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Codein: Nebenwirkungen und Wirkung

Codein ist ein verschreibungspflichtiges Opioid, das als Tropfen zur Behandlung von Reizhusten ohne Auswurf eingesetzt wird; Kinder unter 12 Jahren und Stillende dürfen es nicht einnehmen. Sehr häufig sind Übelkeit, unter Umständen bis zum Erbrechen, und Verstopfung. Bei langsamer oder flacher Atmung, Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder engen Pupillen beenden Sie die Einnahme und holen sofort ärztlichen Rat ein.

Frau in den Fünfzigern sitzt am Abend in eine Strickjacke gehüllt im Sessel im ruhigen Wohnzimmer und hält eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Übelkeit, unter Umständen bis zum Erbrechen (vor allem zu Beginn der Behandlung)[1, 2]
  • Sehr häufig: Verstopfung (Obstipation)[1, 2]
  • Häufig: Leichte Kopfschmerzen, leichte Schläfrigkeit[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Codein eingesetzt?

Codein gehört zu den Husten- und Bronchitismitteln, genauer zu den Hustenstillern. Als Tropfen wird es zur symptomatischen Behandlung von Reizhusten angewendet, also von Husten ohne Auswurf [1, 2]. Die Tropfen, auf die sich diese Seite stützt, sind für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene bestimmt und verschreibungspflichtig [1, 2].

Codein ist ein Opioid [1]; Embryotox beschreibt es als Abkömmling (Derivat) des Morphins [3]. Rechtlich zählt Codein zu den Betäubungsmitteln. Zubereitungen mit bis zu 2,5 Prozent Codein oder bis zu 100 mg Codein je abgeteilter Form, die keinen weiteren betäubungsmittelrechtlich erfassten Stoff enthalten, sind davon ausgenommen; werden sie für betäubungsmittel- oder alkoholabhängige Menschen verschrieben, gelten jedoch die Vorschriften über das Verschreiben und die Abgabe von Betäubungsmitteln [4]. Laut Embryotox wird Codein außerdem als Schmerzmittel eingesetzt, vorwiegend zusammen mit Paracetamol oder Acetylsalicylsäure [3]. Solche Kombinationspräparate haben eigene Packungsbeilagen mit anderen Anwendungsgebieten und Dosierungen; diese Seite beschreibt Codein als Hustenmittel. Mehr zur Wirkstoffgruppe lesen Sie auf der Seite Opioide.

Wie wirkt Codein?

Codein wirkt abhängig von der Dosis im zentralen Nervensystem hustenstillend und schmerzlindernd. Ein Teil der Wirkungen entsteht über Morphin, in das Codein im Körper teilweise umgewandelt wird [2]. Diese Umwandlung übernimmt in der Leber das Enzym CYP2D6. Weil es davon verschiedene erbliche Varianten gibt, reagieren Menschen sehr unterschiedlich: Bei manchen entsteht kein oder nur sehr wenig Morphin, sodass Codein den Husten nicht ausreichend lindert. Bei anderen entsteht sehr viel Morphin, sodass schwerwiegende Nebenwirkungen wahrscheinlicher sind [1, 2]. Laut Fachinformation besitzen etwa 7 Prozent der kaukasischen Bevölkerung kein funktionierendes CYP2D6-Enzym; ultraschnelle Umwandler machen bei Nordeuropäern schätzungsweise 1 bis 2 Prozent aus [2].

