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Pentoxyverin: Nebenwirkungen und Wirkung

Pentoxyverin ist ein rezeptfreies, zentral wirkendes Hustenmittel zur symptomatischen Behandlung von Reizhusten. Es ist als Saft und als Tropfen für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren erhältlich. Häufig sind Oberbauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, gelegentlich Schläfrigkeit und Müdigkeit. Sehr selten treten insbesondere bei Kleinkindern Krampfanfälle und eine verminderte Atemtätigkeit auf; Kleinkinder sind nach der Einnahme deshalb sorgfältig zu beobachten.

Mann in den Vierzigern sitzt abends unter einer Wolldecke auf dem Sofa und hustet in die Armbeuge, neben ihm eine Tasse Kräutertee
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Oberbauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Pentoxyverin eingesetzt?

Pentoxyverin ist ein Arzneimittel zur symptomatischen Behandlung des Reizhustens, also ein hustenstillendes Mittel (Antitussivum) [1, 2]. Es gehört zu den Husten- und Bronchitismitteln und ist als Saft und als Tropfen zum Einnehmen für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren erhältlich [1, 3]. Mehr zu den Ursachen von Husten lesen Sie auf der Seite Husten.

Pentoxyverin ist ohne Rezept in der Apotheke erhältlich (apothekenpflichtig) [2, 4]. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage des Silomat Pentoxyverin Safts (Stand März 2022) und die Fachinformation zu Silomat Hustenstiller Pentoxyverin 1,35 mg/ml Saft (Stand Mai 2025); beide enthalten je ml 2,13 mg Pentoxyverincitrat, entsprechend 1,35 mg Pentoxyverin [1, 2]. Für die Tropfen gilt eine eigene Packungsbeilage [3].

Wie wirkt Pentoxyverin?

Laut Fachinformation ist Pentoxyverin ein nicht narkotisches, zentral wirkendes Hustenmittel mit einer spezifischen Wirkung auf den Hustenreflex: Es verringert die Überstimulierung des Hustenzentrums. Beschrieben sind außerdem eine geringe örtlich betäubende Wirkung auf Zunge und Rachen, eine leichte bronchienerweiternde Wirkung sowie leichte krampflösende und anticholinerge Eigenschaften [2]. Im Vergleich zu Codein wurde keine Verringerung des Atemvolumens beobachtet; Abhängigkeits- oder Entzugssymptome wurden nicht beobachtet [2].

Nach dem Einnehmen setzt die hustenstillende Wirkung nach 10 bis 20 Minuten ein und hält 4 bis 6 Stunden an. Die höchste Konzentration im Blut wird innerhalb von 2 Stunden erreicht, die Eliminationshalbwertszeit liegt bei Erwachsenen bei 2 Stunden (im Mittel 2,3 Stunden). Laut Laboruntersuchungen wird Pentoxyverin hauptsächlich über das Enzym CYP2D6 abgebaut; bei Neugeborenen scheint die Ausscheidung stark verzögert abzulaufen [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die Packungsbeilage und Fachinformation mit Häufigkeit angeben; beide stimmen in den Häufigkeitsklassen überein. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten sind Beschwerden im Magen-Darm-Bereich: Oberbauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Gelegentlich kommt es zu Schläfrigkeit und Müdigkeit mit Erschöpfung [1, 2]. Sehr selten sind Krampfanfälle und eine Verminderung der Atemtätigkeit, beides insbesondere bei Kleinkindern, sowie Überempfindlichkeitsreaktionen, auch schwere Formen (anaphylaktische Reaktionen) [1, 2]. Die im Saft enthaltenen Bestandteile Methyl- und Propyl-4-hydroxybenzoat können Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen, auch mit zeitlicher Verzögerung, und Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen [1]. Mehr dazu auf den Seiten Magenbeschwerden und Müdigkeit.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit mit Erschöpfung (Fatigue)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • NervensystemKrampfanfälle, insbesondere bei Kleinkindern[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • AtemwegeAtemnot, meistens im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen berichtet[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • AtemwegeVerminderung der Atemtätigkeit (Atemdepression), insbesondere bei Kleinkindern[1, 2]
  • HautSchwellungen im Kopf-Hals-Bereich (angioneurotisches Ödem), Ausschlag (Exanthem), Nesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHautausschlagNesselsucht
  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen, auch schwere Formen (anaphylaktische Reaktionen)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wegen des sehr seltenen Auftretens von Krampfanfällen und Atemdepression bei Kleinkindern sind diese laut Fachinformation während der Behandlung besonders sorgfältig zu beobachten [2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Sechzigern ruht mit halb geschlossenen Augen in einem Sessel am Fenster, neben ihr ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Magen-Darm-Beschwerden: Oberbauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sind häufig [1, 2]. Der Saft enthält Sorbitol, das Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen und leicht abführend wirken kann [1]. Halten die Beschwerden an oder belasten sie Sie, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Mehr dazu auf der Seite Übelkeit.

