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Würmer (Madenwürmer)

Madenwürmer sind die häufigsten Würmer bei Kindern; typisch ist nächtlicher Juckreiz am Po. Sie sind gewöhnlich nicht schädlich, verschwinden aber normalerweise nicht von allein, weil sich unbehandelte Kinder immer wieder selbst anstecken können. Behandelt wird mit Wurmmitteln (Anthelminthika) wie Mebendazol, zusammen mit sorgfältiger Hygiene; laut IQWiG wird die Einnahme nach 2 bis 4 Wochen wiederholt, manchmal wird die ganze Familie mitbehandelt. Ein Verdacht sollte ärztlich abgeklärt werden.

Frau Ende dreißig mit zurückgebundenem dunkelblondem Haar im petrolfarbenen Pullover legt in einem hellen Hauswirtschaftsraum frisch gewaschene Bettwäsche in einen Wäschekorb
Bild: KI-generiert

Madenwürmer sind die häufigsten Würmer bei Kindern. Typisch ist Juckreiz am Po, vor allem nachts [1]. Die Würmer sind gewöhnlich nicht schädlich, werden aber leicht übertragen und verschwinden normalerweise nicht von allein [1, 2]. Behandelt wird mit Wurmmitteln (Anthelminthika) wie Mebendazol; sorgfältige Hygiene gehört zur Behandlung dazu [1].

Was sind Madenwürmer?

Madenwürmer (Enterobius vermicularis, auch Oxyuren genannt) sind kleine weiß-beige Würmer, die den Darm des Menschen besiedeln. Die Weibchen sind ungefähr einen Zentimeter lang, die Männchen kleiner [2, 6]. Sie sind mit bloßem Auge zu erkennen. Andere Wurmarten wie Spul- und Bandwürmer sind in Europa weniger verbreitet [1]. Fachleute nennen den Befall Enterobiasis oder Oxyuriasis [2, 3].

Am häufigsten haben Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren Madenwürmer; grob geschätzt ist etwa jedes fünfte Kind in Kindergarten und Schule betroffen. Bei Kindern unter 2 Jahren und Jugendlichen sind sie eher selten [1]. Auch erwachsene Kontaktpersonen können sich anstecken, wie oft, ist nicht bekannt [1]. Der Mensch ist für Madenwürmer der einzige Wirt: Tiere und ihre Ausscheidungen übertragen sie nicht [1].

Symptome

Madenwürmer machen sich typischerweise durch Juckreiz am Po bemerkbar, vor allem nachts. Viele Kinder haben aber gar keine oder kaum Beschwerden [1]. Wenn sich ein Kind häufig am Po kratzt, kann das auf Madenwürmer hinweisen. Kleinere Kinder rutschen manchmal über den Po oder zappeln mit den Beinen [1]. Der nächtliche Juckreiz kann den Schlaf stören, bei Kindern kann es zu nächtlichem Bettnässen kommen [2]. Durch die Schlafstörungen sind laut BIÖG Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche möglich [3].

Manchmal sind die Würmer am After, in der Unterwäsche oder im Bett zu sehen. Würmer, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden, sind nicht immer sichtbar [1]. Sehr viele Würmer im Darm können Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen verursachen [1, 2].

Mögliche Folgen: Wird die Haut am After durch Kratzen gereizt, ist sie anfälliger für eine bakterielle Infektion, erkennbar zum Beispiel an einer starken Rötung oder einem Ausschlag [1]. Nur sehr selten kommt es zu Entzündungen, etwa im Darm oder bei Mädchen an der Scheide [1, 2]. Laut BIÖG kann eine Entzündung durch Kratzen bei Mädchen und Frauen auf die Geschlechtsorgane übergehen, und es kann zu vaginalem Ausfluss kommen. Bei besonders schwerem Befall sind danach auch Bauchkrämpfe oder eine Bauchfellentzündung möglich [3].

Ursachen und Ansteckung

Ein Kind bekommt Würmer, wenn es Eier von Madenwürmern verschluckt. Die Eier sind so winzig, dass man sie weder sieht noch spürt; sie können sich auf den Händen, auf Spielzeug, auf Lebensmitteln oder im Staub befinden [1]. Im Darm werden daraus Würmer. Etwa 2 bis 6 Wochen nach der Ansteckung kriechen die Weibchen, vor allem nachts, zum After und legen dort in den Hautfalten Tausende neuer Eier ab [1]. Die Weibchen können bis zu 100 Tage leben; ihre Bewegungen lösen den Juckreiz aus [2].