Nach dem Einnehmen wird Codein rasch aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa einer Stunde erreicht. Die Halbwertszeit liegt bei gesunden Erwachsenen bei 3 bis 5 Stunden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion verlängert sie sich auf 9 bis 18 Stunden, und auch im Alter wird Codein langsamer ausgeschieden [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit nennen. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100 und "selten" bei bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Ohne Häufigkeitsangabe nennt die Packungsbeilage weitere Wirkungen: Bei höheren Dosen oder bei besonders empfindlichen Menschen können die Abstimmung von Sehen und Bewegung sowie die Sehleistung verschlechtert sein, und es kann eine krankhafte Hochstimmung auftreten. Bei hohen therapeutischen Dosen und bei Vergiftungen sind Ohnmachtsanfälle (Synkopen) und Blutdruckabfall möglich; bei vorbestehenden Lungenfunktionsstörungen muss mit einer Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem) gerechnet werden [1, 2]. Die wiederholte Anwendung kann auch in therapeutischer Dosierung zu einer Arzneimittelabhängigkeit führen [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmÜbelkeit, unter Umständen bis zum Erbrechen (vor allem zu Beginn der Behandlung)[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechen
  • Magen und DarmVerstopfung (Obstipation)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Achten Sie besonders zu Beginn der Behandlung auf Zeichen einer Überdosierung, denn bei manchen Menschen wird Codein sehr schnell zu Morphin umgewandelt [1]. Die gleichzeitige Anwendung mit Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen erhöht das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma und kann lebensbedrohlich sein. Laut Packungsbeilage kann es hilfreich sein, Freunde oder Verwandte zu bitten, auf diese Anzeichen bei Ihnen zu achten [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Vierzigern sitzt am Abend im ruhigen Schlafzimmer auf der Bettkante und macht sich bereit zum Schlafengehen
Bild: KI-generiert

