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Pseudokrupp
Pseudokrupp ist eine Entzündung des Kehlkopfs, meist bei Kleinkindern und ausgelöst durch eine Virusinfektion; typisch sind bellender Husten, Pfeifgeräusche beim Einatmen, Heiserkeit und leichte Atemnot. Die meisten Kinder haben nur leichte Beschwerden, die innerhalb von zwei Tagen von selbst abklingen; Medikamente sind dann laut IQWiG nicht nötig. Beeinträchtigen die Beschwerden das Kind sehr oder bessern sie sich nicht, ist eine ärztliche Behandlung notwendig, in der Regel für kurze Zeit mit kortisonhaltigen Medikamenten; ist bei schwerer Atemnot schnelle Hilfe nötig, wird Adrenalin über einen Vernebler eingeatmet. Bei schwerer Atemnot rufen Sie sofort den Notruf 112.

Pseudokrupp ist eine Entzündung des Kehlkopfs, die meist Kleinkinder trifft. Die Ursache ist eine Infektion mit Viren; typisch sind ein bellender Husten, Pfeifgeräusche beim Einatmen und eine leichte Atemnot [1]. Die meisten Kinder haben nur leichte Beschwerden, die innerhalb von zwei Tagen von selbst abklingen [1]. Beeinträchtigen die Beschwerden das Kind sehr oder bessern sie sich nicht, ist laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eine ärztliche Behandlung notwendig; in der Regel bekommt das Kind dann für kurze Zeit kortisonhaltige Medikamente. Ist bei schwerer Atemnot schnelle Hilfe nötig, wird Adrenalin eingeatmet [1]. Bei schwerer Atemnot rufen Sie sofort den Notruf 112 [1, 2].
Was ist Pseudokrupp?
Als Folge einer Erkältung können sich Krankheitserreger in den Atemwegen ausbreiten und Entzündungen auslösen. Entzündet sich bei erkälteten Kleinkindern auch der Kehlkopf, spricht man laut IQWiG von einem Pseudokrupp [1]. Fachleute nennen ihn auch Laryngitis subglottica, übersetzt: Kehlkopfentzündung unterhalb der Stimmlippen [1, 2]. In den Fachinformationen der Medikamente heißt er auch Kruppsyndrom oder stenosierende, also verengende, Laryngotracheitis [3, 6]. Mehr zur Grunderkrankung: Erkältung.
Der Name grenzt den Pseudokrupp vom "echten Krupp" ab. Damit ist die Diphtherie gemeint, eine früher lebensgefährliche bakterielle Infektionskrankheit; den Pseudokrupp verursachen dagegen Viren [1, 2].
Häufigkeit: Ein Pseudokrupp tritt oft in der kalten Jahreszeit auf. Am häufigsten entzündet sich der Kehlkopf bei Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren: Pro Jahr bekommen etwa 3 von 100 Kindern dieser Altersgruppe einen Pseudokrupp. Erwachsene erkranken nur sehr selten [1, 2].
Symptome und Verlauf
Typische Symptome sind laut IQWiG [1, 2]:
- ein "bellender" Husten,
- pfeifende Geräusche beim Einatmen,
- eine heisere Stimme,
- eine leichte Atemnot.
Weil die Schwellung den Kehlkopf einengt, atmen erkrankte Kinder schneller und holen tiefer Luft. Meist haben sie nur leichte Atemnot, sind aber oft verängstigt und weinen; das kann die Atemnot noch verstärken [1, 2].
Verlauf: Oft hat ein Kind zunächst eine Erkältung mit Schnupfen und leichtem Fieber. Nach einigen Tagen kann es dann zu den typischen Pseudokrupp-Symptomen kommen, meist plötzlich in der Nacht [1]. Laut gesund.bund.de beginnen die Probleme typischerweise am Abend oder in der Nacht [2]. Die meisten Kinder haben nur leichte Beschwerden, die innerhalb von zwei Tagen von selbst abklingen [1, 2].
