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Secukinumab: Nebenwirkungen und Wirkung
Secukinumab ist ein verschreibungspflichtiger Antikörper gegen den Entzündungsbotenstoff Interleukin-17A; das Präparat heißt Cosentyx. Er wird bei Plaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew und nicht-röntgenologischer axialer Spondyloarthritis, Acne inversa sowie bei zwei Formen der juvenilen Arthritis unter die Haut gespritzt. Sehr häufig sind Infektionen der oberen Atemwege; bei Zeichen einer schwerwiegenden Infektion, einer schweren allergischen Reaktion oder einer Darmentzündung brechen Sie die Anwendung sofort ab und holen ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege mit Beschwerden wie Halsschmerzen oder verstopfter Nase (Nasopharyngitis, Rhinitis)[1, 2]
- Häufig: Lippenbläschen (orale Herpesinfektion)[1, 2]
- Häufig: Durchfall[1, 2]
- Häufig: Laufende Nase (Rhinorrhö)[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Ermüdung[1, 2]
- Häufig: Juckende, rote und trockene Haut (Ekzem)[1, 2]
Wofür wird Secukinumab eingesetzt?
Secukinumab ist ein verschreibungspflichtiges biologisches Arzneimittel aus der Gruppe der Interleukin-Hemmer; das Präparat heißt Cosentyx [1, 2]. Zugelassen ist es für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Schuppenflechte (Psoriasis), die für eine Behandlung des ganzen Körpers infrage kommen [1, 2]. Erwachsene erhalten es außerdem bei aktiver Psoriasis-Arthritis, bei Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis), bei nicht-röntgenologischer axialer Spondyloarthritis und bei mittelschwerer bis schwerer Hidradenitis suppurativa, auch Acne inversa genannt [1, 2]. Bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren ist es für zwei Formen der juvenilen idiopathischen Arthritis zugelassen: die Enthesitis-assoziierte Arthritis und die juvenile Psoriasis-Arthritis [1, 2].
Bei Hidradenitis suppurativa, Psoriasis-Arthritis und axialer Spondyloarthritis werden Sie laut Packungsbeilage zunächst mit anderen Arzneimitteln behandelt; Secukinumab kommt infrage, wenn diese nicht gut genug wirken [1]. Bei Psoriasis-Arthritis und juveniler Arthritis kann es allein oder zusammen mit Methotrexat angewendet werden, bei Hidradenitis suppurativa allein oder zusammen mit Antibiotika [1, 2]. Laut Fachinformation ist Secukinumab für die Anwendung unter Anleitung und Aufsicht einer Ärztin oder eines Arztes mit Erfahrung in diesen Erkrankungen vorgesehen [2]. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wie wirkt Secukinumab?
Secukinumab ist ein monoklonaler Antikörper, also ein Eiweiß, das sich gezielt an ein bestimmtes Ziel im Körper bindet. Er neutralisiert die Aktivität des Botenstoffs Interleukin-17A (IL-17A), der bei Psoriasis, Hidradenitis suppurativa, Psoriasis-Arthritis und axialer Spondyloarthritis in erhöhter Konzentration vorliegt [1]. Laut Fachinformation ist IL-17A an normalen Entzündungs- und Abwehrreaktionen beteiligt. Secukinumab hemmt das Zusammenspiel von IL-17A mit seinem Rezeptor, sodass weniger entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet werden [2]. Bedingt durch diese Wirkweise wurden laut Fachinformation in den Psoriasis-Studien nicht schwerwiegende Pilzinfektionen von Haut und Schleimhäuten (Candida-Infektionen) häufiger berichtet als unter einem Scheinmedikament [2].
