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Azathioprin: Nebenwirkungen und Wirkung
Azathioprin ist ein verschreibungspflichtiges Immunsuppressivum: Es wird nach Organtransplantationen eingesetzt sowie bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Lupus, Multipler Sklerose und Myasthenia gravis. Sehr häufig unterdrückt es die Blutbildung im Knochenmark, deshalb sind regelmäßige Blutbildkontrollen nötig. Bei Fieber oder Anzeichen einer Infektion informieren Sie sofort Ihre Fachärztin oder Ihren Facharzt oder suchen ein Krankenhaus auf.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Infektionen durch Viren, Pilze und Bakterien bei Transplantatempfängern, die Azathioprin zusammen mit anderen Immunsuppressiva erhalten[1, 2]
- Sehr häufig: Unterdrückung der Knochenmarkfunktion (Knochenmarkdepression); mögliche Zeichen sind erhöhte Infektanfälligkeit, Entzündungen in Mund und Hals, erhöhte Blutungsneigung, Erschöpfung (Fatigue) und eine allgemein schlechte körperliche Verfassung[1, 2]
- Sehr häufig: Weniger weiße Blutkörperchen (Leukopenie), was eine Infektion hervorrufen kann[1, 2]
- Häufig: Weniger Blutplättchen (Thrombozytopenie), sodass leichter blaue Flecken oder Blutungen entstehen können[1, 2]
- Häufig: Übelkeit, bisweilen mit Erbrechen[2]
Wofür wird Azathioprin eingesetzt?
Azathioprin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das die körpereigene Abwehrreaktion unterdrückt (Immunsuppressivum) [1, 4]. Es dient zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen nach Transplantation von Niere, Leber, Herz, Lunge oder Bauchspeicheldrüse, und zwar zusammen mit anderen Immunsuppressiva, üblicherweise als Zusatz zu den Mitteln, die den Hauptpfeiler der Behandlung bilden [1, 2].
Außerdem wird Azathioprin bei mäßig schweren bis schweren Verlaufsformen mehrerer Autoimmunerkrankungen eingesetzt, üblicherweise zusammen mit Kortison (Glukokortikosteroiden). Es kommt auch dann infrage, wenn Kortison nicht vertragen wird oder hohe Kortisondosen nicht ausreichend wirken. Dazu zählen schwere Formen der rheumatoiden Arthritis, die sich mit Basistherapeutika nicht kontrollieren lassen, die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die Autoimmunhepatitis, der systemische Lupus erythematodes, Dermatomyositis, Polyarteriitis nodosa, die blasenbildenden Hauterkrankungen Pemphigus vulgaris und bullöses Pemphigoid, Morbus Behçet sowie bestimmte Autoimmunerkrankungen des Blutes [1, 2]. Zugelassen ist Azathioprin auch bei schubförmiger Multipler Sklerose und bei generalisierter Myasthenia gravis [1, 2]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in der Anwendung und Überwachung von Immunsuppressiva begonnen werden [2].
Wie wirkt Azathioprin?
Azathioprin ist eine Vorstufe (Prodrug) des Wirkstoffs 6-Mercaptopurin. In den Zellen entstehen daraus sogenannte Thioguanin-Nukleotide. Sie hemmen die Bildung von Purinen, Bausteinen der Erbsubstanz, und werden selbst in die Erbsubstanz eingebaut. Dadurch vermehren sich bestimmte Abwehrzellen, die B- und T-Lymphozyten, weniger und sind weniger aktiv [2]. Deshalb kann die Wirkung laut Fachinformation erst nach mehreren Wochen oder Monaten der Behandlung erkennbar sein [1, 2].
Azathioprin wird unvollständig und unterschiedlich stark aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Nach Einnahme mit einer Mahlzeit und Milch war die verfügbare Menge an 6-Mercaptopurin um etwa 26 Prozent niedriger als nüchtern; ein Enzym in der Milch baut 6-Mercaptopurin ab [2]. Am weiteren Abbau ist unter anderem das Enzym Thiopurin-Methyltransferase (TPMT) beteiligt. Etwa 10 Prozent der Patientinnen und Patienten haben erblich bedingt eine verminderte TPMT-Aktivität; besonders bei reinerbigen Trägern ist der Abbau beeinträchtigt und das Risiko für Schäden am Knochenmark höher [2]. Auch eine angeborene Veränderung des NUDT15-Gens erhöht laut Fachinformation das Risiko für schwere Nebenwirkungen wie einen frühen Mangel an weißen Blutkörperchen und Haarausfall [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Die Fachinformation weist darauf hin, dass es für das Präparat keine klinische Dokumentation nach heutigen Maßstäben gibt, die eine exakte Häufigkeitsangabe begründen würde; je nach Anwendungsgebiet, Dosis und Kombination mit anderen Mitteln können Nebenwirkungen unterschiedlich häufig sein. Die häufigste Nebenwirkung ist eine von der Dosis abhängige, im Allgemeinen umkehrbare Unterdrückung des Knochenmarks, meist mit einem Mangel an weißen Blutkörperchen [2]. Mehr dazu unter Blutungen und Blutbildveränderungen durch Medikamente und Infektanfälligkeit durch Medikamente.