Die Eier sind etwas klebrig. Beim Kratzen können sie an die Hände und unter die Fingernägel gelangen, wo sie leicht dem Händewaschen entgehen. Von dort können sie auf Gegenstände, Lebensmittel und wieder in den Mund kommen [1]. So stecken sich Kinder häufig selbst immer wieder neu an [2]. Wurmeier sind gewöhnlich bis zu 5 Tage ansteckend [1]. Eher selten werden Eier aus Unter- oder Bettwäsche beim Aufschütteln der Bettdecke aufgewirbelt und verschluckt [1]. Unter Erwachsenen ist eine Ansteckung auch über Sexualpraktiken mit oral-analem Kontakt möglich [2].

Eine Ansteckung begünstigen laut gesund.bund.de enge Kontakte in Kindergarten und Grundschule, das Anfassen und In-den-Mund-Nehmen von Spielsachen, fehlendes Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang und Fingernägelkauen. Hat jemand in der Familie Würmer, können sich leicht auch andere Familienmitglieder anstecken [2].

Diagnose

Juckreiz am After oder häufiges Kratzen am Po sind bei Kindern ein deutlicher Hinweis auf Madenwürmer; ob sie tatsächlich der Grund sind, lässt sich in der Kinderarztpraxis klären [1]. Gewöhnlich wird ein Klebestreifen-Test vorgeschlagen: Ein Stück durchsichtiger Klebestreifen wird morgens mit der klebenden Seite auf den After gedrückt, auf ein Glasplättchen geklebt und in der Praxis unter dem Mikroskop auf Wurmeier untersucht [1, 2]. Eltern machen den Test laut IQWiG an drei Tagen hintereinander zu Hause, morgens vor dem ersten Toilettengang oder beim ersten Windelwechsel [1]. Der Nachweis über eine Stuhlprobe ist laut BIÖG schwieriger [3]. Weil oft nicht nur ein Familienmitglied Würmer hat, schlägt die Ärztin oder der Arzt üblicherweise vor, dass auch andere in der Familie den Test machen [1].

Behandlung ohne Medikamente: Hygiene

Hausmittel gegen Madenwürmer gibt es laut BIÖG nicht: Ein Verdacht sollte in einer ärztlichen Praxis abgeklärt werden [3]. Zur Behandlung gehört neben dem Wurmmittel aber eine sorgfältige Hygiene, sonst lässt sich kaum vermeiden, dass sich das Kind immer wieder ansteckt [1]. Das IQWiG nennt dazu [1]:

  • Hände oft und gründlich waschen, vor allem vor dem Essen und nach dem Toilettengang, auch Eltern nach dem Windelwechsel,
  • den Po täglich direkt morgens nach dem Aufwachen waschen und vorsichtshalber nicht gemeinsam baden,
  • Kratzen vermeiden und nach dem Kratzen die Hände waschen; Baumwollhandschuhe können verhindern, dass sich nachts Wurmeier unter den Fingernägeln sammeln,
  • Fingernägel kurz und sauber halten, regelmäßig abbürsten und darauf achten, dass das Kind nicht an den Nägeln kaut oder die Finger in den Mund nimmt,
  • Unterwäsche täglich wechseln, Bettwäsche häufig wechseln, vor allem an den Tagen nach der Einnahme des Medikaments,
  • keine Handtücher teilen: Jedes Familienmitglied sollte ein eigenes Handtuch und einen eigenen Waschlappen verwenden.

Unterwäsche, Schlafanzüge, Bettwäsche und Handtücher des Kindes werden laut IQWiG bei mindestens 40 °C gewaschen, wenn möglich heißer [1]. Laut gesund.bund.de werden Schlafanzüge und Bettwäsche regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen [2], laut BIÖG Unter- und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad Celsius [3]. Spielsachen, die mit Wurmeiern verschmutzt sein könnten, lassen sich mit heißem Wasser und Seife unter fließendem Wasser abwaschen oder in die Spül- oder Waschmaschine geben [1]. Gegen den Juckreiz werden manchmal Salben aufgetragen [1]. Nach einer erfolgreichen Behandlung ist es sinnvoll, häufiges Händewaschen beizubehalten [1].

