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Hepatitis B

Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber durch das Hepatitis-B-Virus, das vor allem über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen wird. Bei Erwachsenen heilen akute Infektionen meist von selbst aus; eine chronische Hepatitis B wird laut IQWiG dauerhaft mit Tabletten behandelt (Nukleosid- oder Nukleotidanaloga; laut S3-Leitlinie sollen Entecavir oder Tenofovir bevorzugt werden, Empfehlungsgrad A), zeitweise kann Alpha-Interferon infrage kommen. Ob behandelt wird, richtet sich laut Leitlinie vor allem nach den Leberwerten, der Virusmenge im Blut und dem Zustand der Leber. Hatten Sie ohne ausreichenden Impfschutz Kontakt mit infiziertem Blut, sollte laut Leitlinie so früh wie möglich, auf jeden Fall innerhalb von 48 Stunden, eine aktiv-passive Impfung erfolgen (Empfehlungsgrad B).

Frau Anfang vierzig mit kastanienbraunem Haar und grünen Augen geht in einer senfgelben Jacke an einem sonnigen Herbstmorgen durch einen Park
Bild: KI-generiert

Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-B-Virus ausgelöst wird [1, 2]. Bei Erwachsenen heilen akute Infektionen meistens von selbst aus und müssen nicht behandelt werden; bei einigen Menschen wird die Infektion aber chronisch und kann auf Dauer zu ernsthaften Folgen führen [1]. Eine chronische Hepatitis B wird laut IQWiG dauerhaft mit Tabletten behandelt, die das Virus bekämpfen und Leberschäden vorbeugen sollen (Nukleosid- oder Nukleotidanaloga); zeitweise kann eine Behandlung mit Alpha-Interferon infrage kommen [1]. Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung [1].

Was ist Hepatitis B?

Hepatitis ist der Fachbegriff für eine Entzündung der Leber [1]. Von einer chronischen Hepatitis B spricht man, wenn ein Bestandteil der Virushülle, das HBs-Antigen (HBsAg), länger als sechs Monate im Blut nachweisbar bleibt [2, 3]. In Deutschland hat laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) weniger als 1 von 100 Menschen eine Hepatitis-B-Infektion [1]. Die Fallzahlen sind in den letzten Jahren angestiegen; 2023 wurden laut gesund.bund.de mehr als 20.000 neue Hepatitis-B-Fälle an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet [2].

Hepatitis D: Das Hepatitis-D-Virus braucht das Hepatitis-B-Virus, um sich zu vermehren, und kommt deshalb nur zusammen mit einer Hepatitis B vor. Die Doppelinfektion ist selten, verläuft laut gesund.bund.de aber in aller Regel schwerer als eine alleinige Hepatitis B [2]. Eine erfolgreiche Impfung gegen Hepatitis B schützt laut RKI auch vor einer Hepatitis-D-Infektion [3].

Symptome und Verlauf

Viele Menschen, die sich anstecken, haben keine oder keine typischen Beschwerden [1]. Als Faustregel gilt laut gesund.bund.de: Rund ein Drittel der akut Infizierten hat keine Beschwerden, ein weiteres Drittel hat unspezifische Symptome, beim letzten Drittel kommt eine Gelbsucht dazu [2]. Mögliche Beschwerden sind laut IQWiG und gesund.bund.de [1, 2]:

  • Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen,
  • allgemeines Unwohlsein und Erschöpfung,
  • Gelenkschmerzen,
  • Fieber,
  • gelblich verfärbte Haut und Augen (Gelbsucht, Ikterus).

Bei einer Gelbsucht wird außerdem der Stuhl heller und der Urin dunkler [2]. Zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden vergehen laut gesund.bund.de im Schnitt 60 bis 120 Tage [2]. In dieser Zeit können Infizierte das Virus unbemerkt übertragen [1].

Bei Erwachsenen heilen laut gesund.bund.de mehr als 90 Prozent der akuten Erkrankungen folgenlos aus und hinterlassen eine lebenslange Immunität [2]. Sehr selten kommt es zu einem plötzlichen Leberversagen [1]. Bei bis zu 10 Prozent der infizierten Erwachsenen wird die Infektion chronisch [2]. Bei Säuglingen, die sich während oder nach der Geburt bei der Mutter angesteckt haben, wird die Erkrankung laut IQWiG bei 90 von 100 Kindern chronisch [1].

