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Formoterol: Nebenwirkungen und Wirkung

Formoterol ist ein verschreibungspflichtiger, langwirksamer Beta-2-Agonist zum Inhalieren, der die Muskulatur der Atemwege entspannt. Die Wirkung beginnt nach 1 bis 3 Minuten. Bei Asthma wird es zusammen mit einem Kortison-Inhalator angewendet, bei COPD nur bei Erwachsenen. Häufig sind Herzklopfen, Kopfschmerzen und Zittern. Bei rasch zunehmender Atemnot nach der Inhalation stoppen Sie die Anwendung und holen sofort ärztliche Hilfe.

Mann in den Vierzigern sitzt morgens am Küchentisch und hält einen kleinen Pulverinhalator an den Mund
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Wahrnehmen des eigenen Herzschlags (Palpitationen), Herzklopfen oder Herzstolpern; wenn sie auftreten, sind sie meistens wenig ausgeprägt und verschwinden normalerweise bei fortgesetzter Anwendung[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Formoterol eingesetzt?

Formoterol ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff zum Inhalieren aus der Gruppe der Asthma- und COPD-Medikamente. Er wird bei Asthma und bei chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) angewendet; bei Asthma ab einem Alter von 6 Jahren, bei COPD nur bei Erwachsenen [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage (Stand Oktober 2024) und Fachinformation (Stand August 2023) von Formoterol-ratiopharm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation [1, 2].

Bei Asthma verschreibt die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage zwei Inhalatoren, die zusammen angewendet werden sollten: Formoterol und einen Kortison-Inhalator [1]. Die Fachinformation beschreibt Formoterol als Zusatz zur Erhaltungstherapie mit inhalativen Kortikosteroiden bei anhaltendem, mittelschwerem bis schwerem Asthma, wenn eine regelmäßige bronchienerweiternde Behandlung nötig ist und das Kortison allein nicht ausreicht [2]. Formoterol kann außerdem vor Anstrengungen angewendet werden, um anstrengungsbedingten Asthmabeschwerden vorzubeugen [1]. Bei COPD dient es der Erleichterung der Beschwerden durch verengte Atemwege [1, 2].

Für Inhalatoren mit Formoterol und Kortison gelten eigene Packungsbeilagen, siehe Budesonid/Formoterol und Beclometason/Formoterol.

Wie wirkt Formoterol?

Formoterol gehört zu den langwirksamen Beta-2-Agonisten, auch Bronchodilatatoren genannt. Es entspannt die Muskulatur der Atemwege, dadurch wird das Atmen leichter [1, 2]. Die Wirkung beginnt innerhalb von 1 bis 3 Minuten; laut Packungsbeilage hält sie bis zu 12 Stunden an, laut Fachinformation im Schnitt ungefähr 12 Stunden nach einer Dosis [1, 2].

