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Pipamperon: Nebenwirkungen und Wirkung

Pipamperon ist ein verschreibungspflichtiges Neuroleptikum aus der Gruppe der Butyrophenone. Es wird gegen Schlafstörungen, vor allem bei älteren Menschen, und gegen bestimmte Unruhe- und Erregungszustände eingesetzt. Sehr häufig sind Schläfrigkeit und eine Form der Muskelsteifheit (Zahnradphänomen). Bei erhöhter Körpertemperatur mit Muskelsteife und Bewusstseinsstörungen (mögliches Malignes Neuroleptisches Syndrom) sollte die Behandlung laut Packungsbeilage umgehend abgebrochen werden.

Älterer Mann mit weißem Haar ruht entspannt im Sessel neben einer warmen Stehlampe
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schläfrigkeit[1, 5]
  • Sehr häufig: Zahnradphänomen[1, 5]
  • Häufig: Depression[1, 5]
  • Häufig: Erhöhte Muskelspannung, Sitzunruhe, Blickkrampf, krampfhafte Überstreckung des Körpers, Bewegungsstörung[1, 5]
  • Häufig: Gangstörungen[1, 5]
  • Häufig: Beschleunigter Herzschlag[1, 5]
  • Häufig: Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen[1, 5]
  • Häufig: Erbrechen[1, 5]
  • Häufig: Nesselsucht[1, 5]
  • Häufig: Muskuläre Spastizität[1, 5]
  • Häufig: Ausbleiben der Menstruation[1, 5]
  • Häufig: Kraftlosigkeit[1, 5]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Pipamperon eingesetzt?

Pipamperon ist ein Mittel zur Behandlung von Unruhe und Erregungszuständen, ein sogenanntes Neuroleptikum aus der Gruppe der Butyrophenone [1]. Es gehört damit zu den Antipsychotika. Laut Packungsbeilage wird es angewendet zur Behandlung von Schlafstörungen, insbesondere bei älteren Menschen, und von bestimmten (psychomotorischen) Erregungszuständen [1].

Pipamperon ist verschreibungspflichtig [3]. Es gibt den Wirkstoff als Tabletten und als Saft; Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage der Tabletten mit 40 mg [1, 4]. Mehr zu den Krankheitsbildern lesen Sie unter innere Unruhe und Demenz.

Wie wirkt Pipamperon?

Laut dem Beratungszentrum Embryotox ist Pipamperon ein konventionelles Antipsychotikum, das vor allem beruhigend (sedierend) wirkt. Es hat kaum anticholinerge und antihistaminerge Eigenschaften und verursacht vergleichsweise wenig Bewegungsstörungen (extrapyramidalmotorische Störungen), wie sie bei Neuroleptika vorkommen können [1, 2]. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt laut Embryotox bei 17 bis 22 Stunden [2].

Pipamperon kann den Blutdruck senken; wie andere Neuroleptika kann es außerdem die Krampfschwelle herabsetzen und das sogenannte QT-Intervall im EKG verlängern [1]. Hormonelle Wirkungen aller Antipsychotika schließen laut Packungsbeilage einen erhöhten Prolaktinspiegel ein, der Milchfluss, eine Vergrößerung der männlichen Brustdrüse und Menstruationsstörungen verursachen kann [1]. Mehr dazu unter Prolaktin und Brust.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage in ihrer Nebenwirkungsliste (Abschnitt 4) eine Häufigkeit angibt. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10, "selten" bei bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bei bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Einige Angaben beschreibt die Packungsbeilage allgemein für Antipsychotika; sie sind entsprechend gekennzeichnet [1]. Nach einer europäischen Bewertung der regelmäßigen Sicherheitsberichte hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im September 2026 angeordnet, Gewichtszunahme und gesteigerten Appetit mit nicht bekannter Häufigkeit in die Produktinformationen von Arzneimitteln mit Pipamperon aufzunehmen [6]. Die Packungsbeilage des Safts (Stand Oktober 2026) nennt sie bereits, die der Tabletten (Stand Oktober 2025) noch nicht [1, 4]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

