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Schnupfen

Schnupfen mit laufender oder verstopfter Nase und Niesen gehört zu den typischen Beschwerden einer Erkältung und verschwindet oft schon nach wenigen Tagen. Abschwellende Nasensprays oder -tropfen können laut IQWiG eine laufende oder verstopfte Nase lindern; die Packungsbeilagen nennen eine Höchstdauer von 7 Tagen, außer auf ärztliche Anordnung, und Dauergebrauch kann laut Packungsbeilage zu einer chronischen Schwellung und schließlich zum Schwund der Nasenschleimhaut führen. Schmerzmittel helfen laut IQWiG nicht gegen Schnupfen, Antibiotika nicht gegen Erkältungsviren. Über mehrere Tage grünlicher Nasenschleim oder eine hartnäckig verstopfte Nase mit starken Kopfschmerzen im Stirnbereich, vor allem mit Fieber, sollten Sie laut IQWiG ärztlich abklären lassen.

Frau Ende zwanzig mit schwarzem Bob im petrolfarbenen Strickpullover sitzt im weichen Morgenlicht am Küchentisch aus Holz und hält ein Stofftaschentuch an die Nase
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Schnupfen mit laufender oder verstopfter Nase gehört zu den typischen Beschwerden einer Erkältung und verschwindet oft schon nach wenigen Tagen [1, 2]. Abschwellende Nasensprays oder -tropfen können laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eine laufende oder verstopfte Nase lindern und das Atmen erleichtern [2]. Die Packungsbeilagen nennen eine Höchstdauer von 7 Tagen, außer auf ärztliche Anordnung [7, 10]. Schmerzmittel helfen nicht gegen Schnupfen, und Antibiotika wirken nicht gegen Erkältungsviren [2].

Was ist Schnupfen?

Beim Schnupfen ist die Nasenschleimhaut entzündet (Rhinitis). Bei einer Erkältung lösen Viren eine Entzündung der Schleimhäute in Nase und Rachen aus [1]. Als Anwendungsgebiete abschwellender Nasensprays nennen die Packungsbeilagen einen akuten Schnupfen (Rhinitis acuta), einen allergischen Schnupfen (Rhinitis allergica) und einen anfallsweise auftretenden Fließschnupfen (Rhinitis vasomotorica) [7, 10]. Unterscheiden lassen sich zum Beispiel:

  • Erkältungsschnupfen: Er gehört mit Niesen, Husten und Halsschmerzen zu den typischen Beschwerden einer Erkältung. Erwachsene erkälten sich im Durchschnitt 2- bis 4-mal im Jahr, Kinder 6- bis 8-mal [1, 2].
  • Allergischer Schnupfen: Beim Heuschnupfen reagieren die oberen Atemwege allergisch auf Pflanzenpollen in der Luft; bei einer Hausstauballergie bestehen die Beschwerden das ganze Jahr über [5].
  • Schnupfen in der Schwangerschaft: Laut Embryotox kann im Zusammenhang mit dem erhöhten Östrogenspiegel in der Schwangerschaft eine verstopfte Nase auftreten; die schwangerschaftsbedingte Rhinitis heißt Rhinopathia gravidarum [15].
  • Schnupfen durch Nasenspray: Wird ein abschwellendes Nasenspray zu lange oder zu häufig angewendet, kann ein Dauerschnupfen entstehen (Rhinitis medicamentosa) [2, 8].

Symptome und Verlauf

Eine Erkältung beginnt oft mit Kratzen im Hals oder Halsschmerzen, bald danach läuft die Nase und schwillt zu. Typisch sind eine verstopfte oder laufende Nase und Niesen [1]. Während Schnupfen oft schon nach wenigen Tagen verschwindet, klingt die ganze Erkältung meist nach 1 bis 2 Wochen ab [1]. Bei Heuschnupfen können auch die Augen tränen und jucken; die Beschwerden treten nur in den Zeiten des Pollenflugs auf [5].

