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Pseudoephedrin: Nebenwirkungen und Wirkung

Pseudoephedrin lindert die Schleimhautschwellung von Nase und Nebenhöhlen und ist unter anderem in Kombinationspräparaten gegen Erkältung enthalten, etwa zusammen mit Acetylsalicylsäure. Laut Rote-Hand-Brief wurden wenige Fälle von PRES und RCVS berichtet, schweren Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn. Bei schwerem oder nicht kontrolliertem Bluthochdruck und schweren Nierenerkrankungen darf es nicht eingenommen werden. Bei plötzlich einsetzenden starken Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfällen oder Sehstörungen beenden Sie die Einnahme sofort und suchen umgehend ärztliche Hilfe.

Mann Mitte dreißig sitzt abends am Küchentisch mit einer Tasse Tee und drückt die Fingerspitzen leicht an seine Nasenwurzel
Bild: KI-generiert

Wofür wird Pseudoephedrin eingesetzt?

Pseudoephedrin ist laut Rote-Hand-Brief allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen zugelassen zur kurzfristigen Linderung einer Schleimhautschwellung von Nase und Nebenhöhlen, also einer "verstopften Nase", verursacht durch Schnupfen, allergische Rhinitis oder vasomotorische Rhinitis [3]. Arzneimittel mit insgesamt bis zu 720 mg Pseudoephedrin je Packung gibt es ohne Rezept in der Apotheke, größere Mengen sind verschreibungspflichtig [2].

Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Grippostad COMPLEX, einem Granulat mit Pseudoephedrin und dem Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS), Stand April 2024 [1]. Es wird angewendet zur Behandlung von Symptomen der Nasen- und Nasennebenhöhlenverstopfung (Rhinosinusitis), von Schmerzen und Fieber bei Erkältung oder grippeähnlichen Beschwerden, und zwar bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren. Haben Sie nur eine dieser Beschwerden, kann laut Packungsbeilage ein Arzneimittel mit nur einem der Wirkstoffe effektiver sein [1]. Für Kombinationen von Ibuprofen mit Pseudoephedrinhydrochlorid zum Einnehmen nennt die Arzneimittelverschreibungsverordnung beim Eintrag Ibuprofen eigene Grenzen; für solche Präparate gilt deren eigene Packungsbeilage [2].

Wie wirkt Pseudoephedrin?

Pseudoephedrin wirkt abschwellend und lindert eine Schleimhautschwellung in Nase und Nebenhöhlen [3]. Die Packungsbeilage nennt Phenylephrin und Ephedrin, Wirkstoffe aus Husten- und Erkältungsmitteln, als Sympathomimetika und führt sie unter den Mitteln, die sich mit dem Präparat gegenseitig beeinflussen können [1]. Zum Sicherheitsprofil von Pseudoephedrin gehören laut Rote-Hand-Brief neben PRES und RCVS auch andere Ereignisse durch Minderdurchblutung an Herz, Kreislauf und Gehirn [3].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Packungsbeilage von Grippostad COMPLEX ordnet die Nebenwirkungen den beiden Wirkstoffen zu. Die Liste unten nennt alle, die sie dem Pseudoephedrin zuordnet; für alle ist die Häufigkeit "nicht bekannt", sie lässt sich also aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Der Acetylsalicylsäure ordnet die Packungsbeilage diese Nebenwirkungen zu, ebenfalls mit der Häufigkeit "nicht bekannt": Magengeschwüre, die zu einem Magendurchbruch führen können; Magen-Darm-Blutungen, die zu einer Blutarmut durch Eisenmangel führen können (Zeichen sind schwarzer Stuhl oder blutiges Erbrechen); allergische Reaktionen wie Atemnot oder Hautreaktionen, möglicherweise mit Blutdruckabfall, insbesondere bei Menschen mit Asthma; Zerstörung roter Blutkörperchen (Hämolyse) bei starkem G6PD-Mangel; Nierenschwäche und Nierenversagen; ein erhöhtes Blutungsrisiko; Magen-Darm-Beschwerden wie Magenschmerzen, Verdauungsbeschwerden und Magenschleimhautentzündung; erhöhte Leberenzymwerte; Schwindel und Ohrgeräusche (Tinnitus); eine Entzündung des Dickdarms durch unzureichende Blutversorgung (ischämische Kolitis); Übelkeit, Erbrechen und Durchfall [1]. Mehr zum Wirkstoff steht auf der Seite zu Acetylsalicylsäure, die auf anderen Präparaten beruht. Wie Sie Häufigkeitsangaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Zu den ernsten Nebenwirkungen, bei denen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen sollen, gehören Wirkungen auf Herz und Gefäße: Herzrasen oder ein unregelmäßiger Herzschlag und ein Blutdruckanstieg, laut Packungsbeilage aber nicht bei behandeltem Bluthochdruck [1]. Laut Rote-Hand-Brief vom Februar 2024 wurden wenige Fälle von PRES und RCVS berichtet; die meisten klangen nach dem Absetzen und einer geeigneten Behandlung wieder ab, Todesfälle wurden nicht berichtet [3].

