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Ursodeoxycholsäure: Nebenwirkungen und Wirkung

Ursodeoxycholsäure (auch Ursodesoxycholsäure, UDCA) ist eine verschreibungspflichtige natürliche Gallensäure. Sie wird angewendet, um Gallensteine aus Cholesterin aufzulösen, bei einer Magenschleimhautentzündung durch Rückfluss von Gallensäuren, bei der primär biliären Cholangitis (PBC) und bei Kindern mit einer Lebererkrankung bei Mukoviszidose. Häufig sind breiiger Stuhl oder Durchfall. Treten sie auf, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Frau in den Fünfzigern mit kurzem braunem Haar sitzt im spätsommerlichen Sonnenlicht auf einer Gartenbank und hält eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Breiartiger Stuhlgang oder Durchfall[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Ursodeoxycholsäure eingesetzt?

Ursodeoxycholsäure, auch Ursodesoxycholsäure oder kurz UDCA genannt, ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff [2, 4]. Sie ist eine natürliche Gallensäure, die in der menschlichen Gallenflüssigkeit nur in geringen Mengen vorkommt [1, 2]. Die Packungsbeilage von Ursofalk 250 mg Kapseln nennt vier Anwendungsgebiete [1, 2]:

Gallensteine: zur Auflösung von Gallensteinen in der Gallenblase, die aus Cholesterin bestehen. Die Steine dürfen auf dem Röntgenbild keine Schatten geben und sollten nicht größer als 15 mm im Durchmesser sein; außerdem muss die Gallenblase trotz der Steine funktionsfähig sein [1, 2]. Gallenrefluxgastritis: zur Behandlung einer Magenschleimhautentzündung infolge des Rückflusses von Gallensäuren [1, 2]. Primär biliäre Cholangitis (PBC): zur Behandlung dieser chronischen Erkrankung der Gallenwege, die bis zur Leberzirrhose fortschreiten kann, bei Patientinnen und Patienten ohne dekompensierte Leberzirrhose, also solange die Leber ihre krankheitsbedingte Minderleistung noch ausgleichen kann [1, 2]. Mukoviszidose: bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis unter 18 Jahren zur Behandlung einer Lebererkrankung im Zusammenhang mit zystischer Fibrose [1, 2].

Welche Dosis, Einnahmezeit und Behandlungsdauer gelten, hängt vom Anwendungsgebiet ab: Die Gallensteinauflösung dauert im Allgemeinen 6 bis 24 Monate, die Behandlung der Gallenrefluxgastritis in der Regel 10 bis 14 Tage, und bei PBC ist die Anwendung zeitlich nicht begrenzt [1]. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie nicht wissen, wofür Ihnen Ursodeoxycholsäure verordnet wurde.

Wie wirkt Ursodeoxycholsäure?

Laut Fachinformation verringert Ursodeoxycholsäure die Sättigung der Galle mit Cholesterin: Sie hemmt die Aufnahme von Cholesterin im Darm und senkt die Abgabe von Cholesterin in die Galle. Cholesterin-Gallensteine lösen sich so vermutlich allmählich auf, indem sich das Cholesterin verteilt und flüssigkristalline Strukturen bildet [2].

Bei Leber- und Gallenstauungserkrankungen beruht die Wirkung nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich auf drei Vorgängen: Fettlösliche, giftige Gallensäuren werden teilweise gegen die wasserlösliche, zellschützende Ursodeoxycholsäure ausgetauscht, die Ausscheidungsleistung der Leberzellen verbessert sich, und das Immunsystem wird beeinflusst [2]. Bei Kindern mit zystischer Fibrose kann die Behandlung laut Fachinformation die Vermehrung von Gallengängen vermindern und das Fortschreiten von Gewebeschäden aufhalten, wenn sie in einem frühen Stadium der Lebererkrankung erfolgt [2].

