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Guselkumab: Nebenwirkungen und Wirkung

Guselkumab ist ein verschreibungspflichtiger Antikörper gegen den Entzündungsbotenstoff Interleukin-23 (IL-23); das Präparat heißt Tremfya. Er wird bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn unter die Haut gespritzt, zu Beginn bei Darmerkrankungen auch als Infusion gegeben. Sehr häufig sind Infektionen der Atemwege; bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion oder einer Infektion brechen Sie die Behandlung ab und holen ärztliche Hilfe.

Frau in den Vierzigern sitzt in einem hellen Wohnzimmer am Fenster und blickt entspannt nach draußen
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Infektionen der Atemwege[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Gelenkschmerzen (Arthralgie)[1, 2]
  • Häufig: Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Konzentration von Leberenzymen im Blut (laut Fachinformation erhöhte Transaminasen)[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag[1, 2]
  • Häufig: Rötung, Reizung oder Schmerzen an der Injektionsstelle[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Guselkumab eingesetzt?

Guselkumab ist ein verschreibungspflichtiges biologisches Arzneimittel aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper; das Präparat heißt Tremfya [1, 2]. Zugelassen ist es für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Schuppenflechte (Psoriasis), die für eine Behandlung des ganzen Körpers infrage kommen, und für Kinder ab 6 Jahren mit dieser Erkrankung [1, 2]. Erwachsene erhalten es außerdem bei aktiver Psoriasis-Arthritis sowie bei mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa und mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn [1, 2].

Bei Psoriasis-Arthritis, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn werden Sie laut Packungsbeilage zunächst mit anderen Arzneimitteln behandelt; Guselkumab kommt infrage, wenn diese nicht gut genug wirken oder nicht vertragen werden [1]. Bei Psoriasis-Arthritis kann es allein oder zusammen mit Methotrexat angewendet werden [1, 2]. Laut Fachinformation wird die Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung dieser Erkrankungen angeleitet und überwacht [2]. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie wirkt Guselkumab?

Guselkumab ist ein monoklonaler Antikörper, also ein Eiweiß, das sich gezielt an ein bestimmtes Ziel im Körper bindet. Er blockiert die Aktivität des Botenstoffs Interleukin-23 (IL-23), der bei Psoriasis, Psoriasis-Arthritis, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn in erhöhter Konzentration vorliegt [1]. Laut Fachinformation ist IL-23 an Entzündungs- und Immunreaktionen beteiligt; indem Guselkumab dessen Bindung an seinen Rezeptor hemmt, bremst es die Signalübertragung und die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe. Bei Plaque-Psoriasis ist IL-23 in der Haut erhöht, bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn im Gewebe des Dickdarms [2].

Nach einer einzelnen Injektion unter die Haut war die höchste Konzentration im Blut bei gesunden Freiwilligen nach ungefähr 5,5 Tagen erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt bei Menschen mit Plaque-Psoriasis bei ungefähr 15 bis 18 Tagen und bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn bei ungefähr 17 Tagen [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben, einschließlich der Veränderungen, die nur bei Blutuntersuchungen auffallen. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Die häufigste Nebenwirkung war laut Fachinformation eine Infektion der Atemwege: Sie betraf ungefähr 8 Prozent der Behandelten in den Studien zu Colitis ulcerosa, 11 Prozent in den Studien zu Morbus Crohn und 15 Prozent in den Studien zu Psoriasis und Psoriasis-Arthritis. Das Sicherheitsprofil ist in allen vier Anwendungsgebieten ähnlich [2]. Bis auf die schwerwiegende allergische Reaktion bezeichnet die Packungsbeilage alle übrigen Nebenwirkungen als leicht bis mittelschwer [1]. Bei Kindern von 6 bis 17 Jahren mit Plaque-Psoriasis entsprach das Sicherheitsprofil in einer Studie dem bei Erwachsenen [2]. Mehr dazu lesen Sie unter Infektanfälligkeit durch Medikamente.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgie)[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
  • Magen und DarmDurchfall[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Konzentration von Leberenzymen im Blut (laut Fachinformation erhöhte Transaminasen)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautHautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Allgemeine BeschwerdenRötung, Reizung oder Schmerzen an der Injektionsstelle[1, 2]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Laborwerte und UntersuchungenVerminderte Zahl einer Art weißer Blutkörperchen, der Neutrophilen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • InfektionenHerpes-simplex-Infektionen[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • InfektionenPilzinfektion der Haut, zum Beispiel zwischen den Zehen (Fußpilz; laut Fachinformation Tinea-Infektionen)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
  • InfektionenMagen-Darm-Grippe (Gastroenteritis)[1, 2]
  • HautQuaddeln (Nesselsucht, Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation wurden nach der Markteinführung schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie berichtet; einige traten erst mehrere Tage nach der Behandlung auf, darunter Fälle mit Quaddeln und Atemnot. Bei einer schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktion wird die Anwendung unverzüglich abgebrochen [2]. Entwickelt ein Behandelter eine schwerwiegende Infektion, wird er laut Fachinformation engmaschig überwacht, und die Behandlung wird bis zum Abklingen der Infektion abgesetzt [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Vierzigern im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin in einem hellen Sprechzimmer
Bild: KI-generiert