Wenn die Nebenhöhlen mitbetroffen sind: Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung wird oft durch eine Erkältung oder eine Grippe hervorgerufen. Typisch sind eine verstopfte Nase, eine erschwerte Nasenatmung, ein eingeschränkter Geruchssinn und drückende Schmerzen im Gesicht, die sich beim Vorbeugen meist verstärken; manchmal kommen Fieber und Kopfschmerzen hinzu [3]. Ein grünliches oder gelbliches Sekret ist laut IQWiG ein Zeichen für die Ansiedlung von Krankheitserregern [3]. Mehr dazu unter Nasennebenhöhlenentzündung.

Ursachen und Risikofaktoren

Erkältungsschnupfen wird von Viren ausgelöst. Weil es sehr viele verschiedene Erkältungsviren gibt, schützt eine überstandene Erkältung nicht vor der nächsten [1]. Beim allergischen Schnupfen setzt der Körper nach Kontakt mit dem Auslöser den Botenstoff Histamin frei, der Reaktionen wie Niesen und tränende Augen bewirkt [5, 6].

Medikamente als Ursache: Abschwellende Nasensprays können nach Abklingen ihrer Wirkung gelegentlich ein stärkeres Gefühl einer verstopften Nase auslösen [7, 10]. Bei längerer Anwendung und Überdosierung kann ihre Wirkung nachlassen; die Fachinformation von Xylometazolin nennt als mögliche Folge eines Missbrauchs eine vermehrte Durchblutung der Nasenschleimhaut als Gegenreaktion (Rhinitis medicamentosa) und einen Schwund der Schleimhaut [8]. Auch andere Mittel kommen infrage: Für ASS als Schmerzmittel nennt die Packungsbeilage eine Entzündung der Nase (Rhinitis) ohne bekannte Häufigkeit [20], für den Blutdrucksenker Ramipril eine verstopfte Nase als gelegentliche Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten [21]. Mehr dazu unter Verstopfte Nase durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Diagnose

Um eine Erkältung festzustellen, sind keine besonderen Untersuchungen nötig [1]. Bei Verdacht auf eine Allergie kann die Ärztin oder der Arzt mit einem Allergietest (Prick-Test) herausfinden, ob Sie auf bestimmte Stoffe allergisch reagieren [5].

Behandlung ohne Medikamente

Wasserdampf zu inhalieren, empfinden viele als angenehm, weil Wärme und Feuchtigkeit die Nasenschleimhaut kurzfristig beruhigen können; eine eindeutige Wirkung auf Erkältungsbeschwerden hat das Inhalieren laut IQWiG aber nicht. Dass besonders viel zu trinken hilft, ist wissenschaftlich nicht belegt [2].

Salzlösungen: Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung können Salzlösungen laut IQWiG helfen, das Sekret zu lösen. Sie sind als fertige Nasensprays erhältlich, außerdem kann man die Nase mit speziellen Nasenduschen spülen. Salzreichere (hypertone) Lösungen sind etwas wirksamer als isotone, führen aber eher zu einer trockenen und gereizten Nasenschleimhaut [4]. Bei allergischem Schnupfen können salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen die Beschwerden lindern, Medikamente aber meist nicht ganz ersetzen [5]. Beim Schwangerschaftsschnupfen kann laut Embryotox Kochsalzlösung in der Nase die Beschwerden bessern [15].

Bei Heuschnupfen: Die Pollenbelastung lässt sich verringern, wenn Sie in Zeiten starken Pollenflugs die Fenster geschlossen halten und vor dem Schlafengehen die Haare waschen [5].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Ende sechzig mit weißem Haar und Brille in dunkelblauer Steppjacke und rotem Schal geht an einem klaren Herbsttag durch einen Park mit buntem Laub und atmet tief durch
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Gegen Erkältungsschnupfen nennt das IQWiG abschwellende Nasensprays oder -tropfen; Schmerzmittel helfen nicht gegen Schnupfen [2]. Bei allergischem Schnupfen kommen laut IQWiG Antihistaminika, Kortikosteroide, Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten, Chromone und abschwellende Mittel infrage; Kortisonsprays oder neuere Antihistaminika bieten sich danach als erste Wahl an [6].

