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Heuschnupfen

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion der oberen Atemwege auf Pflanzenpollen in der Luft: Betroffene niesen häufig, die Nase läuft oder ist verstopft, auch die Augen können tränen und jucken. Laut IQWiG kommen Antihistaminika, Kortison-Nasensprays, Chromone, Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten und abschwellende Nasensprays infrage; als erste Wahl bieten sich Kortisonsprays oder neuere Antihistaminika an. Eine Hyposensibilisierung kann die Beschwerden langfristig abschwächen. Bessern sich die Beschwerden unter einem rezeptfreien Mittel nicht, bei Cetirizin zum Beispiel nach 3 Tagen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Frau Anfang dreißig mit hellblondem Haar in einer gelben Jacke geht an einem sonnigen Frühlingstag auf einem Parkweg unter blühenden Bäumen
Bild: KI-generiert

Bei Heuschnupfen reagieren die oberen Atemwege allergisch auf Pflanzenpollen in der Luft. Die Beschwerden treten nur in den Zeiten des Pollenflugs auf [1]. Gegen die Beschwerden gibt es Tabletten und Nasensprays: Als erste Wahl bieten sich laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Kortison-Nasensprays oder neuere Antihistaminika an [2]. Eine Hyposensibilisierung kann die Beschwerden langfristig abschwächen [1].

Was ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion der oberen Atemwege auf Pflanzenpollen. Die Beschwerden heißen auch allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis). Tränen und jucken zusätzlich die Augen und schwellen die Augenlider an, spricht man von einer allergischen Rhinokonjunktivitis, einem allergischen Schnupfen mit Bindehautentzündung [1]. Reagiert jemand auf Hausstaubmilben oder Tiere, bestehen die Beschwerden dagegen das ganze Jahr über [1, 2].

In Industrieländern wie Deutschland hat laut IQWiG etwa jeder Vierte einen allergischen Schnupfen. Die meisten Menschen haben erstmals vor dem zwanzigsten Lebensjahr Beschwerden [1]. Mehr über Allergien allgemein steht auf der Seite Allergien.

Symptome

Menschen mit allergischem Schnupfen müssen häufig niesen, ihre Nase läuft oder ist verstopft. Bei starken Beschwerden fühlen sich viele zudem schlapp und müde. Die Augen können tränen und jucken, die Augenlider anschwellen [1]. Juckreiz und asthmatische Beschwerden wie Husten, pfeifende Atmung und Kurzatmigkeit können hinzukommen. Vor allem an trockenen, warmen Tagen können Niesen und Augenjucken vielen zu schaffen machen [1].

Starke Beschwerden können Folgeerkrankungen wie eine Nasennebenhöhlenentzündung nach sich ziehen. Außerdem macht ein allergischer Schnupfen die Schleimhaut der Atemwege oft überempfindlich, sodass auch Zigarettenrauch oder trockene Heizungsluft Beschwerden auslösen können [1]. Wie sich ein gewöhnlicher Schnupfen bei einer Erkältung unterscheidet, steht auf der Seite Schnupfen.

Ursachen und Risikofaktoren

Allergische Beschwerden entstehen, wenn der Körper auf normalerweise ungefährliche Stoffe wie Pollen überempfindlich reagiert. Das Immunsystem bildet zuerst Antikörper gegen das Allergen, die sich an bestimmte Zellen binden. Bei einem erneuten Kontakt können diese Zellen chemische Stoffe wie Histamin freisetzen, die allergische Reaktionen wie Niesen oder Augenjucken auslösen [1].

Welche Pflanzen häufig Beschwerden auslösen und wann ihre Pollen etwa fliegen, zeigt das IQWiG so [1]:

  • Hasel: Februar; Erle: März; Birke: April,
  • Buche und Eiche: Mai; Esche: Mitte April bis Mitte Mai,
  • Gräser: Mitte Mai bis Mitte August,
  • Beifuß: Mitte Juli bis Ende August; Ambrosia: September.

Durch die wärmeren Temperaturen infolge des Klimawandels blühen einige Pflanzen früher, länger und stärker; das verlängert und erhöht die Pollenbelastung [1]. Ein erhöhtes Allergierisiko ist manchmal familiär bedingt, und Luftverschmutzung und Zigarettenrauch können Allergien wahrscheinlicher machen [1].

Medikamente als Ursache: Heuschnupfen selbst entsteht durch Pollen. Eine verstopfte Nase kann aber auch durch Medikamente entstehen: Abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin können laut Packungsbeilage nach Abklingen der Wirkung ein stärkeres Gefühl einer verstopften Nase auslösen, ihr Dauergebrauch kann zu einer chronischen Schwellung der Nasenschleimhaut führen [19]. Mehr dazu auf der Seite Verstopfte Nase durch Medikamente.

Diagnose

Im ärztlichen Gespräch geht es zunächst um die Beschwerden, die Lebensumstände und die Krankengeschichte. Mit einem Prick-Test lässt sich herausfinden, ob jemand auf bestimmte Stoffe allergisch reagiert: Mögliche Allergene werden auf den Unterarm aufgetragen und die Haut wird an diesen Stellen leicht eingeritzt. Wird sie rot und schwillt ähnlich wie bei einem großen Mückenstich an, spricht das für eine allergische Reaktion gegen diesen Stoff [1]. Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung oder ein Provokationstest notwendig sein, bei dem Allergen-Extrakte auf die Nasenschleimhaut oder die Augenbindehaut gegeben werden [1].

Antihistaminika können das Ergebnis eines Allergietests beeinflussen. Loratadin sollte laut Packungsbeilage mindestens 48 Stunden vor einem Hauttest unterbrochen werden [8]; bei Cetirizin fragen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie es einige Tage vorher pausieren sollen, laut Fachinformation ist eine Pause von 3 Tagen erforderlich [6, 7].

Behandlung ohne Medikamente

Mann Mitte vierzig mit kurzem braunem Haar in einem grünen Pullover schließt an einem sonnigen Frühlingstag das Fenster seines hellen Wohnzimmers, draußen blühen Bäume
Bild: KI-generiert

Vor Pollen kann man sich kaum schützen, außer durch Reisen in Gegenden, in denen gerade kein Pollenflug herrscht. Die Belastung lässt sich laut IQWiG verringern, wenn Sie in Zeiten starken Pollenflugs die Fenster geschlossen halten und vor dem Schlafengehen die Haare waschen. Pollenflug-Vorhersagen gibt es zum Beispiel beim Deutschen Wetterdienst [1].

Salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen können die Beschwerden lindern, Medikamente aber meist nicht ganz ersetzen [1].

Behandlung mit Medikamenten

Laut IQWiG kommen bei allergischem Schnupfen Antihistaminika, Kortikosteroide, Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten, Chromone und abschwellende Nasentropfen und -sprays infrage. Welches Mittel passt, kann unter anderem von der Schwere und Art des Schnupfens (ganzjährig oder saisonal), von persönlichen Vorlieben und von weiteren Erkrankungen abhängen [2]. Viele Antihistaminika und einzelne Kortisonsprays gibt es ohne Rezept in der Apotheke, höher dosierte Kortisonsprays sind verschreibungspflichtig [2].

