MedikamenteWirkstoff
Saccharomyces boulardii (Perenterol): Nebenwirkungen und Wirkung
Saccharomyces boulardii ist eine Trockenhefe, die als Perenterol forte bei akutem Durchfall, zur Vorbeugung und Behandlung von Reisedurchfall und Durchfall unter Sondenernährung sowie begleitend bei Akne angewendet wird. Bei einem Zentralvenenkatheter, einem geschwächten Immunsystem oder einer schweren Erkrankung mit Krankenhausaufenthalt dürfen Sie sie nicht einnehmen. Sehr selten gelangen Hefen ins Blut. Bei Atemnot oder Schwellungen im Gesicht setzen Sie das Mittel ab und informieren sofort eine Ärztin oder einen Arzt.

Wofür wird Saccharomyces boulardii eingesetzt?
Als Saccharomyces boulardii wird im medizinischen Sprachgebrauch auch die Trockenhefe aus Saccharomyces cerevisiae HANSEN CBS 5926 bezeichnet, der Wirkstoff von Perenterol forte 250 mg Kapseln [1]. Das Arzneimittel ist zur Einnahme bei Durchfall und bei Akne bestimmt [1]. Laut Packungsbeilage wird es angewendet zur Behandlung der Beschwerden bei akuten Durchfallerkrankungen, zur Vorbeugung und Behandlung der Beschwerden von Reisedurchfällen und von Durchfällen unter Sondenernährung sowie zur begleitenden Behandlung länger bestehender Formen der Akne [1].
Perenterol forte ist für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene bestimmt. Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren sind in jedem Fall von einer Selbstbehandlung ausgeschlossen, weil Durchfälle in diesem Alter die Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt erfordern [1]. Wenn Sie sich nach zwei Tagen nicht besser oder sogar schlechter fühlen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Verschreibungspflichtig ist Saccharomyces boulardii nicht [2]. Einen Überblick über verwandte Mittel bietet die Seite Abführmittel und Mittel gegen Durchfall.
Wie wirkt Saccharomyces boulardii?
Jede Hartkapsel enthält 250 mg Trockenhefe aus Saccharomyces cerevisiae HANSEN CBS 5926, also gefriergetrocknete Hefe (Lyophilisat) mit mindestens 1,8 × 10¹⁰ lebensfähigen Zellen je Gramm [1]. Einen Wirkmechanismus beschreibt die Packungsbeilage nicht im Einzelnen. Sie weist aber darauf hin, dass Mittel gegen Pilzerkrankungen, die im Magen-Darm-Trakt wirken, das Behandlungsergebnis beeinträchtigen können, und dass Stuhluntersuchungen auf Mikroorganismen während oder kurz nach der Einnahme falsch positiv ausfallen können, wenn das Labor nichts von der Einnahme weiß [1].
Zur Dauer gibt die Packungsbeilage an: Bei Durchfall sollte die Behandlung noch einige Tage nach Abklingen der Beschwerden fortgesetzt werden. Zur Vorbeugung von Reisedurchfall beginnt die Einnahme 5 Tage vor der Abreise, und zur begleitenden Behandlung chronischer Akne wird eine Einnahme über mehrere Wochen empfohlen [1]. Für Hefepräparate sind laut Packungsbeilage grundsätzlich keine Einschränkungen der Anwendungsdauer bekannt [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Packungsbeilage nennt nur eine Nebenwirkung mit fester Häufigkeitsklasse: Sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, dringen Hefen in den Blutkreislauf ein (Fungämie) [1]. Bei allen übrigen Nebenwirkungen lässt sich die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzen: Blähungen und Verstopfung, Überempfindlichkeitsreaktionen mit Juckreiz, Nesselsucht oder Hautausschlag, Haut- und Schleimhautschwellungen meist im Gesicht (Quincke-Ödem), Atemnot und allergischer Schock sowie eine schwere Blutvergiftung (Sepsis) [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Menschen mit einem Zentralvenenkatheter, Menschen mit geschwächtem oder gestörtem Immunsystem und Patientinnen und Patienten, die wegen einer schweren Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden, dürfen Perenterol forte nicht einnehmen [1]. Laut Fachinformation wurde über Fungämie und Sepsis meist bei Patientinnen und Patienten berichtet, die einen zentralen Venenkatheter hatten, schwer krank oder immungeschwächt waren; sie äußerten sich meist mit Fieber. Nach Abbruch der Behandlung, Gabe von Mitteln gegen Pilze (Antimykotika) und, wenn nötig, Entfernung des Katheters war der Verlauf zufriedenstellend, bei einigen schwer kranken Patientinnen und Patienten jedoch tödlich [4]. Mehr zu Infektionen als Nebenwirkung lesen Sie unter Infektanfälligkeit durch Medikamente.
