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Upadacitinib: Nebenwirkungen und Wirkung
Upadacitinib ist ein verschreibungspflichtiger Januskinase-Hemmer (JAK-Hemmer) zum Einnehmen; das Präparat heißt Rinvoq. Es wird unter anderem bei rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis, axialer Spondyloarthritis, atopischer Dermatitis, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn angewendet. Sehr häufig sind Infektionen von Nase und Rachen und Akne. Ab 65 Jahren, bei Rauchern und bei Herz-Kreislauf- oder Krebsrisiken sollte es laut Fachinformation nur eingesetzt werden, wenn keine geeigneteren Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Infektionen von Nase und Rachen (laut Fachinformation Infektionen der oberen Atemwege)[1, 2]
- Sehr häufig: Akne; laut Fachinformation in den Studien zu rheumatologischen Erkrankungen, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn häufig[1, 2]
- Häufig: Gürtelrose (Herpes zoster) mit schmerzhaftem Hautausschlag mit Bläschen[1, 2]
- Häufig: Lungenentzündung (Pneumonie), die Kurzatmigkeit, Fieber und Husten mit Schleim verursachen kann; laut Fachinformation bei Morbus Crohn häufig, in den anderen Anwendungsgebieten gelegentlich[1, 2]
- Häufig: Nichtmelanozytärer Hautkrebs (laut Fachinformation meist Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome der Haut)[1, 2]
- Häufig: Husten[1, 2]
- Häufig: Fieber[1, 2]
- Häufig: Herpes im Mundbereich (Herpes simplex)[1, 2]
- Häufig: Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Anstieg des Enzyms Kreatinkinase (CK) im Blut, nachgewiesen durch Blutuntersuchungen[1, 2]
- Häufig: Niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen (laut Fachinformation Neutropenie und Lymphopenie), nachgewiesen durch Blutuntersuchungen[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Cholesterinwerte (laut Fachinformation Hypercholesterinämie und Hyperlipidämie; in Studien zur atopischen Dermatitis gelegentlich)[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Leberenzymwerte (ALT, AST), nachgewiesen durch Blutuntersuchungen; laut Fachinformation in Studien zur atopischen Dermatitis gelegentlich[1, 2]
- Häufig: Gewichtszunahme; laut Fachinformation bei Morbus Crohn gelegentlich[1, 2]
- Häufig: Entzündung (Schwellung) der Haarfollikel (Follikulitis)[1, 2]
- Häufig: Grippe (Influenza)[1, 2]
- Häufig: Blutarmut (Anämie)[1, 2]
- Häufig: Bauchschmerzen[1, 2]
- Häufig: Fatigue: sich ungewöhnlich müde, erschöpft und schwach fühlen[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen; in der Studie zur Riesenzellarteriitis sehr häufig[1, 2]
- Häufig: Nesselsucht (Urtikaria); laut Fachinformation in den Studien zu rheumatologischen Erkrankungen und bei Morbus Crohn gelegentlich[1, 2]
- Häufig: Harnwegsinfektion[1, 2]
- Häufig: Ausschlag[1, 2]
- Häufig: Drehschwindel[1, 2]
- Häufig: Schwindelgefühl[1, 2]
- Häufig: Bronchitis; laut Fachinformation in Studien zur atopischen Dermatitis gelegentlich[1, 2]
- Häufig: Schwellung der Füße und Hände (peripheres Ödem); laut Fachinformation beruht die Häufigkeit auf der Studie zur Riesenzellarteriitis[1, 2]
Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche
Wofür wird Upadacitinib eingesetzt?
Upadacitinib ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Januskinase-Hemmer (JAK-Hemmer); das Präparat heißt Rinvoq [1, 2]. Bei Erwachsenen ist es zugelassen bei mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis, aktiver Psoriasis-Arthritis, axialer Spondyloarthritis einschließlich Morbus Bechterew, Riesenzellarteriitis (einer Entzündung der mittleren und großen Arterien) sowie bei mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa und mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn [1, 2]. Kinder ab 2 Jahren erhalten es bei aktiver polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis [1, 2].
