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Prothipendyl: Nebenwirkungen und Wirkung

Prothipendyl ist ein verschreibungspflichtiges, schwach wirkendes Neuroleptikum zur Behandlung von Unruhe- und Erregungszuständen bei psychiatrischen Erkrankungen. Es kann den Blutdruck senken; besonders zu Beginn können Schwindel beim Aufstehen und ein beschleunigter Herzschlag auftreten. Packungsbeilage und Fachinformation nennen für die meisten Nebenwirkungen keine Häufigkeit; bei Schwellungen und Schmerzen in den Beinen, Brustschmerzen oder Atemnot holen Sie unverzüglich ärztlichen Rat ein.

Mann in den Fünfzigern sitzt ruhig an einem Holztisch in einem hellen, aufgeräumten Raum, vor ihm eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Wofür wird Prothipendyl eingesetzt?

Prothipendyl ist ein Neuroleptikum aus der Gruppe der Antipsychotika [1, 2]. Es wird zur Behandlung von Unruhe- und Erregungszuständen bei psychiatrischen Erkrankungen angewendet; die Fachinformation spricht von der Dämpfung psychomotorischer Unruhe- und Erregungszustände im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen [1, 2]. Zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen, ist Prothipendyl nicht zugelassen [2].

Prothipendyl ist verschreibungspflichtig. Die Fachinformation nennt überzogene Tabletten mit 40 mg, Filmtabletten mit 80 mg Prothipendylhydrochlorid und Tropfen zum Einnehmen [2].

Wie wirkt Prothipendyl?

Laut Fachinformation gehört Prothipendyl zu den schwach wirkenden Neuroleptika. Es bindet vor allem an den Dopamin-Rezeptor D2, daneben an den Dopamin-Rezeptor D1 und an den Serotonin-Rezeptor 5-HT2a; an den Benzodiazepin-Rezeptor bindet es nicht [2]. Außerdem hat es beruhigende (sedierende), antihistaminerge und antiemetische, also gegen Übelkeit und Erbrechen gerichtete Eigenschaften [2].

Prothipendyl hat laut Fachinformation eine blutdrucksenkende Wirkung [2]. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt 2 bis 3 Stunden; eine Anreicherung im Körper ist auch nach mehrfacher Einnahme nicht zu erwarten. Wo und wie Prothipendyl im Körper abgebaut wird, ist laut Fachinformation nicht bekannt [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Packungsbeilage und Fachinformation von Prothipendyl geben für die meisten Nebenwirkungen keine Häufigkeit an. Ausdrücklich mit der Häufigkeit "nicht bekannt" (aus den verfügbaren Daten nicht abschätzbar) nennen sie nur Blutgerinnsel in den Venen und ein Entzugssyndrom beim Neugeborenen; nur diese beiden stehen in der Liste unten [1, 2]. Alle übrigen Nebenwirkungen beschreiben die Quellen ohne Häufigkeit; sie folgen hier im Text. Wie Sie Häufigkeitsangaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Kreislauf und Herz: Prothipendyl kann den Blutdruck senken. Besonders zu Beginn der Behandlung können Kreislaufstörungen beim Aufstehen auftreten, mit Schwindelgefühl, Schwarzwerden vor den Augen beim plötzlichen Aufstehen, Herzklopfen und beschleunigtem Herzschlag, nach höheren Dosen unter Umständen bis hin zum Kreislaufkollaps [1, 2]. Wegen möglicher Herzrhythmusstörungen ist bei bestimmten Herzerkrankungen besondere Vorsicht nötig [1]; laut Fachinformation hat Prothipendyl nach Laboruntersuchungen das Potenzial, bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen der Herzkammern (Torsade de Pointes) auszulösen [2]. Mehr dazu unter niedriger Blutdruck und QT-Verlängerung.

Bewegungsstörungen und Krampfanfälle: Wie andere Neuroleptika kann Prothipendyl, insbesondere nach hoch dosierter und längerer Behandlung, unter Umständen sogenannte extrapyramidale Erscheinungen hervorrufen: Bewegungsstörungen, Verkrampfung der Schlundmuskulatur, Zittern, Steifigkeit und Bewegungsarmut (Parkinsonoid). Auch Krampfanfälle sind möglich [1, 2]. Laut Fachinformation ist mit solchen Bewegungsstörungen erst nach längerer Anwendung sehr hoher Dosen zu rechnen, und selbst dann sind sie selten [2]. Mehr unter Parkinson-Symptome.