Nach dem Einnehmen werden im Allgemeinen 60 bis 80 Prozent aus dem Darm aufgenommen. Die Leber verbindet Ursodeoxycholsäure mit den Aminosäuren Glycin und Taurin und gibt sie mit der Galle ab; die biologische Halbwertszeit liegt bei 3,5 bis 5,8 Tagen [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben [1, 2]. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufig sind breiiger Stuhlgang oder Durchfall [1, 2]. Sehr selten treten Nesselsucht und eine Verkalkung von Gallensteinen auf; bei der Behandlung der PBC sehr selten starke Schmerzen im rechten Oberbauch und eine starke Verschlechterung (Dekompensation) der Leberzirrhose, die sich nach dem Absetzen teilweise wieder bessert. Laut Fachinformation wurde die Dekompensation im fortgeschrittenen Krankheitsstadium beobachtet [1, 2]. Ohne bekannte Häufigkeit nennen beide Dokumente Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen [1, 2].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmBreiartiger Stuhlgang oder Durchfall[1, 2]Mehr dazu: Durchfall

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmBei der Behandlung der PBC: starke Schmerzen im rechten Oberbauch[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
  • Leber und GalleBei der Behandlung der PBC: starke Verschlechterung (Dekompensation) der Leberzirrhose, die sich nach dem Absetzen teilweise wieder bessert; laut Fachinformation beobachtet im fortgeschrittenen Krankheitsstadium[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Leber und GalleVerkalkung von Gallensteinen[1, 2]
  • HautNesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation ist bei Durchfall die Dosis zu verringern; hält der Durchfall an, sollte die Behandlung abgebrochen werden [2]. Achten Sie bei Durchfall auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um den Flüssigkeits- und Salzhaushalt auszugleichen [1]. Ursofalk 250 mg Kapseln sollen unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern mit grauem Haar im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin in einem hellen Sprechzimmer
Bild: KI-generiert

Kontrollen der Leberwerte: In den ersten 3 Monaten der Behandlung lässt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Leberwerte alle 4 Wochen kontrollieren, danach alle 3 Monate [1]. Laut Fachinformation sind das die Werte AST, ALT und Gamma-GT; die Kontrollen sollen mögliche Leberfunktionsstörungen frühzeitig erkennen, vor allem bei fortgeschrittener PBC, und zeigen, ob die Behandlung bei PBC anspricht [2]. Mehr dazu unter Leberwerte und Medikamente.

Kontrollen bei Gallensteinen: Nehmen Sie Ursodeoxycholsäure zur Auflösung von Gallensteinen, untersucht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Gallenblase nach 6 bis 10 Monaten mit bildgebenden Verfahren und überprüft den Erfolg alle 6 Monate. Dabei wird auch darauf geachtet, ob die Steine inzwischen verkalkt sind; dann wird die Behandlung beendet [1].

Juckreiz bei PBC: Zu Beginn der Behandlung können sich die Beschwerden der PBC, zum Beispiel Juckreiz, in seltenen Fällen verstärken. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine Verminderung der Anfangsdosis [1]. Laut Fachinformation wird die Dosis danach schrittweise wieder erhöht [2].

Weitere Beschwerden: Bemerken Sie Nebenwirkungen, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Mittel zur Senkung der Blutfette wie Colestyramin oder Colestipol und magensäurebindende Mittel mit Aluminiumhydroxid oder Tonerde binden laut Fachinformation Ursodeoxycholsäure im Darm und verhindern ihre Aufnahme; nehmen Sie sie mindestens 2 Stunden vorher oder nachher ein [1, 2]. Bei einer Behandlung mit Ciclosporin sollte die Ärztin oder der Arzt dessen Konzentration im Blut überprüfen [1, 2]. Auch die Wirkung von Ciprofloxacin, Dapson und Nitrendipin kann abgeschwächt sein; mit Rosuvastatin stiegen dessen Blutspiegel in einer Studie leicht an [1, 2].