Schwerer Verlauf: Dass ein Kind eine schwere Atemnot bekommt, ist laut IQWiG eher selten. Ein typisches Warnzeichen ist, wenn sich die Haut zwischen den Rippen mit jedem Atemzug sichtbar nach innen zieht. Selten ist die Atemnot so stark, dass ein Kind blau anläuft. Es kann auch durch das anstrengende Luftholen so erschöpft sein, dass es abwesend und teilnahmslos wirkt [1]. Hinter einem schweren Verlauf kann zum Beispiel stecken, dass auch die Luftröhre entzündet und eingeengt ist (stenosierende Laryngotracheitis), oder eine eitrige Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis) [1]. Was dann zu tun ist, steht im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.
Ursachen
Ursache für einen Pseudokrupp ist laut IQWiG häufig eine Infektion mit Erkältungsviren, meist mit sogenannten Parainfluenzaviren. Sie lösen oft nur Erkältungsbeschwerden aus, können aber auch dazu führen, dass sich die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfs entzündet und anschwillt [1]. Laut gesund.bund.de verursachen Parainfluenzaviren oft nur Husten, Schnupfen und Heiserkeit; manchmal entzündet sich aber auch die Kehlkopfschleimhaut und schwillt an [2]. Mehr zu Husten bei Erkältungen: Husten.
Diagnose
Oft sind laut IQWiG keine speziellen Tests oder Untersuchungen nötig: Entwickelt ein Kind die typischen Symptome während oder kurz nach einer Erkältung, spricht das bereits für einen Pseudokrupp [1]. Bei schwerer Atemnot ist eine genauere ärztliche Untersuchung wichtig. Dabei untersucht die Ärztin oder der Arzt den Rachen und den Kehlkopf; dazu kann eine Kehlkopfspiegelung nötig sein. Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Entzündung, wird manchmal auch ein Rachenabstrich gemacht [1, 2].
Behandlung ohne Medikamente
Meist bleiben die Beschwerden leicht, und eine Behandlung mit Medikamenten ist laut IQWiG nicht nötig [1, 2]. Wichtig ist, möglichst ruhig zu bleiben, für das Kind da zu sein und es zu beruhigen, damit die Atemnot des Kindes nicht durch die eigene Angst verstärkt wird [1, 2].
Oft wird geraten, viel zu lüften: Frische, kühle und feuchte Luft soll die Symptome lindern. Durch Studien belegt ist allerdings nicht, dass das tatsächlich hilft [1, 2]. Kinder mit starker Atemnot erhalten in der ärztlichen Behandlung zusätzlich zu den Medikamenten in der Regel Sauerstoff über eine Nasenmaske [1, 2].
