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Schuppenflechte

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung, die sich vor allem durch gerötete, schuppende Hautstellen zeigt und typischerweise in Schüben verläuft. Bei leichter Schuppenflechte reichen laut IQWiG Medikamente zum Auftragen in der Regel aus, etwa mit Kortison oder Vitamin-D3-Abkömmlingen. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris wird laut S3-Leitlinie von 2025 die Einleitung einer systemischen Therapie empfohlen (starke Empfehlung), also einer Behandlung, die im ganzen Körper wirkt, zum Beispiel mit Methotrexat, Ciclosporin, Dimethylfumarat oder Biologika. Ärztliche Hilfe brauchen Sie bei großflächig geröteter Haut mit Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit.

Frau Anfang vierzig mit kastanienbraunem Haar in einem petrolfarbenen Strickpullover sitzt auf einem Sofa in einem hellen Wohnzimmer und cremt sich den Unterarm ein
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Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung, die sich vor allem durch rötliche, schuppende Hautstellen bemerkbar macht [1]. Sie verläuft typischerweise in Schüben; heilbar ist sie nicht, es gibt aber verschiedene wirksame Behandlungen [1]. Bei leichter Schuppenflechte reichen Medikamente zum Auftragen in der Regel aus [1]. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfiehlt die S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris (Version 8.0 von 2025) die Einleitung einer systemischen Therapie (starke Empfehlung), also von Medikamenten, die im ganzen Körper wirken [3, 5].

Was ist Schuppenflechte?

Bei einer Schuppenflechte ist das Immunsystem überaktiv. Es setzt vermehrt Botenstoffe frei, die Entzündungen auslösen und die hornbildenden Zellen der obersten Hautschicht anregen, sich schneller zu vermehren [1]. Sie teilen sich fast 10-mal so schnell wie sonst und erreichen die Hautoberfläche in nur vier Tagen statt in etwa vier Wochen; die Haut wird an diesen Stellen dicker und schuppt viel stärker als normal [1].

Schätzungsweise 2 Prozent der Bevölkerung haben eine Schuppenflechte, in Deutschland über 1,5 Millionen Menschen. Männer und Frauen erkranken ähnlich häufig [1]. Oft tritt sie vor dem 40. Geburtstag auf, häufig im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter (Psoriasis Typ 1); eine Psoriasis Typ 2 entwickelt sich meist erst zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr [1].

Schweregrad: Die S3-Leitlinie unterscheidet eine leichte von einer mittelschweren bis schweren Psoriasis. Sie stützt sich dabei auf den geschätzten Anteil der erkrankten Körperoberfläche (BSA), einen Punktwert für die Schwere der Hautsymptome (PASI) und ein Maß für die Einschränkung der Lebensqualität (DLQI) [5]. Leicht ist eine Psoriasis, wenn alle drei Werte höchstens 10 betragen; mittelschwer bis schwer ist sie, wenn BSA oder PASI über 10 liegen und der DLQI über 10 liegt [5]. Als mittelschwer bis schwer gilt sie außerdem bei ausgeprägtem Befall sichtbarer Stellen oder der Kopfhaut, bei Befall des Genitalbereichs, der Handflächen und Fußsohlen, bei Ablösung oder Fehlbildung von mindestens zwei Fingernägeln, bei Jucken mit Kratzen und bei Plaques, die auf Behandlungen nicht ansprechen [5].

Symptome

Die häufigste Form ist mit 80 Prozent die Psoriasis vulgaris, auch Plaque-Psoriasis genannt [1]. Die Haut rötet sich und bildet silbrig glänzende, klar begrenzte Erhebungen, die stark schuppen (Plaques) [1]. Typische Stellen sind Kopf, Ellbogen, Knie und Rücken; häufig bilden sich Plaques auch hinter den Ohren, an Händen, Füßen oder am Bauchnabel [1]. Bei stärker ausgeprägter Schuppenflechte oder in einem Schub kann die Haut stark jucken. An Händen und Füßen kann sie sehr trocken werden und schmerzhaft einreißen [1].