Nach einer einzelnen Injektion unter die Haut ist die höchste Konzentration im Blut bei Menschen mit Plaque-Psoriasis nach 5 bis 6 Tagen erreicht. Die mittlere Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) wird bei Plaque-Psoriasis auf 27 Tage und bei Hidradenitis suppurativa auf 23 Tage geschätzt [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind laut Fachinformation Infektionen der oberen Atemwege (17,1 Prozent), am häufigsten Entzündungen von Nasen-Rachen-Raum und Nasenschleimhaut. Das Sicherheitsprofil ist über alle Anwendungsgebiete hinweg einheitlich [2]. In den placebokontrollierten Phasen der Psoriasis-Studien von bis zu 12 Wochen wurden bei 28,7 Prozent der Behandelten Infektionen berichtet, unter einem Scheinmedikament bei 18,9 Prozent; schwerwiegende Infektionen traten bei 0,14 Prozent gegenüber 0,3 Prozent auf [2]. Die meisten Nebenwirkungen sind laut Packungsbeilage leicht bis mittelschwer [1]. Mehr dazu lesen Sie unter Infektanfälligkeit durch Medikamente.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenInfektionen der oberen Atemwege mit Beschwerden wie Halsschmerzen oder verstopfter Nase (Nasopharyngitis, Rhinitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitVerstopfte Nase
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenLippenbläschen (orale Herpesinfektion)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Magen und DarmDurchfall[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
- AtemwegeLaufende Nase (Rhinorrhö)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- Allgemeine BeschwerdenErmüdung[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- HautJuckende, rote und trockene Haut (Ekzem)[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlag
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenMundsoor (orale Candidose)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- Blut und LymphsystemNiedrige Zahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie), erkennbar an Zeichen wie Fieber, Halsschmerzen oder Mundgeschwüren infolge einer Infektion[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsFieber
- InfektionenAußenohrentzündung (Otitis externa)[1, 2]
- AugenAusfluss aus dem Auge mit Juckreiz, Rötung und Schwellung (Bindehautentzündung, Konjunktivitis)[1, 2]
- HautJuckender Hautausschlag (Nesselsucht, Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtJuckreiz
- InfektionenInfektionen der unteren Atemwege[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Magen und DarmBauchkrämpfe und Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl als Anzeichen von Darmproblemen (laut Fachinformation entzündliche Darmerkrankungen)[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenDurchfallGewichtsabnahme
- HautKleine, juckende Bläschen an Handflächen, Fußsohlen und den Seiten von Fingern und Zehen (dyshidrotisches Ekzem)[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- InfektionenFußpilz (Tinea pedis)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion mit Schock (anaphylaktische Reaktion)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- ImmunsystemSchwellung von Nacken, Gesicht, Mund oder Hals, die das Schlucken oder Atmen erschweren kann (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- HautRötung und Abschälung der Haut an größeren Körperpartien, die jucken oder schmerzen kann (exfoliative Dermatitis); laut Fachinformation bei Menschen mit Psoriasis berichtet[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- HautEntzündung der kleinen Blutgefäße, die zu einem Hautausschlag mit kleinen roten oder violetten Beulen führen kann (Vaskulitis, laut Fachinformation Hypersensitivitätsvaskulitis)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- InfektionenPilzinfektionen der Haut und der Schleimhäute, auch der Speiseröhre (mukokutane Candidose)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- HautSchmerzhafte Schwellungen und Hautgeschwüre (Pyoderma gangraenosum)[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei Zeichen einer schwerwiegenden Infektion oder einer schweren allergischen Reaktion entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, ob und wann Sie die Behandlung wieder aufnehmen können [1]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei einer schwerwiegenden Infektion bis zu deren Abklingen unterbrochen und bei einer schweren allergischen Reaktion sofort beendet werden. Entwickelt sich eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung oder verschlechtert sie sich, sollte die Behandlung beendet werden [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Infektionen: Achten Sie auf Zeichen einer Infektion wie Fieber, grippeähnliche Beschwerden, nächtliches Schwitzen, hartnäckigen Husten, warme, gerötete und schmerzhafte Haut oder Brennen beim Wasserlassen; bei Zeichen einer schwerwiegenden Infektion brechen Sie die Anwendung sofort ab und benachrichtigen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Gelegentlich treten Mundsoor und Fußpilz auf, häufig Lippenbläschen [1, 2]. Laut Fachinformation waren die Pilzinfektionen von Haut und Schleimhäuten in den Studien leicht bis mittelschwer und sprachen auf eine übliche Behandlung an [2].