Medikamente bei Heuschnupfen im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Antihistaminika zum EinnehmenCetirizin, Levocetirizin, Loratadin, Desloratadin, Fexofenadin (verschreibungspflichtig) [6, 8, 9, 10, 11]Unterdrücken die Wirkung des Botenstoffs Histamin, der Niesen und tränende Augen auslöst; Tabletten wirken innerhalb der ersten Stunde [2]. Cetirizin ist laut Fachinformation ein selektiver, peripher wirkender Hemmstoff der H1-Rezeptoren [7]Cetirizin, häufig: Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, wunder Rachen, bei Kindern laufende oder verstopfte Nase, Durchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit, Müdigkeit [6]. Loratadin, häufig bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren: Schläfrigkeit; bei Kindern von 2 bis 12 Jahren zusätzlich Kopfschmerzen, Nervosität, Müdigkeit [8]. Desloratadin, häufig: Müdigkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen [9]. Levocetirizin, häufig: Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schläfrigkeit [10]. Fexofenadin, häufig: Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Schwindel [11]
Antihistaminika als Nasenspray oder AugentropfenAzelastin, Ketotifen (Augentropfen) [16, 17]Nasensprays wirken laut IQWiG innerhalb der ersten 15 Minuten [2]. Azelastin verringert laut Packungsbeilage Entzündungen am Auge und in der Nase [16]Azelastin-Nasenspray, häufig: bitterer Geschmack, meist durch falsche Anwendung mit zurückgeneigtem Kopf, der zuweilen Übelkeit verursachen kann; Azelastin-Augentropfen, häufig: leichte Reizerscheinungen wie Brennen, Jucken, Tränen [16]. Ketotifen-Augentropfen, häufig: Reizungen der Augen oder Augenschmerzen, Augenentzündungen [17]
Kortison-Nasensprays (Nasensprays)Mometason, Fluticason [12, 15]Lassen die Schleimhäute abschwellen; die Wirkung ist oft innerhalb der ersten zwölf Stunden spürbar, die volle Wirkung tritt nach wenigen Tagen ein [2]. Mometason wirkt laut Fachinformation örtlich entzündungshemmend, wahrscheinlich, indem es die Freisetzung von Botenstoffen allergischer Reaktionen hemmt [13]Mometason, häufig: Kopfschmerzen, Niesen und Reizung oder Brennen in der Nase, Nasenbluten, Nasen- oder Halsschmerzen, Geschwüre in der Nase, Atemwegsinfektion [12]. Fluticason (Fluticasonfuroat), sehr häufig: Nasenbluten, im Allgemeinen leicht, besonders bei Anwendung länger als 6 Wochen ohne Unterbrechung; häufig: Geschwüre in der Nase, Kopfschmerzen, Atemnot [15]
Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (nur bei Asthma mit Heuschnupfen)Montelukast (verschreibungspflichtig) [18]Hemmt Leukotriene, Stoffe, die Verengungen und Schwellungen der Atemwege verursachen; bei Menschen mit Asthma und Heuschnupfen behandelt er laut Packungsbeilage die Heuschnupfen-Beschwerden mit [18]In Studien häufig: Bauchschmerzen, Kopfschmerzen; nach Markteinführung sehr häufig: Infektion der oberen Atemwege; häufig: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Hautausschlag, erhöhte Leberenzyme [18]
Abschwellende Nasensprays (nur kurzzeitig)Xylometazolin [19]Verengen die Blutgefäße und lassen dadurch die Nasenschleimhaut abschwellen [19]Häufig: vorübergehende leichte Reizerscheinungen wie Brennen oder Trockenheit der Nasenschleimhaut, Niesen [19]
Chromone (Mastzellstabilisatoren)Nasensprays, die meist vorbeugend angewendet werden [2]Verhindern, dass Histamin aus den Mastzellen austritt, und mindern so allergische und entzündliche Reaktionen [2]Häufigkeiten nennt die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats; mögliche Nebenwirkungen stehen im Abschnitt Nebenwirkungen der Medikamente

Häufig heißt: bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sehr häufig: bei mehr als 1 von 10 [12, 15]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Wie die Häufigkeitsangaben gemeint sind, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Was die Leitlinie empfiehlt

Die ARIA-Leitlinie 2019, eine Anpassung der internationalen Empfehlungen an das deutsche Gesundheitssystem, fasst zusammen: Bei schwerem allergischem Schnupfen sind Kortison-Nasensprays die erste Wahl. Antihistaminika als Tabletten oder Nasenspray sind bei leichten bis mittelschweren Beschwerden bei vielen wirksam, und viele bevorzugen Tabletten [4]. Eine Antihistaminikum-Tablette zusätzlich zum Kortisonspray bringt laut ARIA keine bessere Wirkung als das Kortisonspray allein [4]. Laut IQWiG gibt es, wenn sich die Beschwerden nicht ausreichend bessern, die Möglichkeit, das Medikament zu wechseln oder zwei Medikamente zu kombinieren, zum Beispiel ein Kortison-Nasenspray mit Antihistaminika-Tabletten, oder ein Nasenspray anzuwenden, das beide Wirkstoffe enthält [2]. Die feste Kombination aus Fluticasonpropionat und Azelastin in einem Nasenspray ist laut ARIA angezeigt, wenn ein Kortisonspray allein nicht ausreicht, bei schwerem allergischem Schnupfen oder wenn eine rasche Linderung gewünscht wird [4]. Laut IQWiG ist ein solches Kombinations-Nasenspray rezeptpflichtig [2]. Für die Empfehlungen zur Behandlung des mittelschweren bis schweren allergischen Schnupfens, auf die sich die ARIA-Leitlinie stützt, ist die Qualität der Belege laut Leitlinie niedrig oder sehr niedrig [4].