Weitere Formen sind laut IQWiG [1]:

  • Psoriasis inversa: in Hautfalten wie der Leisten- oder Gesäßfalte, unter den Achseln oder in der Genitalregion, häufig ohne Schuppen.
  • Nagelpsoriasis: kleine Dellen im Nagel (Tüpfelnagel), eine Verdickung oder gelblich-braune Verfärbungen (Ölnagel); der Nagel kann sich ablösen.
  • Psoriasis pustulosa: zusätzlich Bläschen mit Eiter (Pusteln), die nicht ansteckend sind.
  • Psoriasis guttata: eher selten; ein akuter, großflächiger Ausschlag mit punktförmigen Knötchen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, meist ein bis zwei Wochen nach einer Infektion mit Streptokokken.

Bei schätzungsweise 25 Prozent aller Menschen mit Psoriasis entzünden sich auch die Gelenke [1]. Mehr dazu: Psoriasis-Arthritis.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache sind Autoimmunreaktionen [1]. Der größte Risikofaktor ist eine familiäre Veranlagung: Ist ein Elternteil betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Kind bei etwa 15 Prozent, sind beide betroffen, bei etwa 40 Prozent. Vorbeugen lässt sich der Erkrankung nicht [1].

Schübe können laut IQWiG durch Sonnenbrand, zu heißes Duschen, bestimmte Chemikalien oder kleine Hautverletzungen ausgelöst werden, etwa durch Kratzen, Tätowierungen oder Piercings. Auch psychischer Stress, Infektionen sowie Nikotin oder zu viel Alkohol können einen Schub anstoßen [1]. Mehr: Rauchen aufhören: Medikamente.

Medikamente als Ursache: Für manche Medikamente, zum Beispiel bestimmte Malariamittel, wird laut IQWiG vermutet, dass sie einen Schub anstoßen können [1]. Welche Medikamente eine Schuppenflechte laut Produktinformation auslösen oder verschlechtern können, steht auf der Seite Schuppenflechte durch Medikamente.

Begleiterkrankungen: Menschen mit Schuppenflechte haben laut IQWiG ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Psoriasis tritt häufig zusammen mit Bluthochdruck, Diabetes, ungünstigen Cholesterinwerten oder starkem Übergewicht auf [1]. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kommen etwas häufiger vor. Die Belastung kann so groß werden, dass sich eine Depression oder Angststörung entwickelt [1].

Diagnose

Hautärztinnen und Hautärzte erkennen eine Schuppenflechte in der Regel an den typischen Hautveränderungen [1]. Bei unklarem Befund untersuchen sie manchmal eine kleine Hautprobe, etwa bei einer Psoriasis inversa, die mit einer Pilzinfektion verwechselt werden kann [1]. Auch Nagelpsoriasis wird manchmal mit einem Nagelpilz verwechselt, beides kann zusammen auftreten; ob ein Nagel mit Pilzen befallen ist, zeigt die Untersuchung einer Nagelprobe [1].

Behandlung ohne Medikamente

Hautpflege (Basistherapie): Menschen mit Schuppenflechte wird laut IQWiG empfohlen, die Haut täglich mit rückfettenden oder feuchtigkeitsbindenden Mitteln zu pflegen, auch in Phasen ohne Hautprobleme [1, 2]. Das soll die Haut vor dem Austrocknen bewahren, vor Rissen und Reizungen schützen und Juckreiz lindern [2]. Manche Produkte enthalten Harnstoff (Urea) oder Salicylsäure, die gegen die Schuppung helfen sollen [1].

Lichttherapie: Bei mittelschwerer oder schwerer Psoriasis kommt eine Bestrahlung mit UV-Licht infrage, insbesondere wenn eine äußerliche Behandlung allein nicht ausreicht [1]. Meist wird eine Schmalband-UVB-Therapie eingesetzt; eine weitere Möglichkeit ist die PUVA, bei der das Medikament Psoralen die Haut lichtempfindlicher macht [4]. Die Behandlung findet in der Regel dreimal pro Woche in einer spezialisierten Hautarztpraxis oder im Krankenhaus statt und dauert ein bis drei Monate [4]. Wiederholte und langfristige Lichttherapien können das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Sonnenbänke zur Bräunung sind nicht zur Lichttherapie geeignet [4].

