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Moxifloxacin: Nebenwirkungen und Wirkung

Moxifloxacin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone für Erwachsene. Es wird bei Nasennebenhöhlen- und Lungenentzündung, bei einer akuten Verschlechterung einer chronischen Bronchitis und bei Infektionen des oberen weiblichen Genitaltrakts eingesetzt, wenn übliche Antibiotika nicht infrage kommen oder versagt haben. Häufig sind Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen und Benommenheit. Moxifloxacin kann den Herzrhythmus verändern; bei Herzklopfen, Sehnenschmerzen oder Kribbeln in Armen und Beinen melden Sie sich sofort ärztlich.

Mann in den Sechzigern mit hellem Schal sitzt an einem Holztisch am Küchenfenster und hält eine Tasse Tee, ruhiges Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Durch resistente Bakterien oder Pilze hervorgerufene Infektionen (Superinfektionen), z. B. Mundsoor und Pilzerkrankungen der Scheide (Candida)[1, 2]
  • Häufig: Veränderung des Herzrhythmus im EKG (QT-Verlängerung) bei niedrigem Kaliumspiegel im Blut[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen, Benommenheit[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Magen- und Bauchschmerzen, Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Anstieg bestimmter Leberenzyme im Blut (Transaminasen)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Moxifloxacin eingesetzt?

Moxifloxacin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone für Erwachsene ab 18 Jahren [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird es bei bakteriellen Infektionen angewendet, wenn die üblichen Antibiotika nicht angewendet werden können oder versagt haben: bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), einer akuten Verschlechterung einer chronischen Entzündung der Luftwege und einer außerhalb des Krankenhauses erworbenen Lungenentzündung, ausgenommen schwere Formen. Unter derselben Voraussetzung wird es bei leichten bis mäßig schweren Infektionen des oberen weiblichen Genitaltrakts eingesetzt, etwa der Eileiter oder der Gebärmutterschleimhaut; dafür reicht es allein nicht aus, deshalb verordnet die Ärztin oder der Arzt zusätzlich ein weiteres Antibiotikum [1]. Die Fachinformation nennt bei der chronischen Bronchitis ausdrücklich die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und als weiteres Antibiotikum beispielhaft ein Cephalosporin [2].

Wurde eine Behandlung mit Moxifloxacin als Infusion begonnen und hat sich der Zustand gebessert, können die Filmtabletten die Behandlung einer außerhalb des Krankenhauses erworbenen Lungenentzündung oder einer Haut- und Weichgewebeinfektion abschließen. Zum Beginn der Behandlung einer Haut- und Weichgewebeinfektion oder einer schweren Lungenentzündung sollten die Filmtabletten nicht angewendet werden [1, 2].

Ein Rote-Hand-Brief der Zulassungsinhaber vom 7. Juni 2023, abgestimmt mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), erinnert an die Anwendungsbeschränkungen für systemisch und inhalativ angewendete Fluorchinolone, zu denen Moxifloxacin gehört. Sie sollten nicht verschrieben werden für Menschen, die zuvor schwerwiegende Nebenwirkungen mit einem Chinolon- oder Fluorchinolon-Antibiotikum hatten, bei nicht schweren oder von selbst abklingenden Infektionen (z. B. Rachen- und Mandelentzündung oder akuter Bronchitis), bei nichtbakteriellen Infektionen und zur Vorbeugung von Reisedurchfall oder wiederkehrenden Infektionen der unteren Harnwege. Bei leichten bis mittelschweren Infektionen wie einer akuten Verschlechterung einer chronischen Bronchitis oder COPD oder einer akuten bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündung sollten sie nur verschrieben werden, wenn andere dafür üblicherweise empfohlene Antibiotika als ungeeignet gelten [4]. Was Rote-Hand-Briefe sind, erklärt der Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.

Wie wirkt Moxifloxacin?

Moxifloxacin tötet bakterielle Krankheitserreger ab [1]. Es hemmt zwei Enzyme der Bakterien, die DNS-Gyrase und die Topoisomerase IV. Beide brauchen Bakterien, um ihr Erbgut zu vervielfältigen, abzulesen und zu reparieren. Laut Fachinformation tötet Moxifloxacin die Erreger konzentrationsabhängig ab [2].

