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Ivermectin: Nebenwirkungen und Wirkung

Ivermectin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Parasiten: Die Tabletten werden als Einzeldosis bei Krätze und bei bestimmten Wurminfektionen eingenommen. Welche Nebenwirkungen auftreten, hängt laut Packungsbeilage von der behandelten Infektion ab. In der Regel sind sie nicht schwerwiegend und dauern nicht lange an; bei Krätze kann sich der Juckreiz zu Beginn verschlimmern. Bei Zeichen einer schweren Hautreaktion brechen Sie die Anwendung ab und begeben sich sofort in ärztliche Behandlung.

Frau Ende dreißig sitzt morgens an einem hellen Küchentisch und hält ein Glas Wasser in der Hand
Bild: KI-generiert

Wofür wird Ivermectin eingesetzt?

Ivermectin ist ein Mittel gegen bestimmte Parasiteninfektionen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der verschreibungspflichtigen Ivermectin-ratiopharm 3 mg Tabletten [1, 2]. Sie werden bei drei Erkrankungen eingesetzt: bei einer Darminfektion mit dem Fadenwurm Strongyloides stercoralis (Strongyloidiasis, auch Anguillulosis genannt), bei einer Infektion des Blutes mit unreifen Stadien des Wurms Wuchereria bancrofti, die eine lymphatische Filariose verursacht, und bei der Krätze (Skabies) durch Hautmilben [1]. Die Milben graben Gänge unter der Hautoberfläche, was starken Juckreiz verursachen kann. Ivermectin sollte nur eingenommen werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Infektion festgestellt hat oder vermutet [1]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Krätze und Würmer.

Laut Fachinformation ist die Behandlung der Krätze gerechtfertigt, wenn die Diagnose ärztlich oder durch eine parasitologische Untersuchung gesichert ist; Juckreiz allein ist ohne gesicherte Diagnose kein Grund für die Behandlung [2]. Ivermectin verhindert nicht, dass Sie an einer dieser Infektionen erkranken, und ist nicht zur Vorbeugung geeignet [1, 2]. Gegen ausgewachsene Würmer wirkt es nicht [1].

Ivermectin gibt es auch als Creme zum Auftragen auf die Haut. Laut der Packungsbeilage einer Ivermectin-Creme wird diese bei Erwachsenen auf der Gesichtshaut gegen Pickel und gerötete Flecken angewendet, die bei der Hauterkrankung Rosazea auftreten [3]. Die Creme hat eine eigene Packungsbeilage mit eigenen Anwendungshinweisen und Nebenwirkungen [3]; die Angaben auf dieser Seite beziehen sich ausschließlich auf die Tabletten [1, 2].

Wie wirkt Ivermectin?

Ivermectin ist von den Avermectinen abgeleitet, die aus dem Bakterium Streptomyces avermitilis gewonnen werden. Es bindet fest an bestimmte Chloridkanäle in den Nerven- und Muskelzellen wirbelloser Tiere. Die Zellen werden dadurch durchlässiger für Chlorid-Ionen, es kommt zu einer Lähmung, und bestimmte Parasiten sterben ab [2]. Säugetiere besitzen diese glutamatgesteuerten Chloridkanäle nicht; zu anderen durch Botenstoffe gesteuerten Chloridkanälen haben Avermectine nur eine geringe Bindung, und sie gelangen nur in geringem Maß über die Blut-Hirn-Schranke [2].

Die höchste Konzentration im Blut ist etwa 4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Nach einer Laborstudie baut die Leber Ivermectin vor allem über das Enzym CYP3A4 ab; der Wirkstoff und seine Abbauprodukte verlassen den Körper fast ausschließlich mit dem Stuhl, weniger als 1 Prozent mit dem Urin. Die Halbwertszeit im Blut beträgt etwa 12 Stunden, die der Abbauprodukte etwa 3 Tage [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Packungsbeilage und Fachinformation nennen die meisten Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe. Die Liste unten enthält deshalb nur die beiden Nebenwirkungen, für die die Fachinformation eine Häufigkeit angibt: "selten" und "sehr selten" [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Packungsbeilage sind die Nebenwirkungen in der Regel nicht schwerwiegend und dauern nicht lange an. Sie treten wahrscheinlicher bei Menschen auf, die mit mehreren Parasiten infiziert sind, vor allem mit dem Wurm Loa loa [1]. Laut Fachinformation hängen sie mit der Zahl der Parasiten zusammen [2]. Ohne Häufigkeitsangabe nennt die Packungsbeilage Lebererkrankungen (akute Hepatitis), veränderte Laborwerte wie erhöhte Leberenzyme, ein erhöhtes Bilirubin oder mehr Eosinophile, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, außerdem Blut im Urin sowie Bewusstseinsstörungen oder Koma [1, 2].

