WirkstoffgruppenWirkstoffgruppe
Husten- und Bronchitismittel (Schleimlöser, Hustenstiller)
Hustenmittel werden in Hustenlöser (Expektorantien, Schleimlöser) wie Acetylcystein, Ambroxol oder pflanzliche Mittel und Hustenstiller (Antitussiva) wie Codein, Dextromethorphan oder Pentoxyverin unterteilt. Schleimlöser sollen das Abhusten von zähem Schleim erleichtern. Hustenstiller unterdrücken den Hustenreiz und dürfen laut IQWiG nur bei starkem, trockenem Reizhusten und über höchstens zwei Wochen angewendet werden. Bei Schleimlösern nennen die Packungsbeilagen bzw. Fachinformationen unter anderem Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen, bei Hustenstillern unter anderem Müdigkeit und Übelkeit. Codein und Dihydrocodein können die Atmung dämpfen und abhängig machen.

Hustenmittel lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Hustenlöser (Expektorantien) sollen die Schleimbildung in den Bronchien fördern oder zähen Bronchialschleim verflüssigen, damit er sich leichter abhusten lässt; Hustenstiller (Antitussiva) sollen den Hustenreiz unterdrücken [20]. Ob Hustenlöser bei einer akuten Bronchitis helfen, lassen die bisherigen Studien laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) offen. Hustenstiller dürfen laut IQWiG nur bei starkem, trockenem Reizhusten und über höchstens zwei Wochen angewendet werden; bei Husten mit Auswurf sind sie nicht sinnvoll, weil der Schleim ohne Hustenreiz nicht abgehustet werden kann [20]. Einzelheiten zu jedem Wirkstoff stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.
Was sind Hustenmittel?
In Abschnitt 5.1 der Fachinformationen sind Acetylcystein und Ambroxol als Mukolytika eingeordnet, das pflanzliche Myrtol als Expektorans, Codein als Opium-Alkaloid, Dihydrocodein als natürliches Opioidalkaloid und Noscapin, Dextromethorphan und Pentoxyverin als Antitussiva [1, 3, 7, 8, 10, 11, 12, 13]. Zu den pflanzlichen Hustenmitteln gehören außerdem Zubereitungen aus Efeublättern [5]. Cineol ist laut Packungsbeilage ein entzündungshemmendes und schleimlösendes Arzneimittel zur Zusatzbehandlung bei Erkrankungen der Atemwege [6]; laut Fachinformation von Myrtol ist es der Hauptbestandteil von Eukalyptusöl [7].
Wie Hustenmittel wirken
Hustenlöser (Schleimlöser)
Acetylcystein ist ein Abkömmling der Aminosäure Cystein und wirkt laut Fachinformation schleimlösend und den Schleimtransport fördernd; diskutiert wird, dass es Verbindungen zwischen den Schleimfasern sprengt und so die Zähigkeit des Schleims senkt [1]. Bei Ambroxol, einem Abbauprodukt von Bromhexin, ist der Wirkmechanismus noch nicht vollständig aufgeklärt; in vorklinischen Untersuchungen steigerte es den Anteil des dünnflüssigen Bronchialsekrets, und durch die Aktivierung des Flimmerepithels soll der Abtransport des Schleims gefördert werden [3]. Für Myrtol beschreibt die Fachinformation, dass zäher Schleim gelöst und das Sekret verstärkt in Bewegung gesetzt wird [7]. Cineol wirkt laut Packungsbeilage schleimlösend und entzündungshemmend [6]. Extrakte aus Efeublättern können laut Embryotox zähen Bronchialschleim verflüssigen; zusätzlich wird ihnen eine hustenstillende Wirkung zugeschrieben [16].
Hustenstiller
Codein wirkt laut Fachinformation abhängig von der Dosis hustenstillend und schmerzlindernd; ein Teil der Wirkungen wird über sein Abbauprodukt Morphin vermittelt, das in der Leber durch das Enzym CYP2D6 entsteht. Fehlt dieses Enzym, wird keine ausreichende Wirkung erreicht; wandelt jemand Codein sehr schnell um (ultraschneller Metabolisierer), steigt das Risiko einer Opioidvergiftung [8]. Auch die Wirkungen von Dihydrocodein kommen teilweise über ein Abbauprodukt zustande [11]. Dextromethorphan wirkt hustenstillend, hat in therapeutischen Dosen laut Fachinformation aber keine schmerzstillende oder atemdämpfende Wirkung [12]. Noscapin wird wie Codein aus dem Schlafmohn gewonnen, ist aber nicht morphinähnlich; es führt laut Fachinformation zu keiner Atemdämpfung [10]. Pentoxyverin ist ein nicht narkotisches, zentral wirkendes Hustenmittel, das die Überstimulierung des Hustenzentrums verringert; es hat außerdem leichte anticholinerge Eigenschaften, wirkt also gegen den Botenstoff Acetylcholin [13].