Behandlung mit Medikamenten

Vater Anfang vierzig mit kurzem schwarzem Haar im dunkelblauen Hemd sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Ärztin mit grauem Bob gegenüber, beide unterhalten sich ruhig
Bild: KI-generiert

Madenwürmer lassen sich laut IQWiG in der Regel gut mit Wurmmitteln behandeln, den sogenannten Anthelminthika, zum Beispiel mit Mitteln mit dem Wirkstoff Mebendazol. Ein Rezept stellt die Kinderarztpraxis nach der Diagnose aus [1]. Die Mittel töten die Würmer im Darm ab, sodass die Infektion abklingt [2].

Wurmmittel gegen Madenwürmer: Beispiele mit eigener Wirkstoffseite
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Wurmmittel (Anthelminthika) aus der Gruppe der Benzimidazol-DerivateMebendazol (verschreibungspflichtig) [5]Wirkt örtlich im Darm: Es bindet an das Eiweiß Tubulin in den Darmzellen der Würmer und stört die Aufnahme von Nährstoffen wie Zucker; der Verdauungskanal der Würmer wird dauerhaft geschädigt, die Würmer sterben ab [5]Häufig: Bauchschmerzen [4]
Wurmmittel (Anthelminthika) aus der Gruppe der Tetrahydropyrimidin-DerivatePyrantel (verschreibungspflichtig) [7]Blockiert bei empfindlichen Würmern die Übertragung von Nervenreizen auf die Muskeln; die Würmer werden bewegungsunfähig und ausgeschieden, ohne dass sie zum Wandern angeregt werden [7]Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Darmkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Anstieg von Leberenzymen im Blut [6]

Häufig heißt bei bis zu 1 von 10 Behandelten [4, 6]. Mehr dazu: Beipackzettel verstehen.

Mebendazol

Mebendazol (zum Beispiel VERMOX) ist ein Breitspektrum-Wurmmittel gegen Rund- und Bandwürmer und unter anderem bei Madenwurmbefall zugelassen [4]. Es ist verschreibungspflichtig [5]. Laut Packungsbeilage ist bei Madenwurmbefall auf Körperhygiene, die Reinigung der Umgebung und die Behandlung von Kontaktpersonen, zum Beispiel Familienangehörigen, zu achten; empfohlen wird, die Behandlung nach 2 und 4 Wochen zu wiederholen [4]. Wer die Behandlung vorzeitig beendet oder unterbricht, gefährdet den Behandlungserfolg [4]. Die Tabletten können zerkaut oder im Ganzen geschluckt werden; für ein kleines Kind werden sie zerstoßen, und das Kind wird bei der Einnahme immer beaufsichtigt [4]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Menge stehen unter Mebendazol: Dosierung.

Kinder: Bei Kindern unter 1 Jahr soll Mebendazol laut Packungsbeilage nicht angewendet werden, weil keine ausreichenden Daten zur Sicherheit vorliegen. Bei Kindern zwischen 1 und 2 Jahren darf es nur angewendet werden, wenn der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt; die Anwendung unter 2 Jahren wird wegen nicht ausreichender Erfahrungen nicht empfohlen [4]. Bei Kindern, auch unter 1 Jahr, wurde sehr selten über Krampfanfälle berichtet [4].

Pyrantel

Pyrantel (zum Beispiel Helmex Kautabletten) ist ein verschreibungspflichtiges Wurmmittel [6, 7]. Die Kautabletten sind bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren unter anderem bei Madenwürmern zugelassen [6]. Für Kinder unter 2 Jahren und unter 12 kg Körpergewicht gibt es eine Suspension; bei Säuglingen unter 6 Monaten sollte Pyrantel nicht angewendet werden, weil Sicherheit und Wirksamkeit dort nicht erwiesen sind [6]. Bei Madenwürmern sollte die Behandlung laut Packungsbeilage nach 2 bis 4 Wochen wiederholt werden [6]. Bei einer bestehenden Leberschädigung darf Pyrantel nicht eingenommen werden; Pyrantel und das Wurmmittel Piperazin sollten nicht gleichzeitig angewendet werden [6]. Die Angaben zur Menge nach Körpergewicht stehen unter Pyrantel: Dosierung.