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- InfektionenEindringen von Hefen in den Blutkreislauf (Fungämie); laut Fachinformation bei Patientinnen und Patienten mit zentralem Venenkatheter und bei schwer kranken oder immungeschwächten Patientinnen und Patienten[1, 4]Mehr dazu: Pilzinfektionen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Magen und DarmBlähungen und Verstopfung[1]Mehr dazu: BlähungenVerstopfung
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen mit Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria) oder Hautausschlag, örtlich begrenzt oder am ganzen Körper (lokales oder generalisiertes Exanthem)[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenJuckreizNesselsuchtHautausschlag
- ImmunsystemHaut- und Schleimhautschwellungen, meist im Gesicht (Quincke-Ödem); außerdem wurden Atemnot und allergischer Schock beobachtet[1]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnotAllergische Reaktionen
- InfektionenSchwere Blutvergiftung (Sepsis); laut Fachinformation bei schwer kranken oder immungeschwächten Patientinnen und Patienten[1, 4]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bemerken Sie eine Überempfindlichkeitsreaktion, vor allem eine Schleimhautschwellung im Gesicht, Atemnot oder Anzeichen eines allergischen Schocks, setzen Sie das Arzneimittel ab und informieren sofort eine Ärztin oder einen Arzt, die oder der über den Schweregrad und die nötigen Maßnahmen entscheidet [1]. Haben Sie eine schwere Grundkrankheit, insbesondere im Bereich des Magen-Darm-Trakts, sprechen Sie schon vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Mehr zu allergischen Reaktionen lesen Sie unter Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Flüssigkeit und Salze: Bei Durchfallerkrankungen müssen Sie, insbesondere bei Kindern, auf den Ersatz von Flüssigkeit und Salzen (Elektrolyten) als wichtigste Behandlungsmaßnahme achten [1]. Dauert der Durchfall länger als 2 Tage oder geht er mit Blut im Stuhl oder erhöhter Temperatur einher, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf [1].
Blähungen und Verstopfung: Die Einnahme kann Blähungen und Verstopfung verursachen; wie häufig, ist nicht bekannt [1]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Zu viel eingenommen: Ein oder zwei Kapseln mehr als vorgesehen haben in der Regel keine nachteiligen Folgen. Bei einer erheblichen Überdosierung können die Nebenwirkungen verstärkt auftreten; dann sollten Sie Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt halten [1].
Stuhluntersuchungen: Wird während oder kurz nach der Einnahme eine Stuhlprobe auf Mikroorganismen untersucht, teilen Sie oder Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt dem Labor die Einnahme mit, sonst können falsch positive Befunde entstehen [1]. Allgemeine Hinweise dazu bietet der Ratgeber Medikamente vor Untersuchungen. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Nehmen Sie Perenterol forte nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln gegen Pilzerkrankungen (Antimykotika) ein, die im Magen-Darm-Trakt wirken; das kann das Behandlungsergebnis beeinträchtigen [1]. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel gegen Pilzerkrankungen (Antimykotika), die im Magen-Darm-Trakt wirken | Das Behandlungsergebnis von Perenterol forte kann beeinträchtigt werden[1] | Nicht gleichzeitig einnehmen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Saccharomyces boulardii nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht einnehmen dürfen Sie Perenterol forte bei einer Allergie gegen Hefe oder einen der sonstigen Bestandteile, bei einem Zentralvenenkatheter und wenn Ihr Immunsystem geschwächt oder gestört ist oder Sie wegen einer schweren Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Hefe oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Zentralvenenkatheter (zentraler Venenzugang)[1]
- Geschwächtes oder gestörtes Immunsystem (immunsupprimierte Patientinnen und Patienten) oder Krankenhausaufenthalt wegen einer schweren Erkrankung; laut Fachinformation wegen des Risikos einer Fungämie[1, 4]
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: in jedem Fall keine Selbstbehandlung[1]
Besondere Vorsicht bei
- Schwere Grundkrankheiten, insbesondere im Bereich des Magen-Darm-Trakts: vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen[1]
- Bei Durchfallerkrankungen, vor allem bei Kindern, ist der Ersatz von Flüssigkeit und Salzen (Elektrolyten) die wichtigste Behandlungsmaßnahme[1]
- Stuhluntersuchungen auf Mikroorganismen während oder kurz nach der Einnahme: dem Untersuchungslabor die Einnahme mitteilen, sonst können falsch positive Befunde entstehen[1]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Perenterol forte enthält Lactose; dann erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen[1]
- Wegen der Gefahr einer Verunreinigung über die Raumluft die Kapseln nicht in den Räumen von Patientinnen und Patienten öffnen; in Gegenwart von Menschen mit zentralem oder peripherem Venenkatheter besonders sorgfältig mit dem Präparat umgehen, auch wenn diese selbst nicht damit behandelt werden, um eine Übertragung über die Hände oder die Raumluft zu vermeiden[4]
Perenterol forte enthält Lactose. Ist Ihnen eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern bekannt, nehmen Sie es erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1]. Mehr dazu im Ratgeber Hilfsstoffe wie Laktose und Gluten.
