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Hydromorphon: Nebenwirkungen und Wirkung

Hydromorphon ist ein stark wirkendes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und ein Betäubungsmittel. Es wird bei starken Schmerzen von Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren angewendet. Sehr häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, Schläfrigkeit, Verstopfung und Übelkeit. Eine flache, verlangsamte Atmung ist ein Warnzeichen, bei dem Sie sich unverzüglich an eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme wenden.

Mann Ende sechzig mit grauem Haar sitzt mit einer Wolldecke über den Knien im Sessel an einem sonnigen Fenster und schaut ruhig in den Garten
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schwindel[1, 2]
  • Sehr häufig: Schläfrigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Verstopfung[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit[1, 2]
  • Häufig: Appetitabnahme[1, 2]
  • Häufig: Angstzustände[1, 2]
  • Häufig: Verwirrtheit[1, 2]
  • Häufig: Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen, schlechte Schlafqualität (Schlaflosigkeit)[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Bauchschmerzen oder Bauchbeschwerden, Mundtrockenheit, Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Juckreiz, Schwitzen[1, 2]
  • Häufig: Plötzlich auftretender, verstärkter Harndrang[1, 2]
  • Häufig: Schwächezustände (Asthenie)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Hydromorphon eingesetzt?

Hydromorphon ist ein stark wirkendes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Die Retardtabletten werden zur Behandlung starker Schmerzen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren angewendet [1, 2].

Hydromorphon ist ein Betäubungsmittel und verschreibungspflichtig [2]. Das Mittel wurde Ihnen persönlich verschrieben; geben Sie es nicht an andere weiter, denn es kann anderen Menschen schaden [1]. Laut Fachinformation sollten Ärztin oder Arzt und Patient vor Beginn gemeinsam eine Behandlungsstrategie mit Dauer, Zielen und einem Plan für das Ende der Behandlung vereinbaren; während der Behandlung sollte häufiger Kontakt bestehen, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung zu beurteilen [2].

Wie wirkt Hydromorphon?

Hydromorphon wirkt als reiner Opioidagonist vor allem an den sogenannten µ-Opioidrezeptoren, also an Andockstellen für Opioide. Es wirkt hauptsächlich auf das zentrale Nervensystem und den Darm. Die Wirkungen sind laut Fachinformation vorwiegend schmerzstillend, angstlösend, hustenstillend und beruhigend. Darüber hinaus können Stimmungsveränderungen, eine Abflachung der Atmung, eine verlangsamte Darmtätigkeit, Übelkeit und Erbrechen auftreten [2].

Retardtabletten geben den Wirkstoff verzögert ab. Werden sie zerkaut, zermahlen oder zerstoßen, wird Hydromorphon schnell freigesetzt; dann kann es zu einer Überdosierung kommen, laut Fachinformation mit einer möglicherweise tödlichen Menge [1, 2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten sind laut Fachinformation Übelkeit, vor allem zu Beginn der Behandlung, und Verstopfung [2]. Hydromorphon kann außerdem abhängig und süchtig machen; die wiederholte Anwendung kann auch zu Missbrauch führen, was eine lebensbedrohliche Überdosierung zur Folge haben kann [1]. Mehr dazu auf der Seite Abhängigkeit und Entzugserscheinungen.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • NervensystemAntriebslosigkeit (Lethargie), durch das Arzneimittel ausgelöste Schläfrigkeit (Sedierung)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • HerzSchneller Herzschlag, langsamer Herzschlag sowie kräftiger, möglicherweise schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie, Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenVerlangsamter Herzschlag
  • AtemwegeÜbermäßige Anspannung der Atemwegsmuskulatur (Bronchospasmus), die zu Atembeschwerden und Atemhemmung (Atemdepression) führt[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Leber und GalleVeränderte Blutwerte, die die Aktivität der Bauchspeicheldrüse anzeigen (erhöhte Pankreasenzyme)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
  • HautRötung des Gesichts[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeit), auch plötzlich auftretende, lebensbedrohliche schwere allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen) und Schwellungen im Mund- und Rachenraum[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • PsycheAbhängigkeit von dem Arzneimittel[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
  • PsycheMissstimmung (Dysphorie)[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemMuskelbewegungsstörungen (Dyskinesie)[1, 2]
  • NervensystemGesteigerte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie)[1, 2]
  • NervensystemAtemaussetzer während des Schlafs (Schlafapnoe)[1, 2]
  • AugenVerengung der Pupillen (Miosis)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufHautrötung mit Hitzegefühl[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
  • Magen und DarmLähmung der Darmtätigkeit (paralytischer Ileus)[1, 2]
  • Leber und GalleGallenkolik[1, 2]
  • HautNesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
  • Allgemeine BeschwerdenGewöhnung an das Arzneimittel: Es werden höhere Dosen nötig (Toleranz)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenEntzugserscheinungen beim Neugeborenen, wenn die Mutter in der Schwangerschaft Hydromorphon angewendet hat[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die bedeutsamste Gefahr einer Überdosierung von Opioiden ist eine Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression) [1, 2]. Hydromorphon kann außerdem schlafbezogene Atemstörungen wie Atemaussetzer im Schlaf und einen niedrigen Sauerstoffgehalt des Blutes im Schlaf verursachen; die Ärztin oder der Arzt kann dann eine Verringerung der Dosis in Betracht ziehen [1]. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Sechzigern isst am hellen Küchentisch eine Schale Müsli mit frischem Obst, daneben steht ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Verstopfung: Sie gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Laut Packungsbeilage können Sie ihr vorbeugend mit viel Trinken und ballaststoffreicher Ernährung entgegenwirken. Hatten Sie schon vor Beginn der Einnahme Probleme mit Verstopfung, sollten Sie von Anfang an ein Abführmittel nehmen; sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu auf der Seite Verstopfung durch Medikamente.