In klinischen Studien waren Schläfrigkeit und das Zahnradphänomen die häufigsten Nebenwirkungen [1]. Wie bei allen Neuroleptika können Bewegungsstörungen auftreten, zum Beispiel Zittern, Muskelsteife, vermehrter Speichelfluss, verlangsamte Bewegungen, Sitzunruhe oder plötzliche Fehlhaltungen. Sie hängen von der Dosis ab, unterscheiden sich aber stark von Mensch zu Mensch [1]. Außerdem wurde laut den Warnhinweisen der Packungsbeilage in sehr seltenen Fällen über schwere Hautreaktionen mit großflächigem Ausschlag, Abschälen der Haut und Blasenbildung an Mund, Augen und Geschlechtsorganen berichtet (toxische epidermale Nekrolyse und/oder Stevens-Johnson-Syndrom) [1]. Mehr dazu lesen Sie unter Parkinson-Symptome und Müdigkeit.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • PsycheDepression[1, 5]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
  • NervensystemErhöhte Muskelspannung, Sitzunruhe, Blickkrampf, krampfhafte Überstreckung des Körpers, Bewegungsstörung[1, 5]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
  • Allgemeine BeschwerdenGangstörungen[1, 5]
  • HerzBeschleunigter Herzschlag[1, 5]Mehr dazu: Herzrasen
  • Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen[1, 5]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
  • Magen und DarmErbrechen[1, 5]Mehr dazu: Erbrechen
  • HautNesselsucht[1, 5]Mehr dazu: Nesselsucht
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskuläre Spastizität[1, 5]
  • Geschlechtsorgane und BrustAusbleiben der Menstruation[1, 5]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenKraftlosigkeit[1, 5]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • HerzIm Zusammenhang mit Antipsychotika: Veränderungen der Herzstromkurve (Verlängerung des QT-Intervalls im EKG), Herzrhythmusstörungen (Torsades de Pointes, ventrikuläre Arrhythmien einschließlich Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie) und Herzstillstand; außerdem ungeklärte plötzliche Todesfälle[1, 5]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungIm Zusammenhang mit Antipsychotika: erniedrigter Natriumspiegel im Blut und unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH)[1, 5]Mehr dazu: Natriummangel

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Blut und LymphsystemVerminderung der weißen Blutzellen[1, 5]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemÜberempfindlichkeit[1, 5]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • HormonsystemErhöhter Prolaktinspiegel im Blut[1, 5]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
  • Magen und DarmVerminderter Appetit[1, 5]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
  • Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme, gesteigerter Appetit[4, 6]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • NervensystemKrämpfe, auch Grand-mal-Anfälle[1, 5]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemMalignes Neuroleptisches Syndrom: Reaktion mit erhöhter Körpertemperatur, Muskelsteife am ganzen Körper, Instabilität der unwillkürlich gesteuerten Körperfunktionen (vegetative Instabilität) und Bewusstseinsstörungen[1, 5]Mehr dazu: Fieber
  • NervensystemParkinson-ähnliche Beschwerden (Parkinsonismus)[1, 5]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
  • NervensystemKurze Bewusstlosigkeit (Synkope)[1, 5]
  • NervensystemAnhaltende Störung des Bewegungsablaufs[1, 5]
  • NervensystemZittern[1, 5]Mehr dazu: Zittern
  • NervensystemKopfschmerz[1, 5]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • AugenVerschwommenes Sehen[1, 5]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzKammerflimmern[1, 5]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck[1, 5]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
  • Gefäße und KreislaufIm Zusammenhang mit Antipsychotika: Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellung, Schmerzen und Rötung), die über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen und Atembeschwerden verursachen können[1]Mehr dazu: Blutgerinnsel
  • AtemwegeNasenbluten[1, 5]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • Magen und DarmÜbelkeit[1, 5]Mehr dazu: Übelkeit
  • Leber und GalleErhöhung der Leberenzyme, Leberfunktionsstörungen, Leberentzündung mit Gallestau (cholestatische Hepatitis)[1, 5]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautHautausschlag[1, 5]Mehr dazu: Hautausschlag
  • HautSchwerwiegende Hautveränderungen mit Blasenbildung und Abschälen der Haut (toxische epidermale Nekrolyse)[1, 5]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
  • Nieren und HarnwegeHarnverhalt[1, 5]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
  • Geschlechtsorgane und BrustMilchige Absonderung aus der Brust bei Frauen (Milchfluss), Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, Menstruationsstörungen[1, 5]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungZyklusstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustSchmerzhafte Dauererektion des Penis[1, 5]
  • Allgemeine BeschwerdenErschöpfungserscheinungen, erniedrigte Körpertemperatur[1, 5]Mehr dazu: Müdigkeit
  • Allgemeine BeschwerdenWassereinlagerungen (Ödeme), auch im Gesicht und an Armen und Beinen[1, 5]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
  • Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 5]Mehr dazu: Fieber

