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Hydroxychloroquin (Quensyl): Nebenwirkungen und Wirkung

Hydroxychloroquin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der 4-Aminochinoline, unter anderem enthalten in Quensyl. Er wird bei rheumatoider Arthritis, juveniler idiopathischer Arthritis und systemischem Lupus erythematodes eingesetzt sowie zur Vorbeugung und Behandlung der Malaria durch nicht chloroquinresistente Erreger. Sehr häufig sind Bauchschmerzen und Übelkeit. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind wichtig, denn besonders bei Langzeitbehandlung sind bleibende Netzhautschäden möglich.

Frau Mitte fünfzig mit heller Haut sitzt an einem sonnigen Küchentisch und massiert sanft die Fingergelenke ihrer Hände
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit[1, 2]
  • Häufig: Empfindlichkeit (Affektlabilität)[1, 2]
  • Häufig: Verminderter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag, Juckreiz[1, 2]
  • Häufig: Blähungen, Durchfall mit Gewichtsverlust, Erbrechen; diese Beschwerden verschwinden gewöhnlich gleich nach einer Verringerung der Dosis oder nach dem Absetzen[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen durch eine Störung der Anpassung an verschiedene Entfernungen (Akkommodation), abhängig von der Dosis und rückbildungsfähig[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Hydroxychloroquin eingesetzt?

Hydroxychloroquin ist laut Packungsbeilage ein Mittel zur Entzündungshemmung bei Autoimmunerkrankungen, bei denen das körpereigene Immunsystem fälschlich gegen den eigenen Körper reagiert, und ein Mittel gegen Malaria [1]. Zugelassen ist es für die rheumatoide Arthritis, für bestimmte Gelenkentzündungen bei Kindern und Jugendlichen (juvenile idiopathische Arthritis; laut Fachinformation in Kombination mit anderen Therapien) und für den systemischen Lupus erythematodes, eine Bindegewebserkrankung, die Haut und innere Organe betrifft [1, 2]. Hydroxychloroquin ist verschreibungspflichtig [2, 4].

Außerdem wird es zur Vorbeugung und Behandlung der Malaria angewendet, und zwar gegen alle vier Malariaerreger, die beim Menschen Krankheiten verursachen, außer gegen Erregerstämme, die gegen Chloroquin unempfindlich (resistent) sind. Wie häufig solche Resistenzen vorkommen, ist je nach Region unterschiedlich; ob Hydroxychloroquin für Sie geeignet ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1, 2]. In Gebieten mit bekannter Chloroquinresistenz kann und sollte es mit anderen Malariamitteln kombiniert werden [1, 2]. Die Behandlung von Rheuma und Lupus einerseits und von Malaria andererseits unterscheidet sich in Dosierung, Dauer und einzelnen Hinweisen, etwa zur Stillzeit; die Seite nennt deshalb jeweils, wofür eine Angabe gilt [1].

Wie wirkt Hydroxychloroquin?

Hydroxychloroquin gehört zu den 4-Aminochinolinen, einer Wirkstoffgruppe zur Vorbeugung und Behandlung der Malaria. Die Wirkung gegen Malariaerreger wird unter anderem über eine Bindung an Porphyrin erklärt: Ungeschlechtliche Formen nicht resistenter Erreger in den roten Blutkörperchen werden zerstört oder gehemmt, und die Entwicklung der Geschlechtsformen wird gestört [2]. Laut Fachinformation wirkt Hydroxychloroquin nicht gegen chloroquinresistente Stämme von Plasmodium falciparum und nicht gegen Formen von Plasmodium vivax, ovale und malariae, die außerhalb der roten Blutkörperchen existieren; vor Infektionen durch diese Formen schützt es deshalb nicht, und es verhindert keinen Rückfall [2].

Bei Langzeitbehandlung kann Hydroxychloroquin den Verlauf der rheumatoiden Arthritis bis zu einem Rückgang der Krankheitszeichen (Remission) verändern. Die Wirkung gegen Rheuma könnte auf einer Dämpfung des Immunsystems beruhen, etwa durch Hemmung bestimmter Abwehrreaktionen; beim systemischen Lupus erythematodes ist die Wirkung ebenfalls belegt [2]. Bis die Wirkung bei Rheuma und Lupus einsetzt, dauert es mehrere Wochen, während leichte Nebenwirkungen schon relativ früh auftreten können. Ob die Behandlung hilft, lässt sich frühestens nach 4 bis 12 Wochen beurteilen [1, 2]. Das Beratungszentrum Embryotox nennt für rheumatische Erkrankungen einen Wirkungseintritt nach etwa 3 (bis 6) Monaten [3].