Eine chronische Hepatitis B verursacht oft keine Beschwerden und wird zufällig entdeckt, wenn erhöhte Leberwerte auffallen; es können aber auch Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Gelenk- und Muskelschmerzen auftreten [2]. Mit der Zeit kann sie zu ernsthaften Komplikationen wie einer Leberzirrhose, Bauchwasser (Aszites), Blutungen und Leberkrebs führen [1].

Ursachen und Risikofaktoren

Das Hepatitis-B-Virus wird vor allem durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen [1]. Es ist bei infizierten Menschen vor allem im Blut enthalten, in deutlich geringeren Mengen auch in Speichel, Tränen, Sperma, Scheidensekret und in der Vormilch (Kolostrum) [2, 3]. In westlichen Industrieländern erfolgt die Ansteckung in vielen Fällen sexuell [2]. Als Risikofaktoren nennt das IQWiG [1]:

  • ungeschützten Sex, also ohne Kondom, und Geschlechtsverkehr mit vielen wechselnden Partnerinnen oder Partnern,
  • nicht sterile Spritzen oder Nadeln, etwa beim Drogengebrauch oder Tätowieren,
  • das Zusammenleben mit einer Person, die mit Hepatitis B infiziert ist,
  • einen dauerhaften Aufenthalt in einem Land mit starker Verbreitung des Virus.

Eine schwangere Frau mit Hepatitis B kann ihr Baby bei der Geburt anstecken; weltweit ist das einer der häufigsten Übertragungswege, hierzulande spielt er eine deutlich geringere Rolle [2]. Bei den neu gemeldeten Fällen lässt sich der Übertragungsweg laut RKI meistens nicht nachvollziehen [3].

Medikamente als Auslöser: Auch nach einer ausgeheilten Infektion überdauern laut gesund.bund.de sehr geringe Virusmengen in den Leberzellen. Wird die Körperabwehr stark geschwächt, etwa durch Therapien, die das Immunsystem unterdrücken, kann die Infektion wieder aufflammen [2]; laut IQWiG zum Beispiel bei einer Chemotherapie [1]. Eine Leberentzündung kann außerdem andere Ursachen haben, unter anderem Alkohol oder Arzneimittel [3]. Welche Medikamente die Leberwerte erhöhen können, steht auf der Seite Erhöhte Leberwerte durch Medikamente.

Diagnose

Ob sich jemand angesteckt hat, lässt sich mit einem Bluttest feststellen; der Befund zeigt, ob jemand aktuell erkrankt ist, früher eine Hepatitis B durchgemacht hat oder durch eine Impfung geschützt ist [1, 2]. Zur ersten Untersuchung sollen laut S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) HBsAg und in der Regel Anti-HBc bestimmt werden (Empfehlungsgrad A) [4]. Bei allen Menschen mit Hepatitis B soll laut Leitlinie auch auf eine Hepatitis D getestet werden (starke Empfehlung) [4].

Seit 2021 können gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren ihr Blut im Rahmen des Gesundheits-Check-ups einmalig auf Hepatitis B testen lassen [1]. Die Schwangerschaftsvorsorge sieht ebenfalls eine Untersuchung auf Hepatitis B vor [1]; laut Leitlinie soll bei allen Schwangeren ein HBsAg-Screening erfolgen (Empfehlungsgrad A) [4]. Nachweise des Hepatitis-B-Virus sind laut RKI meldepflichtig [3].

Behandlung ohne Medikamente

Bei einer akuten Hepatitis B sind laut gesund.bund.de körperliche Schonung sowie kohlenhydratreiche und fettarme Kost ratsam. Im Allgemeinen kann sie zu Hause auskuriert werden; nur bei schweren Verläufen muss die erkrankte Person ins Krankenhaus [2]. Spezielle Diäten haben laut RKI keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf [3]. Beschwerden wie Übelkeit und Schmerzen können mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden [1].

