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Mesalazin: Nebenwirkungen und Wirkung
Mesalazin ist ein verschreibungspflichtiger Entzündungshemmer bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen: bei Colitis ulcerosa im akuten Schub und zur Vermeidung eines Rückfalls, bei Morbus Crohn im akuten Schub. Häufig sind Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz. Bei deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands mit Fieber und/oder Halsschmerzen, bei schweren Hautreaktionen, Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb beenden Sie die Einnahme umgehend und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Mesalazin eingesetzt?
Mesalazin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff: eine entzündungshemmende Substanz zur Anwendung bei entzündlichen Darmerkrankungen [1, 4]. Laut Fachinformation handelt es sich um 5-Aminosalicylsäure (5-ASA); Embryotox ordnet Mesalazin den Aminosalicylaten zu und beschreibt es als wirksamen Bestandteil von Sulfasalazin [2, 3]. Die Tabletten Salofalk 500 mg, auf denen diese Seite beruht, sind zugelassen zur Behandlung des akuten Schubs und zur Vermeidung eines Rückfalls bei Colitis ulcerosa (einer chronisch entzündlichen Erkrankung des Dickdarms) sowie zur Behandlung des akuten Schubs bei Morbus Crohn [1, 2].
Mesalazin gibt es in mehreren Darreichungsformen. Salofalk etwa ist als magensaftresistente Tablette mit 500 mg oder 1 g, als Granulat, als Zäpfchen, als Klysma (Einlauf) und als Rektalschaum erhältlich [5]. Jede dieser Formen hat eine eigene Packungsbeilage; Anwendungsgebiete, Dosierung und Hinweise stehen dort jeweils für das einzelne Präparat. Die Angaben auf dieser Seite beruhen auf Packungsbeilage und Fachinformation der Tabletten mit 500 mg [1, 2, 5].
Wie wirkt Mesalazin?
Wie Mesalazin Entzündungen hemmt, ist laut Fachinformation nicht bekannt. Laborstudien deuten darauf hin, dass eine Hemmung des Enzyms Lipoxygenase eine Rolle spielen könnte. Außerdem wurde ein Einfluss auf den Gehalt an Prostaglandinen in der Darmschleimhaut gezeigt, und Mesalazin kann als Radikalfänger reaktive Sauerstoffverbindungen abfangen [2].
Eingenommenes Mesalazin wirkt hauptsächlich örtlich: vom Darminneren aus an der Darmschleimhaut und im darunterliegenden Gewebe. Wichtig ist deshalb, dass der Wirkstoff in den entzündeten Darmabschnitten verfügbar ist. Wie viel davon ins Blut gelangt, hat laut Fachinformation keine Bedeutung für die Wirksamkeit, sondern ist eher für die Beurteilung der Sicherheit wichtig [2]. Die Salofalk-Tabletten haben dafür einen Überzug, der sie magensaftresistent macht und Mesalazin abhängig vom pH-Wert freisetzt. Die Freisetzung beginnt nach einer Verzögerung von etwa 3 bis 4 Stunden; die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa 5 Stunden im Bereich des Übergangs von Dünn- zu Dickdarm (Ileozökalregion) erreicht [2].
Im Körper wird Mesalazin in der Darmschleimhaut und in der Leber zu einem unwirksamen Abbauprodukt, der N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure, umgewandelt. Wirkstoff und Abbauprodukt verlassen den Körper zum größten Teil mit dem Stuhl, außerdem über die Nieren und zu einem geringen Teil über die Galle [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage oder Fachinformation eine Häufigkeit angeben; die Packungsbeilage bezeichnet sie als Nebenwirkungen, die bei Patientinnen und Patienten unter Mesalazin-haltigen Arzneimitteln beobachtet wurden [1, 2]. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Häufig sind Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz. Gelegentlich treten Bauchschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen auf, außerdem eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse und veränderte Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerte [1, 2]. Selten wird die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht und ultravioletter Strahlung; laut Fachinformation wurden bei bestehenden Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis oder atopischem Ekzem schwerere Reaktionen berichtet [1, 2]. Mehr dazu unter Lichtempfindlichkeit durch Medikamente.