Darmbeschwerden: Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl können Zeichen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sein. Brechen Sie die Anwendung dann sofort ab und benachrichtigen Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Blutbild und Haut: Laut Fachinformation waren die meisten Fälle einer verminderten Zahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie) mild, vorübergehend und bildeten sich zurück [2]. Spritzen Sie möglichst nicht in Hautstellen mit Psoriasis [2]. Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung erheblich, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen, und darüber, ob Sie vor kurzem geimpft wurden oder eine Impfung vorgesehen ist [1]. In Studien zur Arthritis wurde Secukinumab zusammen mit Methotrexat, Sulfasalazin und/oder Kortison gegeben; mit Methotrexat und Kortison wurden laut Fachinformation keine Wechselwirkungen beobachtet [2]. Mit anderen Immunsuppressiva oder einer Lichttherapie wurde es bei Psoriasis nicht untersucht [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Lebendimpfstoffe | Sollten nicht gleichzeitig mit Secukinumab angewendet werden[1, 2] | Während der Behandlung nicht mit Lebendimpfstoffen impfen lassen |
| Tot- und inaktivierte Impfstoffe | Laut Fachinformation gleichzeitig möglich; in einer Studie wurde die Immunantwort auf Meningokokken- und Grippeimpfstoffe nicht unterdrückt[2] | Vor jeder Impfung die Behandlung erwähnen |
| Andere Immunsuppressiva einschließlich Biologika oder eine Lichttherapie (Phototherapie) | Laut Fachinformation bei Psoriasis nicht in Kombination untersucht[1, 2] | Laut Fachinformation Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung |
| Methotrexat, Sulfasalazin oder Kortison (Corticosteroide) | Wurden in Arthritis-Studien gemeinsam gegeben; laut Fachinformation wurden mit Methotrexat und Kortison keine Wechselwirkungen beobachtet[1, 2] | Bei Psoriasis-Arthritis und juveniler Arthritis kann Secukinumab allein oder zusammen mit Methotrexat angewendet werden |
| Midazolam (wird über das Enzym CYP3A4 abgebaut) | Laut Fachinformation wurde in einer Studie keine Wechselwirkung beobachtet[2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Secukinumab nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Bei einer aktiven Infektion, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt als wesentlich einstuft, zum Beispiel einer aktiven Tuberkulose, darf Secukinumab nicht angewendet werden [1, 2]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie eine Infektion, eine chronische oder wiederkehrende Infektion, eine Latexallergie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder eine Hepatitis B haben oder hatten, wenn Sie vor kurzem geimpft wurden oder eine andere Psoriasis-Behandlung erhalten [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Infektionen: Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie derzeit eine Infektion, eine chronische Infektion oder wiederkehrende Infektionen haben. Laut Fachinformation kann Secukinumab das Infektionsrisiko erhöhen; nach der Markteinführung wurden schwere Infektionen beobachtet. Bei einer schwerwiegenden Infektion sollte die Behandlung bis zum Abklingen unterbrochen werden[1, 2]
- Tuberkulose: Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie Tuberkulose haben oder hatten oder kürzlich engen Kontakt zu einem Menschen mit Tuberkulose hatten. Vor Beginn werden Sie auf Tuberkulose untersucht, möglicherweise mit einem Test; bei einem Risiko können Sie Medikamente zur Behandlung erhalten. Laut Fachinformation wurde unter Secukinumab Tuberkulose berichtet, auch das Wiederaufflammen einer latenten Infektion[1, 2]
- Hepatitis B: Sagen Sie es, wenn Sie eine Hepatitis-B-Infektion haben oder hatten; Secukinumab kann die Infektion wieder aktivieren, und die Ärztin oder der Arzt kann Sie vor und während der Behandlung untersuchen. Laut Fachinformation sollte ein Test vor Beginn erwogen werden; bei positivem Befund sollte während der Behandlung auf Anzeichen einer Reaktivierung überwacht werden[1, 2]
- Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa: Laut Fachinformation wurden unter Secukinumab neu auftretende oder sich verschlechternde chronisch-entzündliche Darmerkrankungen berichtet; die Behandlung wird für Menschen mit einer solchen Erkrankung nicht empfohlen[1, 2]
- Latexallergie: Die abnehmbare Nadelschutzkappe der Fertigspritze und des Fertigpens mit 150 mg enthält ein Naturlatex-Derivat. Latex wurde darin bislang nicht nachgewiesen, ein Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen lässt sich bei latexempfindlichen Menschen aber nicht vollständig ausschließen[1, 2]
- Impfungen: Sagen Sie es, wenn Sie vor kurzem geimpft wurden oder eine Impfung vorgesehen ist. Laut Fachinformation sollten Kinder und Jugendliche vor Beginn alle altersgemäßen Impfungen erhalten[1, 2]