Wofür Hustenmittel eingesetzt werden
Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Fachinformation bzw. Packungsbeilage [1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 13]:
- Acetylcystein und Ambroxol: schleimlösende Behandlung bei akuten und chronischen Erkrankungen der Bronchien und der Lunge, bei denen Schleimbildung und -transport gestört sind; rezeptfreies Acetylcystein bei akuten Atemwegserkrankungen mit zähem Schleim [1, 2, 3].
- Efeublätter-Extrakt, Cineol und Myrtol: Efeublätter-Extrakt bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und akuten Atemwegsentzündungen mit Husten; Cineol bei Bronchitis, akuter, unkomplizierter, nicht bakterieller Nebenhöhlenentzündung und Erkältungskrankheiten der Atemwege; Myrtol bei akuter und chronischer Bronchitis und Nebenhöhlenentzündung [5, 6, 7].
- Hustenstiller: Codein, Noscapin, Dextromethorphan und Pentoxyverin bei Reizhusten, also trockenem Husten ohne Auswurf; Dihydrocodein zur Kurzzeitanwendung bei Reizhusten [8, 10, 11, 12, 13].
Codein, Dihydrocodein, Noscapin und Acetylcystein-Brausetabletten für akute und chronische Bronchial- und Lungenerkrankungen sind laut Fachinformation verschreibungspflichtig, Ambroxol, Dextromethorphan und Pentoxyverin apothekenpflichtig [1, 3, 8, 10, 11, 12, 13]. Für akute Atemwegserkrankungen gibt es Acetylcystein auch rezeptfrei in der Apotheke [2, 22]. Wenn überhaupt, sollten Hustenlöser laut IQWiG nur eingenommen werden, wenn der Schleim auch abgehustet werden kann [20]. Mehr dazu: Husten, Bronchitis, Erkältung und Nebenhöhlenentzündung.
Schleimlöser und Hustenstiller zusammen?
Laut den Fachinformationen von Acetylcystein, Ambroxol und Dextromethorphan kann bei kombinierter Anwendung von Schleimlösern und Hustenstillern wegen des eingeschränkten Hustenreflexes ein gefährlicher Sekretstau entstehen [1, 3, 12]. Laut den Fachinformationen von Acetylcystein und Ambroxol sollte die Entscheidung für diese Kombination deshalb besonders sorgfältig getroffen werden [1, 3]. Die Fachinformation von Pentoxyverin beschreibt, dass eine kombinierte Anwendung die Behandlung eines Hustens mit Auswurf verbessern kann, wobei tagsüber der Schleimlöser und nachts der Hustenstiller empfohlen wird; bei erheblicher Schleimbildung sollte ein Hustenstiller aber nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und mit besonderer Vorsicht angewendet werden [13]. Die Packungsbeilage von Acetylcystein rät, vor einer kombinierten Anwendung unbedingt ärztlich zu fragen [2].
Altersgrenzen bei Kindern
Für Kinder gelten je nach Wirkstoff und Präparat unterschiedliche Grenzen; maßgeblich ist die Packungsbeilage [1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 13]:
- Codein: bei Kindern unter 12 Jahren gegenanzeigt, laut Fachinformation wegen eines erhöhten Risikos schwerwiegender und lebensbedrohlicher Nebenwirkungen; bei Kindern mit möglicherweise beeinträchtigter Atemfunktion wird es nicht empfohlen [8].
- Dihydrocodein: gegenanzeigt bei Kindern unter 4 Jahren [11]. Pentoxyverin: gegenanzeigt in den ersten zwei Lebensjahren; Kleinkinder sollen wegen sehr seltener Krampfanfälle und Atemdämpfung besonders sorgfältig beobachtet werden [13]. Noscapin: Die Behandlung von Säuglingen unter 6 Monaten kann laut Fachinformation nicht empfohlen werden [10]. Dextromethorphan-Hartkapseln: wegen des hohen Wirkstoffgehalts nicht für Kinder unter 12 Jahren [12].
- Acetylcystein: gegenanzeigt bei Kindern unter 2 Jahren; Brausetabletten mit 600 mg nicht unter 14 Jahren [1, 2]. Ambroxol-Tabletten mit 30 mg: wegen des hohen Wirkstoffgehalts nicht für Kinder unter 6 Jahren [3].