Nach der Einnahme wird Moxifloxacin schnell und nahezu vollständig aufgenommen; die absolute Bioverfügbarkeit beträgt ca. 91 %. Die höchste Konzentration im Blut ist 0,5 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht, die mittlere Halbwertszeit liegt bei ca. 12 Stunden [2]. Bei Probanden veränderte sich unter Moxifloxacin die Zusammensetzung der Darmbakterien; innerhalb von 2 Wochen wurden wieder Normalwerte erreicht [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; einzelne Ergänzungen aus der Fachinformation desselben Stands sind gekennzeichnet. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Bei der Behandlung mit anderen Chinolonen wurden sehr selten weitere Nebenwirkungen beobachtet, die möglicherweise auch unter Moxifloxacin auftreten können: erhöhter Druck im Schädel mit Kopfschmerzen und Sehstörungen wie verschwommenem Sehen, blinden Flecken, Doppeltsehen oder Sehverlust, erhöhte Natrium- und Kalziumspiegel und eine bestimmte Form der Blutarmut (hämolytische Anämie) [1]. Zusätzlich beschreibt die Packungsbeilage sehr seltene Fälle von lang anhaltenden, über Monate oder Jahre andauernden oder dauerhaften Nebenwirkungen unter Chinolon- und Fluorchinolon-Antibiotika, in einigen Fällen unabhängig von bestehenden Risikofaktoren: Sehnenentzündungen und -risse, Gelenk- und Gliederschmerzen, Schwierigkeiten beim Gehen, Kribbeln, Brennen, Taubheit oder Schmerzen (Neuropathie), Ermüdung, eingeschränktes Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen, Auswirkungen auf die Psyche wie Schlafstörungen, Angstzustände, Panikattacken, Depression und Selbstmordgedanken sowie Beeinträchtigungen von Hören, Sehen, Schmecken und Riechen. Außerdem wurden bei Menschen, die Fluorchinolone einnahmen, Fälle von Erweiterung und Schwächung oder Einrissen der Wand der Hauptschlagader (Aortenaneurysma, Dissektion) berichtet, die reißen und tödlich sein können, sowie Fälle undichter Herzklappen [1]. Mehr dazu auf den Seiten QT-Verlängerung, Sehnenschäden und Nervenschäden durch Medikamente.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVerminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Leukozyten, Neutrophile), Verminderung oder Vermehrung von Blutplättchen, Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophile), erniedrigte Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Blut und LymphsystemVerminderte Blutgerinnung (verlängerte Prothrombinzeit, INR-Anstieg)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutfettspiegel (Hyperlipidämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
  • PsycheAngstzustände, psychomotorische Überaktivität und Unruhe (Agitiertheit)[1, 2]Mehr dazu: AngstUnruhe und Nervosität
  • NervensystemHautkribbeln, veränderte Schmerzempfindlichkeit (Par- und Dysästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemGeschmacksstörungen, in seltenen Fällen bis zum Geschmacksverlust[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
  • NervensystemVerwirrtheit und Desorientiertheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
  • NervensystemSchlafstörungen (überwiegend Schlaflosigkeit)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
  • NervensystemZittern, Schwindel, Schläfrigkeit[1, 2]Mehr dazu: ZitternSchwindelMüdigkeit
  • AugenSehstörungen einschließlich Doppeltsehen und verschwommenem Sehen, insbesondere im Verlauf von Reaktionen des zentralen Nervensystems[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzVeränderung des Herzrhythmus im EKG (QT-Verlängerung)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • HerzHerzklopfen (Palpitationen), unregelmäßiger und schneller Herzschlag (laut Fachinformation Tachykardie, Vorhofflimmern), schwere Herzrhythmusstörungen[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
  • HerzBrustenge (Angina pectoris)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufErweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation)[1, 2]
  • AtemwegeAtemnot einschließlich asthmatischer Zustände (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmVerminderter Appetit und verminderte Nahrungsaufnahme[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
  • Magen und DarmMagenbeschwerden (Magenverstimmung, Sodbrennen), Verstopfung, Blähungen, Magenschleimhautentzündung (Gastritis)[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und VerdauungsbeschwerdenVerstopfungBlähungen
  • Magen und DarmAnstieg eines Verdauungsenzyms im Blut (Amylase)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
