MedikamenteWirkstoff
Budesonid: Nebenwirkungen und Wirkung
Budesonid ist ein verschreibungspflichtiges Kortikosteroid. Zum Inhalieren wird es regelmäßig bei anhaltendem Asthma angewendet, um Entzündungen in der Lunge zu verringern und Beschwerden vorzubeugen. Es gibt Budesonid auch als Nasenspray und als Kapseln, etwa bei Morbus Crohn. Häufig sind beim Inhalieren Rachenreizung, Husten, Schluckbeschwerden und Pilzinfektionen in Mund oder Rachen. Bei Schwellungen im Gesicht, keuchendem Atmen oder Kreislaufproblemen kurz nach der Inhalation beenden Sie die Anwendung und holen sofort ärztlichen Rat ein.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Budesonid eingesetzt?
Budesonid ist ein Kortikosteroid aus der Gruppe der Asthma- und COPD-Medikamente. Zum Inhalieren dient es zur Behandlung von leichtem, mittelschwerem und schwerem anhaltendem Asthma [1, 2]. Die Packungsbeilage nennt es einen "Vorbeuger": Es verringert Schwellungen und Entzündungen in der Lunge und beugt Asthmabeschwerden vor, kann einen Asthmaanfall aber nicht beenden, wenn er einmal ausgebrochen ist. Deshalb müssen Sie immer einen schnell wirksamen Bronchienerweiterer, etwa mit Salbutamol, bei sich tragen [1].
Budesonid gibt es außerdem als Nasenspray bei allergischem Schnupfen und zur rektalen Anwendung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen [4]. Kapseln zum Einnehmen wie Budesonid-ratiopharm 3 mg sind zugelassen bei akutem Morbus Crohn leichten bis mittelschweren Grades mit Beteiligung des Krummdarms und/oder des aufsteigenden Dickdarms, bei mikroskopischer Kolitis und bei Autoimmunhepatitis [3, 5]. Für diese Darreichungsformen gelten eigene Packungsbeilagen; diese Seite beruht auf Budesonid zum Inhalieren. Budesonid ist verschreibungspflichtig [2, 6]. Es gehört auch zu den Glucocorticoiden.
Wie wirkt Budesonid?
Budesonid ist ein Glukokortikosteroid mit starker örtlicher entzündungshemmender Wirkung [2]. Der genaue Wirkmechanismus bei Asthma ist laut Fachinformation nicht vollständig bekannt; wahrscheinlich wichtig ist, dass es die Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen und bestimmte Abwehrreaktionen des Immunsystems hemmt [2]. Bei Menschen mit empfindlichen Atemwegen verringerte Budesonid deren Reaktion auf Histamin und Methacholin [2].
Die Wirkung kann bereits nach wenigen Behandlungstagen festzustellen sein, erreicht ihr Maximum aber erst nach einigen Wochen [1]. Bei Menschen mit Asthma erreichen etwa 15 bis 25 Prozent des aus dem Easyhaler freigesetzten Budesonids die Lunge; der größte Teil bleibt im Mund-Rachen-Raum und wird verschluckt, wenn der Mund nicht ausgespült wird. Die Halbwertszeit beträgt 2 bis 3 Stunden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation des Easyhalers eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation können Anzeichen von Kortison-Wirkungen im ganzen Körper auftreten, wahrscheinlich abhängig unter anderem von Dosis und Dauer: etwa eine Unterdrückung der Nebennierenfunktion, eine Abnahme der Knochendichte, Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen, Grauer und Grüner Star sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit [2]. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist beim Inhalieren wesentlich geringer als bei Kortison-Tabletten [2]. Mehr dazu auf den Seiten Knochenschwund und Erhöhte Infektanfälligkeit.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- AtemwegeRachenreizung, Husten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
- Magen und DarmSchluckbeschwerden[1, 2]
- InfektionenPilzinfektionen (Soor) von Mund oder Rachen (oropharyngeale Candidose)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- PsycheÄngstlichkeit, Depression[1, 2]Mehr dazu: AngstDepressive Verstimmung
- AugenGrauer Star (Katarakt), verschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- HormonsystemZu viel oder zu wenig Cortisol im Blut (Hyperkortizismus, Hypokortizismus), Unterdrückung der Nebennierenfunktion; laut Fachinformation Anzeichen und Symptome von Kortison-Wirkungen im ganzen Körper[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
- HormonsystemWachstumsverzögerung bei Kindern[1, 2]
- HautHautausschlag, Juckreiz; laut Fachinformation auch Hautrötung (Erythem)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
- HautBlutergüsse[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- AtemwegeHeiserkeit (Dysphonie)[1, 2]