Wechselwirkungen von Ursodeoxycholsäure
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Colestyramin oder Colestipol (Mittel zur Senkung der Blutfette) oder magensäurebindende Mittel (Antazida) mit Aluminiumhydroxid oder Smektit (Tonerde)Laut Fachinformation binden diese Mittel Ursodeoxycholsäure im Darm und verhindern so ihre Aufnahme und Wirksamkeit[1, 2]Zeitversetzt einnehmen, mindestens 2 Stunden vor oder nach Ursodeoxycholsäure
Ciclosporin (hemmt das Immunsystem)Ursodeoxycholsäure kann die Aufnahme von Ciclosporin aus dem Darm beeinflussen[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt sollte die Ciclosporin-Konzentration im Blut überprüfen und die Dosis gegebenenfalls anpassen
Ciprofloxacin und Dapson (Antibiotika), Nitrendipin (Blutdrucksenker) und andere Mittel, die auf ähnliche Weise abgebaut werdenIhre Wirkung kann abgeschwächt sein; laut Fachinformation in Einzelfällen verminderte Aufnahme von Ciprofloxacin und niedrigere Blutspiegel von Nitrendipin[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt verändert möglicherweise die Dosis dieser Mittel; bei Nitrendipin laut Fachinformation engmaschige Überwachung
Rosuvastatin (Mittel gegen erhöhte Blutfettwerte)Laut Fachinformation leicht erhöhte Blutspiegel von Rosuvastatin in einer Studie; die klinische Bedeutung, auch für andere Statine, ist unbekannt[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Östrogenhaltige Arzneimittel wie die "Pille" und Cholesterinsenker wie ClofibratSie können die Bildung von Gallensteinen fördern und so der Auflösung von Gallensteinen entgegenwirken[1, 2]Bei der Behandlung von Gallensteinen die Ärztin oder den Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Ursodeoxycholsäure nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Die Gegenanzeigen betreffen vor allem den Zustand der Gallenblase und der Gallenwege. Bitte befragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft oder früher einmal zutraf [1]. Zur Auflösung von Gallensteinen sollte Ursodeoxycholsäure laut Fachinformation außerdem nicht angewendet werden, wenn die Gallenblase im Röntgenbild nicht darstellbar ist [2]. Für die Langzeitanwendung hoher Dosen bei primär sklerosierender Cholangitis (eine Anwendung, für die Ursofalk nicht zugelassen ist) berichtet die Fachinformation häufigere schwerwiegende Nebenwirkungen [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Gallensäuren wie Ursodeoxycholsäure oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Akute Entzündung der Gallenblase und der Gallenwege[1, 2]
  • Verschluss der Gallenwege (Choledochus- oder Zystikusverschluss)[1, 2]
  • Häufige krampfartige Oberbauchschmerzen (Gallenkoliken)[1, 2]
  • Verkalkte Gallensteine (auf dem Röntgenbild sichtbar)[1, 2]
  • Beeinträchtigte Fähigkeit der Gallenblase, sich zusammenzuziehen[1, 2]
  • Kinder mit Verschluss der Gallengänge (Gallengangsatresie), bei denen auch nach einer Operation der Gallenabfluss vermindert ist[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Anwendung unter ärztlicher Kontrolle: Die Leberwerte werden in den ersten 3 Monaten alle 4 Wochen kontrolliert, danach alle 3 Monate; laut Fachinformation sollen so mögliche Leberfunktionsstörungen frühzeitig erkannt werden, vor allem bei fortgeschrittener PBC[1, 2]
  • Auflösung von Gallensteinen: nach 6 bis 10 Monaten bildgebende Untersuchung der Gallenblase[1, 2]
  • Frauen, die Gallensteine auflösen sollen: wirksam nicht hormonell verhüten, weil hormonelle Verhütungsmittel ("Pille") die Bildung von Gallensteinen fördern können[1, 2]
  • Fortgeschrittene PBC: In sehr seltenen Fällen wurde eine Dekompensation der Leberzirrhose beobachtet, die nach dem Absetzen teilweise zurückging[1, 2]
  • Laut Fachinformation ging die Langzeitanwendung hoher Dosen bei primär sklerosierender Cholangitis, einer nicht zugelassenen Anwendung (Off-Label), mit häufigeren schwerwiegenden Nebenwirkungen einher[2]
  • Unter 47 kg Körpergewicht oder wenn Kapseln nicht geschluckt werden können: Dafür steht eine Suspension (Ursofalk 250 mg/5 ml) zur Verfügung[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zu Alkohol enthält die Packungsbeilage von Ursofalk keine eigenen Hinweise. Auf die Verkehrstüchtigkeit haben die Kapseln keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss [1, 2]. Frauen im gebärfähigen Alter sollten nur bei zuverlässiger Empfängnisverhütung behandelt werden; während einer Gallensteinbehandlung wird wirksam nicht hormonell verhütet, weil die "Pille" die Bildung von Gallensteinen fördern kann [1, 2]. Mehr zu hormonellen Methoden lesen Sie unter Hormonelle Verhütungsmittel. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Mit der Anwendung bei Schwangeren gibt es keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen; Tierversuche haben gezeigt, dass Wachstum und Entwicklung des Kindes beeinträchtigt werden könnten. Ursofalk sollte in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, die Ärztin oder der Arzt hält es für absolut erforderlich. Vor Beginn der Behandlung schließt die Ärztin oder der Arzt eine Schwangerschaft aus; Frauen im gebärfähigen Alter sollten nur bei zuverlässiger Empfängnisverhütung behandelt werden, empfohlen werden nicht hormonelle Methoden oder eine niedrig dosierte östrogenhaltige "Pille", bei der Auflösung von Gallensteinen nicht hormonelle Methoden.[1, 2]

Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als gering und ordnet Ursodesoxycholsäure den Mitteln mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen zu. Systematische Studien zum ersten Schwangerschaftsdrittel liegen nicht vor; in Studien und Fallberichten zu Gallestauungserkrankungen in der Schwangerschaft ergab sich kein Hinweis auf fruchtschädigende Wirkungen nach Anwendung im ersten Drittel, die Daten reichen für eine differenzierte Bewertung aber nicht aus; für das zweite und dritte Drittel ergaben sich insgesamt keine Hinweise auf Schäden beim Ungeborenen. Laut Embryotox sollte eine Behandlung in der Schwangerschaft dringenden Indikationen bei Gallestauungserkrankungen vorbehalten sein; insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte die Anwendung kritisch geprüft werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Es gibt nur wenige dokumentierte Fälle einer Einnahme in der Stillzeit; der Spiegel in der Muttermilch ist sehr niedrig, Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen sind daher unwahrscheinlich.[1, 2]

Laut Embryotox wurden bei gestillten Kindern keine Symptome beobachtet; ist eine Behandlung dringend erforderlich, erscheint Stillen akzeptabel.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Ursofalk-Kapseln haben keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Die Kapseln unzerkaut mit etwas Flüssigkeit und regelmäßig einnehmen. Zur Auflösung von Gallensteinen und bei Gallenrefluxgastritis abends vor dem Schlafengehen; bei PBC in den ersten 3 Monaten morgens, mittags und abends, mit Verbesserung der Leberwerte kann die Tagesdosis einmal täglich abends eingenommen werden.[1, 2]

Einnahme vergessen: beim nächsten Mal keine höhere Dosis einnehmen, sondern die Behandlung mit der verordneten Dosis fortsetzen.[1]

Absetzen

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden. Die Auflösung von Gallensteinen dauert im Allgemeinen 6 bis 24 Monate; hat sich nach 12 Monaten keine Verkleinerung ergeben, sollte die Behandlung nicht weitergeführt werden, und bei einer Verkalkung der Steine beendet die Ärztin oder der Arzt sie. Bei Gallenrefluxgastritis dauert die Behandlung in der Regel 10 bis 14 Tage, bei PBC ist sie zeitlich nicht begrenzt.[1, 2]

Laut Fachinformation ist bei Durchfall die Dosis zu verringern; bei anhaltendem Durchfall sollte die Behandlung abgebrochen werden.[2]

Überdosierung

Bei einer Überdosierung können Durchfälle auftreten; informieren Sie bei anhaltendem Durchfall umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und trinken Sie ausreichend, um den Flüssigkeits- und Salzhaushalt auszugleichen. Laut Fachinformation sind weitere Symptome im Allgemeinen unwahrscheinlich, weil Ursodeoxycholsäure mit steigender Dosis schlechter aufgenommen und vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden wird.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für jedes Anwendungsgebiet eigene Angaben; bei Gallensteinen, PBC und zystischer Fibrose richten sie sich nach dem Körpergewicht [1]. Für Menschen unter 47 kg und für alle, die keine Kapseln schlucken können, steht eine Suspension zur Verfügung [1, 2]. Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Nehmen Sie Ursodeoxycholsäure immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Kapseln unzerkaut mit etwas Flüssigkeit und regelmäßig ein. Zur Auflösung von Gallensteinen und bei Gallenrefluxgastritis geschieht das abends vor dem Schlafengehen. Bei PBC verteilen Sie die Kapseln in den ersten 3 Monaten auf morgens, mittags und abends; wenn sich die Leberwerte bessern, kann die Tagesdosis einmal täglich abends eingenommen werden [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie beim nächsten Mal keine höhere Dosis, sondern setzen die Behandlung mit der verordneten Dosis fort [1].