  • Leber und GalleLeberfunktionsstörung (einschließlich Anstieg des Leberenzyms LDH), Anstieg von Gamma-GT, alkalischer Phosphatase und Bilirubin im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautHautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Hauttrockenheit[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreizNesselsucht
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen, Muskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzen
  • Nieren und HarnwegeAustrocknung (Dehydration)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenAllgemeines Unwohlsein (überwiegend Schwächegefühl oder Müdigkeit), Schmerzzustände (insbesondere in Rücken, Brust, Becken und in den Gliedmaßen), Schwitzen[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)MüdigkeitRückenschmerzenVermehrtes Schwitzen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemSchwere, plötzliche allergische Reaktionen (Anaphylaxie) mit z. B. Atemnot, Blutdruckabfall oder Pulsjagen, einschließlich eines sehr seltenen lebensbedrohlichen Schocks[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnotNiedriger BlutdruckHerzrasen
  • ImmunsystemSchwellungen als Folge einer allergischen Reaktion, auch des Kehlkopfes, möglicherweise lebensbedrohlich (allergisches Ödem, Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische Reaktionen
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutzucker (Hyperglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Harnsäurespiegel im Blut[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
  • PsycheDepressionen (sehr selten bis zur Selbstgefährdung wie Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuchen), Gemütsschwankungen (emotionale Labilität)[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
  • PsycheHalluzinationen; laut Fachinformation auch Delirium[1, 2]Mehr dazu: Psychose und HalluzinationenVerwirrtheit
  • NervensystemKrampfanfälle, laut Fachinformation einschließlich Grand-mal-Anfällen[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemSchmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheits- oder Schwächegefühl in den Gliedmaßen (periphere Neuropathie und Polyneuropathie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlSchwäche (Asthenie)
  • NervensystemBeeinträchtigung des Schmerz-, Temperatur- und Berührungsempfindens über die Haut (Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemGeruchsstörungen bis zum Geruchsverlust[1, 2]
  • NervensystemAnormale Träume[1, 2]Mehr dazu: Albträume
  • NervensystemKoordinationsstörungen, einschließlich Gangunsicherheit, insbesondere durch Benommenheit oder Schwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • NervensystemGestörte Aufmerksamkeit, Sprachstörungen, teilweiser oder vollständiger Gedächtnisschwund (Amnesie)[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • AugenAugenbeschwerden oder -schmerzen, insbesondere durch Lichteinwirkung (Photophobie)[1, 2]
  • Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus), Beeinträchtigung des Hörvermögens einschließlich Taubheit (üblicherweise reversibel)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • HerzAnormal schneller Herzrhythmus (ventrikuläre Tachyarrhythmien)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
  • HerzOhnmachtsanfall (Synkope, plötzliche und kurzfristige Bewusstlosigkeit)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufBluthochdruck, niedriger Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegNiedriger Blutdruck
  • Magen und DarmSchluckbeschwerden (Dysphagie), Mundschleimhautentzündung (Stomatitis)[1, 2]
  • Magen und DarmSehr schwerer Durchfall mit Blut und/oder Schleim (antibiotikabedingte Kolitis einschließlich pseudomembranöser Kolitis), in sehr seltenen Fällen mit lebensbedrohlichen Komplikationen[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
  • Leber und GalleGelbsucht (Gelbfärbung der Haut oder der weißen Augenhaut), Leberentzündung (Hepatitis, überwiegend cholestatisch)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzen und Schwellung der Sehnen (Tendinitis)[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelzucken, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
  • Nieren und HarnwegeNierenfunktionsstörungen (einschließlich Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut), Nierenversagen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenAnschwellen von Händen, Füßen, Knöcheln, Lippen, Mund und Hals (Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemErhebliche Abnahme bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), Abfall der roten und weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen (Panzytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte Infektanfälligkeit