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Perenterol forte dürfen Sie nicht zusammen mit Alkohol einnehmen [1]; allgemeine Hinweise bietet der Ratgeber Medikamente und Alkohol. Zur Verkehrstüchtigkeit sind laut Packungsbeilage keine Vorsichtsmaßnahmen erforderlich [1]. Aus der verbreiteten Verwendung von Hefe als Lebensmittel haben sich zwar bisher keine Hinweise auf Risiken ergeben; weil aber Ergebnisse experimenteller Untersuchungen zu Saccharomyces boulardii fehlen, sollte das Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden [1].
Schwangerschaft
Aus der verbreiteten Verwendung von Hefe als Lebensmittel haben sich bisher keine Hinweise auf Risiken in der Schwangerschaft ergeben; Ergebnisse experimenteller Untersuchungen zu Saccharomyces boulardii liegen jedoch nicht vor. Die Packungsbeilage sieht deshalb vor, Perenterol forte in der Schwangerschaft nicht anzuwenden.[1]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Auch für die Stillzeit haben sich aus der Verwendung von Hefe als Lebensmittel bisher keine Hinweise auf Risiken ergeben; weil experimentelle Untersuchungen fehlen, sollte Perenterol forte laut Packungsbeilage in der Stillzeit nicht angewendet werden.[1]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Perenterol forte darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden.[1]
Autofahren und Maschinen
Laut Packungsbeilage sind keine Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.[1]
Einnahme
Die Kapseln unzerkaut vor den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit, am besten einem Glas Wasser, einnehmen. Zur Erleichterung, etwa für Kinder, kann die Kapsel geöffnet und der Inhalt in Speisen oder Getränke eingerührt werden, die weder zu heiß noch eisgekühlt sind (Zimmertemperatur). Die Kapseln nicht durch die Blisterfolie drücken, sondern die Folie von der Ecke her abziehen.[1]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Laut Packungsbeilage beträgt die übliche Dosis für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene, falls ärztlich nicht anders verordnet, bei akutem Durchfall und zur Vorbeugung von Reisedurchfall 1- bis 2-mal täglich 1 Kapsel, zur begleitenden Behandlung der Akne 3-mal täglich 1 Kapsel. Für Hefepräparate sind laut Packungsbeilage grundsätzlich keine Einschränkungen der Anwendungsdauer bekannt; bei Durchfall die Behandlung noch einige Tage nach Abklingen der Beschwerden fortsetzen. Dauert der Durchfall länger als 2 Tage oder fühlen Sie sich nach zwei Tagen nicht besser oder schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Überdosierung
Ein oder zwei Kapseln mehr als vorgesehen haben in der Regel keine nachteiligen Folgen. Bei einer erheblichen Überdosierung können die Nebenwirkungen verstärkt auftreten; halten Sie dann Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene eine übliche Dosis je Anwendungsgebiet, falls die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet hat [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Kapseln unzerkaut vor den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit ein, am besten mit einem Glas Wasser. Zur Erleichterung, etwa für Kinder, kann die Kapsel durch Auseinanderziehen geöffnet und der Inhalt in Speisen oder Getränke eingerührt werden; diese dürfen nicht zu heiß oder eisgekühlt sein [1]. Drücken Sie die Kapseln nicht durch die Blisterfolie, weil sie dabei zerbrechen könnten: Trennen Sie einen einzelnen Blisternapf ab und ziehen Sie die Folie von der Ecke her ab [1].
Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1]. Für eine Reise beginnen Sie mit der Vorbeugung 5 Tage vor der Abreise [1]; Tipps zur Zusammenstellung finden Sie im Ratgeber Reiseapotheke. Bewahren Sie das Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf [1].