Übelkeit und Verstopfung: Übelkeit, unter Umständen bis zum Erbrechen, tritt insbesondere zu Beginn der Behandlung auf; Verstopfung gehört ebenfalls zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Belasten Sie diese Beschwerden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Schläfrigkeit und Reaktionsvermögen: Leichte Schläfrigkeit ist häufig [1, 2]. Codein kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen und zu gefährlichen Tätigkeiten beeinträchtigt wird [1, 2]. Ob und wann Sie fahren können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die letzte Einnahme sollte laut Packungsbeilage bevorzugt abends kurz vor dem Schlafengehen erfolgen, um Störungen des Schlafes durch Husten zu unterdrücken [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Atmung im Schlaf: Codein kann schlafbezogene Atmungsstörungen wie Atemaussetzer im Schlaf verursachen. Bemerken Sie oder jemand anderes solche Zeichen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er kann eine niedrigere Dosis in Betracht ziehen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle anderen Arzneimittel, die Sie anwenden; vor der gleichzeitigen Anwendung der in der Packungsbeilage aufgeführten Mittel fragen Sie unbedingt nach [1]. Zusammen mit Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atemdepression und Koma, und die Kombination kann lebensbedrohlich sein [1, 2]. Für Gabapentin und Pregabalin nennt die Fachinformation Atemdepression, niedrigen Blutdruck, starke Sedierung, Koma oder Tod [2]. Nach einer Behandlung mit bestimmten Mitteln gegen Depressionen, den MAO-Hemmern, dürfen Sie Codein erst nach 2 Wochen einnehmen [1, 2]. Während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken [1]; allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Wechselwirkungen von Codein
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder verwandte ArzneimittelErhöhtes Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; kann lebensbedrohlich sein[1, 2]Gleichzeitige Anwendung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann sollten Dosis und Dauer von der Ärztin oder dem Arzt begrenzt werden
Gabapentin oder Pregabalin (gegen Epilepsie oder Nervenschmerzen)Laut Fachinformation Atemdepression, niedriger Blutdruck, starke Sedierung, Koma oder Tod möglich[1, 2]Vor gleichzeitiger Anwendung unbedingt die Ärztin oder den Arzt fragen
Schlafmittel, Psychopharmaka (Phenothiazine wie Chlorpromazin, Thioridazin, Perphenazin), Antihistaminika (wie Promethazin, Meclozin) und blutdrucksenkende MittelDämpfende und atemhemmende Wirkung kann sich verstärken[1, 2]Vor gleichzeitiger Anwendung unbedingt die Ärztin oder den Arzt fragen
Trizyklische Antidepressiva (Imipramin, Amitriptylin) und OpipramolDie durch Codein bedingte Atemhemmung kann sich verstärken[1, 2]Vor gleichzeitiger Anwendung unbedingt die Ärztin oder den Arzt fragen
MAO-Hemmer (z. B. Moclobemid, Tranylcypromin)Verstärkung der zentralnervösen Wirkungen und andere Nebenwirkungen in nicht vorhersehbarem Ausmaß[1, 2]Codein erst 2 Wochen nach dem Ende einer Behandlung mit MAO-Hemmern einnehmen
Bestimmte stark wirksame Schmerzmittel wie Buprenorphin oder Pentazocin (partielle Opioidagonisten/-antagonisten)Die Wirkung von Codein kann abgeschwächt werden[1, 2]Vor gleichzeitiger Anwendung unbedingt die Ärztin oder den Arzt fragen
Cimetidin und andere Mittel, die den Leberstoffwechsel beeinflussenDie Wirkung von Codein kann sich verstärken[1, 2]Vor gleichzeitiger Anwendung unbedingt die Ärztin oder den Arzt fragen
SchmerzmittelLaut Fachinformation wird ihre Wirkung verstärkt[2]Ärztin oder Arzt informieren
AlkoholVermindert zusammen mit Codein Konzentration und die Fähigkeit zur Lösung komplexer Aufgaben stärker als die Einzelstoffe; kann die atemhemmende Wirkung verstärken[1, 2]Während der Anwendung keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Codein nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Codein darf unter anderem nicht eingenommen werden bei Atemschwäche, einem akuten Asthmaanfall, von Kindern unter 12 Jahren, kurz vor der Geburt, in der Stillzeit und wenn bekannt ist, dass Sie Codein sehr rasch zu Morphin umwandeln [1, 2]. Chronischer Husten kann ein Warnzeichen für ein beginnendes Asthma sein; darauf ist laut Packungsbeilage besonders bei Kindern zu achten [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Codein, Natriummetabisulfit oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Funktionelle Atemschwäche (Ateminsuffizienz) oder Atemhemmung (Atemdepression)[1, 2]
  • Akuter Asthmaanfall[1, 2]
  • Koma[1, 2]
  • Kinder unter 12 Jahren; laut Fachinformation wegen eines erhöhten Risikos schwerwiegender und lebensbedrohlicher Nebenwirkungen[1, 2]
  • Kurz bevorstehende Geburt oder festgestellte drohende Frühgeburt; laut Fachinformation auch drohende Fehlgeburt[1, 2]
  • Bekannte sehr rasche Umwandlung von Codein in Morphin (ultraschnelle CYP2D6-Metabolisierer)[1, 2]
  • Stillzeit[1, 2]
  • Angeborene Fructoseunverträglichkeit (hereditäre Fructoseintoleranz): Die Tropfen enthalten Sorbitol[2]

