mittel abgeschwächt[1, 2]Nicht gleichzeitig anwenden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Povidon-Iod nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Bei einer Schilddrüsenerkrankung, etwa einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion, darf die Salbe nicht angewendet werden, ebenso nicht vor oder nach einer Radiojodtherapie, bei der seltenen Hauterkrankung Dermatitis herpetiformis Duhring und bei Neugeborenen und Säuglingen bis zum Alter von 6 Monaten [1, 2]. In der Stillzeit und nach der 9. Schwangerschaftswoche ist die Anwendung ebenfalls nicht erlaubt [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Povidon-Iod oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schilddrüsenerkrankungen[1, 2]
  • Dermatitis herpetiformis Duhring (seltene Hauterkrankung mit Brennen, Juckreiz und verschiedenartigen Hauterscheinungen, vor allem an Armen, Beinen, Schultern und Gesäß)[1, 2]
  • Geplante oder durchgeführte Strahlentherapie der Schilddrüse mit Iod (Radiojodtherapie), laut Packungsbeilage bis zum Abschluss der Behandlung; laut Fachinformation vor und nach einer Radiojodanwendung bis zur dauerhaften Ausheilung[1, 2]
  • Neugeborene und Säuglinge bis zum Alter von 6 Monaten[1, 2]
  • Schwangerschaft nach der 9. Schwangerschaftswoche; bis zur 9. Woche nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch die Ärztin oder den Arzt[1, 2]
  • Stillzeit; die zufällige Aufnahme durch den Säugling mit dem Mund, etwa bei der Behandlung der entzündeten Brust, muss unbedingt vermieden werden[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Großflächige oder wiederholte Anwendung, besonders auf geschädigter Haut: Laut Fachinformation sind Störungen der Schilddrüsenfunktion dann nicht auszuschließen und eine regelmäßige Überwachung der Schilddrüsenfunktion ist erforderlich[2]
  • Längere Behandlung: Eine Störung der Wundheilung sowie vorübergehend Schmerzen, Brennen und Wärmegefühl können auftreten[1, 2]
  • Untersuchungen und Behandlungen der Schilddrüse: Die Iodaufnahme der Schilddrüse kann herabgesetzt sein. Das kann Schilddrüsenszintigraphie, PBI-Bestimmung und Radiojod-Diagnostik stören und eine geplante Radiojodtherapie unmöglich machen; bis zu einem neuen Szintigramm sollte nach dem Absetzen mindestens 1 bis 2 Wochen gewartet werden[1, 2]
  • Andere Laboruntersuchungen: Wegen der oxidierenden Wirkung können verschiedene Tests falsche Ergebnisse liefern, laut Fachinformation falsch positive, etwa mit o-Toluidin oder Guajakharz zur Hämoglobin- oder Glukosebestimmung[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Anwendung sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis. Laut Embryotox kann Iod bei Ungeborenen und Neugeborenen in hoher Dosis die Schilddrüse hemmen; Iod gelangt gut über die Plazenta zum Kind und reichert sich stark in der Muttermilch an [3]. Mehr zum Thema im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Bis zur 9. Schwangerschaftswoche nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch die Ärztin oder den Arzt; nach der 9. Schwangerschaftswoche darf die Salbe nicht angewendet werden, weil Iod, auch aus Povidon-Iod, über die Plazenta zum Kind gelangt. Laut Fachinformation gilt danach nur eine Ausnahme: ein vorzeitiger Blasensprung vor der 37. Woche mit hohem Infektionsrisiko, und nur mit Povidon-Iod in geringer Konzentration (2,5 Prozent).[1, 2]

Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als mittel; für das erste Schwangerschaftsdrittel liegen trotz langjähriger Markterfahrung nur wenige wissenschaftliche Daten vor; Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergaben sich nicht. Längerfristige oder großflächige Anwendung in der Schwangerschaft oder unter der Geburt kann über eine relevante Iodaufnahme die Schilddrüse des Ungeborenen oder Neugeborenen stören. Iodhaltige Desinfektionsmittel dürfen laut Embryotox auf der Haut nur kleinflächig und für wenige Tage angewendet werden; großflächige und wiederholte Anwendungen sowie die Anwendung auf verletzter Haut, Schleimhaut und in Körperhöhlen sollten nicht erfolgen. Eine versehentliche kurzfristige Anwendung ist nach heutigem Wissen nicht mit bleibenden Schäden für das ungeborene Kind verbunden. Bei Infektionen der Scheide ist laut Embryotox eine gezielte Behandlung gegen Bakterien oder Pilze (antibakteriell oder antimykotisch) zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit darf die Salbe nicht angewendet werden, weil Iod in die Muttermilch übertritt; laut Fachinformation kann die Iodkonzentration in der Milch nach örtlicher Anwendung mehr als das 20-Fache der Konzentration im Blutserum betragen. Die zufällige Aufnahme durch den Säugling mit dem Mund, etwa bei Behandlung der entzündeten Brust, muss unbedingt vermieden werden.[1, 2]