Eine akute Hepatitis B soll laut Leitlinie überwacht werden, bis das HBsAg verschwunden ist (starke Empfehlung). Menschen mit chronischer Hepatitis B ohne antivirale Therapie sollen regelmäßige Verlaufskontrollen erhalten, unter anderem der Leberwerte (ALT) und der Virusmenge im Blut sowie mit einem Ultraschall des Bauches (starke Empfehlung) [4].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Mitte fünfzig mit grau meliertem Haar und blauen Augen sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Ärztin mit dunkelblondem Haar gegenüber, beide sprechen ruhig miteinander
Bild: KI-generiert

Bei einer akuten Hepatitis B besteht laut S3-Leitlinie der DGVS (Version 2.0, Stand 07/2021) wegen der hohen Spontanheilungsrate bei Erwachsenen in der Regel keine Therapieindikation für die verfügbaren antiviralen Medikamente (starker Konsens) [4]. Sonderfälle sind Menschen mit schwerer akuter oder fulminanter Hepatitis B, die laut RKI mit einem akuten Leberversagen verlaufen kann [3]: Bei Anzeichen einer eingeschränkten Lebersynthese sollten diese Menschen mit einem Nukleos(t)idanalogon behandelt und frühzeitig in einem Transplantationszentrum betreut werden (Empfehlungsgrad B) [4].

Alle Menschen mit chronischer Hepatitis B sind laut Leitlinie grundsätzlich Kandidaten für eine antivirale Therapie. Ob behandelt wird, richtet sich in erster Linie nach wiederholt erhöhten Leberwerten (ALT), der Virusmenge im Blut (Grenzwert 2.000 IU/ml) und dem Ausmaß von Entzündung und Vernarbung (Fibrose) der Leber [4]. Menschen mit Leberzirrhose sollen bei nachweisbarer HBV-DNA unabhängig von der Virusmenge behandelt werden (Empfehlungsgrad A) [4]. Bei einer niedrig-virämischen chronischen Infektion (HBeAg negativ, HBV-DNA unter 2.000 IU/ml, wiederholt normale ALT, kein Hinweis auf eine moderate bis fortgeschrittene Fibrose) braucht in der Regel keine antivirale Behandlung zu erfolgen (Empfehlungsgrad 0) [4]. Langfristiges Therapieziel ist laut Leitlinie der Verlust des HBsAg [4].