Infektionen: Achten Sie während der Behandlung auf Zeichen einer Infektion, etwa Fieber oder grippeähnliche Beschwerden, Husten, Kurzatmigkeit, Brennen oder häufigeres Wasserlassen, Durchfall oder Magenschmerzen und warme, rote oder schmerzhafte Haut [1]. Bemerken Sie solche Zeichen, brechen Sie die Behandlung ab und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder suchen Sie sofort medizinische Hilfe [1]. Gelegentlich treten Pilzinfektionen der Haut wie Fußpilz oder Herpes-simplex-Infektionen auf [1, 2].

Leberwerte und Blutbild: Ob Ihre Leberenzymwerte erhöht sind, zeigen Blutuntersuchungen; nach Einschätzung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes können sie vor und während der Behandlung nötig sein [1]. Laut Fachinformation lagen die meisten Erhöhungen höchstens beim Dreifachen des oberen Normwerts; in den meisten Fällen waren sie vorübergehend und führten nicht zum Abbruch der Behandlung. Eine verminderte Zahl der Neutrophilen war in den meisten Fällen leicht, vorübergehend und nicht mit einer Infektion verbunden [2]. Mehr dazu unter Leberwerte.

Einstichstelle: Spritzen Sie nicht in empfindliche, gerötete, verhärtete, verdickte oder schuppige Haut oder in Blutergüsse und möglichst nicht in Hautstellen mit Psoriasis [2]. Lassen Sie die Spritze vor der Anwendung 30 Minuten im Umkarton Zimmertemperatur annehmen [1]. Laut Fachinformation waren Reaktionen an der Einstichstelle im Allgemeinen leicht bis mäßig [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen, und darüber, ob Sie kürzlich geimpft wurden oder eine Impfung fällig ist [1]. Laut Fachinformation sind Wechselwirkungen mit Mitteln, die über CYP-Enzyme abgebaut werden, unwahrscheinlich [2]. Bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn kann die Behandlung mit Immunmodulatoren wie Azathioprin oder mit Kortison laut Fachinformation fortgesetzt werden [2].

Wechselwirkungen von Guselkumab
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
LebendimpfstoffeLaut Fachinformation keine Daten zum Ansprechen auf Impfstoffe[1, 2]Während der Behandlung nicht anwenden; laut Fachinformation die Behandlung vor einer Lebendimpfung mindestens 12 Wochen nach der letzten Gabe aussetzen und frühestens 2 Wochen nach der Impfung wieder aufnehmen
Andere Immunsuppressiva einschließlich Biologika oder eine Lichttherapie (Phototherapie)Laut Fachinformation bei Plaque-Psoriasis in Kombination nicht untersucht[2]Ärztin oder Arzt über alle Behandlungen informieren
MethotrexatLaut Fachinformation schien die gleichzeitige Anwendung bei Psoriasis-Arthritis Sicherheit und Wirksamkeit von Guselkumab nicht zu beeinflussen[1, 2]Bei Psoriasis-Arthritis kann Guselkumab allein oder zusammen mit Methotrexat angewendet werden
Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Kortison (Corticosteroide) bei Colitis ulcerosa oder Morbus CrohnLaut Fachinformation schien die gleichzeitige Anwendung Sicherheit und Wirksamkeit von Guselkumab nicht zu beeinflussen[2]Laut Fachinformation kann die Anwendung fortgesetzt werden; spricht die Behandlung an, kann Kortison reduziert oder abgesetzt werden, das entscheidet die Ärztin oder der Arzt
Arzneimittel, die über bestimmte Enzyme (CYP-Enzyme) abgebaut werden, zum Beispiel Midazolam, Warfarin, Omeprazol, Dextromethorphan oder CoffeinLaut Fachinformation sind Wechselwirkungen unwahrscheinlich[2]Laut Fachinformation keine Dosisanpassung erforderlich