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Das Maligne Neuroleptische Syndrom ist eine seltene, besondere Reaktion auf Antipsychotika; ein frühes Anzeichen ist häufig die erhöhte Körpertemperatur [1]. Im Zusammenhang mit Antipsychotika wurde über Blutgerinnsel in den Venen berichtet; bei Schwellung, Schmerzen und Rötung eines Beins, Brustschmerzen oder Atembeschwerden holen Sie unverzüglich ärztlichen Rat ein [1]. Mehr dazu unter Blutgerinnsel durch Medikamente.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ältere Frau mit grauem Haar spricht in einem hellen Sprechzimmer mit einer Ärztin, die ihr aufmerksam zuhört
Bild: KI-generiert

Schläfrigkeit: Pipamperon kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die aktive Teilnahme am Straßenverkehr, das Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sind; Alkohol verstärkt das [1]. Ratschläge dazu gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Blutdruckabfall beim Aufstehen: Ein Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen ist häufig [1]. Für ältere Menschen empfiehlt die Packungsbeilage einen einschleichenden Beginn und regelmäßige Blutdruckkontrollen [1]. Hinweise geben die Seite Niedriger Blutdruck und der Ratgeber Medikamente im Alter.

Bewegungsstörungen: Treten Zittern, Muskelsteife oder Sitzunruhe auf, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage helfen eine Verringerung der Dosis, falls möglich, oder ein Mittel gegen die Bewegungsstörungen (anticholinerge Medikation), die Beschwerden zu kontrollieren [1]. Ändern Sie die Dosis nicht selbst [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, vor kurzem eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Zusammen mit anderen dämpfenden Mitteln (Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln, anderen Psychopharmaka oder bestimmten Allergiemitteln) können sich Schläfrigkeit und Blutdrucksenkung gegenseitig verstärken [1]. Mittel, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern oder den Kaliumspiegel senken, sollen nicht gleichzeitig angewendet werden; mehr dazu unter QT-Verlängerung [1].