Gewicht und andere Mittel: Einzelne Studien weisen laut IQWiG darauf hin, dass bei starkem Übergewicht eine Gewichtsabnahme die Hautbeschwerden lindern kann [1]. Mehr: Adipositas. Für pflanzliche Mittel wie Extrakte aus der Mahonie, Birkenrinde oder Aloe vera und für Nahrungsergänzungsmittel mit Fischöl oder Omega-3-Fettsäuren ist nicht nachgewiesen, dass sie bei Psoriasis helfen [1].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Mitte fünfzig mit graublondem Haar in einem senfgelben Pullover sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Hautärztin mit dunkelblondem Haar gegenüber, beide sprechen ruhig miteinander
Bild: KI-generiert

Für mittelschwere bis schwere Psoriasis vulgaris empfiehlt die S3-Leitlinie die Einleitung einer systemischen Therapie (starke Empfehlung) [5]. Es wird empfohlen, bei der Auswahl Wirksamkeit, Sicherheit, Begleiterkrankungen und individuelle Patientenfaktoren zu berücksichtigen (starke Empfehlung) [5]. Bei der ersten Systemtherapie kann insbesondere bei besonderer Schwere die Behandlung mit einem Biologikum, das für die erste Behandlungslinie zugelassen ist, oder mit Deucravacitinib empfohlen werden (schwache Empfehlung) [5]. Eine besondere Schwere besteht laut Leitlinie unter anderem bei einem PASI ab 20 oder einem DLQI ab 15, bei rascher Verschlechterung oder bei schwerem Befall von Händen, Füßen, Kopfhaut, Gesicht, Nägeln oder Genitalbereich [5].

In ihrer Übersicht ordnet die Leitlinie nach den Zulassungen unter anderem Adalimumab, Guselkumab, Risankizumab, Secukinumab und Deucravacitinib der ersten Behandlungslinie zu, Etanercept, Infliximab, Ustekinumab und Apremilast der zweiten; daneben stehen konventionelle Systemtherapien wie Methotrexat, Ciclosporin und Dimethylfumarat [5].

Medikamente bei Schuppenflechte: Gruppen, Beispiele und Nebenwirkungen laut Packungsbeilage
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Kortison zum AuftragenClobetasol [7], Betamethason [9], Triamcinolon [8]Hemmen die Entzündung in der Haut, die zur Rötung und zur schnellen Vermehrung der Hautzellen führt, indem sie die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe hemmen [2]Clobetasol, häufig: Juckreiz sowie örtliches Brennen oder Schmerzen der Haut; gelegentlich: Hautverdünnung, Dehnungsstreifen, erweiterte kleine Hautgefäße [7]. Triamcinolon, gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Brennen, Juckreiz, Reizung oder trockene Haut; bei langer oder großflächiger Anwendung oder unter luftdicht abschließenden Verbänden unter anderem Dehnungsstreifen und Hautverdünnung [8]
Vitamin-D3-Abkömmlinge zum AuftragenCalcipotriol (ohne eigene Wirkstoffseite), auch in Präparaten zusammen mit Kortison [2]Chemisch mit Vitamin D3 verwandt [2]Stehen in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats
Konventionelle Systemtherapie (Tabletten, Kapseln, Spritzen)Methotrexat [10], Ciclosporin [11], Dimethylfumarat [12]Methotrexat hemmt die Vermehrung bestimmter, sich schnell teilender Zellen, verringert die Aktivität des Immunsystems und wirkt entzündungshemmend [10]. Ciclosporin blockiert bei Autoimmunerkrankungen die gegen den eigenen Körper gerichtete Immunreaktion [11]. Dimethylfumarat verändert die Aktivität des Immunsystems, indem es die Produktion bestimmter Substanzen senkt, die an der Entstehung der Psoriasis beteiligt sind [12]Methotrexat, sehr häufig: zu wenige weiße Blutkörperchen und/oder Blutplättchen, Kopfschmerzen, Schwindel, Husten, Appetitlosigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Entzündungen und Geschwüre im Mund- und Rachenraum, erhöhte Leberwerte, Haarausfall, verminderte Kreatinin-Ausscheidung, Schwächegefühl [10]. Ciclosporin, sehr häufig: Nierenprobleme, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Zittern, übermäßiges Haarwachstum, hohe Blutfettwerte [11]. Dimethylfumarat (Skilarence), sehr häufig: weniger weiße Blutkörperchen, Rötung von Gesicht oder Körper mit Hitzegefühl (Flush), Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen oder -krämpfe, Übelkeit [12]
TNF-alpha-Hemmer (Biologika)Adalimumab [13], Etanercept [14], Infliximab [15]Heften sich an den Entzündungsbotenstoff Tumornekrosefaktor alpha (TNF alpha) oder blockieren seine Aktivität und verringern so die Entzündung [13, 14, 15]Adalimumab, sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle, Infektionen der Atemwege, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Hautausschlag, Schmerzen in Muskeln und Knochen [13]. Etanercept, sehr häufig: Infektionen, Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen [14]. Infliximab, sehr häufig: Magenschmerzen, Übelkeit, Virusinfektionen, Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Reaktionen auf die Infusion, Schmerzen [15]
Interleukin-17A-Hemmer (Biologika)Secukinumab [16]Neutralisiert die Aktivität des Botenstoffs Interleukin-17A (IL-17A), der bei Psoriasis in erhöhter Konzentration vorliegt [16]Sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege mit Halsschmerzen oder verstopfter Nase [16]
Interleukin-12/23- und Interleukin-23-Hemmer (Biologika)Ustekinumab [17], Guselkumab [18], Risankizumab [19]Ustekinumab hemmt die Botenstoffe IL-12 und IL-23 [17]; Guselkumab und Risankizumab hemmen den Botenstoff IL-23, der bei Psoriasis in erhöhter Konzentration vorliegt bzw. Entzündungen verursacht [18, 19]Ustekinumab, häufig unter anderem: Infektionen von Nase und Hals, Nasennebenhöhlenentzündung, Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Rücken-, Muskel- oder Gelenkschmerzen [17]. Guselkumab, sehr häufig: Infektionen der Atemwege [18]. Risankizumab, sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege mit Halsschmerzen und verstopfter Nase [19]