Präparate mit Saccharomyces boulardii
Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Perenterol forte 250 mg Kapseln, zuletzt überarbeitet im August 2024, ergänzt um die Fachinformation mit Stand August 2024 [4]. Zulassungsinhaber ist Biocodex, Hersteller und Mitvertreiber die MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Mitvertreiber außerdem die Schaper & Brümmer GmbH & Co. KG [1]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Perenterol forte 250 mg Kapseln | MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG (Hersteller und Mitvertreiber); Zulassungsinhaber Biocodex | Hartkapseln für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Perenterol forte 250 mg Kapseln. Biocodex (Zulassungsinhaber); MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG (Hersteller und Mitvertreiber). Stand 08/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1 (Saccharomyces boulardii nicht aufgeführt). Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel (AMVerkRV), Anlage 1a, Eintrag Hefe (freiverkäuflich nur als Tabletten). Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 21.10.2020. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Perenterol forte 250 mg Kapseln. Biocodex (Zulassungsinhaber); MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG. Stand 08/2024. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür nimmt man Perenterol forte?
Perenterol forte mit Saccharomyces boulardii wird zur Behandlung der Beschwerden bei akutem Durchfall angewendet, zur Vorbeugung und Behandlung von Reisedurchfall und Durchfall unter Sondenernährung sowie zur begleitenden Behandlung länger bestehender Akne. Es ist für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene bestimmt. Fühlen Sie sich nach zwei Tagen nicht besser oder schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Welche Nebenwirkungen hat Saccharomyces boulardii?
Sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, dringen Hefen in den Blutkreislauf ein (Fungämie). Ohne bekannte Häufigkeit nennt die Packungsbeilage Blähungen und Verstopfung, Überempfindlichkeitsreaktionen mit Juckreiz, Nesselsucht oder Hautausschlag, Schwellungen von Haut und Schleimhaut, meist im Gesicht (Quincke-Ödem), Atemnot, allergischen Schock und eine schwere Blutvergiftung (Sepsis).
Wer darf Perenterol nicht nehmen?
Nicht einnehmen dürfen Sie Perenterol forte bei einer Allergie gegen Hefe oder einen der sonstigen Bestandteile, wenn Sie einen Zentralvenenkatheter haben und wenn Ihr Immunsystem geschwächt oder gestört ist oder Sie wegen einer schweren Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren sind von einer Selbstbehandlung ausgeschlossen; Durchfälle in diesem Alter erfordern die Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt.
Darf ich Perenterol zusammen mit anderen Medikamenten nehmen?
Nehmen Sie Perenterol forte nicht gleichzeitig mit Mitteln gegen Pilzerkrankungen ein, die im Magen-Darm-Trakt wirken. Solche Mittel können das Behandlungsergebnis beeinträchtigen. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen.
Darf ich Perenterol in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage sollte Perenterol forte in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Aus der verbreiteten Verwendung von Hefe als Lebensmittel haben sich zwar bisher keine Hinweise auf Risiken ergeben, Ergebnisse experimenteller Untersuchungen zu Saccharomyces boulardii liegen aber nicht vor. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Wie lange darf man Perenterol einnehmen?
Für Hefepräparate sind laut Packungsbeilage grundsätzlich keine Einschränkungen der Anwendungsdauer bekannt. Bei Durchfall sollten Sie die Behandlung noch einige Tage nach Abklingen der Beschwerden fortsetzen. Zur begleitenden Behandlung chronischer Akne wird eine Einnahme über mehrere Wochen empfohlen. Dauert ein Durchfall länger als 2 Tage oder kommen Blut im Stuhl oder eine erhöhte Temperatur hinzu, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf.
Kann ich die Kapsel öffnen?
Ja. Zur Erleichterung der Einnahme, etwa für Kinder, kann die Kapsel durch Auseinanderziehen geöffnet und der Inhalt in Speisen oder Getränke eingerührt werden. Diese dürfen nicht zu heiß oder eisgekühlt sein, sondern sollten Zimmertemperatur haben.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Medikamente UrsodeoxycholsäureUrsodeoxycholsäure ist eine natürliche Gallensäure gegen Cholesterin-Gallensteine und PBC.
-
Medikamente Natriumpicosulfat (Laxoberal)Natriumpicosulfat ist ein Abführmittel gegen Verstopfung, etwa in Laxoberal.
-
Medikamente Liraglutid (Saxenda)Liraglutid wird als Saxenda zur Gewichtsregulierung angewendet, als Victoza bei Typ-2-Diabetes.
-
Behandlungen Chemotherapie: NebenwirkungenHaarausfall, Übelkeit, Infekte und Müdigkeit gehören zu den möglichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie.