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Aciclovir: Nebenwirkungen und Wirkung

Aciclovir ist ein Mittel gegen Herpesviren (Virostatikum). Als verschreibungspflichtige Tablette behandelt es Gürtelrose und Herpes-simplex-Infektionen wie Genitalherpes; als Creme gibt es Aciclovir rezeptfrei in der Apotheke gegen wiederkehrenden Lippenherpes. Häufige Nebenwirkungen der Tabletten sind Hautausschlag, Juckreiz, Lichtempfindlichkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel und Kopfschmerzen. Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion oder Verwirrtheit nehmen Sie die Tabletten nicht mehr ein und holen sofort ärztliche Hilfe.

Frau in den Dreißigern betrachtet im Badezimmerspiegel ihre Lippen, im Hintergrund ein helles Fenster
Bild: KI-generiert

Die Übersicht gilt für die Tabletten; die Nebenwirkungen der Creme stehen im Abschnitt Nebenwirkungen nach Häufigkeit [1, 6].

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Hauterscheinungen wie Ausschlag, Juckreiz und erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht[1]
  • Häufig: Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen[1]
  • Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen[1]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Aciclovir eingesetzt?

Aciclovir ist ein Mittel zur Behandlung bestimmter Virusinfektionen (Virostatikum) [1]. Es wirkt gegen Herpes-simplex-Viren, die Lippen- und Genitalherpes auslösen, und gegen Varizella-Zoster-Viren [2, 6]. Aciclovir-Tabletten sind verschreibungspflichtig; Aciclovir-Creme gegen Lippenherpes ist in Packungen bis 2 g von der Verschreibungspflicht ausgenommen und in der Apotheke erhältlich [2, 7, 8].

Die Tabletten werden je nach Stärke angewendet zur Behandlung der Gürtelrose (Herpes zoster), zur Behandlung von Herpes-simplex-Infektionen der Haut und Schleimhäute, besonders von Genitalherpes, und zur Vorbeugung: bei Erwachsenen mit sehr häufig wiederkehrenden, schwer verlaufenden Herpes-simplex-Infektionen im Genitalbereich und bei Erwachsenen mit stark geschädigter Abwehr, etwa nach einer Organtransplantation [1, 2, 4, 5]. Bei Herpes-simplex-Infektionen von Neugeborenen und schweren Herpes-Erkrankungen von Kindern mit unterdrückter Abwehr werden die Tabletten nicht empfohlen [4].

Die Creme dient der lindernden Behandlung von Schmerzen und Juckreiz bei wiederkehrendem Lippenherpes (Herpes labialis), also häufig wiederkehrenden Lippenbläschen durch Herpes-simplex-Viren [6].

Wie wirkt Aciclovir?

Aciclovir ist zunächst unwirksam und wird erst in Zellen aktiv, die mit Herpes-simplex- oder Varizella-Zoster-Viren infiziert sind. Ein Enzym des Virus, die Thymidinkinase, wandelt Aciclovir in einem ersten Schritt um; körpereigene Enzyme machen daraus das eigentliche Virostatikum Aciclovir-Triphosphat. Dieses hemmt gezielt das Enzym, mit dem das Virus sein Erbgut kopiert (Virus-DNS-Polymerase), und wird in die Virus-DNS eingebaut, sodass deren Aufbau abbricht. Die Virusproduktion wird dadurch stark verringert [2].

Aciclovir wird überwiegend unverändert über die Nieren ausgeschieden; die Halbwertszeit beträgt bei Erwachsenen etwa 2,9 Stunden [2]. Deshalb wird die Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion verringert [2]. Bei hohen Dosen sollten Sie ausreichend trinken [1]. Die Packungsbeilagen sehen vor, die Behandlung so früh wie möglich nach den ersten Anzeichen zu beginnen [1, 6].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen der Tabletten, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Allgemeine BeschwerdenFieber, Müdigkeit[1]Mehr dazu: FieberMüdigkeit
  • HautNesselsucht[1]Mehr dazu: Nesselsucht
  • HautVermehrte Haarausdünnung (diffuser Haarausfall), in unklarem Zusammenhang mit Aciclovir berichtet[1]Mehr dazu: Haarausfall

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Für die Creme gelten eigene Angaben: Gelegentlich treten vorübergehendes Brennen oder Stechen an den behandelten Stellen, Austrocknen oder Schuppen der Haut und Juckreiz auf; selten Rötung oder eine allergische Kontaktdermatitis, die man daran erkennt, dass die Beschwerden stärker werden und über die behandelte Stelle hinausgehen; sehr selten Schwellungen von Gesicht, Lippen oder Rachen (Angioödem), Hautausschlag, Juckreiz oder Nesselsucht [6]. Die Creme enthält Propylenglycol, das Hautreizungen hervorrufen kann, und Cetylstearylalkohol, der örtliche Hautreaktionen auslösen kann [6].

