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Pyrantel (Helmex): Nebenwirkungen und Wirkung
Pyrantel ist ein verschreibungspflichtiges Wurmmittel, unter anderem enthalten in Helmex Kautabletten. Es wird bei Infektionen mit Maden-, Spul-, Haken- und bestimmten Fadenwürmern eingesetzt, üblicherweise als einmalige Einnahme, deren Menge sich nach dem Körpergewicht richtet. Häufig sind Kopfschmerzen, Schwindel, Darmkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und ein Anstieg der Leberenzyme; bei stärkeren Magen-Darm-Beschwerden benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Pyrantel eingesetzt?
Pyrantel ist ein Wurmmittel (Anthelminthikum) [1]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der verschreibungspflichtigen Helmex 250 mg Kautabletten [1, 2, 4]. Sie werden bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren zur Behandlung von Infektionen mit einer oder mehreren dieser Wurmarten angewendet: Madenwurm (Enterobius vermicularis, auch Oxyuren genannt), Spulwurm (Ascaris lumbricoides), Hakenwurm (Ancylostoma duodenale), Amerikanischer Hakenwurm (Necator americanus) und Fadenwurm (Trichostrongylus colubriformis und orientalis) [1, 2]. Mehr zu den Erkrankungen lesen Sie unter Würmer.
Für Kinder unter 2 Jahren und unter 12 kg Körpergewicht steht Pyrantel als Suspension zum Einnehmen zur Verfügung; bei Säuglingen unter 6 Monaten sollte es nicht angewendet werden, weil es für diese Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungen gibt [1, 2]. Andere Wurmmittel auf dieser Website sind Mebendazol und Ivermectin.
Bei Infektionen mit bestimmten Würmern kann laut Packungsbeilage ein anderes Schema nötig sein, das Ihre Ärztin oder Ihr Arzt festlegt: Bei Madenwürmern sollte die Behandlung nach 2 bis 4 Wochen wiederholt werden. Auch für schwere Infektionen mit dem Amerikanischen Hakenwurm und für sicher nachgewiesene Infektionen ausschließlich mit Spulwürmern nennt die Packungsbeilage eigene Schemata [1]. Die Angaben im Einzelnen stehen im Abschnitt zur Dosierung.
Wie wirkt Pyrantel?
Laut Fachinformation blockiert Pyrantelembonat bei empfindlichen Würmern die Übertragung von Nervenreizen auf die Muskeln (neuromuskuläre Blockade). Die Würmer werden dadurch bewegungsunfähig und ausgeschieden, ohne dass sie zum Wandern angeregt werden. Im Darm wirkt Pyrantel gegen reife und unreife Formen der Würmer, nicht aber gegen ihre Eier [2]. Laut Embryotox bindet Pyrantel an bestimmte Rezeptoren der Wurmmuskulatur (nikotinische Acetylcholinrezeptoren) und führt so zu einer nicht umkehrbaren Lähmung der Parasiten [3].
Aus dem Darm wird Pyrantel nur in geringem Umfang ins Blut aufgenommen. Die höchsten Werte im Blut werden nach 1 bis 3 Stunden gemessen, nach 24 Stunden ist im Blut kein Wirkstoff mehr messbar. Mehr als die Hälfte wird unverändert mit dem Stuhl ausgeschieden, weniger als 7 Prozent finden sich unverändert oder abgebaut im Urin [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 [1, 2]. Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Zu den häufigen Nebenwirkungen gehört ein Anstieg bestimmter Leberenzyme (Transaminasen) im Blut. Bei einer bereits bestehenden Leberschädigung darf Pyrantel nicht eingenommen werden [1, 2]. Mehr unter Leberwerte.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Ohr und GleichgewichtSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Magen und DarmDarmkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenÜbelkeitErbrechenDurchfall
- Laborwerte und UntersuchungenAnstieg von Leberenzymen (Transaminasen) im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheSchlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- HautHauterscheinungen (Hautausschläge, Exanthem)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei entsprechend sensibilisierten Menschen kann Cineol aus dem Aroma der Kautabletten Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen; Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen [1, 2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Mehr unter Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Magen-Darm-Beschwerden: Darmkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind häufig. Bei stärkeren Beschwerden benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Pyrantel kann unabhängig von Mahlzeiten und Tageszeit eingenommen werden; Abführen vor oder während der Behandlung ist nicht nötig [1, 2]. Mehr unter Übelkeit und Durchfall.
Kopfschmerzen und Schwindel: Beide sind häufig und können die Reaktionsfähigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen [1, 2]. Mehr unter Schwindel.