Ab 12 Jahren ist Upadacitinib außerdem zugelassen bei mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis, auch Neurodermitis genannt, bei schwerer Alopecia areata, bei der das Immunsystem die Haarwurzeln angreift, und bei nicht segmentaler Vitiligo, bei der weiße oder hellere Hautflecken entstehen [1, 2]. Bei rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis und axialer Spondyloarthritis erhalten Sie laut Packungsbeilage meist zunächst andere Arzneimittel, bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn kommt es nach einer nicht ausreichend wirksamen oder nicht vertragenen Vorbehandlung infrage; bei rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis und juveniler Arthritis kann Upadacitinib allein oder zusammen mit Methotrexat verordnet werden [1]. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wie wirkt Upadacitinib?
Upadacitinib verringert die Aktivität eines Enzyms namens Januskinase und dadurch die Entzündung [1]. Laut Fachinformation sind Januskinasen Enzyme in den Zellen, die Signale von Botenstoffen (Zytokinen) und Wachstumsfaktoren weiterleiten, unter anderem für Entzündungsreaktionen, Blutbildung und Immunabwehr. Upadacitinib ist ein selektiver und umkehrbarer Hemmer, der bevorzugt Signalwege über das Enzym JAK1 hemmt [2]. Laut Packungsbeilage kann Upadacitinib die Fähigkeit des Körpers herabsetzen, Infektionen zu bekämpfen [1].
Nach der Einnahme einer Retardtablette ist die höchste Konzentration im Blut im Mittel nach 2 bis 4 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt bei 9 bis 14 Stunden; etwa 90 Prozent des Wirkstoffs im Blutkreislauf werden innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben, einschließlich der Veränderungen, die nur bei Blutuntersuchungen auffallen. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Die Häufigkeiten beruhen laut Fachinformation jeweils auf der höheren Rate aus den Studien zu den verschiedenen Erkrankungen; wo sie sich deutlich unterscheiden, ist das in der Liste vermerkt [2]. Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren schwerwiegende Infektionen. Mit der höheren Dosis traten laut Fachinformation mehr schwerwiegende Infektionen, Krebserkrankungen und nichtmelanozytärer Hautkrebs auf als mit der niedrigeren [2]. Bei der Behandlung stiegen außerdem Cholesterinwerte an; mehr dazu unter erhöhte Blutfette und Infektanfälligkeit durch Medikamente [2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenGürtelrose (Herpes zoster) mit schmerzhaftem Hautausschlag mit Bläschen[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- InfektionenLungenentzündung (Pneumonie), die Kurzatmigkeit, Fieber und Husten mit Schleim verursachen kann; laut Fachinformation bei Morbus Crohn häufig, in den anderen Anwendungsgebieten gelegentlich[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitAtemnotFieber
- Gutartige und bösartige NeubildungenNichtmelanozytärer Hautkrebs (laut Fachinformation meist Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome der Haut)[1, 2]
- AtemwegeHusten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
- Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
- InfektionenHerpes im Mundbereich (Herpes simplex)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- Laborwerte und UntersuchungenAnstieg des Enzyms Kreatinkinase (CK) im Blut, nachgewiesen durch Blutuntersuchungen[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
- Blut und LymphsystemNiedrige Anzahl weißer Blutkörperchen (laut Fachinformation Neutropenie und Lymphopenie), nachgewiesen durch Blutuntersuchungen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Cholesterinwerte (laut Fachinformation Hypercholesterinämie und Hyperlipidämie; in Studien zur atopischen Dermatitis gelegentlich)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Leberenzymwerte (ALT, AST), nachgewiesen durch Blutuntersuchungen; laut Fachinformation in Studien zur atopischen Dermatitis gelegentlich[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme; laut Fachinformation bei Morbus Crohn gelegentlich[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- InfektionenEntzündung (Schwellung) der Haarfollikel (Follikulitis)[1, 2]
- InfektionenGrippe (Influenza)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Blut und LymphsystemBlutarmut (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Magen und DarmBauchschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenFatigue: sich ungewöhnlich müde, erschöpft und schwach fühlen[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