Wechselwirkungen von Pipamperon
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere Mittel, die das zentrale Nervensystem dämpfen: Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmittel, andere Psychopharmaka, bestimmte AllergiemittelWirkungen und Nebenwirkungen, besonders Schläfrigkeit und Blutdrucksenkung, können sich gegenseitig verstärken[1]Ärztin oder Arzt informieren
Barbiturate oder OpiateIhre dämpfende Wirkung auf das Atemzentrum wird verstärkt[1]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel, die die Krampfschwelle des Gehirns senkenKrampfanfälle werden wahrscheinlicher[1]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
Dopamin-Agonisten gegen die Parkinson-Krankheit (z. B. Levodopa, Bromocriptin, Lisurid)Deren Wirkung wird vermindert[1]Ärztin oder Arzt informieren
BlutdrucksenkerDie blutdrucksenkende Wirkung kann verstärkt werden[1]Blutdruck beachten; Ärztin oder Arzt informieren
Mittel, die das QT-Intervall verlängern (z. B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen IA oder III, einige Antibiotika wie Erythromycin, Malariamittel, einige Allergiemittel, Mittel gegen Depressionen) oder den Kaliumspiegel senken (z. B. bestimmte harntreibende Mittel)Höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen[1]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
AlkoholAlkohol verändert und verstärkt die Wirkung von Pipamperon unvorhersehbar und verschlechtert das Reaktionsvermögen weiter[1]Alkohol meiden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Pipamperon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Pipamperon darf unter anderem nicht bei Parkinson-Krankheit oder ähnlichen Erkrankungen und nicht in Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden [1]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1]. Bei älteren Menschen mit Demenz wurde unter Antipsychotika ein geringer Anstieg der Todesfälle im Vergleich zu Menschen ohne Antipsychotika berichtet; in seltenen Fällen wurden plötzliche, ungeklärte Todesfälle bei psychiatrischen Patienten unter Antipsychotika einschließlich Pipamperon berichtet; ob ein ursächlicher Zusammenhang besteht, ist unklar [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Pipamperon, verwandte Wirkstoffe (Butyrophenone) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 5]
  • Zustände, bei denen das zentrale Nervensystem gedämpft ist, etwa Koma oder akute Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka[1, 5]
  • Parkinson-Krankheit oder ähnliche Erkrankungen[1, 5]
  • Schwangerschaft und Stillzeit[1, 5]

Besondere Vorsicht bei

  • Ältere Menschen mit Demenz: Unter Antipsychotika wurde ein geringer Anstieg der Todesfälle berichtet; besondere Vorsicht bei erhöhtem Schlaganfallrisiko oder vorübergehenden Durchblutungsstörungen des Gehirns[1]
  • Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen) bei Ihnen oder in Ihrer Familie[1]
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weil Pipamperon den Blutdruck senken kann[1, 5]
  • Verlängerung des QT-Intervalls möglich: Vorsicht bei niedrigem oder hohem Blutdruck, Schwarzwerden vor den Augen, zum Beispiel beim plötzlichen Aufstehen, langsamem Herzschlag, Kalium- oder Magnesiummangel, angeborenem langem QT-Syndrom oder anderen klinisch bedeutsamen Herzschäden (insbesondere Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungsstörungen, Herzrhythmusstörungen)[1, 5]
  • Bestimmte hormonabhängige Tumoren (prolaktinabhängige Tumoren)[1, 5]
  • Epilepsie: Pipamperon kann die Krampfschwelle senken; eine Behandlung gegen Epilepsie passt die Ärztin oder der Arzt gegebenenfalls an[1, 5]
  • Depression: Pipamperon sollte bei einer bestehenden Depression nicht allein gegeben werden[1, 5]
  • Ältere Menschen können besonders empfindlich auf Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) reagieren; empfohlen werden eine niedrigere Dosierung und regelmäßige Blutdruckkontrollen[1, 5]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nur nach besonderer Abwägung von Nutzen und Risiko; eine Dauerbehandlung sollte in der Regel sechs Wochen nicht überschreiten und Teil eines Gesamtkonzepts sein, das auch psychologische, pädagogische und soziale Maßnahmen umfasst; bei längerer Anwendung sollen Nutzen und Risiko sowie die Gründe für die Weiterbehandlung fortlaufend geprüft werden. Kurz nach Beginn der Behandlung überprüft die Ärztin oder der Arzt, ob Pipamperon ausreichend wirkt und ob das Kind es weiterhin benötigt; ist eine Weiterbehandlung erforderlich, kontrolliert sie oder er regelmäßig, ob Pipamperon weiterhin hilft und ob es nach wie vor notwendig ist[1, 4, 5, 6]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 5]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was die Packungsbeilage und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alkohol, Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Packungsbeilage und Embryotox unterscheiden sich bei der Stillzeit: Die Packungsbeilage schließt die Anwendung aus, Embryotox hält Stillen bei kurzfristiger, niedrig dosierter alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel [1, 2]. Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage dürfen Sie Pipamperon in der Schwangerschaft nicht anwenden, weil weder ausreichende Tierstudien noch Erfahrungen zur Sicherheit bei Schwangeren vorliegen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor Behandlungsbeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung sicher verhütet werden. Bei Neugeborenen, deren Mütter Pipamperon in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten einnahmen, können Zittern, Muskelsteifheit oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Embryotox schätzt den Erfahrungsumfang als gering ein; für das erste Schwangerschaftsdrittel ist die Datenlage unzureichend und reicht für eine differenzierte Risikobewertung nicht aus. Nach Einnahme von Antipsychotika bis zur Geburt ist das Risiko für Anpassungsstörungen beim Neugeborenen erhöht; die Entbindung sollte laut Embryotox in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) erfolgen, und nach Einnahme im ersten Drittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox möglichst besser erprobte Mittel vorgezogen werden; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Promethazin, bei Schlafstörungen auch Mirtazapin und Amitriptylin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage dürfen Sie Pipamperon in der Stillzeit nicht anwenden.[1]