Medikamente bei chronischer Hepatitis B im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Nukleosidanaloga (laut Leitlinie bevorzugt: Entecavir) [4]Entecavir (Baraclude), Filmtabletten und Lösung zum Einnehmen; zugelassen für Erwachsene mit kompensierter Lebererkrankung (mit nachgewiesener aktiver Virusvermehrung, dauerhaft erhöhten ALT-Werten und einer aktiven Entzündung und/oder Fibrose im Gewebebefund) oder mit dekompensierter Lebererkrankung sowie für nicht mit Nukleosidanaloga vorbehandelte Kinder und Jugendliche von 2 bis unter 18 Jahren mit kompensierter Lebererkrankung (mit nachgewiesener aktiver Virusvermehrung, dauerhaft erhöhten ALT-Werten oder einer mäßigen bis schweren Entzündung und/oder Fibrose im Gewebebefund) [6]Wird in der Zelle in seine wirksame Form umgewandelt und hemmt die Polymerase des Hepatitis-B-Virus, ein Enzym, mit dem das Virus sein Erbgut vervielfältigt [6]Häufig: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Schwindel, Schläfrigkeit, Erbrechen, Durchfall, Übelkeit, Verdauungsstörungen, erhöhte Leberenzymwerte [6]
Nukleotidanaloga (laut Leitlinie bevorzugt: Tenofovir) [4]Tenofovirdisoproxil (Viread), Filmtabletten und Granulat; zugelassen für Erwachsene mit kompensierter Lebererkrankung (mit nachgewiesener aktiver Virusvermehrung, dauerhaft erhöhten ALT-Werten und einer aktiven Entzündung und/oder Fibrose im Gewebebefund), mit nachgewiesenem Lamivudin-resistentem Virus oder mit dekompensierter Lebererkrankung sowie je nach Darreichungsform für Kinder und Jugendliche ab 2 Jahren mit kompensierter Lebererkrankung und immunaktiver Erkrankung (aktive Virusvermehrung und dauerhaft erhöhte ALT-Werte oder mäßige bis schwere Entzündung und/oder Fibrose im Gewebebefund) [7]Vorstufe, die im Körper zu Tenofovir umgewandelt wird; dessen wirksame Form hemmt die Polymerase des Hepatitis-B-Virus und bricht den Aufbau der Virus-DNA ab [7]Sehr häufig: Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Schwindelgefühl, Hautausschlag, Schwächegefühl, verringerte Phosphatwerte im Blut. Häufig: Kopfschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Müdigkeit, Bauchblähung, Blähungen, Verlust von Knochenmasse, Leberprobleme in Laboruntersuchungen [7]
Nukleotidanaloga (laut Leitlinie bevorzugt: Tenofovir) [4]Tenofoviralafenamid (Vemlidy), Filmtabletten; zugelassen für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren mit mindestens 25 kg Körpergewicht [8]Vorstufe von Tenofovir, die in die Leberzellen aufgenommen wird; dort entsteht die wirksame Form, die beim Aufbau der Virus-DNA eingebaut wird und ihn abbricht [8]Sehr häufig: Kopfschmerzen. Häufig: Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Schwindel, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz, Gefühl der Aufgeblähtheit, Winde, Müdigkeit, erhöhter Leberwert ALT [8]
Pegyliertes Interferon alfa (zeitlich begrenzt) [4]Peginterferon alfa-2a (Pegasys), Fertigspritze zur Anwendung unter die Haut; bei Hepatitis B zugelassen für Erwachsene mit HBeAg-positiver oder HBeAg-negativer chronischer Hepatitis B, kompensierter Lebererkrankung, nachgewiesener Virusvermehrung, erhöhten ALT-Werten und im Gewebebefund bestätigter Leberentzündung und/oder Fibrose sowie für Kinder und Jugendliche ab 3 Jahren mit HBeAg-positiver chronischer Hepatitis B ohne Leberzirrhose, mit nachgewiesener Virusvermehrung und dauerhaft erhöhten ALT-Werten [9]Zeigt laut Fachinformation im Laborversuch die für Interferon alfa-2a typischen antiviralen Eigenschaften [9]; laut gesund.bund.de kann Alpha-Interferon das Immunsystem anregen und dem Körper helfen, die Viren unter Kontrolle zu bekommen [2]Sehr häufig (Angaben der Packungsbeilage für die Kombination mit Ribavirin; bei alleiniger Anwendung bei Hepatitis B sind einige weniger wahrscheinlich) unter anderem: Appetitverlust, Depressionen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Haarausfall, Gelenk- und Muskelschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Schüttelfrost, Reizungen an der Injektionsstelle [9]

Die Angaben zu Zulassung und Nebenwirkungen stammen aus den Produktinformationen der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Sehr häufig bedeutet mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig bis zu 1 von 10, gelegentlich bis zu 1 von 100 und selten bis zu 1 von 1.000 [7, 8]. Jede Angabe gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht; mehr im Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Tabletten: Entecavir und Tenofovir

Bei der Therapie mit Nukleos(t)idanaloga sollen laut Leitlinie Entecavir oder Tenofovir (als Tenofovirdisoproxil, TDF, oder Tenofoviralafenamid, TAF) bevorzugt werden (Empfehlungsgrad A) [4]. Bei der Auswahl sollen unter anderem das Stadium der Lebererkrankung, Nierenfunktion und Knochendichte sowie Schwangerschaft oder Kinderwunsch berücksichtigt werden (starker Konsens) [4]. Adefovir soll nicht mehr eingesetzt werden (starke Empfehlung) [4]. Die Mittel müssen laut RKI meistens dauerhaft gegeben werden, da bei Absetzen die Virusmenge und die Leberwerte wieder ansteigen [3].

Während der Behandlung sollte die Virusmenge im ersten Jahr alle 3 Monate bestimmt werden; bei Ansprechen kann der Abstand danach unter Entecavir oder Tenofovir auf 6 Monate verlängert werden (Empfehlung bzw. Empfehlung offen) [4]. Die Nierenfunktion soll vor und regelmäßig während der Therapie überwacht werden (Empfehlungsgrad A) [4]. Eine Therapie mit Tenofovirdisoproxil sollte laut Leitlinie bei einem Abfall der Nierenfunktion (GFR), bei einer Schädigung der Nierenkanälchen (Tubulopathie), bei einem Phosphatwert unter 1 mg/dl und bei Frakturrisiko auf ein anderes Nukleos(t)idanalogon umgestellt werden (Empfehlungsgrad B) [4].