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Guselkumab nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Bei einer aktiven Infektion, einschließlich einer aktiven Tuberkulose, darf Guselkumab nicht angewendet werden [1, 2]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn bei Ihnen eine Infektion behandelt wird, wenn Sie eine anhaltende oder wiederkehrende Infektion haben, wenn Sie Tuberkulose haben oder Kontakt zu einem Menschen mit Tuberkulose hatten und wenn Sie kürzlich geimpft wurden [1]. Kinder unter 6 Jahren mit Plaque-Psoriasis und Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit den übrigen Erkrankungen sollen Guselkumab nicht erhalten, weil es in diesen Altersgruppen nicht untersucht wurde [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Guselkumab oder einen der sonstigen Bestandteile (laut Fachinformation schwerwiegende Überempfindlichkeit)[1, 2]
  • Aktive Infektion, einschließlich einer aktiven Tuberkulose (laut Fachinformation klinisch relevante aktive Infektion)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Infektionen: Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn bei Ihnen eine Infektion behandelt wird, wenn Sie eine anhaltende oder immer wiederkehrende Infektion haben oder Zeichen einer Infektion bemerken. Guselkumab kann laut Fachinformation das Infektionsrisiko erhöhen; bei einer klinisch relevanten aktiven Infektion wird die Behandlung erst nach deren Abklingen oder angemessener Behandlung begonnen, bei einer schwerwiegenden Infektion bis zum Abklingen abgesetzt[1, 2]
  • Tuberkulose: Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie Tuberkulose haben oder engen Kontakt zu einem Menschen mit Tuberkulose hatten. Laut Fachinformation wird vor Beginn auf Tuberkulose untersucht und während sowie nach der Behandlung auf Zeichen einer aktiven Tuberkulose geachtet; bei früherer latenter oder aktiver Tuberkulose ohne bestätigte angemessene Behandlung wird vor Beginn eine Behandlung gegen Tuberkulose erwogen[1, 2]
  • Leberwerte: Vor und während der Behandlung können Blutuntersuchungen der Leberenzyme nötig sein. Erhöhte Leberenzyme können häufiger auftreten, wenn Guselkumab in kürzeren Abständen gegeben wird (Abstände siehe Abschnitt Dosierung). Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei erhöhten Leberwerten (ALT oder AST) und Verdacht auf eine arzneimittelbedingte Leberschädigung vorübergehend unterbrochen werden, bis diese ausgeschlossen ist[1, 2]
  • Impfungen: Sagen Sie es, wenn Sie kürzlich geimpft wurden oder eine Impfung fällig ist. Kinder sollten vor Beginn alle altersentsprechenden Impfungen erhalten haben. Laut Fachinformation wird die Behandlung vor einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff nach der letzten Gabe für mindestens 12 Wochen ausgesetzt und frühestens 2 Wochen nach der Impfung wieder aufgenommen[1, 2]
  • Frühere allergische Reaktionen: Das Arzneimittel enthält Polysorbat 80, das allergische Reaktionen hervorrufen kann[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: nicht anwenden bei Kindern unter 6 Jahren mit Plaque-Psoriasis und bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit Psoriasis-Arthritis, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, weil es in diesen Altersgruppen nicht untersucht wurde. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollen sich Guselkumab nicht selbst spritzen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Frauen im gebärfähigen Alter müssen laut Packungsbeilage während der Behandlung und mindestens 12 Wochen nach der letzten Dosis zuverlässig verhüten [1, 2]. Eine eigene Bewertung von Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, gibt es zu Guselkumab nicht; die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation sagen [1, 2]. Allgemeine Hinweise bietet der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Guselkumab darf laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht angewendet werden; seine Wirkung bei Schwangeren ist nicht bekannt. Frauen im gebärfähigen Alter wird geraten, eine Schwangerschaft zu vermeiden; sie müssen während der Behandlung sowie mindestens 12 Wochen nach der letzten Dosis zuverlässig verhüten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind, es vermuten oder eine Schwangerschaft planen.[1, 2]