Behandlung mit Medikamenten

Wenn die Beschwerden das Kind sehr beeinträchtigen oder sich nicht bessern, ist laut IQWiG eine ärztliche Behandlung notwendig, bei starker Atemnot auch im Krankenhaus [1]. Das IQWiG nennt dafür zwei Gruppen von Medikamenten: kortisonhaltige Mittel und Adrenalin zum Inhalieren [1]. Die drei hier genannten, laut Fachinformation für den Pseudokrupp zugelassenen Präparate sind verschreibungspflichtig [3, 5, 6].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Kortisonhaltige Medikamente (Glucocorticoide) | Prednisolon als Zäpfchen, laut Fachinformation zur Behandlung des Kruppsyndroms [3]; Dexamethason als Saft, laut Fachinformation bei akuter Laryngotracheitis (Pseudokrupp) bei Kindern ab einem Alter von 1 Monat [5] | Wirken entzündungshemmend; die Schleimhäute schwellen ab [1]. Laut Fachinformation beruht die Wirkung von Prednisolon bei verengten Atemwegen im Wesentlichen darauf, dass es Entzündungsvorgänge hemmt, eine Schleimhautschwellung unterdrückt oder verhindert, die Verengung der Bronchien hemmt, die Schleimbildung hemmt oder einschränkt und den Schleim dünnflüssiger macht [3] | Prednisolon-Zäpfchen: laut Fachinformation wegen der kurzen Anwendungsdauer selten; sehr selten Überempfindlichkeitsreaktionen wie Arzneimittelausschläge, ohne bekannte Häufigkeit Brennen und Juckreiz in der Analregion [3]. Dexamethason-Saft: Die Fachinformation nennt keine Häufigkeiten [5] |
| Adrenalin zum Inhalieren (Epinephrin) | Lösung für einen Vernebler, laut Fachinformation als Zusatzbehandlung, wenn Kortison allein nicht ausreicht, ab einem Alter von 6 Monaten [6] | Die Blutgefäße in der Schleimhaut der Atemwege ziehen sich zusammen, dadurch geht die Schwellung zurück [1, 6] | Die Fachinformation nennt keine häufigen Nebenwirkungen. Selten: erhöhter Blutzucker, Herzklopfen, schneller Herzschlag, Extraschläge und andere schnelle Herzrhythmusstörungen; ohne bekannte Häufigkeit unter anderem Unruhe, Nervosität, Angst, Schwindel, Kopfschmerz, Zittern, Bluthochdruck, Übelkeit, Erbrechen und Blässe [6] |
Die Häufigkeiten stammen aus der Fachinformation des jeweiligen Präparats ("sehr selten": bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten, "selten": bei bis zu 1 von 1.000, "ohne bekannte Häufigkeit": aus den verfügbaren Daten nicht abschätzbar) [3, 6]. Mehr dazu im Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Kortisonhaltige Medikamente
In der Regel bekommt das Kind laut IQWiG für eine kurze Zeit kortisonhaltige Medikamente, zum Beispiel als Zäpfchen oder Tablette, selten auch als Spritze oder Spray. Die Medikamente wirken allerdings erst nach etwa zwei Stunden [1]. Laut gesund.bund.de geht es dem Kind dann nach einigen Stunden wieder besser [2].
- Prednisolon-Zäpfchen: Sie sind laut Fachinformation zur Behandlung des Kruppsyndroms zugelassen und sollen nur kurzfristig angewendet werden, innerhalb von höchstens 48 Stunden. Wegen der kurzen Behandlungsdauer ist kein Ausschleichen mit fallenden Dosierungen nötig; für eine längere Anwendung ist das Präparat wegen der hohen Dosis nicht geeignet [3]. Als Gegenanzeige nennt die Fachinformation nur eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; bei kurzfristiger Gabe in akut bedrohlichen Krankheitsphasen sind keine anderen Gegenanzeigen zu beachten [3]. Auch Prednisolon-Tabletten werden laut Packungsbeilage unter anderem bei verengender Kehlkopfentzündung (Pseudokrupp) angewendet [4].
- Dexamethason-Saft: Er ist laut Fachinformation zugelassen bei akuter Laryngotracheitis (Pseudokrupp) bei Kindern ab einem Alter von 1 Monat; die Menge richtet sich nach dem Körpergewicht. Für Jugendliche und Erwachsene ist dieser Saft wegen des niedrigen Wirkstoffgehalts in der Regel nicht geeignet [5]. Nicht angewendet werden darf er bei einer Überempfindlichkeit gegen Dexamethason, Menthol oder einen der sonstigen Bestandteile und bei Infektionen im ganzen Körper, außer sie werden mit einer geeigneten Therapie gegen die Erreger behandelt [5]. Der Saft enthält Maltitol und Sorbitol; Menschen mit einer erblichen Fructose-Unverträglichkeit dürfen ihn laut Fachinformation nicht bekommen [5].