Pegyliertes Interferon alfa

Bei der Therapieauswahl sollte laut Leitlinie geprüft werden, ob eine Therapie mit pegyliertem Interferon alfa (PEG-IFN) möglich und sinnvoll ist (Empfehlung) [4]. Die Behandlung ist zeitlich begrenzt: Die Therapiedauer sollte in der Regel 48 Wochen betragen (Empfehlungsgrad B) [4]. Während und nach der Therapie sollen regelmäßig sicherheitsrelevante Blutuntersuchungen erfolgen (starke Empfehlung) [4]. Bei dekompensierter Leberzirrhose (Child-Pugh B und C) ist (PEG-)Interferon alfa laut Leitlinie kontraindiziert; dann sollen Nukleos(t)idanaloga eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A) [4].

Behandlung beenden

Eine Therapie mit Nukleos(t)idanaloga soll laut Leitlinie nur nach Rücksprache mit einer in der Behandlung der Hepatitis B erfahrenen Ärztin oder einem erfahrenen Arzt und unter engmaschigen Kontrollen beendet werden (starke Empfehlung) [4]. Beendet werden kann sie zum Beispiel, wenn das HBsAg verschwunden ist (Empfehlung offen) [4]. Laut Packungsbeilage von Entecavir bekommen einige Menschen sehr schwerwiegende Symptome der Hepatitis, wenn sie mit der Einnahme aufhören [6]. Laut Packungsbeilage von Tenofoviralafenamid könnte eine Verschlimmerung bei manchen Menschen mit fortgeschrittener Lebererkrankung oder Zirrhose lebensbedrohlich sein; nach einem Abbruch sind über mehrere Monate regelmäßige Untersuchungen und Bluttests nötig [8]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Schwangerschaft und Stillzeit

Bei Schwangeren mit Hepatitis B sollen laut Leitlinie mindestens alle 3 Monate ALT und HBV-DNA bestimmt werden, während der Schwangerschaft und mindestens bis 6 Monate nach der Entbindung (Empfehlungsgrad A) [4]. Liegt die Virusmenge über 200.000 IU/ml, soll eine Therapie angeboten werden, um das Risiko einer Übertragung auf das Kind zu verringern (Empfehlungsgrad A); sie sollte möglichst früh, idealerweise vor der 32. Schwangerschaftswoche, aber nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel beginnen (Empfehlungsgrad B) [4]. Tenofovir (TDF) sollte bevorzugt eingesetzt werden (Empfehlungsgrad B) [4].

Wird eine Frau während einer antiviralen Therapie schwanger, soll laut Leitlinie eine bestehende Therapie mit Entecavir umgestellt werden (starke Empfehlung), eine bestehende Therapie mit pegyliertem Interferon alfa soll abgesetzt bzw. umgestellt werden (Empfehlungsgrad A) [4]. Laut Packungsbeilage dürfen Sie Entecavir in der Schwangerschaft nicht einnehmen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt es ausdrücklich, und während der Behandlung sollten Sie nicht stillen [6]. Laut Packungsbeilage dürfen Sie während der Behandlung mit Tenofoviralafenamid oder mit Peginterferon alfa-2a nicht stillen [8, 9]. Unter Tenofovirdisoproxil können Sie Ihr Baby laut Packungsbeilage unter Umständen stillen, wenn es bei der Geburt eine Behandlung zur Vorbeugung einer Übertragung von Hepatitis B erhalten hat [7]. Sprechen Sie bei Kinderwunsch, Schwangerschaft oder vor dem Stillen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schutz vor einem Wiederaufflammen

Vor einer Chemotherapie oder einer immunsuppressiven Therapie sollen laut Leitlinie HBsAg und Anti-HBc bestimmt werden (Empfehlungsgrad A). Ob vorbeugend antiviral behandelt wird, richtet sich nach dem Befund und dem Reaktivierungsrisiko der geplanten Medikamente; Menschen mit HBsAg und hohem Risiko sollen mit Nukleos(t)idanaloga behandelt werden (Empfehlungsgrad A) [4]. Dafür sollten vorzugsweise Entecavir oder Tenofovir eingesetzt werden (Empfehlung) [4].

