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Nepafenac (Nevanac): Nebenwirkungen und Wirkung

Nepafenac ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Entzündungshemmer (NSAID), enthalten in den Augentropfen NEVANAC. Erwachsene wenden ihn rund um eine Kataraktoperation an: zur Vorbeugung und Linderung von Schmerzen und Entzündungen und bei Diabetes zur Verminderung des Risikos eines Makulaödems. Wird die Rötung der Augen stärker oder schmerzen die Augen stärker, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Frau Ende sechzig sitzt mit geschlossenen Augen entspannt in einem Sessel am hellen Fenster, neben ihr steht eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Wofür wird Nepafenac eingesetzt?

Nepafenac ist der Wirkstoff der verschreibungspflichtigen Augentropfen NEVANAC und gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen entzündungshemmenden Arzneimittel, kurz NSAID [1, 2]. Laut Packungsbeilage ist NEVANAC bei Erwachsenen für zwei Situationen rund um eine Kataraktoperation am Auge bestimmt [1]:

  • zur Vorbeugung und Linderung von Augenschmerzen und Entzündungen nach der Kataraktoperation [1, 2],
  • bei Menschen mit Diabetes zur Verminderung des Risikos eines Makulaödems, einer Schwellung im hinteren Augenbereich, nach dem Katarakteingriff [1, 2].

NEVANAC gibt es als Augentropfensuspension in den Stärken 1 mg/ml und 3 mg/ml; beide sind für dieselben Anwendungsgebiete zugelassen und werden unterschiedlich oft getropft [1, 2]. Die Behandlung beginnt einen Tag vor der Operation [1]. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist NEVANAC nicht bestimmt, weil Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Gruppe nicht bewiesen sind [1].

Wie wirkt Nepafenac?

Nepafenac ist eine Vorstufe, ein sogenanntes Prodrug: Nach dem Eintropfen dringt es durch die Hornhaut und wird von Enzymen des Augengewebes in den entzündungshemmenden Wirkstoff Amfenac umgewandelt. Amfenac hemmt das Enzym Cyclooxygenase, das für die Bildung von Prostaglandinen erforderlich ist [2]. Laut Fachinformation verteilt sich Nepafenac von der Vorderseite des Auges bis in die hinteren Abschnitte, Netzhaut und Aderhaut; das wurde an Kaninchen gezeigt [2].

Die höchsten Konzentrationen im Kammerwasser wurden bei Operationspatienten eine Stunde nach einer Einzelgabe von NEVANAC 1 mg/ml gemessen. Im Blut finden sich nach der Anwendung am Auge nur geringe Mengen von Nepafenac und Amfenac. In klinischen Studien veränderte NEVANAC den Augeninnendruck nicht signifikant [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation von NEVANAC. Beide Stärken führen dieselbe Liste; beobachtet wurden die Nebenwirkungen mit NEVANAC 1 mg/ml, mit NEVANAC 3 mg/ml oder mit beiden. "Gelegentlich" heißt: bis zu 1 von 100 Behandelten, "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

In klinischen Studien mit 2.314 Patientinnen und Patienten, die NEVANAC in der Stärke 1 mg/ml erhielten, waren Keratitis punctata, Fremdkörpergefühl und Verkrustungen am Lidrand die häufigsten Nebenwirkungen; sie traten bei 0,4 bis 0,2 Prozent auf [2]. In zwei Studien, in denen Menschen mit Diabetes NEVANAC in der Stärke 1 mg/ml zur Vorbeugung eines Makulaödems 60 Tage oder länger anwendeten, war die Keratitis punctata mit 3 Prozent die meistgenannte Nebenwirkung und fiel damit in die Gruppe "häufig". Laut Fachinformation könnten Nebenwirkungen am Auge bei Menschen mit Diabetes häufiger auftreten als in der Durchschnittsbevölkerung [2]. Mehr zu Sehproblemen als Nebenwirkung lesen Sie unter Sehstörungen.