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • NervensystemSchwerwiegende Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn: posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) und reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom (RCVS); mögliche Anzeichen sind starke Kopfschmerzen mit plötzlichem Beginn, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Veränderungen des Sehvermögens[1, 3]Mehr dazu: KopfschmerzenÜbelkeitErbrechenVerwirrtheitKrampfanfälleSehstörungen
  • HerzWirkungen am Herz, z. B. Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag[1]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufBlutdruckanstieg, aber nicht bei behandeltem Bluthochdruck[1]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
  • Nieren und HarnwegeHarnverhalt, insbesondere bei Prostatavergrößerung[1]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
  • PsycheSchlaflosigkeit, selten Halluzinationen und andere anregende Wirkungen auf das zentrale Nervensystem[1]Mehr dazu: SchlafstörungenPsychose und Halluzinationen
  • HautWirkungen auf die Haut, z. B. Ausschlag, Nesselfieber, Juckreiz[1]Mehr dazu: HautausschlagNesselsuchtJuckreiz
  • HautPlötzlich einsetzendes Fieber, Hautrötung oder viele kleine Pusteln als mögliche Anzeichen einer akuten generalisierten exanthematischen Pustulose (AGEP), innerhalb der ersten 2 Tage der Behandlung möglich[1]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • Magen und DarmEntzündung des Dickdarms aufgrund unzureichender Blutversorgung (ischämische Kolitis), mit plötzlichen Bauchschmerzen oder Blutungen im Enddarm[1]Mehr dazu: Bauchschmerzen
  • AugenVerringerte Blutversorgung des Sehnervs (ischämische Optikusneuropathie)[1]Mehr dazu: Sehstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

PRES und RCVS sind seltene Erkrankungen, die zu einer verminderten Blutversorgung des Gehirns führen können [1]. Laut Rote-Hand-Brief sollen Patientinnen und Patienten die Einnahme sofort beenden und sich in ärztliche Behandlung begeben, wenn Anzeichen auftreten; dazu gehören plötzliche, starke Kopfschmerzen oder Donnerschlagkopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Sehstörungen [3].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Fünfzigern spricht in einem hellen Sprechzimmer ruhig mit einer Ärztin am Schreibtisch
Bild: KI-generiert

Herz und Blutdruck: Haben Sie leichten bis mittelschweren Bluthochdruck, eine Herzkrankheit, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Bei schwerem oder nicht kontrolliertem Bluthochdruck und bei schweren Nierenerkrankungen ist Pseudoephedrin nicht erlaubt [1, 3]. Mehr dazu auf der Seite Bluthochdruck.

Schlaf und anregende Wirkungen: Schlaflosigkeit und andere anregende Wirkungen auf das zentrale Nervensystem sind möglich; ältere Menschen können besonders empfindlich reagieren, auch mit Halluzinationen [1]. Mehr dazu auf der Seite Schlafstörungen.