Hepatitis D

Bei allen Menschen mit chronischer Hepatitis D und nachweisbarer HDV-RNA soll laut Addendum zur S3-Leitlinie (Version 1.0, Stand 07/2023) die Möglichkeit einer antiviralen Therapie geprüft werden (Empfehlungsgrad A) [5]. Verfügbar sind zwei Therapieoptionen, Bulevirtid und pegyliertes Interferon alfa; ihre Vor- und Nachteile sollen abgewogen und mit den Betroffenen besprochen werden (starke Empfehlung) [5]. Für die Hepatitis D ist Peginterferon alfa-2a nicht zugelassen; die Fachinformation nennt sie nicht als Anwendungsgebiet [9]. Bulevirtid (Hepcludex) ist laut Fachinformation zugelassen für Erwachsene sowie Kinder ab 3 Jahren mit mindestens 10 kg Körpergewicht, die eine kompensierte Lebererkrankung haben und positiv auf HDV-RNA getestet wurden [10]. Sehr häufig sind laut Packungsbeilage Kopfschmerzen, Juckreiz, Reaktionen an der Injektionsstelle und erhöhte Gallensalze im Blut [10].

Nebenwirkungen der Medikamente

Die häufigsten Nebenwirkungen stehen in der Tabelle oben. Die Packungsbeilagen nennen außerdem seltenere, aber schwerwiegende Nebenwirkungen:

  • Laktatazidose (Überschuss an Milchsäure im Blut): Entecavir gehört laut Packungsbeilage zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die eine Laktatazidose verursachen können [6]; unter Tenofovirdisoproxil ist sie selten. Anzeichen können tiefes, schnelles Atmen, Schläfrigkeit sowie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen sein [7].
  • Niere und Knochen: Unter Tenofovirdisoproxil sind Schäden an den Zellen der Nierenkanälchen gelegentlich, Nierenprobleme einschließlich Nierenversagen und eine Erweichung der Knochen mit Knochenschmerzen und manchmal Knochenbrüchen selten [7]. Mehr dazu: Nierenschäden durch Medikamente und Osteoporose durch Medikamente.
  • Bauchspeicheldrüse: Schmerzen im Oberbauch durch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse sind unter Tenofovirdisoproxil gelegentlich [7]. Mehr dazu: Pankreatitis.
  • Allergische Reaktionen: Schwere allergische Reaktionen sind unter Entecavir selten [6]; eine Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen (Angioödem) ist unter Tenofoviralafenamid gelegentlich [8].
  • Psyche unter Interferon: Unter Peginterferon alfa-2a können Depressionen auftreten, in einigen Fällen auch Selbstmordgedanken oder aggressives Verhalten. Bei Depressionen, Selbstmordgedanken oder Veränderungen im Verhalten sollen Sie sich laut Packungsbeilage umgehend in ärztliche Behandlung begeben [9]. Mehr dazu: Depression durch Medikamente.

Haben Sie ein verordnetes Medikament als Auslöser von Beschwerden im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt über das nationale Meldesystem melden [8]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Hepatitis B

Das Übertragungsrisiko in Familie und Freundeskreis ist laut RKI bei Einhaltung allgemein üblicher häuslicher Hygiene gering, selbst bei hoher Virusmenge [3]. Nagelscheren, Zahnbürsten oder Rasierapparate sollten nicht gemeinsam benutzt werden, und Blut einer infizierten Person darf nicht in die Blutbahn oder das Gewebe einer anderen Person gelangen [3]. Menschen mit einer aktiven Infektion sollten konsequent Kondome verwenden, wenn die Sexualpartnerin oder der Sexualpartner nicht erfolgreich geimpft ist [3]. Familienangehörige und Lebenspartner sollten laut RKI unbedingt geimpft sein und den Impferfolg überprüfen lassen [3]. Vor Eingriffen, auch beim Zahnarzt, sollten Sie das behandelnde Personal über die Infektion informieren [3].

Bei erhöhtem Risiko für Leberkrebs sollte laut Leitlinie mindestens alle 6 Monate ein Ultraschall des Bauches durch eine erfahrene Untersucherin oder einen erfahrenen Untersucher erfolgen; insbesondere bei Leberzirrhose soll diese Untersuchung erfolgen (starke Empfehlung) [4]. Diese Vorsorge soll während und nach einer antiviralen Therapie weiterlaufen, da das Risiko für Leberkrebs gesenkt, aber nicht beseitigt wird (starke Empfehlung) [4].