  • Blut und LymphsystemErhöhte Blutgerinnung (Anstieg des Prothrombinspiegels, INR-Abfall)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
  • HormonsystemSyndrom mit beeinträchtigter Wasserausscheidung und niedrigem Natriumspiegel im Blut (SIADH)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
  • Stoffwechsel und ErnährungAbfall des Blutzuckers (Hypoglykämie), Bewusstseinsverlust durch einen starken Abfall des Blutzuckers (hypoglykämisches Koma)[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
  • PsychePsychotische Reaktionen, möglicherweise bis zur Selbstgefährdung wie Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuchen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
  • PsycheStörung des Ich-Erlebens (Depersonalisation)[1, 2]
  • NervensystemBerührungsempfindlichkeit (Hyperästhesie)[1, 2]
  • AugenVorübergehender Verlust des Sehvermögens, insbesondere im Verlauf von Reaktionen des zentralen Nervensystems; laut Fachinformation auch Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis) und beidseitige akute Transillumination der Iris[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzAnormaler Herzrhythmus (unspezifische Arrhythmien), lebensbedrohlicher unregelmäßiger Herzschlag (Torsade de pointes), Herzstillstand[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufEntzündung der Blutgefäße (Vaskulitis); Anzeichen können rote Flecken auf der Haut, üblicherweise an den Unterschenkeln, oder Gelenkschmerzen sein[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
  • Leber und GalleSchnell verlaufende, schwere Leberentzündung (fulminante Hepatitis), möglicherweise bis zum lebensbedrohlichen Leberversagen, auch mit Todesfällen; Anzeichen sind plötzliches Unwohlsein, Gelbfärbung der Augen, dunkler Urin, Juckreiz, erhöhte Blutungsneigung, Verwirrtheit oder gestörte Wachsamkeit[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautSchwere Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse): rötliche, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Hautablösung, Geschwüre in Mund, Rachen, Nase, Genitalbereich und an den Augen; vorher können Fieber und grippeähnliche Beschwerden auftreten; möglicherweise lebensbedrohlich[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSehnenriss[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkentzündung (Arthritis), gesteigerte Muskelspannung[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeVerschlimmerung der Symptome einer Myasthenia gravis[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HautRoter, schuppiger, großflächiger Ausschlag mit Erhebungen unter der Haut und Blasen, begleitet von Fieber, zu Beginn der Behandlung (akute generalisierte exanthematische Pustulose, AGEP)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • HautGroßflächiger Ausschlag, hohe Körpertemperatur, erhöhte Leberenzymwerte, Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), vergrößerte Lymphknoten und Beteiligung anderer Organe (DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • HautHöhere Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht oder UV-Bestrahlung (photosensitive Reaktionen)[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
  • HautScharf abgegrenzte, rötliche Flecken mit oder ohne Blasen, die sich innerhalb von Stunden nach der Einnahme bilden, mit verbleibender dunklerer Färbung abheilen und bei erneuter Anwendung in der Regel an derselben Stelle wiederkommen (fixes Arzneimittelexanthem)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagPigmentstörungen der Haut
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschmerzen, besonders zusammen mit Unwohlsein, Fieber oder dunklem Urin, als mögliche Zeichen eines krankhaften Muskelzerfalls (Rhabdomyolyse), der lebensbedrohlich sein und zu Nierenproblemen führen kann[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
  • HerzBrustschmerzen als mögliches Zeichen einer schweren allergischen Reaktion (Kounis-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Eine schwere, plötzliche allergische Reaktion kann in seltenen Fällen schon bei der ersten Anwendung auftreten [1]. Psychische Probleme sind auch möglich, wenn Sie Chinolon-Antibiotika zum ersten Mal anwenden [1]. Haben Sie unter einem Chinolon oder Fluorchinolon schon einmal eine schwerwiegende Nebenwirkung gehabt, sollten Sie Moxifloxacin nicht anwenden und sich so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Vierzigern ruht in einem hellen Wohnzimmer im Sessel, die Füße auf einem Hocker, daneben ein Glas Wasser auf dem Beistelltisch
Bild: KI-generiert