Pyrvinium

Pyrvinium (zum Beispiel Molevac Suspension) ist apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke erhältlich [8]. Es ist bei Madenwürmern bei Kindern ab 1 Jahr, Jugendlichen und Erwachsenen zugelassen; bei Säuglingen unter 1 Jahr sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen, Studien gibt es nicht [8]. Pyrvinium hemmt bei Madenwürmern die Aufnahme von Zucker (Glucose); die Würmer verarmen an Energie und sterben ab [8]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung nach 2 bis 4 Wochen wiederholt werden [8]. Pyrvinium färbt den Stuhl hellrot; das hat laut Fachinformation keinerlei krankhafte Bedeutung. Verschüttete Suspension, Erbrochenes oder rot gefärbter Stuhl können Textilien verfärben, und diese Verfärbung lässt sich nicht auswaschen [8]. Nicht angewendet werden darf Pyrvinium bei Leberschädigungen, entzündlichen Darmerkrankungen und eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) [8].

Wiederholung und Mitbehandlung

Laut IQWiG wird die Einnahme nach 2 bis 4 Wochen wiederholt, um alle Würmer zu erwischen und einer erneuten Ansteckung vorzubeugen [1]. Laut gesund.bund.de wird die Behandlung nach 2 und gegebenenfalls noch einmal nach 4 Wochen wiederholt, weil sich oft noch ansteckende Eier in der Umgebung befinden [2]. Manchmal werden neben dem Kind auch alle Familienmitglieder behandelt [1]. Nur wenn alle betroffenen Familienmitglieder und engen Kontaktpersonen behandelt werden, gelingt es laut IQWiG, die Würmer dauerhaft loszuwerden [1]. Kommt es trotz Behandlung immer wieder zu einer Infektion, kann es laut gesund.bund.de nötig sein, alle Familienmitglieder mitzubehandeln [2]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Mebendazol steht laut Packungsbeilage im Verdacht, Erbschäden zu verursachen, und sollte deshalb in der Schwangerschaft nicht gegeben werden, besonders nicht im ersten Schwangerschaftsdrittel, es sei denn, es ist nach ärztlicher Beratung und strenger Nutzen-Risiko-Abwägung dringendst erforderlich. Während der Behandlung sollte nicht gestillt werden [4]. Laut Embryotox ergaben mehrere Studien mit insgesamt über 1.500 ausgewerteten Schwangerschaften im ersten Drittel keine Hinweise auf ein Fehlbildungsrisiko. Bei einer behandlungspflichtigen Wurmerkrankung darf Mebendazol laut Embryotox während der gesamten Schwangerschaft angewendet werden, und bei Einnahme kann uneingeschränkt gestillt werden [9].

Pyrantel dürfen Sie laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn die Ärztin oder der Arzt es für zwingend erforderlich hält; muss in der Stillzeit behandelt werden, sollen Sie die Milch während dieser Zeit abpumpen und entsorgen [6]. Laut Embryotox sollte Pyrantel in Schwangerschaft und Stillzeit gemieden werden, weil es für alle Anwendungsgebiete besser untersuchte Alternativen gibt; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Mebendazol und Pyrvinium [10]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ist eine Behandlung mit Pyrantel in der Stillzeit zwingend erforderlich, kann laut Embryotox unter guter Beobachtung des Säuglings gestillt werden; nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte danach eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden [10].

Pyrvinium darf laut Fachinformation in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es eindeutig erforderlich ist, etwa weil besser dokumentierte Wirkstoffe nicht infrage kommen; muss eine stillende Mutter behandelt werden, sollte die Milch während dieser Zeit verworfen werden [8]. Laut Embryotox darf Pyrvinium bei einem behandlungspflichtigen Madenwurmbefall während der gesamten Schwangerschaft angewendet werden, und gestillt werden kann uneingeschränkt [11]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Mebendazol: Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, treten laut Packungsbeilage Bauchbeschwerden, Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen auf. Selten sind unter anderem Krampfanfälle, Schwindel, eine Leberentzündung, allergische Reaktionen und schwere Hautreaktionen, die mit Blasen einhergehen und Mund, Hals, Augen und Geschlechtsorgane betreffen können (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) [4]. Bei Anzeichen einer Lebererkrankung wie Appetitlosigkeit, Gelbsucht, dunklem Urin, Juckreiz oder einem druckempfindlichen Bauch brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und holen ärztlichen Rat ein [4]. Mebendazol sollte nicht zusammen mit dem Antibiotikum Metronidazol angewendet werden; laut Fachinformation deutete eine Studie auf einen möglichen Zusammenhang mit schweren Hautreaktionen hin [4, 5]. Während der Behandlung sollten Frauen und Männer wirksam verhüten, und bei Diabetes sollte der Blutzucker sorgfältig überwacht werden [4]. Mehr dazu: Leberwerte und schwere Hautreaktionen.