- Efeublätter-Extrakt, Myrtol und Cineol: Efeublätter-Flüssigkeit nicht für Kinder unter 6 Jahren, Myrtol-Kapseln nicht für Säuglinge und Kinder unter 6 Jahren, Cineol-Kapseln forte nicht für Kinder unter 12 Jahren; Cineol ist außerdem bei Keuchhusten und Pseudokrupp gegenanzeigt [5, 6, 7].
Chronischer Husten kann laut den Fachinformationen von Codein, Dihydrocodein und Dextromethorphan ein frühes Zeichen von Asthma bronchiale sein; zur Dämpfung dieses Hustens sind die Mittel besonders bei Kindern nicht vorgesehen [8, 11, 12]. Mehr dazu: Medikamente bei Kindern.
Für Codein hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Bescheid vom 17. Juni 2015 einen Beschluss der europäischen Koordinierungsgruppe CMDh vom 22. April 2015 umgesetzt. Grund war das Risiko einer Atemdämpfung; seither ist die Behandlung von Kindern unter 12 Jahren mit codeinhaltigen Hustenmitteln nicht mehr erlaubt, und flüssige codeinhaltige Arzneimittel müssen in kindersicherer Verpackung abgegeben werden [21]. Mehr zu Sicherheitsinformationen der Behörden: Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.
Wirkstoffe der Gruppe
Mit geprüftem Wirkstoff-Steckbrief beschrieben sind auf dieser Website:
- Acetylcysteinz. B. NAC-ratiopharm 200 mg Brausetabletten, NAC-ratiopharm 600 mg Brausetabletten, NAC-ratiopharm akut 600 mg HustenlöserZäher Schleim bei Husten und Bronchitis
- Ambroxolz. B. Ambroxol-ratiopharm 30 mg Hustenlöser, Ambroxol-ratiopharm 60 mg Hustenlöser, Ambroxol-ratiopharm HustensaftZäher Schleim bei Erkrankungen der Bronchien und der Lunge
- Cineolz. B. Soledum Kapseln forte, Soledum Kapseln, Soledum Kapseln juniorBronchitis, Nebenhöhlenentzündung, Erkältung der Atemwege
- Codeinz. B. Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen, Bronchicum mono, Codicaps monoReizhusten (trockener Husten ohne Auswurf)
- Dextromethorphanz. B. Silomat Hustenstiller Dextromethorphan Intensiv 22 mg Hartkapseln, Silomat Hustenstiller Dextromethorphan 7,7 mg Lutschpastillen, Hustenstiller-ratiopharm DextromethorphanTrockener Reizhusten ohne Auswurf
- Dihydrocodeinz. B. Dihydrocodein Aristo 8,3 mg/g Tropfen zum Einnehmen, Paracodin N-Tropfen, Paracodin N-SirupReizhusten (trockener Husten ohne Auswurf), zur Kurzzeitanwendung
- Efeublätter-Trockenextraktz. B. Prospan Hustenliquid, Prospan Hustensaft, Prospan Husten-BrausetablettenHusten bei Atemwegsentzündungen, chronisch-entzündliche Bronchialerkrankungen
- Myrtolz. B. GeloMyrtol forte, Myrtol 120 mgSchleimlösung bei Bronchitis und Nebenhöhlenentzündung
- Noscapinz. B. Capval Dragees 25 mg, Capval Saft 25 mg/5 g, Capval Tropfen 25 mg/gReizhusten (trockener Husten ohne Auswurf)
- Pentoxyverinz. B. Silomat Hustenstiller Pentoxyverin 1,35 mg/ml Saft, Silomat Hustenstiller Pentoxyverin 19 mg/ml Tropfen, Sedotussin HustenstillerReizhusten
Als pflanzliche Mittel gegen akute Bronchitis nennt das IQWiG außer Efeublättern und Eukalyptus auch Extrakte aus Pelargonienwurzel, Primelwurzel und Thymian, zum Teil als Wirkstoffkombinationen [20]. Viele Hustenmittel gibt es in mehreren Darreichungsformen, etwa als Brausetabletten, Tabletten, Kapseln, Saft oder Tropfen [1, 3, 5, 6, 8, 10, 12, 13].