Weitere Nebenwirkungen: Bei Langzeitbehandlung kann es zu leichten Gewichtszunahmen kommen; außerdem wurde über Mundtrockenheit berichtet. Vereinzelt können eine schmerzhafte Dauererektion des Penis (Priapismus) und eine Lichtüberempfindlichkeit (Photosensibilisierung) auftreten [1, 2]. Der Farbstoff Gelborange S in Dominal forte 80 mg kann allergische Reaktionen hervorrufen [1, 2]. Mehr unter Gewichtszunahme, Mundtrockenheit und Thromboserisiko.

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können; laut Fachinformation Thromboembolien einschließlich Lungenembolie und tiefer Venenthrombose[1, 2]Mehr dazu: BlutgerinnselAtemnot
  • SchwangerschaftEntzugssyndrom beim Neugeborenen nach Einnahme in der Schwangerschaft (Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen)[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei anderen unerwünschten Wirkungen sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt über die weitere Behandlung [1]. Laut Fachinformation sollten vor und während der Behandlung alle möglichen Risikofaktoren für Blutgerinnsel erkannt und Vorbeugemaßnahmen ergriffen werden [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Sechzigern mit hellem Haar im ruhigen Gespräch mit einer Pflegerin in einem hellen Aufenthaltsraum
Bild: KI-generiert

Schwindel beim Aufstehen: Kreislaufstörungen beim plötzlichen Aufstehen können besonders zu Beginn der Behandlung auftreten [1]. Haben Sie niedrigen Blutdruck, eine Herzschwäche oder neigen Sie zu einem Blutdruckabfall beim plötzlichen Aufstehen, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Das Risiko für ein verändertes Reaktionsvermögen ist zu Beginn der Behandlung, bei einer Dosiserhöhung und zusammen mit Alkohol oder anderen auf das Nervensystem wirkenden Mitteln besonders hoch; arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt [1].

Beschwerden besprechen: Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Setzen Sie Prothipendyl nicht eigenmächtig ab; eine Unterbrechung sollte nur auf ärztliche Anweisung erfolgen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Zusammen mit Alkohol, zentraldämpfenden oder blutdrucksenkenden Mitteln verstärken sich die Wirkungen gegenseitig [1, 2]. Arzneimittel, die das QT-Intervall im EKG verändern oder den Kaliumspiegel senken, sollten nicht gleichzeitig angewendet werden [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Prothipendyl
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Alkohol, zentraldämpfende Mittel und blutdrucksenkende MittelGegenseitige Wirkungsverstärkung[1, 2]Ärztlich besprechen; auf Alkohol verzichten
Levodopa (Parkinson-Mittel)Die Wirkung von Levodopa kann vermindert werden[1, 2]Ärztlich besprechen
ReserpinDie Giftigkeit von Reserpin kann verstärkt werden[1, 2]Ärztlich besprechen
Adrenalin und PhenylephrinIhre gefäßverengenden Effekte können aufgehoben werden[1, 2]Ärztlich besprechen
LithiumTheoretisch nervenschädigende Wirkung bei der Kombination mit Neuroleptika; konkrete Erfahrungen mit Prothipendyl liegen nicht vor[1, 2]Ärztlich besprechen
Dopamin, Bromocriptin und weitere DopaminagonistenTheoretisch Wechselwirkungen wegen der Konkurrenz am Wirkort; konkrete Erfahrungen mit Prothipendyl liegen nicht vor[1, 2]Ärztlich besprechen
Arzneimittel, die das QT-Intervall im EKG verändern, z. B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika Klasse IA oder III), einige Antibiotika wie Erythromycin, Malaria-Mittel, einige Mittel gegen Allergien, Antidepressiva und Neuroleptika; Mittel, die den Kaliumspiegel senken, z. B. bestimmte harntreibende MittelRisiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2]Gleichzeitige Anwendung vermeiden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Prothipendyl nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1]. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten nur mit Prothipendyl behandelt werden, wenn eine Behandlung unbedingt erforderlich ist [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Prothipendylhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile, bei Dominal forte 80 mg auch gegen den Farbstoff Gelborange S[1, 2]
  • Akute Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka, da deren Wirkung verstärkt werden kann[1, 2]
  • Zustände mit tiefer Bewusstlosigkeit (komatöse Zustände)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Niedriger Blutdruck, Herzschwäche oder Neigung zu plötzlichem Blutdruckabfall beim Lagewechsel, etwa beim plötzlichen Aufstehen: laut Fachinformation nur mit besonderer Vorsicht[1, 2]
  • Lungenfunktionsstörungen wie Lungenemphysem, Cor pulmonale oder Asthma: Die Atmung kann sich weiter verschlechtern, laut Fachinformation mit Abfall der Sauerstoffsättigung; Anwendung nur nach strenger Abwägung und mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen[1, 2]
  • Verlangsamter Herzschlag, Kaliummangel, angeborenes langes QT-Syndrom oder andere bedeutsame Herzschäden (insbesondere Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungsstörungen, Herzrhythmusstörungen) sowie gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall im EKG verlängern oder einen Kaliummangel hervorrufen können: besondere Vorsicht wegen möglicher Herzrhythmusstörungen[1, 2]
  • Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen) bei Ihnen oder einem Verwandten: Derartige Arzneimittel werden mit Blutgerinnseln in Verbindung gebracht; laut Fachinformation sollten alle möglichen Risikofaktoren vor und während der Behandlung erkannt und Vorbeugemaßnahmen ergriffen werden[1, 2]
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko oder vorübergehende Verringerung der Blutversorgung des Gehirns: Laut Fachinformation wurde in Studien mit an Demenz erkrankten Menschen unter einigen atypischen Antipsychotika ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für Durchblutungsstörungen des Gehirns beobachtet; das kann für andere Antipsychotika und andere Patientengruppen nicht ausgeschlossen werden[1, 2]
  • Ältere Menschen mit Demenz: Unter Antipsychotika wurde ein geringer Anstieg der Todesfälle berichtet. Laut Fachinformation ist Prothipendyl nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen zugelassen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nur, wenn eine Behandlung mit Prothipendyl unbedingt erforderlich ist; laut Fachinformation liegen keine ausreichenden Studien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit vor[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose, Dominal 40 mg zusätzlich Saccharose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache ein. Laut Fachinformation sollten Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption die Tabletten nicht anwenden, bei Dominal 40 mg auch Menschen mit erblicher Fructose-Intoleranz oder Sucrase-Isomaltase-Insuffizienz[1, 2]
  • Der Farbstoff Gelborange S in Dominal forte 80 mg kann allergische Reaktionen hervorrufen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alkohol, Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Mehr zur Verkehrstüchtigkeit unter Arzneimitteln im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Schwangerschaft