Magen und Darm: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1]. Sie können die Tablette unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen; schlucken Sie sie unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, das überdeckt den bitteren Geschmack [1]. Bei schweren oder anhaltenden Durchfällen oder Blut oder Schleim im Stuhl setzen Sie Moxifloxacin sofort ab und suchen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf; nehmen Sie dann keine Mittel, die die Darmbewegung verlangsamen oder hemmen [1]. Hintergründe stehen auf der Seite Durchfall durch Medikamente.

Benommenheit und Kopfschmerzen: Beide sind häufig [1]. Fühlen Sie sich benommen, verlieren Sie vorübergehend das Sehvermögen oder werden Sie kurz bewusstlos, nehmen Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teil und bedienen Sie keine Maschinen [1].

Herz: Achten Sie auf Herzklopfen oder einen unregelmäßigen Herzschlag und informieren Sie dann sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Das Risiko für Herzprobleme kann mit der Dosis steigen; halten Sie deshalb die empfohlene Dosis ein [1].

Haut, Nieren und Blutzucker: Meiden Sie während der Behandlung Höhensonne und Solarium und setzen Sie sich nicht übermäßigem oder starkem Sonnenlicht aus [1]. Ältere Menschen mit Nierenfunktionsstörungen sollten ausreichend trinken, weil Austrocknung das Risiko für ein Nierenversagen erhöht [1]. Haben Sie Diabetes, sollte Ihr Blutzucker sorgfältig überwacht werden [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Zusammen mit anderen Mitteln, die auf das Herz wirken, steigt das Risiko, dass sich der Herzrhythmus verändert; bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Antipsychotika, trizyklische Antidepressiva, einige Antiinfektiva und Antiallergika dürfen Sie deshalb nicht zusammen mit Moxifloxacin einnehmen [1, 2]. Auch Mittel, die den Kaliumspiegel senken oder den Herzschlag verlangsamen, können das Risiko für schwerwiegende Herzrhythmusstörungen erhöhen [1]. Magnesium- oder aluminiumhaltige Mittel gegen Übersäuerung des Magens, Eisen- oder Zinkpräparate, Didanosin und Sucralfat können die Wirkung vermindern; halten Sie 6 Stunden Abstand [1]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Moxifloxacin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Arzneimittel, die auf den Herzrhythmus wirken: Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Antipsychotika (z. B. Phenothiazine, Pimozid, Sertindol, Haloperidol, Sultoprid), trizyklische Antidepressiva, bestimmte Antiinfektiva (Saquinavir, Sparfloxacin, Erythromycin als Infusion, Pentamidin, Malariamittel, vor allem Halofantrin), bestimmte Antiallergika (Terfenadin, Astemizol, Mizolastin), Cisaprid, Vincamin als Infusion, Bepridil, DiphemanilHöheres Risiko für Veränderungen des Herzrhythmus; laut Fachinformation für Herzrhythmusstörungen einschließlich Torsade de pointes[1, 2]Nicht zusammen einnehmen
Arzneimittel, die den Kaliumspiegel senken können (z. B. einige Entwässerungsmittel, Abführmittel und Darmspülungen bei häufiger Anwendung, Kortikosteroide, Amphotericin B) oder den Herzschlag verlangsamenHöheres Risiko für schwerwiegende Herzrhythmusstörungen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Magnesium oder Aluminium enthaltende Mittel gegen Übersäuerung des Magens (Antazida), Eisen- oder Zinkpräparate, Didanosin, SucralfatWirkung von Moxifloxacin kann vermindert sein[1, 2]Moxifloxacin 6 Stunden vor oder nach diesen Mitteln einnehmen
AktivkohleWirkung von Moxifloxacin wird vermindert; laut Fachinformation sinkt die Menge im Körper um mehr als 80 %[1, 2]Gleichzeitige Gabe nicht empfohlen
Blutgerinnungshemmende Mittel (z. B. Warfarin)Laut Fachinformation wurde unter Antibiotika, vor allem unter Fluorchinolonen, Makroliden, Tetrazyklinen, Cotrimoxazol und einigen Cephalosporinen, in vielen Fällen eine gesteigerte Wirkung von Gerinnungshemmern berichtet[1, 2]Blutgerinnungswerte gegebenenfalls kontrollieren lassen