Erneute Ansteckung: Hat ein Familienmitglied oder ein Mensch in engem Kontakt mit anderen einen Wurmbefall, kann auch bei den Kontaktpersonen ein unerkannter Befall bestehen. Eine gründliche Reinigung von Wohnung, Arbeitsstätte und Kleidung soll die Wurmeier vernichten und einer erneuten Infektion vorbeugen [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder anwenden [1]. Pyrantel und das Wurmmittel Piperazin wirken auf gegensätzliche Weise und können sich in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigen; sie sollten nicht gleichzeitig angewendet werden. Zusammen mit dem Asthmamittel Theophyllin kann dessen Spiegel im Blut steigen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Piperazin (Wurmmittel) | Die beiden Wirkstoffe können sich in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigen (gegensätzliche Wirkmechanismen)[1, 2] | Nicht gleichzeitig anwenden |
| Theophyllin (Asthmamittel) | Theophyllinspiegel im Blut kann steigen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Pyrantel nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Die Kautabletten enthalten Sorbitol und Fructose. Haben Sie oder Ihr Kind eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern oder eine erbliche Fructose-Unverträglichkeit, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Fachinformation dürfen Menschen mit erblicher Fructose-Unverträglichkeit die Kautabletten nicht einnehmen [2]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Säuglinge unter 6 Monaten: Pyrantel sollte nicht angewendet werden, da Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht erwiesen sind. Die Kautabletten sind für Kinder unter 2 Jahren und unter 12 kg nicht geeignet; für sie gibt es eine Suspension[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen, die Kautabletten enthalten Sorbitol und Fructose[1]
- Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen; bei entsprechend sensibilisierten Menschen kann Cineol aus dem Aroma Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen[1, 2]
- Familienmitglieder und Menschen in engem Kontakt können ebenfalls unerkannt befallen sein; eine gründliche Reinigung von Wohnung, Arbeitsstätte und Kleidung soll die Wurmeier vernichten und einer erneuten Infektion vorbeugen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Mit Pyrantel in der Schwangerschaft gibt es keine Erfahrungen; Tierstudien haben schädliche Auswirkungen auf die Nachkommen gezeigt. Laut Packungsbeilage dürfen Sie es in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für zwingend erforderlich hält [1]. Laut Fachinformation zeigten ältere, unzureichend dokumentierte Tierstudien keine Hinweise auf Fehlbildungen, beim Kaninchen aber Hinweise auf ein Absterben der Ungeborenen und bei Mäusen nach Gabe im letzten Trächtigkeitsdrittel mehr Totgeburten [2]. Ob Pyrantel beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; müssen Sie in der Stillzeit behandelt werden, pumpen Sie die Milch während dieser Zeit ab und entsorgen sie [1]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité rät, Pyrantel in Schwangerschaft und Stillzeit zu meiden, da es besser untersuchte Alternativen gibt [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zu Alkohol enthält die Packungsbeilage keinen Hinweis [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren vor; Tierstudien haben schädliche Auswirkungen auf die Nachkommen gezeigt, das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. In der Schwangerschaft dürfen Sie Pyrantel daher nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es unter Berücksichtigung des Risikos für Mutter und Kind für zwingend erforderlich hält.[1, 2]
Systematische Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft gibt es laut Embryotox bisher nicht; wegen der geringen Aufnahme aus dem Darm wird für das erste Schwangerschaftsdrittel kein nennenswertes Risiko erwartet, ein fruchtschädigendes Risiko im zweiten und dritten Drittel erscheint unwahrscheinlich. Pyrantel sollte laut Embryotox in der Schwangerschaft gemieden werden, da es für alle Anwendungsgebiete besser untersuchte Alternativen gibt (genannt werden Mebendazol und Pyrvinium). Nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte laut Embryotox eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Ob Pyrantelembonat beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; in Tierstudien ging ein verwandter Wirkstoff in die Milch über. Entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, dass Sie in der Stillzeit behandelt werden müssen, sollen Sie die Milch während dieser Zeit abpumpen und entsorgen.[1, 2]
Zum Stillen unter Pyrantel liegen laut Embryotox keine veröffentlichten Erfahrungen vor; wegen der geringen Aufnahme aus dem Darm und der meist kurzfristigen Anwendung geht Embryotox trotz fehlender systematischer Daten von keinem nennenswerten Risiko für den gestillten Säugling aus. Pyrantel sollte laut Embryotox in der Stillzeit gemieden werden, da es besser untersuchte Alternativen gibt; ist eine Behandlung zwingend erforderlich, kann unter guter Beobachtung des Säuglings gestillt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass Pyrantel die Teilnahme am Straßenverkehr oder das Bedienen von Maschinen beeinflusst. Nebenwirkungen wie Schwindel und Kopfschmerzen können jedoch die Reaktionsfähigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.[1, 2]
Einnahme
Unabhängig von Mahlzeiten und Tageszeit einnehmen; Abführen vor oder während der Behandlung ist nicht nötig. Die Kautabletten vor dem Schlucken zerkauen; die verordnete Menge wird auf einmal eingenommen.[1, 2]
Einnahme vergessen: Eine zu geringe Menge kann ohne Weiteres noch am selben Tag nachgeholt werden; nehmen Sie in jedem Fall die verordnete Gesamtmenge ein.[1]
Absetzen
Bei bestimmten Wurminfektionen wird Pyrantel an zwei oder drei aufeinanderfolgenden Tagen eingenommen; ein vorzeitiger Abbruch kann dazu führen, dass die Wurminfektion fortbesteht.[1]
Überdosierung
Vergiftungen mit Helmex wurden bisher nicht beobachtet; ein spezielles Gegenmittel gegen Pyrantel ist nicht bekannt. Laut Fachinformation sollten auftretende Nebenwirkungen nach ihren Beschwerden behandelt werden (symptomatische Therapie).[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die Zahl der Kautabletten nach Körpergewicht und besondere Schemata für einzelne Wurmarten [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Pyrantel immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Zerkauen Sie die Kautabletten vor dem Schlucken und nehmen Sie die verordnete Menge auf einmal ein [1]. Haben Sie zu wenig eingenommen, können Sie die fehlende Menge noch am selben Tag nachholen; nehmen Sie in jedem Fall die verordnete Gesamtmenge ein [1].