Die höchste Konzentration im Blut ist etwa 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Hydroxychloroquin reichert sich erheblich in Geweben an, z. B. in Augen, Nieren, Leber und Lunge. Die Halbwertszeit am Ende der Ausscheidung ist lang und beträgt 30 bis 50 Tage [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage von Quensyl eine Häufigkeit angibt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10 und "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Die meisten der beobachteten Nebenwirkungen hängen von der Dosis ab; laut Fachinformation treten sie vor allem bei höheren Wirkstoffkonzentrationen im Blut auf [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Besonders zu beachten sind die Augen: Netzhautveränderungen (Retinopathien) sind gelegentlich. Anfangs bemerken Betroffene davon möglicherweise nichts, oder das Farbensehen ist beeinträchtigt. Die Frühform scheint sich nach dem Absetzen zurückzubilden; eine fortgeschrittene Retinopathie kann sich auch nach dem Absetzen verschlimmern. Besonders bei einer Langzeitbehandlung können nicht rückbildungsfähige Netzhautveränderungen auftreten: Zuerst ist das Farbensehen beeinträchtigt, später können Pigmentierungen, Gesichtsfeldausfälle, Flimmern und Sehkraftverluste hinzukommen [1, 2]. Wie häufig das geschieht, hängt von der Tagesdosis ab; wird sie bei einer Dauerbehandlung und normaler Nierenfunktion streng eingehalten, wurden nur noch selten Netzhautveränderungen beobachtet [1, 2]. Mehr unter Sehstörungen.