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden [1]. Bei der Gallensteinauflösung sollte die Behandlung nicht weitergeführt werden, wenn sich die Steine nach 12 Monaten nicht verkleinert haben [1, 2]. Bei einer Überdosierung können Durchfälle auftreten; weitere Symptome sind laut Fachinformation im Allgemeinen unwahrscheinlich, weil Ursodeoxycholsäure mit steigender Dosis schlechter aufgenommen und vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden wird [1, 2]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Ursodeoxycholsäure

Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Ursofalk 250 mg Kapseln der Dr. Falk Pharma GmbH, beide mit Stand November 2024 [1, 2]. Ursofalk gibt es außerdem als Suspension mit 250 mg in 5 ml [1, 2]. Embryotox nennt als Produktnamen unter anderem Ursofalk und Ursonorm [3]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage des Präparats, das Ihnen verordnet wurde.

Präparate mit Ursodeoxycholsäure
PräparatAnbieterHinweis
UrsofalkDr. Falk Pharma GmbHKapseln mit 250 mg: Grundlage dieser Seite; außerdem Filmtabletten mit 500 mg und Suspension mit 250 mg/5 ml
UDC ALALIUD PHARMA GmbHHartkapseln mit 250 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ursofalk 250 mg Kapseln. Dr. Falk Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Ursofalk 250 mg Kapseln. Dr. Falk Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Ursodesoxycholsäure. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Ursodesoxycholsäure. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Ursodeoxycholsäure eingesetzt?

Ursodeoxycholsäure wird angewendet, um Gallensteine aus Cholesterin aufzulösen, die auf dem Röntgenbild keine Schatten geben dürfen und nicht größer als 15 mm sein sollten; die Gallenblase muss trotz der Steine funktionsfähig sein. Außerdem behandelt sie eine Magenschleimhautentzündung durch Rückfluss von Gallensäuren (Gallenrefluxgastritis) und die primär biliäre Cholangitis (PBC) ohne dekompensierte Leberzirrhose sowie bei Kindern von 6 bis unter 18 Jahren eine Lebererkrankung bei Mukoviszidose.

Welche Nebenwirkungen hat Ursodeoxycholsäure?

Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, kommt es zu breiigem Stuhlgang oder Durchfall. Sehr selten sind Nesselsucht und eine Verkalkung von Gallensteinen, bei der Behandlung der PBC außerdem starke Schmerzen im rechten Oberbauch oder eine starke Verschlechterung der Leberzirrhose, die sich nach dem Absetzen teilweise bessert. Ohne bekannte Häufigkeit treten Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen auf. Bei Durchfall informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wie lange dauert es, bis sich Gallensteine auflösen?

Laut Packungsbeilage dauert die Auflösung im Allgemeinen 6 bis 24 Monate. Haben sich die Steine nach 12 Monaten nicht verkleinert, sollte die Behandlung nicht weitergeführt werden. Die Ärztin oder der Arzt überprüft den Erfolg alle 6 Monate und achtet darauf, ob die Steine verkalkt sind; dann wird die Behandlung beendet.

Warum soll ich während der Gallensteinbehandlung nicht hormonell verhüten?

Hormonelle Verhütungsmittel wie die "Pille" können die Bildung von Gallensteinen fördern und damit der Auflösung entgegenwirken. Frauen, die Ursodeoxycholsäure zur Auflösung von Gallensteinen einnehmen, sollten deshalb wirksam nicht hormonell verhüten. Für die anderen Anwendungsgebiete empfiehlt die Packungsbeilage zuverlässige Verhütung mit nicht hormonellen Methoden oder einer niedrig dosierten östrogenhaltigen "Pille".

Kann der Juckreiz bei PBC unter Ursodeoxycholsäure zunächst stärker werden?

Ja, in seltenen Fällen können sich zu Beginn der Behandlung die Beschwerden der PBC, etwa der Juckreiz, verstärken. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Die Behandlung kann mit einer verringerten Dosis weitergeführt werden, die anschließend Woche für Woche wieder bis zur notwendigen Dosis erhöht wird.

Darf ich Ursodeoxycholsäure in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage sollten Sie Ursodeoxycholsäure in der Schwangerschaft nicht einnehmen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hält es für absolut erforderlich; vor Beginn der Behandlung wird eine Schwangerschaft ausgeschlossen. Laut Embryotox ist der Erfahrungsumfang gering, und die Anwendung in der Schwangerschaft sollte dringenden Fällen von Gallestauungserkrankungen vorbehalten sein. In der Stillzeit sind Nebenwirkungen beim Säugling laut Packungsbeilage unwahrscheinlich.

Wie hoch ist die Dosis von Ursodeoxycholsäure?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach dem Anwendungsgebiet und dem Körpergewicht. Die Angaben der Packungsbeilage für jedes Anwendungsgebiet finden Sie im Abschnitt Dosierung.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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