Von älteren, dämpfenden Antihistaminika der ersten Generation zum Einnehmen rät die ARIA-Leitlinie ab, ebenso von einer längeren Anwendung abschwellender Nasensprays. Depot-Kortikosteroide, in den Muskel gespritzt, sind bei allergischem Schnupfen nicht angezeigt [4]. Auch die S2k-Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie von 2022 zählt eine solche Depotspritze nicht zur leitliniengerechten Behandlung; laut Leitlinie wird empfohlen, sie nicht zu geben (starker Konsens) [5].

Rezeptfreie Mittel: was die Packungsbeilagen sagen

Cetirizin-Tabletten sind laut Packungsbeilage für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren zugelassen; fühlen Sie sich nach 3 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [6]. Für Loratadin richtet sich die Menge bei Kindern von 2 bis 12 Jahren nach dem Körpergewicht; bei Kindern unter 2 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit nicht erwiesen [8]. Wie viel Sie laut Packungsbeilage nehmen, steht jeweils auf der Wirkstoffseite, etwa unter Cetirizin und Loratadin. Einen Vergleich gibt der Ratgeber Cetirizin oder Loratadin?.

Das rezeptfreie Mometason-Heuschnupfenspray ist laut Packungsbeilage nur für Erwachsene ab 18 Jahren, deren Heuschnupfen zuerst ärztlich festgestellt wurde. Bessern sich die Beschwerden nach 14 Tagen nicht, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; ohne ärztlichen Rat sollte es nicht länger als 3 Monate angewendet werden [14]. Abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin dürfen laut Packungsbeilage nicht länger als 7 Tage angewendet werden, es sei denn auf ärztliche Anordnung; der Dauergebrauch kann zu chronischer Schwellung und schließlich zum Schwund der Nasenschleimhaut führen [19]. Laut IQWiG kann es schon nach kurzer Anwendungszeit zu einer Gewöhnung kommen; empfohlen werden höchstens 5 bis 7 Tage [2]. Die Azelastin-Augentropfen sollten laut Packungsbeilage ohne ärztliche Rücksprache nicht länger als 6 Wochen ununterbrochen angewendet werden; das Nasenspray ist zur Langzeitbehandlung geeignet [16].

Kortison zum Einnehmen

Kortisontabletten wie Prednisolon sind laut Packungsbeilage bei schweren Verlaufsformen von Heuschnupfen und allergischem Schnupfen zugelassen, wenn kortisonhaltige Nasensprays versagt haben [20]. Ihre Nebenwirkungen hängen laut Packungsbeilage sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab [20]. Mehr zur Gruppe: Glucocorticoide.

Hyposensibilisierung

Bei einer Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) bekommt der Körper wiederholt eine winzige Menge des Allergens, zunächst sehr wenig, dann schrittweise mehr bis zu einer persönlichen Höchstdosis. Das Allergen wird unter die Haut gespritzt (subkutane Immuntherapie) oder als Tropfen oder Tablette unter die Zunge gegeben (sublinguale Immuntherapie) [3]. Die Behandlung dauert mindestens 3 bis 5 Jahre und ist bei Kindern und Erwachsenen möglich [3]. Zugelassene Therapie-Allergene gibt es laut IQWiG für Gräser-, Getreide- und Kräuterpollen, Baumpollen, Hausstaubmilben sowie Wespen- und Bienengift [3].