Besondere Vorsicht bei

  • Jugendliche ab 12 Jahren mit eingeschränkter Atemfunktion: Codein wird zur Behandlung von Husten nicht empfohlen[1, 2]
  • Abhängigkeit von Opioiden[1, 2]
  • Bewusstseinsstörungen[1, 2]
  • Störungen des Atemzentrums (z. B. bei erhöhtem Hirndruck) und der Atemfunktion[1, 2]
  • Asthma oder chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen; chronischer Husten kann ein Warnzeichen für ein beginnendes Asthma sein, darauf ist besonders bei Kindern zu achten; laut Fachinformation ist Codein zur Dämpfung dieses Hustens nicht angezeigt[1, 2]
  • Husten mit vermehrter Schleimbildung oder Auswurf: nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt, da ein gefährlicher Sekretstau möglich ist[1, 2]
  • Krämpfe der Gallenblase oder Zustand nach Entfernung der Gallenblase; laut Fachinformation auch Pankreatitis und Erkrankungen der Gallenwege[1, 2]
  • Krampfanfälle[1, 2]
  • Eingeschränkte Nierenfunktion; höheres Alter[1, 2]
  • Niedriger Blutdruck durch Flüssigkeitsmangel: Codein sollte dann nicht in höheren Dosen eingesetzt werden[1, 2]
  • Gewöhnung, Abhängigkeit und Sucht: Codein kann abhängig und/oder süchtig machen; das Risiko kann mit höherer Dosis und längerer Anwendungsdauer steigen und ist größer bei früherem Missbrauch oder früherer Abhängigkeit von Alkohol, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln oder illegalen Drogen (auch in der Familie), bei Rauchern und bei früheren psychischen Erkrankungen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tropfen enthalten Sorbitol, eine Quelle für Fructose; vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen[1, 2]
  • Natriummetabisulfit kann in seltenen Fällen schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und eine Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmus) hervorrufen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3]. In der Stillzeit unterscheiden sich die Bewertungen: Packungsbeilage und Fachinformation schließen die Anwendung aus, Embryotox hält eine kurzzeitige Anwendung bei guter Beobachtung des Säuglings für möglich [1, 2, 3]. Allgemeine Hinweise finden Sie im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft dürfen Sie Codein nur auf ausdrückliche Verordnung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes einnehmen, weil unerwünschte Wirkungen auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes nicht ausgeschlossen werden können. Bei nahender Geburt oder drohender Frühgeburt dürfen Sie es nicht anwenden: Codein passiert die Plazenta und kann beim Neugeborenen zu Atemstörungen führen. Bei längerfristiger Einnahme kann sich eine Codeinabhängigkeit des ungeborenen Kindes entwickeln; nach wiederholter Anwendung im letzten Drittel der Schwangerschaft wurden Entzugserscheinungen beim Neugeborenen berichtet.[1, 2]

Laut Fachinformation wurde beim Menschen ein Zusammenhang zwischen Fehlbildungen der Atemwege und der Anwendung von Codein in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten festgestellt; Hinweise auf andere Fehlbildungen liegen auch aus epidemiologischen Studien mit starken Schmerzmitteln (Narkoanalgetika) einschließlich Codein vor. Codein darf deshalb während der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, nur nach strenger Indikationsstellung und sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.[2]

Laut Embryotox ergab sich in einer bevölkerungsbasierten Studie mit etwa 1.700 ausgewerteten Schwangerschaften kein Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; einzelne Studien mit geringen Fallzahlen fanden erhöhte Risiken für bestimmte Fehlbildungen, etwa Spina bifida. In begründeten Fällen darf Codein laut Embryotox bei hartnäckigem Reizhusten und Versagen physikalischer Maßnahmen kurzfristig als Hustenmittel verwendet werden; bei Gabe kurz vor der Entbindung muss mit Atemdepression beim Neugeborenen gerechnet werden. Als Hustenmittel gibt es laut Embryotox keine besser geeignete Alternative; Schmerzmittel der ersten Wahl sind Paracetamol oder bis zur 28. Schwangerschaftswoche Ibuprofen, von den zentral wirkenden Schmerzmitteln kommen auch Morphin, Tramadol oder Buprenorphin in Betracht. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Nehmen Sie Codein nicht ein, wenn Sie stillen: Codein und Morphin gehen in die Muttermilch über. Laut Fachinformation können bei Frauen, die Codein ultraschnell umwandeln, höhere Morphinkonzentrationen in der Muttermilch auftreten, die in sehr seltenen Fällen beim Säugling zu Zeichen einer Opioidvergiftung bis hin zum Tod führen können.[1, 2]