Kortison (systemische Kortikosteroide)Höheres Risiko für Sehnenentzündung und Sehnenriss sowie für ein Aortenaneurysma oder eine Aortendissektion[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation sollte die gleichzeitige Anwendung vermieden werden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Moxifloxacin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der Punkte unten auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Laut Fachinformation sollte der Nutzen einer Behandlung vor allem bei leichten Infektionen gegen die möglichen Risiken abgewogen werden [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Moxifloxacin, andere Chinolon-Antibiotika oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
  • Alter unter 18 Jahren[1, 2]
  • Frühere Sehnenerkrankungen oder Sehnenschäden im Zusammenhang mit einer Behandlung mit Chinolon-Antibiotika[1, 2]
  • Angeborene oder erworbene anormale Herzrhythmen (Verlängerung des QT-Intervalls im EKG), gestörter Salzhaushalt im Blut (vor allem niedriger Kalium- oder Magnesiumspiegel), sehr langsamer Herzschlag (Bradykardie), Herzschwäche (laut Fachinformation klinisch relevante Herzinsuffizienz mit verminderter Auswurfleistung) oder frühere anormale Herzrhythmen[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel, die zu anormalen EKG-Veränderungen führen (siehe Wechselwirkungen)[1, 2]
  • Schwere Lebererkrankung (laut Fachinformation Child-Pugh C) oder Anstieg der Leberenzyme (Transaminasen) auf mehr als das 5-Fache des oberen Normwertes[1, 2]
  • Frühere schwerwiegende Nebenwirkung unter einem Chinolon oder Fluorchinolon: Moxifloxacin sollte dann nicht angewendet werden; wenden Sie sich so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Frauen und ältere Menschen: Moxifloxacin kann die Weiterleitung elektrischer Signale im Herzen verzögern (QT-Verlängerung); Arzneimittel, die den Kaliumspiegel senken, vorher ärztlich besprechen. Das Risiko für Herzprobleme kann mit der Dosis steigen, die empfohlene Dosis einhalten[1, 2]
  • Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen[1, 2]
  • Psychische Probleme, früher oder jetzt[1, 2]
  • Myasthenia gravis: Die Beschwerden können sich verschlimmern[1, 2]
  • Diagnostizierte Erweiterung oder Ausbuchtung eines großen Blutgefäßes (Aortenaneurysma oder peripheres Aneurysma), frühere Aortendissektion (Riss in der Wand der Hauptschlagader) oder undichte Herzklappen; Aortenaneurysma, Aortendissektion oder angeborene Herzklappenfehler in der Familie; andere Risikofaktoren wie Marfan-Syndrom, vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom, Turner-Syndrom, Sjögren-Syndrom, Takayasu-Arteriitis, Riesenzellarteriitis, Behçet-Krankheit, Bluthochdruck, bekannte Atherosklerose, rheumatoide Arthritis oder Endokarditis[1, 2]
  • Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel bei Ihnen oder in der Familie: Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob Moxifloxacin geeignet ist[1, 2]
  • Diabetes: Der Blutzucker kann sich verändern und sollte sorgfältig überwacht werden[1, 2]
  • Alter über 60 Jahre, Organtransplantation, Nierenprobleme oder gleichzeitige Behandlung mit Kortison (Kortikosteroiden): höheres Risiko für Sehnenentzündungen und Sehnenrisse[1, 2]
  • Ältere Menschen mit Nierenfunktionsstörungen: ausreichend trinken, denn Austrocknung erhöht das Risiko für ein Nierenversagen[1, 2]
  • Früher schwerer Hautausschlag, Hautablösung, Blasenbildung oder Geschwüre im Mund nach Moxifloxacin; nach SJS, TEN, AGEP oder DRESS unter Moxifloxacin darf es laut Fachinformation zu keiner Zeit erneut angewendet werden[1, 2]
  • Infektionen des oberen weiblichen Genitaltrakts: bei komplizierten Formen, etwa mit Abszess, für die eine Infusion nötig ist, sind die Tabletten nicht angebracht; bei leichten bis mäßig schweren Formen kommt ein weiteres Antibiotikum hinzu; ohne Besserung nach 3 Tagen ärztlich vorstellen[1, 2]
  • Sonne und UV-Licht: Die Haut kann empfindlicher reagieren; während der Behandlung Höhensonne und Solarium meiden und sich nicht übermäßigem oder starkem Sonnenlicht aussetzen[1, 2]
  • Laboruntersuchungen auf Mykobakterien (z. B. Tuberkulose): Moxifloxacin kann zu falsch negativen Kulturergebnissen führen[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2]. Tierstudien ergaben keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit [1, 2].