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • AugenEntzündung der Augenoberfläche mit oder ohne Verlust von Zellen (Keratitis, Keratitis punctata, Defekt des Hornhautepithels)[1, 2]
  • AugenFremdkörpergefühl im Auge[1, 2]
  • AugenVerkrustungen oder Erschlaffung der Augenlider (laut Fachinformation Augenlidrandverkrustung)[1, 2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • AugenEntzündung der Regenbogenhaut (Iritis)[1, 2]
  • AugenFlüssigkeitsansammlungen oder Schwellungen im hinteren Augenbereich (chorioidale Effusion)[1, 2]
  • AugenAblagerungen auf der Augenoberfläche (Hornhautablagerungen)[1, 2]
  • AugenAugenschmerzen und Augenbeschwerden[1, 2]
  • AugenTrockenes Auge[1, 2]
  • AugenSchwellung des Augenlids (laut Fachinformation Blepharitis)[1, 2]
  • AugenAugenreizung, Augenjucken, Augenausfluss und verstärkter Tränenfluss[1, 2]
  • AugenAugenallergie (allergische Konjunktivitis)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • AugenAugenrötung (Bindehauthyperämie)[1, 2]
  • ImmunsystemAllergische Symptome (allergische Schwellung des Augenlids; laut Fachinformation Überempfindlichkeit)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • NervensystemSchwindelgefühl und Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKopfschmerzen
  • Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
  • HautEntzündung, Rötung und Jucken der Haut (allergische Dermatitis)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • AugenSchäden an der Hornhaut wie Abnahme der Hornhautdicke, Hornhautgeschwür (ulzerative Keratitis) oder Durchbruch der Hornhaut (Hornhautperforation)[1, 2]
  • AugenVerzögerte Heilung des Auges (Hornhaut)[1, 2]Mehr dazu: Wundheilungsstörungen
  • AugenVernarbungen auf der Augenoberfläche und Trübung der Hornhaut[1, 2]
  • AugenReduzierte Sehschärfe und verschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenSchwellung des Auges[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufErhöhter Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
  • Magen und DarmErbrechen[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Nach der Markteinführung wurde über Schäden an der Hornhautoberfläche berichtet. Ihr Ausmaß reichte von nicht schwerwiegenden Veränderungen bis zu Ereignissen, bei denen eine Operation oder eine medikamentöse Behandlung nötig war, um das Sehvermögen wiederherzustellen. Bei Verdacht auf schwere Schäden der Hornhaut, einschließlich eines Durchbruchs, wird NEVANAC laut Fachinformation sofort abgesetzt und die Hornhaut eingehend überwacht [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Grauhaariger Mann Anfang siebzig mit Sonnenbrille sitzt entspannt auf einer schattigen Gartenbank
Bild: KI-generiert

Rötung oder Schmerzen nehmen zu: Wird die Rötung Ihrer Augen durch die Tropfen stärker oder schmerzen Ihre Augen stärker, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Beenden Sie die Behandlung aber nicht eigenmächtig: Außer bei stark ausgeprägten Reaktionen können Sie sie laut Packungsbeilage fortsetzen [1].

Brennen und Reizung: NEVANAC enthält das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, das Reizungen am Auge hervorrufen kann, besonders bei trockenen Augen oder Erkrankungen der Hornhaut. Spüren Sie nach der Anwendung ein ungewöhnliches Gefühl, Brennen oder Schmerz im Auge, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr zu trockenen Augen lesen Sie unter Trockene Augen.

Sonnenlicht: Meiden Sie während der Behandlung direktes Sonnenlicht [1]. Verschwommenes Sehen: Fahren Sie erst wieder Auto, wenn es abgeklungen ist [1].

Bemerken Sie andere Nebenwirkungen, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen. NEVANAC kann laut Packungsbeilage mit anderen Arzneimitteln wechselwirken, auch mit anderen Augentropfen zur Glaukombehandlung [1]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch, wenn Sie Mittel einnehmen, die die Blutgerinnung herabsetzen, etwa Warfarin, oder andere NSAID wie Ibuprofen oder Diclofenac: Sie können das Risiko einer Blutung erhöhen [1, 2]. Mehr zur Wirkstoffgruppe lesen Sie unter NSAR.

Laut Fachinformation gibt es nur sehr begrenzte Daten zur gleichzeitigen Anwendung mit Prostaglandin-Analoga; wegen der Wirkmechanismen gilt sie als nicht empfehlenswert. Werden NSAID und Kortison am Auge zusammen angewendet, können Heilungsprobleme wahrscheinlicher werden [2]. Wenden Sie mehrere Augenmittel an, halten Sie zwischen den Anwendungen mindestens 5 Minuten Abstand [1].

