Ratgeber
Cetirizin oder Loratadin?
Cetirizin und Loratadin sind Antihistaminika, die laut Packungsbeilage bei allergischem Schnupfen wie Heuschnupfen und bei Nesselsucht angewendet werden; beide gibt es ohne Rezept in der Apotheke. Bei beiden ist Schläfrigkeit eine häufige Nebenwirkung. Unterschiede zeigen die Packungsbeilagen unter anderem bei der Altersgrenze der Tabletten, bei den Gegenanzeigen, beim Alkohol und in der Stillzeit; das Beratungszentrum Embryotox stuft beide in der Schwangerschaft als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Ob Cetirizin oder Loratadin für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Apotheke, Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Cetirizin und Loratadin sind Antihistaminika, die gezielt an den H1-Rezeptoren wirken [2, 5]. Laut Packungsbeilage werden beide bei allergischem Schnupfen wie Heuschnupfen und bei Nesselsucht angewendet [1, 4], und beide sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich [2, 5].
Unterschiede zeigen die Packungsbeilagen unter anderem bei der Altersgrenze der Tabletten, bei den Gegenanzeigen, beim Alkohol, bei den Nebenwirkungen und in der Stillzeit [1, 4]. Ob Cetirizin oder Loratadin für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Apotheke, Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Cetirizin und Loratadin im Überblick
| Merkmal | Cetirizin | Loratadin |
|---|---|---|
| Wirkstoffgruppe | Antiallergikum [1] aus der Gruppe der Antihistaminika, Piperazin-Derivat [2]; Übersicht: Antihistaminika | Antihistaminikum (H1-Antagonist) [4, 5] |
| Abgabe | Apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke [2] | Apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke [5] |
| Darreichungsformen | Grundlage: Filmtabletten [1]; für Kinder unter 6 Jahren empfiehlt die Fachinformation eine für Kinder geeignete Darreichungsform [2] | Grundlage: Tabletten [4] |
| Zugelassene Anwendungsgebiete | Linderung von Nasen- und Augenbeschwerden bei Heuschnupfen und ganzjährigem allergischem Schnupfen und Linderung von Nesselsucht, laut Fachinformation der chronischen Nesselsucht unbekannter Ursache; für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren [1, 2] | Behandlung der Beschwerden bei allergisch bedingtem Schnupfen, zum Beispiel Heuschnupfen, und bei chronischer Nesselsucht unbekannter Ursache [4]; Angaben für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren [4] |
| Wie er wirkt | Selektiver Hemmstoff der peripheren H1-Rezeptoren; an andere Rezeptoren bindet es im Labor nicht messbar [2] | Trizyklisches Antihistaminikum mit selektiver Wirkung an den peripheren H1-Rezeptoren [5] |
| Darf nicht eingenommen werden bei (Auswahl) | Schwerer Nierenerkrankung mit Dialyse; Allergie gegen Cetirizin, einen sonstigen Bestandteil, Hydroxyzin oder andere Piperazin-Derivate [1] | Allergie gegen Loratadin oder einen der sonstigen Bestandteile; weitere Gegenanzeigen nennt die Packungsbeilage nicht [4] |
| Häufige Nebenwirkungen | Häufig: Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Rachenentzündung, bei Kindern laufende oder verstopfte Nase, Durchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit, Müdigkeit [1, 2] | Häufig bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren: Schläfrigkeit; bei Kindern von 2 bis 12 Jahren zusätzlich Kopfschmerzen, Nervosität und Müdigkeit [4] |
| Schwerwiegende Nebenwirkungen (Auswahl) | Selten allergische Reaktionen, sehr selten schwerwiegende, auch mit Anschwellen von Gesicht und Rachen (Angioödem): dann laut Packungsbeilage die Einnahme sofort beenden und sich mit der Ärztin oder dem Arzt in Verbindung setzen. Selten Krampfanfälle [1] | Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Angioödem und Anaphylaxie, Krampf; bei Nebenwirkungen wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ärztin, Arzt oder Apotheke [4] |
| Wichtige Wechselwirkungen (Auswahl) | Laut Fachinformation sind keine Wechselwirkungen zu erwarten; bei empfindlichen Menschen können Alkohol oder andere dämpfende Mittel die Aufmerksamkeit zusätzlich verringern [2] | Mittel, die bestimmte Leberenzyme verändern, können die Nebenwirkungen verstärken; in Studien wurde dabei kein Anstieg der Nebenwirkungen beobachtet [4, 5] |