Medikamente gegen Schnupfen im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Abschwellende Nasensprays und -tropfen (Alpha-Sympathomimetika)Xylometazolin, Oxymetazolin [7, 10]Verengen die Blutgefäße und lassen so die Nasenschleimhaut abschwellen [7, 10]Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten: Brennen und Trockenheit der Nasenschleimhaut, Niesen [7, 10]
Kortisonhaltige Nasensprays (bei allergischem Schnupfen)Mometason [16]Vermindern Schwellung und Reizung in der Nase und lindern so Niesen, Jucken und eine verstopfte oder laufende Nase durch Heuschnupfen [16]Häufig: Kopfschmerzen, Niesen und Reizung oder Brennen in der Nase, Nasenbluten, Nasen- oder Halsschmerzen, Geschwüre in der Nase, Atemwegsinfektion [16]
Antihistaminika (bei allergischem Schnupfen)Cetirizin [17]Unterdrücken laut IQWiG die Wirkung des Botenstoffs Histamin, der bei einer Allergie Reaktionen wie Niesen und tränende Augen bewirkt [6]Häufig: Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, wunder Rachen, bei Kindern laufende oder verstopfte Nase, Durchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit, Müdigkeit [17]

Abschwellende Nasensprays richtig anwenden

Xylometazolin und Oxymetazolin sind Alpha-Sympathomimetika. Sie verengen die Blutgefäße und lassen so die Schleimhaut abschwellen [7, 10]. Angewendet werden sie zur Kurzzeitbehandlung bei Schnupfen, bei allergischem Schnupfen und bei anfallsweise auftretendem Fließschnupfen, außerdem um bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen den Abfluss von Sekret zu erleichtern [7, 10]. Bei Xylometazolin setzt die Wirkung laut Fachinformation innerhalb von etwa 30 Sekunden bis wenigen Minuten ein und hält im Durchschnitt 6 bis 8 Stunden an [8].

Dauer: Das Xylometazolin-Spray darf laut Packungsbeilage nicht länger als 7 Tage angewendet werden, das Oxymetazolin-Spray sollte nicht länger als 7 Tage angewendet werden, jeweils außer auf ärztliche Anordnung. Eine erneute Anwendung sollte erst nach einer Pause von mehreren Tagen erfolgen, bei chronischem Schnupfen nur unter ärztlicher Kontrolle [7, 10]. Wie oft am Tag Sie sprühen dürfen, steht unter Dosierung auf den Seiten Xylometazolin und Oxymetazolin.

Anwendung: Laut Packungsbeilage empfiehlt es sich, vor der Anwendung die Nase gründlich zu schnäuzen; die letzte Anwendung des Tages erfolgt günstigerweise vor dem Zubettgehen. Aus hygienischen Gründen sollte jedes Spray nur von einer Person benutzt werden. Nach Anbruch verwenden Sie das Xylometazolin-Spray nicht länger als 6 Monate, das Oxymetazolin-Spray nicht länger als 12 Monate [7, 10].

Vorsicht: Sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie einen erhöhten Augeninnendruck haben, besonders ein Engwinkelglaukom, eine Herzerkrankung wie das Long-QT-Syndrom (laut Packungsbeilage von Xylometazolin), eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Bluthochdruck, einen Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom), eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, eine vergrößerte Prostata oder Porphyrie, und wenn Sie MAO-Hemmer oder andere möglicherweise blutdrucksteigernde Mittel nehmen [7, 10]. Zusammen mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmer vom Tranylcypromin-Typ oder trizyklische Antidepressiva) und blutdrucksteigernden Mitteln kann der Blutdruck steigen [7, 10]. Nicht angewendet werden dürfen die Sprays bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, bei einer trockenen Entzündung der Nasenschleimhaut mit Borkenbildung (Rhinitis sicca) und nach einer operativen Entfernung der Hirnanhangdrüse durch die Nase oder anderen Eingriffen, bei denen die Hirnhaut freigelegt wurde [7, 10].