Impfung: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt laut IQWiG, alle Säuglinge und Kleinkinder gegen Hepatitis B impfen zu lassen; für Erwachsene hängt die Empfehlung vom persönlichen Ansteckungsrisiko ab [1]. Mehr dazu auf der Seite Impfung gegen Hepatitis B. Welche Nebenwirkungen die Impfstoffe gegen Hepatitis A laut Fachinformation haben, steht auf der Seite Hepatitis-A-Impfung. Bei der Erstdiagnose soll laut Leitlinie auch eine Infektion mit Hepatitis C und HIV ausgeschlossen werden (starke Empfehlung) [4]; mehr auf den Seiten Hepatitis C und HIV.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Laut Packungsbeilage von Peginterferon alfa-2a sollen Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden bei starken Schmerzen im Brustkorb, anhaltendem Husten, unregelmäßigem Herzschlag, Atembeschwerden, Verwirrung, Depression, starken Magenschmerzen, Blut im Stuhl oder schwarzem, teerigem Stuhl, starkem Nasenbluten, Fieber oder Schüttelfrost und Veränderungen der Sehkraft [9]. Bei Anzeichen einer Laktatazidose unter Tenofovirdisoproxil wenden Sie sich laut Packungsbeilage unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [7]. Veränderungen von Beschwerden nach dem Ende einer Behandlung mit Entecavir oder Tenofoviralafenamid sollen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich ärztlich mitteilen [6, 8].

Hatten Sie ohne ausreichenden Impfschutz Kontakt mit möglicherweise infiziertem Blut, etwa durch eine Stichverletzung, sollte laut Leitlinie so früh wie möglich, auf jeden Fall innerhalb von 48 Stunden, eine aktiv-passive Immunisierung erfolgen (Empfehlungsgrad B) [4]. Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen und starke, nicht stillbare Blutungen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112 [11].

Quellen

  1. Hepatitis B. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.02.2023. abgerufen am 18.10.2026
  2. Behörde Hepatitis B. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft durch die Gesellschaft für Virologie). Stand 22.05.2025. abgerufen am 18.10.2026
  3. Behörde RKI-Ratgeber Hepatitis B und D (vollständig aktualisierte Fassung vom Mai 2016, Abschnitte Gesetzliche Grundlage und Beratung aktualisiert im Februar 2018). Robert Koch-Institut (RKI). Stand 05.02.2018. abgerufen am 18.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virusinfektion, Version 2.0 (AWMF-Register-Nr. 021-011), digitale Fassung mit Empfehlungen; laut DGVS in Überarbeitung. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand 07/2021. abgerufen am 18.10.2026
  5. Leitlinie Addendum zur S3-Leitlinie Hepatitis-B-Virusinfektion: Hepatitis D, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. 021-011), digitale Fassung mit Empfehlungen. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand 07/2023. abgerufen am 18.10.2026
  6. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Baraclude (Entecavir), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025 (EMA, aktualisiert am 03.12.2025). abgerufen am 18.10.2026
  7. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Viread (Tenofovirdisoproxil), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Viread 245 mg Filmtabletten. Gilead Sciences Ireland UC (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2024 (EMA, aktualisiert am 16.02.2024). abgerufen am 18.10.2026
  8. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Vemlidy (Tenofoviralafenamid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Gilead Sciences Ireland UC (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 05/2023 (EMA, aktualisiert am 26.05.2023). abgerufen am 18.10.2026
  9. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Pegasys (Peginterferon alfa-2a), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Pegasys Fertigspritze. pharmaand GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026 (EMA, aktualisiert am 22.09.2026). abgerufen am 18.10.2026
  10. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Hepcludex (Bulevirtid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Gilead Sciences Ireland UC (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026 (EMA, aktualisiert am 12.03.2026). abgerufen am 18.10.2026
  11. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente helfen gegen Hepatitis B?

Eine akute Hepatitis B muss bei Erwachsenen meist nicht behandelt werden; laut S3-Leitlinie der DGVS besteht in der Regel keine Therapieindikation für antivirale Mittel. Eine chronische Hepatitis B wird laut IQWiG dauerhaft mit Tabletten behandelt, die das Virus bekämpfen und Leberschäden vorbeugen sollen (Nukleosid- oder Nukleotidanaloga). Laut Leitlinie sollen dabei Entecavir oder Tenofovir bevorzugt werden (Empfehlungsgrad A). Zeitweise kann auch pegyliertes Interferon alfa infrage kommen, dessen Therapiedauer laut Leitlinie in der Regel 48 Wochen betragen sollte (Empfehlungsgrad B). Ob und womit behandelt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Ist Hepatitis B heilbar?