- PsycheUnruhe und Nervosität; Verhaltensänderungen, vor allem bei Kindern[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion mit Juckreiz, Hautausschlag, geröteter Haut, Schwellung von Augenlidern, Lippen, Gesicht oder Hals, keuchendem Atmen, niedrigem Blutdruck oder Kollaps; laut Fachinformation Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Kontaktdermatitis, Nesselsucht, Angioödem und anaphylaktischem Schock[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtAtemnotNiedriger Blutdruck
- AtemwegeVerstärktes keuchendes Atmen und Kurzatmigkeit sofort nach der Inhalation (Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- AugenGrüner Star (Glaukom)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Muskeln, Knochen und GelenkeAbnahme der Knochenmineraldichte (Schwächung der Knochen)[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- PsycheSchlafstörungen, Aggressivität, gesteigerte motorische Aktivität (Schwierigkeit, ruhig zu bleiben) und Reizbarkeit, eher bei Kindern[1, 2]Mehr dazu: SchlafstörungenAggressivität und ReizbarkeitUnruhe und Nervosität
- PsychePsychose[2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Selten können inhalierte Arzneimittel sofort nach der Inhalation ein verstärktes keuchendes Atmen und Kurzatmigkeit auslösen. Hören Sie dann mit der Anwendung auf, nehmen Sie ein schnell wirkendes bronchienerweiterndes Mittel und holen Sie sofort ärztlichen Rat ein [1]. Verschlechtert sich Ihr Asthma während der Behandlung, setzen Sie sich so schnell wie möglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung; möglicherweise brauchen Sie eine zusätzliche Behandlung [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Rachenreizung, Husten, Schluckbeschwerden, Mundsoor: Spülen Sie nach jeder Inhalation Mund und Rachen mit Wasser und spucken Sie das Wasser aus, statt es zu schlucken; so können Sie helfen, diesen Nebenwirkungen vorzubeugen [1]. Treten sie auf, brechen Sie die Anwendung nicht ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Fachinformation tritt eine Pilzinfektion im Mund-Rachen-Raum erfahrungsgemäß seltener auf, wenn vor den Mahlzeiten inhaliert und/oder der Mund danach ausgespült wird; meist spricht sie auf eine örtliche Behandlung an [2]. Mehr dazu auf der Seite Mundsoor.
Heiserkeit: Auch hier kann das Ausspülen des Mundes nach der Inhalation das Risiko verringern [1, 2].
Stimmung und Verhalten: Ängstlichkeit und Depression kommen gelegentlich vor, Unruhe und Nervosität selten, ebenso Verhaltensänderungen, vor allem bei Kindern [1]. Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung erheblich, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden oder vor Kurzem angewendet haben, auch über rezeptfreie [1]. Einige Arzneimittel können die Wirkung von Budesonid verstärken, darunter bestimmte Mittel gegen HIV wie Ritonavir und Cobicistat und die Pilzmittel Itraconazol und Ketoconazol; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt überwacht Sie dann möglicherweise sorgfältig [1, 2]. Teilen Sie außerdem mit, wenn Sie Kortison als Tabletten oder in der Nase anwenden [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Ritonavir oder Cobicistat (gegen HIV), Itraconazol oder Ketoconazol (gegen Pilze); laut Fachinformation auch Nelfinavir, Ciclosporin, Ethinylestradiol und Troleandomycin (CYP3A4-Hemmer) | Können die Menge an Budesonid im Körper um ein Mehrfaches erhöhen und seine Wirkungen verstärken; bei kurzer Behandlung von 1 bis 2 Wochen von geringer Bedeutung, bei Langzeitbehandlung zu berücksichtigen[1, 2] | Kombination laut Fachinformation möglichst vermeiden, sonst mit möglichst großem zeitlichem Abstand; die Ärztin oder der Arzt überwacht möglicherweise sorgfältig |
| Kortikosteroide in Tablettenform oder zur Anwendung in der Nase | Die Packungsbeilage nennt sie ausdrücklich unter den Arzneimitteln, die Sie mitteilen sollen[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Östrogene und hormonelle Verhütungsmittel | Laut Fachinformation wurden bei Frauen, die zusätzlich Östrogene oder hormonelle Verhütungsmittel erhielten, erhöhte Blutspiegel und verstärkte Wirkungen von Kortison (Glukokortikoiden) beobachtet; bei gleichzeitiger Einnahme niedrig dosierter kombinierter Pillen zeigte sich keine Wirkung[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Budesonid nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Sind Sie allergisch gegen Budesonid oder gegen Lactose, die geringe Mengen Milchprotein enthält, dürfen Sie den Easyhaler nicht anwenden [1, 2]. Bei Lungentuberkulose, unbehandelten Infektionen von Mund, Atemwegen oder Lunge und schweren Lebererkrankungen sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Lungentuberkulose[1, 2]