Wenn die Nase ohne Spray nicht mehr frei wird

Werden abschwellende Sprays länger als eine Woche durchgehend angewendet, kann laut IQWiG ein Dauerschnupfen entstehen: Schon wenige Stunden nach der Anwendung schwillt die Schleimhaut der Nase wieder an, und der Effekt wird umso stärker, je häufiger man die Mittel einsetzt [2]. Laut Packungsbeilage von Oxymetazolin kann die Wirkung bei längerer Anwendung und Überdosierung nachlassen; das kann zu höheren Dosen oder häufigerer Anwendung und schließlich zum Dauergebrauch führen. Bei längerer Anwendung oder Überdosierung sollte die Behandlung sofort beendet werden [10]. Der Dauergebrauch kann eine chronische Schwellung und schließlich einen Schwund der Nasenschleimhaut zur Folge haben [7, 10]. Um wenigstens einen Teil der Nasenatmung zu erhalten, sollte das Mittel laut Fachinformation von Xylometazolin dann erst an einem Nasenloch und nach Abklingen der Beschwerden auf der anderen Seite abgesetzt werden [8]. Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.

Kinder

Die Sprays für Erwachsene und Schulkinder mit Xylometazolin oder Oxymetazolin dürfen bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden [7, 10]. Das Xylometazolin-Spray für Kinder ist für Kinder von 2 bis 6 Jahren bestimmt und darf bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren nicht angewendet werden [9]. Das Oxymetazolin-Spray für Kleinkinder ist für Kinder ab 1 Jahr bestimmt und darf bei Säuglingen und Kindern unter 1 Jahr nicht angewendet werden [11]. Für Säuglinge und Kleinkinder bis zu 1 Jahr gibt es Oxymetazolin-Dosiertropfer; bei Neugeborenen und jungen Säuglingen ist laut Packungsbeilage besondere Vorsicht nötig, weil es einzelne Berichte über schwere Nebenwirkungen gibt, insbesondere einen Atemstillstand bei Anwendung der empfohlenen Dosis. Dosisüberschreitungen sind unbedingt zu vermeiden, und bei untergewichtigen Säuglingen und Frühgeborenen darf nur nach ärztlicher Anordnung dosiert werden. Bis zum Wirkungseintritt können bei diesen Tropfen 20 Minuten vergehen [12].

Halluzinationen und Krämpfe sind sehr seltene Nebenwirkungen, die vor allem bei Kindern auftreten [7, 10]. Vergiftungen können auch durch versehentliches Verschlucken entstehen. Nach einer Überdosierung kommt es besonders bei Kindern häufig zu Krämpfen und Koma, langsamem Herzschlag, Atemaussetzern und einem Blutdruckanstieg, der von einem Blutdruckabfall abgelöst werden kann [7, 10]. Bei Kleinkindern greift eine Erkältung manchmal auf das Ohr über (Mittelohrentzündung) [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Abschwellende Mittel zum Einnehmen

Pseudoephedrin ist allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen zur kurzfristigen Linderung einer Schleimhautschwellung von Nase und Nebenhöhlen zugelassen, die durch Schnupfen, allergischen Schnupfen oder Fließschnupfen verursacht wird [19]. Laut Rote-Hand-Brief vom 15. Februar 2024 wurden unter pseudoephedrinhaltigen Arzneimitteln wenige Fälle von PRES und RCVS berichtet, schweren Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn; bei schwerem oder nicht eingestelltem Bluthochdruck und bei schwerer akuter oder chronischer Nierenerkrankung oder Niereninsuffizienz dürfen die Mittel nicht angewendet werden [19]. Bei plötzlichen, starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfällen oder Sehstörungen beenden Sie die Einnahme sofort und suchen umgehend ärztliche Hilfe [18, 19]. Das Kombinationsmittel mit ASS (Grippostad COMPLEX) wird laut Packungsbeilage angewendet zur Behandlung von Symptomen einer verstopften Nase und Nasennebenhöhlen (Rhinosinusitis), Schmerzen und Fieber im Zusammenhang mit Erkältung und/oder grippeähnlichen Symptomen. Es ist für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren bestimmt, bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren soll es ohne ärztlichen Rat nicht angewendet werden, und Sie nehmen es nicht länger als 3 Tage ein. Es darf unter anderem nicht eingenommen werden bei schwerer Herzmuskelschwäche, schwerer Erkrankung der Herzkranzgefäße, Magengeschwüren, erhöhter Blutungsneigung, Leberversagen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie zusammen mit MAO-Hemmern (bestimmten Mitteln gegen Depressionen) oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Einnahme. Mittel zur Abschwellung der Nasenschleimhaut mit Phenylephrin, Ephedrin oder ähnlichen Wirkstoffen, zum Beispiel Nasentropfen, können sich mit ihm gegenseitig beeinflussen [18]. Mehr dazu auf der Seite Erkältung.