Schläfrigkeit und Müdigkeit: Pentoxyverin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gelegentlich müde machen. Weil Müdigkeit das Reaktionsvermögen verändern kann, kann die Fähigkeit zum Autofahren oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein [1, 2]. Verzichten Sie auf Alkohol und nehmen Sie keine Beruhigungs- oder Schlafmittel zusammen mit Pentoxyverin [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Kleinkinder: Beobachten Sie Kleinkinder nach der Einnahme sorgfältig, weil in Einzelfällen Krampfanfälle und eine Verminderung der Atemtätigkeit gesehen wurden [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Arzneimittel, die dämpfend auf Gehirn und Psyche wirken, etwa Beruhigungs- und Schlafmittel, sollen nicht zusammen mit Pentoxyverin angewendet werden, weil sich die bewusstseinsvermindernde und atmungsvermindernde Wirkung verstärken kann [1, 2]. Alkohol vermindert zusammen mit Pentoxyverin die psychomotorische Leistungsfähigkeit laut Fachinformation stärker, als aufgrund der Einzelwirkungen zu erwarten wäre [2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Wechselwirkungen von Pentoxyverin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Arzneimittel, die dämpfend auf Gehirn und Psyche wirken (z. B. Beruhigungs- und Schlafmittel)Die bewusstseinsvermindernde (sedierende) und atmungsvermindernde (atemdepressive) Wirkung kann sich verstärken[1, 2]Laut Packungsbeilage sollen sie nicht zusammen mit Pentoxyverin angewendet werden
AlkoholBeeinträchtigt zusammen mit Pentoxyverin das Reaktionsvermögen erheblich; laut Fachinformation sinkt die psychomotorische Leistungsfähigkeit stärker, als aufgrund der Einzelwirkungen zu erwarten wäre[1, 2]Keinen Alkohol trinken
Arzneimittel, die wie Pentoxyverin hauptsächlich über das Enzym CYP2D6 abgebaut werden, sowie Mittel, die dieses Enzym hemmen oder anregenWechselwirkungen können vorkommen; laut Packungsbeilage sind sie bei Mitteln, die ebenfalls über CYP2D6 abgebaut werden, wahrscheinlich klinisch nicht relevant; welchen Einfluss Mittel, die CYP2D6 anregen, auf den Abbau von Pentoxyverin haben, ist laut Fachinformation nicht bekannt[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle angewendeten Arzneimittel informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Pentoxyverin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Pentoxyverin dürfen Sie nicht einnehmen bei gestörter Atmung, einer Dämpfung des zentralen Nervensystems, Funktionsstörungen der Leber, in Schwangerschaft und Stillzeit und bei Kindern unter 2 Jahren [1, 2]. Bei Husten mit erheblicher Schleimbildung, erhöhtem Augeninnendruck oder einer vergrößerten Prostata sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Bei trockenem asthmatischem Husten trotz ärztlich verordneter Asthma-Behandlung wenden Sie Pentoxyverin nur auf Anraten Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes an, bei einer Nierenerkrankung nehmen Sie es nur auf ärztliche Anweisung ein [1]. Für ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion liegen keine ausreichenden Daten vor [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Pentoxyverin, Methyl-4-hydroxybenzoat, Propyl-4-hydroxybenzoat, Benzylalkohol oder einen der sonstigen Bestandteile des Safts[1, 2]
  • Gestörte Atmung (Ateminsuffizienz) oder Dämpfung des zentralen Nervensystems[1, 2]
  • Funktionsstörungen der Leber (Leberinsuffizienz)[1, 2]
  • Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
  • Kinder in den ersten zwei Lebensjahren (unter 2 Jahren)[1, 2]
  • Erbliche Fructoseintoleranz (HFI): Der Saft enthält Sorbitol; laut Fachinformation dürfen Betroffene ihn nicht einnehmen[2]