Übelkeit und Erbrechen: Sie treten insbesondere zu Beginn der Behandlung häufig auf. Ist Ihnen übel oder müssen Sie erbrechen, verschreibt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein geeignetes Arzneimittel dagegen [1]. Hintergründe finden Sie unter Übelkeit und Erbrechen.

Schläfrigkeit und Schwindel: Beides ist sehr häufig [1, 2]. Ihre Verkehrstüchtigkeit kann vor allem zu Beginn der Behandlung, nach einer Dosiserhöhung oder nach einem Präparatewechsel beeinträchtigt sein [1, 2]. Weitere Informationen bieten die Seiten Müdigkeit und Schwindel.

Juckreiz und Schwitzen: Beides ist häufig [1, 2]. Mehr unter Juckreiz und Schwitzen.

Wirkung zu stark oder zu schwach: Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei hoher Dosierung kann in seltenen Fällen eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit auftreten; dann passt die Ärztin oder der Arzt die Behandlung an [1].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen, besonders über alle opioidhaltigen und alle beruhigenden Mittel [1]. Werden Hydromorphon und andere dämpfende Arzneimittel wie Benzodiazepine gleichzeitig angewendet, steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atemdepression und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Die gleichzeitige Anwendung sollte deshalb nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt, und Dosis und Dauer sollten begrenzt werden [1, 2]. Es kann hilfreich sein, Freunde oder Verwandte zu bitten, auf solche Anzeichen zu achten; treten sie bei Ihnen auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Auch Gabapentin und Pregabalin erhöhen zusammen mit Opioiden das Risiko für eine Überdosierung und Atemdepression [1, 2]. Hydromorphon darf nicht eingenommen werden, wenn Sie MAO-Hemmer gegen Depressionen einnehmen oder in den letzten 2 Wochen eingenommen haben [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Hydromorphon
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere zentral dämpfende Mittel: Beruhigungsmittel gegen Angststörungen (z. B. Benzodiazepine), Schlafmittel, Narkosemittel wie Barbiturate, Neuroleptika, Antidepressiva, Mittel gegen Allergien oder Übelkeit (Antihistaminika, Antiemetika) und andere Opioide (starke Schmerzmittel, Substitutionsmittel, einige Hustenmittel)Höheres Risiko für Schläfrigkeit, Atemdepression und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Mit anderen Opioiden ist eine Gewöhnung (Kreuztoleranz) möglich[1, 2]Gleichzeitige Anwendung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer sollte die Ärztin oder der Arzt begrenzen. Es kann hilfreich sein, Freunde oder Verwandte auf solche Anzeichen achten zu lassen; bei Anzeichen Ärztin oder Arzt kontaktieren
MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen)Laut Fachinformation anregende oder dämpfende Wirkungen auf das Nervensystem, Blutdruckabfall oder Blutdruckanstieg möglich[1, 2]Kombination nicht erlaubt, auch nicht, wenn die Einnahme vor weniger als 14 Tagen beendet wurde
Gabapentin und Pregabalin (gegen Epilepsie, Nervenschmerzen oder Angststörungen)Höheres Risiko für eine Opioid-Überdosierung und Atemdepression; das kann lebensbedrohlich sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Bestimmte muskelentspannende Arzneimittel (Muskelrelaxanzien)Verstärkte Atembeschwerden (Atemdepression)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