Typische Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen unterscheiden sich zwischen den Untergruppen: Bei den Schleimlösern nennen die Fachinformationen und Packungsbeilagen unter anderem Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen, bei den Hustenstillern unter anderem Müdigkeit, bei Codein und Dihydrocodein auch Verstopfung [1, 3, 5, 6, 7, 8, 11, 12, 13]. Die Tabelle zeigt die Einstufung sechs typischer Beschwerden in den Packungsbeilagen bzw. Fachinformationen; die Kategorien erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
| Wirkstoff | Übelkeit | Bauchschmerzen | Allergische Reaktionen | Müdigkeit | Verstopfung | Kopfschmerzen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Acetylcystein | Gelegentlich | Gelegentlich | Gelegentlich | nicht genannt | nicht genannt | Gelegentlich |
| Ambroxol | Gelegentlich | Gelegentlich | Selten | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt |
| Cineol | Gelegentlich | nicht genannt | Selten | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt |
| Codein | Sehr häufig | Nicht bekannt | Selten | Häufig | Sehr häufig | Häufig |
| Dextromethorphan | Häufig | nicht genannt | Nicht bekannt | Häufig | Nicht bekannt | nicht genannt |
| Dihydrocodein | Sehr häufig | nicht genannt | Gelegentlich | Häufig | Sehr häufig | Häufig |
| Efeublätter-Trockenextrakt | Nicht bekannt | nicht genannt | Nicht bekannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt |
| Myrtol | Gelegentlich | Häufig | Gelegentlich | nicht genannt | nicht genannt | Gelegentlich |
| Noscapin | Gelegentlich | Gelegentlich | Sehr selten | Häufig | nicht genannt | Häufig |
| Pentoxyverin | Häufig | Häufig | Sehr selten | Gelegentlich | nicht genannt | nicht genannt |
Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.
Magen-Darm-Beschwerden
Als mögliche Nebenwirkungen von Acetylcystein nennt die Fachinformation unter anderem Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, bei Ambroxol Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen [1, 3]. Unter Myrtol werden Magen- oder Oberbauchbeschwerden berichtet [7]. Bei Efeublätter-Extrakt können laut Packungsbeilage bei empfindlichen Menschen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten [5]. Auch bei pflanzlichen Mitteln gegen akute Bronchitis nennt das IQWiG Magen-Darm-Beschwerden als mögliche Nebenwirkung [20]. Unter Codein und Dihydrocodein gehören Übelkeit und Verstopfung zu den Nebenwirkungen [8, 11]. Mehr dazu: Übelkeit, Magenbeschwerden und Verstopfung.
Allergische und schwere Hautreaktionen
Im zeitlichen Zusammenhang mit Acetylcystein wurde über schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und das Lyell-Syndrom berichtet, bei Ambroxol über Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und akute generalisierte exanthematische Pustulose, also Ausschläge mit Blasen oder Eiterbläschen. Treten neue oder fortschreitende Haut- und Schleimhautveränderungen auf, sollte die Einnahme laut Fachinformation unverzüglich beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden [1, 3]. Bei Acetylcystein kann es außerdem, überwiegend bei überempfindlichem Bronchialsystem bei Asthma, zu Atemnot und verkrampften Bronchien (Bronchospastik) kommen; Vorsicht ist bei Asthma geboten [1]. Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen und Arzneimittelallergie.
Müdigkeit und Reaktionsvermögen
Codein kann durch seine dämpfende Wirkung das Reaktionsvermögen auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch so verändern, dass die Fähigkeit zum Autofahren und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist; dasselbe gilt für Dihydrocodein [8, 11]. Dextromethorphan kann laut Fachinformation häufig leichte Müdigkeit verursachen, Pentoxyverin gelegentlich Müdigkeit; auch Noscapin kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen, verstärkt zu Beginn der Behandlung und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln [10, 12, 13]. Mehr dazu: Müdigkeit und Medikamente und Autofahren.
Atemdämpfung und Opioidvergiftung
Codein und Dihydrocodein sind bei Atemschwäche, Atemdämpfung, akutem Asthmaanfall und Koma gegenanzeigt [8, 11]. Opioide wie Codein können außerdem schlafbezogene Atemstörungen verursachen, darunter Atemaussetzer im Schlaf (zentrale Schlafapnoe) [8]. Bei Menschen, die Codein ultraschnell in Morphin umwandeln, können schon bei üblichen Dosen Zeichen einer Opioidvergiftung auftreten: Verwirrtheit, Schläfrigkeit, flache Atmung, enge Pupillen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Appetitlosigkeit, in schweren Fällen eine lebensbedrohliche Kreislauf- und Atemdämpfung [8]. Mehr dazu: Atemnot.