Laut Packungsbeilage gibt es außerdem Nebenwirkungen, die beim strukturell verwandten Wirkstoff Chloroquin aufgetreten sind und bei Hydroxychloroquin nicht auszuschließen sind: Herz-Kreislauf-Reaktionen wie ein Blutdruckabfall sowie, unter Chloroquin sehr selten, eine erworbene Methämoglobinämie und eine Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), auch mit eosinophilen Ansammlungen im Gewebe, vor allem der Lunge. Weil sich diese Angaben auf Chloroquin beziehen, sind sie nicht in der Liste unten aufgeführt [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • PsycheEmpfindlichkeit (Affektlabilität)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • HautHautausschlag, Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
  • Magen und DarmBlähungen, Durchfall mit Gewichtsverlust, Erbrechen; diese Beschwerden verschwinden gewöhnlich gleich nach einer Verringerung der Dosis oder nach dem Absetzen[1, 2]Mehr dazu: BlähungenDurchfallGewichtsabnahmeErbrechen
  • AugenVerschwommenes Sehen durch eine Störung der Anpassung an verschiedene Entfernungen (Akkommodation), abhängig von der Dosis und rückbildungsfähig[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • AugenNetzhautveränderungen (Retinopathien) mit veränderter Pigmentierung und Ausfällen oder Abschwächungen im Gesichtsfeld (Skotome); anfangs möglicherweise ohne Beschwerden oder mit beeinträchtigtem Farbensehen. Die Frühform scheint nach dem Absetzen rückbildungsfähig zu sein, eine fortgeschrittene Retinopathie kann sich auch nach dem Absetzen verschlimmern. Besonders bei Langzeitbehandlung sind nicht rückbildungsfähige Netzhautschäden möglich: zuerst ein beeinträchtigtes Farbensehen, später Pigmentierungen, Gesichtsfeldausfälle, Flimmern und Verlust der Sehkraft. Wird die Tagesdosis bei einer Dauerbehandlung und normaler Nierenfunktion streng eingehalten, wurden nur noch selten Netzhautveränderungen beobachtet[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenVeränderungen der Hornhaut einschließlich Schwellungen (Ödeme) und Trübungen: ohne Beschwerden oder mit Lichthöfen (Halos), verschwommenem Sehen oder Lichtscheu; vorübergehend oder nach dem Absetzen rückbildungsfähig[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Ohr und GleichgewichtHörstörungen wie Ohrgeräusche (Tinnitus), Drehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: OhrgeräuscheSchwindel
  • PsycheSchläfrigkeit, Unruhe oder Empfindungsstörungen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitUnruhe und NervositätKribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemBenommenheit oder Schwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • Leber und GalleAuslösung oder Verstärkung eines Leberschadens (veränderte Leberenzym- und Bilirubinwerte)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautPigmentierungsstörungen an Haut, Schleimhaut und Haaren (dunkle Verfärbung der dem Licht ausgesetzten Haut, Verfärbung der Mundschleimhaut, Ausbleichen oder Ergrauen der Haare) oder Haarausfall; sie bilden sich nach Ende der Behandlung meist rasch zurück[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der HautHaarausfall
  • Muskeln, Knochen und GelenkeEmpfindungsstörungen (sensomotorische Störungen)[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • PsycheGedanken an Selbstverletzung oder Suizid; auch selbstgefährdendes Verhalten ist möglich[1, 2]
  • PsycheDepression, Halluzinationen, Nervosität oder Angstzustände, Verwirrtheit, Unruhe, Schlafstörungen, Hochgefühl oder Überreizung (Manie), Wahnvorstellungen; auch der Ausbruch einer Psychose ist möglich[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungPsychose und HalluzinationenAngstUnruhe und NervositätVerwirrtheitSchlafstörungen
  • Leber und GalleLeberschäden durch das Arzneimittel, unter anderem Schädigung der Leberzellen, Gallestau (cholestatischer Leberschaden) und akute Leberentzündung (Hepatitis); beobachtet wurden auch Fälle von Leberversagen, einschließlich tödlicher Fälle[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautArzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS): Hautausschlag mit Fieber, grippeähnlichen Beschwerden und vergrößerten Lymphknoten[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • HautAkutes generalisiertes pustulöses Exanthem (AGEP): Blasen, ausgedehnt schuppige Haut und mit Eiter gefüllte Pusteln zusammen mit Fieber[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • HautStevens-Johnson-Syndrom (Blasen oder Ablösung der Haut um Lippen, Augen, Mund, Nase und Geschlechtsorgane mit grippeähnlichen Beschwerden und Fieber) und toxische epidermale Nekrolyse (viele Hautveränderungen mit Juckreiz, Gelenkschmerzen, Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenFieber
  • HautSweet-Syndrom: pflaumenfarbene, erhabene, schmerzhafte Hautstellen, vor allem an Armen, Händen, Fingern, Gesicht und Hals, eventuell mit Fieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
  • HautSchwere entzündliche Hauterkrankungen mit Blasenbildung oder Schuppung (Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HautLichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilisierung)[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
  • HautVerschlimmerung einer Porphyria cutanea tarda (Stoffwechselstörung) mit Rotfärbung des Urins (Porphyrinurie) oder Verschlimmerung einer Schuppenflechte (Psoriasis)[1, 2]Mehr dazu: SchuppenflechteUrinverfärbung
  • Stoffwechsel und ErnährungAnsammlung bestimmter Fette in Geweben (arzneimittelbedingte Phospholipidose), die Schäden verursacht, etwa an Herz, Nieren oder Muskeln[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungVerschlimmerung einer Porphyrie (Störung des Blutfarbstoff-Stoffwechsels)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungErniedrigter Blutzucker (Hypoglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
  • NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemBewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen) wie Bewegungsunruhe, unwillkürliche Bewegungen oder Zuckungen im Gesicht oder an Armen und Beinen, Unfähigkeit, still zu sitzen, Zittern[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-SymptomeZittern
  • Ohr und GleichgewichtTaubheit[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • ImmunsystemNesselsucht (Urtikaria), Schwellungen (Angioödeme), z. B. im Gesicht oder am Kehlkopf, und Atemnot durch verengte Atemwege (Bronchospasmen)[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnotAllergische Reaktionen
  • AugenErkrankungen der Stelle des schärfsten Sehens (Makulopathie, Makuladegeneration) mit Sehstörungen; sie können dauerhaft sein[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Blut und LymphsystemGestörte Blutbildung (Knochenmarkdepression) und Veränderungen des Blutbilds: zu wenige rote Blutkörperchen (Anämie), Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder weiße Blutkörperchen (Leukopenie, Agranulozytose) oder kombinierte Störungen (Panzytopenie, aplastische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • HerzHerzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie), die zu Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen kann, auch mit tödlichem Ausgang[1, 2]Mehr dazu: Herzschwäche
  • HerzHerzrhythmusstörungen, lebensbedrohlicher unregelmäßiger Herzrhythmus (im EKG sichtbar); laut Fachinformation Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, die zu Rhythmusstörungen führen kann (Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • HerzEKG-Veränderungen (wie Abflachung der T-Welle); bei Erregungsleitungsstörungen (Schenkelblock, AV-Block) oder einer Vergrößerung des Herzens besteht Verdacht auf eine chronische Vergiftung; die Beschwerden können nach dem Absetzen zurückgehen[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelerkrankungen (Myopathien der Skelettmuskulatur, Neuromyopathien) mit zunehmender Schwäche und Abbau rumpfnaher Muskelgruppen; sie können sich nach dem Absetzen zurückbilden, was viele Monate dauern kann[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Muskelschwäche
  • Muskeln, Knochen und GelenkeAbgeschwächte Sehnenreflexe, gestörte Nervenleitung[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Psychische Nebenwirkungen treten laut Fachinformation typischerweise innerhalb des ersten Monats nach Beginn der Behandlung auf und wurden auch bei Menschen ohne psychische Erkrankung in der Vorgeschichte berichtet [2]. Stellen Sie selbst oder andere bei Ihnen solche Veränderungen fest, holen Sie unverzüglich medizinischen Rat ein [1]. Mehr dazu unter Depression und Schwere Hautreaktionen; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Augenärztin untersucht die Augen einer Frau Mitte fünfzig an einer Spaltlampe in einer hellen Praxis
Bild: KI-generiert

Augen: Beide Augen sollten vor Beginn einer längerfristigen Behandlung und währenddessen mindestens alle 3 Monate augenärztlich untersucht werden, z. B. auf Sehschärfe, Farbensehen und Gesichtsfeld, einschließlich Augenhintergrund. Bei nachlassender Sehschärfe oder Ausfall des Rotsehens informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; die Behandlung ist dann abzubrechen, und die Augen sollten auch danach engmaschig kontrolliert werden, weil sich Veränderungen auch nach dem Absetzen weiter verschlechtern können [1, 2]. Verschwommenes Sehen durch eine Störung der Scharfstellung ist häufig, hängt von der Dosis ab und ist rückbildungsfähig [1, 2].