Embryotox bewertet die Stillzeit anders als Packungsbeilage und Fachinformation: Als Hustenmittel sollte Codein laut Embryotox in der Stillzeit nur kurzzeitig (höchstens zwei Tage) und bei guter Beobachtung des Säuglings angewendet werden; Einzeldosen erfordern laut Embryotox keine Einschränkung des Stillens; wegen der atemhemmenden Wirkung ist laut Embryotox bei gestillten Kindern mit Neigung zu Atemaussetzern (Apnoen) sowie bei Neu- und Frühgeborenen besondere Vorsicht geboten. Als alternatives Hustenmittel nennt Embryotox Dextromethorphan. Schmerzmittel der ersten Wahl in der Stillzeit sind laut Embryotox Ibuprofen und Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken: Zusammen mit Alkohol vermindert Codein die Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu lösen, und das Konzentrationsvermögen stärker als jeder Stoff allein; außerdem kann Alkohol die atemhemmende Wirkung verstärken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Codein kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen und zur Ausübung gefährlicher Tätigkeiten beeinträchtigt wird.[1, 2]

Einnahme

Die Tropfen sind gebrauchsfertig und können bei Bedarf verdünnt in einem Glas Wasser eingenommen werden; zur Entnahme die Flasche senkrecht nach unten halten. Die letzte Einnahme sollte bevorzugt abends kurz vor dem Schlafengehen erfolgen, um Störungen des Schlafes durch Husten und Hustenreiz zu unterdrücken.[1]

Zu Beginn der Behandlung auf mögliche Zeichen einer Überdosierung achten, weil Codein bei manchen Menschen sehr schnell zu Morphin umgewandelt wird. Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Nur so lange anwenden, wie es nötig ist, um die Beschwerden zu lindern. Die Tropfen an einem abgeschlossenen, sicheren Ort aufbewahren, an dem andere Personen keinen Zugriff haben; nach dem Öffnen 6 Monate haltbar.[1]

Absetzen

Wie Sie die Einnahme sicher beenden, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, besonders, wenn Sie Anzeichen einer Abhängigkeit bemerken.[1]

Überdosierung

Kennzeichen einer Überdosierung sind Störungen des zentralen Nervensystems und eine extreme Verringerung des Atemantriebs, ähnlich wie bei einer Morphinvergiftung, mit extremer Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit; in der Regel kommen enge Pupillen, Erbrechen, Kopfschmerzen sowie Harn- und Stuhlverhalt hinzu. Möglich sind auch Sauerstoffmangel mit Blaufärbung der Haut, kalte Haut, herabgesetzte Muskelspannung, fehlende Reflexe, ein verlangsamter Herzschlag und Blutdruckabfall; vor allem bei Kindern treten gelegentlich nur Krämpfe auf. Schwere Fälle können tödlich verlaufen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung in jedem Fall sofort eine Ärztin oder einen Arzt verständigen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine Einzeldosis, den Abstand zwischen den Einnahmen und eine maximale Tagesdosis für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Nehmen Sie Codein immer genau nach Absprache ein [1].

Einnahme und Absetzen

Die Tropfen sind gebrauchsfertig und können bei Bedarf verdünnt in einem Glas Wasser eingenommen werden [1]. Wenden Sie Codein nur so lange an, wie es nötig ist, um die Beschwerden zu lindern. Hält der Husten länger als 2 Wochen an, muss die Ärztin oder der Arzt die Ursache weiter abklären [1]. Bewahren Sie die Tropfen an einem abgeschlossenen, sicheren Ort auf, an dem andere Personen keinen Zugriff haben; bei Personen, für die das Arzneimittel nicht vorgesehen ist, kann es schweren Schaden verursachen und zum Tod führen [1].

Wann und wie Sie die Einnahme sicher beenden, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, besonders wenn Sie Anzeichen einer Abhängigkeit bemerken [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung verständigen Sie in jedem Fall sofort eine Ärztin oder einen Arzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Codein

Als Hustenmittel gibt es Codein ohne weiteren Wirkstoff von mehreren Herstellern [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen [1, 2]. Ein weiterer Hustenstiller ist laut Embryotox Dextromethorphan [3].