- NervensystemKopfschmerzen; in der Studie zur Riesenzellarteriitis sehr häufig[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- ImmunsystemNesselsucht (Urtikaria); laut Fachinformation in den Studien zu rheumatologischen Erkrankungen und bei Morbus Crohn gelegentlich[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
- InfektionenHarnwegsinfektion[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- HautAusschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- NervensystemSchwindelgefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- InfektionenBronchitis; laut Fachinformation in Studien zur atopischen Dermatitis gelegentlich[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Allgemeine BeschwerdenSchwellung der Füße und Hände (peripheres Ödem); laut Fachinformation beruht die Häufigkeit auf der Studie zur Riesenzellarteriitis[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- HautBei Jugendlichen mit atopischer Dermatitis: Warzen (Hautpapillom)[1]
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenInfektion im Blut (Sepsis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- ImmunsystemAllergische Reaktion mit Engegefühl in der Brust, Keuchen, Anschwellen von Lippen, Zunge oder Hals oder Nesselsucht (laut Fachinformation schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich anaphylaktischer Reaktion und Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtAtemnot
- InfektionenHefepilzinfektion der Mundhöhle (Mundsoor, weiße Flecken im Mund)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Triglyceridwerte (ein bestimmtes Blutfett), nachgewiesen durch Tests[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- InfektionenDivertikulitis: schmerzhafte Entzündung kleiner Ausstülpungen der Darmschleimhaut[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- Magen und DarmMagen-Darm-Perforation (ein Loch im Darm); laut Fachinformation beruht die Häufigkeit auf den Studien zu Morbus Crohn[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Neben den Nebenwirkungen in der Liste beschreibt die Fachinformation Warnhinweise ohne eigene Häufigkeitsangabe: In Studien zu Upadacitinib wurden schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse, tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien beobachtet; bei JAK-Hemmern einschließlich Upadacitinib wurden Lymphome und andere Krebserkrankungen sowie Verschlüsse von Netzhautvenen berichtet [2]. Ein Rote-Hand-Brief vom 17.03.2023 an Ärztinnen und Ärzte bewertet die Risiken für bösartige Erkrankungen, schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse, schwerwiegende Infektionen, venöse Blutgerinnsel und Sterblichkeit als Klasseneffekte aller JAK-Hemmer [3]. Mehr zu Blutgerinnseln lesen Sie unter Thromboserisiko durch Medikamente.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Infektionen: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Fieber, Wunden, mehr Müdigkeit als gewöhnlich oder Zahnprobleme bemerken; das können Zeichen einer Infektion sein [1]. Bei Zeichen einer Gürtelrose, einer Lungenentzündung oder einer Blutvergiftung sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen unverzüglich medizinische Hilfe [1]. Laut Fachinformation wird vor Beginn der Impfstatus überprüft; fehlende Impfungen werden nachgeholt, auch die Impfung gegen Gürtelrose [2].
Blutwerte und Haut: Erhöhte Cholesterin-, Leber- und Kreatinkinasewerte sowie eine geringe Zahl weißer Blutkörperchen fallen nur bei Blutuntersuchungen auf; diese finden vor Beginn und während der Behandlung statt [1]. Laut Fachinformation ließen sich erhöhte LDL-Cholesterinwerte mit einem Statin wieder senken, die Datenlage ist begrenzt [2]. Melden Sie neue Hautveränderungen; regelmäßige Hautuntersuchungen werden laut Fachinformation bei allen Behandelten empfohlen [1, 2].