Wechselwirkungen von Nepafenac
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere Augentropfen, auch zur GlaukombehandlungWechselwirkungen mit NEVANAC sind möglich[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren; zwischen zwei Augenmitteln mindestens 5 Minuten Abstand, Augensalben laut Fachinformation zuletzt
Gerinnungshemmer wie Warfarin, andere NSAID und Arzneimittel, die die Blutungszeit verlängernDas Risiko einer Blutung kann steigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Kortison am Auge (topische Steroide)Heilungsprobleme können wahrscheinlicher werden[1, 2]Laut Fachinformation Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung
Prostaglandin-AnalogaNur sehr begrenzte Daten zur gleichzeitigen Anwendung[2]Laut Fachinformation wegen der Wirkmechanismen nicht empfehlenswert

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Nepafenac nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Haben Acetylsalicylsäure (ASS) oder ein anderes NSAID bei Ihnen schon einmal Asthma, Hautallergien oder starke Entzündungsreaktionen in der Nase ausgelöst, dürfen Sie NEVANAC nicht anwenden [1]. Ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen an der Hornhaut haben laut Packungsbeilage unter Umständen Menschen nach komplizierten oder mehrfachen Augenoperationen innerhalb kurzer Zeit, mit Erkrankungen der Augenoberfläche wie trockenen Augen und mit Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder rheumatoider Arthritis [1]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Nepafenac oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Allergie gegen andere nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAID)[1, 2]
  • Asthma, Hautallergien oder starke Entzündungsreaktionen in der Nase während einer Behandlung mit anderen NSAID, etwa Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Ketoprofen, Piroxicam oder Diclofenac (laut Fachinformation Asthma, Urtikaria oder akute Rhinitis)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Neigung zu Blutergüssen oder schnellen Blutungen, auch früher; laut Fachinformation wurden bei Augenoperationen verstärkte Blutungen im Auge (einschließlich Hyphäma) unter NSAID-Augentropfen berichtet, Vorsicht auch bei Einnahme blutungsfördernder Arzneimittel[1, 2]
  • Andere Augenkrankheiten wie eine Augeninfektion oder die Anwendung weiterer Arzneimittel am Auge, besonders Kortison (topische Steroide); laut Fachinformation kann eine akute Augeninfektion durch Entzündungshemmer verdeckt werden, und NSAID zusammen mit Kortison können Heilungsprobleme verstärken[1, 2]
  • Diabetes, rheumatoide Arthritis, komplizierte Augeneingriffe, mehrere Augenoperationen innerhalb kurzer Zeit oder Erkrankungen der Augenoberfläche wie trockenes Auge: erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen an der Hornhaut[1, 2]
  • Direktes Sonnenlicht während der Behandlung vermeiden[1, 2]
  • Kontaktlinsen: Nach einer Kataraktoperation wird das Tragen nicht empfohlen; die Ärztin oder der Arzt sagt, wann Sie sie wieder tragen dürfen. Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann weiche Kontaktlinsen verfärben, Linsen vor der Anwendung herausnehmen und erst nach 15 Minuten wieder einsetzen[1, 2]
  • Trockene Augen oder Erkrankungen der Hornhaut: Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen; laut Fachinformation sollte bei häufigem oder langfristigem Gebrauch sorgfältig überwacht werden[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nicht anwenden, da Sicherheit und Wirksamkeit nicht bewiesen sind[1, 2]
  • Laut Fachinformation kann Nepafenac Kreuzempfindlichkeiten gegenüber Acetylsalicylsäure, Phenylessigsäure-Abkömmlingen und anderen NSAID bewirken[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Anwendung sagen [1, 2]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis. In der Schwangerschaft wird NEVANAC nicht empfohlen; Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Anwendung wirksam verhüten [1, 2]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage wird die Anwendung von NEVANAC während der Schwangerschaft nicht empfohlen; wenden Sie es nicht an, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es nicht angeordnet hat. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Anwendung eine Empfängnis wirksam verhindern. Laut Fachinformation liegen keine hinreichenden Daten vor, Tierstudien zeigten schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung. Das Risiko gilt wegen der sehr geringen Aufnahme in den Körper als möglicherweise gering; weil eine Hemmung der Prostaglandinbildung Schwangerschaft, Entwicklung des Kindes und Geburt beeinträchtigen könnte, wird die Anwendung dennoch nicht empfohlen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage kann NEVANAC während der Stillzeit angewendet werden: Es könnte in die Muttermilch übertreten, Auswirkungen auf den Säugling sind aber nicht zu erwarten. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Nepafenac beim Menschen in die Muttermilch übergeht; bei Ratten geht es in die Milch über, die Aufnahme in den Körper der Mutter ist aber vernachlässigbar.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Kurz nach dem Eintropfen sehen Sie möglicherweise leicht verschwommen. Fahren Sie dann nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen, bis das abgeklungen ist. Laut Fachinformation hat NEVANAC darüber hinaus keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit.[1, 2]