Nach der Inhalation ist die höchste Konzentration im Blut nach 10 Minuten erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) wird auf etwa 17 Stunden geschätzt; abgebaut wird Formoterol vor allem in der Leber [2]. Das Beratungszentrum Embryotox beschreibt Formoterol als Beta-2-Sympathomimetikum mit langer Wirkdauer von etwa zwölf Stunden, das ausschließlich inhaliert wird [3].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; wo die Fachinformation genauer ist, steht das dabei. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten sind Herzklopfen, Kopfschmerzen und Zittern. Laut Fachinformation sind die bei Beta-2-Agonisten am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen wie Zittern und Herzklopfen in der Regel leicht und lassen innerhalb weniger Behandlungstage nach [1, 2]. Über eine übersteigerte Reizbarkeit (Hyperexzitabilität) nach Beta-2-Agonisten wurde äußerst selten berichtet, in erster Linie bei Kindern bis 12 Jahren [1, 2]. Der Hilfsstoff Lactose enthält geringe Mengen Milchprotein und kann allergische Reaktionen hervorrufen [1, 2].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • HerzWahrnehmen des eigenen Herzschlags (Palpitationen), Herzklopfen oder Herzstolpern; wenn sie auftreten, sind sie meistens wenig ausgeprägt und verschwinden normalerweise bei fortgesetzter Anwendung[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemAllergische Reaktionen, z. B. das Gefühl, ohnmächtig zu werden (durch niedrigen Blutdruck), oder Schwellungen an Händen und/oder Füßen, im Gesicht, an den Augenlidern und Lippen; laut Fachinformation auch Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz und Ausschlag[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtJuckreizHautausschlagNiedriger Blutdruck
  • AtemwegeÜbermäßige und anhaltende Verkrampfung der Atemwegsmuskulatur, die zu Atemnot führt (Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie); mögliche Anzeichen sind Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
  • HerzUngleicher Herzschlag; laut Fachinformation Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) wie Vorhofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie und Extrasystolen[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
  • Magen und DarmTrockener Mund[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
  • AtemwegeHalsschmerzen; laut Fachinformation Reizung des Rachens mit Husten und Heiserkeit[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
  • PsycheUnruhe und Aufgeregtheit (Nervosität)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheAngstzustände[1, 2]Mehr dazu: Angst
  • PsycheSchlafstörungen[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeUnwillkürliche Muskelkontraktionen (laut Fachinformation Muskelkrämpfe)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • AtemwegeAkute, sich rasch verschlimmernde Kurzatmigkeit mit Keuchen oder Husten und Atembeschwerden nach der Inhalation (paradoxer Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • HerzSchmerzen in der Brust, ausstrahlend in Kiefer und Rücken, die bei körperlicher Anstrengung auftreten und auf Durchblutungsstörungen des Herzens zurückgehen (Angina pectoris)[1, 2]
  • HerzBestimmte Herzrhythmusstörungen, Verlängerung des QT-Intervalls (im EKG sichtbare Veränderung)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • HerzSchwellungen, insbesondere an Knöcheln und Füßen, durch Flüssigkeitseinlagerungen (periphere Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), der sich durch großen Durst, häufiges Wasserlassen oder Müdigkeit bemerkbar machen kann[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • NervensystemGeschmacksveränderungen, beispielsweise ein unangenehmer Geschmack im Mund[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
  • NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • Gefäße und KreislaufÄnderungen der Blutdruckwerte (Blutdruckschwankungen)[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegNiedriger Blutdruck

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wie bei anderen Inhalationen kann es nach der Anwendung zu einer plötzlichen Verengung der Atemwege kommen (paradoxer Bronchospasmus). Laut Fachinformation muss diese sofort mit einem schnell wirkenden inhalierten Bronchodilatator behandelt werden; die Behandlung mit Formoterol wird dann sofort beendet [2]. Während der Behandlung können schwere asthmabedingte Ereignisse und Verschlechterungen auftreten. Lassen sich die Asthmabeschwerden nicht kontrollieren oder verstärken sie sich, sollte die Behandlung laut Fachinformation fortgesetzt, aber ärztlicher Rat eingeholt werden [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Mitte dreißig geht an einem kühlen Herbstmorgen zügig auf einem Parkweg und atmet ruhig durch
Bild: KI-generiert

Herzklopfen und Zittern: Beide sind laut Fachinformation in der Regel leicht und lassen innerhalb weniger Behandlungstage nach; Herzklopfen verschwindet laut Packungsbeilage normalerweise bei fortgesetzter Anwendung [1, 2]. Erhöhen Sie die verschriebene Dosis nicht, ohne es mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen [1]. Bei Brustschmerzen, die in Kiefer und Rücken ausstrahlen, oder bei Muskelschwäche, Muskelkrämpfen, Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen als möglichen Zeichen eines niedrigen Kaliumspiegels stoppen Sie die Anwendung und holen sofort ärztliche Hilfe [1].

Rachenreizung, Husten, Heiserkeit: Wer empfindlich auf das Einatmen eines trockenen Pulvers reagiert, kann eine Reizung des Rachens mit Husten oder Heiserkeit bekommen; Mundspülen nach der Inhalation kann das laut Packungsbeilage verhindern [1]. Lassen Sie sich die Anwendung des Inhalators zeigen, damit Sie richtig inhalieren, und fragen Sie bei Unsicherheit in der Arztpraxis oder Apotheke nach [1, 2].