Besondere Vorsicht bei

  • Husten mit erheblicher Schleimbildung: ein hustenstillendes Mittel nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke, weil eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Hustenreizen dann unerwünscht sein kann[1, 2]
  • Trockener asthmatischer Husten trotz ärztlich verordneter Standardbehandlung: Pentoxyverin nur auf Anraten der Ärztin oder des Arztes zusätzlich und kurzfristig[1, 2]
  • Funktionsstörungen der Nieren und ältere Menschen: Es liegen keine ausreichenden Daten vor; bei einer Nierenerkrankung nur auf ärztliche Anweisung einnehmen (Saft und Tropfen enthalten Propylenglycol)[1, 2, 3]
  • Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) oder gutartige Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie)[1, 2]
  • Kleinkinder: Wegen sehr seltener Krampfanfälle und Atemdepression während der Behandlung besonders sorgfältig beobachten[1, 2]
  • Kinder unter 5 Jahren: Der Saft enthält Propylenglycol; vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen, besonders wenn das Kind gleichzeitig andere Arzneimittel mit Propylenglycol oder Alkohol erhält[1]
  • Kinder unter 3 Jahren: Wegen des enthaltenen Benzylalkohols den Saft nicht länger als eine Woche anwenden, außer auf Anraten von Ärztin, Arzt oder Apotheke[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Der Saft enthält Sorbitol (3.150 mg pro 15 ml); Sorbitol kann Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen und leicht abführend wirken[1]
  • Methyl-4-hydroxybenzoat und Propyl-4-hydroxybenzoat im Saft können Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen, auch mit zeitlicher Verzögerung; Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alkohol, Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. In Schwangerschaft und Stillzeit darf Pentoxyverin nicht eingenommen werden; fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, was Sie stattdessen tun können [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Pentoxyverin darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, weil hierfür keine genügenden Erfahrungen vorliegen. Bei versehentlicher Einnahme in der Schwangerschaft sind keine schädigenden Einflüsse auf das Ungeborene zu erwarten; trotzdem sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Pentoxyverin geht in die Muttermilch über. Wegen des Risikos unerwünschter Wirkungen beim Säugling darf es in der Stillzeit nicht eingenommen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Einnahme keinen Alkohol: Zusammen mit Pentoxyverin beeinträchtigt er das Reaktionsvermögen erheblich.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Pentoxyverin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gelegentlich zu Müdigkeit führen. Weil Müdigkeit das Reaktionsvermögen verändern kann, ist es möglich, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist.[1, 2]

Einnahme

Saft: mit der beiliegenden Messpipette (für Mengen bis 5 ml) oder dem Messbecher (ab 5 ml) abmessen und unverdünnt oder mit etwas Flüssigkeit einnehmen. Bei Kindern die Einzelgaben gleichmäßig über den Tag verteilen. Pipette und Messbecher nach der Anwendung mit warmem Wasser reinigen. Nach Anbruch ist der Saft 6 Monate haltbar.[1]

Tropfen: mit Hilfe eines Löffels unverdünnt oder mit etwas Flüssigkeit einnehmen; die Flasche beim Tropfen stets senkrecht halten.[3]