Bei Krätze: Der Juckreiz kann sich zu Behandlungsbeginn verschlimmern; das dauert in der Regel nicht lange an [1]. Bei einer Fadenwurm-Infektion des Darms: beschrieben sind ungewöhnliches Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Verstopfung oder Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen, Schläfrigkeit oder Schwindelgefühl, Zittern sowie eine verminderte Zahl weißer oder roter Blutkörperchen. Auch ausgewachsene Fadenwürmer können sich im Stuhl befinden [1]. Bei lymphatischer Filariose: Schwitzen oder Fieber, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Muskel-, Gelenk- und Körperschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Husten oder Halsschmerzen, Atembeschwerden, Schwindel und niedriger Blutdruck beim Aufstehen, Schüttelfrost sowie Hodenschmerzen oder -beschwerden [1].

Bei einer Infektion mit dem Wurm Onchocerca volvulus, dem Erreger der Flussblindheit, beschreibt die Packungsbeilage unter anderem Juckreiz oder Ausschlag, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Lymphknotenschwellung, Schwellungen an Händen, Knöcheln oder Füßen, niedrigen Blutdruck, beschleunigten Herzschlag, Sehstörungen und andere Augenprobleme sowie eine mögliche Verschlechterung von Asthma [1]. Laut Fachinformation sind Beschwerden wie Juckreiz, Ausschlag, Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen oder Lymphknotenschwellung Überempfindlichkeitsreaktionen infolge abgestorbener Mikrofilarien, die sogenannte Mazzotti-Reaktion; die Augenbeschwerden können auch auf die Erkrankung selbst zurückgehen [2].

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • NervensystemBei Menschen mit einer schweren Infektion durch den Wurm Loa loa: schwere, potenziell tödlich verlaufende Hirnfunktionsstörung (Enzephalopathie); dabei traten auch Rücken- und Nackenschmerzen, gerötete Augen, Blutung im Augenweiß, Atemnot, Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle, Schwierigkeiten beim Stehen oder Gehen, ein veränderter Gemütszustand, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, fehlende Reaktion auf andere Menschen oder Koma auf[1, 2]Mehr dazu: VerwirrtheitAtemnotRückenschmerzen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • HautSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse): rötliche, nicht erhabene, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, häufig mit Blasen in der Mitte, Abschälen der Haut, Geschwüre in Mund, Rachen und Nase sowie an Genitalien und Augen; vorher können Fieber und grippeähnliche Beschwerden auftreten[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation wurde über schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse berichtet, die lebensbedrohlich oder tödlich sein können. Treten Anzeichen auf, sollte die Behandlung sofort beendet werden; nach einer solchen Reaktion darf Ivermectin nie wieder angewendet werden [2]. Fälle von Neurotoxizität, also giftigen Wirkungen auf das Nervensystem, wie Bewusstseinsstörungen und Koma wurden auch bei Menschen ohne Loa-loa-Infektion berichtet; die Beschwerden verschwanden im Allgemeinen durch unterstützende Maßnahmen und das Absetzen [2]. Mehr dazu unter Schwere Hautreaktionen.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frisch gewaschene, ordentlich gefaltete helle Bettwäsche liegt auf einem Bett in einem hellen Schlafzimmer
Bild: KI-generiert

Juckreiz bei Krätze: Dass sich der Juckreiz zu Behandlungsbeginn verschlimmern kann, beschreibt die Fachinformation als vorübergehend [2]. Ob die Behandlung gewirkt hat, lässt sich erst nach 4 Wochen beurteilen [1]. Laut Fachinformation rechtfertigen anhaltender Juckreiz oder Kratzspuren allein keine zweite Behandlung innerhalb dieses Zeitraums [2]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn neue Hautveränderungen auftreten oder Sie unsicher sind, ob die Behandlung gewirkt hat. Mehr dazu unter Juckreiz.