Embryotox liegen keine veröffentlichten Erfahrungen zur Stillzeit vor; es nimmt an, dass Pipamperon in die Muttermilch übergeht und in relevanten Mengen vom Kind aufgenommen werden kann. Embryotox hält Stillen bei kurzfristiger, niedrig dosierter alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel; treten beim Kind anders nicht erklärbare Anzeichen wie Beruhigung (Sedierung), Bewegungsstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Trinkschwäche oder Unruhe auf, sollten eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Meiden Sie Alkohol während der Behandlung: Er verändert und verstärkt die Wirkung von Pipamperon unvorhersehbar und verschlechtert vor allem das Reaktionsvermögen weiter.[1]

Autofahren und Maschinen

Auch bei richtiger Einnahme kann Pipamperon das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol.[1, 5]

Einnahme

Die Tabletten können mit oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden. Halten Sie sich an die Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes, da Pipamperon sonst nicht richtig wirken kann.[1]

Einnahme vergessen: die versäumte Dosis nicht nachholen, sondern wie verordnet weiter einnehmen.[1]

Absetzen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, weil der Erfolg der Therapie gefährdet werden könnte; sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Soll die Behandlung beendet werden, wird empfohlen, die Dosis schrittweise zu verringern.[1]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort eine Ärztin oder einen Arzt informieren, zum Beispiel über den Vergiftungsnotruf. Berichtet wurden unter anderem Bewegungsstörungen, Erregungszustände bis zu Krampfanfällen, niedriger Blutdruck, schneller Herzschlag, Schläfrigkeit, Kraftlosigkeit und Erbrechen, außerdem Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand, Atemstillstand und Koma; im Rahmen von Überdosierungen wurde über Todesfälle berichtet.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt Dosierungen für Erwachsene, ältere Menschen und Jugendliche sowie für Kinder unter 14 Jahren nach Körpergewicht [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Dosierung und Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Pipamperon immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein; sonst kann es nicht richtig wirken [1]. Die Tabletten können mit oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie die Dosis nicht nach, sondern setzen Sie die Einnahme wie verordnet fort [1]. Bei Kindern und Jugendlichen sollte eine Dauerbehandlung im Regelfall sechs Wochen nicht überschreiten, und bei längerer Anwendung sollen Nutzen und Risiko fortlaufend geprüft werden [1].

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, sondern sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; soll sie enden, wird empfohlen, die Dosis schrittweise zu verringern [1]. Beschwerden nach dem Absetzen führt die Packungsbeilage nicht auf; tardive Dyskinesien können laut Packungsbeilage aber auch nach dem Absetzen auftreten und fortbestehen [1]. Was die Packungsbeilage zum schrittweisen Absetzen sagt und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Pipamperon absetzen. Bewahren Sie das Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Pipamperon

Pipamperon ist unter anderem als Tabletten und als Saft erhältlich [1, 4]. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten; für den Saft gilt eine eigene Packungsbeilage [1, 4]. Die folgende Auswahl ist alphabetisch sortiert und keine Empfehlung [2].

