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Nivolumab: Nebenwirkungen und Wirkung

Nivolumab ist ein verschreibungspflichtiger Antikörper (Immun-Checkpoint-Hemmer), der verhindert, dass bestimmte Abwehrzellen abgeschaltet werden, und so deren Aktivität gegen Krebszellen fördern soll. Er wird im Krankenhaus als Infusion gegeben. Sehr häufig sind unter anderem Müdigkeit, Durchfall, Übelkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Husten und Gelenkschmerzen. Weil Nivolumab Entzündungen in vielen Organen auslösen kann, informieren Sie bei Warnzeichen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, auch Wochen oder Monate nach der letzten Infusion.

Frau in den Sechzigern sitzt mit einer Tasse Tee auf einer überdachten Terrasse und blickt in einen Garten
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege[1, 2]
  • Sehr häufig: Weniger rote Blutkörperchen (transportieren Sauerstoff), weiße Blutkörperchen (wichtig für die Infektabwehr) oder Blutplättchen (für die Blutgerinnung)[1, 2]
  • Sehr häufig: Verminderter Appetit, hoher Blutzucker (Hyperglykämie)[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Kurzatmigkeit (Dyspnoe), Husten[1, 2]
  • Sehr häufig: Durchfall (wässrige, lockere oder weiche Stühle), Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung[1, 2]
  • Sehr häufig: Hautausschlag, manchmal mit Blasen; Juckreiz[1, 2]
  • Sehr häufig: Schmerzen in Muskeln, Knochen und Gelenken[1, 2]
  • Sehr häufig: Ermüdungs- oder Schwächegefühl, Fieber[1, 2]
  • Sehr häufig: Im Bluttest (laut Fachinformation sehr häufig): Anstieg der Leberwerte (AST, ALT, alkalische Phosphatase), des Kreatinins und der Enzyme Lipase und Amylase; zu niedrige oder zu hohe Werte von Kalium und Kalzium; zu niedrige Werte von Natrium, Magnesium und Albumin[2]
  • Häufig: Schwere Lungenentzündung (Pneumonie), Bronchitis[1, 2]
  • Häufig: Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion, allergische Reaktion (auch lebensbedrohlich)[1, 2]
  • Häufig: Unterfunktion der Schilddrüse (kann Müdigkeit oder Gewichtszunahme verursachen), Überfunktion der Schilddrüse (kann schnelleren Herzschlag, Schwitzen und Gewichtsverlust verursachen), Schwellung bzw. Entzündung der Schilddrüse[1, 2]
  • Häufig: Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung), Gewichtsabnahme, niedriger Blutzucker (Hypoglykämie)[1, 2]
  • Häufig: Nervenentzündungen mit Taubheit, Schwäche, Kribbeln oder brennenden Schmerzen in Armen und Beinen; Schwindelgefühl[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen, trockene Augen[1, 2]
  • Häufig: Schneller Herzschlag, unnormaler Herzrhythmus (laut Fachinformation Vorhofflimmern)[1, 2]
  • Häufig: Hoher Blutdruck[1, 2]
  • Häufig: Lungenentzündung (Pneumonitis) mit Husten und Atembeschwerden; Flüssigkeit in der Umgebung der Lunge (Pleuraerguss)[1, 2]
  • Häufig: Darmentzündung (Kolitis); Mundgeschwüre und Fieberbläschen (Stomatitis); trockener Mund[1, 2]
  • Häufig: Fleckige Veränderung der Hautfarbe (Vitiligo), trockene Haut, Hautrötung, ungewöhnlicher Haarverlust oder Ausdünnung der Haare[1, 2]
  • Häufig: Entzündung der Gelenke (Arthritis)[1, 2]
  • Häufig: Nierenversagen, auch plötzliches Nierenversagen[1, 2]
  • Häufig: Schmerzen, Brustschmerzen, Schwellungen (Ödeme)[1, 2]
  • Häufig: Im Bluttest (laut Fachinformation häufig): Anstieg des Bilirubins, zu hohe Werte von Natrium und Magnesium[2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Nivolumab eingesetzt?