Welches Mittel und welche Menge Ihr Kind bekommt, legt die Ärztin oder der Arzt fest. Die Angaben der Packungsbeilagen zu Tabletten stehen auf den Wirkstoffseiten unter Prednisolon und Dexamethason. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Adrenalin zum Inhalieren
Weil die kortisonhaltigen Medikamente erst nach etwa zwei Stunden wirken, wird laut IQWiG Adrenalin eingesetzt, falls bei schwerer Atemnot schnelle Hilfe nötig ist. Das Kind atmet es über einen Vernebler ein; die Schwellung geht dadurch meist innerhalb einer halben Stunde zurück [1]. Laut Fachinformation ist die Adrenalin-Lösung (Wirkstoff Epinephrin) eine Zusatzbehandlung der akuten Atemnot durch Schleimhautschwellungen im Bereich der oberen Atemwege und/oder Krämpfe der Bronchialmuskulatur, wenn die alleinige Gabe von Kortisonpräparaten nicht ausreicht; dazu gehören insbesondere der Pseudokrupp und allergische Reaktionen. Angewendet wird sie bei Säuglingen ab einem Alter von 6 Monaten, Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen [6].
Wegen der kurzen Halbwertszeit von Adrenalin ist laut Fachinformation ein Rückfall-Effekt möglich (Relapseffekt) [6]. Nicht angewendet werden darf die Lösung bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, bei anfallsartigem Herzrasen (paroxysmale Tachykardie), beim Engwinkelglaukom und bei schnellem, völlig unregelmäßigem Herzschlag (hochfrequente absolute Arrhythmie). Nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden sollte sie unter anderem bei Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion, einem Phäochromozytom (einem hormonbildenden Tumor des Nebennierenmarks) und bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder des Herzmuskels. Nach der Gabe von Adrenalin wurden bei Menschen mit angeborenem Long-QT-Syndrom oder katecholaminerger polymorpher ventrikulärer Tachykardie Fälle einer QT-Verlängerung und einer bestimmten Herzrhythmusstörung (Torsade de pointes) berichtet [6]. Nach der Inhalation wird der Mund mit Wasser ausgespült; Magen-Darm-Beschwerden können auftreten, wenn ein Teil der Dosis verschluckt wird [6].
Husten- und Erkältungsmittel
Zur Behandlung des Pseudokrupps nennt das IQWiG kortisonhaltige Medikamente und Adrenalin zum Inhalieren [1]. Manche Hustenmittel dürfen bei Pseudokrupp nicht angewendet werden: Soledum Kapseln mit dem Wirkstoff Cineol etwa dürfen laut Packungsbeilage bei Keuchhusten und Pseudokrupp nicht eingenommen werden, außerdem nicht von Säuglingen und Kleinkindern bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres [7]. Fragen Sie vor jedem Husten- oder Erkältungsmittel für Ihr Kind in der Arztpraxis oder Apotheke nach. Mehr: Hustenmittel.
Nebenwirkungen der Medikamente
Kortisonhaltige Medikamente: Laut Fachinformation der Prednisolon-Zäpfchen sind Nebenwirkungen wegen der kurzen Anwendungsdauer selten. Sehr selten kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen, zum Beispiel einem Hautausschlag durch das Arzneimittel; Brennen und Juckreiz in der Analregion nennt die Fachinformation ohne bekannte Häufigkeit [3]. Für den Dexamethason-Saft nennt die Fachinformation keine Häufigkeiten; während einer kurzfristigen Behandlung, bei Beachtung der Dosierungsempfehlungen und enger Überwachung sei das Risiko von Nebenwirkungen gering. Bei entsprechend sensibilisierten Menschen kann das enthaltene Menthol Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, auch mit Atemnot [5]. Mehr: Hautausschlag und Arzneimittelallergie.