Schwindel und Schläfrigkeit: Treten nach der Einnahme Schwindel, Schläfrigkeit, Zittern oder Drehschwindel auf, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen keine Maschinen [1]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Laut Fachinformation wurden keine Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt [2]. Laut Packungsbeilage besteht für Menschen, die in Afrika leben oder gelebt haben, ein Risiko für teils schwerwiegende Nebenwirkungen, wenn zugleich Diethylcarbamazincitrat (DEC) gegen eine Infektion mit dem Wurm Onchocerca volvulus angewendet wird [1]. Laut Fachinformation wird die gleichzeitige Anwendung von DEC und Ivermectin bei Massenbehandlungen in Afrika nicht empfohlen [2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Ivermectin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Diethylcarbamazincitrat (DEC), Mittel gegen FadenwürmerBei Menschen in Afrika, die gleichzeitig mit Onchocerca volvulus oder Loa loa infiziert sind, Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen[1, 2]Laut Fachinformation wird die gleichzeitige Anwendung im Rahmen von Massenbehandlungen in Afrika nicht empfohlen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Ivermectin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Ivermectin dürfen Sie nicht einnehmen, wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff sind oder nach einer früheren Anwendung einen schweren Hautausschlag, Hautabschälungen, Blasen oder wunde Stellen im Mund hatten [1]. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Bei Kindern unter 15 kg Körpergewicht ist die Sicherheit nicht erwiesen [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Ivermectin oder einen der sonstigen Bestandteile; Anzeichen einer allergischen Reaktion können Hautausschlag, Atembeschwerden oder Fieber sein[1, 2]
  • Früherer schwerer Hautausschlag, Hautabschälung, Blasenbildung und/oder wunde Stellen im Mund nach der Anwendung von Ivermectin; laut Fachinformation darf die Behandlung nach einer schweren Hautreaktion wie SJS oder TEN zu keinem Zeitpunkt erneut begonnen werden[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Geschwächtes Immunsystem: Laut Fachinformation sind Wirksamkeit und Dosierung bei immungeschwächten Menschen mit Strongyloidiasis nicht durch ausreichende klinische Studien belegt; es wurde über anhaltende Infektionen nach einer Einzeldosis berichtet[1, 2]
  • Leben oder früheres Leben in einer Region Afrikas, in der Infektionen mit dem Wurm Loa loa (Wanderfilarie, Augenwurm) vorkommen: Bei einer hohen Zahl von Mikrofilarien im Blut ist das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen erhöht[1, 2]
  • Infektion mit dem Wurm Onchocerca volvulus (Flussblindheit): Reaktionen von Haut und Körper auf abgestorbene Mikrofilarien (Mazzotti-Reaktion) und Reaktionen an den Augen sind möglich, auch schon bei der ersten Behandlung[2]
  • Kinder mit einem Körpergewicht unter 15 kg: Die Sicherheit ist nicht erwiesen[1, 2]
  • Ivermectin wirkt nicht gegen ausgewachsene Würmer; laut Fachinformation ist eine Wirkung gegen erwachsene Filarien für keine Art gezeigt[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Einnahme sagen [1, 2]. Zu Alkohol enthalten sie keinen eigenen Hinweis. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie Ivermectin einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden könnten. In der Schwangerschaft sollten Sie das Mittel nur einnehmen, wenn es eindeutig erforderlich ist; das entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Laut Fachinformation deuteten Erfahrungen bei etwa 300 Schwangeren im Rahmen einer Massenbehandlung gegen Flussblindheit nicht auf angeborene Fehlbildungen, Fehlgeburten, Totgeburten oder Säuglingssterblichkeit nach einer Behandlung im ersten Schwangerschaftsdrittel hin; andere epidemiologische Daten liegen bisher nicht vor. Tierversuche zeigten eine Fortpflanzungsgiftigkeit, das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Ivermectin geht in die Muttermilch über; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie stillen oder stillen möchten. Sie oder er könnte entscheiden, die Behandlung erst eine Woche nach der Geburt zu beginnen. Laut Fachinformation gehen weniger als 2 Prozent der Dosis in die Muttermilch über; die Sicherheit bei Neugeborenen ist nicht erwiesen, und Ivermectin sollte in der Stillzeit nur gegeben werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für das Kind überwiegt.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Nach der Einnahme können Schwindel, Schläfrigkeit, Zittern oder Drehschwindel auftreten. Dann dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.[1, 2]

Einnahme

Die Behandlung besteht aus einer Einzeldosis: Die verordnete Anzahl Tabletten wird gleichzeitig mit Wasser auf nüchternen Magen geschluckt, zu jeder Tageszeit; zwei Stunden vor und nach der Einnahme nichts essen, weil nicht bekannt ist, wie Nahrung die Aufnahme beeinflusst. Für Kinder unter 6 Jahren die Tabletten vor dem Schlucken zerkleinern.[1, 2]

Einnahme vergessen: Nehmen Sie Ivermectin immer nach Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ein und nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Bei Zeichen einer schweren Hautreaktion brechen Sie die Anwendung ab und begeben sich sofort in ärztliche Behandlung. Laut Fachinformation darf Ivermectin nach einer schweren Hautreaktion wie SJS oder TEN zu keinem Zeitpunkt erneut angewendet werden.[1, 2]

Überdosierung

Nehmen Sie genau die verordnete Dosis ein: Nach zu großen Mengen kam es zu Bewusstseinsstörungen oder Koma. Wenden Sie sich in diesem Fall umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt. Laut Fachinformation wird eine versehentliche Vergiftung symptomatisch und unter Überwachung in einer medizinischen Einrichtung behandelt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für jede Erkrankung die Anzahl der Tabletten nach Körpergewicht, bei der Filariose ersatzweise nach Körpergröße [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Wie viele Tabletten Sie einnehmen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].