Nivolumab ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Behandlung von Krebs [1, 2]. Bei Erwachsenen wird es laut Packungsbeilage bei bestimmten Formen zahlreicher Krebsarten angewendet: schwarzer Hautkrebs (Melanom), nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, Krebs des Brustfells (malignes Pleuramesotheliom), Nierenkrebs, das klassische Hodgkin-Lymphom, Krebs im Kopf-Hals-Bereich, Krebs der Harnblase und der ableitenden Harnwege (Urothelkarzinom), Dickdarm- oder Enddarmkrebs, Speiseröhrenkrebs und Krebs am Übergang von Speiseröhre zum Magen, Magenkrebs sowie Leberkrebs [1]. Jugendliche ab 12 Jahren können es bei Melanom und fortgeschrittenem klassischem Hodgkin-Lymphom erhalten, Kinder ab 5 Jahren bei einem klassischen Hodgkin-Lymphom, das wieder aufgetreten ist oder auf eine Behandlung nicht angesprochen hat [1].

Je nach Krebsart wird Nivolumab bei fortgeschrittener Erkrankung, nach einer vollständigen operativen Entfernung des Tumors oder vor beziehungsweise vor und nach einer Operation eingesetzt. Es kann allein oder zusammen mit anderen Arzneimitteln gegen Krebs gegeben werden; dann sind auch deren Packungsbeilagen wichtig [1]. Zu Nebenwirkungen einer gleichzeitigen Chemotherapie informiert die Seite Chemotherapie: Nebenwirkungen.

Wie wirkt Nivolumab?

Nivolumab ist ein monoklonaler Antikörper, also ein Eiweiß, das eine bestimmte Zielsubstanz im Körper erkennt und daran bindet. Sein Ziel ist der PD-1-Rezeptor, ein Eiweiß, das die Aktivität von T-Zellen abschalten kann. T-Zellen sind weiße Blutkörperchen und gehören zur körpereigenen Abwehr. Indem Nivolumab PD-1 blockiert, verhindert es das Abschalten der T-Zellen; laut Packungsbeilage wird dadurch ihre Aktivität gegen die Krebszellen gefördert [1]. Wirkstoffe mit diesem Prinzip werden als Immun-Checkpoint-Hemmer bezeichnet [2].

Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt laut Fachinformation etwa 25 Tage. Als Antikörper wird Nivolumab nicht über die Enzyme abgebaut, die viele andere Arzneimittel verstoffwechseln; Wechselwirkungen über diesen Weg sind deshalb laut Fachinformation nicht zu erwarten [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt die Nebenwirkungen, die laut Packungsbeilage unter Nivolumab allein berichtet wurden; Laborwertveränderungen, die die Packungsbeilage ohne Häufigkeit aufzählt, stehen mit der Häufigkeit der Fachinformation darin, soweit diese eine nennt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation waren unter Nivolumab allein Müdigkeit (44 Prozent), Schmerzen im Bewegungsapparat (28 Prozent), Durchfall (26 Prozent), Hautausschlag (24 Prozent), Husten und Übelkeit (je 22 Prozent) am häufigsten; die Mehrheit der Nebenwirkungen war leicht bis mäßig [2]. Für Kombinationen mit anderen Krebsmitteln nennt die Packungsbeilage eine eigene Liste; Häufigkeit und Schwere können je nach Kombination unterschiedlich sein [1]. Laut Fachinformation traten immunvermittelte Nebenwirkungen in Kombination mit Ipilimumab häufiger auf als unter Nivolumab allein [2].