Im Zusammenhang mit Mesalazin wurden schwere Hautreaktionen berichtet, darunter das DRESS-Syndrom, das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt [1, 2]. Hintergründe lesen Sie unter Schwere Hautreaktionen durch Medikamente.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- HautHautausschlag und Juckreiz (Pruritus)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Magen und DarmBauchschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen, Übelkeit und Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenDurchfallSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBlähungenÜbelkeitErbrechen
- Magen und DarmStarke Bauchschmerzen durch eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzen
- Laborwerte und UntersuchungenVeränderte Leberwerte (erhöhte Transaminasen und Cholestaseparameter) und veränderte Werte der Bauchspeicheldrüsenenzyme (erhöhte Lipase und Amylase)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteVeränderte Laborwerte
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Zahl der Eosinophilen, einer Art der weißen Blutkörperchen[2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- HerzÜberempfindlichkeitsreaktionen des Herzens: Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis); mögliche Zeichen sind Atemnot, Schmerzen im Brustkorb, unregelmäßiger Herzschlag oder geschwollene Gliedmaßen[1, 2]Mehr dazu: AtemnotHerzrhythmusstörungenWassereinlagerungen
- Leber und GalleGelbsucht oder Bauchschmerzen durch Störungen der Leber- oder Gallenfunktion; laut Fachinformation Leberentzündung mit Gallestau (cholestatische Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteBauchschmerzen
- HautErhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht und ultravioletter Strahlung (Photosensitivität)[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgie)[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl (Kraftlosigkeit), Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVeränderungen des Blutbilds (aplastische Anämie, Agranulozytose, Panzytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Thrombozytopenie); mögliche Zeichen sind eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands, vor allem mit Fieber und/oder Halsschmerzen und wunden Stellen im Mund, unerklärliche Blutungen, violette Punkte oder Flecken unter der Haut, Müdigkeit, Schwächegefühl und Blässe[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue FleckenErhöhte InfektanfälligkeitFieber
- ImmunsystemAllgemeine allergische Reaktionen wie Hautausschlag (allergisches Exanthem), Fieber (Medikamentenfieber), Gelenkschmerzen und/oder Atembeschwerden; laut Fachinformation auch ein Lupus-erythematodes-Syndrom[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagFieberGelenkschmerzenAtemnot
- ImmunsystemEntzündung des gesamten Dickdarms (Pankolitis) mit starkem Durchfall und Bauchschmerzen als Überempfindlichkeitsreaktion[1, 2]Mehr dazu: DurchfallBauchschmerzen
- NervensystemTaubheit und Kribbeln in Händen und Füßen (periphere Neuropathie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- AtemwegeAllergische und/oder entzündliche Reaktionen der Lunge mit Atemnot, Husten, pfeifender Atmung oder Verschattung der Lunge im Röntgenbild; laut Fachinformation allergische und fibrotische Lungenreaktionen einschließlich Bronchospasmus, Alveolitis, pulmonaler Eosinophilie, Lungeninfiltrat und Pneumonitis[1, 2]Mehr dazu: AtemnotReizhusten
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis)[2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHaarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Nieren und HarnwegeProbleme mit der Nierenfunktion, zum Beispiel veränderte Urinfarbe oder -menge und geschwollene Gliedmaßen; laut Fachinformation Nierenfunktionsstörungen einschließlich akuter und chronischer Entzündung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis) und Niereninsuffizienz[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenWassereinlagerungenUrinverfärbung
- Geschlechtsorgane und BrustVerminderte Samenproduktion (Oligospermie), die sich nach dem Absetzen wieder zurückbildet[1, 2]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautSchwere Hautreaktionen (DRESS-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse): rötliche, nicht erhabene, zielscheibenähnliche oder kreisrunde Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Abschälen der Haut, Geschwüre in Mund, Rachen, Nase, an Genitalien und Augen, großflächiger Ausschlag, Fieber und vergrößerte Lymphknoten; vorausgehen können Fieber und grippeähnliche Beschwerden[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
- Nieren und HarnwegeNierensteine (Nephrolithiasis), möglich mit plötzlichen Flankenschmerzen und Blut im Urin[1, 2]
- NervensystemErhöhter Druck im Schädel ohne erkennbare Ursache (idiopathische intrakranielle Hypertonie) mit starken oder wiederkehrenden Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Klingeln oder Summen in den Ohren[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSehstörungenOhrgeräusche
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die Packungsbeilage nennt diese Beschwerden als Gründe, die Einnahme umgehend zu beenden und sich an die Ärztin oder den Arzt zu wenden; bei Zeichen einer schweren Hautreaktion brechen Sie die Anwendung unverzüglich ab und begeben sich umgehend in ärztliche Behandlung [1]. Laut Fachinformation sollte das Blut untersucht werden, wenn unerklärliche Blutungen, blaue Flecken, Purpura, Blutarmut, Fieber oder Hals- und Rachenschmerzen auftreten; bei vermuteten oder bestätigten Störungen der Blutbildung (Blutdyskrasien) müssen die Tabletten abgesetzt werden [2]. Mehr dazu unter Blutungen und Veränderungen des Blutbilds.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Kontrollen: Während der Behandlung überwacht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie sorgfältig und lässt regelmäßig Blut und Urin untersuchen [1]. Laut Fachinformation gehören dazu ein Differenzialblutbild, Leberwerte wie ALT oder AST, das Serum-Kreatinin und ein Urinstatus mit Teststreifen. Als Richtlinie gelten Kontrollen 14 Tage nach Behandlungsbeginn, dann 2- bis 3-mal nach jeweils weiteren 4 Wochen und bei normalem Befund vierteljährlich; treten zusätzliche Krankheitszeichen auf, sind sofortige Kontrollen erforderlich [2].