Laut Embryotox sollten iodhaltige Desinfektionsmittel in der Stillzeit nur kleinflächig und kurzfristig und nicht im Schleimhautbereich angewendet werden; nach versehentlicher längerer Anwendung größerer Mengen, vor allem auf Schleimhäuten, sollte eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte beim gestillten Säugling erwogen werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.[1]

Einnahme

Nur äußerlich anwenden. Die betroffenen Stellen vollständig mit der Salbe bestreichen; sie kann längere Zeit auf der Wunde bleiben und sollte spätestens nach dem Entfärben neu aufgetragen werden. Die Braunfärbung zeigt verfügbares Iod und damit die Wirksamkeit an; eine entfärbte Salbe ist nicht mehr wirksam.[1, 2]

Kontakt mit Textilien vermeiden; Flecken lassen sich im Allgemeinen mit Wasser und Seife, in hartnäckigen Fällen mit Salmiakgeist (Ammoniak) oder Fixiersalz (Natriumthiosulfat) entfernen. Anwendung vergessen: die Behandlung wie angegeben fortsetzen.[1]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Ohne ärztlichen Rat: Verschlimmern sich die Beschwerden oder tritt nach 2 bis 5 Tagen keine Besserung ein, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Dauer der Anwendung ergibt sich aus dem jeweiligen Anwendungsgebiet.[1]

Absetzen

Wird die Anwendung abgebrochen, kann sich der Zustand der Wunde verschlechtern.[1]

Überdosierung

Eine größere Menge auf der Wunde schadet laut Packungsbeilage nicht; überschüssige Salbe außerhalb des Behandlungsbereichs mit einem sauberen Tuch entfernen. Nach versehentlicher Einnahme größerer Mengen unverzüglich ärztlichen Rat einholen, weil eine schwere Schilddrüsenfunktionsstörung möglich ist. Laut Fachinformation können nach Einnahme größerer Mengen Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, starker Durst, Bauchkrämpfe, Bluthochdruck, Herzrasen, Blaufärbung der Haut (Zyanose), Schwindel, Benommenheit, Schockanzeichen, Verwirrtheitszustände (Delirium) und ein Kreislaufkollaps auftreten.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt, wie oft die Salbe aufgetragen wird und wann nachzudosieren ist [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder. Wenden Sie die Salbe immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben oder nach Anweisung Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke an [1].

Einnahme und Absetzen

Povidon-Iod-Salbe ist nur zur äußerlichen Anwendung bestimmt. Die betroffenen Stellen werden vollständig bestrichen; die Salbe kann längere Zeit auf der Wunde bleiben und sollte spätestens nach dem Entfärben neu aufgetragen werden. Eine entfärbte Salbe ist nicht mehr wirksam [1, 2]. Wird zu viel Salbe aufgetragen, schadet das der Wunde laut Packungsbeilage nicht; überschüssige Salbe außerhalb des Behandlungsbereichs entfernen Sie mit einem sauberen Tuch [1].

Wird die Salbe versehentlich in größerer Menge geschluckt, holen Sie unverzüglich ärztlichen Rat ein, weil es zu einer schweren Schilddrüsenfunktionsstörung kommen kann [1]. Brechen Sie die Behandlung ab, kann sich der Zustand der Wunde verschlechtern [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Povidon-Iod

Povidon-Iod gibt es von mehreren Herstellern als Salbe und Lösung, außerdem als Mundspülung und Vaginalzäpfchen [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von PVP-Jod-ratiopharm Salbe [1, 2]. Für Betaisodona und andere Präparate gelten eigene Packungsbeilagen, die in Einzelheiten abweichen können.