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft dürfen Sie Moxifloxacin nicht einnehmen. Laut Fachinformation liegen keine Erkenntnisse zur Anwendung in der Schwangerschaft vor; Tierstudien haben eine Schädigung der Fortpflanzung gezeigt. Grund für das Verbot sind das aus Tierstudien bekannte Risiko von Fluorchinolonen für Knorpelschäden gewichtstragender Gelenke bei jungen Tieren und rückbildungsfähige Gelenkschäden, die bei Kindern unter einigen Fluorchinolonen beschrieben wurden.[1, 2]

Embryotox bezeichnet Moxifloxacin als Reservemittel in der Schwangerschaft, das nur nach Prüfung besser geeigneter Alternativen eingesetzt werden sollte; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Penicilline, Cephalosporine und gegebenenfalls Makrolide. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für mehr als 150 im ersten Schwangerschaftsdrittel systemisch behandelte Schwangere liegen Veröffentlichungen vor; eine Studie mit etwa 100 Schwangeren beobachtete ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ohne statistische Signifikanz und ohne erkennbares Muster, eine abschließende Bewertung ist laut Embryotox nicht möglich. Augentropfen hält Embryotox für akzeptabel; nach systemischer Anwendung im ersten Drittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit dürfen Sie Moxifloxacin nicht einnehmen. Laut Fachinformation liegen keine Daten bei stillenden Frauen vor; präklinische Daten weisen darauf hin, dass geringe Mengen in die Milch übergehen.[1, 2]

Laut Embryotox gibt es keine veröffentlichten Erfahrungen zum Stillen unter Moxifloxacin. Penicilline, Cephalosporine und Makrolide sind laut Embryotox zu bevorzugen; wegen fehlender Daten sollte Moxifloxacin in der Stillzeit nur verwendet werden, wenn keine besser untersuchten Alternativen infrage kommen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine örtliche Anwendung schränkt das Stillen nicht ein.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Fühlen Sie sich nach der Einnahme benommen, verlieren Sie vorübergehend das Sehvermögen oder werden Sie kurz bewusstlos, nehmen Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teil und bedienen Sie keine Maschinen. Laut Fachinformation sollten Sie Ihre Reaktion auf Moxifloxacin beobachten, bevor Sie fahren.[1, 2]

Einnahme

Filmtablette unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit schlucken, so wird der bittere Geschmack überdeckt, unabhängig von den Mahlzeiten und möglichst jeweils etwa zur gleichen Tageszeit. Nahrungsmittel einschließlich Milchprodukten beeinflussen die Wirkung nicht.[1, 2]

Einnahme vergessen: die Tablette nachholen, sobald Sie am selben Tag daran denken. Haben Sie an einem Tag keine Tablette eingenommen, nehmen Sie am nächsten Tag Ihre normale Dosis; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Behandlung nicht vorzeitig, auch wenn Sie sich nach ein paar Tagen besser fühlen: Die Infektion ist womöglich noch nicht ausgeheilt und kann wieder aufflammen, Ihr Zustand kann sich verschlechtern und eine Resistenz der Bakterien kann gefördert werden. Wollen Sie die Behandlung vorzeitig beenden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Überdosierung

Haben Sie an einem Tag mehr als eine Tablette eingenommen, nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke auf und nehmen Sie möglichst die restlichen Tabletten, die Packung oder die Packungsbeilage mit. Laut Fachinformation wird symptomatisch behandelt und wegen einer möglichen QT-Verlängerung das EKG überwacht; die frühe Gabe von Aktivkohle kann sinnvoll sein, um zu hohe Blutspiegel zu verhindern.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt eine einheitliche Dosis für Erwachsene und die empfohlene Behandlungsdauer je Anwendungsgebiet; die Fachinformation ergänzt Angaben zur Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt legt fest, wie lange Sie Moxifloxacin einnehmen [1].

Einnahme und Absetzen

Schlucken Sie die Filmtablette unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, unabhängig von den Mahlzeiten und möglichst jeweils etwa zur gleichen Tageszeit [1]. Haben Sie die Einnahme vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie am selben Tag daran denken; ist ein ganzer Tag ausgefallen, nehmen Sie am nächsten Tag Ihre normale Dosis und nicht die doppelte Menge [1].

Beenden Sie die Behandlung nicht vorzeitig, auch wenn Sie sich nach ein paar Tagen besser fühlen: Die Infektion kann wieder aufflammen und Resistenzen können gefördert werden [1]. Haben Sie an einem Tag mehr als eine Tablette eingenommen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke und nehmen die Packung mit [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Mehr zum Umgang mit Antibiotika im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.

Präparate mit Moxifloxacin

Moxifloxacin gibt es als Filmtabletten, als Infusion und als Augentropfen [1, 3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Moxifloxacin-ratiopharm 400 mg Filmtabletten; Referenzpräparat für den Vergleich der Bioverfügbarkeit war laut Fachinformation Avalox 400 mg Filmtabletten [1, 2]. Augentropfen haben eigene Packungsbeilagen; die Angaben hier gelten für die Filmtabletten. Zu den Fluorchinolonen gehören laut Rote-Hand-Brief auch Levofloxacin und Ciprofloxacin [4].