Nieren und Nierensteine: Mesalazin kann zur Bildung von Nierensteinen führen; mögliche Zeichen sind Flankenschmerzen und Blut im Urin. Achten Sie während der Behandlung darauf, ausreichend zu trinken [1]. Laut Fachinformation wurden auch Nierensteine gemeldet, die vollständig aus Mesalazin bestanden; verschlechtert sich die Nierenfunktion während der Behandlung, ist an eine Nierenschädigung durch Mesalazin zu denken [2]. Mehr dazu unter Nierensteine und Nierenschäden durch Medikamente.
Kopfschmerzen und Sehstörungen: Kopfschmerzen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Treten starke oder wiederkehrende Kopfschmerzen, Sehstörungen oder ein Klingeln oder Summen in den Ohren auf, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, denn das können Zeichen eines erhöhten Drucks im Schädel sein [1].
Weitere Beschwerden: Bemerken Sie Nebenwirkungen, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen; die Behandlung mit Mesalazin kann trotzdem angebracht sein [1]. Spezielle Studien zu Wechselwirkungen wurden laut Fachinformation nicht durchgeführt. Bei gleichzeitiger Behandlung mit Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Tioguanin ist damit zu rechnen, dass deren hemmende Wirkung auf die Blutbildung im Knochenmark zunimmt [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Tioguanin (Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen des Immunsystems) | Wirkung dieser Mittel kann sich verändern; laut Fachinformation ist mit einer Verstärkung ihrer knochenmarkhemmenden (myelosuppressiven) Wirkung zu rechnen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Bestimmte gerinnungshemmende Mittel wie Warfarin | Wirkung dieser Mittel kann sich verändern; laut Fachinformation gibt es einen schwachen Hinweis, dass Mesalazin die gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin verringern kann[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Mesalazin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Sind Sie allergisch gegen Mesalazin, Salicylsäure oder Salicylate wie Acetylsalicylsäure oder haben Sie eine schwerwiegende Erkrankung der Leber oder der Niere, dürfen Sie die Tabletten nicht einnehmen [1]. Trifft einer der Punkte unter "Besondere Vorsicht" auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Die Wirksamkeit bei Kindern von 6 bis 18 Jahren ist nur in begrenztem Umfang belegt [1, 2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Störung der Lungenfunktion, jetzt oder früher, vor allem Bronchialasthma; laut Fachinformation besonders sorgfältige Überwachung während der Behandlung[1, 2]
- Überempfindlichkeit gegenüber Sulfasalazin, einer mit Mesalazin verwandten Substanz: Laut Fachinformation Behandlungsbeginn unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle; bei akuten Unverträglichkeitsreaktionen wie Bauchkrämpfen, akuten Bauchschmerzen, Fieber, schweren Kopfschmerzen oder Hautausschlägen ist die Behandlung sofort abzubrechen[1, 2]
- Störung der Leberfunktion[1, 2]
- Störung der Nierenfunktion: Laut Fachinformation sollte Mesalazin dann nicht angewendet werden; verschlechtert sich die Nierenfunktion während der Behandlung, ist an eine Nierenschädigung durch Mesalazin zu denken, und die Tabletten müssen sofort abgesetzt werden[1, 2]
- Früherer schwerer Hautausschlag, Hautabschälungen, Blasenbildung und/oder wunde Stellen im Mund nach der Anwendung von Mesalazin[1]
- Regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen während der Behandlung. Laut Fachinformation als Richtlinie 14 Tage nach Behandlungsbeginn, dann 2- bis 3-mal nach jeweils weiteren 4 Wochen, bei normalem Befund vierteljährlich[1, 2]
- Nierensteine: Mesalazin kann zur Bildung von Nierensteinen führen; laut Fachinformation wurden auch Steine aus reinem Mesalazin gemeldet. Achten Sie während der Behandlung auf eine ausreichende Trinkmenge[1, 2]
- Bestehende Hauterkrankungen wie atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem: Laut Fachinformation wurden schwerere Reaktionen auf Sonnenlicht berichtet[2]
- Darmoperation im Übergang von Dünn- zu Dickdarm: In seltenen Fällen wurden die Tabletten unaufgelöst mit dem Stuhl ausgeschieden; bemerken Sie das, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]
- Natrium: Die maximal empfohlene Tagesdosis enthält 441 mg Natrium (22 Prozent der empfohlenen maximalen Tagesaufnahme); wenn Sie längere Zeit 7 oder mehr Tabletten täglich benötigen, vor allem bei kochsalzarmer (natriumarmer) Diät, mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen[1, 2]
- Nach Kontakt mit natriumhypochlorithaltigem Bleichmittel im Toilettenwasser kann sich der Urin rotbraun verfärben; laut Packungsbeilage handelt es sich um eine chemische Reaktion zwischen Mesalazin und Bleichmittel[1, 2]