AlkoholVerstärkte Schläfrigkeit oder höheres Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen wie flache Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlust[1, 2]Während der Einnahme keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Hydromorphon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Hydromorphon darf unter anderem nicht eingenommen werden bei Atemdepression, schwerer COPD, schwerem Bronchialasthma, einer Darmlähmung oder bei Bewusstlosigkeit [1, 2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder traf er früher einmal zu, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Vorerkrankungen wie Atemproblemen oder einer schweren Nieren- oder Lebererkrankung und bei höherem Alter kann eine niedrigere Dosierung nötig sein [1]. Das Risiko, abhängig oder süchtig zu werden, ist von Person zu Person unterschiedlich [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Hydromorphonhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Probleme mit der Atmung: Atemdepression (laut Fachinformation mit Sauerstoffmangel und/oder zu viel Kohlendioxid im Blut) oder schwere chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD)[1, 2]
  • Schweres Bronchialasthma[1, 2]
  • Magenbeschwerden oder plötzliche Bauchschmerzen (akutes Abdomen)[1, 2]
  • Darmbeschwerden mit fehlender Darmtätigkeit (paralytischer Ileus)[1, 2]
  • Einnahme von MAO-Hemmern (Mittel gegen Depressionen) oder Einnahme innerhalb der letzten 2 Wochen[1, 2]
  • Bewusstlosigkeit oder Koma[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Höheres Alter oder geschwächter Allgemeinzustand[1, 2]
  • Atemprobleme wie chronisch obstruktive Atemwegserkrankung oder verminderte Atemreserve, etwa bei Asthma; Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe)[1, 2]
  • Erhöhter Hirndruck oder Kopfverletzungen; Bewusstseinsstörungen mit Schwindel oder Benommenheit; Krankheiten mit Krampfanfällen wie Epilepsie[1, 2]
  • Niedriger Blutdruck bei geringem Blutvolumen (Hypotonie bei Hypovolämie)[1, 2]
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Gallenwegserkrankung, Gallen- oder Nierenkolik, Darmbeschwerden mit Entzündungen oder Verengungen des Darms[1, 2]
  • Schilddrüsenunterfunktion, Funktionsschwäche der Nebennierenrinde (z. B. Addison-Krankheit), vergrößerte Prostata mit Problemen beim Wasserlassen[1, 2]
  • Schwere Nieren- oder Lebererkrankung: möglicherweise sind niedrigere Dosen nötig[1, 2]
  • Frühere starke Reaktion bei Alkoholentzug (Delirium tremens)[1, 2]
  • Höheres Risiko für Abhängigkeit oder Sucht: Missbrauch von oder Abhängigkeit von Alkohol, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln oder illegalen Drogen bei Ihnen oder in Ihrer Familie, Rauchen, frühere psychische Probleme wie Depression, Angststörung oder Persönlichkeitsstörung[1, 2]
  • Operationen: vor und in den ersten 24 Stunden nach einer Operation nicht empfohlen, danach Vorsicht, besonders nach Eingriffen im Bauchraum; 12 Stunden vor einer zusätzlichen Schmerzbehandlung (z. B. Operation, Plexusblockade) kein Hydromorphon mehr[1, 2]
  • Hormonelle Veränderungen: Hydromorphon kann die Bildung körpereigener Hormone wie Kortisol oder Sexualhormone beeinflussen, vor allem bei hohen Dosen über lange Zeiträume[1, 2]
  • Kinder unter 12 Jahren: Anwendung nicht empfohlen, da Studien bei Kindern fehlen[1, 2]
  • Doping: Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Während der Einnahme empfiehlt die Packungsbeilage, keinen Alkohol zu trinken [1]. In der Schwangerschaft und bei der Geburt sollten Sie Hydromorphon nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie ausdrücklich dazu auffordert; in der Stillzeit sollten Sie es nicht einnehmen [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Alkohol, Medikamente und Autofahren und Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Sie sollten Hydromorphon in der Schwangerschaft und bei der Geburt nicht einnehmen, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat Sie ausdrücklich dazu aufgefordert. Je nach Dosis und Dauer kann es beim Neugeborenen zu langsamer und flacher Atmung (Atemdepression) oder zu Entzugserscheinungen kommen; dazu können hochfrequentes Schreien, Reizbarkeit und Unruhe, Zittern, Krampfanfälle, Schwierigkeiten beim Füttern oder ungenügende Nahrungsaufnahme, Durchfall, Schwitzen und mangelnde Gewichtszunahme gehören. Laut Fachinformation liegen keine klinischen Daten zu Schwangerschaften vor; Hydromorphon kann bei der Geburt die Wehentätigkeit vermindern.[1, 2]