Wasserlassen: Ein Harnverhalt ist insbesondere bei vergrößerter Prostata möglich [1]. Die Packungsbeilage zählt ihn zu den ernsten Nebenwirkungen, bei denen Sie möglicherweise dringend ärztliche Beobachtung benötigen; bemerken Sie eine der dort genannten Nebenwirkungen, beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch über rezeptfreie [1]. Zusammen mit MAO-Hemmern, einer Gruppe von Antidepressiva, und bis 2 Wochen nach deren Einnahme darf das Präparat nicht eingenommen werden [1]. Atemwegserweiternde Tabletten wie Salbutamol können zusammen mit dem Präparat zu unregelmäßigem oder schnellerem Herzschlag führen; Salbutamol zum Inhalieren dürfen Sie in der vorgeschriebenen Dosis weiter anwenden [1]. Das Präparat kann die Wirkung von Blutdrucksenkern wie Betablockern und von Entwässerungsmitteln abschwächen [1]. Die Packungsbeilage nennt alle Wechselwirkungen für das Kombinationspräparat, ohne sie einem der beiden Wirkstoffe zuzuordnen [1]. Arzneimittel mit Phenylephrin, Ephedrin oder ähnlichen Wirkstoffen, wie sie in abschwellenden Nasentropfen enthalten sind, können sich mit dem Präparat gegenseitig beeinflussen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Pseudoephedrin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer (bestimmte Mittel gegen Depressionen)Die gleichzeitige Einnahme ist laut Packungsbeilage nicht erlaubt[1]Nicht zusammen einnehmen, auch nicht innerhalb von 2 Wochen nach der letzten MAO-Hemmer-Einnahme
Atemwegserweiternde Mittel wie Salbutamol-TablettenUnregelmäßiger oder schnellerer Herzschlag möglich[1]Salbutamol-Inhalatoren dürfen in der vorgeschriebenen Dosis weiter angewendet werden
Andere Mittel mit Phenylephrin, Ephedrin oder ähnlichen Wirkstoffen, z. B. abschwellende NasentropfenGegenseitige Beeinflussung möglich[1]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Blutdrucksenker wie Guanethidin, Methyldopa oder BetablockerDeren Wirkung kann abgeschwächt werden[1]Vorher ärztlich besprechen
Entwässerungsmittel (Aldosteronantagonisten und Schleifendiuretika)Deren Wirkung kann abgeschwächt werden[1]Vorher ärztlich besprechen
Außerdem laut Packungsbeilage des Kombinationspräparats: Blutverdünner (z. B. Ticlopidin), Kortison zum Einnehmen oder Spritzen, Digoxin, Schmerz- und Rheumamittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, Antidiabetika, Methotrexat, Valproinsäure, Antidepressiva, Gichtmittel wie Probenecid oder SulfinpyrazonGegenseitige Beeinflussung möglich; mehrere Schmerzmittel gleichzeitig erhöhen das Risiko einer bleibenden Nierenschädigung[1]Vorher ärztlich besprechen; die Ärztin oder der Arzt entscheidet über eine Anpassung
AlkoholErhöht beim Kombinationspräparat das Risiko für Magen-Darm-Blutungen und beeinträchtigt das Reaktionsvermögen[1]Bei Tätigkeiten, die Aufmerksamkeit erfordern, berücksichtigen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Pseudoephedrin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Laut Rote-Hand-Brief sind pseudoephedrinhaltige Arzneimittel bei schwerer oder unkontrollierter Hypertonie und bei schwerer akuter oder chronischer Nierenerkrankung oder Niereninsuffizienz kontraindiziert, weil diese Erkrankungen das Risiko für PRES oder RCVS erhöhen [3]. Die übrigen Gegenanzeigen und die Vorsichtshinweise in der Liste nennt die Packungsbeilage für das Kombinationspräparat mit Acetylsalicylsäure [1]. Wenn Sie früher schon einmal eine schwere Hautreaktion mit Fieber und Pusteln (AGEP) auf pseudoephedrinhaltige Arzneimittel hatten, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Pseudoephedrin, Acetylsalicylsäure, andere Salicylate oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Sehr hoher (schwerer) Bluthochdruck oder Bluthochdruck, der durch die Medikation nicht kontrolliert ist[1, 3]
  • Schwere akute oder chronische Nierenerkrankung oder Nierenversagen[1, 3]
  • Schwere Erkrankung der Herzkranzgefäße (schwere koronare Herzkrankheit)[1]
  • Schwere Herzmuskelschwäche[1]
  • Einnahme von MAO-Hemmern (bestimmte Mittel gegen Depressionen) oder Einnahme innerhalb der letzten 2 Wochen[1]
  • Außerdem laut Packungsbeilage des Kombinationspräparats: Asthma als Reaktion auf Salicylate oder ähnlich wirkende Stoffe (insbesondere nichtsteroidale Entzündungshemmer), Magengeschwüre, erhöhte Blutungsneigung, Leberversagen, Einnahme von 15 mg oder mehr Methotrexat pro Woche[1]
  • Schwangerschaft und Stillzeit (Kombinationspräparat, wegen fehlender Erfahrung mit der Kombination beider Wirkstoffe)[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Leichter bis mittelschwerer Bluthochdruck, Herzkrankheit oder eingeschränkte Herzleistung[1]
  • Schilddrüsenüberfunktion[1]
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)[1]
  • Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom)[1]
  • Vergrößerte Prostata[1]
  • Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion[1]
  • Überempfindlichkeit gegen andere Sympathomimetika aus Husten- und Erkältungsmitteln wie Phenylephrin oder Ephedrin[1]
  • Frühere schwerwiegende Hautreaktion (akute generalisierte exanthematische Pustulose, AGEP) auf pseudoephedrinhaltige Arzneimittel[1]
  • Ältere Menschen: Sie können besonders empfindlich gegen Pseudoephedrin sein und mit Schlaflosigkeit oder Halluzinationen reagieren[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: Grippostad COMPLEX ohne ärztlichen Rat nicht anwenden, weil ein möglicher Zusammenhang zwischen Acetylsalicylsäure und dem Reye-Syndrom besteht[1]
  • Außerdem laut Packungsbeilage des Kombinationspräparats: Allergie gegen andere Schmerz-, Rheuma- oder Entzündungsmittel; Allergien, Asthma, Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronische Atemwegserkrankungen; Einnahme von Blutverdünnern; frühere Magengeschwüre oder Magen-Darm-Blutungen; bevorstehende Operation, auch kleine Eingriffe wie das Ziehen eines Zahnes; gewohnheitsmäßige gleichzeitige Einnahme mehrerer verschiedener Schmerzmittel (Risiko einer dauerhaften Nierenschädigung); Neigung zu Gicht; G6PD-Mangel; Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern (1 Beutel enthält 2,14 g Saccharose)[1]
  • Laut Rote-Hand-Brief umfasst das Sicherheitsprofil von Pseudoephedrin neben PRES und RCVS auch andere Ereignisse durch Minderdurchblutung an Herz, Kreislauf und Gehirn (kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre ischämische Ereignisse)[3]
  • Doping: Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten beziehen sich auf das Kombinationspräparat Grippostad COMPLEX: Es darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, weil Erfahrungen mit der Kombination beider Wirkstoffe fehlen. Alkohol erhöht das Risiko für Magen-Darm-Blutungen und beeinträchtigt das Reaktionsvermögen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Schwangerschaft