Magen und Darm: Bauchschmerzen und Übelkeit sind sehr häufig, Blähungen, Durchfall mit Gewichtsverlust und Erbrechen häufig. Diese Beschwerden verschwinden gewöhnlich gleich nach einer Verringerung der Dosis oder nach dem Absetzen; darüber entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Die Packungsbeilage sieht vor, die Filmtabletten möglichst zu den Mahlzeiten mit genügend Flüssigkeit einzunehmen [1]. Mehr unter Übelkeit.

Blutzucker: Hydroxychloroquin kann den Blutzucker senken, bei Menschen mit oder ohne Diabetes-Medikamente; berichtet wurden auch schwere Unterzuckerungen mit Bewusstseinsverlust, die lebensbedrohlich verlaufen können. Lassen Sie sich die Anzeichen einer Unterzuckerung erklären; unter Umständen muss der Blutzucker kontrolliert werden [1, 2]. Mehr unter Blutzucker.

Kontrollen: Vor einer Dauerbehandlung und in Abständen von 2 Monaten wird das vollständige Blutbild kontrolliert; bei einer Langzeitbehandlung werden außerdem die Funktion der Muskulatur und die Sehnenreflexe regelmäßig untersucht [1, 2]. Beeinträchtigt Sie eine psychische Veränderung erheblich oder dauert sie länger als ein paar Tage, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, auch solche, die Sie ohne Rezept bekommen [1]. Besonders wichtig sind Mittel, die den Herzrhythmus beeinflussen: Dazu zählen Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Amiodaron, trizyklische Antidepressiva, Antipsychotika, Antibiotika wie Moxifloxacin und Makrolide, z. B. Azithromycin, sowie Fluconazol. Zusammen mit Hydroxychloroquin können sie Herzrhythmusstörungen auslösen; laut Packungsbeilage sollte eine gemeinsame Anwendung deshalb nicht erfolgen, laut Fachinformation ist Vorsicht geboten [1, 2]. Mehr zur QT-Verlängerung.

Arzneimittel, die der Netzhaut schaden können, z. B. Tamoxifen, werden zusammen mit Hydroxychloroquin nicht empfohlen. Die Wirkung von Methotrexat wird verstärkt, und zu Mitteln gegen Sodbrennen sowie Kaolin halten Sie mindestens 2 Stunden Abstand [1, 2]. Grapefruitsaft sollten Sie meiden, da er das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen kann [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Grapefruit.

Wechselwirkungen von Hydroxychloroquin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Arzneimittel, die den Herzrhythmus beeinflussen: gegen Herzrhythmusstörungen (z. B. Amiodaron), trizyklische Antidepressiva, Antipsychotika, Antibiotika wie Moxifloxacin und Makrolide (z. B. Azithromycin, Roxithromycin, Spiramycin), Saquinavir (HIV), Fluconazol (Pilze), Pentamidin (Parasiten), Halofantrin (Malaria)Herzrhythmusstörungen; laut Fachinformation erhöhtes Risiko für Rhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmien)[1, 2]Laut Packungsbeilage sollte eine gemeinsame Anwendung nicht erfolgen; laut Fachinformation nur mit Vorsicht, Halofantrin nicht gleichzeitig
Tamoxifen und andere Arzneimittel, die der Netzhaut schaden könnenHöheres Risiko für Netzhautschäden[1, 2]Gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen
Andere sogenannte Basistherapeutika zur RheumabehandlungMögliche höhere Nebenwirkungsrate[1, 2]Möglichst nicht gleichzeitig anwenden
Leberschädigende Stoffe, auch Alkohol in größeren Mengen; MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen)Hydroxychloroquin darf nicht zusammen mit leberschädigenden Stoffen oder MAO-Hemmern eingenommen werden[1, 2]Nicht kombinieren; bei Alkohol in größeren Mengen Vorsicht
Insulin und andere Mittel gegen DiabetesBlutzuckersenkende Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Die Dosis des Diabetesmittels muss gegebenenfalls verringert werden
Methotrexat und andere FolsäureantagonistenDeren Wirkung wird verstärkt[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Mefloquin, Bupropion und andere Mittel, die die Krampfschwelle senken; Mittel gegen EpilepsieHöheres Risiko für Krampfanfälle; die Wirkung von Antiepileptika kann vermindert werden[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Mittel gegen Sodbrennen (Antazida) und KaolinKönnen die Aufnahme verringern[1, 2]Mindestens 2 Stunden Abstand zur Einnahme von Hydroxychloroquin halten
Kortison und verwandte Wirkstoffe (Kortikosteroidderivate)Muskelerkrankungen oder Herzmuskelerkrankungen können verstärkt werden[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Phenylbutazon (Schmerz- und Fiebermittel)Höhere Wahrscheinlichkeit einer entzündlichen Hauterkrankung mit Schuppung (exfoliative Dermatitis)[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Probenecid (gegen erhöhte Harnsäure) und Indometacin (Entzündungshemmer)Höheres Risiko für Allergien (Sensibilisierung) und Netzhautveränderungen[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Pyrimethamin/Sulfadoxin (Malariamittel)Deutlich höheres Risiko für Hautreaktionen[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Aminoglykoside (Antibiotika)Verstärkte Schwächung der Skelettmuskulatur (neuromuskuläre Blockade)[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Cimetidin, Itraconazol, Clarithromycin, Ritonavir, Gemfibrozil, Clopidogrel, Fluoxetin, Paroxetin, Chinidin und Grapefruitsaft (Hemmstoffe abbauender Enzyme)Mehr Hydroxychloroquin im Körper möglich; laut Fachinformation führte Cimetidin bei Chloroquin zu einer 2-fach höheren Menge im Körper (Exposition)[1, 2]Laut Fachinformation Vorsicht, z. B. Überwachung auf Nebenwirkungen; Grapefruitsaft meiden
Rifampicin, Johanniskraut, Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin (Mittel, die abbauende Enzyme anregen)Mangelnde Wirksamkeit von Hydroxychloroquin wurde zusammen mit Rifampicin berichtet[1, 2]Laut Fachinformation Vorsicht, z. B. Überwachung der Wirksamkeit
Digoxin, Dabigatran, Flecainid, Propafenon, Metoprolol, Ciclosporin und StatineSpiegel dieser Mittel können steigen; berichtet wurden erhöhte Digoxin- und Ciclosporinspiegel[1, 2]Laut Fachinformation Vorsicht, gegebenenfalls Überwachung auf Nebenwirkungen oder der Blutspiegel
Ampicillin (Antibiotikum), Neostigmin oder Pyridostigmin (gegen Muskelschwäche), Agalsidase (bei Alpha-Galaktosidase-Mangel)Aufnahme von Ampicillin kann vermindert, die Wirkung der anderen Mittel abgeschwächt werden[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Bei Chloroquin beobachtet, auch bei Hydroxychloroquin nicht auszuschließen: Metronidazol, Penicillamin, Praziquantel, Tollwutimpfung mit HDC-ImpfstoffAkute Bewegungsstörung (dystone Reaktion) mit Metronidazol; höheres Risiko schwerer Blut-, Nieren- und Hautreaktionen mit Penicillamin; weniger Praziquantel im Blut; verminderte Antikörperbildung nach Tollwutimpfung[1, 2]Bei der Tollwutvorbeugung wird die Impfung in den Muskel empfohlen; ein Einfluss auf Routineimpfungen wurde nicht beobachtet