Laut Embryotox gibt es bisher keine Hinweise auf fehlbildende Wirkungen, systematische Studien zum ersten Schwangerschaftsdrittel liegen aber nicht vor. Eine kurzfristige Gabe erscheint Embryotox auch in der Schwangerschaft vertretbar. Bei längerer Anwendung bis zur Geburt können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten, auch bis zu 72 Stunden verzögert; nach wiederholter Anwendung im zweiten und dritten Drittel sollte die Entbindung in einem perinatologischen Zentrum geplant werden. Ein akuter Opiat-Entzug in der Schwangerschaft sollte vermieden werden, weil er zum Tod des Kindes im Mutterleib oder zu vorzeitigen Wehen führen kann.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit sollten Sie Hydromorphon nicht einnehmen, weil der Wirkstoff in die Muttermilch übergehen kann. Ist die Einnahme erforderlich, sollten Sie abstillen.[1, 2]

Laut Embryotox sollte Hydromorphon wie alle Opioid-Schmerzmittel in der Stillzeit allenfalls kurzzeitig und bei guter Beobachtung des Säuglings angewendet werden; Einzeldosen erfordern keine Einschränkung des Stillens. Besondere Vorsicht gilt bei Neu- und Frühgeborenen und bei Säuglingen mit Neigung zu Atemaussetzern. Schmerzmittel der ersten Wahl in der Stillzeit sind laut Embryotox Ibuprofen und Paracetamol; ist ein Opioid unumgänglich, wären kurzzeitig Tramadol oder Buprenorphin akzeptable Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Einnahme keinen Alkohol: Er kann die Schläfrigkeit verstärken und das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen erhöhen, etwa einer flachen Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlust.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Hydromorphon kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen, vor allem zu Beginn der Behandlung, nach einer Dosiserhöhung, nach einem Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol oder anderen dämpfenden Mitteln. Bei stabiler Dosis sind Sie nicht unbedingt beeinträchtigt. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie fahren oder Maschinen bedienen dürfen.[1, 2]

Einnahme

Die Retardtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (einem halben Glas Wasser) schlucken. Nicht zerkauen, zermahlen oder zerstoßen, das kann zu einer schnellen Freisetzung und einer Überdosierung führen. Bei chronischen Schmerzen nach einem festen Zeitplan einnehmen, zum Beispiel morgens und abends; der Abstand von 12 Stunden sollte nicht unterschritten werden.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen. Eine vergessene Einnahme können Sie nachholen; grundsätzlich nicht häufiger als einmal alle 12 Stunden einnehmen.[1]

Hydromorphon nicht länger als unbedingt notwendig einnehmen; die Behandlung wird regelmäßig ärztlich überprüft. Geben Sie das Mittel nicht an andere weiter.[1]

Absetzen

Setzen Sie Hydromorphon nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nach längerer Anwendung kann ein Absetzen Entzugserscheinungen auslösen, zum Beispiel gesteigerte Erregbarkeit, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit, unwillkürliche Bewegungen, Zittern und Magen-Darm-Beschwerden. Ist die Behandlung nicht mehr nötig, sollte sie durch schrittweise Verringerung der Dosis beendet werden.[1, 2]

Überdosierung

Bei Einnahme von zu vielen Tabletten sofort eine Ärztin oder einen Arzt informieren. Möglich sind enge Pupillen, langsamer Herzschlag, eine beeinträchtigte Atmung, eine Funktionsstörung des Gehirns (toxische Leukoenzephalopathie), Blutdruckabfall und zunehmende Benommenheit bis zum Starrezustand oder zur Bewusstlosigkeit; auch eine Lungenentzündung durch eingeatmetes Erbrochenes ist möglich. In schweren Fällen können Kreislaufversagen oder ein tiefes Koma auftreten, unter Umständen tödlich. Bis die Ärztin oder der Arzt eintrifft: die Person wach halten, zum Atmen auffordern und beim Atmen helfen. Nicht Auto fahren.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine Anfangsdosis, die gilt, wenn die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet, und beschreibt, für wen eine niedrigere Dosis ausreichen kann [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Hydromorphon immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Schlucken Sie die Retardtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit; zerkauen, zermahlen oder zerstoßen Sie sie nicht. Bei chronischen Schmerzen nehmen Sie sie nach einem festen Zeitplan, mit mindestens 12 Stunden Abstand [1]. Hydromorphon sollte nicht länger als unbedingt notwendig eingenommen werden; die Behandlung wird regelmäßig überprüft, um Nebenwirkungen rechtzeitig zu behandeln und über die Fortführung zu entscheiden [1]. Hinweise zur Entsorgung gibt der Ratgeber Medikamente entsorgen.