- Nicht behandelte Infektionen von Mund, Atemwegen oder Lunge durch Bakterien, Viren oder Pilze; laut Fachinformation nur anwenden, wenn die Infektion zusätzlich angemessen behandelt wird[1, 2]
- Schwere Lebererkrankung; laut Fachinformation wird Budesonid bei eingeschränkter Leberfunktion langsamer ausgeschieden, der Körper ist dem Wirkstoff stärker ausgesetzt, und auf Kortison-Wirkungen im ganzen Körper ist zu achten[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren: Anwendung des Easyhalers mit 0,2 mg nicht empfohlen[1]
- Kinder in Langzeitbehandlung: laut Fachinformation das Wachstum regelmäßig kontrollieren[2]
- Umstellung von Kortison-Tabletten: Die Nebennierenfunktion kann für einige Zeit eingeschränkt sein; Beschwerden, die zuvor unterdrückt waren, etwa Heuschnupfen, Ekzeme oder Muskel- und Gelenkschmerzen, können wieder auftreten[1, 2]
- Hohe Dosen über lange Zeit oder frühere hochdosierte Notfall-Kortisonbehandlung: laut Fachinformation Risiko einer eingeschränkten Nebennierenfunktion; in Stresssituationen oder vor einer geplanten Operation sollte eine zusätzliche Kortisonbehandlung erwogen werden[2]
- Akuter Asthmaanfall: Budesonid zum Inhalieren ist dafür nicht geeignet; immer einen schnell wirksamen Bronchienerweiterer bei sich tragen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Das Pulver enthält eine geringe Menge Lactose[1, 2]
- ACTH-Stimulationstest: laut Fachinformation sind falsch niedrige Werte möglich, weil die Nebennierenfunktion unterdrückt sein kann[2]
Autofahren, Schwangerschaft, Stillzeit
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 4]. Allgemeine Hinweise finden Sie in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Für das ungeborene Kind und die Mutter ist es wichtig, in der Schwangerschaft eine geeignete Asthmabehandlung beizubehalten; der Nutzen für die Mutter wird gegen das Risiko für das Kind abgewogen, und es wird die niedrigste wirksame Dosis eingesetzt. Laut Fachinformation zeigten die meisten Ergebnisse großer Studien und Daten nach Markteinführung kein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen beim ungeborenen Kind und beim Neugeborenen durch inhaliertes Budesonid.[1, 2]
Embryotox stuft Budesonid in der Schwangerschaft als Medikament der Wahl ein, mit dem Hinweis, dass dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig ist: Inhalativ kann es im Rahmen des Asthma-Stufenplans sowohl bei Planung als auch während der Schwangerschaft eingesetzt werden. In vielen Studien ergaben sich keine Hinweise auf Fehlbildungen; bei der inhalativen Anwendung, zu der die meisten Erfahrungen vorliegen, wurden weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko noch ein vermindertes Geburtsgewicht oder mehr Frühgeburten beobachtet.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Fachinformation geht Budesonid in die Muttermilch über; in therapeutischer Dosierung sind aber keine Auswirkungen auf den Säugling zu erwarten, und Budesonid kann in der Stillzeit angewendet werden. Inhalatives Budesonid soll in der Stillzeit nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter die möglichen Risiken für das Kind übersteigt.[2]
Laut Embryotox kann Budesonid inhalativ, nasal oder auch zum Einnehmen bzw. rektal in der Stillzeit angewendet werden; nach inhalativer Behandlung der Mutter lag der Spiegel im Blut voll gestillter Säuglinge unter der Nachweisgrenze.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Es ist nicht bekannt, dass Budesonid zum Inhalieren die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinflusst; laut Fachinformation werden diese Fähigkeiten nicht beeinflusst.[1, 2]
Einnahme
Easyhaler: 3- bis 5-mal senkrecht schütteln, einmal klicken, um eine Dosis freizusetzen, normal ausatmen, das Mundstück mit den Lippen fest umschließen und kräftig und tief einatmen; danach mindestens 5 Sekunden den Atem anhalten. Nie in den Inhalator ausatmen. Für eine weitere Inhalation die Schritte wiederholen; danach die Schutzkappe aufsetzen.[1]
Nach der Inhalation den Mund mit Wasser ausspülen und das Wasser ausspucken, nicht herunterschlucken, das kann das Risiko für eine Pilzinfektion oder Heiserkeit verringern. Wenn Sie regelmäßig einen bronchienerweiternden Inhalator anwenden, inhalieren Sie diesen vor Budesonid.[1]