Viele Studien zeigen laut IQWiG, dass beide Formen die Beschwerden und den Medikamentenbedarf bei allergischem Schnupfen verringern können. Eine Besserung ist schon im ersten Jahr möglich, die volle Wirkung zeigt sich normalerweise erst nach mindestens drei Jahren. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht [3]. Die Hyposensibilisierung kann laut IQWiG verhindern, dass sich die Allergie auf neue Allergene ausweitet oder ein Asthma entsteht, und sie ist die einzige Behandlung, die an der Ursache ansetzt [3]. Bringt sie nach spätestens 1 oder 2 Jahren keinen spürbaren Erfolg, empfiehlt die S2k-Leitlinie eine kritische Überprüfung durch eine Ärztin oder einen Arzt mit allergologischer Weiterbildung oder ausreichender Erfahrung mit dieser Behandlung (starker Konsens) [5].

Leichtere Nebenwirkungen treten bei über der Hälfte der Behandelten auf; dazu gehören leichter Hautausschlag an der Einstichstelle, allergische Reaktionen wie Niesen, tränende Augen oder leichte asthmatische Beschwerden, Juckreiz und Schwellungen im Mund, Müdigkeit und Kopfschmerzen [3]. In Ausnahmefällen kann eine heftige allergische Reaktion (Anaphylaxie) auftreten. Deshalb muss man laut IQWiG nach jeder Behandlung mit einem Allergen-Extrakt mindestens 30 Minuten in der Arztpraxis bleiben [3]. Kurz vor und am restlichen Tag nach einer Spritze empfiehlt die Leitlinie, Umstände zu meiden, die allergische Reaktionen verstärken, etwa körperliche Anstrengung, Saunabesuche und Alkohol (starker Konsens) [5]. Bei unkontrolliertem oder schwerem Asthma wird laut Leitlinie empfohlen, keine Hyposensibilisierung anzuwenden [5]. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist sie laut IQWiG normalerweise nur möglich, wenn Betablocker durch andere Medikamente ersetzt werden können [3].

Kinder

Bei Kindern gilt zuerst die Altersgrenze der Packungsbeilage: Cetirizin- und Levocetirizin-Tabletten ab 6 Jahren, Desloratadin-Tabletten ab 12 Jahren, das verschreibungspflichtige Fexofenadin ab 12 Jahren [6, 10, 9, 11]. Das verschreibungspflichtige Mometason-Nasenspray ist bei Heuschnupfen ab 3 Jahren zugelassen, das Kortisonspray mit Fluticasonfuroat für Kinder über 6 Jahren, das rezeptfreie Mometason-Heuschnupfenspray erst ab 18 Jahren [12, 15, 14]. Laut Packungsbeilage von Mometason wird empfohlen, die Größe von Kindern in einer Langzeitbehandlung mit Kortison-Nasenspray regelmäßig zu kontrollieren, weil hohe Dosen über lange Zeit das Wachstum vermindern können [12]. Abschwellendes Nasenspray für Erwachsene darf laut Packungsbeilage bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden [19]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Bei einer behandlungsbedürftigen Allergie in der Schwangerschaft sollten laut Embryotox bevorzugt Loratadin oder Cetirizin als Tabletten eingesetzt werden. Als Antihistaminika zur örtlichen Anwendung hält Embryotox Azelastin und Levocabastin für akzeptabel, als Mastzellstabilisator der Wahl nennt es Cromoglicinsäure, als Kortison zur örtlichen Anwendung Budesonid und zum Einnehmen Prednisolon [21]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Abschwellende Nasentropfen wie Xylometazolin sind laut Embryotox vorübergehend möglich, sollten aber auf höchstens (8 bis) 10 Tage begrenzt bleiben. Eine gut vertragene Hyposensibilisierung kann laut Embryotox in der Schwangerschaft ohne Dosissteigerung fortgeführt werden [21]; für den Beginn einer Hyposensibilisierung gilt die Schwangerschaft laut Leitlinie als Gegenanzeige [5]. Laut Packungsbeilage sollte Cetirizin bei Schwangeren vermieden werden; fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [6]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Müdigkeit: Die häufigsten Nebenwirkungen von Antihistaminika-Tabletten sind laut IQWiG Müdigkeit und Kopfschmerzen. Sie können das Autofahren und andere Tätigkeiten beeinträchtigen; wie sehr sie müde machen, kann auch vom Wirkstoff abhängen [2]. Bei Desloratadin kommt es laut Packungsbeilage bei den meisten nicht zu Schläfrigkeit; trotzdem wird empfohlen, vom Autofahren und vom Bedienen von Maschinen abzusehen, bis Sie wissen, wie Sie auf das Mittel reagieren [9]. Laut Packungsbeilage wird empfohlen, Cetirizin und Alkohol nicht gleichzeitig einzunehmen [6]; mehr dazu unter Cetirizin und Alkohol. Weitere Mittel, die müde machen, nennt die Seite Müdigkeit durch Medikamente.