Präparate mit Codein
PräparatAnbieterHinweis
Codeintropfen-CT 1 mg/TropfenAbZ-Pharma GmbHTropfen zum Einnehmen für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Bronchicum mono
Codicaps mono

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen, Tropfen zum Einnehmen, Lösung. AbZ-Pharma GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen. AbZ-Pharma GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Codein. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Position Codein. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Codein eingesetzt?

Als Hustenmittel wird Codein zur symptomatischen Behandlung von Reizhusten eingesetzt, also von trockenem Husten ohne Auswurf. Laut Embryotox wird Codein außerdem als Schmerzmittel verwendet, vorwiegend in Kombination mit Paracetamol oder Acetylsalicylsäure; für solche Kombinationspräparate gelten eigene Packungsbeilagen. Diese Seite beschreibt Codein als Hustenmittel.

Macht Codein abhängig?

Ja, Codein ist ein Opioid und kann abhängig und süchtig machen. Die wiederholte Anwendung kann laut Packungsbeilage auch in therapeutischer Dosierung zu einer Abhängigkeit führen; das Risiko kann mit höherer Dosis und längerer Anwendung steigen. Ein größeres Risiko können Sie haben, wenn Sie oder ein Familienmitglied schon einmal Alkohol, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder illegale Drogen missbraucht haben oder davon abhängig waren, wenn Sie rauchen oder wenn Sie schon einmal psychische Probleme hatten. Bemerken Sie Anzeichen einer Abhängigkeit, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Warum dürfen Kinder unter 12 Jahren kein Codein nehmen?

Laut Fachinformation besteht bei Kindern unter 12 Jahren ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende und lebensbedrohliche Nebenwirkungen; deshalb darf Codein ihnen nicht gegeben werden. Auch bei Jugendlichen ab 12 Jahren mit eingeschränkter Atemfunktion wird Codein zur Behandlung von Husten nicht empfohlen.

Was bedeutet es, wenn jemand Codein "ultraschnell" umwandelt?

Codein wird in der Leber durch das Enzym CYP2D6 zu Morphin umgewandelt. Manche Menschen haben eine Form dieses Enzyms, die sehr viel Morphin bildet; bei ihnen sind schwerwiegende Nebenwirkungen wahrscheinlicher, schon bei üblichen Dosen. Ist bekannt, dass Sie zu diesen ultraschnellen Umwandlern gehören, dürfen Sie Codein nicht einnehmen. Laut Fachinformation betrifft das in Nordeuropa schätzungsweise 1 bis 2 Prozent der Menschen.

Darf ich Codein in der Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Codein und Morphin gehen in die Muttermilch über, und laut Fachinformation kann es bei Müttern, die Codein ultraschnell umwandeln, in sehr seltenen Fällen beim Säugling zu Zeichen einer Opioidvergiftung bis hin zum Tod kommen. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité hält eine kurzzeitige Anwendung als Hustenmittel (höchstens zwei Tage) bei guter Beobachtung des Säuglings für möglich und nennt Dextromethorphan als alternatives Hustenmittel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich nach der Einnahme von Codein Auto fahren?

Codein kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen und zu gefährlichen Tätigkeiten beeinträchtigt ist. Zusammen mit Alkohol werden die Konzentration und die Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu lösen, stärker vermindert; während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken.

Darf ich Codein bei Husten mit Auswurf nehmen?

Geht der Husten mit vermehrter Schleimbildung oder anderem Auswurf einher, darf Codein laut Packungsbeilage nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt eingenommen werden, weil es zu einem gefährlichen Sekretstau kommen kann. Zugelassen ist Codein für Reizhusten, also unproduktiven Husten.

Wie lange darf ich Codein nehmen?

Die Dauer richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung; wenden Sie Codein nur so lange an, wie es nötig ist, um die Beschwerden zu lindern. Hält der Husten länger als 2 Wochen an, muss die Ärztin oder der Arzt die Ursache weiter abklären.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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