Allergischer Schnupfen

Viele Antihistaminika und einzelne Kortisonsprays sind laut IQWiG ohne Rezept in Apotheken erhältlich, höher dosierte Kortisonsprays sind verschreibungspflichtig. Die Wirkung eines Kortisonsprays ist oft innerhalb der ersten zwölf Stunden spürbar, die volle Wirkung tritt nach wenigen Tagen ein. Antihistaminika-Tabletten können müde machen und unter Umständen das Autofahren beeinträchtigen [6]. Das rezeptfreie Mometason-Heuschnupfenspray ist laut Packungsbeilage nur für Erwachsene, deren Heuschnupfen zuerst von einer Ärztin oder einem Arzt festgestellt wurde; ohne ärztlichen Rat sollte es nicht länger als 3 Monate angewendet werden [16]. Cetirizin ist bei saisonaler und ganzjähriger allergischer Rhinitis für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren angezeigt [17]. Abschwellende Nasentropfen sind laut IQWiG nicht zur Dauertherapie des allergischen Schnupfens geeignet [6]. Mehr auf den Seiten Heuschnupfen und Allergien.

Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit darf die empfohlene Dosierung abschwellender Nasensprays nicht überschritten werden, weil eine Überdosierung die Blutversorgung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen oder die Milchproduktion vermindern kann [7, 10]. Das Xylometazolin-Spray kann bei bestimmungsgemäßem Gebrauch in der Schwangerschaft für nicht mehr als eine Woche angewendet werden [7]. Das Oxymetazolin-Spray dürfen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit nur auf Anraten Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anwenden [10].

Embryotox stuft Xylometazolin und Oxymetazolin als Medikamente der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Eine kurzzeitige Anwendung in therapeutischer Dosierung ist danach während der gesamten Schwangerschaft möglich; dabei sollte die Anwendung nur über einige Tage erfolgen, um einer Gewöhnung und einem Schwund der Schleimhaut vorzubeugen; auch in der Stillzeit können beide kurzzeitig angewendet werden [13, 14]. Als besser geeignete Alternativen zu Oxymetazolin nennt Embryotox beim Schwangerschaftsschnupfen Kochsalzlösung und bei allergischen Erkrankungen gut untersuchte Antihistaminika [14]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen der Medikamente

Abschwellende Nasensprays: Häufig sind Brennen und Trockenheit der Nasenschleimhaut und Niesen. Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, kommt es nach Abklingen der Wirkung zu einem stärkeren Gefühl einer verstopften Nase, zu Nasenbluten oder zu Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz und Schwellung von Haut und Schleimhaut. Selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, sind Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag und ein Blutdruckanstieg, sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000, unter anderem Unruhe, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Herzrhythmusstörungen [7, 10]. Bei Oxymetazolin nennt die Packungsbeilage außerdem sehr selten einen Atemstillstand bei jungen Säuglingen und Neugeborenen [10]. Mehr dazu unter Nasensprays, Herzrasen und Blutdruckanstieg.

Kortisonsprays: Bei Schwellung von Gesicht, Zunge oder Rachen, Problemen beim Schlucken, Nesselausschlag oder pfeifendem Atemgeräusch sollten Sie die Anwendung des Mometason-Sprays laut Packungsbeilage beenden und sofort ärztliche Hilfe suchen. Bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [16].