Bei Übelkeit unterscheiden sich die beiden Dokumente: Die Packungsbeilage (Stand Januar 2025) nennt sie gelegentlich, die jüngere Fachinformation (Stand Februar 2026) häufig; die Liste folgt der Fachinformation [1, 2]. Unter Behandlungen, die das Immunsystem unterdrücken, ist das Risiko für Lymphome und andere bösartige Tumoren erhöht, insbesondere für Hautkrebs, Sarkome und frühe Formen von Gebärmutterhalskrebs; laut Fachinformation scheint es mit dem Grad und der Dauer der Immunsuppression zusammenzuhängen [1, 2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenInfektionen durch Viren, Pilze und Bakterien bei Transplantatempfängern, die Azathioprin zusammen mit anderen Immunsuppressiva erhalten[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitPilzinfektionen
- Blut und LymphsystemUnterdrückung der Knochenmarkfunktion (Knochenmarkdepression); mögliche Zeichen sind erhöhte Infektanfälligkeit, Entzündungen in Mund und Hals, erhöhte Blutungsneigung, Erschöpfung (Fatigue) und eine allgemein schlechte körperliche Verfassung[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte InfektanfälligkeitBlutungen und blaue FleckenMüdigkeit
- Blut und LymphsystemWeniger weiße Blutkörperchen (Leukopenie), was eine Infektion hervorrufen kann[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte Infektanfälligkeit
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemWeniger Blutplättchen (Thrombozytopenie), sodass leichter blaue Flecken oder Blutungen entstehen können[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
- Magen und DarmÜbelkeit, bisweilen mit Erbrechen[2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen mit allgemeinem Unbehagen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Schüttelfrost, Hautausschlag, Hautknötchen, Entzündung von Blutgefäßen, Muskel- und Gelenkschmerzen, niedrigem Blutdruck, Nieren- oder Leberstörungen und Darmproblemen; in sehr seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenDurchfallFieberHautausschlagSchwindelÜbelkeitErbrechenMuskelschmerzenGelenkschmerzenNiedriger Blutdruck
- InfektionenInfektionen durch Viren, Pilze oder Bakterien bei allen anderen Behandelten (ohne Transplantation); laut Fachinformation auch Infektionen im Zusammenhang mit einem Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Neutropenie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitPilzinfektionen
- Blut und LymphsystemBlutarmut durch weniger rote Blutkörperchen (Anämie), die zu Ermüdung, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit bei körperlicher Betätigung, Schwindel und Blässe führen kann[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsMüdigkeit
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), die starke Schmerzen im Oberbauch mit Übelkeit und Erbrechen hervorrufen kann, besonders bei Transplantatempfängern und bei entzündlichen Darmerkrankungen[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzenÜbelkeitErbrechen
- Leber und GalleDosisabhängige Leberschädigung mit Gallenstau (Cholestase), die nach dem Ende der Behandlung üblicherweise zurückgeht und mit einer Überempfindlichkeitsreaktion zusammenhängen kann; Verschlechterung der Leberwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Leber und GalleGallenstau in der Schwangerschaft (Schwangerschaftscholestase), der starken Juckreiz, besonders an Händen und Füßen, verursachen kann[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Leber und GalleLebensbedrohlicher Leberschaden; mögliche Anzeichen sind schwarzer (Teer-)Stuhl, Blut im Stuhl, Bauchschmerzen oder Gelbfärbung von Haut und Augenweiß[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteBauchschmerzen
- Gutartige und bösartige NeubildungenVerschiedene Krebsarten, darunter Blut-, Lymph- und Hautkrebs, die zumeist typisch für Behandlungen zur Unterdrückung der Immunreaktion sind; laut Fachinformation unter anderem lymphoproliferative Erkrankungen, Melanome und andere Hautkrebse, Sarkome (Kaposi-Sarkom und andere) und In-situ-Karzinome des Gebärmutterhalses[1, 2]
- Gutartige und bösartige NeubildungenBösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems wie akute myeloische Leukämie und Myelodysplasien[1, 2]