Es liegen bisher keine Erfahrungen über die Wirkung auf das ungeborene Kind vor. Deshalb soll Prothipendyl in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nicht verordnet werden, in den folgenden sechs Monaten nur, wenn die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt es für unbedingt erforderlich hält, dann in der niedrigsten wirksamen Dosis. Möchten Sie schwanger werden oder vermuten Sie eine Schwangerschaft, teilen Sie das umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit; sie oder er entscheidet über eine Umstellung auf ein anderes Arzneimittel.[1, 2]

Bei Neugeborenen, deren Mütter Prothipendyl in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten einnahmen, können Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten. Laut Fachinformation wurde in Einzelfallberichten und einer kontrollierten Studie über Fehlbildungen unter Phenothiazinen berichtet; ein ursächlicher Zusammenhang ließ sich in größeren Studien nicht erhärten, und die Tierstudien zur Reproduktionstoxizität von Prothipendyl sind unzureichend.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Da nicht bekannt ist, ob Prothipendyl in die Muttermilch übergeht, wird die Anwendung in der Stillzeit nicht empfohlen. Hält Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sie für zwingend erforderlich, sollte gegebenenfalls abgestillt werden. Laut Fachinformation soll Prothipendyl in der Stillzeit nicht angewendet werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während einer medikamentösen Behandlung sollte generell auf alkoholische Getränke verzichtet werden. Alkohol und Prothipendyl verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung; bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Prothipendyl nicht eingenommen werden.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Prothipendyl kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Teilnahme am Straßenverkehr oder das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, besonders zu Beginn der Behandlung, bei einer Dosiserhöhung, zusammen mit anderen auf das Nervensystem wirkenden Mitteln oder mit Alkohol. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge, bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt.[1, 2]

Einnahme

Die Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Wie lange Sie Prothipendyl einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach der Schwere der Erkrankung und Ihrer Reaktion auf das Arzneimittel fest. Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Absetzen