Abhängigkeit und Missbrauch
Bei wiederholter Anwendung von Codein können sich laut Fachinformation Toleranz, körperliche und seelische Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung entwickeln; das Risiko kann mit höherer Dosis und längerer Dauer steigen und ist unter anderem bei früherem Substanzmissbrauch, auch in der Familie, bei Rauchern und bei psychischen Erkrankungen erhöht [8]. Als mögliche Anzeichen nennt die Packungsbeilage, dass Sie das Mittel länger oder in höherer Dosis als empfohlen einnehmen, das Gefühl haben, es weiter einnehmen zu müssen, oder sich ohne das Mittel unwohl fühlen; dann sollen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, wie Sie die Einnahme sicher beenden [9]. Wegen des Abhängigkeitspotenzials ist laut Fachinformation von Dihydrocodein eine längerfristige Anwendung gegen Reizhusten nicht sinnvoll [11]. Dextromethorphan hat ein geringes Abhängigkeitspotenzial; Missbrauch und Abhängigkeit wurden berichtet, Vorsicht gilt besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und bei Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte [12]. Für Pentoxyverin wurden laut Fachinformation keine Abhängigkeits- oder Entzugssymptome beobachtet, für Noscapin bisher kein Suchtpotenzial [10, 13]. Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen.
Serotonin-Syndrom bei Dextromethorphan
Für Dextromethorphan wurde ein möglicherweise lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom berichtet, wenn gleichzeitig Mittel eingenommen wurden, die auf den Botenstoff Serotonin wirken (etwa SSRI-Antidepressiva) oder den Serotoninstoffwechsel beeinträchtigen (etwa MAO-Hemmer), oder Hemmstoffe des Leberenzyms CYP2D6 [12]. Möglich sind Veränderungen des geistigen Zustands, Störungen des vegetativen Nervensystems, neuromuskuläre Auffälligkeiten und Magen-Darm-Beschwerden; bei Verdacht sollte die Behandlung beendet werden [12].
Wichtige Wechselwirkungen

| Zusammen mit | Was passieren kann |
|---|---|
| Schleimlöser zusammen mit Hustenstillern | Wegen des eingeschränkten Hustenreflexes kann ein gefährlicher Sekretstau entstehen [1, 3, 12]; laut den Fachinformationen von Acetylcystein und Ambroxol sollte die Entscheidung für diese Kombination besonders sorgfältig getroffen werden [1, 3] |
| Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine (Beruhigungs- und Schlafmittel), Gabapentin oder Pregabalin | Mit Codein Gefahr von starker Dämpfung, Atemdämpfung, Koma und Tod; die gemeinsame Verordnung mit Benzodiazepinen ist nur angebracht, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt [8] |
| Alkohol und andere dämpfende Mittel, z. B. Schlafmittel, Psychopharmaka, Antihistaminika wie Promethazin oder Meclozin | Die dämpfende und atemhemmende Wirkung von Codein kann sich verstärken [8]; Dextromethorphan und andere dämpfende Mittel können sich gegenseitig verstärken [12]. Noscapin sollte laut Fachinformation nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen dämpfenden Mitteln eingenommen werden [10] |
| MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen) | Bei Dextromethorphan gegenanzeigt, auch wenn die Behandlung in den letzten 14 Tagen beendet wurde (Gefahr eines Serotonin-Syndroms) [12]; Codein erst 2 Wochen nach dem Ende einer Behandlung mit MAO-Hemmern [8] |
| SSRI und andere serotonerge Mittel, Hemmstoffe von CYP2D6, z. B. Fluoxetin, Paroxetin, Chinidin | Hemmstoffe von CYP2D6 können die Konzentration von Dextromethorphan im Blut erhöhen; dadurch steigt das Risiko für Nebenwirkungen und ein Serotonin-Syndrom. Auch mit SSRI und anderen serotonergen Mitteln wurde ein Serotonin-Syndrom berichtet [12] |
| Trizyklische Antidepressiva, z. B. Amitriptylin | Eine durch Codein bedingte Atemdämpfung kann verstärkt werden [8] |
| Gerinnungshemmer vom Warfarin-Typ, z. B. Phenprocoumon | Mit Noscapin in Einzelfällen verlängerte Blutgerinnungszeit, die ein höheres Blutungsrisiko zur Folge haben kann; Gerinnungswerte (INR) engmaschig kontrollieren [10] |
| Antibiotika zum Einnehmen (Tetracyclin, Aminoglykoside, Penicilline) | Mit Acetylcystein zeitversetzt mit mindestens 2 Stunden Abstand einnehmen; das gilt nicht für Cefixim und Loracarbef [1] |
Die Liste ist nicht vollständig; auch rezeptfreie Mittel können beteiligt sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein Hustenmittel mit anderen Medikamenten kombinieren; das gilt laut Packungsbeilage besonders für eine Kombination von Schleimlöser und Hustenstiller [2]. Einen Überblick gibt der Medikationsplan, Grundlagen erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.