- Blut und LymphsystemVerminderung bestimmter weißer oder roter Blutzellen (Agranulozytose, aplastische Anämie), Verminderung aller Blutzellen (Panzytopenie), megaloblastische Anämie und Erythrozytenhypoplasie, laut Fachinformation auch Knochenmarkversagen; mögliche Zeichen sind Schwäche, Müdigkeit, Blässe, Kopfschmerzen, entzündete Zunge, Atemlosigkeit, Blutergüsse oder Infektionen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HautHaarausfall, der sich auch bessern kann, wenn Sie die Einnahme fortsetzen[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwere Hautreaktionen mit Blasenbildung und/oder Ablösung der Haut, besonders an Armen und Beinen sowie im Mund-, Augen- und Genitalbereich, mit schlechtem Allgemeinbefinden und Fieber (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenFieber
- AtemwegeLungenentzündung (Pneumonitis), die Atembeschwerden, Husten oder Fieber verursachen kann und nach dem Absetzen heilbar ist[1, 2]Mehr dazu: AtemnotReizhustenFieber
- InfektionenGedächtnisverlust, Schwierigkeiten beim Denken oder Gehen oder Verlust der Sehkraft; dabei kann es sich um eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) handeln, eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung des Gehirns; laut Fachinformation durch das JC-Virus verursacht und bei Anwendung zusammen mit anderen Immunsuppressiva berichtet[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und GedächtnisstörungenSehstörungen
- Blut und LymphsystemBlutarmut durch vermehrten Abbau roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie), die zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit bei Anstrengung und Blässe führen kann[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Magen und DarmSchwere Entzündungen des Dickdarms (Kolitis, Divertikulitis) und Darmdurchbruch bei Transplantatempfängern; schwere Durchfälle bei entzündlichen Darmerkrankungen; Darmprobleme, die zu Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen führen können[1, 2]Mehr dazu: DurchfallBauchschmerzenVerstopfungÜbelkeitErbrechen
- Gutartige und bösartige NeubildungenHepatosplenisches T-Zell-Lymphom, eine bestimmte Krebsart, bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen TNF-Wirkstoffen; laut Fachinformation bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen[1, 2]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautEmpfindlichkeit gegenüber Licht oder Sonnenlicht (Photosensibilität)[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- Stoffwechsel und ErnährungVitamin-B3-Mangel (Pellagra) mit pigmentiertem Ausschlag, Durchfall und Gedächtnisverlust[1, 2]Mehr dazu: NährstoffmangelDurchfallPigmentstörungen der HautKonzentrations- und Gedächtnisstörungen
- HautAusschlag mit erhabenen roten, rosa- oder lilafarbenen, bei Berührung schmerzhaften Knötchen, besonders an Armen, Händen, Fingern, im Gesicht und am Nacken, auch mit Fieber (Sweet-Syndrom, akute febrile neutrophile Dermatose)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagFieber
- Leber und GalleSchwere, möglicherweise lebensbedrohliche Leberschädigung (Leberverletzung, nicht-zirrhotische portale Hypertonie, portosinusoidale Gefäßerkrankung), besonders bei Langzeitbehandlung[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- NervensystemPosteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES), eine Störung im Gehirn; laut Fachinformation mit Anzeichen wie Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Bluthochdruck und Sehstörungen[2]Mehr dazu: KopfschmerzenKrampfanfälleSehstörungen
- NervensystemZittern (Tremor)[2]Mehr dazu: Zittern
- Magen und DarmEntzündung der Speicheldrüsen (Sialadenitis)[2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die Packungsbeilage nennt die meisten dieser Beschwerden als schwerwiegende Nebenwirkungen, bei denen Sie sofort Ihre Fachärztin oder Ihren Facharzt informieren oder ein Krankenhaus aufsuchen; bei den übrigen sollen Sie umgehend oder sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt verständigen [1]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei den ersten Anzeichen einer abnormen Veränderung des Blutbildes sofort unterbrochen werden, weil die Zahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen auch nach dem Ende der Behandlung weiter sinken kann; rechtzeitig abgesetzt, ist die Unterdrückung des Knochenmarks umkehrbar [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Blutbild kontrollieren lassen: In den ersten 8 Wochen sollte mindestens einmal wöchentlich ein Blutbild einschließlich der Blutplättchen angefertigt werden, danach einmal im Monat, mindestens aber alle 3 Monate. Häufiger wird bei höheren Dosen, im höheren Alter und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion kontrolliert. Halten Sie diese Termine ein und melden Sie ungeklärte blaue Flecken, Blutungen oder Anzeichen einer Infektion umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 2]. Auch die Leberfunktion wird regelmäßig überwacht [1, 2].
