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Etanercept: Nebenwirkungen und Wirkung
Etanercept ist ein verschreibungspflichtiger TNF-Blocker, der unter die Haut gespritzt wird; das Originalpräparat heißt Enbrel. Angewendet wird es bei rheumatoider Arthritis, juveniler idiopathischer Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew und axialer Spondyloarthritis sowie Plaque-Psoriasis. Sehr häufig sind Infektionen, Reaktionen an der Einstichstelle und Kopfschmerzen. Weil Infektionen einschließlich Tuberkulose leichter auftreten können, wird vor Beginn auf Tuberkulose und Hepatitis B getestet; bei Zeichen einer schwerwiegenden Infektion oder allergischen Reaktion holen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Infektionen, einschließlich Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis, Harnwegs- und Hautinfektionen[1, 2]
- Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle wie Blutung, Bluterguss, Rötung, Juckreiz, Schmerzen und Schwellung; sie treten nach dem ersten Behandlungsmonat nicht mehr so häufig auf, manche Behandelte reagierten auch an einer kurz zuvor verwendeten Einstichstelle[1, 2]
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Allergische Reaktionen[1, 2]
- Häufig: Fieber[1, 2]
- Häufig: Hautausschlag[1, 2]
- Häufig: Juckreiz[1, 2]
- Häufig: Gegen körpereigenes Gewebe gerichtete Antikörper (Bildung von Autoantikörpern)[1, 2]
Wofür wird Etanercept eingesetzt?
Etanercept ist ein verschreibungspflichtiges biologisches Arzneimittel aus der Gruppe der TNF-Blocker; das Originalpräparat heißt Enbrel [1, 2]. Erwachsene erhalten es bei mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis, schwerer axialer Spondyloarthritis einschließlich Morbus Bechterew und mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, laut Packungsbeilage gewöhnlich dann, wenn andere verbreitete Behandlungen nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht geeignet sind [1]. Bei rheumatoider Arthritis wird es in der Regel zusammen mit Methotrexat angewendet; ist Methotrexat nicht geeignet, wird es allein gegeben [1, 2].
Bei Kindern und Jugendlichen ist Etanercept für bestimmte Formen der juvenilen idiopathischen Arthritis zugelassen: Polyarthritis und erweiterte Oligoarthritis ab 2 Jahren sowie Psoriasis-Arthritis und Enthesitis-assoziierte Arthritis ab 12 Jahren. Außerdem wird es bei schwerer Psoriasis ab 6 Jahren eingesetzt, wenn eine Lichttherapie oder eine andere Behandlung des ganzen Körpers nicht ausreichend gewirkt hat [1, 2]. Laut Fachinformation wird die Behandlung von einer Fachärztin oder einem Facharzt mit Erfahrung in diesen Erkrankungen eingeleitet und überwacht [2]. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wie wirkt Etanercept?
Etanercept wird aus zwei menschlichen Eiweißen hergestellt. Es blockiert die Aktivität eines Eiweißes im Körper, das Entzündungen auslöst, und verringert so die Entzündung bei bestimmten Krankheiten [1]. Dieses Eiweiß ist der Botenstoff Tumornekrosefaktor (TNF): Laut Fachinformation ist er ein vorherrschender Botenstoff im Entzündungsgeschehen der rheumatoiden Arthritis und in erhöhter Menge auch bei Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew und in Psoriasis-Herden zu finden. Etanercept besteht aus einem Teil des menschlichen TNF-Rezeptors und einem Teil eines menschlichen Antikörpers. Es fängt TNF ab, bevor er an seine Rezeptoren auf den Zellen binden kann, und macht ihn dadurch unwirksam [2].