Einnahme und Absetzen

Die Behandlung besteht aus einer Einzeldosis. Nehmen Sie die verordnete Anzahl Tabletten gleichzeitig mit Wasser ein, auf nüchternen Magen: Essen Sie zwei Stunden vor und zwei Stunden nach der Einnahme nichts, weil nicht bekannt ist, wie Nahrung die Aufnahme beeinflusst [1]. Die Tageszeit spielt laut Fachinformation keine Rolle [2]. Für Kinder unter 6 Jahren werden die Tabletten vor dem Schlucken zerkleinert [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Nehmen Sie genau die verordnete Dosis ein: Nach zu großen Mengen kam es zu Bewusstseinsstörungen oder Koma. Haben Sie mehr eingenommen, wenden Sie sich umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Ivermectin

Ivermectin gibt es als Tabletten mit 3 mg von mehreren Herstellern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Ivermectin-ratiopharm 3 mg Tabletten [1, 2]. Ivermectin ist verschreibungspflichtig [2, 4].

Präparate mit Ivermectin
PräparatAnbieterHinweis
Ivermectin STADA 3 mg TablettenSTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig
Ivermectin-ratiopharm 3 mg Tablettenratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ivermectin-ratiopharm 3 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Ivermectin-ratiopharm 3 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Soolantra 10 mg/g Creme. Galderma Laboratorium GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Ivermectin und seine Ester. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür ist Ivermectin zugelassen?

Ivermectin-Tabletten sind zugelassen zur Behandlung der Krätze (Skabies), einer Darminfektion mit dem Fadenwurm Strongyloides stercoralis und einer Infektion des Blutes mit unreifen Würmern bei lymphatischer Filariose. Bei Krätze ist die Behandlung laut Fachinformation gerechtfertigt, wenn die Diagnose gesichert ist; Juckreiz allein reicht nicht. Die Tabletten verhindern nicht, dass Sie an einer dieser Infektionen erkranken.

Warum juckt die Haut nach der Einnahme gegen Krätze stärker?

Laut Packungsbeilage kann sich der Juckreiz bei Krätze zu Beginn der Behandlung verschlimmern; das dauert in der Regel nicht lange an. Ob die Behandlung erfolgreich war, lässt sich erst nach 4 Wochen erkennen. Laut Fachinformation rechtfertigen anhaltender Juckreiz oder Kratzspuren allein in diesem Zeitraum keine zweite Behandlung. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind.

Muss ich Ivermectin auf nüchternen Magen einnehmen?

Ja. Die verordneten Tabletten werden gleichzeitig mit Wasser auf nüchternen Magen eingenommen; zwei Stunden vor und nach der Einnahme essen Sie nichts, weil nicht bekannt ist, wie Nahrung die Aufnahme des Wirkstoffs beeinflusst. Die Tageszeit spielt laut Fachinformation keine Rolle. Für Kinder unter 6 Jahren werden die Tabletten vor dem Schlucken zerkleinert.

Brauche ich eine zweite Dosis gegen Krätze?

Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut Packungsbeilage wird möglicherweise innerhalb von 8 bis 15 Tagen eine zweite Einzeldosis verordnet. Laut Fachinformation sollte eine zweite Dosis innerhalb von 2 Wochen bei gewöhnlicher Krätze nur erwogen werden, wenn neue typische Hautveränderungen auftreten oder der Befund dann noch positiv ist; bei ausgedehnter Krätze und Borkenkrätze können eine zweite Dosis und/oder eine begleitende Behandlung zum Auftragen nötig sein.

Darf ich Ivermectin in der Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?

In der Schwangerschaft sollten Sie Ivermectin nur einnehmen, wenn es eindeutig erforderlich ist; sprechen Sie vorher sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ivermectin geht in die Muttermilch über, laut Fachinformation weniger als 2 Prozent der Dosis. Die Ärztin oder der Arzt kann entscheiden, die Behandlung erst eine Woche nach der Geburt zu beginnen.

Macht Ivermectin müde oder schwindelig?

Nach der Einnahme können Schwindel, Schläfrigkeit, Zittern oder Drehschwindel auftreten; sie sind unter anderem bei der Behandlung von Fadenwurm-Infektionen des Darms beschrieben. Haben Sie solche Beschwerden, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.

Gibt es Ivermectin auch als Creme?

Ja. Laut der Packungsbeilage einer Ivermectin-Creme wird diese bei Erwachsenen auf der Gesichtshaut gegen Pickel und gerötete Flecken angewendet, die bei der Hauterkrankung Rosazea auftreten. Die Creme hat eine eigene Packungsbeilage mit eigenen Anwendungshinweisen und Nebenwirkungen; die Angaben auf dieser Seite gelten für die Tabletten.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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