- Andere Psoriasis-Behandlung, zum Beispiel mit einem anderen Immunsuppressivum oder eine Lichttherapie mit UV-Licht: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: nicht empfohlen bei Kindern unter 6 Jahren mit Plaque-Psoriasis oder juveniler idiopathischer Arthritis und bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in den anderen Anwendungsgebieten[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und mindestens 20 Wochen nach der letzten Gabe zuverlässig verhüten [1, 2]. Eine eigene Bewertung von Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, gibt es zu Secukinumab nicht; die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation sagen [1, 2]. Allgemeine Hinweise bietet der Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Die Anwendung in der Schwangerschaft ist laut Packungsbeilage vorzugsweise zu vermeiden; die Auswirkungen auf Schwangere sind nicht bekannt. Frauen im gebärfähigen Alter wird geraten, eine Schwangerschaft zu vermeiden; sie müssen während der Behandlung und mindestens 20 Wochen nach der letzten Gabe zuverlässig verhüten. Laut Fachinformation liegen keine ausreichenden Daten vor; Tierversuche ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen, aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung vermieden werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Entscheiden Sie zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie stillen oder Secukinumab anwenden, beides zusammen ist laut Packungsbeilage nicht erlaubt. Nach der letzten Gabe sollten Sie mindestens 20 Wochen nicht stillen. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Secukinumab in die Muttermilch übergeht; Antikörper (Immunglobuline) gehen in die Muttermilch über.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Es ist unwahrscheinlich, dass Secukinumab die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinflusst; laut Fachinformation hat es keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss.[1, 2]
Einnahme
Secukinumab wird unter die Haut gespritzt. Nach einer Schulung können Sie es sich selbst spritzen, oder eine geschulte Betreuungsperson übernimmt die Injektion; ob Sie sich selbst spritzen, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation möglichst nicht in Hautstellen mit Psoriasis spritzen; Fertigspritze und Fertigpen nicht schütteln. Secukinumab ist eine Langzeitbehandlung; die Ärztin oder der Arzt überwacht die Erkrankung regelmäßig.[1, 2]
Dosis vergessen: Spritzen Sie die nächste Dosis, sobald Sie daran denken, und besprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wann Sie die folgende Dosis spritzen.[1]
Absetzen
Laut Packungsbeilage bringt ein Abbruch keine Risiken mit sich; die Beschwerden der Psoriasis, Psoriasis-Arthritis oder axialen Spondyloarthritis können aber wieder auftreten. Laut Fachinformation wird ein klinisches Ansprechen in der Regel innerhalb von 16 Wochen erreicht; ohne Ansprechen nach 16 Wochen sollte ein Absetzen erwogen werden.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie mehr erhalten als verordnet oder wurde eine Dosis früher gegeben, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation wird bei einer Überdosierung geraten, auf Zeichen oder Beschwerden von Nebenwirkungen zu achten und sofort eine geeignete Behandlung der Beschwerden einzuleiten.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die Dosis für jedes Anwendungsgebiet, bei Kindern nach Körpergewicht [1]. Die Fachinformation ergänzt Angaben zu älteren Menschen und zu Nieren- und Leberfunktion [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Menge Sie benötigen und wie lange Sie behandelt werden, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].
Anwendung und Absetzen
Secukinumab wird unter die Haut gespritzt. Ob Sie sich die Spritze selbst geben, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; versuchen Sie es nicht ohne vorherige Schulung. Auch eine geschulte Betreuungsperson kann die Injektion übernehmen [1]. Fertigspritze und Fertigpen dürfen nicht geschüttelt werden [2]. Ausführliche Hinweise zur Injektion stehen am Ende der Packungsbeilage. Secukinumab ist eine Langzeitbehandlung; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt überwacht die Erkrankung regelmäßig [1].
Laut Packungsbeilage bringt ein Abbruch keine Risiken mit sich, die Beschwerden können aber wiederkommen [1]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation wird ein Ansprechen in der Regel innerhalb von 16 Behandlungswochen erreicht; ohne Ansprechen sollte dann ein Absetzen erwogen werden [2]. Haben Sie mehr erhalten als verordnet oder wurde eine Dosis zu früh gegeben, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Telefonnummern für Notfälle finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Secukinumab
Secukinumab ist als Cosentyx erhältlich: als Fertigspritze oder Fertigpen in den Stärken 150 mg und 300 mg; als Fertigspritze in der Stärke 75 mg; als Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung in der Stärke 150 mg [2]. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Cosentyx mit Stand Oktober 2025, vor allem die Packungsbeilage der Fertigspritze in der Stärke 150 mg [1, 2]. Laut Fachinformation müssen bei biologischen Arzneimitteln Name und Chargenbezeichnung des angewendeten Präparats dokumentiert werden [2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Cosentyx | Novartis Europharm Limited (in Deutschland: Novartis Pharma GmbH) | Injektionslösung mit 150 mg (Grundlage dieser Seite) oder 300 mg in einer Fertigspritze oder einem Fertigpen; außerdem 75 mg in einer Fertigspritze und 150 mg als Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Cosentyx (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Cosentyx 150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Cosentyx (EPAR), Anhang I: Fachinformationen (Leitform Cosentyx 150 mg/300 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze bzw. einem Fertigpen), und Anhang II. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Secukinumab am häufigsten?
Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) sind Infektionen der oberen Atemwege mit Halsschmerzen oder verstopfter Nase. Häufig (bei bis zu 1 von 10) treten Lippenbläschen, Durchfall, laufende Nase, Kopfschmerzen, Übelkeit, Ermüdung und juckende, rote, trockene Haut (Ekzem) auf. Laut Fachinformation betrafen Infektionen der oberen Atemwege 17,1 Prozent der Behandelten.
Macht Secukinumab anfälliger für Pilzinfektionen?
Gelegentlich (bei bis zu 1 von 100 Behandelten) treten Mundsoor (orale Candidose) und Fußpilz auf; Pilzinfektionen von Haut und Schleimhäuten einschließlich der Speiseröhre sind ebenfalls beschrieben. Laut Fachinformation passt das zur Wirkweise des Mittels; die Fälle in den Psoriasis-Studien waren leicht bis mittelschwer, sprachen auf eine übliche Behandlung an und erforderten kein Absetzen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Beschwerden bemerken.
Was ist, wenn ich Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa habe?
Laut Fachinformation wurden unter Secukinumab neu auftretende oder sich verschlechternde chronisch-entzündliche Darmerkrankungen berichtet; für Menschen mit einer solchen Erkrankung wird Secukinumab nicht empfohlen. Bemerken Sie Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl, brechen Sie die Anwendung sofort ab und benachrichtigen Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Warum wird vor der Behandlung auf Tuberkulose und Hepatitis B geachtet?
Laut Fachinformation wurde unter Secukinumab Tuberkulose berichtet, auch das Wiederaufflammen einer ruhenden Infektion; vor Beginn werden Sie auf Tuberkulose untersucht. Secukinumab kann außerdem eine Hepatitis-B-Infektion wieder aktivieren; laut Fachinformation sollte vor Beginn ein Test erwogen werden. Melden Sie anhaltenden Husten, Gewichtsverlust, leichtes Fieber oder Zeichen einer Leberentzündung wie Gelbfärbung der Haut während der Behandlung Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich mich unter Secukinumab impfen lassen?
Lebendimpfstoffe sollten während der Behandlung nicht angewendet werden. Tot- oder inaktivierte Impfstoffe können laut Fachinformation gleichzeitig gegeben werden; in einer Studie wurde die Immunantwort auf Meningokokken- und Grippeimpfstoffe nicht unterdrückt. Kinder und Jugendliche sollten vor Beginn alle altersgemäßen Impfungen erhalten.
Darf ich Secukinumab in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?
Die Anwendung in der Schwangerschaft ist laut Packungsbeilage vorzugsweise zu vermeiden; Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und mindestens 20 Wochen nach der letzten Gabe zuverlässig verhüten. Stillen und Behandlung zusammen sind nicht erlaubt; nach der letzten Gabe sollten Sie mindestens 20 Wochen nicht stillen. Eine eigene Bewertung von Embryotox gibt es zu Secukinumab nicht.
Ich habe eine Latexallergie. Kann ich die Fertigspritze verwenden?
Die abnehmbare Nadelschutzkappe der Fertigspritze und des Fertigpens mit 150 mg enthält ein Naturlatex-Derivat. Latex wurde darin bisher nicht nachgewiesen; die Anwendung bei latexempfindlichen Menschen wurde aber nicht untersucht, sodass ein Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor Beginn, wenn Sie schon einmal allergisch auf Latex reagiert haben.
Was tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Spritzen Sie die nächste Dosis, sobald Sie daran denken, und besprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wann Sie die folgende Dosis spritzen. Die Dosis laut Packungsbeilage steht im Abschnitt Dosierung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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