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die Erscheinungen am Nervensystem treten laut Packungsbeilage für gewöhnlich bei Menschen mit geschädigter Nierenfunktion oder anderen begünstigenden Erkrankungen auf und verschwinden nach dem Absetzen wieder [1]. Ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion haben ein höheres Risiko für solche Nebenwirkungen und werden sorgfältig beobachtet [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern sitzt am Esstisch nach dem Mittagessen und trinkt ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen sind häufig [1]. Nehmen Sie die Tabletten möglichst nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit ein, zum Beispiel mit einem Glas Wasser [1].

Haut und Sonne: Ausschlag, Juckreiz und eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht gehören zu den häufigen Nebenwirkungen der Tabletten [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Hautreaktionen auftreten [1]. Mehr dazu auf der Seite Lichtempfindlichkeit.

Nieren schützen: Bei hohen Dosen oder eingeschränkter Nierenfunktion achten Sie darauf, ausreichend zu trinken [1]. Nehmen Sie weitere Arzneimittel ein, die die Nieren schädigen können, sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Bescheid [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Creme richtig anwenden: Tragen Sie die Creme nicht auf Schleimhäute wie im Mund oder am Auge auf, weil sonst Reizungen zu erwarten sind; achten Sie besonders darauf, dass sie nicht in die Augen gelangt. Wenn Sie die Creme mit der Hand auftragen, reinigen Sie die Hand vorher und nachher gründlich, damit keine zusätzliche Infektion entsteht und die Viren nicht auf andere Haut- oder Schleimhautbereiche übertragen werden [6].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen [1]. Probenecid, Cimetidin und Mycophenolatmofetil verlängern die Wirkung der Aciclovir-Tabletten; eine Dosisanpassung ist laut Packungsbeilage aber nicht notwendig. Die Wirkung von Theophyllin kann verstärkt werden [1, 2]. Für die Creme sind bisher keine Wechselwirkungen bekannt [6].

Wechselwirkungen von Aciclovir
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Probenecid (senkt Harnsäure), Cimetidin (gegen Magensäure), Mycophenolatmofetil (gegen Abstoßung nach Transplantation)Wirkung von Aciclovir wird verlängert (höhere Blutspiegel)[1, 2]Dosisanpassung nicht notwendig; Ärztin oder Arzt informieren
Theophyllin (gegen Atemwegserkrankungen)Wirkung von Theophyllin kann verstärkt werden[1, 2]Blutspiegel werden eventuell überwacht
Nierenschädigende ArzneimittelHöheres Risiko für Nierenfunktionsstörungen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Aciclovir nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bei einer Allergie gegen Aciclovir oder Valaciclovir dürfen Sie weder Tabletten noch Creme anwenden [1, 6]. Trifft einer der weiteren Punkte unten auf Sie zu, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Liegt eine schwere Störung der Immunabwehr vor, weisen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor Beginn einer Behandlung mit der Creme darauf hin [6].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Aciclovir, Valaciclovir oder einen der sonstigen Bestandteile (bei der Creme auch Propylenglycol)[1, 2, 6]
  • Vorbeugende Einnahme bei eingeschränkter Nierenfunktion oder stark verminderter Harnproduktion[4, 5, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Dosis muss angepasst werden; bei älteren Menschen liegt häufig eine eingeschränkte Nierenfunktion vor, die Nierenfunktion wird gegebenenfalls regelmäßig überprüft. Beide Gruppen haben ein höheres Risiko für Nebenwirkungen am Nervensystem[1, 2]
  • Hohe Dosen oder eingeschränkte Nierenfunktion: auf ausreichendes Trinken achten[1]
  • Starke Immunschwäche mit langer oder wiederholter Behandlung: Unempfindliche Virusstämme können sich vermehren; sorgfältige ärztliche Überwachung[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme nierenschädigender Arzneimittel: höheres Risiko für Nierenschäden[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Tabletten mit 200 und 400 mg enthalten Lactose[2, 4]
  • Creme: nicht auf Schleimhäute wie im Mund oder am Auge auftragen; bei schwerer Störung der Immunabwehr vorher ärztlich besprechen[6]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilagen, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3, 6]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilagen und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2, 6]. Packungsbeilage und Embryotox bewerten das Stillen unter Tabletten unterschiedlich; sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 3]. Für die Schwangerschaft gibt Embryotox den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an und kennzeichnet Aciclovir grün: Medikament der Wahl, dennoch sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig [3]. Was Packungsbeilagen, Fachinformationen und Embryotox zu Tabletten, Creme und Stillzeit im Einzelnen sagen, lesen Sie auf der Seite Aciclovir in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Tabletten nur einnehmen, wenn die Ärztin oder der Arzt es ausdrücklich für erforderlich hält. Ein Schwangerschaftsregister, das seit der Markteinführung Schwangerschaften mit Aciclovir dokumentiert, zeigt keine Erhöhung der Zahl von Geburtsschäden im Vergleich zur Normalbevölkerung. Bei der Creme sollte die Anwendung nach Abwägung von Nutzen und Risiken erfolgen.[1, 2, 6]