Präparate mit Moxifloxacin
PräparatAnbieterHinweis
Moxifloxacin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 400 mg; Grundlage dieser Seite
Moxifloxacin AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 400 mg
Moxifloxacin STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig
Avaloxverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 400 mg
VigamoxNovartis Pharma GmbHAugentropfen mit eigener Packungsbeilage

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Moxifloxacin-ratiopharm 400 mg Filmtabletten (PDF-Version 8). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Moxifloxacin-ratiopharm 400 mg Filmtabletten (Version 15). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Moxifloxacin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete fluorchinolonhaltige Antibiotika, Erinnerung an die Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber fluorchinolonhaltiger Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 07.06.2023. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Warum wird Moxifloxacin nur eingeschränkt eingesetzt?

Laut Fachinformation sollte Moxifloxacin nur angewendet werden, wenn andere Antibiotika, die für diese Infektionen üblicherweise empfohlen werden, ungeeignet sind oder versagt haben. Fluorchinolone wurden mit sehr seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, die über Monate oder Jahre anhalten oder bleiben können, etwa an Sehnen, Muskeln, Gelenken, Nerven, Psyche und Sinnesorganen. Ein Rote-Hand-Brief vom 7. Juni 2023 erinnert daran, Fluorchinolone nicht bei nicht schweren oder von selbst abklingenden Infektionen zu verschreiben.

Kann Moxifloxacin dem Herzen schaden?

Moxifloxacin kann die Weiterleitung elektrischer Signale im Herzen verzögern; das zeigt sich im EKG als verlängertes QT-Intervall, besonders bei Frauen und älteren Menschen. Bei niedrigem Kaliumspiegel ist diese Veränderung häufig, sonst gelegentlich. Sehr selten kommt es zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder einem Herzstillstand. Menschen mit bestimmten Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder gestörtem Salzhaushalt dürfen Moxifloxacin nicht einnehmen. Bei Herzklopfen oder unregelmäßigem Herzschlag informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Moxifloxacin mit Milch oder zum Essen nehmen?

Ja. Laut Packungsbeilage beeinflussen Nahrungsmittel einschließlich Milchprodukten die Wirkung von Moxifloxacin nicht; Sie können die Tablette unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Anders ist es bei magnesium- oder aluminiumhaltigen Mitteln gegen Übersäuerung des Magens, Eisen- oder Zinkpräparaten, Didanosin und Sucralfat: Hier sollten 6 Stunden Abstand liegen.

Was tun bei Schmerzen an der Achillessehne?

Beim ersten Anzeichen von Schmerz oder Entzündung einer Sehne beenden Sie die Einnahme, wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und stellen den schmerzenden Bereich ruhig. Vermeiden Sie unnötige Bewegung, weil sie das Risiko eines Sehnenrisses erhöhen kann. Sehnenentzündungen und -risse können schon in den ersten 48 Stunden und noch Monate nach dem Absetzen auftreten. Das Risiko ist höher bei Menschen über 60 Jahre, nach einer Organtransplantation, bei Nierenproblemen und bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortison.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Moxifloxacin einnehme?

Packungsbeilage und Fachinformation von Moxifloxacin-ratiopharm enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Moxifloxacin selbst kann Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen und kurze Bewusstlosigkeit verursachen. Ob Alkohol während Ihrer Behandlung infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Darf ich Moxifloxacin in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?

Nein, in Schwangerschaft und Stillzeit dürfen Sie Moxifloxacin laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Embryotox bezeichnet Moxifloxacin als Reservemittel in der Schwangerschaft und nennt Penicilline, Cephalosporine und gegebenenfalls Makrolide als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für die Stillzeit liegen laut Embryotox keine veröffentlichten Erfahrungen vor. Wurde es dennoch angewendet, besprechen Sie das ebenfalls mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Moxifloxacin?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Empfohlene Dosis und Behandlungsdauer sollten nicht überschritten werden, weil das Risiko für Herzprobleme mit der Dosis steigen kann. Die Angaben aus Packungsbeilage und Fachinformation finden Sie weiter oben im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation".

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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