Einnahme

Nur am Auge anwenden, nicht einnehmen und nicht injizieren. Vor Gebrauch gut schütteln, die Hände waschen, den Kopf zurückbeugen, das Augenlid mit einem sauberen Finger nach unten ziehen und in den Spalt eintropfen; die Tropferspitze darf weder Auge noch Augenlid, Augenumgebung oder andere Oberflächen berühren. Immer zur gleichen Uhrzeit tropfen. Bei weiteren Augentropfen mindestens 5 Minuten Abstand halten.[1, 2]

Anwendung vergessen: sobald Sie es bemerken, mit einer Anwendung fortfahren; ist die nächste planmäßige Anwendung bald, die vergessene auslassen. Nicht die doppelte Menge anwenden. NEVANAC 1 mg/ml nicht über 30 °C lagern, NEVANAC 3 mg/ml nicht über 25 °C und die Flasche im Umkarton, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Die Flasche 4 Wochen nach dem ersten Öffnen wegwerfen, um Augeninfektionen zu vermeiden.[1, 2]

Absetzen

Beenden Sie die Behandlung nicht, bevor Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen haben. Außer bei stark ausgeprägten Reaktionen können Sie die Behandlung laut Packungsbeilage fortsetzen. Laut Fachinformation wird NEVANAC sofort abgesetzt, wenn der Verdacht auf schwere Schäden der Hornhautoberfläche besteht.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie mehr angewendet als vorgesehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und tropfen Sie erst zur nächsten planmäßigen Anwendung wieder. Laut Fachinformation sind giftige Wirkungen sowohl bei einer Überdosierung am Auge als auch nach versehentlichem Verschlucken unwahrscheinlich.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilagen der beiden Stärken nennen, wie oft getropft wird, wann die Anwendung beginnt und wie lange sie höchstens dauert; die Fachinformation ergänzt einen zusätzlichen Tropfen vor der Operation und Angaben für besondere Patientengruppen [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Wie Sie tropfen und wie lange, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

NEVANAC wird nur am Auge angewendet, es darf weder eingenommen noch injiziert werden. Schütteln Sie die Flasche vor Gebrauch gut und waschen Sie sich die Hände. Nach dem ersten Öffnen ist der Anbruchschutzring (bei NEVANAC 3 mg/ml: falls vorhanden) lose und wird vor der ersten Anwendung entfernt. Beugen Sie den Kopf zurück, ziehen Sie das Augenlid mit einem sauberen Finger nach unten, bis ein Spalt zwischen Lid und Auge entsteht, und tropfen Sie dort ein. Berühren Sie mit der Tropferspitze weder Auge noch Augenlid, Augenumgebung oder andere Oberflächen, sonst können Keime in die Tropfen gelangen. Ist ein Tropfen nicht ins Auge gelangt, tropfen Sie nach. Tropfen Sie immer zur gleichen Uhrzeit [1].

Haben Sie eine Anwendung vergessen, setzen Sie die Behandlung mit einer Anwendung fort, sobald Sie es bemerken; ist es kurz vor der nächsten planmäßigen Anwendung, lassen Sie die vergessene aus. Wenden Sie nicht die doppelte Menge an [1]. Lagern Sie NEVANAC 1 mg/ml nicht über 30 °C, NEVANAC 3 mg/ml nicht über 25 °C und im Umkarton, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Werfen Sie die Flasche vier Wochen nach dem ersten Öffnen weg, um Augeninfektionen zu vermeiden [1].