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Hydroxychloroquin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Kinder unter 6 Jahren (unter 35 kg) dürfen Hydroxychloroquin nicht bekommen. Kleine Kinder reagieren besonders empfindlich auf die schädlichen Wirkungen von 4-Aminochinolinen; bewahren Sie die Tabletten deshalb immer für Kinder unzugänglich auf [1, 2]. Bei einer Myasthenie können sich die Beschwerden verschlimmern; bei Herzerkrankungen, einer angeborenen oder erworbenen QT-Verlängerung und niedrigen Kalium- oder Magnesiumwerten ist Vorsicht geboten [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Hydroxychloroquinsulfat, andere 4-Aminochinoline oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Bestehende Erkrankung der Netzhaut (Retinopathie), vor allem im Bereich des schärfsten Sehens (Makulopathie)[1, 2]
  • Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (hämolytische Anämie, Favismus)[1, 2]
  • Erkrankungen des blutbildenden Systems[1, 2]
  • Stillzeit[1, 2]
  • Kinder unter 6 Jahren (unter 35 kg Körpergewicht)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Myasthenie (Krankheit mit allgemeiner Muskelschwäche, teils auch der Atemmuskulatur), auch in der Vorgeschichte: Die Beschwerden können sich verschlimmern[1, 2]
  • Vorerkrankungen von Magen-Darm-Trakt, Blut oder Nervensystem; Krampfleiden (Epilepsie), bei Epilepsie ist laut Fachinformation während der Behandlung eine konsequente ärztliche Überwachung nötig[1, 2]
  • Überempfindlichkeit gegen Chinin[1, 2]
  • Bestehende Schuppenflechte (Psoriasis) oder Porphyrien (bestimmte Stoffwechselstörungen)[1, 2]
  • Inaktive chronische Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus, dem Varizella-Zoster-Virus (Windpocken, Gürtelrose) oder mit Tuberkulose; laut Fachinformation wurde bei Kombination mit anderen Immunsuppressiva über eine Reaktivierung berichtet[1, 2]
  • Nieren- oder Lebererkrankungen sowie gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die Nieren oder Leber schädigen können[1, 2]
  • Herzrhythmus: angeborene oder erworbene Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, auch in der Familie; Herzerkrankung oder früherer Herzinfarkt; Störungen des Salzhaushalts, vor allem niedrige Kalium- oder Magnesiumwerte; Arzneimittel, die den Herzrhythmus beeinflussen. Mit zunehmender Dosis kann das Risiko für Herzprobleme steigen[1, 2]
  • Herzmuskel: Unter der Behandlung wurde über Erkrankungen des Herzmuskels berichtet, die zu Herzschwäche führen können, auch mit tödlichem Ausgang; die Ärztin oder der Arzt achtet auf entsprechende Anzeichen[1, 2]
  • Unterzuckerung: Hydroxychloroquin kann den Blutzucker senken, mit oder ohne Diabetes-Medikamente; schwere Fälle mit Bewusstseinsverlust können lebensbedrohlich verlaufen. Lassen Sie sich über die Anzeichen aufklären; der Blutzucker muss eventuell kontrolliert werden[1, 2]
  • Augen: augenärztliche Untersuchungen beider Augen (z. B. Sehschärfe, Farbensehen, Gesichtsfeld, Augenhintergrund) vor Beginn einer längerfristigen Behandlung und währenddessen mindestens alle 3 Monate, individuell angepasst vor allem bei einer Tagesdosis über 6,5 mg pro kg Körpergewicht (bei Übergewicht bezogen auf das Idealgewicht), eingeschränkter Nierenfunktion, einer insgesamt eingenommenen Menge von mehr als 200 g, im höheren Alter oder bei eingeschränkter Sehschärfe. Andere Arzneimittel, die der Netzhaut schaden können, z. B. Tamoxifen, werden zusammen mit Hydroxychloroquin nicht empfohlen[1, 2]
  • Kontrollen bei Langzeitbehandlung: vollständiges Blutbild vor Beginn einer Dauerbehandlung und alle 2 Monate; regelmäßige Untersuchung der Skelettmuskulatur und der Sehnenreflexe; bei Schwäche sollte die Behandlung abgebrochen werden[1, 2]
  • Ansammlung bestimmter Fette in Geweben (Phospholipidose), die Herz, Nieren oder Muskeln schädigen kann: Lassen Sie sich über die Anzeichen informieren; Hydroxychloroquin muss möglicherweise abgesetzt werden[1, 2]
  • Schwangerschaft: nur, wenn nach ärztlicher Einschätzung der Nutzen die Risiken überwiegt[1, 2]
  • Malaria: Hydroxychloroquin wirkt nicht gegen chloroquinresistente Erreger und laut Fachinformation nicht gegen Formen von Plasmodium vivax, ovale und malariae außerhalb der roten Blutkörperchen; vor solchen Infektionen schützt es nicht, und es verhindert keinen Rückfall. In Gebieten mit bekannter Chloroquinresistenz kann und sollte es mit anderen Malariamitteln kombiniert werden; ob es geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt[1, 2]
  • Kleine Kinder reagieren besonders empfindlich auf die giftigen Wirkungen von 4-Aminochinolinen: Bewahren Sie das Arzneimittel immer für Kinder unzugänglich auf[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Besonders zu Beginn der Behandlung und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln kann Hydroxychloroquin das Reaktionsvermögen und die Sehleistung so verändern, dass die Fähigkeit zum Autofahren oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist [1, 2]. In der Schwangerschaft sollte es laut Packungsbeilage nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach ärztlicher Einschätzung die Risiken; bei Malaria ist eine Behandlung möglich, wenn nach ärztlichem Urteil die Vorteile überwiegen, weil die Infektion selbst dem ungeborenen Kind schadet [1]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité stuft Hydroxychloroquin als in der Schwangerschaft gut erprobt ein [3]. Für die Stillzeit unterscheiden sich die Angaben je nach Anwendungsgebiet und Quelle; die Karten nennen sie im Einzelnen [1, 3]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, ob Hydroxychloroquin für Sie geeignet ist, und kann raten, während der Einnahme und mindestens 3 Monate danach wirksam zu verhüten. Werden Sie während der Behandlung schwanger, teilen Sie es unverzüglich mit. Laut Packungsbeilage kann Hydroxychloroquin mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Fehlbildungen verbunden sein und sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach ärztlicher Einschätzung die Risiken. Zur Vorbeugung oder Behandlung einer Malaria ist eine Behandlung möglich, wenn die Vorteile überwiegen, da die Malaria selbst dem ungeborenen Kind schadet.[1, 2]