Bei einer Gabe über einen längeren Zeitraum, für die die Zäpfchen nicht geeignet sind, können die für Glucocorticoide typischen Nebenwirkungen auftreten, unter anderem eine Wachstumshemmung bei Kindern, ein erhöhtes Infektionsrisiko, Depressionen, Gereiztheit, Euphorie und Schlafstörungen [3]. Bei der Anwendung von Kortison im ganzen Körper können Sehstörungen auftreten; bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen sollte laut Fachinformation eine Überweisung zur Augenärztin oder zum Augenarzt erwogen werden [3]. Masern und Windpocken können laut Packungsbeilage von Prednisolon-Tabletten unter der Behandlung besonders schwer verlaufen; hat ein abwehrgeschwächtes Kind, das diese Krankheiten noch nicht hatte, während der Behandlung Kontakt zu Erkrankten, sollten Sie sich umgehend an die Ärztin oder den Arzt wenden [4]. Mehr: Sehstörungen, Infektanfälligkeit und die Gruppe Glucocorticoide.
Adrenalin zum Inhalieren: Mögliche Nebenwirkungen sind laut IQWiG zum Beispiel Herzrasen und Blutdruckanstieg [1]. Ob und wie stark es zu unerwünschten Wirkungen kommt, hängt laut Fachinformation von der Dosis und der Empfindlichkeit des Einzelnen ab. Die dort genannten Nebenwirkungen sind bisher vorwiegend aufgetreten, wenn Adrenalin gespritzt oder als Infusion gegeben wurde; beim Inhalieren lassen sie sich aber nicht ausschließen [6]. Selten sind laut Fachinformation erhöhter Blutzucker, Herzklopfen, schneller Herzschlag und Extraschläge [6]. Mehr: Herzrasen und Blutdruckanstieg.
Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Dass ein Kind eine schwere Atemnot bekommt, ist eher selten. Dann ist es laut IQWiG aber wichtig, sofort die 112 anzurufen und notärztliche Hilfe anzufordern [1]. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nennt schwere Atemnot als Fall für die Notrufnummer 112 [8]. Warnzeichen sind laut IQWiG [1]:
- Die Haut zwischen den Rippen zieht sich mit jedem Atemzug sichtbar nach innen.
- Das Kind läuft blau an.
- Das Kind ist durch das anstrengende Luftholen so erschöpft, dass es abwesend und teilnahmslos wirkt.
Beeinträchtigen die Beschwerden das Kind sehr oder bessern sie sich nicht, ist eine ärztliche Behandlung notwendig, bei starker Atemnot auch im Krankenhaus [1]. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117; in lebensbedrohlichen Fällen alarmieren Sie den Rettungsdienst unter 112 [8]. Bei schwerer Atemnot ist laut Fachinformation der Prednisolon-Zäpfchen unbedingt eine Ärztin oder ein Arzt aufzusuchen [3].
Quellen
- Pseudokrupp. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 08.03.2023. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Pseudokrupp. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 04.04.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation INFECTOCORTIKRUPP Zäpfchen 100 mg (Prednisolonacetat). INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 08/2020. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation InfectoDexaKrupp 2 mg/5 ml Saft, Lösung zum Einnehmen (Dexamethason). INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 04/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation INFECTOKRUPP Inhal 4 mg/ml Lösung für einen Vernebler (Epinephrin). INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Soledum Kapseln 100 mg, magensaftresistente Weichkapseln (Cineol). Cassella-med GmbH & Co. KG. Stand 08/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft bei einem Pseudokrupp-Anfall in der Nacht?
Wichtig ist laut IQWiG, möglichst ruhig zu bleiben, für das Kind da zu sein und es zu beruhigen, damit seine Atemnot nicht durch die eigene Angst verstärkt wird. Oft wird geraten, viel zu lüften; frische, kühle und feuchte Luft soll die Beschwerden lindern, durch Studien belegt ist das aber nicht. Die meisten Kinder haben nur leichte Beschwerden, die innerhalb von zwei Tagen von selbst abklingen. Bei schwerer Atemnot rufen Sie sofort den Notruf 112.