Wann Hustenmittel nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden
Gegenanzeigen unterscheiden sich je nach Wirkstoff; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Neben den Altersgrenzen nennen die Fachinformationen bzw. Packungsbeilagen zum Beispiel [1, 3, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 13]:
- Hustenstiller: Atemschwäche oder Atemdämpfung (Codein, Dihydrocodein, Dextromethorphan, Pentoxyverin), Asthma bronchiale (Dextromethorphan, Dihydrocodein; bei Codein der akute Asthmaanfall), chronisch obstruktive Atemwegserkrankung und Lungenentzündung (Dextromethorphan), Leberschwäche (Pentoxyverin) sowie Husten mit Auswurf, bei dem Noscapin im Allgemeinen nicht anzuwenden ist [8, 10, 11, 12, 13].
- Acetylcystein und Ambroxol: Acetylcystein sollte bei Leber- oder Nierenversagen nicht angewendet werden; Vorsicht gilt bei Asthma und bei Magen- oder Darmgeschwüren in der Vorgeschichte. Ambroxol ist bei eingeschränkter Nierenfunktion oder schwerer Lebererkrankung nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden, bei gestörter Bronchialfunktion mit großen Sekretmengen wegen eines möglichen Sekretstaus nur mit Vorsicht [1, 3].
- Myrtol und Cineol: Myrtol bei entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich oder der Gallenwege und schweren Lebererkrankungen; bei Asthma, Keuchhusten oder stark überempfindlichen Atemwegen Myrtol nur nach ärztlicher Rücksprache; bei Asthma ist eine Behandlung mit Cineol nur unter ärztlicher Kontrolle vorzunehmen [6, 7].
Husten mit erheblicher Schleimbildung soll laut den Fachinformationen von Codein, Dihydrocodein, Dextromethorphan und Pentoxyverin nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung mit einem Hustenstiller behandelt werden [8, 11, 12, 13]. Bei Codein gelten außerdem Vorsicht bei Opioidabhängigkeit, Bewusstseinsstörungen, Krampfleiden, eingeschränkter Nierenfunktion und höherem Alter sowie bei Erkrankungen der Gallenwege und Bauchspeicheldrüsenentzündung [8]. Menschen, die Codein bekanntermaßen ultraschnell umwandeln, dürfen es nicht einnehmen [8].
Laut den Fachinformationen von Codein, Noscapin und Pentoxyverin soll ein Husten, der länger als 2 Wochen besteht, ärztlich abgeklärt werden [8, 10, 13]. Für rezeptfreie Schleimlöser nennen die Packungsbeilagen kürzere Fristen: Bessern sich die Beschwerden nach 4 bis 5 Tagen nicht oder verschlimmern sie sich, soll bei Acetylcystein und Ambroxol eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden, bei Efeublätter- und Cineol-Präparaten, wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten [2, 4, 5, 6]. Bei länger anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden, Atemnot, Fieber oder eitrigem oder blutigem Auswurf rät die Fachinformation von Myrtol, umgehend ärztlichen Rat einzuholen [7].
Schwangerschaft und Stillzeit
Ob und womit Husten in Schwangerschaft und Stillzeit behandelt wird, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Embryotox können Acetylcystein und Ambroxol auch in der Schwangerschaft verwendet werden, wenn Inhalationen und ausreichendes Trinken nicht genügen [14, 15]. Für Efeublätter-Extrakt fehlen laut Embryotox systematische Studien; die Anwendung erscheint akzeptabel, alkoholhaltige Zubereitungen sind zu meiden; reichen Inhalationen und Trinken nicht aus, sollten laut Embryotox zunächst die besser untersuchten Wirkstoffe Acetylcystein, Ambroxol oder Bromhexin angewandt werden [16]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage soll die Efeublätter-Flüssigkeit in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, weil keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen [5].