Kalium und Blutzucker: Muskelschwäche, Krämpfe, Herzklopfen oder ein unregelmäßiger Herzschlag können Zeichen eines zu niedrigen Kaliumspiegels sein, großer Durst, häufiger Harndrang oder starke Müdigkeit Zeichen eines zu hohen Blutzuckers [1]. Haben Sie Diabetes, sind eventuell zusätzliche Bluttests nötig [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Betablocker können die Wirkung von Formoterol verringern oder verhindern; das gilt auch für Augentropfen, etwa mit Timolol gegen grünen Star. Laut Fachinformation sollten sie außer bei zwingender Notwendigkeit nicht zusammen mit Formoterol angewendet werden [1, 2]. Theophyllin, Kortison zum Einnehmen wie Prednisolon und Entwässerungsmittel wie Furosemid können den Kaliumspiegel zusätzlich senken [1, 2].

Andere atemwegserweiternde Beta-2-Agonisten wie Salbutamol sowie Ephedrin können die Nebenwirkungen von Formoterol verstärken [1, 2]. Anticholinergika wie Tiotropium oder Ipratropium können zusätzlich zu einer besseren Erweiterung der Atemwege beitragen [1, 2]. Vor einer Narkose bei einer Operation oder beim Zahnarzt sollten Sie die Anwendung angeben, weil einige Narkosemittel zu Herzrhythmusstörungen führen können [1].

Wechselwirkungen von Formoterol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Betablocker, auch als Augentropfen (z. B. Atenolol, Propranolol, Timolol)Können die Wirkung von Formoterol verringern oder verhindern[1, 2]Laut Fachinformation außer bei zwingender Notwendigkeit nicht zusammen anwenden
Mittel gegen schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag (z. B. Chinidin, Disopyramid, Procainamid), bestimmte Antihistaminika (z. B. Terfenadin, Astemizol, Mizolastin), Erythromycin und trizyklische AntidepressivaLaut Fachinformation theoretisches Risiko einer Wechselwirkung am QT-Intervall mit möglicherweise erhöhtem Risiko für Kammerrhythmusstörungen (ventrikuläre Arrhythmien)[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
MAO-Hemmer (auch in den letzten 14 Tagen eingenommen) und trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin)Die Wirkung von Beta-2-Agonisten auf Herz und Kreislauf kann verstärkt werden[1, 2]Laut Fachinformation nur mit Vorsicht anwenden
Xanthinderivate (z. B. Theophyllin, Aminophyllin), Kortikosteroide zum Einnehmen (z. B. Prednisolon) und Diuretika (z. B. Furosemid)Können eine kaliumsenkende Wirkung verstärken; Kortikosteroide zum Einnehmen können außerdem den blutzuckersteigernden Effekt erhöhen[1, 2]Laut Fachinformation Kontrolle des Kaliumspiegels empfohlen; besondere Vorsicht bei Theophyllin und bestehenden Herzerkrankungen
Digoxin (bei Herzschwäche)Ein niedriger Kaliumspiegel kann bei Behandlung mit Digitalisglykosiden die Neigung zu Herzrhythmusstörungen erhöhen[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Andere atemwegserweiternde Beta-2-Agonisten (z. B. Salbutamol) oder EphedrinKönnen die Nebenwirkungen von Formoterol verstärken[1, 2]Laut Fachinformation kann eine Anpassung der Dosis nötig sein
L-Dopa (bei Parkinson), L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon), Oxytocin (zur Geburtseinleitung) und AlkoholKönnen laut Fachinformation die Herzverträglichkeit von Beta-2-Sympathomimetika beeinträchtigen[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Narkosemittel aus der Gruppe der halogenierten Kohlenwasserstoffe (Operation oder Zahnarzt)Können zu Herzrhythmusstörungen führen[1, 2]Vor einer Narkose die Anwendung von Formoterol angeben