Pyrantel: Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt; bei stärkeren Beschwerden sollten Sie laut Packungsbeilage die Ärztin oder den Arzt benachrichtigen [6]. Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, sind Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Hautausschläge und Müdigkeit [6]. Schwindel und Kopfschmerzen können die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen [6]. Wegen des Gehalts an Sorbitol und Fructose dürfen Menschen mit erblicher Fructose-Unverträglichkeit die Kautabletten laut Fachinformation nicht einnehmen [7].

Pyrvinium: Häufig sind laut Fachinformation Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, gelegentlich Kopfschmerzen und Durchfall. Sehr selten können zentralnervöse Krämpfe, eine Schwellung im Kehlkopf (Larynxödem) oder eine starke Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem) auftreten [8]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4, 6]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Madenwürmern: Kita, Schule und Familie

Ein Kind mit Würmern kann laut IQWiG weiterhin den Kindergarten oder die Schule besuchen. Weil es andere Kinder anstecken kann, ist es wichtig, Kontaktpersonen und Eltern befreundeter Kinder zu informieren und auf sorgfältige Hygiene zu achten [1]. Laut gesund.bund.de sollten auch Erzieherinnen und Erzieher Bescheid wissen, damit sie ebenfalls auf die Hygiene achten können [2]. Eine Pflicht, Kindergarten oder Schule zu melden, dass ein Kind Würmer hat, gibt es nicht [1].

Würmer sind kein Grund, sich zu schämen. Sie treten in Kindergärten und Schulen immer wieder auf, häufiger, als vielen Eltern bekannt ist [1]. Die Hygieneregeln sollten laut gesund.bund.de auch die Familienmitglieder und weitere Personen im Haushalt befolgen [2].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Bei Verdacht auf eine Wurminfektion ist ärztlicher Rat sinnvoll [2]. Vermuten Sie bei Ihrem Kind Madenwürmer, gehen Sie laut BIÖG zur Kinder- und Jugendärztin oder zum Kinder- und Jugendarzt; am besten machen Sie vorher den Klebestreifen-Test und nehmen den Streifen, zum Beispiel in einem verschlossenen Glas, mit in die Praxis [3]. Eine starke Rötung oder ein Ausschlag am After können auf eine bakterielle Infektion der gereizten Haut hinweisen [1].

Bei Anzeichen einer Lebererkrankung unter Mebendazol wie Gelbsucht oder dunklem Urin brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und holen ärztlichen Rat ein. Schwere Hautreaktionen, die mit Blasen einhergehen und Mund, Hals, Augen oder Geschlechtsorgane betreffen können, nennt sie als seltene, möglicherweise lebensbedrohliche Nebenwirkung; wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [4]. Akute Bauchschmerzen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind und die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann. Schwere Atemnot oder Bewusstlosigkeit sind Fälle für den Notruf 112 [12].

Quellen

  1. Würmer bei Kindern (Madenwürmer). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.08.2025. abgerufen am 17.10.2026
  2. Behörde Madenwürmer (Enterobiasis). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie). Stand 13.06.2025. abgerufen am 17.10.2026
  3. Behörde Madenwürmer bei Kindern. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de. Stand 25.04.2025. abgerufen am 17.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation VERMOX 100 mg Tabletten. JANSSEN-CILAG GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 17.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation VERMOX 100 mg Tabletten. JANSSEN-CILAG GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 17.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Helmex 250 mg Kautabletten. INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 17.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Helmex 250 mg Kautabletten. INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 17.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Molevac Suspension 50 mg/5 ml Suspension zum Einnehmen (Pyrvinium). INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 11/2023. abgerufen am 17.10.2026
  9. Embryotox Embryotox: Mebendazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
  10. Embryotox Embryotox: Pyrantel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
  11. Embryotox Embryotox: Pyrvinium. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
  12. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Madenwürmer bei meinem Kind?