Infektionen vorbeugen: Unter Azathioprin besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen durch Viren, Pilze und Bakterien, die schwerer verlaufen können. Meiden Sie Kontakt zu Menschen mit Windpocken oder Gürtelrose, und sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor Behandlungsbeginn, ob Sie Windpocken, Gürtelrose oder Hepatitis B hatten [1, 2].
Haut schützen: Weil Hautkrebs unter Azathioprin häufiger auftreten kann, vermeiden Sie unnötige Sonneneinstrahlung und UV-Licht, tragen schützende Kleidung und verwenden Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor [1, 2]. Hintergrund bietet die Seite Medikamente und Sonne: Lichtempfindlichkeit der Haut.
Übelkeit: Ist Ihnen zu Beginn der Einnahme übel, empfiehlt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eventuell, die Tabletten nach dem Essen einzunehmen. Die Einnahme sollte dann aber immer gleich erfolgen, weil nach einer Mahlzeit weniger Wirkstoff aufgenommen werden kann [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Besonders wichtig sind die Gichtmittel Allopurinol, Oxipurinol und Thiopurinol: Sie bremsen den Abbau von Azathioprin, sodass die Dosis von Azathioprin verringert werden muss; laut Fachinformation wurden bei gleichzeitiger Gabe von Azathioprin und Allopurinol Todesfälle berichtet. Die gleichzeitige Gabe von Febuxostat wird laut Fachinformation nicht empfohlen [1, 2]. Die Angabe der Packungsbeilage zur Dosis bei dieser Kombination steht im Abschnitt Dosierung.
Mittel gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Mesalazin oder Sulfasalazin hemmen das Enzym TPMT und können die Wirkung auf das Knochenmark verstärken [1, 2]. Vor einer Operation informieren Sie die Narkoseärztin oder den Narkosearzt über die Behandlung, weil Muskelentspannungsmittel mit Azathioprin in Wechselwirkung treten können [1, 2]. Lebendimpfungen sind während der Behandlung nicht erlaubt; bei Impfstoffen aus abgetöteten Erregern ist die Immunantwort wahrscheinlich vermindert [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Allopurinol, Oxipurinol oder Thiopurinol (Gichtmittel) | Azathioprin wird langsamer abgebaut; laut Fachinformation wurden bei gleichzeitiger Gabe von Azathioprin und Allopurinol Todesfälle berichtet[1, 2] | Die Azathioprin-Dosis muss auf ein Viertel der normalen Dosis verringert werden |
| Febuxostat und andere Hemmstoffe der Xanthinoxidase | Können laut Fachinformation auf Grundlage nicht-klinischer Daten die Wirkung von Azathioprin verlängern, was zu einer verstärkten Knochenmarkunterdrückung führen kann[1, 2] | Laut Fachinformation nicht empfohlen, da die Daten für eine angemessene Dosisverringerung nicht ausreichen |
| Ribavirin (gegen Virusinfektionen) | Schwere Unterdrückung des Knochenmarks berichtet; Ribavirin kann die Wirksamkeit von Azathioprin verringern und seine Giftigkeit erhöhen[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen |
| Olsalazin, Mesalazin, Sulfasalazin (gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) | Hemmen das Enzym TPMT und können die knochenmarkschädigende Wirkung verstärken[1, 2] | Laut Fachinformation geringere Azathioprin-Dosen erwägen |
| Zytostatika (z. B. Methotrexat), Penicillamin und andere Mittel, die die Blutbildung im Knochenmark hemmen | Stärkere Hemmung der Blutbildung; Methotrexat erhöht laut Fachinformation die Menge von 6-Mercaptopurin im Blut[1, 2] | Laut Fachinformation die gleichzeitige Anwendung möglichst vermeiden bzw. die Azathioprin-Dosis verringern, bei hohen Methotrexat-Dosen anpassen; Ärztin oder Arzt informieren |
| Trimethoprim/Sulfamethoxazol (Antibiotika), ACE-Hemmer, Cimetidin, Indometacin | Laut Fachinformation Berichte über Störungen des Blutbildes bzw. Hinweise auf eine verstärkte Hemmung der Blutbildung[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Muskelentspannungsmittel bei Operationen (z. B. Curare, Tubocurarin, Pancuronium, Succinylcholin) | Azathioprin kann die Wirkung beeinflussen: laut Fachinformation abgeschwächt bei nicht depolarisierenden, verstärkt bei depolarisierenden Mitteln[1, 2] | Vor einer Operation die Narkoseärztin oder den Narkosearzt informieren |
| Blutverdünner wie Warfarin oder Phenprocoumon | Laut Fachinformation wurde eine verminderte gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin beschrieben[1, 2] | Gerinnungshemmung engmaschig überwachen lassen |