Laut Fachinformation deuten Daten einer Kohortenstudie mit 2.045 Schwangerschaften auf einen geringen Anstieg des relativen Risikos für angeborene Fehlbildungen nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel hin (relatives Risiko 1,33 bei Tagesdosen von 400 mg und mehr, 0,95 bei niedrigeren Tagesdosen). Hydroxychloroquin gelangt über die Plazenta zum ungeborenen Kind. Ist bei rheumatoider Arthritis oder Lupus eine Behandlung in der Schwangerschaft nötig, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden.[2]

Laut Embryotox ist Hydroxychloroquin in der Schwangerschaft gut erprobt: Studien mit zusammen mehr als 1.000 Schwangerschaften fanden kein statistisch signifikant erhöhtes Fehlbildungsrisiko, eine Auswertung von US-Versichertendaten mit etwa 2.000 Schwangerschaften diskutiert ein leicht erhöhtes Risiko. Eine antirheumatische Behandlung kann laut Embryotox in der Schwangerschaft fortgeführt oder begonnen werden, hohe Dosierungen sollten möglichst vermieden werden; beim Lupus wird dort die Fortsetzung während der gesamten Schwangerschaft ausdrücklich empfohlen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox, abhängig von Anwendungsgebiet und Krankheitsaktivität, bei rheumatoider Arthritis zum Beispiel Prednisolon, gegebenenfalls Sulfasalazin oder Azathioprin, beim Antiphospholipidsyndrom zum Beispiel niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) oder niedermolekulare Heparine; beim Lupus gibt es laut Embryotox keine besser geeignete Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Hydroxychloroquin geht in die Muttermilch über, laut Fachinformation zu etwa 2 bis 4 Prozent; Schäden beim Säugling sind bisher nicht bekannt geworden. Bei rheumatoider Arthritis und Lupus ist wegen der täglich hohen Dosen und des langsamen Abbaus mit einer Anreicherung im Säugling zu rechnen, Hydroxychloroquin darf dann laut Packungsbeilage in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Bei Malaria entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob das Stillen unterbrochen oder auf die Behandlung verzichtet wird; die Menge in der Muttermilch schützt das Kind laut Fachinformation nicht vor Malaria.[1, 2]

Laut Embryotox zeigten sich bei etwa 60 gestillten Kindern, deren Mütter wegen einer rheumatischen Erkrankung behandelt wurden, keine Nebenwirkungen, auch augenärztlich keine Besonderheiten. Gesunde, reif geborene Säuglinge, bei denen eine gute Beobachtung durch die Mutter und eine regelmäßige kinderärztliche Betreuung gewährleistet sind, dürfen laut Embryotox bei einer antirheumatischen Behandlung gestillt werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Vermeiden Sie Alkohol in größeren Mengen: Hydroxychloroquin darf nicht zusammen mit leberschädigenden Stoffen eingenommen werden, und eine Beeinträchtigung von Reaktionsvermögen und Sehleistung kann vor allem zusammen mit Alkohol auftreten. Meiden Sie außerdem Grapefruitsaft, da er das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen kann.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel, Verwirrtheit und Sehstörungen das Reaktionsvermögen und die Sehleistung so verändern, dass die Fähigkeit zum Autofahren oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, vor allem zu Beginn der Behandlung und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln.[1, 2]

Einnahme

Die Filmtabletten möglichst zu den Mahlzeiten mit genügend Flüssigkeit unzerkaut einnehmen. Über die Dauer der Behandlung entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Zu Mitteln gegen Sodbrennen (Antazida) und Kaolin mindestens 2 Stunden Abstand halten.[1, 2]

Einnahme vergessen: Bei rheumatoider Arthritis oder Lupus die nächste Dosis nicht erhöhen, sondern das verordnete Einnahmeschema fortsetzen. Bei Vorbeugung oder Behandlung der Malaria die Einnahme nachholen, wenn Sie es kurz nach dem Termin bemerken; liegt der nächste Termin schon näher, ebenfalls nachholen und die folgende Einnahme etwas verschieben, damit die Abstände gleichmäßiger werden.[1]

Absetzen

Möchten Sie die Behandlung vorzeitig beenden, etwa weil Sie keine Beschwerden mehr haben, wenden Sie sich vorher an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei rheumatoider Arthritis und Lupus ist das Präparat abzusetzen, wenn sich das Krankheitsbild innerhalb von 6 Monaten nicht objektiv bessert.[1, 2]

Überdosierung

Zu hohe Mengen können lähmend auf Herz, Kreislauf und Atmung wirken. Frühzeichen einer Vergiftung sind Kopfschmerzen, Sehstörungen, ein niedriger Kaliumwert im Blut, unregelmäßiger Herzschlag und Kreislaufkollaps, später Krämpfe; dann müssen Sie sofort ärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden. Eine erhebliche Überdosierung kann rasch durch plötzliches Atem- und Herzversagen zum Tod führen. 4-Aminochinoline sind für Kinder besonders gefährlich, schon kleine Mengen können tödlich sein: Hat ein Kind Tabletten verschluckt, sofort die nächste erreichbare Ärztin oder den nächsten erreichbaren Arzt verständigen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für jedes Anwendungsgebiet eigene Angaben; die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht, bei Übergewicht nach dem Idealgewicht [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Hydroxychloroquin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: möglichst zu den Mahlzeiten, mit genügend Flüssigkeit und unzerkaut. Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Haben Sie bei Rheuma oder Lupus eine Einnahme vergessen, erhöhen Sie die nächste Dosis nicht, sondern setzen das verordnete Einnahmeschema fort; bei Vorbeugung und Behandlung der Malaria holen Sie die Einnahme nach [1].

Möchten Sie die Behandlung vorzeitig beenden, etwa weil Sie keine Beschwerden mehr haben, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bessert sich eine rheumatoide Arthritis oder ein Lupus innerhalb von 6 Monaten nicht objektiv, ist das Präparat abzusetzen [1, 2]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei einer Herzmuskelerkrankung und bei Muskelschwäche abgebrochen werden; abzusetzen ist sie bei Verdacht auf eine Verschlimmerung einer Myasthenie und wenn eine Schädigung von Herz, Nieren oder Muskeln durch eine Phospholipidose vermutet oder nachgewiesen wird [2]. Die Malariavorbeugung wird während der Reise und nach dem Verlassen des Malariagebiets fortgesetzt; wie lange, steht in der Übersicht zur Dosierung [1].