Bei den Hustenstillern kann Dextromethorphan laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden; wegen des geringen, aber vorhandenen Suchtpotenzials sollte sich die Anwendung auf wenige Tage beschränken [18]. Codein darf laut Embryotox in begründeten Fällen bei hartnäckigem Reizhusten und Versagen physikalischer Maßnahmen kurzfristig verwendet werden [17]. Laut Fachinformation ist Codein bei nahender Geburt und drohender Frühgeburt gegenanzeigt, weil es beim Neugeborenen zu einer Atemdämpfung führen kann; bei längerfristiger Einnahme kann sich eine Abhängigkeit des ungeborenen Kindes entwickeln, und nach wiederholter Anwendung im letzten Schwangerschaftsdrittel wurden Entzugserscheinungen beim Neugeborenen berichtet [8]. Noscapin sollte laut Embryotox in der Schwangerschaft nicht verwendet werden; bei hartnäckigem, quälendem Reizhusten nennt Embryotox kurzzeitig Dextromethorphan oder Codein als besser geeignet [19]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Pentoxyverin darf laut Fachinformation in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden [13].
Stillzeit: Laut Embryotox kann unter einer kurzfristigen Ambroxol-Behandlung gestillt werden; eine einmalige Einnahme von Acetylcystein erfordert keine Stillpause, bei mehrtägiger Behandlung sollte laut Embryotox Ambroxol bevorzugt werden [14, 15]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Codein, Dihydrocodein und Dextromethorphan sind laut ihren Fachinformationen in der Stillzeit gegenanzeigt; bei Frauen, die Codein ultraschnell umwandeln, kann über die Muttermilch in sehr seltenen Fällen eine Opioidvergiftung des Säuglings bis hin zum Tod auftreten [8, 11, 12]. Laut Embryotox sollte Codein als Hustenmittel in der Stillzeit nur kurzzeitig, höchstens zwei Tage, und bei guter Beobachtung des Säuglings angewendet werden; als Hustenstiller kommt laut Embryotox alternativ Dextromethorphan infrage [17]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Unterschied zu Opioid-Schmerzmitteln
Codein und Dihydrocodein sind Opioide: Sie wirken laut ihren Fachinformationen abhängig von der Dosis hustenstillend und außerdem zentral schmerzstillend [8, 11]. Als Schmerzmittel wird Codein laut Embryotox vorwiegend in Kombination mit Paracetamol oder Acetylsalicylsäure eingesetzt [17]. Die Fachinformation von Codein formuliert mehrere Warnhinweise für Opioide allgemein, etwa zu schlafbezogenen Atemstörungen, zur Opioidgebrauchsstörung und zur gleichzeitigen Anwendung mit Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen [8]. Dextromethorphan hat in therapeutischen Dosen laut Fachinformation keine schmerzstillende Wirkung [12]. Mehr dazu: Opioide und Asthma- und COPD-Mittel.
Quellen
- Fachinformation Fachinformation NAC-ratiopharm 200 mg/600 mg Brausetabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NAC-ratiopharm akut 600 mg Hustenlöser Brausetabletten (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ambroxol-ratiopharm 30 mg, 60 mg Hustenlöser Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ambroxol-ratiopharm 30 mg Hustenlöser Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Prospan Hustenliquid, Flüssigkeit zum Einnehmen. Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Soledum Kapseln forte 200 mg, magensaftresistente Weichkapseln (10018003 12P0923). Cassella-med GmbH & Co. KG. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation GeloMyrtol forte, 300 mg, magensaftresistente Weichkapseln (007773-81870). G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG. Stand 07/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen. AbZ-Pharma GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen, Tropfen zum Einnehmen, Lösung. AbZ-Pharma GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation CAPVAL Dragees 25 mg, CAPVAL-Saft 25 mg/5 g, CAPVAL-Tropfen 25 mg/g. INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Paracodin N-Tropfen (Dihydrocodeinthiocyanat). Teofarma S.r.l.. Stand 06/2015. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan Hartkapseln (Version 3). ratiopharm GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Silomat Hustenstiller Pentoxyverin 1,35 mg/ml Saft, Lösung zum Einnehmen (016387-R935). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Acetylcystein. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Ambroxol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Efeu. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Codein. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Dextromethorphan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Noscapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Behandlung bei akuter Bronchitis. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.03.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Codein: Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von codeinhaltigen Arzneimitteln zur Behandlung von Husten bei Kindern und Jugendlichen, Bescheid im Stufenplanverfahren vom 17.06.2015 (Umsetzung des CMDh-Beschlusses vom 22.04.2015). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 27.09.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation NAC-ratiopharm akut 600 mg Hustenlöser Brausetabletten (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Schleimlöser und Hustenstiller?
Hustenlöser (Expektorantien) sollen die Schleimbildung in den Bronchien fördern oder zähen Schleim verflüssigen, damit er sich leichter abhusten lässt. Hustenstiller (Antitussiva) unterdrücken dagegen den Hustenreiz. Laut IQWiG sind Hustenlöser (wenn überhaupt) nur sinnvoll, wenn der Schleim auch abgehustet werden kann, Hustenstiller nur bei starkem, trockenem Reizhusten.