Laut Fachinformation kann eine Behandlung mit TNF-Blockern die körpereigene Abwehr gegen Infektionen und Krebserkrankungen beeinflussen, weil TNF an Entzündungsvorgängen und Immunreaktionen beteiligt ist [2]. Nach einer Injektion unter die Haut ist die höchste Konzentration im Blut nach ungefähr 48 Stunden erreicht; die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt bei etwa 70 Stunden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation betreffen schwerwiegende Infektionen weniger als 1 von 100 Behandelten; berichtet wurden auch Infektionen und Blutvergiftungen mit tödlichem oder lebensbedrohlichem Verlauf [2]. Reaktionen an der Einstichstelle traten in Studien bei Menschen mit rheumatischen Erkrankungen bei 36 Prozent der Behandelten auf, unter einem Scheinmedikament bei 9 Prozent; sie begannen gewöhnlich im ersten Behandlungsmonat und gingen im Mittel nach etwa 3 bis 5 Tagen zurück [2]. Bei Kindern und Jugendlichen sind Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen laut Packungsbeilage ähnlich wie bei Erwachsenen [1]. Mehr dazu lesen Sie unter Infektanfälligkeit durch Medikamente.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenInfektionen, einschließlich Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis, Harnwegs- und Hautinfektionen[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Allgemeine BeschwerdenReaktionen an der Injektionsstelle wie Blutung, Bluterguss, Rötung, Juckreiz, Schmerzen und Schwellung; sie treten nach dem ersten Behandlungsmonat nicht mehr so häufig auf, manche Behandelte reagierten auch an einer kurz zuvor verwendeten Einstichstelle[1, 2]Mehr dazu: JuckreizBlutungen und blaue Flecken
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
- HautHautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautJuckreiz[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- ImmunsystemGegen körpereigenes Gewebe gerichtete Antikörper (Bildung von Autoantikörpern)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenSchwerwiegende Infektionen, einschließlich Lungenentzündung, Wundrose, Gelenkinfektionen, Blutinfektion (Sepsis) und Infektionen an unterschiedlichen Stellen; laut Fachinformation auch parasitäre Infektionen[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- HerzVerschlechterung einer Herzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz)[1, 2]Mehr dazu: Herzschwäche
- Blut und LymphsystemVerminderte Anzahl roter Blutkörperchen, weißer Blutkörperchen, der Neutrophilen (einer Art weißer Blutkörperchen) und der Blutplättchen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Gutartige und bösartige NeubildungenHautkrebs, ausgenommen Melanome (laut Fachinformation nicht melanozytärer Hautkrebs)[1, 2]
- HautLokal begrenzte Hautschwellung (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- HautNesselsucht (erhabene rote oder blasse, häufig juckende Hautflecken)[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtJuckreiz
- AugenAugenentzündung (laut Fachinformation Uveitis, Skleritis)[1, 2]
- HautNeu auftretende oder sich verschlechternde Schuppenflechte (Psoriasis); laut Fachinformation auch pustulöse Formen, vor allem an Handflächen und Fußsohlen, und psoriasisartiger Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Schuppenflechte
- ImmunsystemEntzündung der Blutgefäße mit Auswirkung auf mehrere Organe (Vaskulitis)[1, 2]
- Leber und GalleErhöhte Leberwerte; bei gleichzeitiger Behandlung mit Methotrexat eine häufige Nebenwirkung[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Magen und DarmBauchkrämpfe und Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl als Anzeichen für Darmerkrankungen (laut Fachinformation entzündliche Darmerkrankungen)[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenDurchfallGewichtsabnahme
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwerwiegende allergische Reaktionen, einschließlich schwerer lokal begrenzter Hautschwellung und pfeifendem Atmen (laut Fachinformation auch anaphylaktische Reaktionen und Verkrampfung der Bronchien)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- Gutartige und bösartige NeubildungenLymphom (eine Art von Blutkrebs)[1, 2]
- Gutartige und bösartige NeubildungenLeukämie (Krebs, der Blut und Knochenmark betrifft)[1, 2]
- Gutartige und bösartige NeubildungenMelanom (eine Form von Hautkrebs)[1, 2]
- Blut und LymphsystemGleichzeitige Verminderung der Blutplättchen sowie der roten und weißen Blutkörperchen (Panzytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- NervensystemErkrankungen des Nervensystems mit schwerer Muskelschwäche und Beschwerden wie bei Multipler Sklerose, Sehnervenentzündung oder Entzündung des Rückenmarks; laut Fachinformation auch Erkrankungen der Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark (periphere demyelinisierende Ereignisse) wie das Guillain-Barré-Syndrom[1, 2]Mehr dazu: SehstörungenMuskelschwäche