Sehr häufig heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig: bei bis zu 1 von 10, gelegentlich: bei bis zu 1 von 100 [7, 12]. Die Häufigkeiten gelten nur für den Wirkstoff und das Präparat, bei dem sie stehen; alle Nebenwirkungen stehen auf den Wirkstoffseiten.

Kortison und Vitamin-D3-Abkömmlinge zum Auftragen

Kortisonpräparate gibt es als Creme, Lösung oder Salbe, für die Kopfhaut auch als Schaum oder Shampoo. Sie werden nach ihrer Stärke in vier Klassen eingeteilt, von schwach (Klasse I, etwa Hydrokortison) bis sehr stark (Klasse IV, etwa Clobetasol) [2]. Stark schuppende Stellen und Psoriasis an der behaarten Kopfhaut brauchen laut IQWiG oft ein starkes oder sehr starkes Präparat; im Gesicht und in Hautfalten werden schwächere Präparate oder andere Wirkstoffe eingesetzt [2]. Die Beschwerden bessern sich in der Regel ein bis zwei Wochen nach Beginn der Behandlung [2].

Clobetasol ist laut Packungsbeilage für umschriebene Plaques entzündlicher Hauterkrankungen zugelassen, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen, zum Beispiel bei Schuppenflechte; bei ausgedehnten Formen der chronisch-stationären Schuppenflechte darf es nicht angewendet werden [7]. Betamethason und Triamcinolon sind als Creme unter anderem bei Schuppenflechte zugelassen [8, 9]. Wie lange und auf welcher Fläche Kortison angewendet werden darf, steht in der Packungsbeilage; die Angaben finden Sie zum Beispiel unter Clobetasol: Dosierung.

Calcipotriol wird als Creme, Gel, Salbe oder Lösung aufgetragen [2]. Reicht ein einzelner Wirkstoff nicht aus, kann es laut IQWiG mit Kortison kombiniert werden; es gibt auch Medikamente, die beides enthalten. Mittel mit Vitamin-D3-Abkömmlingen können laut IQWiG Brennen oder Juckreiz auslösen [2].

Methotrexat, Ciclosporin und Dimethylfumarat

Diese Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen hemmen die Abwehrreaktionen des Immunsystems [1]. Methotrexat ist laut Packungsbeilage für schwere Formen der Schuppenflechte zugelassen, die mit einer üblichen Behandlung nicht ausreichend behandelbar sind; es wird nur einmal wöchentlich angewendet [10]. Insbesondere bei höheren Dosen oder wenn das Risiko einer Überdosierung vermieden werden soll, ist laut Leitlinie die Gabe unter die Haut zu bevorzugen, weil bei Tabletten eher eine versehentlich tägliche statt wöchentliche Einnahme vorkommt [5]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen unter Methotrexat: Dosierung.