Immunvermittelte Nebenwirkungen: Nivolumab wirkt auf das Immunsystem und kann Entzündungen in verschiedenen Teilen des Körpers hervorrufen, etwa an Herz, Lunge, Darm, Leber, Nieren, Hormondrüsen, Haut oder Muskeln. Solche Entzündungen können den Körper ernsthaft schädigen; einige können lebensbedrohlich sein und eine Behandlung oder das Absetzen von Nivolumab erfordern [1]. Laut Fachinformation verbesserten sich die meisten oder verschwanden bei geeignetem Vorgehen, etwa mit Kortikosteroiden und Anpassungen der Behandlung [2]. Hintergrund bieten die Seiten Durchfall durch Medikamente und Erhöhte Leberwerte und Leberschäden durch Medikamente.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemErhöhte Werte bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemSarkoidose: chronische Erkrankung mit Ansammlung von Entzündungszellen in verschiedenen Organen, am häufigsten in der Lunge[1, 2]
  • HormonsystemVerminderte Hormonausschüttung der Nebennieren; Unterfunktion oder Entzündung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse); Diabetes[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Säurewerte im Blut (metabolische Azidose)[1, 2]
  • NervensystemNervenschädigung mit Taubheits- und Schwächegefühl (Polyneuropathie); vom eigenen Immunsystem ausgelöste Nervenentzündung (autoimmune Neuropathie) mit Taubheit, Schwäche, kribbelnden oder brennenden Schmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemMyokarditis-Myositis-Myasthenia-gravis-Overlap-Syndrom: Überlappung von zwei oder drei Erkrankungen, Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis), Entzündung der Muskulatur (Myositis) und eine Erkrankung mit Muskelschwäche und Müdigkeit (Myasthenia gravis)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
  • AugenAugenentzündung mit Schmerzen oder Rötung (Uveitis)[1, 2]
  • HerzEntzündung des Herzmuskels; Entzündung des Herzbeutels und Flüssigkeit um das Herz (perikardiale Erkrankungen); Veränderungen von Herzrhythmus oder Herzfrequenz[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • AtemwegeFlüssigkeitsansammlung in der Lunge (laut Fachinformation Lungeninfiltration)[1, 2]
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Magenschleimhautentzündung (Gastritis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis), Gallenstau (Cholestase)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautSchuppenflechte (Psoriasis), Rosazea mit ungewöhnlich roter Nase und Wangen, Erythema multiforme (schwere Hauterkrankung mit roten, oft juckenden Flecken), Nesselausschlag[1, 2]Mehr dazu: SchuppenflechteHautausschlagNesselsuchtJuckreiz
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelentzündung mit Schmerzen oder Steifheit (rheumatische Polymyalgie)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • InfektionenVorübergehende, umkehrbare nicht infektiöse Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (aseptische Meningitis)[1, 2]
  • Gutartige und bösartige NeubildungenEntzündete oder vergrößerte Lymphknoten (Kikuchi-Lymphadenitis)[1, 2]
  • HormonsystemDurch Diabetes entstandene Übersäuerung des Blutes (diabetische Ketoazidose); verminderte Funktion der Nebenschilddrüse[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • NervensystemGuillain-Barré-Syndrom (vorübergehende Nervenentzündung mit Schmerzen, Schwäche und Lähmung der Gliedmaßen); Verlust der Schutzschicht der Nerven (Demyelinisierung); myasthenes Syndrom mit schwachen, leicht ermüdenden Muskeln; Entzündung des Gehirns[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlSchwäche (Asthenie)Muskelschwäche
  • NervensystemEntzündung des Sehnervs (Optikusneuritis) mit vollständigem oder teilweisem Verlust des Sehvermögens[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Gefäße und KreislaufEntzündliche Erkrankung der Blutgefäße (Vaskulitis)[1, 2]
  • Magen und DarmDünndarm- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür; Mangel an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz); Zöliakie mit Magenschmerzen, Durchfall und Blähungen nach glutenhaltigen Nahrungsmitteln[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreDurchfallBlähungenBauchschmerzen
  • HautSchwerwiegende, möglicherweise tödliche Ablösung der Haut (toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSjögren-Syndrom (das Immunsystem greift Tränen- und Speicheldrüsen an); Muskelschmerzen, druckempfindliche oder schwache Muskeln, die nicht durch körperliche Aktivität verursacht sind (Myopathie); Muskelentzündung (Myositis); Steifheit von Muskeln und Gelenken, Muskelkrämpfe (Rhabdomyolyse)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
  • Nieren und HarnwegeNierenentzündung; nicht infektiöse Blasenentzündung mit häufigem und/oder schmerzhaftem Wasserlassen, Harndrang, Blut im Urin, Schmerzen oder Druck im Unterbauch[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenHäufiges Wasserlassen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Blut und LymphsystemHämophagozytische Lymphohistiozytose: Das Immunsystem bildet zu viele bestimmte Abwehrzellen (Histiozyten und Lymphozyten)[1, 2]
  • ImmunsystemAbstoßung eines transplantierten Organs (solides Organtransplantat)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungTumorlyse-Syndrom: Stoffwechselentgleisung nach einer Krebsbehandlung mit hohen Kalium- und Phosphatwerten und niedrigem Kalzium im Blut[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
  • AugenVogt-Koyanagi-Harada-Syndrom, eine entzündliche Störung von Augen, Haut und Häuten von Ohren, Gehirn und Rückenmark[1, 2]
  • NervensystemEntzündung des Rückenmarks (Myelitis) mit Schmerzen, Taubheit, Kribbeln oder Schwäche in Armen oder Beinen und Blasen- oder Darmproblemen[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlVerstopfung
  • HautLichen sclerosus und andere Lichenerkrankungen: Haut- oder Genitalveränderungen mit Austrocknen, Ausdünnen, Jucken oder Schmerzen[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Packungsbeilage informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eines dieser Anzeichen haben oder es sich verschlechtert, und versuchen nicht, die Beschwerden selbst mit anderen Arzneimitteln zu behandeln. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen andere Arzneimittel geben, die nächste Dosis auslassen oder die Behandlung ganz abbrechen. Die Anzeichen können verzögert auftreten, auch Wochen oder Monate nach der letzten Infusion [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern im ruhigen Gespräch mit einer Pflegekraft in einem hellen Behandlungsraum
Bild: KI-generiert