Einnahme vergessen oder zu wenig eingenommen: zum nächsten Zeitpunkt wie in der Dosierungsanleitung beschrieben fortfahren.[1, 3]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Saft laut Packungsbeilage: Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren (sowie Kinder über 60 kg) 3- bis 4-mal täglich je 15 ml (entsprechend 60 bis 80 mg Pentoxyverin täglich); bei Bedarf insgesamt bis zu 90 ml Saft täglich (entsprechend 120 mg Pentoxyverin), über den Tag verteilt. Für Kinder von 2 bis 13 Jahren gelten Tagesmengen nach Körpergewicht. Ohne Zustimmung der Ärztin oder des Arztes nicht länger als 2 Wochen einnehmen.[1]

Laut Fachinformation beträgt die Tagesmaximaldosis bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren 120 mg Pentoxyverin. Bei Kindern von 6 bis 13 Jahren beträgt die Tagesdosis 1 bis 2 mg Pentoxyverin je kg Körpergewicht. Bei Kindern von 2 bis 5 Jahren beträgt die Tagesdosis 0,5 bis 1 mg Pentoxyverin je kg Körpergewicht; diese Dosis soll nicht überschritten werden.[2]

Überdosierung

Bei Einnahme erheblich zu hoher Mengen kommt es zu Beschwerden von Nervensystem und Magen-Darm-Trakt wie verminderter Atemantrieb, Benommenheit und Erbrechen sowie zu anticholinergen Wirkungen wie Harnverhalt, erhöhtem Augeninnendruck, beschleunigtem Herzschlag, verschwommenem Sehen, Erregtheit und Halluzinationen. Rufen Sie dann die nächste erreichbare Ärztin oder den nächsten erreichbaren Arzt zu Hilfe; laut Fachinformation müssen die Lebensfunktionen intensivmedizinisch überwacht werden.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilagen des Safts und der Tropfen nennen die Einnahmemengen für Kinder nach Körpergewicht und für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats [1, 3].

Einnahme und Absetzen

Den Saft messen Sie mit der beiliegenden Messpipette (für Mengen bis 5 ml) oder dem Messbecher (ab 5 ml) ab und nehmen ihn unverdünnt oder mit etwas Flüssigkeit ein; bei Kindern werden die Einzelgaben gleichmäßig über den Tag verteilt [1]. Die Tropfen nehmen Sie mit einem Löffel unverdünnt oder mit etwas Flüssigkeit ein und halten die Flasche beim Tropfen senkrecht [3]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, machen Sie zum nächsten Zeitpunkt wie in der Dosierungsanleitung beschrieben weiter [1, 3].

Ohne Zustimmung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes nehmen Sie Pentoxyverin nicht länger als 2 Wochen ein; hält der Husten länger an, muss die Ursache ärztlich abgeklärt werden [1, 3]. Bei Kleinkindern unter 3 Jahren soll der Saft wegen des enthaltenen Benzylalkohols nicht länger als eine Woche angewendet werden, außer auf ärztlichen oder pharmazeutischen Rat [1]. Hinweise für Eltern gibt der Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Präparate mit Pentoxyverin

Pentoxyverin gibt es als Saft und als Tropfen zum Einnehmen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation des Silomat Pentoxyverin Safts; für die Tropfen und für Präparate anderer Marken gelten eigene Packungsbeilagen [1, 2, 3].