Juckreiz nach dem Absetzen: Nach dem Beenden der Einnahme von Cetirizin kann laut Packungsbeilage intensiver Juckreiz oder Nesselsucht auftreten, wie häufig, ist nicht bekannt [6]. Auch Levocetirizin nennt starken Juckreiz nach dem Absetzen [10]. Mehr unter Cetirizin absetzen.

Allergische Reaktionen auf das Mittel selbst: Auch Allergiemittel können eine allergische Reaktion auslösen. Bei Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen, Problemen beim Schlucken, Nesselausschlag, pfeifendem Atemgeräusch oder Problemen beim Atmen sollten Sie laut Packungsbeilage von Mometason die Anwendung beenden und sofort ärztliche Hilfe suchen [12]. Ähnliche Warnzeichen nennen die Packungsbeilagen der Antihistaminika [6, 10, 11]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.

Kortison-Nasensprays: In hohen Dosen oder über lange Zeit angewendet, können Nebenwirkungen durch den in den Körper aufgenommenen Wirkstoff auftreten [12]. Die Packungsbeilage von Mometason nennt ohne bekannte Häufigkeit unter anderem einen Anstieg des Augeninnendrucks, Grauen Star und verschwommenes Sehen [12]. Laut IQWiG ist bei längerer Anwendung eine regelmäßige ärztliche Kontrolle sinnvoll [2].

Montelukast: Bei Menschen aller Altersgruppen wurden laut Packungsbeilage verschiedene neuropsychiatrische Ereignisse berichtet, etwa Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen, Depressionen und Selbstmordgefährdung. Bemerken Sie oder Ihr Kind solche Symptome, wenden Sie sich an die Ärztin oder den Arzt [18]. Laut Fachinformation können die Symptome schwerwiegend sein und anhalten, wenn die Behandlung nicht abgesetzt wird; die Behandlung sollte deshalb abgebrochen werden, wenn neuropsychiatrische Symptome auftreten [25]. Den Warnhinweis zu neuropsychiatrischen Ereignissen in Fach- und Gebrauchsinformation hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Bescheid vom 14.06.2019 angeordnet; der Bescheid setzt einen europäischen Beschluss vom 27.03.2019 um [24]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Chromone: Mögliche Nebenwirkungen sind laut IQWiG Reizungen der Nasenschleimhaut und ein unangenehmer Geschmack im Mund [2].

Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [6]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Heuschnupfen

Kreuzallergien: Manchmal weitet sich eine Pollenallergie im Lauf der Zeit auf bestimmte Nahrungsmittel aus [1]. Meist sind Birkenpollen der Auslöser, zum Beispiel für eine Kreuzallergie auf Äpfel, Sellerie, Nüsse oder Karotten, weil deren Eiweiße denen der Pollen sehr ähneln [23].

Asthma im Blick behalten: Aus einem allergischen Schnupfen kann sich laut IQWiG nach einigen Jahren ein allergisches Asthma entwickeln. Viele Menschen mit Allergien und Asthma haben in der Pollenzeit mehr Asthma-Anfälle als sonst [1]. Wer Asthma hat, findet mehr auf der Seite Asthma.

Regelmäßig oder bei Bedarf: Laut ARIA-Leitlinie wird allgemein empfohlen, die Mittel während der ganzen Pollensaison regelmäßig anzuwenden, auch an Tagen mit wenigen Beschwerden; die meisten Betroffenen nehmen sie aber nur bei Bedarf [4]. Laut Packungsbeilage von Mometason ist es sehr wichtig, das Nasenspray regelmäßig anzuwenden [12]. Leiden Sie sehr unter Heuschnupfen, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt raten, schon ein paar Tage vor der Pollensaison zu beginnen. Am Ende der Pollensaison sollten sich die Beschwerden bessern, sodass eine Behandlung dann nicht mehr erforderlich sein sollte [12].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Ärztlichen Rat brauchen Sie, wenn sich die Beschwerden unter einem rezeptfreien Mittel nicht bessern: bei Cetirizin laut Packungsbeilage nach 3 Tagen, beim rezeptfreien Mometason-Spray nach 14 Tagen [6, 14]. Die Hausarztpraxis ist laut IQWiG meist die erste Anlaufstelle [1].

Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion auf ein Medikament, etwa Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen, Problemen beim Schlucken oder Atmen [12]. Weiten sich allergische Beschwerden auf andere Körperbereiche aus, etwa mit Atemnot, Bauchschmerzen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder Blutdruckabfall, kann eine anaphylaktische Reaktion vorliegen. Schon bei ersten leichteren Beschwerden einer anaphylaktischen Reaktion ist es laut IQWiG wichtig, die Notfallnummer 112 zu wählen [22]. Mehr dazu: Anaphylaxie.

Quellen

  1. Heuschnupfen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 18.10.2026
  2. Welche Medikamente können Heuschnupfen lindern?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 18.10.2026
  3. Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) bei Heuschnupfen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 18.10.2026
  4. Leitlinie ARIA guideline 2019: treatment of allergic rhinitis in the German health system (Klimek L, Bachert C, Pfaar O et al.), Allergologie select 2019; 3(1): 22-50, Nachdruck aus Allergo J Int 2019; 28: 255-276 (Infoboxen 2 bis 4, Abschnitt Physician's view). ARIA-Gruppe Deutschland mit DGAKI, AeDA, DGHNO-KHC und weiteren Fachgesellschaften. Stand 12/2019. abgerufen am 18.10.2026
  5. Leitlinie S2k-Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen (AWMF-Register-Nr. 061-004), englische Fassung in Allergologie select 2022; 6: 167-232 (Empfehlungen 16, 18, 19, Kontraindikationen). Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und weitere Fachgesellschaften. Stand 06/2022, gültig bis 29.06.2027. abgerufen am 18.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten (Abschnitte 4.4 und 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2023. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Desloratadin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levocetirizin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fexofenadin Winthrop 120 mg Filmtabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 02/2023. abgerufen am 18.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mometasonfuroat-ratiopharm 50 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 18.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Mometasonfuroat-ratiopharm 50 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray (Abschnitt 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 18.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mometason-ratiopharm Heuschnupfenspray 50 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 18.10.2026
  15. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Avamys 27,5 Mikrogramm/Sprühstoß Nasenspray, Suspension (Fluticasonfuroat), Anhang III B: Packungsbeilage. GlaxoSmithKline Trading Services Limited, Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Vividrin Azelastin Kombipackung 0,5 mg/ml Augentropfen, Lösung und 1 mg/ml Nasenspray, Lösung. Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik GmbH (Bausch & Lomb). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zaditen Ophtha 0,25 mg/ml Augentropfen, Lösung (Ketotifen). Laboratoires THEA (Zulassungsinhaber), Théa Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 18.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NasenSpray-ratiopharm Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg (Prednisolon). Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
  21. Embryotox Embryotox: Allergie (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  22. Allergien. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
  23. Nahrungsmittelallergie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
  24. Behörde Bescheid zur Umsetzung des CMDh-Beschlusses EMA/CMDh/186357/2019 vom 27.03.2019 (PSUSA/00002087/201807) betreffend Arzneimittel mit dem Wirkstoff Montelukast. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 14.06.2019. abgerufen am 18.10.2026
  25. Fachinformation Fachinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Abschnitt 4.4). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Heuschnupfen?

Antihistaminika als Tabletten wirken laut IQWiG innerhalb der ersten Stunde, als Nasenspray innerhalb der ersten 15 Minuten. Kortison-Nasensprays wirken nicht sofort, aber oft innerhalb der ersten zwölf Stunden; die volle Wirkung tritt nach wenigen Tagen ein. Als erste Wahl bieten sich laut IQWiG Kortisonsprays oder neuere Antihistaminika an. Welches Mittel zu Ihnen passt, können Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke besprechen.

Welches Nasenspray hilft bei Heuschnupfen?