Ciclosporin ist laut Fachinformation bei schwerer Schuppenflechte zugelassen, wenn eine herkömmliche Behandlung nicht geeignet oder nicht wirksam ist [11]. Während der Behandlung müssen Sie laut Packungsbeilage jede UVB-Bestrahlung oder Lichttherapie vermeiden [11].

Dimethylfumarat ist als Skilarence zur Behandlung Erwachsener mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris zugelassen, die eine systemische Arzneimitteltherapie benötigen [12]. Das Ansprechen beginnt laut Packungsbeilage im Allgemeinen ab Woche 3 [12]. Die Herstellung des Präparats Fumaderm wurde in Deutschland laut Leitlinie eingestellt (Information vom 18.12.2024) [5].

Biologika und weitere Mittel

Biologika sind biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe [3]. Adalimumab, Secukinumab, Guselkumab und Risankizumab sind laut Fachinformation bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen, die für eine systemische Therapie infrage kommen [13, 16, 18, 19]. Etanercept, Infliximab und Ustekinumab sind laut Fachinformation bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen, wenn eine andere systemische Behandlung wie Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA nicht gewirkt hat, nicht angewendet werden darf oder nicht vertragen wird [14, 15, 17]. Die Leitlinie nennt außerdem Apremilast und Deucravacitinib sowie die Biologika Bimekizumab, Brodalumab, Certolizumab pegol, Ixekizumab und Tildrakizumab (ohne eigene Wirkstoffseite) [5].

Vor Beginn einer Behandlung mit Adalimumab wird auf Tuberkulose untersucht [13]. Der optimale Zeitpunkt für Impfungen liegt laut Leitlinie vor Beginn einer systemischen immunsuppressiven Therapie; Lebendimpfstoffe sollten nach den jeweiligen Fachinformationen vermieden werden [6].

Schwangerschaft und Kinderwunsch

Methotrexat dürfen Sie laut Packungsbeilage während der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch nicht anwenden. Frauen müssen während der Behandlung und mindestens 6 Monate danach zuverlässig verhüten; Männer sollen während der Behandlung und mindestens 3 Monate danach kein Kind zeugen [10]. Skilarence darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden [12]. Ciclosporin sollte laut Packungsbeilage im Allgemeinen in der Schwangerschaft nicht verwendet werden [11]. Bei Clobetasol soll die Anwendung in der Schwangerschaft laut Packungsbeilage so weit wie möglich vermieden werden und, falls unbedingt erforderlich, so kurz und so kleinflächig wie möglich erfolgen [7]. Säuglinge, die im Mutterleib Infliximab ausgesetzt waren, sollten nach einem Rote-Hand-Brief vom 7. März 2022 bis 12 Monate nach der Geburt keine Lebendimpfstoffe erhalten; bei gestillten Säuglingen, deren Mutter Infliximab erhält, wird die Anwendung von Lebendimpfstoffen danach nicht empfohlen, außer es ist kein Infliximab im Blut des Säuglings nachweisbar [22]. Mehr: Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen der Medikamente

Kortison zum Auftragen: Längere oder großflächige Anwendung von Clobetasol kann laut Packungsbeilage dazu führen, dass Wirkstoff in den Körper gelangt und dort wirkt; nach dem Ende der Behandlung kann eine Schuppenflechte wieder aufflammen [7]. Bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [7]. Mehr: Sehstörungen.

Methotrexat: Wird es häufiger oder in höheren Dosen als verordnet angewendet, können laut Packungsbeilage schwere Erkrankungen einschließlich Tod auftreten [10]. Ein Rote-Hand-Brief vom 25. November 2019 berichtet über Dosierungsfehler mit schwerwiegenden, auch tödlichen Folgen, wenn Methotrexat bei Autoimmunerkrankungen täglich statt wie vorgesehen einmal wöchentlich angewendet wurde [20]. Die Leitlinie empfiehlt Kontrollen von Blutbild, Leberwerten und Serumkreatinin vor der Behandlung, in den ersten Monaten und danach alle 3 Monate [5]. Während der Einnahme sollten Sie laut Packungsbeilage keinen Alkohol trinken, weil das besonders das Risiko von Nebenwirkungen an der Leber erhöhen kann [10]. Mehr: Erhöhte Leberwerte und Medikamente und Alkohol.