Antihistaminika: Allergische Reaktionen, auch schwerwiegende, und ein Anschwellen von Gesicht und Rachen (Angioödem) sind unter Cetirizin selten oder sehr selten; dann beenden Sie die Einnahme laut Packungsbeilage sofort und setzen sich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [17]. Mehr dazu unter Müdigkeit durch Medikamente und Arzneimittelallergie.

Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [10]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Breiten sich nach einer Erkältung Bakterien aus, kann das laut IQWiG zu einer Entzündung führen. Folgende Beschwerden können, vor allem zusammen mit Fieber, darauf hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden [2]:

  • über mehrere Tage grünlich verfärbter Nasenschleim,
  • eine hartnäckig verstopfte Nase und starke Kopfschmerzen im Bereich der Stirnhöhle,
  • starke Ohrenschmerzen und schlechtes Hören.

Sehr selten breitet sich eine Nasennebenhöhlenentzündung auf umliegende Bereiche wie die Augen oder das Gehirn aus. Anzeichen sind laut IQWiG hohes Fieber, Schwellungen um die Augen, entzündliche Hautrötungen, starker Gesichtsschmerz, Lichtempfindlichkeit und Nackensteife; dann ist rasche ärztliche Hilfe in einer Praxis oder Klinik wichtig [3]. Fühlen Sie sich nach 7 Tagen mit einem abschwellenden Nasenspray nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [7, 10].

Vergiftung: Bei einer Vergiftung mit einem abschwellenden Nasenspray, etwa nach versehentlichem Verschlucken, müssen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt informieren; Überwachung und Behandlung im Krankenhaus sind notwendig [7]. Vergiftungen und schwere Atemnot sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112 [22].

Quellen

  1. Erkältung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.10.2023. abgerufen am 17.10.2026
  2. Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.10.2023. abgerufen am 17.10.2026
  3. Nasennebenhöhlenentzündung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.04.2024. abgerufen am 17.10.2026
  4. Mittel gegen akute Nasennebenhöhlenentzündung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.04.2024. abgerufen am 17.10.2026
  5. Heuschnupfen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 17.10.2026
  6. Welche Medikamente können Heuschnupfen lindern?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 17.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NasenSpray-ratiopharm Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation NasenSpray-ratiopharm Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NasenSpray-ratiopharm Kinder (Xylometazolinhydrochlorid 0,05 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation WICK Nasivin Nasenspray ohne Konservierungsstoffe Erwachsene und Schulkinder 0,5 mg/ml (Oxymetazolinhydrochlorid). P&G Health Germany GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation WICK Nasivin Nasenspray ohne Konservierungsstoffe Kleinkinder 0,25 mg/ml (Oxymetazolinhydrochlorid). P&G Health Germany GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation WICK Nasivin Dosiertropfer ohne Konservierungsstoffe Baby 0,1 mg/ml (Oxymetazolinhydrochlorid). P&G Health Germany GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
  13. Embryotox Embryotox: Xylometazolin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
  14. Embryotox Embryotox: Oxymetazolin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
  15. Embryotox Embryotox: Allergie (Erkrankungen, Abschnitte Rhinitis allergica und Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mometason-ratiopharm Heuschnupfenspray 50 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 17.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 17.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Grippostad COMPLEX ASS/Pseudoephedrinhydrochlorid mit Orangenaroma 500 mg/30 mg Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 17.10.2026
  19. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Pseudoephedrin: Risiko für posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom und reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom. Zulassungsinhaber pseudoephedrinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 15.02.2024. abgerufen am 17.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 17.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ramipril-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
  22. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Schnupfen?

Abschwellende Nasensprays oder -tropfen können laut IQWiG eine laufende oder verstopfte Nase lindern und das Atmen erleichtern. Bei Xylometazolin setzt die Wirkung laut Fachinformation innerhalb von etwa 30 Sekunden bis wenigen Minuten ein und hält im Durchschnitt 6 bis 8 Stunden an. Laut Packungsbeilage gilt ohne ärztliche Anordnung eine Höchstdauer von 7 Tagen. Schmerzmittel helfen laut IQWiG nicht gegen Schnupfen.

Wie lange darf man Nasenspray nehmen?

Abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin laut Packungsbeilage nicht länger als 7 Tage, es sei denn auf ärztliche Anordnung; eine erneute Anwendung sollte erst nach einer Pause von mehreren Tagen erfolgen. Bei chronischem Schnupfen darf die Anwendung wegen der Gefahr des Schleimhautschwunds nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Fühlen Sie sich nach 7 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Für das rezeptfreie Kortisonspray gegen Heuschnupfen gelten andere Fristen.

Was tun, wenn die Nase ohne Nasenspray nicht mehr frei wird?

Das kann eine Folge zu langer Anwendung sein: Laut IQWiG schwillt die Schleimhaut dann schon wenige Stunden nach der Anwendung wieder an, und der Effekt wird umso stärker, je häufiger man das Spray benutzt. Laut Fachinformation von Xylometazolin sollte das Mittel in diesem Fall erst an einem Nasenloch und nach Abklingen der Beschwerden auf der anderen Seite abgesetzt werden, um wenigstens einen Teil der Nasenatmung zu erhalten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke. Mehr dazu unter Verstopfte Nase durch Medikamente.

Ab welchem Alter dürfen Kinder abschwellendes Nasenspray bekommen?

Das hängt vom Präparat ab. Die Sprays für Erwachsene und Schulkinder mit Xylometazolin oder Oxymetazolin dürfen laut Packungsbeilage bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden. Das Xylometazolin-Spray für Kinder ist für Kinder von 2 bis 6 Jahren bestimmt, das Oxymetazolin-Spray für Kleinkinder ab 1 Jahr; für Säuglinge gibt es Dosiertropfer mit noch geringerer Konzentration. Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen ist laut Packungsbeilage besondere Vorsicht nötig; bei untergewichtigen Säuglingen und Frühgeborenen darf nur nach ärztlicher Anordnung dosiert werden.

Darf ich in der Schwangerschaft Nasenspray nehmen?

Das Xylometazolin-Spray kann laut Packungsbeilage bei bestimmungsgemäßem Gebrauch in der Schwangerschaft für nicht mehr als eine Woche angewendet werden; das Oxymetazolin-Spray nur auf ärztlichen Rat nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung. Embryotox stuft beide als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig und rät, sie nur über einige Tage anzuwenden. Beim Schwangerschaftsschnupfen nennt Embryotox Kochsalzlösung als besser geeignete Alternative zu Oxymetazolin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Helfen Schmerzmittel oder Antibiotika gegen Schnupfen?

Nein. Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen und Paracetamol können laut IQWiG Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen bei einer Erkältung lindern, gegen Husten und Schnupfen helfen sie aber nicht. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien und helfen bei einer einfachen, durch Viren ausgelösten Erkältung nicht. Mehr dazu auf der Seite Erkältung.

Ist es Erkältungsschnupfen oder Heuschnupfen?

Ein Erkältungsschnupfen beginnt laut IQWiG oft nach Kratzen im Hals oder Halsschmerzen und verschwindet oft schon nach wenigen Tagen. Bei Heuschnupfen müssen Betroffene häufig niesen, die Nase läuft oder ist verstopft, und auch die Augen können tränen und jucken; die Beschwerden treten nur in den Zeiten des Pollenflugs auf. Ob eine Allergie dahintersteckt, kann ein Allergietest in der Arztpraxis zeigen. Mehr auf der Seite Heuschnupfen.

Wann sollte ich mit Schnupfen zum Arzt?

Laut IQWiG sollten über mehrere Tage grünlich verfärbter Nasenschleim, eine hartnäckig verstopfte Nase mit starken Kopfschmerzen im Bereich der Stirnhöhle oder starke Ohrenschmerzen ärztlich abgeklärt werden, vor allem zusammen mit Fieber. Breitet sich eine Nasennebenhöhlenentzündung aus, sind hohes Fieber, Schwellungen um die Augen, starker Gesichtsschmerz, Lichtempfindlichkeit oder Nackensteife mögliche Anzeichen; dann ist laut IQWiG rasche ärztliche Hilfe in einer Praxis oder Klinik wichtig. Fühlen Sie sich nach 7 Tagen Nasenspray nicht besser, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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