Früh melden: Bemerken Sie Warnzeichen wie Atembeschwerden, Husten, Durchfall, Gelbfärbung von Haut oder Augen, weniger Urin, extreme Müdigkeit oder Hautausschlag, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, auch zwischen zwei Terminen und nach dem Ende der Behandlung [1]. Laut Fachinformation sollen Behandelte mindestens bis 5 Monate nach der letzten Dosis engmaschig überwacht werden [2].

Kontrollen: Vor der Behandlung wird Ihr allgemeiner Gesundheitszustand untersucht; während der Behandlung werden Blutuntersuchungen durchgeführt [1]. Nivolumab kann die Ergebnisse solcher Untersuchungen verändern, etwa Leber- und Nierenwerte, Blutsalze wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Natrium sowie das schilddrüsenstimulierende Hormon [1].

Patientenkarte: Tragen Sie die Patientenkarte während der gesamten Behandlungsdauer bei sich und zeigen Sie sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner oder dem Pflegepersonal [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden oder kürzlich angewendet haben, und nehmen Sie während der Behandlung keine anderen Arzneimittel ein, ohne das vorher zu besprechen [1]. Kortikosteroide und andere Mittel, die das Immunsystem unterdrücken, können die Wirkung von Nivolumab beeinflussen; nach Beginn der Behandlung kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Kortikosteroide aber gezielt gegen Nebenwirkungen verschreiben [1, 2].

Wechselwirkungen von Nivolumab
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Kortikosteroide und andere Mittel, die das Immunsystem unterdrückenKönnen die Wirkung von Nivolumab beeinflussen[1, 2]Vor Behandlungsbeginn die Ärztin oder den Arzt informieren; nach Beginn können Kortikosteroide gegen Nebenwirkungen verschrieben werden, laut Packungsbeilage beeinträchtigt das die Wirkung nicht
Andere ArzneimittelLaut Fachinformation ist nicht zu erwarten, dass die Hemmung oder Anregung von Abbauenzymen durch andere Arzneimittel Nivolumab beeinflusst[1, 2]Während der Behandlung keine anderen Arzneimittel ohne vorherige ärztliche Rücksprache einnehmen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Nivolumab nicht oder nur mit Vorsicht erhalten sollte