- InfektionenTuberkulose; laut Fachinformation auch Infektionen bei geschwächter Abwehr (opportunistische Infektionen) durch Pilze, Protozoen, Bakterien, atypische Mykobakterien und Viren sowie Legionellose[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitPilzinfektionen
- HerzNeu auftretende Herzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz)[1, 2]Mehr dazu: Herzschwäche
- NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- Muskeln, Knochen und GelenkeLupus oder Lupus-ähnliches Syndrom mit Beschwerden wie anhaltendem Ausschlag, Fieber, Gelenkschmerzen und Müdigkeit; laut Fachinformation auch kutaner und subakuter kutaner Lupus erythematodes[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagFieberGelenkschmerzenMüdigkeit
- HautHautausschlag, der zu schwerer Blasenbildung und Hautabschälung führen kann (laut Fachinformation Stevens-Johnson-Syndrom und Erythema multiforme)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- HautFlechtenartige (lichenoide) Reaktionen: juckender, rötlich bis purpurroter Hautausschlag und/oder fadenförmige weißlich-graue Linien auf Schleimhäuten[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
- HautLaut Fachinformation Entzündung kleiner Blutgefäße der Haut (kutane Vaskulitis, einschließlich Hypersensibilitätsvaskulitis)[2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Leber und GalleLeberentzündung, die durch das körpereigene Immunsystem verursacht wird (Autoimmunhepatitis); bei gleichzeitiger Behandlung mit Methotrexat gelegentlich[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- ImmunsystemErkrankung des Immunsystems mit möglichen Auswirkungen auf Lunge, Haut und Lymphknoten (Sarkoidose)[1, 2]
- AtemwegeEntzündung oder Vernarbung der Lunge (laut Fachinformation interstitielle Lungenerkrankung einschließlich Pneumonitis und Lungenfibrose); bei gleichzeitiger Behandlung mit Methotrexat gelegentlich[1, 2]
- Nieren und HarnwegeSchädigung der winzigen Filter in den Nieren mit Verschlechterung der Nierenfunktion (Glomerulonephritis)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemFunktionsstörung des Knochenmarks bei der Bildung wichtiger Blutzellen (laut Fachinformation aplastische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HautLaut Fachinformation schwere Hautreaktion mit großflächiger Ablösung der Haut (toxische epidermale Nekrolyse)[2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Gutartige und bösartige NeubildungenMerkelzellkarzinom (eine Form von Hautkrebs)[1, 2]
- Gutartige und bösartige NeubildungenKaposi-Sarkom, eine seltene Krebserkrankung, die mit einer Infektion mit dem humanen Herpesvirus 8 zusammenhängt und am häufigsten als violette Hautveränderungen auftritt[1, 2]
- Blut und LymphsystemÜbermäßige Aktivierung weißer Blutkörperchen mit Entzündung (Makrophagen-Aktivierungs-Syndrom)[1, 2]
- InfektionenWiederauftreten einer Hepatitis B (einer Leberinfektion)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitLeberschäden und erhöhte Leberwerte
- ImmunsystemVerschlechterung einer Dermatomyositis (Muskelentzündung und -schwäche mit Hautveränderungen)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)MuskelschwächeHautausschlag
- InfektionenLaut Fachinformation Listeriose (eine bakterielle Infektion)[2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die schwerwiegenden Nebenwirkungen treten laut Packungsbeilage gelegentlich oder selten auf, einige können in seltenen Fällen tödlich verlaufen [1]. Laut Fachinformation wird die Behandlung bei einer schwerwiegenden Infektion abgebrochen, ebenso bei einer schwerwiegenden allergischen Reaktion; bestätigt sich eine Bluterkrankung, wird Etanercept abgesetzt [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Infektionen: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt umgehend, wenn Sie Fieber, Schüttelfrost oder Husten bekommen, und sagen Sie ihr oder ihm, wenn Sie kürzlich außerhalb Europas gereist sind [1]. Laut Fachinformation werden Behandelte vor, während und nach der Behandlung auf Infektionen untersucht; Menschen mit wiederkehrenden oder chronischen Infektionen oder Krankheiten wie schlecht eingestelltem Diabetes werden mit Vorsicht behandelt [2]. Besteht das Risiko einer Ansteckung mit Windpocken, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Einstichstelle: Reaktionen wie Rötung, Juckreiz, Schmerzen, Schwellung, Blutung oder Bluterguss an der Einstichstelle werden nach dem ersten Behandlungsmonat seltener [1]. Laut Fachinformation wurden die meisten nicht behandelt; behandelte Personen erhielten meist Präparate zum Auftragen wie Kortison oder Antihistaminika zum Einnehmen [2].