Laut IQWiG kommen Nasensprays mit Kortison, mit einem Antihistaminikum oder mit beiden Wirkstoffen infrage; die Kombination ist rezeptpflichtig und eignet sich, wenn ein einzelner Wirkstoff nicht ausreichend hilft. Ein Antihistaminikum als Nasenspray ist zum Beispiel Azelastin. Auch Chromone gibt es als Nasenspray, meist zur Vorbeugung. Abschwellende Nasensprays wie Xylometazolin machen die Nase frei, sind laut IQWiG aber nicht zur Dauertherapie geeignet; laut Packungsbeilage dürfen sie ohne ärztliche Anordnung nicht länger als 7 Tage angewendet werden.

Machen Tabletten gegen Heuschnupfen müde?

Das kann passieren. Müdigkeit und Kopfschmerzen sind laut IQWiG die häufigsten Nebenwirkungen von Antihistaminika-Tabletten, und wie sehr sie müde machen, kann auch vom Wirkstoff abhängen. Schläfrigkeit ist laut Packungsbeilage zum Beispiel bei Cetirizin, Levocetirizin und bei Erwachsenen unter Loratadin häufig. Laut Packungsbeilage von Loratadin ist es ratsam, die eigene Reaktion abzuwarten, bevor Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Gibt es Kortison-Nasenspray gegen Heuschnupfen ohne Rezept?

Ja, einzelne Kortisonsprays sind laut IQWiG rezeptfrei, höher dosierte verschreibungspflichtig. Das rezeptfreie Mometason-Heuschnupfenspray ist laut Packungsbeilage nur für Erwachsene ab 18 Jahren gedacht, deren Heuschnupfen zuerst von einer Ärztin oder einem Arzt festgestellt wurde. Fühlen Sie sich nach 14 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; ohne ärztlichen Rat sollte es nicht länger als 3 Monate angewendet werden. Die Angaben zur Menge stehen auf der Seite Mometason.

Hilft eine Kortisonspritze gegen Heuschnupfen?

Depot-Kortikosteroide als Spritze in den Muskel sind laut der ARIA-Leitlinie 2019 für das deutsche Gesundheitssystem bei allergischem Schnupfen nicht angezeigt. Auch die S2k-Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie von 2022 zählt eine solche Spritze nicht zur leitliniengerechten Behandlung; laut Leitlinie wird empfohlen, sie nicht zu geben (starker Konsens). Bei schweren Verläufen, wenn Kortison-Nasensprays versagt haben, ist laut Packungsbeilage Prednisolon als Tablette zugelassen; darüber entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Was bringt eine Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen?

Bei einer Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) wird das Allergen laut IQWiG regelmäßig unter die Haut gespritzt oder als Tablette oder Tropfen unter die Zunge gegeben, mindestens 3 bis 5 Jahre lang. Sie kann die Beschwerden und den Bedarf an Medikamenten verringern, eine Erfolgsgarantie gibt es aber nicht. Sie ist laut IQWiG die einzige Behandlung, die an der Ursache ansetzt. Leichtere Nebenwirkungen wie Juckreiz im Mund oder Hautausschlag an der Einstichstelle treten bei über der Hälfte der Behandelten auf.

Welche Mittel gegen Heuschnupfen gehen in der Schwangerschaft?

Laut Embryotox sollten bei einer behandlungsbedürftigen Allergie in der Schwangerschaft bevorzugt Loratadin oder Cetirizin als Tabletten eingesetzt werden; als Mastzellstabilisator der Wahl nennt Embryotox Cromoglicinsäure, als Kortison zur örtlichen Anwendung Budesonid. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Abschwellende Nasentropfen sollten laut Embryotox auf höchstens (8 bis) 10 Tage begrenzt bleiben.

Kann aus Heuschnupfen Asthma werden?

Ja. Aus einem allergischen Schnupfen kann sich laut IQWiG nach einigen Jahren ein allergisches Asthma entwickeln. Juckreiz und asthmatische Beschwerden wie Husten, pfeifende Atmung und Kurzatmigkeit können schon beim Heuschnupfen dazukommen, und viele Menschen mit Allergien und Asthma haben in der Pollenzeit mehr Asthma-Anfälle als sonst. Mehr auf der Seite Asthma.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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