Akne und Schwindel: Akne gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn sie Sie belastet [1]. Solange Sie Schwindelgefühl oder Drehschwindel verspüren, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen keine Maschinen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Einige Arzneimittel können die Wirkung von Upadacitinib herabsetzen oder das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen; informieren Sie deshalb Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel [1]. Laut Fachinformation wird Upadacitinib hauptsächlich über das Enzym CYP3A4 abgebaut: Starke Hemmer dieses Enzyms wie Itraconazol oder Clarithromycin und Grapefruit erhöhen die Menge im Blut, starke Auslöser wie Rifampicin senken sie [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Grapefruit. Die Kombination mit anderen starken Immunsuppressiva wie Azathioprin oder Ciclosporin wird laut Fachinformation nicht empfohlen [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel gegen Pilzinfektionen wie Itraconazol, Posaconazol oder Voriconazol, das Antibiotikum Clarithromycin und Ketoconazol (starke CYP3A4-Hemmer) | Mehr Upadacitinib im Blut; laut Fachinformation stiegen mit Ketoconazol die Höchstkonzentration um 70 Prozent und die Gesamtmenge (AUC) um 75 Prozent[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation Vorsicht bei Langzeitbehandlung, je nach Anwendungsgebiet niedrigere Dosis |
| Grapefruit (Nahrungsmittel und Getränke) | Erhöht die Menge an Upadacitinib im Körper, Nebenwirkungen werden wahrscheinlicher[1, 2] | Während der Behandlung vermeiden |
| Rifampicin (gegen Tuberkulose) oder Phenytoin (gegen Krampfanfälle) (starke CYP3A4-Auslöser) | Weniger Upadacitinib im Blut, die Wirkung kann nachlassen; laut Fachinformation sanken mit Rifampicin die Höchstkonzentration um etwa 50 Prozent und die AUC um etwa 60 Prozent[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation wird die Krankheitsaktivität überwacht |
| Arzneimittel, die das Immunsystem beeinflussen, wie Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Ciclosporin oder Tacrolimus; laut Fachinformation auch biologische Basistherapeutika und andere JAK-Hemmer | Eine zusätzliche Unterdrückung des Immunsystems ist laut Fachinformation nicht auszuschließen[1, 2] | Laut Fachinformation nicht empfohlen |
| Schmerz- und Entzündungsmittel (NSAR), Opioide oder Kortison | Können das Risiko für eine Magen-Darm-Perforation oder eine Divertikulitis erhöhen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Arzneimittel gegen Diabetes | Laut Fachinformation wurden nach Beginn einer Behandlung mit JAK-Hemmern Unterzuckerungen berichtet[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob eine geringere Dosis des Diabetesmittels nötig ist |
| Lebendimpfstoffe | Keine Daten zum Ansprechen[1, 2] | Laut Fachinformation während oder unmittelbar vor der Behandlung nicht empfohlen |
| Methotrexat, Mittel gegen Magensäure (Antazida, Protonenpumpenhemmer), Pille mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel | Laut Fachinformation kein relevanter Einfluss auf die Spiegel von Upadacitinib bzw. dieser Mittel; kombinierte hormonelle Verhütungsmittel zählen aber zu den Risikofaktoren für venöse Blutgerinnsel[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt bespricht, ob Upadacitinib geeignet ist |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Upadacitinib nicht oder nur mit Vorsicht einnehmen sollte
Bei einer schweren Infektion, einer aktiven Tuberkulose, schweren Leberschäden und in der Schwangerschaft darf Upadacitinib nicht eingenommen werden [1, 2]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie häufig Infektionen bekommen, Gürtelrose, Hepatitis B oder Hepatitis C hatten, Krebs haben oder hatten, rauchen oder geraucht haben, Herzprobleme haben, schon einmal eine Thrombose oder Lungenembolie hatten oder an ungeklärten Bauchschmerzen, einer Divertikulitis oder Magen- und Darmgeschwüren leiden [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Upadacitinib oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Schwere Infektion, etwa eine Lungenentzündung oder eine bakterielle Hauterkrankung (laut Fachinformation aktive schwerwiegende Infektionen)[1, 2]
- Aktive Tuberkulose[1, 2]
- Schwere Leberschäden (laut Fachinformation schwere Leberinsuffizienz, Child-Pugh C)[1, 2]
- Schwangerschaft[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Alter ab 65 Jahren, Rauchen (auch früheres Langzeitrauchen), eine Herz-Kreislauf-Erkrankung durch Arterienverkalkung (Atherosklerose) in der Vorgeschichte oder andere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren sowie Risikofaktoren für Krebs, zum Beispiel eine aktuelle oder frühere Krebserkrankung: Laut Fachinformation sollte Upadacitinib dann nur angewendet werden, wenn keine geeigneteren Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Ab 65 Jahren besteht laut Packungsbeilage möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Infektionen, Herzprobleme einschließlich Herzinfarkt und einige Krebsarten[1, 2]