Darf ich Schleimlöser und Hustenstiller zusammen nehmen?
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Laut den Fachinformationen von Acetylcystein, Ambroxol und Dextromethorphan kann bei der Kombination wegen des eingeschränkten Hustenreflexes ein gefährlicher Sekretstau entstehen. Laut den Fachinformationen von Acetylcystein und Ambroxol sollte die Entscheidung für diese Kombination deshalb besonders sorgfältig getroffen werden. Die Fachinformation von Pentoxyverin beschreibt eine kombinierte Anwendung mit Schleimlöser am Tag und Hustenstiller in der Nacht, bei viel Schleim aber nur nach sorgfältiger Abwägung.
Ab welchem Alter dürfen Kinder Hustenmittel bekommen?
Das hängt vom Wirkstoff und vom Präparat ab; maßgeblich ist die Packungsbeilage. Codein ist für Kinder unter 12 Jahren gegenanzeigt, Dihydrocodein für Kinder unter 4 Jahren, Pentoxyverin für Kinder in den ersten zwei Lebensjahren und Acetylcystein für Kinder unter 2 Jahren. Hochdosierte Präparate wie Acetylcystein-Brausetabletten mit 600 mg oder Dextromethorphan-Hartkapseln haben höhere Altersgrenzen. Fragen Sie bei Kindern immer in der Kinderarztpraxis oder Apotheke nach.
Machen Hustenstiller abhängig?
Bei Codein und Dihydrocodein können sich laut Fachinformation bei wiederholter oder längerer Anwendung Toleranz sowie körperliche und seelische Abhängigkeit entwickeln. Auch Dextromethorphan hat laut Fachinformation ein geringes Abhängigkeitspotenzial; Missbrauch und Abhängigkeit wurden berichtet, Vorsicht gilt besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Für Pentoxyverin wurden laut Fachinformation keine Abhängigkeits- oder Entzugssymptome beobachtet, für Noscapin bisher kein Suchtpotenzial.
Darf ich nach einem Hustenstiller Auto fahren?
Vorsicht: Codein, Dihydrocodein, Dextromethorphan, Noscapin und Pentoxyverin können laut ihren Fachinformationen das Reaktionsvermögen so beeinträchtigen, dass die Fahrtüchtigkeit leidet, besonders zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln. Bei Acetylcystein, Ambroxol, Efeublätter- und Cineol-Präparaten sind laut Packungsbeilage keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich; Myrtol hat laut Fachinformation keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss. Klären Sie im Zweifel mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, ob Sie fahren können.
Welche Hustenmittel sind in der Schwangerschaft möglich?
Das klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Embryotox können Acetylcystein und Ambroxol auch in der Schwangerschaft verwendet werden, wenn Inhalationen und ausreichendes Trinken nicht genügen. Bei Efeublätter-Extrakt sollten laut Embryotox zunächst die besser untersuchten Wirkstoffe Acetylcystein, Ambroxol oder Bromhexin angewandt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Pentoxyverin darf laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Wann sollte ich mit Husten zur Ärztin oder zum Arzt?
Laut den Fachinformationen von Codein, Noscapin und Pentoxyverin soll ein Husten, der länger als 2 Wochen anhält, ärztlich abgeklärt werden. Bei Schleimlösern nennen die Packungsbeilagen kürzere Fristen, etwa 4 bis 5 Tage bei Acetylcystein und Ambroxol oder eine Woche bei Efeu- und Cineol-Präparaten. Umgehend ärztlichen Rat brauchen Sie laut Fachinformation von Myrtol bei Atemnot, Fieber sowie eitrigem oder blutigem Auswurf.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Wirkstoffgruppen MuskelrelaxanzienMuskelrelaxanzien senken eine erhöhte Muskelspannung, etwa bei Verspannungen oder Spastik.
-
Wirkstoffgruppen Hautmittel (Psoriasis, Neurodermitis, Wunden, Warzen, Antiseptika)Hautmittel behandeln Wunden, Infektionen der Haut, Akne und Neurodermitis.
-
Wirkstoffgruppen Abführmittel und Mittel gegen DurchfallAbführmittel lösen Verstopfung, Loperamid bremst bei Durchfall den Darm.
-
Impfungen Hepatitis-B-Impfung: Nebenwirkungen und ReaktionenDie Fachinformationen der Hepatitis-B-Impfstoffe nennen je Impfstoff unterschiedliche Nebenwirkungen.