In seiner Ampel kennzeichnet Embryotox Aciclovir mit "grün": Medikament der Wahl, dennoch ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig. Den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft gibt Embryotox mit "sehr hoch" an. Laut Embryotox ist bei mehr als 2.000 Schwangerschaften mit Aciclovir im ersten Drittel nicht von einem relevant erhöhten Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten auszugehen; bei entsprechender Indikation darf Aciclovir in der gesamten Schwangerschaft äußerlich und innerlich verwendet werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Aciclovir wurde nach der Einnahme in der Muttermilch gefunden; während der Behandlung mit den Tabletten soll laut Packungsbeilage nicht gestillt werden. Bei der Creme ist die Menge, die ein gestilltes Kind aufnimmt, vernachlässigbar.[1, 2, 6]

Laut Embryotox kann bei einer äußerlichen oder innerlichen Behandlung mit Aciclovir uneingeschränkt weiter gestillt werden; Berichte über Nebenwirkungen bei gestillten Kindern gibt es nicht.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Ihr Allgemeinzustand und die Nebenwirkungen der Tabletten können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie beeinträchtigt sind. Bei der Creme sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen nötig.[1, 6]

Einnahme

Tabletten möglichst nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit, z. B. einem Glas Wasser, einnehmen und so früh wie möglich nach den ersten Anzeichen der Infektion beginnen. Bei hohen Dosen oder eingeschränkter Nierenfunktion ausreichend trinken. Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Creme mit einem Wattestäbchen dünn auftragen und dabei auch die angrenzende Haut einbeziehen; wer mit der Hand aufträgt, reinigt sie vorher und nachher gründlich. Möglichst schon bei den ersten Anzeichen (Brennen, Jucken, Spannungsgefühl, Rötung) beginnen.[6]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Creme in der Selbstbehandlung: 5-mal täglich alle 4 Stunden dünn auf die betroffenen Hautbereiche auftragen; die Behandlung dauert im Allgemeinen 5 Tage. Sind die Bläschen spätestens nach 10 Tagen nicht verkrustet oder abgeheilt oder werden die Hauterscheinungen schlimmer, die Behandlung abbrechen und eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Vergessene Anwendungen nicht durch häufigeres oder dickeres Auftragen ausgleichen.[6]

Absetzen

Die Behandlungsdauer bei Gürtelrose beträgt 5 bis 7 Tage, bei Herpes-simplex-Infektionen 5 Tage, die je nach Beschwerden verlängert werden können. Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion oder bei Erscheinungen am Nervensystem die Einnahme beenden und sofort ärztliche Hilfe holen; die Erscheinungen am Nervensystem verschwinden nach dem Absetzen wieder.[1, 4]

Überdosierung

Ernsthafte Probleme sind laut Packungsbeilage nicht zu erwarten. Fühlen Sie sich nach einer zu großen Menge nicht wohl, nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke auf.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilagen der Tabletten nennen Dosierungen je nach Erkrankung und Stärke, Angaben für Kinder nach Alter und für eingeschränkte Nierenfunktion; die Packungsbeilage der Creme nennt die Anwendung in der Selbstbehandlung [1, 4, 5, 6]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Die Dosis der Tabletten legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Tabletten immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, möglichst nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit, und beginnen Sie so früh wie möglich nach den ersten Anzeichen der Infektion. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1]. Die Behandlung der Gürtelrose dauert laut Packungsbeilage 5 bis 7 Tage, die einer Herpes-simplex-Infektion 5 Tage, die je nach Beschwerden verlängert werden können [1, 4].

Für einen Behandlungserfolg mit der Creme ist es wichtig, sie ausreichend lange anzuwenden; vergessene Anwendungen gleichen Sie nicht durch häufigeres oder dickeres Auftragen aus [6]. Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen, sind laut Packungsbeilage keine ernsthaften Probleme zu erwarten; fühlen Sie sich nicht wohl, nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke auf [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Aciclovir

Aciclovir gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten in verschiedenen Stärken, als Creme und als Infusion [2, 3]. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilagen und Fachinformationen von Aciclovir-ratiopharm Tabletten und Aciclovir-ratiopharm Lippenherpescreme [1, 2, 4, 5, 6, 7]. Weitere Präparatenamen nennt das Beratungszentrum Embryotox [3]. Laut Embryotox ist Valaciclovir eine Vorstufe von Aciclovir, die nach dem Einnehmen besser aufgenommen wird [3].