Dimethylfumarat: Flush, Durchfall, Magenprobleme und Übelkeit bessern sich laut Packungsbeilage von Skilarence meist im Verlauf der Behandlung [12]. Weil das Mittel Probleme mit dem Blut, der Leber und den Nieren verursachen kann, werden vor und während der Behandlung regelmäßig Blut und Urin untersucht [12]. Zu den schwerwiegendsten möglichen Nebenwirkungen zählt die Packungsbeilage allergische Reaktionen, Nierenversagen oder die Nierenerkrankung Fanconi-Syndrom und die schwere Gehirninfektion progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) [12].

Ciclosporin: Häufig sind laut Packungsbeilage Taubheitsgefühl oder Kribbeln und ein übermäßiges Wachstum des Zahnfleischs, das die Zähne bedeckt. Ciclosporin kann die Abwehr von Infektionen beeinträchtigen, und Sie dürfen es nicht mit Grapefruit oder Grapefruitsaft einnehmen [11]. Mehr: Medikamente und Grapefruit.

Biologika: Während der Behandlung mit Adalimumab können Sie laut Packungsbeilage leichter an Infektionen erkranken, darunter Tuberkulose [13]. Nach einem Rote-Hand-Brief vom 21. November 2014, den das Paul-Ehrlich-Institut am 22.11.2014 veröffentlichte, wurde unter Ustekinumab bei Psoriasis in seltenen Fällen über eine großflächige Hautentzündung mit Schälen der Haut (exfoliative Dermatitis) berichtet. Patienten sollen auf stärkere Rötung und Schälen der Haut über eine größere Körperfläche achten und dies ihrer Ärztin oder ihrem Arzt mitteilen [21]. Mehr: Infektanfälligkeit durch Medikamente.

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [10]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Schuppenflechte

Die Hautpflege und die Behandlungen mit Beruf, Familie und Freizeit zu vereinbaren, ist laut IQWiG für viele eine Herausforderung. Oft ist der Juckreiz auch nachts so stark, dass es zu Schlafproblemen kommt [1]. Viele empfinden den Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in Selbsthilfegruppen, als hilfreich [1].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Rote Haut am ganzen Körper. Nur sehr selten verursacht eine Schuppenflechte lebensbedrohliche Komplikationen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Sie kann sich auf den gesamten Körper ausweiten und dann zu einer Blutvergiftung und Herzversagen führen (erythroderme Psoriasis). Anzeichen sind Fieber, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, angeschwollene Lymphknoten und großflächige rote Hautausschläge [1].

Unter Methotrexat. Informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bei allgemeinem Krankheitsgefühl, trockenem Reizhusten, Kurzatmigkeit auch in Ruhe, Brustschmerzen oder Fieber und bei Fieber, Halsschmerzen, Geschwüren im Mund, Nasenbluten, Blutergüssen oder kleinen roten Punkten auf der Haut [10]. Bei schwerwiegendem Gewebeverlust und Abschälung der Haut, häufig zusammen mit schmerzhaften wunden Stellen im Mund oder an Schleimhäuten (epidermale Nekrose), beenden Sie laut Packungsbeilage die Anwendung und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [10]. Wurde Methotrexat versehentlich täglich statt einmal wöchentlich eingenommen, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses und nehmen die Packung mit [10].

Unter Dimethylfumarat oder Ciclosporin. Kommen zu einer Rötung Keuchatmung, Atembeschwerden oder eine Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund oder Zunge, beenden Sie laut Packungsbeilage von Skilarence die Einnahme und sprechen umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Das gilt auch bei einer neuen oder zunehmenden Schwäche einer Körperseite, Veränderungen des Seh- oder Denkvermögens, Verwirrtheit oder Persönlichkeitsveränderungen, die mehrere Tage anhalten [12]. Zeichen einer Infektion wie Fieber oder Halsschmerzen unter Ciclosporin melden Sie laut Packungsbeilage sofort Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [11]. Schwere Atemnot und Bewusstlosigkeit sind Fälle für den Notruf 112 [23].