| Lebendimpfstoffe | Gefahr einer Infektion durch den Impfstoff bzw. untypischer, schädlicher Reaktionen[1, 2] | Nach einer kürzlichen Lebendimpfung darf Azathioprin nicht eingenommen werden; laut Fachinformation wird empfohlen, bis mindestens 3 Monate nach Behandlungsende keine Lebendimpfstoffe zu geben |
| Impfstoffe aus abgetöteten Erregern oder Toxoiden (z. B. gegen Hepatitis B) | Verminderte Immunantwort wahrscheinlich[1, 2] | Laut Fachinformation den Impferfolg mit einer Antikörperbestimmung überprüfen |
| Furosemid (Entwässerungsmittel) | Laut Fachinformation im Laborversuch verringerter Abbau von Azathioprin; klinische Bedeutung nicht bekannt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Infliximab und andere TNF-Hemmer | Laut Fachinformation Berichte über hepatosplenische T-Zell-Lymphome bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Azathioprin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Bei schweren Infektionen und schweren Erkrankungen von Leber, Knochenmark oder Bauchspeicheldrüse verschreibt die Ärztin oder der Arzt Azathioprin nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko [1, 2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Schwere Infektion oder schwere Erkrankung von Leber, Knochenmark oder Bauchspeicheldrüse: nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung[1, 2]
- Blutbildkontrollen: In den ersten 8 Wochen sollte mindestens einmal wöchentlich ein Blutbild mit Zählung der Blutplättchen angefertigt werden, danach einmal im Monat, mindestens aber alle 3 Monate; häufiger bei höheren Dosen, bei älteren Menschen sowie bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion[1, 2]
- Mangel des Enzyms Thiopurin-Methyltransferase (TPMT): Azathioprin kann dann nicht ausreichend abgebaut werden; es kann zu einer verstärkten Knochenmarkschädigung und möglicherweise zu bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems (sekundäre Leukämien, Myelodysplasien) kommen. Mittel wie Olsalazin, Mesalazin oder Sulfasalazin, die dieses Enzym hemmen, können die Wirkung noch verstärken[1, 2]
- Angeborene Veränderung (Mutation) des NUDT15-Gens: höheres Risiko für Infektionen und Haarausfall; die Ärztin oder der Arzt verschreibt dann gegebenenfalls eine niedrigere Dosis[1, 2]
- Genetische Untersuchung: Die Ärztin oder der Arzt kann vor oder während der Behandlung Ihre TPMT- und/oder NUDT15-Gene untersuchen lassen und die Dosis danach möglicherweise ändern[1]
- Infektionen: erhöhtes Risiko für Virus-, Pilz- und bakterielle Infektionen, die schwerer verlaufen können. Teilen Sie vor Behandlungsbeginn mit, ob Sie Windpocken, Gürtelrose oder Hepatitis B hatten; meiden Sie jeden Kontakt zu Menschen mit Windpocken oder Gürtelrose. Laut Fachinformation besteht bei Hepatitis-B-Trägern und nach einer früheren Hepatitis-B-Infektion das Risiko, dass das Virus wieder aktiv wird[1, 2]
- Sonne und Hautkrebs: Unter Azathioprin können Hautkrebs und andere Tumoren häufiger auftreten. Vermeiden Sie unnötige Sonneneinstrahlung und UV-Licht, tragen Sie schützende Kleidung und verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor[1, 2]
- Behandlung mit mehreren Immunsuppressiva: höheres Risiko für lymphoproliferative Erkrankungen (eine Krebsart des Lymphsystems), auch durch das Epstein-Barr-Virus; bei solchen Behandlungen wurden Todesfälle berichtet[1, 2]
- Makrophagenaktivierungssyndrom: Azathioprin kann das Risiko für diese schwere, mit Entzündungen einhergehende Erkrankung erhöhen, die laut Packungsbeilage in der Regel bei Menschen mit bestimmten Formen von Arthritis auftritt. Laut Fachinformation ist sie lebensbedrohlich und kann bei Autoimmunerkrankungen auftreten, insbesondere bei entzündlichen Darmerkrankungen[1, 2]
- Leber: Azathioprin kann die Leber schädigen; die Ärztin oder der Arzt überwacht die Leberfunktion regelmäßig. Bei schweren Leberfunktionsstörungen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung, da lebensbedrohliche Leberschäden berichtet wurden[1, 2]
- Operation: Informieren Sie vorher die Narkoseärztin oder den Narkosearzt, denn bei Operationen verwendete Muskelentspannungsmittel können mit Azathioprin in Wechselwirkung treten[1, 2]
- Lesch-Nyhan-Syndrom (erblicher Mangel des Enzyms HPRT): Azathioprin ist dann möglicherweise nicht wirksam und sollte nicht angewendet werden[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose; nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen[1, 2]