Laut Fachinformation liegen nur begrenzte Erfahrungen mit Schwangeren vor; Tierversuche ergaben keine Hinweise auf schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, Entwicklung des Kindes oder Geburt. Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung in der Schwangerschaft vermieden werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie stillen oder es vorhaben; gemeinsam wird zwischen Stillen und Behandlung entschieden. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Guselkumab in die Muttermilch übergeht. Menschliche Antikörper (IgG) gehen in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch über; in dieser Zeit kann ein Risiko für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Guselkumab die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinflusst; laut Fachinformation hat es keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss.[1, 2]

Einnahme

Guselkumab wird unter die Haut gespritzt, laut Fachinformation in Bauch, Oberschenkel oder die Rückseite des Oberarms, nicht in empfindliche, gerötete, verhärtete, verdickte oder schuppige Haut oder in Blutergüsse und möglichst nicht in Hautstellen mit Psoriasis. Hält die Ärztin oder der Arzt es für angebracht, können Erwachsene sich nach einer Schulung selbst spritzen oder eine Betreuungsperson spritzt; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren spritzen sich nicht selbst. Zu Beginn bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn kann Guselkumab auch als Infusion in eine Armvene gegeben werden.[1, 2]

Vor der Injektion den Umkarton aus dem Kühlschrank nehmen, die Fertigspritze im Umkarton lassen und 30 Minuten warten, bis sie Zimmertemperatur erreicht hat; nicht schütteln.[1]

Dosis vergessen: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation wird eine ausgelassene Dosis so schnell wie möglich nachgeholt; danach folgt die Anwendung wieder zum regulären Zeitpunkt.[1, 2]

Absetzen

Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen; nach dem Abbruch können die Beschwerden wieder auftreten. Laut Fachinformation wird ein Absetzen erwogen, wenn die Behandlung bei Plaque-Psoriasis nach 16 Wochen (bei Kindern nach 24 Wochen) und bei Psoriasis-Arthritis, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn nach 24 Wochen nicht angesprochen hat.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie mehr Guselkumab erhalten als verordnet oder wurde eine Dosis früher als verordnet angewendet, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation wird bei einer Überdosierung auf Anzeichen von Nebenwirkungen geachtet und unverzüglich nach den Beschwerden behandelt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt für jedes Anwendungsgebiet die Dosis und die Abstände zwischen den Injektionen, bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn getrennt für Behandlungsbeginn und Erhaltungstherapie; die Fachinformation ergänzt Angaben zu älteren Menschen und zu Nieren- und Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Wie lange Sie Guselkumab benötigen und welche Dosis Sie erhalten, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].

Anwendung und Absetzen

Guselkumab wird unter die Haut gespritzt, laut Fachinformation in Bauch, Oberschenkel oder die Rückseite des Oberarms [1, 2]. Die Injektion kann durch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder medizinisches Fachpersonal erfolgen; gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt können Sie entscheiden, sich Guselkumab nach einer Schulung selbst zu spritzen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren spritzen sich nicht selbst; eine geschulte Betreuungsperson kann die Injektion übernehmen [1]. Zu Beginn der Behandlung von Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn kann Guselkumab auch als Infusion in eine Armvene gegeben werden [1]. Lesen Sie vor der ersten Anwendung die ausführlichen Hinweise, die der Packung beiliegen [1].

Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen; nach dem Abbruch können Ihre Beschwerden wiederkommen [1]. Laut Fachinformation wird ein Absetzen erwogen, wenn die Behandlung nach einer bestimmten Zeit nicht angesprochen hat [2]. Haben Sie mehr erhalten als verordnet oder wurde eine Dosis zu früh gegeben, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Telefonnummern für Notfälle finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Guselkumab

Guselkumab ist als Tremfya erhältlich, als Fertigspritze oder Fertigpen in den Stärken 100 mg und 200 mg und als Konzentrat für eine Infusion in der Stärke 200 mg. Für Kinder unter 40 kg Körpergewicht gibt es einen Fertigpen in der Stärke 45 mg [2]. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Tremfya mit Stand März 2026, vor allem Packungsbeilage und Fachinformation der Fertigspritze in der Stärke 100 mg [1, 2]. Laut Fachinformation müssen bei biologischen Arzneimitteln Name und Chargenbezeichnung des angewendeten Präparats dokumentiert werden [2].