Vor und in den ersten 24 Stunden nach einer Operation wird Hydromorphon nicht empfohlen; vor einer zusätzlichen Schmerzbehandlung wie einer Operation oder Plexusblockade sollten Sie 12 Stunden vor dem Eingriff kein Hydromorphon mehr erhalten [1, 2]. Hinweise dazu enthält auch der Ratgeber Medikamente vor der OP.

Setzen Sie Hydromorphon nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nach längerer Anwendung kann ein abruptes Ende Entzugserscheinungen auslösen; ist die Behandlung nicht mehr nötig, sollte sie deshalb durch schrittweise Verringerung der Dosis beendet werden [1, 2]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben.

Präparate mit Hydromorphon

Hydromorphon gibt es von mehreren Anbietern als Retardtabletten und als retardierte Hartkapseln. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der Retardtabletten von ratiopharm [1, 2]. Für andere Darreichungsformen gelten eigene Packungsbeilagen. Laut Embryotox ist Hydromorphon strukturverwandt mit Morphin [3].

Präparate mit Hydromorphon
PräparatAnbieterHinweis
Hydromorphon-HCl AbZ Hartkapseln, retardiertAbZ-Pharma GmbHBetäubungsmittel; Hartkapseln mit eigener Packungsbeilage
Hydromorphon-HCl-ratiopharm Hartkapseln, retardiertratiopharm GmbHBetäubungsmittel; Hartkapseln mit eigener Packungsbeilage
Hydromorphon-ratiopharm Retardtablettenratiopharm GmbHBetäubungsmittel; Retardtabletten mit 4, 8, 16 oder 24 mg; Grundlage dieser Seite
JurnistaBetäubungsmittel
PalladonBetäubungsmittel

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Hydromorphon-ratiopharm 4 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Hydromorphon-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Hydromorphon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Hydromorphon verschrieben?

Hydromorphon ist zur Behandlung starker Schmerzen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen. Es gehört zu den Opioiden und ist ein Betäubungsmittel. Laut Fachinformation sollten vor Beginn gemeinsam mit Ihnen Behandlungsziele, Behandlungsdauer und ein Plan für das Ende der Behandlung vereinbart werden.

Macht Hydromorphon abhängig?

Ja, das ist möglich. Die wiederholte Anwendung kann dazu führen, dass das Mittel weniger wirkt (Toleranz), und kann Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht verursachen; das kann eine lebensbedrohliche Überdosierung zur Folge haben. Das Risiko kann mit höherer Dosis und längerer Anwendung steigen. Bemerken Sie Anzeichen einer Abhängigkeit, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich während der Einnahme von Hydromorphon Alkohol trinken?

Die Packungsbeilage empfiehlt, während der Einnahme keinen Alkohol zu trinken. Alkohol kann die Schläfrigkeit verstärken und das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen erhöhen, etwa einer flachen Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlust.

Darf ich mit Hydromorphon Auto fahren?

Hydromorphon kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen, vor allem zu Beginn der Behandlung, nach einer Dosiserhöhung, nach einem Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol oder anderen dämpfenden Mitteln. Bei stabiler Dosis sind Sie nicht unbedingt beeinträchtigt. Ob Sie fahren dürfen, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was hilft gegen Verstopfung durch Hydromorphon?

Verstopfung ist sehr häufig und kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Laut Packungsbeilage können Sie ihr mit viel Trinken und ballaststoffreicher Ernährung entgegenwirken. Hatten Sie schon vor der Behandlung Verstopfung, sollten Sie von Anfang an ein Abführmittel nehmen; sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was passiert, wenn man Hydromorphon plötzlich absetzt?

Nach längerer Anwendung kann ein Absetzen Entzugserscheinungen auslösen, zum Beispiel gesteigerte Erregbarkeit, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit, unwillkürliche Bewegungen, Zittern und Magen-Darm-Beschwerden. Setzen Sie Hydromorphon nicht ohne Rücksprache ab; ist die Behandlung nicht mehr nötig, sollte sie durch schrittweise Verringerung der Dosis beendet werden.

Macht Hydromorphon müde?

Schläfrigkeit gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten; Ermüdung ist gelegentlich, Antriebslosigkeit selten. Zusammen mit Beruhigungsmitteln oder Alkohol kann die Schläfrigkeit stärker werden.

Wie hoch ist die Dosis von Hydromorphon?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie hängt von der Stärke der Schmerzen und vom bisherigen Schmerzmittelbedarf ab. Was die Packungsbeilage dazu sagt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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    "Häufig" heißt in der Packungsbeilage: bei bis zu 1 von 10 Behandelten.