Präparate mit Pipamperon
PräparatAnbieterHinweis
Dipiperonverschreibungspflichtig
Pipamperon-neuraxpharmneuraxpharm Arzneimittel GmbHTabletten mit 40 mg (Grundlage dieser Seite) und Saft mit 20 mg je 5 ml; verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Embryotox Embryotox: Pipamperon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  3. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Pipamperon. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pipamperon-neuraxpharm Saft. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2026. abgerufen am 17.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten, Pipamperon-neuraxpharm 120 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 17.10.2026
  6. Behörde Beschluss der Koordinierungsgruppe CMDh zu Pipamperon (PSUSA/00002420/202510) mit Anhängen I bis III, umgesetzt mit Bescheid des BfArM vom 03.09.2026. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 25.06.2026. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Ist Pipamperon ein Schlafmittel?

Pipamperon ist ein Neuroleptikum, also ein Mittel gegen Unruhe und Erregungszustände, aus der Gruppe der Butyrophenone. Zugelassen ist es unter anderem zur Behandlung von Schlafstörungen, insbesondere bei älteren Menschen. Laut Embryotox wirkt es vor allem beruhigend.

Macht Pipamperon abhängig?

Die Packungsbeilage nennt Abhängigkeit nicht als Nebenwirkung. Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung trotzdem nicht eigenmächtig: Soll sie enden, wird empfohlen, die Dosis schrittweise zu verringern. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Welche Nebenwirkungen hat Pipamperon bei älteren Menschen?

Ältere Menschen können besonders empfindlich auf Bewegungsstörungen wie Zittern, Muskelsteife oder Sitzunruhe reagieren; empfohlen werden eine niedrigere Dosierung und regelmäßige Blutdruckkontrollen. Bei älteren Menschen mit Demenz wurde unter Antipsychotika ein geringer Anstieg der Todesfälle berichtet. Anzeichen wie plötzliche Erschlaffung, Taubheit in Gesicht, Armen oder Beinen, Sprach- oder Sehstörungen sollen unverzüglich der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt gemeldet werden.

Darf ich Pipamperon mit Alkohol einnehmen?

Nein, meiden Sie Alkohol während der Behandlung. Er verändert und verstärkt die Wirkung von Pipamperon unvorhersehbar und verschlechtert vor allem das Reaktionsvermögen weiter.

Kann Pipamperon dem Herzen schaden?

Pipamperon kann wie andere Neuroleptika das QT-Intervall im EKG verlängern. Im Zusammenhang mit Antipsychotika wurden selten Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand berichtet; Kammerflimmern ist mit unbekannter Häufigkeit aufgeführt. Vorsicht ist bei Herzerkrankungen, langsamem Herzschlag, Kalium- oder Magnesiummangel und bei Mitteln geboten, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern.

Darf ich Pipamperon in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage nicht: Es fehlen ausreichende Untersuchungen und Erfahrungen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor Behandlungsbeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung sicher verhütet werden. Das Beratungszentrum Embryotox schätzt die Erfahrungen in der Schwangerschaft als gering ein.

Wie hoch ist die Dosis von Pipamperon?

Dosis und Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Art und Schwere der Erkrankung und Ihrer Reaktion fest. Was die Packungsbeilage für Erwachsene, ältere Menschen und Kinder angibt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Zopiclon

    Zopiclon ist ein Schlafmittel zur Kurzzeitbehandlung.

  • Medikamente Gabapentin

    Gabapentin wird bei Epilepsie und Nervenschmerzen eingesetzt.

  • Medikamente Tramadol

    Tramadol ist ein Opioid gegen mäßig starke bis starke Schmerzen.

  • Werkzeuge Krankheitskosten-Steuer-Check

    Zumutbare Belastung nach § 33 EStG gestaffelt berechnen und sehen, welcher Teil Ihrer Krankheitskosten sie übersteigt.