Beenden Sie die Behandlung nicht, bevor Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen haben [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen.

Präparate mit Nepafenac

Grundlage dieser Seite ist die Produktinformation von NEVANAC, das über die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen ist; die Häufigkeiten stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation desselben Dokuments [1, 2]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Nepafenac
PräparatAnbieterHinweis
NEVANACNovartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber), Cranach Pharma GmbH (örtlicher Vertreter)Augentropfensuspension mit 1 mg/ml oder 3 mg/ml, mit Benzalkoniumchlorid; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation NEVANAC (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilagen NEVANAC 1 mg/ml und 3 mg/ml Augentropfensuspension. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation NEVANAC (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür werden Nevanac-Augentropfen angewendet?

NEVANAC ist für Erwachsene bestimmt, die am Auge eine Kataraktoperation bekommen. Die Tropfen werden zur Vorbeugung und Linderung von Augenschmerzen und Entzündungen nach der Operation angewendet und bei Menschen mit Diabetes zur Verminderung des Risikos eines Makulaödems, einer Schwellung im hinteren Augenbereich. Der Wirkstoff Nepafenac gehört zu den nichtsteroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln (NSAID).

Wie lange wende ich Nepafenac nach der Operation an?

Die Anwendung beginnt laut Packungsbeilage einen Tag vor der Kataraktoperation und wird am Operationstag fortgesetzt. Wie lange Sie danach weitertropfen, ordnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt an. Die Angaben der Packungsbeilage zu Häufigkeit und Höchstdauer für beide Stärken stehen im Abschnitt Dosierung.

Darf ich mit Nevanac Kontaktlinsen tragen?

Nach einer Kataraktoperation wird das Tragen von Kontaktlinsen nicht empfohlen; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, wann Sie sie wieder tragen dürfen. NEVANAC enthält das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, das weiche Kontaktlinsen verfärben kann. Nehmen Sie die Linsen deshalb vor der Anwendung heraus und setzen Sie sie erst nach 15 Minuten wieder ein.

Darf ich Nepafenac anwenden, wenn ich ASS nicht vertrage?

Nein, wenn Acetylsalicylsäure oder andere NSAID bei Ihnen schon einmal Asthma, Hautallergien oder starke Entzündungsreaktionen in der Nase ausgelöst haben. Auch bei einer Allergie gegen andere NSAID dürfen Sie NEVANAC nicht anwenden. Laut Fachinformation kann Nepafenac Kreuzempfindlichkeiten gegenüber Acetylsalicylsäure und anderen NSAID bewirken.

Was tun, wenn das Auge nach der Operation röter wird oder stärker schmerzt?

Informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Packungsbeilage kann das die Folge einer Entzündung der Augenoberfläche mit oder ohne Verlust oder Beschädigung von Zellen oder einer Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis) sein; diese Nebenwirkungen wurden bei bis zu 1 von 100 Anwendern beobachtet. Beenden Sie die Behandlung aber nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben.

Darf ich Nevanac zusammen mit Kortison-Augentropfen anwenden?

Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorher, wenn Sie weitere Arzneimittel am Auge anwenden, besonders Kortison. Laut Fachinformation können sowohl NSAID als auch Kortison am Auge die Heilung verlangsamen; zusammen angewendet können sie Heilungsprobleme verstärken, deshalb ist dann Vorsicht geboten. Zwischen zwei Augenmitteln liegen mindestens 5 Minuten.

Darf ich Nepafenac in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?

Laut Packungsbeilage wird die Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen; wenden Sie NEVANAC nur an, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es angeordnet hat. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Anwendung wirksam verhüten. In der Stillzeit kann NEVANAC laut Packungsbeilage angewendet werden, weil keine Auswirkungen auf den Säugling zu erwarten sind.

Darf ich nach dem Eintropfen Auto fahren?

Kurz nach dem Eintropfen sehen Sie möglicherweise leicht verschwommen. Fahren Sie dann nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen, bis das abgeklungen ist.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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