- Teilen der Tabletten: Filmtabletten mit 25 mg dürfen nicht geteilt werden; das Teilen der 50-mg-Tabletten ist zu vermeiden. Wird doch geteilt, Hautkontakt mit der Bruchstelle und Tablettenteilchen sowie Einatmen vermeiden und sofort die Hände waschen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft, Verhütung, Stillzeit und Verkehrstüchtigkeit sagen [1, 2, 3]. Beim Stillen weichen die Angaben voneinander ab: Packungsbeilage und Fachinformation verbieten es, laut Embryotox darf nach den Erfahrungen bei mehr als 250 Mutter-Kind-Paaren unter Azathioprin gestillt werden [1, 2, 3]. Besprechen Sie Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit deshalb rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft dürfen Sie Azathioprin nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält; informieren Sie sie oder ihn deshalb umgehend, wenn Sie schwanger werden. Bei Neugeborenen behandelter Mütter kann sich das Blutbild verändern; regelmäßige Blutbildkontrollen in der Schwangerschaft werden angeraten.[1]
Eine Schwangerschaft sollte während der Behandlung nach Möglichkeit vermieden werden, auch wenn nur der Partner behandelt wird: Frauen und Männer im fortpflanzungsfähigen Alter sollten während der Behandlung verhüten. Laut Packungsbeilage sollten Männer die Verhütung nach dem Ende der Behandlung mindestens weitere 6 Monate fortführen. Laut Fachinformation sollen Frauen und Männer im fortpflanzungsfähigen Alter während der Behandlung und bis mindestens 6 Monate nach deren Ende verhüten; Männer sollten während und bis 6 Monate nach Ende der Behandlung keine Kinder zeugen. Eine Spirale (Intrauterinpessar) kann unter Azathioprin versagen; deshalb andere oder zusätzliche Verhütungsmethoden nutzen. Wenn Sie ein Kind planen, sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Laut Fachinformation sind im Tierversuch Missbildungen aufgetreten; beim Menschen gibt es widersprüchliche Befunde über ein fehlbildendes Potenzial. Azathioprin gelangt in erheblichem Maße über die Plazenta zum ungeborenen Kind. Berichtet wurden Wachstumsverzögerungen im Mutterleib, Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht, besonders zusammen mit Kortikosteroiden, sowie Fehlgeburten nach Behandlung der Mutter wie des Vaters.[2]
Embryotox stuft die Studienlage als widersprüchlich oder noch unzureichend ein: In Studien mit weit über 4.000 Schwangerschaften zeigte sich im Vergleich zu Frauen mit den gleichen Grunderkrankungen kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten; zu Früh- und Totgeburten sprechen die Daten laut Embryotox zusammenfassend nicht für eine relevante Risikoerhöhung. Eine stabil auf Azathioprin eingestellte Patientin sollte laut Embryotox nicht umgestellt werden; von einer Neueinstellung in der Schwangerschaft rät Embryotox ab. Behandelte werdende Väter müssen laut Embryotox weder bei Kinderwunsch noch in der Schwangerschaft umgestellt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage und Fachinformation dürfen Sie während der Behandlung nicht stillen, weil das Abbauprodukt Mercaptopurin in die Muttermilch übergeht; hält die Ärztin oder der Arzt die Behandlung für zwingend notwendig, müssen Sie abstillen.[1, 2]
Embryotox bewertet das anders: Bei mehr als 250 Mutter-Kind-Paaren wurden bei gestillten Kindern, abgesehen von einem Kind mit einer Neutropenie ohne Beschwerden, keine Auffälligkeiten berichtet; laut Embryotox darf unter Azathioprin gestillt werden, die Kinderärztin oder der Kinderarzt sollte über die Behandlung informiert sein.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Azathioprin kann die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen geringfügig beeinträchtigen, weil Nebenwirkungen wie Schwindel auftreten können. Bedenken Sie vor dem Fahren Ihren Gesundheitszustand und die möglichen Nebenwirkungen.[1, 2]
Einnahme
Die Filmtabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (mindestens 200 ml, etwa ein Glas) schlucken und nicht zerbrechen; mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit oder nach Milch einnehmen. Ist Ihnen zu Beginn übel, kann die Ärztin oder der Arzt die Einnahme nach dem Essen empfehlen; die Einnahme sollte dann immer gleich erfolgen, weil nach Mahlzeiten weniger Wirkstoff aufgenommen werden kann.[1, 2]