- Rote-Hand-Brief vom 17.03.2023 zu allen JAK-Hemmern: Bei Menschen mit rheumatoider Arthritis und bestimmten Risikofaktoren wurden unter JAK-Hemmern im Vergleich zu TNF-alpha-Hemmern häufiger bösartige Erkrankungen, schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse, schwerwiegende Infektionen, venöse Blutgerinnsel und Todesfälle beobachtet; diese Risiken gelten als Klasseneffekte für alle zugelassenen Anwendungsgebiete. Verordnende sollten die Risiken mit den Behandelten besprechen[3]
- Infektionen: Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie eine Infektion haben oder häufig Infektionen bekommen. Upadacitinib kann die Fähigkeit des Körpers herabsetzen, Infektionen zu bekämpfen; mit Diabetes oder ab 65 Jahren kann das Risiko erhöht sein. Laut Fachinformation werden Behandelte während und nach der Behandlung engmaschig auf Infektionen überwacht; bei einer schwerwiegenden Infektion wird die Behandlung unterbrochen[1, 2]
- Tuberkulose: Sagen Sie es, wenn Sie Tuberkulose hatten oder engen Kontakt zu einem Menschen mit Tuberkulose; vor Beginn wird auf Tuberkulose untersucht, gegebenenfalls auch erneut während der Behandlung[1, 2]
- Gürtelrose in der Vorgeschichte: Upadacitinib kann ein Wiederauftreten begünstigen; Hepatitis B oder C in der Vorgeschichte: laut Fachinformation wird vor und während der Behandlung auf eine virale Hepatitis untersucht[1, 2]
- Impfungen: Sagen Sie es, wenn Sie kürzlich geimpft wurden oder eine Impfung geplant ist; Lebendimpfstoffe werden während der Behandlung nicht empfohlen. Laut Fachinformation wird der Impfstatus vor Beginn überprüft und fehlende Impfungen werden nachgeholt, einschließlich der Impfung gegen Gürtelrose[1, 2]
- Hautveränderungen: Melden Sie neue Hautveränderungen während oder nach der Behandlung; weil nichtmelanozytärer Hautkrebs beobachtet wurde, werden laut Fachinformation regelmäßige Hautuntersuchungen bei allen Behandelten empfohlen[1, 2]
- Blutgerinnsel in den Beinvenen oder der Lunge in der Vorgeschichte oder ein erhöhtes Risiko dafür, zum Beispiel nach einer größeren Operation, bei hormoneller Verhütung oder Hormonersatztherapie oder wenn bei Ihnen oder nahen Verwandten eine Blutgerinnungsstörung festgestellt wurde: Die Ärztin oder der Arzt bespricht, ob Upadacitinib geeignet ist. Laut Fachinformation wird die Behandlung bei Verdacht auf ein Blutgerinnsel abgesetzt[1, 2]
- Ungeklärte Bauchschmerzen, Divertikulitis oder Magen- bzw. Darmgeschwüre (auch früher) oder die Einnahme von NSAR: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Laut Fachinformation wird Upadacitinib bei einem Risiko für eine Magen-Darm-Perforation (zum Beispiel bei Divertikelerkrankung, Divertikulitis in der Vorgeschichte oder Anwendung von NSAR, Kortison oder Opioiden) mit Vorsicht angewendet; bei aktivem Morbus Crohn ist das Risiko für einen Darmdurchbruch erhöht[1, 2]
- Herz-, Leber- oder Nierenprobleme: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen[1]
- Blutuntersuchungen: Vor Beginn und während der Behandlung wird geprüft, ob eine Blutarmut, eine geringe Zahl weißer Blutkörperchen, hohe Blutfette oder hohe Leberenzymwerte vorliegen. Laut Fachinformation wird die Behandlung bei sehr niedrigen Werten nicht begonnen oder unterbrochen; die Blutfette werden 12 Wochen nach Beginn bestimmt[1, 2]
- Tabletten oder Tablettenstücke im Stuhl: Sehen Sie das wiederholt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation wurde das meist bei verkürzter Darmpassage beschrieben, etwa nach Darmoperationen oder mit künstlichem Darmausgang[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: nicht empfohlen bei polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis unter 2 Jahren oder unter 10 kg Körpergewicht, bei atopischer Dermatitis, Alopecia areata oder Vitiligo unter 12 Jahren oder unter 30 kg und unter 18 Jahren bei Psoriasis-Arthritis, axialer Spondyloarthritis, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Tritt bei einer Tochter unter der Behandlung die erste Regelblutung auf, informieren Sie die Ärztin oder den Arzt[1, 2]
- Patientenkarte: Behandelte erhalten eine Patientenkarte mit wichtigen Sicherheitsinformationen, die sie jederzeit bei sich tragen sollen[2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme und mindestens 4 Wochen danach zuverlässig verhüten; tritt bei einer Tochter unter der Behandlung die erste Regelblutung auf, informieren Sie die Ärztin oder den Arzt [1]. Eine eigene Bewertung von Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, gibt es zu Upadacitinib nicht; die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation sagen [1, 2].