Wegen fehlender Erfahrung mit der Kombination beider Wirkstoffe darf Grippostad COMPLEX in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Das Kombinationspräparat gehört zu einer Arzneimittelgruppe (nichtsteroidale Antirheumatika), die die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigen kann; diese Wirkung bildet sich nach dem Absetzen zurück.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Wegen fehlender Erfahrung mit der Kombination beider Wirkstoffe darf Grippostad COMPLEX in der Stillzeit nicht angewendet werden.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Beim Kombinationspräparat erhöht die Einnahme mit Alkohol das Risiko für Magen-Darm-Blutungen und beeinträchtigt das Reaktionsvermögen.[1]

Autofahren und Maschinen

Weil das Kombinationspräparat das Reaktionsvermögen beeinträchtigen kann, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, wenn Ihre Fähigkeiten eingeschränkt sind; zusammen mit Alkohol kann das Risiko noch steigen.[1]

Einnahme

Den Inhalt von 1 oder 2 Beuteln in ein Glas Wasser geben, gut umrühren und das ganze Glas sofort austrinken; das Granulat löst sich nicht vollständig auf. Die Einnahme ist unabhängig von den Mahlzeiten möglich. Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern die nächste Dosis wie empfohlen.[1]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Laut Packungsbeilage von Grippostad COMPLEX: Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren 1 bis 2 Beutel je Einnahme, falls notwendig in Abständen von 4 bis 8 Stunden wiederholt, höchstens 6 Beutel am Tag. Nicht länger als 3 Tage einnehmen; bei anhaltend verstopfter Nase, Schmerzen oder Fieber nach 3 Tagen mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.[1]

Absetzen

Bei Anzeichen von PRES oder RCVS, einer ischämischen Kolitis, einem plötzlichen Sehverlust oder einer AGEP die Einnahme sofort beenden und ärztliche Hilfe suchen. Laut Packungsbeilage beenden Sie die Einnahme auch bei jeder anderen dort genannten Nebenwirkung und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, damit sie oder er den Schweregrad beurteilen und über weitere Maßnahmen entscheiden kann. Laut Rote-Hand-Brief klangen die meisten gemeldeten Fälle von PRES und RCVS nach dem Absetzen und einer geeigneten Behandlung wieder ab.[1, 3]

Überdosierung

Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Zeichen einer Überdosierung des Kombinationspräparats sind Kopfschmerzen, Schwindel, Anfälle, Erbrechen, Ohrgeräusche, schneller Herzschlag, Schmerzen im Brustkorb, Ruhelosigkeit oder Atemnot.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage von Grippostad COMPLEX wieder; jeder Beutel enthält 500 mg Acetylsalicylsäure und 30 mg Pseudoephedrinhydrochlorid [1]. Andere pseudoephedrinhaltige Präparate haben eigene Dosisangaben; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Einnahme und Absetzen