Regelmäßig anwenden, auch ohne Beschwerden, am besten jeden Tag zur gleichen Zeit. Dosis vergessen: so bald wie möglich nachholen oder einfach die nächste Dosis zur gewohnten Zeit; nicht die doppelte Menge.[1]
Den Inhalator trocken halten und das Mundstück nur mit einem trockenen Tuch abwischen, kein Wasser verwenden. Nach dem Öffnen des Folienbeutels innerhalb von 6 Monaten verwenden; wird der Inhalator feucht, durch einen neuen ersetzen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Anwendung nicht ab, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Ein plötzlicher Abbruch kann das Asthma verschlechtern. Laut Fachinformation darf die Behandlung nicht abrupt beendet werden.[1, 2]
Bei häufigen Nebenwirkungen wie Rachenreizung, Husten oder Mundsoor brechen Sie die Anwendung nicht ab, sondern sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]
Überdosierung
Haben Sie mehr angewendet als vorgesehen, informieren Sie so bald wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und wenden Sie Budesonid weiter wie verordnet an; erhöhen oder verringern Sie die Dosis nicht ohne ärztlichen Rat. Laut Fachinformation ist die akute Giftigkeit gering; eine dauerhafte Überdosierung kann Kortison-Wirkungen im ganzen Körper hervorrufen, etwa eine erhöhte Infektanfälligkeit und eine Unterdrückung der Nebennierenfunktion.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage des Easyhalers mit 0,2 mg je Dosis nennt die Zahl der Inhalationen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahren; die Fachinformation ergänzt die Dosisbereiche für alle Stärken [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat Ihnen eine für Sie geeignete Stärke und Dosis verordnet und passt sie möglicherweise von Zeit zu Zeit an, um die niedrigste Dosis zu finden, mit der Ihr Asthma beherrscht wird [1].
Anwendung und Absetzen
Den Easyhaler schütteln Sie 3- bis 5-mal senkrecht, klicken ihn einmal, um eine Dosis freizusetzen, atmen normal aus, umschließen das Mundstück fest mit den Lippen und atmen kräftig und tief ein. Danach halten Sie mindestens 5 Sekunden den Atem an. Atmen Sie nie in den Inhalator aus; ist das doch passiert oder haben Sie mehrmals geklickt, klopfen Sie das Pulver aus dem Mundstück und beginnen neu [1]. Wenn Sie regelmäßig einen bronchienerweiternden Inhalator anwenden, inhalieren Sie diesen vor Budesonid [1]. Halten Sie den Inhalator trocken und verwenden Sie zur Reinigung kein Wasser [1].
Wenden Sie Budesonid regelmäßig an, auch ohne Beschwerden, am besten jeden Tag zur gleichen Zeit [1]. Brechen Sie die Anwendung nicht ab, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Ein plötzlicher Abbruch kann das Asthma verschlechtern [1]. Wenn Sie bisher Kortison-Tabletten genommen haben, bittet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie möglicherweise, diese allmählich zu verringern; fühlen Sie sich dabei unwohl, informieren Sie sie oder ihn, beenden Sie aber nicht die Anwendung von Budesonid [1].
Präparate mit Budesonid
Budesonid gibt es als Pulverinhalator und Dosieraerosol, als Nasenspray, als Kapseln zum Einnehmen und zur rektalen Anwendung. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation des Budesonid Easyhaler [1, 2]. Für andere Darreichungsformen gelten eigene Packungsbeilagen. Budesonid ist auch in Kombinationspräparaten mit Formoterol enthalten; mehr dazu auf der Seite Budesonid/Formoterol.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Budesonid Easyhaler 0,1 mg, 0,2 mg und 0,4 mg/Dosis | Orion Corporation | Pulver zur Inhalation; 0,2 mg/Dosis Grundlage dieser Seite |
| Budesonid-ratiopharm 3 mg magensaftresistente Hartkapseln | ratiopharm GmbH | zum Einnehmen bei Morbus Crohn, mikroskopischer Kolitis und Autoimmunhepatitis; eigene Packungsbeilage |
| Budiair 200 Mikrogramm Druckgasinhalation | Chiesi GmbH | Dosieraerosol |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Budesonid Easyhaler 0,2 mg/Dosis Pulver zur Inhalation. Orion Corporation (Mitvertrieb Orion Pharma GmbH). Stand 02/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Budesonid Easyhaler 0,1 mg/0,2 mg/0,4 mg/Dosis Pulver zur Inhalation. Orion Corporation (Mitvertrieb Orion Pharma GmbH). Stand 02/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Budesonid-ratiopharm 3 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Budesonid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Budesonid-ratiopharm 3 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Budesonid. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Budesonid bei Asthma?