Haut und Blut: Melden Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Hautveränderungen oder Wucherungen [1]. Laut Fachinformation werden regelmäßige Hautuntersuchungen empfohlen, vor allem bei Risikofaktoren für Hautkrebs [2]. Anhaltendes Fieber, Halsentzündung, Blutergüsse, Blutungen oder Blässe können auf eine Bluterkrankung hinweisen; suchen Sie dann unverzüglich ärztliche Hilfe [1]. Mehr dazu lesen Sie unter Veränderungen des Blutbilds. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen, auch über nicht verschriebene [1]. Etanercept soll nicht zusammen mit Anakinra oder Abatacept angewendet werden [1]. Mit Sulfasalazin sank in einer Studie die mittlere Zahl der weißen Blutkörperchen [2]. Wenn Sie Diabetes haben, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob Sie während der Behandlung eine geringere Dosis Ihres Diabetesmittels brauchen; laut Fachinformation wurden Unterzuckerungen berichtet [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Anakinra oder Abatacept | Mehr schwerwiegende Infektionen (mit Anakinra auch Neutropenie) bzw. mehr schwerwiegende Nebenwirkungen, ohne zusätzlichen Nutzen[1, 2] | Nicht zusammen mit Etanercept anwenden |
| Sulfasalazin | In einer Studie sank die mittlere Zahl der weißen Blutkörperchen; die Bedeutung ist laut Fachinformation nicht bekannt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation Vorsicht bei der Kombination |
| Lebendimpfstoffe, zum Beispiel ein oraler Polioimpfstoff | Laut Fachinformation keine Daten zur Übertragung von Infektionen durch Lebendimpfstoffe[1, 2] | Nicht gleichzeitig mit Etanercept geben; vor jeder Impfung ärztlichen Rat einholen |
| Arzneimittel gegen Diabetes | Laut Fachinformation wurden nach Beginn der Behandlung Unterzuckerungen (Hypoglykämien) berichtet[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob eine geringere Dosis des Diabetesmittels nötig ist |
| Methotrexat | Bei rheumatoider Arthritis wird Etanercept in der Regel zusammen mit Methotrexat angewendet; erhöhte Leberwerte sind dann häufiger. Laut Fachinformation keine Wechselwirkungen; ein Anstieg der Infektionsrate durch die Kombination ist nicht ausgeschlossen[1, 2] | Welche Mittel Sie zusätzlich anwenden, entscheidet die Ärztin oder der Arzt |
| Kortison (Glukokortikoide), Salicylate außer Sulfasalazin, NSAR, Schmerzmittel, Digoxin oder Warfarin | Laut Fachinformation wurden keine Wechselwirkungen bzw. keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen festgestellt[2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Etanercept nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Bei einer Blutvergiftung (Sepsis), einem Sepsis-Risiko oder einer bestehenden Infektion darf Etanercept nicht angewendet werden [1, 2]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Tuberkulose, Hepatitis B oder Hepatitis C haben oder hatten, wenn Sie an Multipler Sklerose, einer Sehnerv- oder Rückenmarkentzündung, einer Herzschwäche oder einer Krebserkrankung leiden oder gelitten haben [1, 2]. Laut Fachinformation haben andere TNF-Blocker in Studien bei Multipler Sklerose die Krankheitsaktivität erhöht [2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Infektionen: Sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie wiederkehrende Infektionen hatten, Diabetes oder eine andere Krankheit mit erhöhtem Infektionsrisiko haben oder kürzlich außerhalb Europas gereist sind; bei einer neuen Infektion oder vor einer größeren Operation möchte sie oder er die Behandlung eventuell überwachen. Laut Fachinformation wird vor, während und nach der Behandlung auf Infektionen untersucht[1, 2]