Bei Erwachsenen heilen laut gesund.bund.de mehr als 90 Prozent der akuten Erkrankungen folgenlos aus. Bei einer chronischen Hepatitis B ist der Verlust des HBsAg laut Leitlinie das langfristige Therapieziel. Eine dauerhafte Serokonversion von HBsAg zu Anti-HBs, die das RKI als Therapieziel nennt, wird mit den Tabletten laut RKI nur in einem kleinen Teil der Fälle erreicht, daher ist die Behandlung meist eine Dauertherapie. Auch nach einer ausgeheilten Infektion können laut gesund.bund.de geringe Virusmengen in den Leberzellen bleiben, die bei stark geschwächter Körperabwehr wieder aufflammen können.

Wie steckt man sich mit Hepatitis B an?

Das Virus wird laut IQWiG vor allem durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen, meistens bei ungeschütztem Sex. Weitere Wege sind nicht sterile Spritzen oder Nadeln, etwa beim Drogengebrauch oder Tätowieren, und die Ansteckung des Babys bei der Geburt. Im Familien- und Freundeskreis ist das Risiko laut RKI bei üblicher häuslicher Hygiene gering; Nagelscheren, Zahnbürsten oder Rasierapparate sollten aber nicht gemeinsam benutzt werden.

Darf ich die Tabletten gegen Hepatitis B absetzen?

Nur nach ärztlicher Rücksprache. Laut Leitlinie soll eine Therapie mit Nukleos(t)idanaloga nur nach Rücksprache mit einer in der Behandlung der Hepatitis B erfahrenen Ärztin oder einem erfahrenen Arzt und unter engmaschigen Kontrollen beendet werden (starke Empfehlung). Laut Packungsbeilage kann sich die Hepatitis nach einem Abbruch verschlechtern; bei manchen Menschen mit fortgeschrittener Lebererkrankung oder Zirrhose könnte das lebensbedrohlich sein. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Was gilt bei Hepatitis B in der Schwangerschaft?

Bei allen Schwangeren soll laut Leitlinie ein Test auf HBsAg erfolgen (Empfehlungsgrad A). Neugeborene von Müttern mit Hepatitis B sollen innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt aktiv und passiv geimpft werden, also mit Impfstoff und Hepatitis-B-Immunglobulin (Empfehlungsgrad A). Bei einer Virusmenge über 200.000 IU/ml soll der Schwangeren laut Leitlinie eine antivirale Therapie angeboten werden (Empfehlungsgrad A); Tenofovir (TDF) sollte dabei bevorzugt eingesetzt werden (Empfehlungsgrad B). Sprechen Sie bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wer sollte sich gegen Hepatitis B impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt laut IQWiG, alle Säuglinge und Kleinkinder gegen Hepatitis B impfen zu lassen. Für Erwachsene hängt die Empfehlung vom persönlichen Ansteckungsrisiko ab, zum Beispiel bei einem geschwächten Immunsystem, vor einer geplanten Behandlung, die das Immunsystem unterdrückt, bei engem Kontakt mit Menschen mit chronischer Hepatitis B oder bei beruflichem Kontakt mit dem Virus. Vor Reisen in Länder, in denen Hepatitis B sehr verbreitet ist, kann sie ebenfalls sinnvoll sein. Mehr dazu auf der Seite Impfung gegen Hepatitis B.

Muss eine Hepatitis B gemeldet werden?

Ja. Laut RKI werden dem Gesundheitsamt Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod an akuter Virushepatitis sowie alle Nachweise des Hepatitis-B-Virus und des Hepatitis-D-Virus namentlich gemeldet, unabhängig vom Krankheitsbild. Keine Meldepflicht besteht zum Beispiel beim alleinigen Nachweis von Antikörpern nach einer Impfung oder bei einer ausgeheilten Infektion ohne direkten Virusnachweis. Wer melden muss, regelt § 8 Infektionsschutzgesetz.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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