Bei bestimmten Wurminfektionen ist die Einnahme an zwei oder drei aufeinanderfolgenden Tagen nötig; ein vorzeitiger Abbruch kann dazu führen, dass die Infektion fortbesteht [1]. Nach höchstens 6 Monaten sollte eine Kontrolluntersuchung erfolgen und die Behandlung falls erforderlich wiederholt werden [1, 2]. Vergiftungen mit Helmex wurden laut Packungsbeilage bisher nicht beobachtet; ein spezielles Gegenmittel gegen Pyrantel ist nicht bekannt [1]. Telefonnummern für Notfälle finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Pyrantel
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Helmex 250 mg Kautabletten [1, 2]. Pyrantel ist verschreibungspflichtig [2, 4].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Helmex 250 mg Kautabletten | INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Helmex Suspension zum Einnehmen | INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH | verschreibungspflichtig; für Erwachsene und Kinder ab 6 Monaten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Helmex 250 mg Kautabletten. INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Helmex 250 mg Kautabletten. INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Pyrantel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Pyrantel. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Ist Helmex rezeptfrei?
Nein. Helmex Kautabletten sind laut Fachinformation verschreibungspflichtig, und die Arzneimittelverschreibungsverordnung führt Pyrantel für die Anwendung beim Menschen ohne Ausnahme auf. Auch die Helmex Suspension ist laut Hersteller verschreibungspflichtig.
Muss ich Pyrantel nüchtern einnehmen?
Nein. Pyrantel kann unabhängig von Mahlzeiten und Tageszeit eingenommen werden, und Abführen vor oder während der Behandlung ist nicht nötig. Die Kautabletten werden vor dem Schlucken zerkaut, und die verordnete Menge wird auf einmal eingenommen.
Muss die Behandlung mit Pyrantel wiederholt werden?
Bei Madenwürmern sollte die Behandlung laut Packungsbeilage nach 2 bis 4 Wochen wiederholt werden; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt informiert Sie darüber. Bei bestimmten anderen Würmern wird Pyrantel an zwei oder drei aufeinanderfolgenden Tagen eingenommen. Nach höchstens 6 Monaten sollte eine Kontrolluntersuchung erfolgen und die Behandlung falls erforderlich wiederholt werden.
Dürfen Kinder Pyrantel nehmen?
Die Kautabletten sind für Kinder ab 2 Jahren zugelassen. Für Kinder unter 2 Jahren und unter 12 kg Körpergewicht gibt es Pyrantel als Suspension zum Einnehmen. Bei Säuglingen unter 6 Monaten sollte Pyrantel nicht angewendet werden, da Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht erwiesen sind. Die Menge legt die Ärztin oder der Arzt nach dem Körpergewicht fest.
Was hilft gegen eine erneute Ansteckung in der Familie?
Laut Packungsbeilage kann bei Familienmitgliedern und Menschen in engem Kontakt ebenfalls ein unerkannter Wurmbefall bestehen. Eine gründliche Reinigung von Wohnung, Arbeitsstätte und Kleidung soll die Wurmeier vernichten und einer erneuten Infektion vorbeugen. Ob Angehörige untersucht oder behandelt werden sollten, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Pyrantel in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Mit Schwangeren gibt es keine Erfahrungen, und Tierstudien zeigten schädliche Auswirkungen auf die Nachkommen. Laut Packungsbeilage dürfen Sie Pyrantel in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für zwingend erforderlich hält; in der Stillzeit pumpen Sie die Milch dann ab und entsorgen sie. Embryotox rät, Pyrantel in Schwangerschaft und Stillzeit zu meiden, weil es besser untersuchte Alternativen gibt; ein nennenswertes Risiko für das Kind im ersten Schwangerschaftsdrittel und für den gestillten Säugling erwartet es wegen der geringen Aufnahme aus dem Darm allerdings nicht. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Macht Pyrantel müde oder schwindelig?
Schwindel ist häufig, betrifft also bis zu 1 von 10 Behandelten; Müdigkeit und Schlaflosigkeit sind gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100. Laut Packungsbeilage gibt es keine Anhaltspunkte, dass Pyrantel die Verkehrstüchtigkeit beeinflusst, Nebenwirkungen wie Schwindel und Kopfschmerzen können aber die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.
Wie hoch ist die Dosis von Pyrantel?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach dem Körpergewicht und bei manchen Wurmarten nach einem besonderen Schema. Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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