Quellen

  1. Schuppenflechte (Psoriasis). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.03.2021. abgerufen am 18.10.2026
  2. Hautpflege und Medikamente zum Auftragen (Schuppenflechte). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.03.2021. abgerufen am 18.10.2026
  3. Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen (Schuppenflechte). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.03.2021. abgerufen am 18.10.2026
  4. Hilft eine Lichttherapie, Psoriasis-Beschwerden zu lindern?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.03.2021. abgerufen am 18.10.2026
  5. Leitlinie S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris, adaptiert von EuroGuiDerm, Teil 1: Therapieempfehlungen und Monitoring (Kurzfassung der Version 8.0, AWMF-Register-Nr. 013-001; Nast A et al., J Dtsch Dermatol Ges 2026; 24(1): 122ff., Open Access). Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und weitere Fachgesellschaften. Stand online 14.01.2026 (Leitlinie Version 8.0 vom 23.07.2025). abgerufen am 18.10.2026
  6. Leitlinie S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris, adaptiert von EuroGuiDerm, Teil 2: Hilfestellungen für besondere klinische Situationen und bei Vorliegen von Komorbiditäten (Abschnitt Impfungen; J Dtsch Dermatol Ges 2026; 24(2): 270ff., Open Access). Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und weitere Fachgesellschaften. Stand online 05.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dermoxin Creme 0,5 mg/1 g (Clobetasolpropionat). GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG. Stand 08/2022. abgerufen am 11.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Kortikoid-ratiopharm 0,1 % Creme (Triamcinolonacetonid). ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 11.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation DIPROSONE Creme 0,64 mg/g (Betamethasondipropionat). Organon Healthcare GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 11.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciclosporin Pro 100 mg Weichkapseln (PDF-Version 6, Stand 09/2024) und Fachinformation Ciclosporin Pro 25 mg/50 mg/100 mg Weichkapseln und 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen (Version 10, Stand 11/2025). TEVA GmbH. Stand GI 09/2024, FI 11/2025. abgerufen am 11.10.2026
  12. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Skilarence (Dimethylfumarat), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Skilarence 30 mg/120 mg magensaftresistente Tabletten. Almirall, S.A. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2025 (EMA, aktualisiert am 17.03.2025). abgerufen am 18.10.2026
  13. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Humira (Adalimumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Humira 40 mg Injektionslösung im Fertigpen. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025 (EMA, aktualisiert am 08.10.2025). abgerufen am 18.10.2026
  14. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Enbrel (Etanercept), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Enbrel 25 mg/50 mg Injektionslösung in Fertigspritze. Pfizer Europe MA EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025 (EMA, aktualisiert am 25.11.2025). abgerufen am 18.10.2026
  15. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Remicade (Infliximab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025 (EMA, aktualisiert am 15.12.2025). abgerufen am 18.10.2026
  16. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Cosentyx (Secukinumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Cosentyx 150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025 (EMA, aktualisiert am 16.10.2025). abgerufen am 18.10.2026
  17. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Stelara (Ustekinumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Stelara 45 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
  18. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Tremfya (Guselkumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Tremfya 100 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
  19. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Skyrizi (Risankizumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Skyrizi 150 mg Injektionslösung im Fertigpen. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026 (EMA, aktualisiert am 11.09.2026). abgerufen am 18.10.2026
  20. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Methotrexat: Neue Maßnahmen zur Vermeidung von Dosierungsfehlern mit potenziell tödlichen Folgen bei der Anwendung von Methotrexat bei Autoimmunerkrankungen. Zulassungsinhaber methotrexathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 25.11.2019. abgerufen am 18.10.2026
  21. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Stelara (Ustekinumab): Auftreten einer exfoliativen Dermatitis (Erythrodermie) und Exfoliation der Haut. Janssen-Cilag GmbH in Abstimmung mit PEI und EMA; Brief vom 21.11.2014, veröffentlicht vom Paul-Ehrlich-Institut am 22.11.2014. Stand 21.11.2014. abgerufen am 18.10.2026
  22. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Infliximab (Remicade, Flixabi, Inflectra, Remsima, Zessly): Anwendung von Lebendimpfstoffen bei Säuglingen, die in utero oder über das Stillen exponiert waren. Zulassungsinhaber Infliximab-haltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und Paul-Ehrlich-Institut (Archiv der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft). Stand 07.03.2022. abgerufen am 18.10.2026
  23. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente helfen gegen Schuppenflechte?