- Kinder von 6 bis 18 Jahren: Die Wirksamkeit ist nur in begrenztem Umfang belegt[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthält die Packungsbeilage von Salofalk keine eigenen Hinweise. Auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen haben die Tabletten keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Allgemeine Hinweise finden Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie Salofalk-Tabletten nur auf Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes einnehmen. Laut Fachinformation liegen keine ausreichenden Daten vor; Informationen zu einer begrenzten Anzahl von Schwangerschaften lassen keine negativen Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Ungeborenen oder Neugeborenen erkennen. In einem Einzelfall wurde nach Langzeitanwendung einer hohen Dosis während der Schwangerschaft über ein Nierenversagen bei einem Neugeborenen berichtet.[1, 2]
Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als sehr hoch: Studien mit mehr als 3000 Schwangerschaften ermittelten überwiegend kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; eine schwedische Registerstudie diskutierte ein leicht erhöhtes Risiko für Herzscheidewanddefekte, wobei Embryotox auf methodische Schwächen hinweist (Einnahmezeitraum nicht zuverlässig erfasst, häufig weitere Arzneimittel). Laut Embryotox gehört Mesalazin bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zu den Arzneimitteln der Wahl in der Schwangerschaft; die Dosis sollte nicht mit Rücksicht auf die Schwangerschaft verringert werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Wenn Sie stillen, sollten Sie Salofalk-Tabletten nur auf Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes einnehmen, weil der Wirkstoff und seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen können. Laut Fachinformation sind Überempfindlichkeitsreaktionen wie Durchfall beim Säugling nicht auszuschließen; entwickelt der Säugling Durchfall, sollte das Stillen beendet werden.[1, 2]
Laut Embryotox geht Mesalazin nur in Spuren in die Muttermilch über; bei den meisten gestillten Säuglingen wurden keine Symptome beobachtet, ein sechs Wochen altes Kind bekam wässrigen Durchfall. Embryotox zählt Mesalazin bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auch in der Stillzeit zu den Arzneimitteln der Wahl.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Salofalk-Tabletten haben keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten morgens, mittags und abends jeweils 1 Stunde vor den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einnehmen. Die Behandlung sollte im akuten Schub und in der Langzeitbehandlung regelmäßig und konsequent erfolgen, weil sich nur so der gewünschte Behandlungserfolg einstellen kann.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen. Einmal zu viel eingenommen: beim nächsten Mal die für diesen Zeitpunkt verordnete Dosis nehmen und keine kleinere Menge.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Die Akutbehandlung der Colitis ulcerosa dauert üblicherweise 8 Wochen; wie lange Sie Mesalazin anwenden, legt die Ärztin oder der Arzt nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung fest.[1, 2]
Laut Fachinformation müssen die Tabletten bei einer Nierenschädigung durch Mesalazin und bei einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung sofort abgesetzt werden, bei vermuteten oder bestätigten Störungen der Blutbildung (Blutdyskrasien) müssen sie abgesetzt werden; beim ersten Auftreten von Anzeichen schwerer Hautreaktionen sollte Mesalazin abgesetzt werden.[2]
Überdosierung
Verständigen Sie im Zweifel eine Ärztin oder einen Arzt, die oder der über das weitere Vorgehen entscheidet. Laut Fachinformation liegen nur wenige Informationen zur Überdosierung vor; sie weisen nicht auf eine Schädigung von Nieren oder Leber hin. Ein spezifisches Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt übliche Tagesdosen für Erwachsene und ältere Menschen je nach Erkrankung und Krankheitsphase sowie Angaben nach Körpergewicht für Kinder ab 6 Jahren [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten morgens, mittags und abends jeweils 1 Stunde vor den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit ein [1]. Führen Sie die Behandlung im akuten Schub und in der Langzeitbehandlung regelmäßig und konsequent durch; laut Packungsbeilage kann sich nur so der gewünschte Behandlungserfolg einstellen [1]. Die Akutbehandlung der Colitis ulcerosa dauert üblicherweise 8 Wochen; wie lange Sie Mesalazin insgesamt anwenden, richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung [1].