Anticholinergika (z. B. Tiotropium, Ipratropiumbromid)Können zusätzlich zu einer besseren Erweiterung der Atemwege beitragen[1, 2]Nur nach ärztlicher Verordnung kombinieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Formoterol nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Bei einer Allergie gegen Formoterol, Milchprotein oder einen der sonstigen Bestandteile dürfen Sie Formoterol nicht anwenden [1, 2]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Diabetes, Bluthochdruck, eine Herzerkrankung, Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenprobleme, niedrige Kaliumwerte, schwere Leberprobleme, ein Aneurysma oder ein Phäochromozytom haben [1]. Bei Kindern unter 6 Jahren wird Formoterol nicht angewendet [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Formoterol, Milchprotein oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Asthma: Laut Fachinformation sollte Formoterol nicht als erste Behandlung (Initialtherapie) von Asthma eingesetzt werden und ist dafür auch nicht ausreichend. Wer einen langwirksamen Beta-2-Agonisten braucht, sollte auch eine entzündungshemmende Erhaltungstherapie mit Kortikosteroiden erhalten und diese auch bei Besserung der Beschwerden fortsetzen. Die Behandlung sollte nicht während einer akuten schweren Verschlechterung (Exazerbation) begonnen werden oder wenn sich das Asthma signifikant verschlechtert oder akut verschlimmert[2]
  • Diabetes: Eventuell sind während der Anwendung zusätzliche Bluttests nötig; laut Fachinformation wird zu Beginn eine zusätzliche Überwachung des Blutzuckers empfohlen[1, 2]
  • Hoher Blutdruck oder frühere Herzprobleme; laut Fachinformation Vorsicht bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen des Herzens, schnellen Herzrhythmusstörungen (Tachyarrhythmie), schweren Herzfehlern, hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie oder idiopathischer subvalvulärer Aortenstenose[1, 2]
  • Herzrhythmusstörungen oder Verlängerung des QT-Intervalls im EKG; laut Fachinformation auch bei Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall beeinflussen[1, 2]
  • Probleme mit der Schilddrüse; laut Fachinformation Vorsicht bei Thyreotoxikose[1, 2]
  • Niedrige Kaliumwerte im Blut: Laut Fachinformation können Beta-2-Agonisten einen schweren Kaliummangel hervorrufen; bei schwerem Asthma ist besondere Vorsicht geboten. Xanthinderivate, Kortikosteroide und Diuretika können diese Wirkung verstärken, dann wird die Überwachung des Kaliumspiegels empfohlen[1, 2]
  • Schwere Leberprobleme wie Leberzirrhose[1, 2]
  • Erweiterung einer Arterie (Aneurysma)[1, 2]
  • Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom)[1, 2]
  • Kinder unter 6 Jahren: nicht anwenden, weil keine ausreichenden Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen[1, 2]
  • Doping: Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen; die gesundheitlichen Folgen einer Anwendung als Dopingmittel sind nicht absehbar, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Das Pulver enthält Lactose; erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt anwenden. Die Menge verursacht normalerweise keine Probleme bei Laktoseintoleranz[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Eine Wirkung auf die Verkehrstüchtigkeit ist laut Packungsbeilage unwahrscheinlich [1]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit fassen die Karten die Angaben von Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox zusammen; Embryotox führt Formoterol als Mittel der Wahl, das gemäß der Asthma-Stufentherapie verwendet werden darf, hält aber dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig [1, 2, 3]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder werden möchten. Werden Sie während der Anwendung schwanger, hören Sie nicht auf, sondern informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation liegen für Schwangere keine ausreichenden Daten vor; eine Behandlung kann in allen Stadien der Schwangerschaft erwogen werden, wenn sie für die Asthmakontrolle notwendig ist und der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als jedes mögliche Risiko für das ungeborene Kind.[1, 2]