- Tuberkulose: Sagen Sie, ob Sie jemals Tuberkulose hatten oder engen Kontakt zu einem Menschen mit Tuberkulose. Vor Beginn wird auf Tuberkulose untersucht, etwa mit Vorgeschichte, Röntgenaufnahme des Brustkorbs und Tuberkulintest; die Tests werden im Patientenpass vermerkt. Laut Fachinformation muss eine inaktive ("latente") Tuberkulose vor der ersten Gabe behandelt werden[1, 2]
- Hepatitis B: Sagen Sie, ob Sie Hepatitis B haben oder hatten; vor Beginn sollte ein Test erfolgen. Bei früherer Infektion kann die Erkrankung wieder aktiv werden, dann sollte die Behandlung beendet werden[1, 2]
- Hepatitis C: Sagen Sie, ob Sie Hepatitis C haben; verschlechtert sich die Infektion, möchte die Ärztin oder der Arzt die Behandlung eventuell überwachen. Laut Fachinformation wurde über eine Verschlechterung einer Hepatitis C berichtet; bei Hepatitis C in der Vorgeschichte muss Etanercept mit Vorsicht angewendet werden[1, 2]
- Multiple Sklerose, Sehnervenentzündung (Optikusneuritis) oder Entzündung des Rückenmarks (Querschnittsmyelitis): Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob die Behandlung geeignet ist[1, 2]
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) in der Vorgeschichte: Etanercept muss mit besonderer Vorsicht angewendet werden[1, 2]
- Krebs: Sagen Sie, ob Sie ein Lymphom oder einen anderen Krebs haben oder hatten. Kinder und Erwachsene unter Etanercept haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Lymphome oder andere Krebsarten; einige Kinder und Jugendliche unter Etanercept oder ähnlich wirkenden Mitteln bekamen Krebs, auch ungewöhnliche Arten, manchmal mit tödlichem Verlauf. Melden Sie Hautveränderungen oder Wucherungen; laut Fachinformation werden regelmäßige Hautuntersuchungen empfohlen[1, 2]
- Windpocken: Besteht während der Behandlung das Risiko einer Ansteckung, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet über vorbeugende Maßnahmen[1, 2]
- Latexallergie: Die Kanülenkappe der Fertigspritze besteht aus Latex (trockener Naturkautschuk); sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie oder die Person, die spritzt, empfindlich auf Latex reagieren[1, 2]
- Alkoholmissbrauch: Etanercept darf nicht zur Behandlung einer durch Alkohol verursachten Leberentzündung angewendet werden; sagen Sie es, wenn in Ihrer Vorgeschichte Alkoholmissbrauch bekannt ist[1, 2]
- Wegener-Granulomatose (eine seltene Entzündungskrankheit): Etanercept wird zu ihrer Behandlung nicht empfohlen[1, 2]
- Ältere Menschen: laut Fachinformation Vorsicht und besondere Aufmerksamkeit für Infektionen[2]
- Kinder: Möglichst alle Impfungen nach dem Impfplan vor Beginn; einige Impfstoffe wie ein oraler Polioimpfstoff dürfen während der Behandlung nicht gegeben werden. Bei Polyarthritis oder erweiterter Oligoarthritis unter 2 Jahren, bei Enthesitis-assoziierter Arthritis oder Psoriasis-Arthritis unter 12 Jahren und bei Psoriasis unter 6 Jahren sollte Etanercept im Allgemeinen nicht angewendet werden[1, 2]
- Patientenpass: Die Ärztin oder der Arzt gibt Ihnen einen Patientenpass mit wichtigen Sicherheitsinformationen für die Zeit vor und während der Behandlung[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol als Getränk enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise; Etanercept darf aber nicht zur Behandlung einer durch Alkohol verursachten Leberentzündung angewendet werden [1, 2]. Planen Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Haben Sie Etanercept in Schwangerschaft oder Stillzeit erhalten, informieren Sie vor jeder Impfung Ihres Babys die behandelnden Ärztinnen und Ärzte [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3].