Eine Unterbrechung der Einnahme sollte nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Laut Fachinformation sollte Prothipendyl nach längerer Anwendung nicht abrupt, sondern ausschleichend abgesetzt werden.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt verständigen. Mögliche Zeichen sind Blutdrucksenkung, beschleunigter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, erhöhte oder erniedrigte Körpertemperatur, Atemstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Sehstörungen (Verengung oder Erweiterung der Pupillen), Verstopfung und unter Umständen Bewusstlosigkeit. Ein spezielles Gegenmittel gibt es laut Fachinformation nicht.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Packungsbeilage und Fachinformation nennen eine allgemeine Dosierung für Erwachsene, die Fachinformation außerdem den Grundsatz, die Dosis so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Prothipendyl immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein: die Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit [1]. Wie lange Sie es einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach der Schwere Ihrer Erkrankung und Ihrer Reaktion auf das Arzneimittel fest [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Eine Unterbrechung der Einnahme sollte nur auf ärztliche Anweisung erfolgen [1]. Laut Fachinformation sollte Prothipendyl nach längerer Anwendung nicht abrupt, sondern ausschleichend abgesetzt werden [2]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Prothipendyl

Prothipendyl ist unter dem Namen Dominal als überzogene Tabletten mit 40 mg und als Filmtabletten mit 80 mg (Dominal forte) im Handel. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Dominal forte 80 mg und die gemeinsame Fachinformation der Dominal-Präparate [1, 2].

Präparate mit Prothipendyl
PräparatAnbieterHinweis
Dominal 40 mgTEVA GmbHüberzogene Tabletten mit 40 mg Prothipendylhydrochlorid; verschreibungspflichtig
Dominal forte 80 mgTEVA GmbHFilmtabletten mit 80 mg Prothipendylhydrochlorid; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dominal forte 80 mg Filmtablette. TEVA GmbH. Stand 03/2018. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Dominal 40 mg überzogene Tabletten, Dominal forte 80 mg Filmtablette, Dominal Tropfen. TEVA GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Prothipendyl eingesetzt?

Prothipendyl wird zur Behandlung von Unruhe- und Erregungszuständen bei psychiatrischen Erkrankungen angewendet. Laut Fachinformation dient es zur Dämpfung psychomotorischer Unruhe- und Erregungszustände im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen. Zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz ist es nicht zugelassen.

Macht Prothipendyl müde?

Prothipendyl hat laut Fachinformation beruhigende (sedierende) Eigenschaften. Es kann das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass Sie nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen sollen. Das gilt besonders zu Beginn der Behandlung, bei einer Dosiserhöhung und zusammen mit Alkohol oder anderen auf das Nervensystem wirkenden Mitteln.

Senkt Prothipendyl den Blutdruck?

Ja, Prothipendyl kann den Blutdruck senken. Besonders zu Beginn der Behandlung können Kreislaufstörungen beim plötzlichen Aufstehen mit Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen und beschleunigtem Herzschlag auftreten, nach höheren Dosen unter Umständen bis hin zum Kreislaufkollaps. Bei niedrigem Blutdruck oder Herzschwäche ist besondere Vorsicht nötig.

Darf ich Prothipendyl mit Alkohol einnehmen?

Laut Packungsbeilage sollte während einer medikamentösen Behandlung generell auf alkoholische Getränke verzichtet werden. Alkohol und Prothipendyl verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung, und Alkohol verschlechtert die Verkehrstüchtigkeit zusätzlich. Bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Prothipendyl nicht eingenommen werden.

Macht Prothipendyl dick?

Laut Packungsbeilage kann es bei einer Langzeitbehandlung zu leichten Gewichtszunahmen kommen; eine Häufigkeit nennt sie nicht. Wenn Sie ungewollt zunehmen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann ich Prothipendyl einfach absetzen?

Eine Unterbrechung der Einnahme sollte nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Laut Fachinformation sollte Prothipendyl nach längerer Anwendung nicht abrupt, sondern ausschleichend abgesetzt werden.

Darf ich Prothipendyl in der Schwangerschaft einnehmen?

In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten soll Prothipendyl nicht verordnet werden, in den folgenden sechs Monaten nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält. Nach einer Einnahme in den letzten drei Monaten können beim Neugeborenen unter anderem Zittern, Muskelsteifheit, Schläfrigkeit und Atembeschwerden auftreten. Möchten Sie schwanger werden oder vermuten Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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