Embryotox: Die Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika ist mit über 40.000 Schwangerschaften, in denen im ersten Schwangerschaftsdrittel ein solches Mittel angewendet wurde, gut untersucht; insgesamt sprechen die Ergebnisse gegen ein substanziell erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Laut Embryotox darf Formoterol gemäß der Asthma-Stufentherapie verwendet werden; empfohlen werden während der gesamten Schwangerschaft eine optimale Krankheitskontrolle und eine engmaschige frauenärztliche und lungenfachärztliche Betreuung.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Formoterol beim Menschen in die Muttermilch übergeht; bei Ratten wurden geringe Mengen in der Milch gefunden, und ein Risiko für Neugeborene und Kleinkinder kann nicht ausgeschlossen werden. Ob abgestillt oder auf die Behandlung verzichtet wird, wird unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens für das Kind und des Nutzens der Behandlung für die Mutter entschieden. Die Packungsbeilage rät, vor der Anwendung ärztlichen Rat einzuholen.[1, 2]

Embryotox: Veröffentlichte Erfahrungen zur Stillzeit gibt es nicht, Beschwerden bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht beschrieben. Laut Embryotox darf Formoterol in der Stillzeit indikationsgerecht im Rahmen der Asthma-Stufentherapie verwendet werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Die Packungsbeilage nennt Alkohol unter den Stoffen, über die Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollen. Laut Fachinformation kann Alkohol, wie L-Dopa, L-Thyroxin und Oxytocin, die Herzverträglichkeit von Beta-2-Sympathomimetika beeinträchtigen.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Eine Wirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Werkzeugen oder Maschinen ist laut Packungsbeilage unwahrscheinlich.[1, 2]

Einnahme

Die Kapseln nur mit dem mitgelieferten Inhalator inhalieren, nicht schlucken und erst direkt vor der Anwendung aus der Packung nehmen. Zuerst vollständig ausatmen, das Mundstück fest mit den Lippen umschließen und schnell und so tief wie möglich einatmen; danach den Atem so lange wie möglich anhalten. Ist noch Pulver in der Kapsel, den Vorgang wiederholen.[1]

Wer Formoterol regelmäßig bei Asthma oder COPD anwendet, sollte es auch ohne Beschwerden weiter anwenden. Erhöhen Sie die verschriebene Dosis nicht, ohne es mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen. Kinder sollten nur unter Aufsicht eines Erwachsenen inhalieren.[1]

Wer empfindlich auf das Einatmen eines trockenen Pulvers reagiert, kann eine Reizung des Rachens mit Husten oder Heiserkeit bekommen; Mundspülen nach der Inhalation kann das verhindern.[1]

Dosis vergessen: anwenden, sobald Sie daran denken; ist es erst kurz vor der nächsten Dosis, die vergessene auslassen. Nicht die doppelte Menge anwenden.[1]

Absetzen

Hören Sie mit der Anwendung nicht auf, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Ist das Asthma gut unter Kontrolle, kann die Ärztin oder der Arzt überlegen, ob eine stufenweise Senkung der Dosis angebracht ist.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie mehr angewendet als vorgesehen, holen Sie unverzüglich den Rat Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke ein. Möglich sind Zittern, Kopfschmerzen oder schneller Herzschlag; laut Fachinformation wurde in Einzelfällen auch über QT-Verlängerung, Herzrhythmusstörungen, Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), niedriges Kalium, hohen Blutzucker, Blutdruckveränderungen, Bluthochdruck, Übelkeit und Erbrechen berichtet.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis getrennt für Asthma, Asthma durch Anstrengung und COPD sowie die Höchstmengen je Anwendung und Tag; Angaben zu älteren Menschen und zu eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion stehen nur in der Fachinformation [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Anwendung und Absetzen

Die Kapseln werden nur mit dem mitgelieferten Inhalator inhaliert und dürfen nicht geschluckt werden. Nehmen Sie eine Kapsel erst direkt vor der Anwendung aus der Packung [1]. Die Wirksamkeit hängt unter anderem von der richtigen Anwendung des Inhalators ab; lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorgfältig [1]. Wenden Sie Formoterol regelmäßig an, setzen Sie die Anwendung auch ohne Beschwerden fort [1]. Kinder sollten nur unter Aufsicht eines Erwachsenen inhalieren [1].

Hören Sie mit der Anwendung nicht auf, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Ist das Asthma gut unter Kontrolle, kann die Ärztin oder der Arzt überlegen, ob eine stufenweise Senkung der Dosis angebracht ist [1, 2]. Haben Sie zu viel inhaliert, holen Sie unverzüglich ärztlichen Rat ein; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Formoterol

Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Formoterol-ratiopharm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation, die mit dem mitgelieferten Inhalator angewendet werden [1, 2]. Präparate können sich im Inhalator und in der Handhabung unterscheiden; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Formoterol
PräparatAnbieterHinweis
Formoterol-ratiopharm 12 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalationratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; mit Inhalator; Grundlage dieser Seite
Formoterol STADASTADAPHARM GmbHHartkapseln mit Pulver zur Inhalation

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Formoterol-ratiopharm 12 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Versionscode Z04). ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Formoterol-ratiopharm 12 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Version 2). ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Formoterol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Ist Formoterol ein Notfallspray bei Asthma?