Bei einer Allergie gegen Nivolumab oder einen der sonstigen Bestandteile darf es nicht angewendet werden [1, 2]. Sprechen Sie vor Behandlungsbeginn mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, etwa eine Autoimmunerkrankung, frühere Lungenentzündungen oder Metastasen im Gehirn [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Nivolumab oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Immunvermittelte Nebenwirkungen: Nivolumab kann Entzündungen in verschiedenen Teilen des Körpers verursachen, die den Körper ernsthaft schädigen und lebensbedrohlich sein können. Anzeichen können verzögert auftreten, auch Wochen oder Monate nach der letzten Infusion. Laut Fachinformation sollen Behandelte mindestens bis 5 Monate nach der letzten Dosis engmaschig überwacht werden[1, 2]
  • Autoimmunerkrankung: Das Risiko für diese Nebenwirkungen kann höher sein; häufige Schübe der Autoimmunerkrankung sind möglich, die meist leicht verlaufen[1]
  • Melanom des Auges, Krebsmetastasen im Gehirn, frühere Lungenentzündung, frühere Einnahme von Arzneimitteln, die das Immunsystem unterdrücken, oder noduläres Lymphozyten-prädominantes Hodgkin-Lymphom: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen[1]
  • Frühere schwere Nebenwirkungen unter Ipilimumab (Mittel gegen Melanom)[1]
  • Stammzelltransplantation mit Spenderzellen nach einer Behandlung mit Nivolumab: Komplikationen können schwerwiegend sein und zum Tod führen; außerdem Abstoßung transplantierter Organe und Graft-versus-Host-Krankheit möglich[1]
  • Kontrollen: Vor der Behandlung wird Ihr allgemeiner Gesundheitszustand untersucht, während der Behandlung werden Blutuntersuchungen durchgeführt[1]
  • Patientenkarte: Tragen Sie die Patientenkarte während der gesamten Behandlungsdauer bei sich und zeigen Sie sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner oder dem Pflegepersonal[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nicht anwenden, außer bei Jugendlichen ab 12 Jahren mit Melanom oder nicht vorbehandeltem klassischem Hodgkin-Lymphom und bei Kindern ab 5 Jahren mit wiederaufgetretenem oder nicht ansprechendem klassischem Hodgkin-Lymphom[1]
  • Kochsalzarme Diät: Das Konzentrat enthält Natrium, vorher ärztlich besprechen. Polysorbat 80 kann allergische Reaktionen hervorrufen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Was sie zu Schwangerschaft, Verhütung, Stillzeit und Verkehrstüchtigkeit sagen, fassen die Karten zusammen [1, 2]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind, es sein könnten, eine Schwangerschaft planen oder stillen [1].

Schwangerschaft

Wenden Sie Nivolumab in der Schwangerschaft nicht an, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es ausdrücklich angeordnet. Die Auswirkungen in der Schwangerschaft sind nicht bekannt, Nivolumab könnte dem ungeborenen Kind aber schaden. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und mindestens 5 Monate nach der letzten Dosis wirksam verhüten; werden Sie schwanger, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Laut Fachinformation liegen keine Daten zu Schwangeren vor; in Tierstudien wurde eine schädigende Wirkung auf die Frucht festgestellt, und Nivolumab kann als IgG4-Antikörper auf das ungeborene Kind übergehen.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Ob Nivolumab in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; ein Risiko für gestillte Kinder ist nicht auszuschließen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie während oder nach der Behandlung stillen können; laut Fachinformation wird entweder das Stillen oder die Behandlung unterbrochen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Nivolumab allein oder in Kombination könnte einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit haben; seien Sie beim Fahren und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig, bis Sie sicher sind, dass es Sie nicht beeinträchtigt.[1, 2]

Einnahme

Nivolumab wird in einem Krankenhaus oder einer Klinik unter der Aufsicht einer erfahrenen Ärztin oder eines erfahrenen Arztes als Infusion in eine Vene gegeben; Dosis und Abstände legt das Behandlungsteam je nach Anwendungsgebiet fest. Die Ärztin oder der Arzt gibt Nivolumab so lange, wie Sie davon profitieren oder bis Sie die Behandlung nicht mehr vertragen. Bei Kombinationen erhalten Sie die Arzneimittel in einer festgelegten Reihenfolge.[1]

Termin versäumt: Es ist sehr wichtig, alle Termine einzuhalten. Haben Sie einen versäumt, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach einem Termin für die nächste Dosis.[1]

Absetzen

Bei einem Abbruch der Behandlung kann die Wirkung aufhören. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, außer Sie haben das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen.[1]

Überdosierung

Laut Fachinformation wurden in klinischen Studien keine Überdosierungen berichtet; bei einer Überdosierung wird sorgfältig auf Nebenwirkungen geachtet und unverzüglich nach den Beschwerden behandelt.[2]

Anwendung und Behandlungsdauer

Nivolumab wird Ihnen in einem Krankenhaus oder einer Klinik unter der Aufsicht einer erfahrenen Ärztin oder eines erfahrenen Arztes als Infusion in eine Vene gegeben. Dosis und Abstände der Infusionen richten sich nach dem Anwendungsgebiet; Ihr Behandlungsteam legt sie fest. Laut Packungsbeilage wird Nivolumab so lange gegeben, wie Sie davon profitieren oder bis Sie die Behandlung nicht mehr vertragen [1].