| Schwangerschaft | Packungsbeilage: sollte vermieden werden; sollte nur eingenommen werden, wenn notwendig und nach ärztlichem Rat [1]. Embryotox: Medikament der Wahl, dennoch sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig; kann in allen Phasen eingenommen werden [3] | Packungsbeilage: als Vorsichtsmaßnahme sollte die Einnahme vermieden werden [4]. Embryotox: Medikament der Wahl, dennoch sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig; kann in allen Phasen eingenommen werden [6] |
| Stillzeit | Packungsbeilage: geht in die Muttermilch über; Sie sollten es nicht einnehmen, bis Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen haben [1]. Embryotox: kann ohne Stillunterbrechung eingenommen werden [3] | Packungsbeilage: nicht einnehmen, wenn Sie stillen; geht in die Muttermilch über [4]. Embryotox: kann ohne Stillunterbrechung eingenommen werden [6] |
| Alkohol und Verkehrstüchtigkeit | Empfohlen wird, die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol zu meiden. In Studien keine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit bei empfohlener Dosis; wer Auto fahren oder Maschinen bedienen will, sollte seine Reaktion aufmerksam beobachten [1] | Die Wirkung von Alkohol wird nicht verstärkt. In Studien keine Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit; sehr selten Benommenheit, deshalb ratsam, die eigene Reaktion abzuwarten [4] |
| Grundlage | Gebrauchsinformation und Fachinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten (beide 09/2022), apothekenpflichtig [1, 2] | Gebrauchsinformation Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten (10/2023) und Fachinformation (08/2023), apothekenpflichtig [4, 5] |
Die Angaben stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation je eines Präparats; welches, steht in der letzten Zeile [1, 2, 4, 5]. Dass eine Angabe bei einem Wirkstoff fehlt, heißt nicht, dass er in dieser Situation geeignet ist. Ob Cetirizin oder Loratadin für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Häufigkeiten: "häufig" heißt bei bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100, "selten" bei bis zu 1 von 1.000, "sehr selten" bei bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar [1, 4]. Anschaulich umgerechnet im Werkzeug Was heißt "häufig"?
Wofür Cetirizin und Loratadin zugelassen sind
Beide werden bei Heuschnupfen und anderem allergischem Schnupfen angewendet, Cetirizin laut Packungsbeilage zur Linderung von Nasen- und Augenbeschwerden, auch bei ganzjährigem allergischem Schnupfen [1, 4]. Beide sind außerdem bei Nesselsucht zugelassen; die Fachinformationen nennen die chronische Nesselsucht unbekannter Ursache [2, 5]. Laut Packungsbeilage von Loratadin sind das allergische Erkrankungen, die mit einer erhöhten Freisetzung des Botenstoffs Histamin verbunden sind [4]. Mehr über allergische Erkrankungen: Allergie.
Die Cetirizin-Filmtabletten sind für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren bestimmt; jüngeren Kindern geben Sie sie nicht, weil sich die nötige Dosis damit nicht einstellen lässt [1]. Die Packungsbeilage der Loratadin-Tabletten nennt Angaben ab 2 Jahren, bei Kindern bis 12 Jahre nach Körpergewicht; bei Kindern unter 2 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit nicht erwiesen [4]. Die Angaben stehen unter Dosierung von Cetirizin und Dosierung von Loratadin; mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Nahrungsmittel haben laut Packungsbeilage keinen Einfluss auf die Aufnahme von Cetirizin [1]; Loratadin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden [4]. Fühlen Sie sich unter Cetirizin nach 3 Tagen nicht besser oder gar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]; laut Packungsbeilage von Loratadin gilt das, wenn Sie sich nicht besser oder gar schlechter fühlen [4]. Was "apothekenpflichtig" heißt, erklärt der Ratgeber Rezeptfrei und apothekenpflichtig.
Wie sie wirken
Antihistaminika hemmen laut Embryotox die Wirkung des Botenstoffs Histamin an den Histamin-Rezeptoren [3, 6]. Cetirizin ist laut Fachinformation beim Menschen ein Abbauprodukt von Hydroxyzin und ein selektiver Hemmstoff der peripheren H1-Rezeptoren; in Laboruntersuchungen zeigte es keine messbare Bindung an andere Rezeptoren. Zusätzlich hemmt es bei Menschen mit allergischer Veranlagung (Atopie) nach Allergenkontakt die späte Einwanderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophile) in Haut und Bindehaut [2].