Schwangerschaft
Etanercept sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist. Haben Sie es in der Schwangerschaft erhalten, kann Ihr Baby ein höheres Infektionsrisiko haben. In einer Studie traten mehr Geburtsfehler auf, wenn die Mutter Etanercept erhielt, ohne eine bestimmte Art von Geburtsfehler; in einer anderen Studie zeigte sich kein erhöhtes Risiko. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hilft Ihnen bei der Abwägung.[1, 2]
Laut Fachinformation sollten Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung und 3 Wochen danach eine geeignete Verhütung erwägen. Etanercept passiert die Plazenta und wurde im Blut von Säuglingen behandelter Mütter nachgewiesen; Lebendimpfstoffe werden diesen Säuglingen im Allgemeinen bis 16 Wochen nach der letzten Dosis der Mutter nicht empfohlen.[2]
Embryotox stuft Etanercept als Mittel mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen ein und schätzt den Erfahrungsumfang als hoch ein: Rund 1.000 ausgewertete Schwangerschaften ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Ab der 20. Schwangerschaftswoche gelangt Etanercept zum ungeborenen Kind, laut Embryotox aber weitaus weniger als die TNF-Blocker Adalimumab oder Infliximab. Eine vor der Schwangerschaft begonnene Behandlung darf fortgesetzt werden, wenn sie erforderlich ist; wird eine Behandlung mit einem TNF-Blocker in der Schwangerschaft neu begonnen, kommt laut Embryotox neben Certolizumab pegol auch Etanercept infrage. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie während der Behandlung stillen möchten, und informieren Sie vor jeder Impfung Ihres Babys dessen Ärztinnen und Ärzte über die Behandlung in Schwangerschaft und Stillzeit. Laut Fachinformation deuten begrenzte Informationen aus der veröffentlichten Literatur darauf hin, dass Etanercept in geringen Mengen in der Muttermilch gefunden wurde; eine Anwendung in der Stillzeit könnte nach Abwägung erwogen werden. Lebendimpfstoffe können bei gestillten Säuglingen 16 Wochen nach dem Ende des Stillens erwogen werden, früher, wenn im Blut des Säuglings kein Etanercept nachweisbar ist.[1, 2]
Laut Embryotox wurden bei gestillten Säuglingen bisher keine Nebenwirkungen beschrieben. Ist Etanercept nach sorgfältiger Prüfung möglicher Alternativen das geeignetste Medikament, ist Stillen laut Embryotox akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Es ist nicht zu erwarten, dass Etanercept die Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinflusst; laut Fachinformation hat es keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss.[1, 2]
Einnahme
Etanercept wird unter die Haut gespritzt, unabhängig von Essen und Trinken. Mischen Sie die Lösung nicht mit anderen Arzneimitteln. Nehmen Sie die Spritze 15 bis 30 Minuten vor der Injektion aus dem Kühlschrank, damit sie Raumtemperatur annimmt, und erwärmen Sie sie nicht auf andere Weise. Ein Tagebuch kann helfen, sich die Wochentage der Injektion zu merken.[1]
Dosis vergessen: Spritzen Sie sie, sobald es Ihnen auffällt, außer die nächste Dosis ist für den nächsten Tag geplant; dann lassen Sie die vergessene Dosis aus und machen an den üblichen Tagen weiter. Bemerken Sie den Fehler erst am Tag der nächsten Injektion, spritzen Sie keine doppelte Dosis.[1]
Absetzen
Nach dem Absetzen können die Beschwerden wieder auftreten. Die Ärztin oder der Arzt überwacht Sie eventuell auch nach dem Ende der Behandlung auf Infektionen. Laut Fachinformation wird bei rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis und axialer Spondyloarthritis ein Ansprechen gewöhnlich innerhalb von 12 Wochen erreicht; ohne Ansprechen in diesem Zeitraum sollte eine Fortführung sorgfältig abgewogen werden. Bei Plaque-Psoriasis sollte die Behandlung abgebrochen werden, wenn nach 12 Wochen kein Ansprechen erkennbar ist.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie mehr gespritzt als vorgesehen, zu viel auf einmal oder zu häufig, wenden Sie sich umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder die Apotheke und nehmen Sie den Umkarton mit, auch wenn er leer ist. Laut Fachinformation wurden in Studien bei rheumatoider Arthritis keine dosisbegrenzenden giftigen Wirkungen beobachtet; ein Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis für Erwachsene je Anwendungsgebiet und für Kinder und Jugendliche je Kilogramm Körpergewicht [1]. Die Fachinformation ergänzt, für welche Kinder die Fertigspritze geeignet ist, und Angaben zu älteren Menschen und zu Nieren- und Leberfunktion [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist [1].