Präparate mit Hydroxychloroquin

Hydroxychloroquin gibt es als Filmtabletten mit 200 mg Hydroxychloroquinsulfat von mehreren Herstellern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Quensyl 200 mg Filmtabletten [1, 2].

Präparate mit Hydroxychloroquin
PräparatAnbieterHinweis
Hydroxychloroquin-ratiopharm 200 mg Filmtablettenratiopharm GmbHverschreibungspflichtig
Quensyl 200 mg FilmtablettenSanofi-Aventis Deutschland GmbHverschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quensyl 200 mg Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Quensyl 200 mg Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Hydroxychloroquin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Hydroxychloroquin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Hydroxychloroquin bei Rheuma wirkt?

Bei rheumatoider Arthritis und systemischem Lupus erythematodes dauert es laut Packungsbeilage mehrere Wochen, bis die Wirkung einsetzt, während leichte Nebenwirkungen schon relativ früh auftreten können. Ob die Behandlung hilft, lässt sich frühestens nach 4 bis 12 Wochen beurteilen. Bessert sich das Krankheitsbild innerhalb von 6 Monaten nicht objektiv, ist das Präparat abzusetzen. Das Beratungszentrum Embryotox nennt für rheumatische Erkrankungen einen Wirkungseintritt nach etwa 3 (bis 6) Monaten.

Warum sind unter Hydroxychloroquin regelmäßige Augenuntersuchungen nötig?

Netzhautveränderungen gehören zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, betreffen also bis zu 1 von 100 Behandelten; besonders bei Langzeitbehandlung können sie bleiben. Anfangs bemerken Betroffene möglicherweise nichts. Deshalb sollten beide Augen vor Beginn einer längerfristigen Behandlung und während der Behandlung mindestens alle 3 Monate augenärztlich untersucht werden. Bei nachlassender Sehschärfe oder Ausfall des Rotsehens informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; die Behandlung ist dann abzubrechen.

Kann Hydroxychloroquin dem Herzen schaden?

Ja, das ist möglich. Hydroxychloroquin kann Herzrhythmusstörungen verursachen, laut Fachinformation durch eine Verlängerung des QT-Intervalls im EKG; außerdem wurde über Herzmuskelerkrankungen berichtet, die zu Herzschwäche führen können, auch mit tödlichem Ausgang. Die Häufigkeit ist nicht bekannt. Bekommen Sie Herzklopfen oder einen unregelmäßigen Herzschlag, benachrichtigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Mit zunehmender Dosis kann das Risiko für Herzprobleme steigen.

Kann Hydroxychloroquin die Psyche verändern?

Ja. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, kommt es zu Empfindlichkeit (Affektlabilität). Mit nicht bekannter Häufigkeit sind Depressionen, Angst, Halluzinationen, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Wahnvorstellungen, Psychosen sowie Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid beschrieben. Sie treten laut Fachinformation typischerweise im ersten Monat auf, auch bei Menschen ohne frühere psychische Erkrankung. Bei Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid brechen Sie die Einnahme ab und holen unverzüglich ärztliche Hilfe.

Kann Hydroxychloroquin den Blutzucker senken?

Ja. Hydroxychloroquin kann den Blutzuckerspiegel senken, auch bei Menschen ohne Diabetes-Medikamente; berichtet wurden auch schwere Unterzuckerungen mit Bewusstseinsverlust, die lebensbedrohlich verlaufen können. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt die Anzeichen einer Unterzuckerung erklären. Nehmen Sie Insulin oder andere Mittel gegen Diabetes, muss deren Dosis gegebenenfalls verringert werden.

Darf ich Hydroxychloroquin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage sollte Hydroxychloroquin in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach ärztlicher Einschätzung die Risiken; bei Malaria ist eine Behandlung möglich, wenn nach ärztlichem Urteil die Vorteile überwiegen, weil die Infektion selbst dem ungeborenen Kind schadet. Bei rheumatoider Arthritis und Lupus darf es laut Packungsbeilage in der Stillzeit nicht eingenommen werden; bei Malaria entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob das Stillen unterbrochen oder auf die Behandlung verzichtet wird. Embryotox stuft Hydroxychloroquin als in der Schwangerschaft gut erprobt ein; bei antirheumatischer Behandlung dürfen laut Embryotox gesunde, reif geborene Säuglinge bei guter Beobachtung und regelmäßiger kinderärztlicher Betreuung gestillt werden. Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Hydroxychloroquin nehme?

Vermeiden Sie laut Packungsbeilage Alkohol in größeren Mengen. Eine Beeinträchtigung von Reaktionsvermögen und Sehleistung kann laut Packungsbeilage vor allem zu Beginn der Behandlung und zusammen mit Alkohol auftreten. Meiden Sie außerdem Grapefruitsaft, da er das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen kann.

Wie hoch ist die Dosis von Hydroxychloroquin?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach dem Anwendungsgebiet und dem Körpergewicht, bei Übergewicht nach dem Idealgewicht. Die Angaben der Packungsbeilage für Rheuma, Lupus, Malariavorbeugung und Malariabehandlung finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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