Die Dauer der Behandlung legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Wirkung kann erst Wochen oder Monate nach Behandlungsbeginn einsetzen.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht nachholen und nicht die doppelte Dosis nehmen, sondern beim nächsten Mal nur die verordnete Menge; haben Sie mehr als eine Einnahme vergessen, halten Sie Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]
Absetzen
Die Behandlung sollte immer nur unter engmaschiger ärztlicher Überwachung beendet werden. Wenn Sie sie unterbrechen oder beenden möchten, sprechen Sie vorher unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einer Transplantation muss die Behandlung unbegrenzt erfolgen, da es sonst zu einer Abstoßung kommen kann.[1]
Laut Fachinformation sollte die immunsuppressive Behandlung beendet werden, sobald erste Anzeichen oder Beschwerden auf eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) hinweisen. Tritt ein Makrophagenaktivierungssyndrom auf oder wird es vermutet, ist Azathioprin abzusetzen; wird ein posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) bestätigt, ist das sofortige Absetzen angezeigt. Bei einem Vitamin-B3-Mangel (Pellagra) muss eine Dosisverringerung oder das Absetzen in Betracht gezogen werden.[2]
Überdosierung
Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort eine Ärztin oder einen Arzt. Häufigste Folge ist eine Hemmung der Knochenmarkfunktion, die ihren Höhepunkt gewöhnlich 9 bis 14 Tage danach erreicht; Zeichen sind Geschwüre in Mund und Rachen, blaue Flecken, Fieber unklarer Ursache, ungeklärte Infektionen, Spontanblutungen und starke Abgeschlagenheit. Schädliche Wirkungen sind eher nach länger dauernder geringer Überdosierung als nach einer zu hohen Einzeldosis zu erwarten. Ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die Dosis je nach Anwendungsgebiet in Milligramm je Kilogramm Körpergewicht am Tag, dazu Hinweise für ältere Menschen, für eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion, für Kinder und für die gleichzeitige Einnahme bestimmter Gichtmittel [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, auch abhängig von Blutbild und Verträglichkeit [1].
Einnahme und Absetzen
Schlucken Sie die Filmtabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (mindestens 200 ml, entsprechend einem Glas) und zerbrechen Sie sie nicht. Nehmen Sie sie mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit oder nach Milch ein [1, 2]. Tabletten mit 25 mg dürfen nicht geteilt werden; das Teilen von Tabletten mit 50 mg ist zu vermeiden. Müssen sie doch geteilt werden, vermeiden Sie Hautkontakt mit der Bruchstelle und Tablettenteilchen sowie das Einatmen von Staub und waschen sich sofort die Hände [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nicht nach und nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].
Die Behandlung sollte immer nur unter engmaschiger ärztlicher Überwachung beendet werden. Möchten Sie sie unterbrechen oder beenden, sprechen Sie vorher unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; nach einer Transplantation muss die Behandlung unbegrenzt erfolgen, weil es sonst zu einer Abstoßung des Transplantats kommen kann [1]. Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Was nach dem Beenden für die Grunderkrankung, für Impfungen und für die Verhütung gilt, lesen Sie unter Azathioprin absetzen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung verständigen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt [1]; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Azathioprin
Azathioprin gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage (Stand Januar 2025) und Fachinformation (Stand Februar 2026) von Azathioprin STADA 25 mg und 50 mg Filmtabletten [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Azafalk | Dr. Falk Pharma GmbH | Filmtabletten |
| Azathioprin STADA | STADAPHARM GmbH | Filmtabletten mit 25 mg oder 50 mg; Grundlage dieser Seite |
| Azathioprin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Filmtabletten |
| Imurek | Aspen Germany GmbH | Filmtabletten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Azathioprin STADA 25 mg/50 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Azathioprin STADA 25 mg/50 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Azathioprin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Azathioprin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Azathioprin am häufigsten?
Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, unterdrückt Azathioprin die Knochenmarkfunktion und senkt die Zahl der weißen Blutkörperchen. Nach einer Transplantation kommt es zusammen mit anderen Immunsuppressiva sehr häufig zu Infektionen durch Viren, Pilze und Bakterien. Häufig sinkt die Zahl der Blutplättchen. Übelkeit, bisweilen mit Erbrechen, ist laut der jüngeren Fachinformation häufig, laut Packungsbeilage gelegentlich.
Warum muss unter Azathioprin so oft das Blutbild kontrolliert werden?
Azathioprin kann die Blutbildung im Knochenmark unterdrücken. Deshalb sollte in den ersten 8 Wochen mindestens einmal wöchentlich ein Blutbild einschließlich der Blutplättchen gemacht werden, danach einmal im Monat, mindestens aber alle 3 Monate. Häufiger wird bei höheren Dosen, im höheren Alter und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion kontrolliert. Ungeklärte blaue Flecken, Blutungen oder Anzeichen einer Infektion melden Sie umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was hat es mit dem TPMT- und NUDT15-Test auf sich?
Die Enzyme TPMT und NUDT15 sind am Abbau von Azathioprin beteiligt. Besteht ein Mangel an TPMT, kann der Wirkstoff nicht ausreichend abgebaut werden, und das Knochenmark kann stärker geschädigt werden. Bei einer angeborenen NUDT15-Veränderung steigt das Risiko für Infektionen und Haarausfall. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann vor oder während der Behandlung eine genetische Untersuchung veranlassen und die Dosis danach anpassen.
Darf ich Azathioprin zusammen mit Allopurinol nehmen?
Nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Azathioprin-Dosis entsprechend verringert: Allopurinol, Oxipurinol und Thiopurinol bremsen den Abbau von Azathioprin. Laut Fachinformation wurden bei gleichzeitiger Gabe von Azathioprin und Allopurinol Todesfälle berichtet. Die gleichzeitige Gabe von Febuxostat wird laut Fachinformation nicht empfohlen. Was die Packungsbeilage zur Dosis bei dieser Kombination sagt, steht im Abschnitt Dosierung.
Erhöht Azathioprin das Krebsrisiko?
Selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, treten verschiedene Krebsarten auf, darunter Blut-, Lymph- und Hautkrebs, die zumeist typisch für Behandlungen zur Unterdrückung der Immunreaktion sind. Laut Fachinformation hängt das erhöhte Risiko offenbar vom Grad und der Dauer der Immunsuppression ab. Vermeiden Sie deshalb unnötige Sonne und UV-Licht, tragen Sie schützende Kleidung und verwenden Sie Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor.
Wie lange dauert es, bis Azathioprin wirkt?
Die Wirkung kann erst Wochen oder Monate nach Behandlungsbeginn einsetzen. Bei Myasthenia gravis tritt ein Behandlungserfolg laut Packungsbeilage üblicherweise frühestens 2 bis 6 Monate nach Beginn ein; bei Multipler Sklerose kann mehr als ein Jahr vergehen, bis eine Wirkung deutlich erkennbar ist. Setzen Sie Azathioprin nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich unter Azathioprin schwanger werden oder stillen?
Laut Packungsbeilage sollte eine Schwangerschaft während der Behandlung nach Möglichkeit vermieden werden; in der Schwangerschaft dürfen Sie Azathioprin nur nehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält. Packungsbeilage und Fachinformation verbieten das Stillen. Das Beratungszentrum Embryotox bewertet die Erfahrungen anders: Eine stabil eingestellte Patientin sollte laut Embryotox nicht umgestellt werden, von einer Neueinstellung in der Schwangerschaft rät Embryotox ab, und unter Azathioprin darf gestillt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Planen Sie ein Kind, sprechen Sie unbedingt vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich mich unter Azathioprin impfen lassen?
Lebendimpfstoffe, etwa gegen Masern, Mumps, Röteln oder Gelbfieber, sind während der Behandlung nicht erlaubt; laut Fachinformation sollten sie bis mindestens 3 Monate nach dem Ende der Behandlung nicht gegeben werden. Bei Impfstoffen aus abgetöteten Erregern ist die Immunantwort wahrscheinlich vermindert; laut Fachinformation sollte der Impferfolg mit einer Antikörperbestimmung überprüft werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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