Präparate mit Pentoxyverin
PräparatAnbieterHinweis
Silomat Hustenstiller Pentoxyverin 1,35 mg/ml SaftSTADA Consumer Health Deutschland GmbHSaft mit 2,13 mg Pentoxyverincitrat je ml für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren; Grundlage dieser Seite
Silomat Hustenstiller Pentoxyverin 19 mg/ml TropfenSTADA Consumer Health Deutschland GmbHTropfen zum Einnehmen für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren; eigene Packungsbeilage
Sedotussin HustenstillerSTADA Consumer Health Deutschland GmbHeigene Packungsbeilage

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Silomat gegen Reizhusten Pentoxyverin Saft, 2,13 mg/ml Lösung zum Einnehmen (9302570 2207). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Silomat Hustenstiller Pentoxyverin 1,35 mg/ml Saft, Lösung zum Einnehmen (016387-R935). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Silomat Hustenstiller Pentoxyverin 19 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung (9353046). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1 (Pentoxyverin nicht aufgeführt). Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Ab welchem Alter darf man Pentoxyverin nehmen?

Saft und Tropfen mit Pentoxyverin sind für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren bestimmt; Kinder in den ersten zwei Lebensjahren dürfen Pentoxyverin nicht einnehmen. Weil insbesondere bei Kleinkindern in Einzelfällen Krampfanfälle und eine Verminderung der Atemtätigkeit beobachtet wurden, sind Kleinkinder nach der Einnahme sorgfältig zu beobachten. Wegen des enthaltenen Benzylalkohols soll der Saft bei Kindern unter 3 Jahren nicht länger als eine Woche angewendet werden, außer auf ärztlichen oder pharmazeutischen Rat.

Wie viel Pentoxyverin darf ich am Tag nehmen?

Laut Packungsbeilage des Safts nehmen Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren 3- bis 4-mal täglich je 15 ml (entsprechend 60 bis 80 mg Pentoxyverin täglich); bei Bedarf kann die Menge auf bis zu 90 ml Saft täglich (entsprechend 120 mg Pentoxyverin) über den Tag verteilt gesteigert werden. Kinder nehmen den Saft nach Körpergewicht ein, die Mengen stehen im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Dort stehen auch die Angaben in Tropfen aus der Packungsbeilage der Tropfen.

Wie lange darf ich Pentoxyverin nehmen?

Ohne Zustimmung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes nehmen Sie Pentoxyverin laut Packungsbeilage nicht länger als 2 Wochen ein. Hält der Husten länger als 2 Wochen an, muss die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Fühlen Sie sich innerhalb von 2 Wochen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich ebenfalls an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Hilft Pentoxyverin auch bei Husten mit Schleim?

Pentoxyverin ist zur Behandlung von Reizhusten zugelassen. Bei Husten mit erheblicher Schleimbildung sollten Sie ein hustenstillendes Mittel laut Packungsbeilage nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke anwenden, weil eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Hustenreizen dann unerwünscht sein kann.

Macht Pentoxyverin müde?

Schläfrigkeit und Müdigkeit mit Erschöpfung gehören zu den gelegentlichen Nebenwirkungen (bis zu 1 von 100 Behandelten). Weil Müdigkeit das Reaktionsvermögen verändern kann, kann die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein. Alkohol beeinträchtigt zusammen mit Pentoxyverin das Reaktionsvermögen erheblich.

Darf ich Pentoxyverin mit Alkohol oder Schlafmitteln kombinieren?

Nein. Laut Packungsbeilage sollen Sie während der Einnahme keinen Alkohol trinken, weil er zusammen mit Pentoxyverin das Reaktionsvermögen erheblich beeinträchtigt. Arzneimittel, die dämpfend auf Gehirn und Psyche wirken, etwa Beruhigungs- und Schlafmittel, sollen nicht zusammen mit Pentoxyverin angewendet werden, weil sich die bewusstseinsvermindernde und atmungsvermindernde Wirkung verstärken kann.

Darf ich Pentoxyverin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Nein. In der Schwangerschaft darf Pentoxyverin nicht eingenommen werden, weil keine genügenden Erfahrungen vorliegen. Nach versehentlicher Einnahme sind laut Packungsbeilage keine schädigenden Einflüsse auf das Ungeborene zu erwarten; die Behandlung sollte aber sofort abgebrochen werden. Pentoxyverin geht in die Muttermilch über und darf wegen des Risikos unerwünschter Wirkungen beim Säugling in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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