Bei leichter Schuppenflechte reichen laut IQWiG in der Regel Mittel zum Auftragen mit Kortison oder Vitamin-D3-Abkömmlingen wie Calcipotriol. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris wird laut S3-Leitlinie von 2025 die Einleitung einer systemischen Therapie empfohlen (starke Empfehlung). Dazu gehören Methotrexat, Ciclosporin und Dimethylfumarat sowie Biologika wie Adalimumab, Secukinumab, Guselkumab oder Risankizumab sowie Apremilast und Deucravacitinib. Bei der Auswahl wird laut Leitlinie empfohlen, Wirksamkeit, Sicherheit, Begleiterkrankungen und individuelle Patientenfaktoren zu berücksichtigen (starke Empfehlung).

Welche Salbe hilft bei Schuppenflechte?

Laut IQWiG sind Salben, Cremes und Lösungen mit Kortison oder Vitamin-D3-Abkömmlingen wirksam; beides gibt es auch kombiniert in einem Präparat. Stark schuppende Stellen und die behaarte Kopfhaut brauchen oft ein starkes oder sehr starkes Kortisonpräparat wie Clobetasol, im Gesicht und in Hautfalten werden schwächere Präparate oder andere Wirkstoffe eingesetzt. Clobetasol ist verschreibungspflichtig; wie lange und auf welcher Fläche Sie sie anwenden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Dazu kommt die tägliche Hautpflege mit rückfettenden oder feuchtigkeitsbindenden Mitteln.

Ist Schuppenflechte ansteckend?

Nein. Die Schuppenflechte ist laut IQWiG eine entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung, die durch Autoimmunreaktionen entsteht. Auch die Pusteln bei einer Psoriasis pustulosa sind nicht ansteckend. Trotzdem kommt es laut IQWiG immer noch vor, dass Menschen mit Schuppenflechte gemieden werden, weil andere die Hautkrankheit irrtümlich für ansteckend halten.

Was sind Biologika und wann bekommt man sie?

Biologika sind biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe, die gespritzt oder als Infusion gegeben werden und jeweils bestimmte Entzündungsbotenstoffe hemmen, etwa TNF alpha, Interleukin-17A oder Interleukin-23. Adalimumab, Secukinumab, Guselkumab und Risankizumab sind laut Fachinformation bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen, die für eine systemische Therapie infrage kommen; Etanercept, Infliximab und Ustekinumab bei Erwachsenen erst, wenn andere systemische Behandlungen wie Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA nicht gewirkt haben, nicht angewendet werden dürfen oder nicht vertragen werden. Bei der ersten Systemtherapie kann laut S3-Leitlinie von 2025 insbesondere bei besonderer Schwere ein Biologikum mit Erstlinienzulassung empfohlen werden (schwache Empfehlung). Vor Beginn einer Behandlung mit Adalimumab wird laut Packungsbeilage auf Tuberkulose untersucht.

Kann Kortisoncreme die Haut schädigen?

Bei Clobetasol nennt die Packungsbeilage Hautverdünnung, Dehnungsstreifen und erweiterte kleine Hautgefäße als gelegentliche Nebenwirkung, Juckreiz und örtliches Brennen oder Schmerzen der Haut als häufig. Längere oder großflächige Anwendung kann dazu führen, dass Wirkstoff in den Körper gelangt. Im Gesicht und in Hautfalten kann die Haut unter Clobetasol laut Packungsbeilage eher ausdünnen; dort werden laut IQWiG schwächere Präparate oder andere Wirkstoffe eingesetzt. Wenden Sie Kortison so an, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es verordnet hat.

Können Medikamente eine Schuppenflechte auslösen?

Ja. Für manche Medikamente, zum Beispiel bestimmte Malariamittel, wird laut IQWiG vermutet, dass sie einen Schub anstoßen können. Welche Mittel eine Schuppenflechte laut Produktinformation auslösen oder verschlechtern können, steht auf der Seite Schuppenflechte durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Was hilft bei Schuppenflechte außer Medikamenten?

Laut IQWiG ist die tägliche Hautpflege mit rückfettenden oder feuchtigkeitsbindenden Mitteln die Grundlage, auch in beschwerdefreien Zeiten. Bei mittelschwerer oder schwerer Psoriasis kommt eine Lichttherapie mit UV-Licht infrage, die in einer Hautarztpraxis oder Klinik stattfindet; Sonnenbänke sind dafür nicht geeignet. Bei starkem Übergewicht weisen einzelne Studien darauf hin, dass eine Gewichtsabnahme die Hautbeschwerden lindern kann. Für pflanzliche Mittel und Fischöl ist nicht nachgewiesen, dass sie helfen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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