Schwangerschaft
Upadacitinib darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme und mindestens 4 Wochen nach der letzten Einnahme zuverlässig verhüten; werden Sie in dieser Zeit schwanger, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation war Upadacitinib in Tierversuchen fruchtschädigend (Auswirkungen auf Knochen bei Ratten und auf das Herz bei Kaninchen).[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Upadacitinib sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden, weil nicht bekannt ist, ob es in die Muttermilch übergeht; laut Fachinformation geht es in Tierversuchen in die Milch über. Entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie stillen oder Upadacitinib einnehmen, nicht beides zusammen.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Solange Sie während der Einnahme Schwindelgefühl oder Drehschwindel verspüren, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen; laut Fachinformation kann Upadacitinib deshalb einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit haben.[1, 2]
Einnahme
Die Tablette im Ganzen mit Wasser schlucken und nicht teilen, zerstoßen, kauen oder zerbrechen, weil das die aufgenommene Menge beeinflussen kann. Jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen, mit oder ohne Mahlzeit; das Trockenmittel in der Flasche nicht schlucken. Nahrungsmittel und Getränke mit Grapefruit vermeiden.[1]
Einnahme vergessen: so schnell wie möglich nachholen. Haben Sie die Einnahme an einem ganzen Tag versäumt, lassen Sie die Dosis aus und nehmen am nächsten Tag nur eine einzelne Dosis wie gewohnt; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Einnahme nicht, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weist Sie dazu an. Laut Fachinformation wird die Behandlung bei einer schweren Infektion unterbrochen, bis diese unter Kontrolle ist, und bei Verdacht auf ein Blutgerinnsel in den Venen abgesetzt.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie mehr eingenommen als vorgesehen, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; es können Nebenwirkungen wie in Abschnitt 4 der Packungsbeilage auftreten. Laut Fachinformation waren die Nebenwirkungen in Studien mit höheren Dosen vergleichbar mit denen bei niedrigeren Dosen; Behandelte werden auf Nebenwirkungen überwacht und bei Bedarf behandelt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die empfohlene Dosis für jedes Anwendungsgebiet; bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn beginnt die Behandlung mit einer höheren Anfangsdosis, ab 65 Jahren gilt in mehreren Anwendungsgebieten eine niedrigere Dosis [1]. Die Fachinformation ergänzt Angaben zur Lösung für Kinder und zu Nieren- und Leberfunktion [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis Sie einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Schlucken Sie die Tablette im Ganzen mit Wasser und teilen, zerstoßen, kauen oder zerbrechen Sie sie nicht, weil das die Menge beeinflussen kann, die in den Körper gelangt [1]. Nehmen Sie sie jeden Tag zur gleichen Zeit ein, mit oder ohne Mahlzeit; das Trockenmittel in der Flasche dürfen Sie nicht schlucken [1]. Sehen Sie wiederholt Tabletten oder Tablettenstücke im Stuhl, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Beenden Sie die Einnahme nicht, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weist Sie dazu an [1]. Laut Fachinformation wird die Behandlung bei einer schweren Infektion unterbrochen, bis diese unter Kontrolle ist, und bei Verdacht auf ein Blutgerinnsel abgesetzt [2]. Haben Sie mehr eingenommen als vorgesehen, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Telefonnummern für Notfälle finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Upadacitinib
Upadacitinib ist als Rinvoq erhältlich: als Retardtabletten in den Stärken 15 mg, 30 mg und 45 mg und als Lösung zum Einnehmen für Kinder mit polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis [2]. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Rinvoq mit Stand September 2026, vor allem Packungsbeilage und Fachinformation der Retardtabletten [1, 2]. Laut Fachinformation sind Tabletten und Lösung nicht Milligramm für Milligramm austauschbar [2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Rinvoq | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Retardtabletten mit 15 mg, 30 mg oder 45 mg (Grundlage dieser Seite); außerdem Lösung zum Einnehmen (1 mg/ml) für Kinder mit polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Rinvoq (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage RINVOQ 15 mg/30 mg/45 mg Retardtabletten. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Rinvoq (EPAR), Anhang I: Fachinformation RINVOQ 15 mg/30 mg/45 mg Retardtabletten (und Lösung zum Einnehmen), und Anhang II. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Cibinqo, Jyseleca, Olumiant, Rinvoq und Xeljanz: Aktualisierte Empfehlungen zur Minimierung der Risiken für maligne Erkrankungen, schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse, schwerwiegende Infektionen, venöse Thromboembolie und Mortalität. AbbVie, Galapagos, Lilly und Pfizer in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft). Stand 17.03.2023. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Upadacitinib am häufigsten?
Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) sind Infektionen von Nase und Rachen sowie Akne. Häufig treten unter anderem Gürtelrose, Lungenentzündung, Herpes im Mundbereich, Husten, Fieber, Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Gewichtszunahme sowie erhöhte Cholesterin-, Leber- und Kreatinkinasewerte im Blut auf. Laut Fachinformation waren Infektionen der oberen Atemwege in den Studien die am häufigsten berichtete Nebenwirkung.
Warum darf Upadacitinib ab 65 Jahren nur eingeschränkt angewendet werden?
Laut Fachinformation sollte Upadacitinib bei Menschen ab 65 Jahren, bei Rauchern und ehemaligen Langzeitrauchern, bei Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und bei Risikofaktoren für Krebs nur angewendet werden, wenn keine geeigneteren Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Hintergrund ist eine große Studie mit einem anderen JAK-Hemmer, in der bei Menschen mit rheumatoider Arthritis und Risikofaktoren häufiger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse, Krebs, schwere Infektionen und Blutgerinnsel auftraten als unter TNF-Hemmern. Ein Rote-Hand-Brief vom 17.03.2023 hat diese Empfehlungen für alle JAK-Hemmer bekannt gemacht.
Erhöht Upadacitinib das Risiko für Thrombosen?
In Studien zu Upadacitinib wurden laut Fachinformation tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien beobachtet. Haben Sie schon einmal ein Blutgerinnsel gehabt oder ein erhöhtes Risiko dafür (etwa nach einer größeren Operation, bei hormoneller Verhütung oder Hormonersatztherapie), bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen, ob Upadacitinib geeignet ist. Plötzliche Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden, Schmerzen im Brustraum oder im oberen Rücken, Schwellungen der Beine oder Arme, Schmerzen oder Empfindlichkeit der Beine sowie Rötungen oder Verfärbungen der Beine oder Arme melden Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Blutuntersuchungen sind während der Behandlung nötig?
Vor Beginn und während der Behandlung wird geprüft, ob eine Blutarmut, eine geringe Zahl weißer Blutkörperchen, hohe Blutfettwerte oder hohe Leberenzymwerte vorliegen. Laut Fachinformation werden Neutrophile, Lymphozyten und Hämoglobin vor Beginn und spätestens zwölf Wochen danach bestimmt, die Blutfette zwölf Wochen nach Beginn; bei sehr niedrigen Werten wird die Behandlung unterbrochen.
Darf ich während der Behandlung mit Upadacitinib Grapefruit essen?
Nein. Nahrungsmittel und Getränke mit Grapefruit sollten Sie während der Behandlung vermeiden, weil sie die Menge an Upadacitinib im Körper erhöhen und Nebenwirkungen wahrscheinlicher machen können. Auch bestimmte Mittel gegen Pilzinfektionen und das Antibiotikum Clarithromycin erhöhen die Menge im Blut.
Darf ich Upadacitinib in der Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?
Nein, in der Schwangerschaft darf Upadacitinib nicht angewendet werden; Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme und mindestens 4 Wochen danach zuverlässig verhüten. In der Stillzeit sollte Upadacitinib nicht angewendet werden; Sie entscheiden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie stillen oder das Mittel einnehmen. Eine eigene Bewertung von Embryotox gibt es zu Upadacitinib nicht.
Darf ich unter Upadacitinib Auto fahren?
Upadacitinib kann Schwindelgefühl und Drehschwindel verursachen. Solange Sie solche Beschwerden verspüren, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Was tun, wenn ich eine Tablette vergessen habe?
Holen Sie die Einnahme so schnell wie möglich nach. Haben Sie sie an einem ganzen Tag versäumt, lassen Sie die Dosis aus und nehmen am nächsten Tag nur eine einzelne Dosis wie gewohnt, nicht die doppelte Menge. Die Dosis laut Packungsbeilage steht im Abschnitt Dosierung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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