Loratadin ist laut Fachinformation ein trizyklisches Antihistaminikum mit selektiver Wirkung an den peripheren H1-Rezeptoren. Es wird vor allem in der Leber abgebaut; sein Hauptabbauprodukt Desloratadin ist selbst wirksam und zum großen Teil für die Wirkung verantwortlich [5].
Wann sie nicht eingenommen werden dürfen
Cetirizin
- Laut Packungsbeilage nicht einnehmen bei schwerer Nierenerkrankung mit Dialyse und bei Allergie gegen Cetirizin, einen der sonstigen Bestandteile, Hydroxyzin oder andere Piperazin-Derivate; laut Fachinformation bei Nierenerkrankung im Endstadium mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate unter 15 ml/min [1, 2].
- Vorher ärztlichen Rat einholen bei eingeschränkter Nierenfunktion, bei Schwierigkeiten beim Wasserlassen, etwa wegen Problemen mit Rückenmark, Prostata oder Harnblase, und bei Epilepsie oder Krampfrisiko [1].
- Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten bei einer Neigung zum Harnverhalt, weil Cetirizin dessen Risiko erhöhen kann, sowie bei Epilepsie und Krampfneigung [2].
- Alle Gegenanzeigen und Vorsichtshinweise zu Cetirizin
Loratadin
- Laut Packungsbeilage nicht einnehmen bei Allergie gegen Loratadin oder einen der sonstigen Bestandteile [4].
- Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen bei schwerer Leberfunktionsstörung; laut Fachinformation sollte Loratadin dann vorsichtig angewendet werden [4, 5].
- Alle Gegenanzeigen und Vorsichtshinweise zu Loratadin
Beide: Die Tabletten enthalten Lactose; bei einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern nehmen Sie sie erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1, 4]. Antihistaminika können das Ergebnis eines Hautallergietests beeinflussen; ist ein Test geplant, sprechen Sie laut beiden Packungsbeilagen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und wann Sie die Einnahme unterbrechen [1, 4]. Mehr im Ratgeber Medikamente vor Untersuchungen.
Nebenwirkungen im Vergleich

Cetirizin: Gelegentlich kommen Erregung, Missempfindungen auf der Haut, Bauchschmerzen, Juckreiz, Ausschlag und extreme Müdigkeit vor. Selten sind unter anderem Depression, Halluzinationen, Aggression, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit, schneller Herzschlag, eine abnorme Leberfunktion, Schwellungen und Gewichtszunahme, sehr selten unter anderem Tics, Bewusstseinsverlust, Zittern, verschwommenes Sehen und Probleme beim Wasserlassen. Ohne bekannte Häufigkeit nennt die Packungsbeilage unter anderem Selbstmordgedanken, Albträume, Gedächtnisstörungen, Harnverhalt, eine Leberentzündung und intensiven Juckreiz oder Nesselsucht nach dem Ende der Einnahme [1]. Mehr: Cetirizin absetzen.
Loratadin: Bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren sind Kopfschmerzen, Appetitsteigerung und Schlaflosigkeit gelegentlich. Sehr selten sind außerdem Schwindel, beschleunigter Herzschlag, Herzklopfen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Magenschleimhautentzündung, Leberfunktionsstörung, Hautausschlag, Haarausfall und Müdigkeit; die Häufigkeit einer Gewichtszunahme ist nicht bekannt [4].
Mehr: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Juckreiz, Arzneimittelallergie. Jede Häufigkeit gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welches Mittel für Sie verträglicher ist. Nebenwirkungen können Sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1, 4]; wie, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wechselwirkungen und gleichzeitige Einnahme
Beide Packungsbeilagen bitten Sie, Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle anderen Arzneimittel zu informieren, bei Loratadin ausdrücklich auch über rezeptfreie [1, 4]. Laut Fachinformation von Cetirizin sind wegen seiner Eigenschaften keine Wechselwirkungen zu erwarten, in Studien wurden keine bedeutsamen beobachtet, ausdrücklich auch nicht mit Pseudoephedrin und Theophyllin; bei empfindlichen Menschen können Alkohol oder andere dämpfende Mittel die Aufmerksamkeit zusätzlich verringern [2]. Bei Loratadin können Mittel, die die Leberenzyme CYP3A4 und CYP2D6 hemmen, laut Fachinformation die Menge von Loratadin im Blut erhöhen, was vermehrt Nebenwirkungen hervorrufen kann; mit Ketoconazol, Erythromycin und Cimetidin stieg die Menge im Blut, ohne klinisch bedeutsame Veränderungen, auch nicht im EKG [5].