Typisch ist Juckreiz am Po, vor allem nachts; Kinder kratzen sich häufig am Po, kleinere rutschen manchmal über den Po oder zappeln mit den Beinen. Der Juckreiz kann den Schlaf stören. Manchmal sind die kleinen weißlichen Würmer am After, in der Unterwäsche, im Bett oder im Stuhl zu sehen. Viele Kinder mit Madenwürmern haben aber gar keine oder kaum Beschwerden. Ob Würmer dahinterstecken, klärt die Kinderarztpraxis, gewöhnlich mit einem Klebestreifen-Test.

Welches Mittel hilft gegen Madenwürmer?

Madenwürmer lassen sich laut IQWiG in der Regel gut mit Wurmmitteln (Anthelminthika) behandeln, zum Beispiel mit Mebendazol; ein Rezept stellt die Kinderarztpraxis nach der Diagnose aus. Mebendazol soll laut Packungsbeilage bei Kindern unter 1 Jahr nicht angewendet werden, zwischen 1 und 2 Jahren nur, wenn der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Auch Pyrantel ist verschreibungspflichtig; die Kautabletten sind laut Packungsbeilage ab 2 Jahren gegen Madenwürmer zugelassen, bei Säuglingen unter 6 Monaten sollte Pyrantel nicht angewendet werden. Pyrvinium ist apothekenpflichtig und laut Fachinformation ab 1 Jahr bei Madenwürmern zugelassen. Bei den verschreibungspflichtigen Mitteln legt die Ärztin oder der Arzt die Menge fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen auf den Seiten Mebendazol und Pyrantel unter Dosierung.

Warum muss die Wurmkur wiederholt werden?

Laut IQWiG wird die Einnahme nach 2 bis 4 Wochen wiederholt, um alle Würmer zu erwischen und einer erneuten Ansteckung vorzubeugen. Laut gesund.bund.de wird die Behandlung nach 2 und gegebenenfalls noch einmal nach 4 Wochen wiederholt, damit sich ein Kind nicht erneut ansteckt, weil sich oft noch ansteckende Eier in der Umgebung befinden. Die Packungsbeilage von VERMOX empfiehlt bei Madenwurmbefall, die Behandlung nach 2 und 4 Wochen zu wiederholen; die Packungsbeilage von Helmex und die Fachinformation von Molevac sehen eine Wiederholung nach 2 bis 4 Wochen vor.

Muss die ganze Familie behandelt werden?

Manchmal werden neben dem Kind auch alle Familienmitglieder behandelt. Laut IQWiG gelingt es nur, die Würmer dauerhaft loszuwerden, wenn alle betroffenen Familienmitglieder und engen Kontaktpersonen behandelt werden. Laut gesund.bund.de kann es vor allem dann nötig sein, alle mitzubehandeln, wenn es trotz Behandlung immer wieder zu einer Infektion kommt. Die Ärztin oder der Arzt schlägt üblicherweise vor, dass auch andere Familienmitglieder den Klebestreifen-Test machen.

Gibt es Hausmittel gegen Madenwürmer?

Nein. Laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) sollte ein Verdacht auf Madenwürmer in einer ärztlichen Praxis abgeklärt werden; gegen Madenwürmer gibt es wirksame Medikamente für Kinder. Zur Behandlung gehört aber sorgfältige Hygiene: häufiges Händewaschen, kurze Fingernägel, täglich frische Unterwäsche und heiß gewaschene Wäsche.

Darf mein Kind mit Würmern in die Kita oder Schule?

Ja. Ein Kind mit Würmern kann laut IQWiG weiterhin den Kindergarten oder die Schule besuchen. Weil es andere Kinder anstecken kann, ist es wichtig, Kontaktpersonen und Eltern befreundeter Kinder zu informieren; laut gesund.bund.de sollten auch Erzieherinnen und Erzieher Bescheid wissen. Eine Pflicht, Kindergarten oder Schule die Würmer zu melden, gibt es laut IQWiG nicht.

Kann man sich bei Haustieren mit Madenwürmern anstecken?

Nein. Der Mensch ist laut IQWiG der einzige Wirt für Madenwürmer; sie können nicht durch Tiere oder ihre Ausscheidungen übertragen werden. Angesteckt wird man über verschluckte Wurmeier, etwa von Händen, Spielzeug oder Lebensmitteln.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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