Wurde Ihr Darm im Übergang von Dünn- zu Dickdarm operiert, wurden in seltenen Fällen unaufgelöste Tabletten im Stuhl beobachtet, laut Fachinformation wegen einer zu raschen Darmpassage. Bemerken Sie das, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1, 2]. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen [1]. Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, verständigen Sie im Zweifel eine Ärztin oder einen Arzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Mesalazin
Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage (Stand August 2026) und die Fachinformation (Stand Januar 2025) von Salofalk 500 mg magensaftresistenten Tabletten der Dr. Falk Pharma GmbH [1, 2]. Als weitere Präparate nennt Embryotox unter anderem Claversal und Pentasa [3]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage des Präparats, das Ihnen verordnet wurde.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Salofalk | Dr. Falk Pharma GmbH | magensaftresistente Tabletten mit 500 mg: Grundlage dieser Seite; außerdem Tabletten mit 1 g, Granulat (Granu-Stix), Zäpfchen, Klysmen und Rektalschaum |
| Claversal | verschreibungspflichtig | |
| Pentasa | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salofalk 500 mg magensaftresistente Tabletten. DR. FALK PHARMA GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Salofalk 500 mg magensaftresistente Tabletten. DR. FALK PHARMA GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Mesalazin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Mesalazin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Dr. Falk Pharma: Präparateübersicht (Salofalk-Darreichungsformen). DR. FALK PHARMA GmbH. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Mesalazin am häufigsten?
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, treten Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz auf. Gelegentlich, bei bis zu 1 von 100, kommen Bauchschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen hinzu, außerdem veränderte Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerte und eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit finden Sie im Abschnitt Nebenwirkungen.
Kann Mesalazin den Nieren schaden?
Probleme mit der Nierenfunktion sind sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten; laut Fachinformation gehören dazu Entzündungen des Nierengewebes und eine Niereninsuffizienz. Außerdem kann Mesalazin zur Bildung von Nierensteinen führen; deren Häufigkeit ist nicht bekannt. Während der Behandlung werden Blut und Urin regelmäßig kontrolliert, laut Fachinformation unter anderem das Serum-Kreatinin und der Urinstatus, und Sie sollten ausreichend trinken. Bei einer schwerwiegenden Nierenerkrankung dürfen Sie Mesalazin nicht einnehmen.
Kann Mesalazin das Herz angreifen?
Selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen des Herzens, laut Fachinformation zu einer Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis). Mögliche Zeichen sind Atemnot, Schmerzen im Brustkorb, unregelmäßiger Herzschlag oder geschwollene Gliedmaßen. Bemerken Sie solche Zeichen, beenden Sie die Einnahme umgehend und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Macht Mesalazin die Haut lichtempfindlich?
Selten wird die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht und ultravioletter Strahlung (Photosensitivität). Laut Fachinformation wurden bei Menschen mit bestehenden Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis oder atopischem Ekzem schwerere Reaktionen berichtet. Reagiert Ihre Haut ungewöhnlich auf Sonne, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Mesalazin in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage nur auf Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes; für die Stillzeit begründet sie das damit, dass Wirkstoff und Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen können. Das Beratungszentrum Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft als sehr hoch und zählt Mesalazin bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in Schwangerschaft und Stillzeit zu den Arzneimitteln der Wahl. Bekommt ein gestilltes Kind Durchfall, sollte laut Fachinformation das Stillen beendet werden.
Warum ist mein Urin unter Mesalazin rotbraun?
Mesalazin kann nach Kontakt mit natriumhypochlorithaltigem Bleichmittel im Toilettenwasser eine rotbraune Verfärbung des Urins hervorrufen; laut Packungsbeilage handelt es sich um eine chemische Reaktion zwischen Mesalazin und dem Bleichmittel. Verändern sich Farbe oder Menge des Urins dagegen ohne Bleichmittel, kann das auf Nierenprobleme hinweisen. Beenden Sie dann die Einnahme umgehend und wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wie hoch ist die Dosis von Mesalazin?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie hängt von der Erkrankung, der Krankheitsphase und bei Kindern vom Körpergewicht ab. Die Angaben der Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Werkzeuge Was heißt "häufig"?"Häufig" heißt in der Packungsbeilage: bei bis zu 1 von 10 Behandelten.