Präparate mit Aciclovir
PräparatAnbieterHinweis
Aciclovir-ratiopharmratiopharm GmbHTabletten mit 200, 400 oder 800 mg (verschreibungspflichtig); Lippenherpescreme 50 mg/g (apothekenpflichtig); Grundlage dieser Seite
Zovirax
Acic

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Aciclovir-ratiopharm 800 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Aciclovir-ratiopharm Tabletten (200/400/800 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Aciclovir. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Aciclovir-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2020. abgerufen am 10.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Aciclovir-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2020. abgerufen am 10.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Aciclovir-ratiopharm Lippenherpescreme 50 mg/g Creme. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Aciclovir-ratiopharm Lippenherpescreme 50 mg/g Creme. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
  8. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Aciclovir. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wogegen hilft Aciclovir?

Aciclovir wirkt gegen Herpes-simplex- und Varizella-Zoster-Viren. Tabletten werden bei Gürtelrose und bei Herpes-simplex-Infektionen der Haut und Schleimhäute, besonders bei Genitalherpes, eingesetzt; außerdem zur Vorbeugung bei sehr häufig wiederkehrendem schwerem Genitalherpes und bei stark geschwächter Abwehr. Die Creme wird zur lindernden Behandlung von Schmerzen und Juckreiz bei wiederkehrendem Lippenherpes angewendet.

Brauche ich für Aciclovir ein Rezept?

Für Tabletten ja, sie sind verschreibungspflichtig. Aciclovir-Creme zur Anwendung bei Lippenherpes ist laut Arzneimittelverschreibungsverordnung in Packungen bis 2 g von der Verschreibungspflicht ausgenommen und rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Wie wende ich Aciclovir-Creme bei Lippenherpes richtig an?

Tragen Sie die Creme 5-mal täglich alle 4 Stunden dünn auf die betroffenen Stellen auf, am besten mit einem Wattestäbchen, und beziehen Sie die angrenzende Haut mit ein. Beginnen Sie möglichst schon bei den ersten Anzeichen wie Brennen, Jucken, Spannungsgefühl und Rötung. Die Behandlung dauert im Allgemeinen 5 Tage. Sind die Bläschen nach spätestens 10 Tagen nicht verkrustet oder abgeheilt oder wird es schlimmer, brechen Sie ab und gehen zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Welche Nebenwirkungen hat Aciclovir-Creme?

Gelegentlich (bei bis zu 1 von 100 Anwendern) treten vorübergehendes Brennen oder Stechen, Austrocknen oder Schuppen der Haut und Juckreiz auf. Selten kommt es zu Rötung oder einer allergischen Kontaktdermatitis, sehr selten zu Schwellungen von Gesicht, Lippen oder Rachen, Hautausschlag oder Nesselsucht. Die Creme enthält Propylenglycol und Cetylstearylalkohol, die Hautreizungen bzw. örtliche Hautreaktionen hervorrufen können.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Aciclovir nehme?

Die Packungsbeilagen und Fachinformationen von Aciclovir-ratiopharm enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Schwindel und Kopfschmerzen sind häufige Nebenwirkungen der Tabletten. Ob Alkohol während der Behandlung infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Darf ich Aciclovir in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?

Die Tabletten sollen in der Schwangerschaft nur eingenommen werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es ausdrücklich für erforderlich hält; ein Schwangerschaftsregister zeigt keine Erhöhung von Geburtsschäden. Embryotox zufolge darf Aciclovir bei entsprechender Indikation in der gesamten Schwangerschaft äußerlich und innerlich verwendet werden. Während der Behandlung mit Tabletten soll laut Packungsbeilage nicht gestillt werden; Embryotox hält Weiterstillen für uneingeschränkt möglich. Bei der Creme ist die Menge, die ein gestilltes Kind aufnimmt, vernachlässigbar.

Wann sollte ich mit Aciclovir beginnen?

So früh wie möglich nach den ersten Anzeichen der Infektion. Bei wiederkehrendem Herpes empfiehlt die Packungsbeilage, schon bei ersten Anzeichen einer erneuten Erkrankung wie Juckreiz, Spannungsgefühl oder ersten Bläschen zu beginnen.

Wie hoch ist die Dosis von Aciclovir-Tabletten?

Die Dosis der Tabletten legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie hängt von der Erkrankung, bei Kindern vom Alter und bei eingeschränkter Nierenfunktion von den Nierenwerten ab. Die Angaben der Packungsbeilagen finden Sie weiter oben im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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