Geben Sie das Granulat in ein Glas Wasser, rühren Sie gut um und trinken Sie das ganze Glas sofort aus; das Granulat löst sich nicht vollständig auf. Sie können es unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen [1]. Nehmen Sie das Präparat nicht länger als 3 Tage ein. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Bei Anzeichen von PRES oder RCVS, einer Darmentzündung durch Minderdurchblutung, einem plötzlichen Sehverlust oder einer schweren Hautreaktion beenden Sie die Einnahme sofort [1, 3]. Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Pseudoephedrin

Pseudoephedrin gibt es allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Der Rote-Hand-Brief von 2024 betraf alle pseudoephedrinhaltigen Arzneimittel [3]. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Grippostad COMPLEX [1]. Präparate können sich im zweiten Wirkstoff, in der Menge und in den Altersgrenzen unterscheiden; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Pseudoephedrin
PräparatAnbieterHinweis
Grippostad COMPLEX ASS/Pseudoephedrinhydrochlorid mit Orangenaroma 500 mg/30 mg GranulatSTADA Consumer Health Deutschland GmbHKombination mit Acetylsalicylsäure; ab 16 Jahren; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Grippostad COMPLEX ASS/Pseudoephedrinhydrochlorid mit Orangenaroma 500 mg/30 mg Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Druckcode 1373065). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Pseudoephedrin und Ibuprofen. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Pseudoephedrin: Risiko für posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom und reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom. Zulassungsinhaber pseudoephedrinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 15.02.2024. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Was ist PRES und RCVS bei Pseudoephedrin?

PRES (posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom) und RCVS (reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom) sind seltene, schwere Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn, die zu einer verminderten Blutversorgung des Gehirns führen können. Laut Rote-Hand-Brief wurden unter pseudoephedrinhaltigen Arzneimitteln wenige Fälle berichtet; die meisten klangen nach dem Absetzen und einer geeigneten Behandlung wieder ab. Anzeichen sind starke Kopfschmerzen mit plötzlichem Beginn, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Sehstörungen. Hören Sie dann sofort auf und holen Sie umgehend ärztliche Hilfe.

Darf ich Pseudoephedrin bei Bluthochdruck nehmen?

Bei sehr hohem (schwerem) oder nicht durch Medikamente kontrolliertem Bluthochdruck nicht. Das ist laut Packungsbeilage und BfArM eine Gegenanzeige, weil es das Risiko für PRES und RCVS erhöht. Bei leichtem bis mittelschwerem Bluthochdruck oder einer Herzkrankheit sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Ein Blutdruckanstieg gehört zu den möglichen Nebenwirkungen, laut Packungsbeilage aber nicht bei behandeltem Bluthochdruck.

Ist Pseudoephedrin rezeptfrei?

Laut Arzneimittelverschreibungsverordnung sind Arzneimittel mit insgesamt bis zu 720 mg Pseudoephedrin je Packung von der Verschreibungspflicht ausgenommen und damit in der Apotheke ohne Rezept erhältlich; größere Mengen je Packung sind verschreibungspflichtig.

Wie lange darf ich ein Erkältungsmittel mit Pseudoephedrin nehmen?

Laut Packungsbeilage von Grippostad COMPLEX nicht länger als 3 Tage. Haben Sie danach immer noch eine verstopfte Nase, Schmerzen oder Fieber, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für andere Präparate gilt deren Packungsbeilage.

Kann Pseudoephedrin Schlafstörungen machen?

Ja. Schlaflosigkeit, selten auch Halluzinationen und andere anregende Wirkungen auf das zentrale Nervensystem sind als mögliche Nebenwirkungen von Pseudoephedrin aufgeführt; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Ältere Menschen können besonders empfindlich reagieren.

Darf ich Pseudoephedrin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Das Kombinationspräparat Grippostad COMPLEX darf laut Packungsbeilage in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, weil Erfahrungen mit der Kombination beider Wirkstoffe fehlen. Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie in dieser Zeit eine verstopfte Nase behandeln möchten.

Kann ich Pseudoephedrin mit Nasenspray kombinieren?

Die Packungsbeilage nennt Arzneimittel mit Phenylephrin, Ephedrin oder ähnlichen Wirkstoffen (etwa abschwellende Nasentropfen) unter den Mitteln, die sich mit dem Präparat gegenseitig beeinflussen können. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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