Präparate mit Povidon-Iod
PräparatAnbieterHinweis
PVP-Jod-ratiopharm Salberatiopharm GmbH100 mg Povidon-Iod je Gramm Salbe (10 % verfügbares Iod); apothekenpflichtig; Grundlage dieser Seite
Betaisodona Salbe und LösungTaw Pharma (Ireland) LimitedSalbe 100 mg/g, Lösung 100 mg/ml zur Anwendung auf der Haut; eigene Packungsbeilagen

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation PVP-Jod-ratiopharm Salbe 100 mg/g. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation PVP-Jod-ratiopharm Salbe 100 mg/g. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Povidon-Iod. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Pflichtangaben Betaisodona Salbe 100 mg/g / Lösung 100 mg/ml. Taw Pharma (Ireland) Limited (Zulassungsinhaber laut Impressum). abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Povidon-Iod angewendet?

Die Salbe wird wiederholt und zeitlich begrenzt als keimtötendes Mittel auf geschädigter Haut angewendet, zum Beispiel bei Druck- und Unterschenkelgeschwüren, oberflächlichen Wunden, Schnitt- und Schürfwunden, Verbrennungen und Verbrühungen sowie bei infizierten Hauterkrankungen. Lösungen mit Povidon-Iod werden außerdem zur Desinfektion der Haut vor Eingriffen eingesetzt; dafür gilt eine eigene Packungsbeilage.

Wie oft trage ich Povidon-Iod-Salbe auf?

Laut Packungsbeilage wird die Salbe je nach Größe der Fläche bei Bedarf mehrmals täglich aufgetragen; zu Beginn der Behandlung stark entzündeter oder nässender Wunden alle 4 bis 6 Stunden. Lässt die braune Farbe nach, wird nachgecremt, weil nur die braune Salbe wirksam ist. Bessern sich die Beschwerden nach 2 bis 5 Tagen nicht oder werden sie schlimmer, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Ist Povidon-Iod schädlich für die Schilddrüse?

Laut Fachinformation sind bei großflächiger oder wiederholter Anwendung, besonders auf geschädigter Haut, Störungen der Schilddrüsenfunktion nicht auszuschließen; dann ist eine regelmäßige Überwachung der Schilddrüsenfunktion erforderlich. Bei Schilddrüsenerkrankungen und vor oder nach einer Radiojodtherapie darf die Salbe nicht angewendet werden. Povidon-Iod kann außerdem Schilddrüsenuntersuchungen wie die Szintigraphie verfälschen.

Darf ich Povidon-Iod in der Schwangerschaft anwenden?

Laut Packungsbeilage bis zur 9. Schwangerschaftswoche nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung, danach nicht, weil Iod über die Plazenta zum Kind gelangt. Laut dem Beratungszentrum Embryotox darf die Anwendung iodhaltiger Desinfektionsmittel auf der Haut in der Schwangerschaft nur kleinflächig und für wenige Tage erfolgen; großflächige und wiederholte Anwendungen sowie die Anwendung auf verletzter Haut, Schleimhaut und in Körperhöhlen sollten nicht erfolgen. Eine versehentliche kurzfristige Anwendung ist nach heutigem Wissen nicht mit bleibenden Schäden für das Kind verbunden.

Darf ich Povidon-Iod in der Stillzeit anwenden?

Laut Packungsbeilage nicht, weil Iod in die Muttermilch übertritt; laut Fachinformation wird Iod in der Milch angereichert. Der Säugling darf die Salbe auf keinen Fall mit dem Mund aufnehmen, etwa bei Behandlung der Brust. Embryotox rät, iodhaltige Desinfektionsmittel in der Stillzeit nur kleinflächig und kurzfristig und nicht auf Schleimhäuten anzuwenden.

Darf Povidon-Iod bei Babys und Kindern angewendet werden?

Bei Neugeborenen und Säuglingen bis zum Alter von 6 Monaten darf die Salbe nicht angewendet werden. Für ältere Kinder nennt die Packungsbeilage keine eigenen Regeln; fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Darf ich Povidon-Iod zusammen mit Lithium anwenden?

Wer Lithium einnimmt, sollte eine regelmäßige, vor allem großflächige Anwendung vermeiden. Aufgenommenes Iod kann eine durch Lithium mögliche Schilddrüsenunterfunktion fördern.

Wie bekomme ich braune Flecken aus der Kleidung?

Laut Packungsbeilage lassen sich Flecken im Allgemeinen mit Wasser und Seife entfernen, in hartnäckigen Fällen mit Salmiakgeist (Ammoniak) oder Fixiersalz (Natriumthiosulfat). Am besten lassen Sie die Salbe gar nicht erst mit Textilien in Berührung kommen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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