Wann muss ich mit Pseudokrupp zum Arzt oder den Notruf wählen?
Beeinträchtigen die Beschwerden das Kind sehr oder bessern sie sich nicht, ist laut IQWiG eine ärztliche Behandlung notwendig, bei starker Atemnot auch im Krankenhaus. Bei schwerer Atemnot rufen Sie sofort die 112 an. Warnzeichen sind laut IQWiG, wenn sich die Haut zwischen den Rippen bei jedem Atemzug sichtbar nach innen zieht, wenn das Kind blau anläuft oder so erschöpft ist, dass es abwesend und teilnahmslos wirkt. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 zuständig.
Welche Medikamente bekommt ein Kind bei Pseudokrupp?
In der Regel bekommt das Kind laut IQWiG für kurze Zeit kortisonhaltige Medikamente, zum Beispiel als Zäpfchen oder Tablette, selten auch als Spritze oder Spray. Zur Behandlung des Pseudokrupps zugelassen sind unter anderem Zäpfchen mit Prednisolon und ein Saft mit Dexamethason, der laut Fachinformation bei akuter Laryngotracheitis (Pseudokrupp) bei Kindern ab einem Alter von 1 Monat zugelassen ist. Ist bei schwerer Atemnot schnelle Hilfe nötig, wird Adrenalin über einen Vernebler eingeatmet; Kinder mit starker Atemnot erhalten in der Regel zusätzlich Sauerstoff über eine Nasenmaske. Welches Mittel und welche Menge Ihr Kind bekommt, legt die Ärztin oder der Arzt fest.
Hat Kortison bei Pseudokrupp Nebenwirkungen?
Laut Fachinformation der Prednisolon-Zäpfchen INFECTOCORTIKRUPP sind Nebenwirkungen wegen der kurzen Anwendungsdauer selten. Sehr selten, also bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten, kommen Überempfindlichkeitsreaktionen wie ein Hautausschlag vor; ohne bekannte Häufigkeit Brennen und Juckreiz in der Analregion. Für den Dexamethason-Saft nennt die Fachinformation keine Häufigkeiten; bei kurzfristiger Behandlung, Beachtung der Dosierungsempfehlungen und enger Überwachung sei das Risiko von Nebenwirkungen gering. Bei längerer Anwendung, für die die Zäpfchen nicht geeignet sind, können die für Kortison typischen Nebenwirkungen auftreten, etwa eine Wachstumshemmung bei Kindern.
Was ist der Unterschied zwischen Pseudokrupp und echtem Krupp?
Als "echten Krupp" bezeichnet man die Diphtherie, eine früher lebensgefährliche bakterielle Infektionskrankheit. Den Pseudokrupp verursachen laut IQWiG dagegen Viren. Fachleute nennen ihn auch Laryngitis subglottica, übersetzt: Kehlkopfentzündung unterhalb der Stimmlippen.
Darf ich meinem Kind bei Pseudokrupp ein Hustenmittel geben?
Fragen Sie vorher in der Arztpraxis oder Apotheke nach und lesen Sie die Packungsbeilage. Soledum Kapseln mit dem Wirkstoff Cineol zum Beispiel dürfen laut Packungsbeilage bei Keuchhusten und Pseudokrupp nicht eingenommen werden, außerdem nicht von Säuglingen und Kleinkindern bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres. Zur Behandlung des Pseudokrupps nennt das IQWiG kortisonhaltige Medikamente und Adrenalin zum Inhalieren.
Wer bekommt Pseudokrupp?
Am häufigsten entzündet sich der Kehlkopf laut IQWiG bei Kindern zwischen 6 Monaten und 3 Jahren; pro Jahr bekommen etwa 3 von 100 Kindern dieser Altersgruppe einen Pseudokrupp. Er tritt oft in der kalten Jahreszeit auf. Erwachsene erkranken nur sehr selten.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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