Anwendung und Absetzen
Etanercept wird unter die Haut gespritzt, unabhängig von Essen und Trinken. Eine vollständige Anleitung zur Injektion steht im Abschnitt "Gebrauchsanweisung" der Packungsbeilage [1]. Nehmen Sie die Spritze 15 bis 30 Minuten vorher aus dem Kühlschrank, damit die Lösung Raumtemperatur annimmt, und erwärmen Sie sie nicht auf andere Weise [1]. Ein Tagebuch kann helfen, sich die Wochentage der Injektion zu merken. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gibt Ihnen einen Patientenpass mit wichtigen Sicherheitsinformationen [1].
Nach dem Absetzen können die Beschwerden wiederkommen; die Ärztin oder der Arzt überwacht Sie eventuell auch nach dem Ende der Behandlung auf Infektionen [1]. Steht eine größere Operation an, sagen Sie es vorher; die Ärztin oder der Arzt möchte die Behandlung dann eventuell überwachen [1]. Haben Sie zu viel gespritzt, wenden Sie sich umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder die Apotheke und nehmen Sie den Umkarton mit [1]. Telefonnummern für Notfälle finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Etanercept
Neben dem Originalpräparat Enbrel gibt es Biosimilars mit Etanercept, also biologische Nachfolgepräparate [3]. Enbrel ist als Fertigspritze oder Fertigpen in den Stärken 25 mg und 50 mg, als Patrone für ein Dosiergerät und als Pulver in den Stärken 10 mg und 25 mg erhältlich [2]. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Enbrel mit Stand November 2025, vor allem Packungsbeilage und Fachinformation der Fertigspritze [1, 2]. Laut Fachinformation müssen bei biologischen Arzneimitteln Name und Chargenbezeichnung des angewendeten Präparats dokumentiert werden [2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Benepali | Samsung Bioepis NL B.V. | Biosimilar |
| Enbrel | Pfizer Europe MA EEIG (in Deutschland: Pfizer Pharma GmbH) | Injektionslösung mit 25 mg oder 50 mg in einer Fertigspritze (Grundlage dieser Seite), außerdem Fertigpen, Patrone für ein Dosiergerät und Pulver mit 10 mg oder 25 mg; Originalpräparat |
| Erelzi | Sandoz GmbH | Biosimilar |
| Nepexto | Biosimilar Collaborations Ireland Limited | Biosimilar |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Enbrel (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Enbrel 25 mg/50 mg Injektionslösung in Fertigspritze. Pfizer Europe MA EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Enbrel (EPAR), Anhang I: Fachinformationen (Leitform Enbrel 25 mg/50 mg Injektionslösung in Fertigspritze), und Anhang II. Pfizer Europe MA EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Etanercept. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Etanercept am häufigsten?
Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) sind Infektionen wie Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis, Harnwegs- und Hautinfektionen, Reaktionen an der Einstichstelle und Kopfschmerzen. Häufig treten allergische Reaktionen, Fieber, Hautausschlag, Juckreiz und die Bildung von Autoantikörpern auf. Die Reaktionen an der Einstichstelle werden nach dem ersten Behandlungsmonat seltener.