Präparate mit Guselkumab
PräparatAnbieterHinweis
TremfyaJanssen-Cilag International NV (in Deutschland: Janssen-Cilag GmbH)Injektionslösung mit 100 mg in einer Fertigspritze (Grundlage dieser Seite) oder im Fertigpen; außerdem 45 mg im Fertigpen für Kinder unter 40 kg, 200 mg in Fertigspritze oder Fertigpen und 200 mg als Konzentrat für eine Infusion

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Tremfya (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Tremfya 100 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Tremfya (EPAR), Anhang I: Fachinformationen (Leitform Tremfya 100 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze), und Anhang II. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Guselkumab am häufigsten?

Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) sind Infektionen der Atemwege. Häufig (bei bis zu 1 von 10) treten Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Durchfall, Hautausschlag, erhöhte Leberenzyme im Blut und Rötung, Reizung oder Schmerzen an der Injektionsstelle auf. Laut Fachinformation betrafen Atemwegsinfektionen in den Studien je nach Erkrankung ungefähr 8 bis 15 Prozent der Behandelten.

Erhöht Guselkumab das Risiko für Infektionen?

Ja, laut Fachinformation kann Guselkumab das Infektionsrisiko erhöhen. Achten Sie auf Zeichen wie Fieber, grippeähnliche Beschwerden, Husten, Kurzatmigkeit, Brennen beim Wasserlassen oder warme, rote, schmerzhafte Haut. Bemerken Sie solche Zeichen, brechen Sie die Behandlung ab und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder suchen Sie sofort medizinische Hilfe. Bei einer aktiven Infektion einschließlich einer aktiven Tuberkulose darf Guselkumab nicht angewendet werden.

Warum wird vor der Behandlung auf Tuberkulose untersucht?

Laut Fachinformation sollen alle Behandelten vor Beginn auf eine Tuberkulose untersucht und während sowie nach der Behandlung auf Zeichen einer aktiven Tuberkulose beobachtet werden. Hatten Sie früher eine Tuberkulose, deren angemessene Behandlung nicht bestätigt ist, wird vor Beginn eine Behandlung gegen Tuberkulose erwogen. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie Tuberkulose haben oder engen Kontakt zu einem Menschen mit Tuberkulose hatten.

Darf ich mich unter Guselkumab impfen lassen?

Während der Behandlung dürfen Sie keine Lebendimpfstoffe erhalten. Laut Fachinformation wird die Behandlung vor einer Lebendimpfung nach der letzten Gabe mindestens 12 Wochen ausgesetzt und frühestens 2 Wochen nach der Impfung wieder aufgenommen. Vor Beginn sollten alle angebrachten Impfungen erwogen werden; Kinder sollten alle altersentsprechenden Impfungen erhalten haben. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie kürzlich geimpft wurden oder eine Impfung fällig ist.

Muss unter Guselkumab das Blut kontrolliert werden?

Nach Einschätzung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes können vor und während der Behandlung Blutuntersuchungen der Leberenzyme nötig sein. Erhöhte Leberenzyme gehören zu den häufigen Nebenwirkungen; laut Packungsbeilage können sie häufiger auftreten, wenn Guselkumab in kürzeren Abständen gegeben wird (siehe Dosierung). Laut Fachinformation war der Anstieg in den meisten Fällen vorübergehend und führte nicht zum Abbruch der Behandlung.

Darf ich Guselkumab in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?

Laut Packungsbeilage darf Guselkumab in der Schwangerschaft nicht angewendet werden; Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und mindestens 12 Wochen nach der letzten Dosis zuverlässig verhüten. Ob Guselkumab in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheiden gemeinsam zwischen Stillen und Behandlung. Eine eigene Bewertung von Embryotox gibt es zu Guselkumab nicht.

Was tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation wird eine ausgelassene Dosis so schnell wie möglich nachgeholt; danach geht es wieder zum regulären Zeitpunkt weiter. Die Dosis laut Packungsbeilage steht im Abschnitt Dosierung.

Kann ich Guselkumab zusammen mit Methotrexat anwenden?

Bei Psoriasis-Arthritis kann Guselkumab allein oder zusammen mit Methotrexat angewendet werden. Laut Fachinformation schien Methotrexat in den Studien die Sicherheit und Wirksamkeit von Guselkumab nicht zu beeinflussen. Welche Mittel Sie zusätzlich anwenden, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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