Es ist sehr wichtig, alle Termine einzuhalten. Haben Sie einen versäumt, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach einem Termin für die nächste Dosis. Bei einem Abbruch kann die Wirkung aufhören; brechen Sie die Behandlung deshalb nicht ab, ohne das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen zu haben [1].

Präparate mit Nivolumab

Nivolumab ist als Opdivo zugelassen, als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung und als Injektionslösung zur Gabe unter die Haut [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation des Konzentrats aus der EMA-Produktinformation mit Stand August 2026 [1, 2].

Präparate mit Nivolumab
PräparatAnbieterHinweis
OpdivoBristol-Myers Squibb Pharma EEIGKonzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (Grundlage dieser Seite); außerdem Injektionslösung zur Gabe unter die Haut

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Opdivo (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Opdivo 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Opdivo (EPAR), Anhang I: Fachinformation Opdivo 10 mg/ml Konzentrat, und Anhang II. Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Nivolumab am häufigsten?

Unter Nivolumab allein sind sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten: Infektionen der oberen Atemwege, weniger Blutkörperchen oder Blutplättchen, verminderter Appetit, erhöhter Blutzucker, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit und Husten, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Hautausschlag, Juckreiz, Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Schwäche und Fieber. Laut Fachinformation war Müdigkeit (44 Prozent) am häufigsten; die Mehrheit der Nebenwirkungen war leicht bis mäßig.

Was sind immunvermittelte Nebenwirkungen?

Nivolumab wirkt auf das Immunsystem und kann Entzündungen in verschiedenen Teilen des Körpers hervorrufen, etwa an Lunge, Darm, Leber, Nieren, Hormondrüsen, Haut, Muskeln oder Herz. Laut Packungsbeilage können solche Entzündungen den Körper ernsthaft schädigen und lebensbedrohlich sein. Laut Fachinformation verbesserten sich die meisten oder verschwanden bei geeigneter Behandlung, etwa mit Kortikosteroiden und Anpassungen der Behandlung.

Können Nebenwirkungen auch nach der letzten Infusion auftreten?

Ja. Laut Packungsbeilage können Anzeichen manchmal verzögert auftreten und sich Wochen oder Monate nach der letzten Infusion entwickeln. Laut Fachinformation sollen Behandelte mindestens bis 5 Monate nach der letzten Dosis engmaschig überwacht werden. Informieren Sie bei Warnzeichen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und versuchen Sie nicht, die Beschwerden selbst mit anderen Arzneimitteln zu behandeln.

Wozu dient die Patientenkarte?

Die Patientenkarte enthält Kernaussagen aus der Packungsbeilage. Tragen Sie sie während der gesamten Behandlungsdauer bei sich und zeigen Sie sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner oder dem Pflegepersonal. Laut Fachinformation wird sie mit jeder Verschreibung ausgehändigt.

Darf ich während der Behandlung Kortison nehmen?

Informieren Sie vor Behandlungsbeginn Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Kortikosteroide oder andere Mittel anwenden, die das Immunsystem unterdrücken, denn sie können die Wirkung von Nivolumab beeinflussen. Läuft die Behandlung bereits, kann Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Kortikosteroide verschreiben, um Nebenwirkungen zu mildern; laut Packungsbeilage beeinträchtigt das die Wirkung nicht. Nehmen Sie keine anderen Arzneimittel ein, ohne das vorher zu besprechen.

Wie wird Nivolumab gegeben und wie lange?

Nivolumab wird in einem Krankenhaus oder einer Klinik unter Aufsicht einer erfahrenen Ärztin oder eines erfahrenen Arztes als Infusion in eine Vene gegeben. Daneben gibt es eine Form zur Injektion unter die Haut. Dosis und Abstände richten sich nach dem Anwendungsgebiet. Laut Packungsbeilage wird Nivolumab so lange gegeben, wie Sie davon profitieren oder bis Sie die Behandlung nicht mehr vertragen. Halten Sie alle Termine ein.

Darf ich während der Behandlung schwanger werden oder stillen?

Wenden Sie Nivolumab in der Schwangerschaft nicht an, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es ausdrücklich angeordnet; es könnte dem ungeborenen Kind schaden. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und mindestens 5 Monate nach der letzten Dosis wirksam verhüten. Ob Nivolumab in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie während oder nach der Behandlung stillen können.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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