Formoterol ist ein langwirksamer Beta-2-Agonist, der innerhalb von 1 bis 3 Minuten wirkt und bis zu 12 Stunden anhält. Bei Asthma wird es laut Packungsbeilage zusammen mit einem Kortison-Inhalator angewendet. Manche wenden es laut Packungsbeilage auch als "Reliever-Inhalator" beim Auftreten von Asthmabeschwerden an; laut Fachinformation kann es bei Asthma auch zur Linderung akuter Beschwerden angewendet werden. Laut Fachinformation sollte Formoterol nicht als erste Behandlung von Asthma eingesetzt werden, und die Kortison-Erhaltungstherapie sollte auch bei Besserung weiterlaufen. Wie Sie bei akuten Beschwerden vorgehen, legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest.

Warum brauche ich bei Asthma zusätzlich ein Kortisonspray?

Laut Fachinformation sollten Menschen mit Asthma, die einen langwirksamen Beta-2-Agonisten wie Formoterol brauchen, auch eine entzündungshemmende Erhaltungstherapie mit Kortikosteroiden erhalten. Formoterol ist bei Asthma als Zusatz zu dieser Kortisonbehandlung zugelassen, wenn sie allein nicht ausreicht. Das Beratungszentrum Embryotox nennt als Anwendungsgebiet bei Asthma ebenfalls nur die Kombination mit einem inhalativen Kortikosteroid.

Macht Formoterol Herzrasen?

Herzklopfen und das Wahrnehmen des eigenen Herzschlags sind häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Sie sind meistens wenig ausgeprägt und verschwinden normalerweise bei fortgesetzter Anwendung. Schneller und ungleicher Herzschlag sind selten. Bei Brustschmerzen, die in Kiefer und Rücken ausstrahlen, oder bei Muskelschwäche, Muskelkrämpfen, Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen als möglichen Zeichen eines niedrigen Kaliumspiegels stoppen Sie laut Packungsbeilage die Anwendung und holen sofort ärztliche Hilfe.

Was bedeutet es, wenn ich Formoterol öfter brauche?

Laut Packungsbeilage sollten Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen, wenn Ihre Atmung schlechter wird, Sie nachts häufig mit Asthma aufwachen, die übliche Dosis nicht mehr hilft, Sie an mehr als zwei Tagen pro Woche mehr als die übliche Dosis brauchen oder Formoterol häufiger als üblich vor Anstrengungen anwenden müssen. Das kann bedeuten, dass Ihr Asthma oder Ihre COPD nicht richtig unter Kontrolle ist. Erhöhen Sie die Dosis nicht selbst.

Darf ich Formoterol in der Schwangerschaft anwenden?

Werden Sie während der Anwendung schwanger, hören Sie laut Packungsbeilage nicht auf, sondern informieren unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation kann eine Behandlung in allen Stadien der Schwangerschaft erwogen werden, wenn sie für die Asthmakontrolle notwendig ist und der Nutzen für die Mutter größer ist als jedes mögliche Risiko für das Kind. Das Beratungszentrum Embryotox führt Formoterol als Mittel der Wahl, das gemäß der Asthma-Stufentherapie verwendet werden darf. Es hält dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig und empfiehlt während der gesamten Schwangerschaft eine optimale Krankheitskontrolle.

Kann Formoterol den Blutzucker oder das Kalium verändern?

Ja. Ein niedriger Kaliumspiegel ist selten, ein erhöhter Blutzucker sehr selten. Muskelschwäche, Krämpfe oder Herzstolpern können auf zu wenig Kalium hinweisen, großer Durst, häufiger Harndrang oder starke Müdigkeit auf zu viel Zucker im Blut. Wenn Sie Diabetes haben, sind eventuell zusätzliche Bluttests nötig. Theophyllin, Kortison zum Einnehmen und Entwässerungsmittel können den Kaliumspiegel zusätzlich senken.

Ist Formoterol im Sport erlaubt?

Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die gesundheitlichen Folgen einer Anwendung als Dopingmittel sind laut Packungsbeilage nicht absehbar, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen. Bei Asthma durch Anstrengung kann die Ärztin oder der Arzt die Anwendung vor Anstrengungen empfehlen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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  • Nebenwirkungen Wassereinlagerungen (Ödeme) durch Medikamente

    Manche Medikamente führen zu Wassereinlagerungen, etwa Blutdrucksenker wie Amlodipin, Pregabalin oder Kortison.