Die Wirkung kann laut Packungsbeilage bereits nach wenigen Behandlungstagen festzustellen sein, erreicht ihr Maximum aber erst nach einigen Wochen. Laut Fachinformation verbesserte sich die Lungenfunktion innerhalb von 2 Tagen nach Behandlungsbeginn; der volle Effekt wird möglicherweise erst nach bis zu 4 Wochen erreicht. Einen akuten Asthmaanfall kann Budesonid nicht beenden; dafür brauchen Sie einen schnell wirksamen Bronchienerweiterer.
Warum soll ich nach dem Inhalieren den Mund ausspülen?
Pilzinfektionen (Soor) in Mund oder Rachen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Spülen Sie nach jeder Inhalation den Mund mit Wasser aus und spucken Sie das Wasser aus, statt es zu schlucken; das kann das Risiko für eine Pilzinfektion oder Heiserkeit verringern. Laut Fachinformation spricht eine solche Pilzinfektion meist auf eine örtliche Behandlung an, ohne dass Budesonid abgesetzt werden muss.
Ist Budesonid Cortison?
Ja, Budesonid gehört zu den Kortikosteroiden, umgangssprachlich Cortison. Inhaliert verringert es Schwellungen und Entzündungen in der Lunge. Laut Fachinformation sind Wirkungen im ganzen Körper, etwa eine Unterdrückung der Nebennierenfunktion oder eine Abnahme der Knochendichte, deutlich seltener als bei Kortison-Tabletten, vor allem bei hohen Dosen über lange Zeit aber möglich. Deshalb wird die niedrigste Dosis angestrebt, mit der das Asthma kontrolliert bleibt.
Kann ich Budesonid absetzen, wenn es mir gut geht?
Nein, nicht eigenmächtig. Budesonid zum Inhalieren muss regelmäßig angewendet werden, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Ein plötzlicher Abbruch kann das Asthma verschlechtern; sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Budesonid in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?
Laut Packungsbeilage ist es für Mutter und Kind wichtig, in der Schwangerschaft eine geeignete Asthmabehandlung beizubehalten; die Ärztin oder der Arzt wägt Nutzen und Risiko ab und setzt die niedrigste wirksame Dosis ein. Das Beratungszentrum Embryotox stuft Budesonid für die Schwangerschaft als Mittel der Wahl ein; inhalativ kann es bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft eingesetzt und auch in der Stillzeit angewendet werden. Laut Fachinformation sind in therapeutischer Dosierung keine Auswirkungen auf den gestillten Säugling zu erwarten; inhalatives Budesonid soll in der Stillzeit aber nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter die möglichen Risiken für das Kind übersteigt.
Darf mein Kind Budesonid inhalieren?
Der Budesonid Easyhaler mit 0,2 mg je Dosis ist für Kinder ab 6 Jahren vorgesehen; für jüngere Kinder wird er nicht empfohlen. Erwachsene sollten darauf achten, dass das Kind den Inhalator richtig anwendet. Laut Fachinformation wird bei einer Langzeitbehandlung empfohlen, das Wachstum regelmäßig zu kontrollieren. Verhaltensänderungen treten laut Packungsbeilage vor allem bei Kindern auf; Schlafstörungen, Aggressivität, gesteigerte motorische Aktivität und Reizbarkeit kommen eher bei Kindern vor.
Wofür werden Budesonid-Kapseln eingesetzt?
Budesonid gibt es auch als magensaftresistente Kapseln zum Einnehmen, etwa Budesonid-ratiopharm 3 mg. Sie sind laut Fachinformation zugelassen bei akutem Morbus Crohn leichten bis mittelschweren Grades mit Beteiligung des Krummdarms und/oder des aufsteigenden Dickdarms, bei mikroskopischer Kolitis und bei Autoimmunhepatitis. Für die Kapseln gelten eine eigene Packungsbeilage und eigene Nebenwirkungen; diese Seite beschreibt Budesonid zum Inhalieren.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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