Erhöht Etanercept das Risiko für Infektionen?
Infektionen gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; schwerwiegende Infektionen einschließlich Blutvergiftung sind gelegentlich, Tuberkulose ist selten. Laut Fachinformation kann eine Behandlung mit TNF-Blockern die körpereigene Abwehr gegen Infektionen beeinflussen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt umgehend, wenn Sie Fieber, Schüttelfrost oder Husten bekommen, und bei Zeichen einer schwerwiegenden Infektion unverzüglich.
Warum wird vor der Behandlung auf Tuberkulose und Hepatitis B getestet?
Unter Etanercept wurden Tuberkulosefälle berichtet, und bei Menschen mit früherer Hepatitis-B-Infektion kann die Erkrankung wieder aktiv werden. Vor Beginn wird deshalb auf Tuberkulose untersucht, etwa mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs und einem Tuberkulintest, und es sollte ein Hepatitis-B-Test erfolgen. Laut Fachinformation muss eine ruhende ("latente") Tuberkulose vor der ersten Gabe behandelt werden.
Erhöht Etanercept das Krebsrisiko?
Kinder und Erwachsene unter Etanercept haben laut Packungsbeilage möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Lymphome oder andere Krebsarten. Hautkrebs außer Melanomen ist eine gelegentliche, Lymphom, Leukämie und Melanom sind seltene Nebenwirkungen. Menschen mit schwerer, lange bestehender rheumatoider Arthritis haben möglicherweise schon von sich aus ein höheres Lymphomrisiko. Melden Sie Hautveränderungen oder Wucherungen; laut Fachinformation werden regelmäßige Hautuntersuchungen empfohlen.
Darf ich mich unter Etanercept impfen lassen?
Lebendimpfstoffe sollten laut Fachinformation nicht gleichzeitig mit Etanercept gegeben werden; bei Kindern darf zum Beispiel ein oraler Polioimpfstoff während der Behandlung nicht verabreicht werden. Bei Kindern sollten möglichst alle Impfungen nach dem Impfplan vor Beginn erfolgt sein. Haben Sie Etanercept in der Schwangerschaft erhalten, werden Ihrem Baby laut Fachinformation Lebendimpfstoffe im Allgemeinen bis 16 Wochen nach Ihrer letzten Dosis nicht empfohlen; informieren Sie vor jeder Impfung die Ärztinnen und Ärzte Ihres Babys über die Behandlung in Schwangerschaft und Stillzeit. Fragen Sie vor jeder Impfung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Darf ich Etanercept in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?
Laut Packungsbeilage nur, wenn es unbedingt erforderlich ist; Ihr Baby kann dann ein höheres Infektionsrisiko haben. Laut Embryotox darf eine vor der Schwangerschaft begonnene Behandlung fortgesetzt werden, wenn sie erforderlich ist; bei einem Neubeginn in der Schwangerschaft kommt neben Certolizumab pegol auch Etanercept infrage. In der Stillzeit ist Stillen laut Embryotox akzeptabel, wenn Etanercept nach sorgfältiger Prüfung möglicher Alternativen das geeignetste Mittel ist. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was tun, wenn ich eine Injektion vergessen habe?
Spritzen Sie die vergessene Dosis, sobald es Ihnen auffällt. Ist die nächste Dosis für den nächsten Tag geplant, lassen Sie die vergessene Dosis aus und machen an den üblichen Tagen weiter. Spritzen Sie keine doppelte Dosis am selben Tag. Die Dosis laut Packungsbeilage steht im Abschnitt Dosierung.
Ich habe Diabetes. Muss ich etwas beachten?
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Diabetes haben oder Arzneimittel dagegen anwenden. Laut Fachinformation wurden nach Beginn einer Behandlung mit Etanercept Unterzuckerungen berichtet, die bei einigen Behandelten eine Verringerung der Diabetesmittel erforderlich machten; die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob Sie eine geringere Dosis benötigen. Diabetes kann außerdem das Infektionsrisiko erhöhen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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