Beide zusammen: Keine der beiden Packungsbeilagen nennt den anderen Wirkstoff unter den Wechselwirkungen oder sagt, ob beide zusammen eingenommen werden können [1, 4]; das klären Sie vorher in der Apotheke oder mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr: Cetirizin, Loratadin und der Ratgeber Wechselwirkungen. Weitere Mittel der Gruppe zeigt die Seite Antihistaminika.
Alkohol: Für Cetirizin liegen laut Packungsbeilage keine Daten zur Sicherheit vor, wenn höhere Dosen und Alkohol zusammen eingenommen werden; deshalb wird, wie bei allen Antihistaminika, empfohlen, die gleichzeitige Einnahme zu meiden; laut Fachinformation ist Vorsicht geboten [1, 2]. Die Wirkung von Alkohol wird laut Packungsbeilage durch Loratadin nicht verstärkt [4]. Mehr: Cetirizin und Alkohol und Medikamente und Alkohol.
Schwangerschaft und Stillzeit
Packungsbeilagen: Cetirizin sollte in der Schwangerschaft vermieden werden; eine versehentliche Einnahme sollte beim ungeborenen Kind nicht zu gesundheitsschädlichen Auswirkungen führen, dennoch sollte es nur eingenommen werden, wenn es notwendig ist, und nach ärztlichem Rat [1]. Bei Loratadin sollte die Einnahme in der Schwangerschaft als Vorsichtsmaßnahme vermieden werden; laut Fachinformation deuten Daten zu mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko hin [4, 5]. Beide gehen in die Muttermilch über: Cetirizin sollten Sie in der Stillzeit nicht einnehmen, bis Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen haben, Loratadin nehmen Sie nicht ein, wenn Sie stillen [1, 4]. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1, 4].
Embryotox zu Cetirizin: Das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité stuft Cetirizin als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; den Erfahrungsumfang gibt es mit "hoch" an. In Studien mit insgesamt über 1.300 Schwangerschaften wurden keine fehlbildungsauslösenden Wirkungen nachgewiesen; Cetirizin kann laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft und in der Stillzeit ohne Stillunterbrechung eingenommen werden [3].
Embryotox zu Loratadin: Auch Loratadin stuft Embryotox als Medikament der Wahl ein, mit sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung; den Erfahrungsumfang gibt es mit "sehr hoch" an. In Untersuchungen mit zusammen über 5.000 Schwangerschaften wurde kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beobachtet; Loratadin kann laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft und in der Stillzeit ohne Stillunterbrechung eingenommen werden [6].
Unter "Besser geeignete Alternativen" nennt Embryotox für beide Wirkstoffe keine; wenn eine dämpfende (sedierende) Wirkung gewünscht bzw. vorteilhaft ist, kann laut Embryotox auch Clemastin eingesetzt werden [3, 6]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr: Embryotox, Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Wer entscheidet, welches Mittel passt
Beide Mittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich [2, 5]; wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benötigen, fragen Sie laut beiden Packungsbeilagen in der Apotheke [1, 4]. Erscheint Ihnen die Wirkung zu schwach oder zu stark, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bei Loratadin auch an die Apotheke [1, 4]. Fragen für das Gespräch:
- Darf ich eines der Mittel wegen einer Erkrankung nicht einnehmen, etwa wegen einer Nieren- oder Lebererkrankung, Problemen beim Wasserlassen oder Epilepsie?
- Muss ich wegen Autofahren oder Arbeit an Maschinen etwas beachten?
- Passen die Mittel zu meinen anderen Medikamenten, und was gilt beim Alkohol?
- Was gilt, wenn ich schwanger bin, eine Schwangerschaft plane oder stille?
- Ist bei mir ein Hautallergietest geplant?
Fragen sammeln Sie mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch. Nehmen Sie eines der Mittel auf ärztliche Verordnung ein, gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Cetirizin: Bei allergischen Reaktionen, auch schwerwiegenden, und bei einem Anschwellen von Gesicht und Rachen (Angioödem) müssen Sie laut Packungsbeilage die Einnahme sofort beenden und sich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung setzen; diese Reaktionen können kurz nach der ersten Einnahme oder später auftreten [1]. Meinen Sie, zu viel eingenommen zu haben, teilen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit [1].
Loratadin: Haben Sie mehr eingenommen als vorgesehen, sprechen Sie laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; schwerwiegende Nebenwirkungen werden nicht erwartet, möglich sind Kopfschmerzen, beschleunigter Herzschlag oder Schläfrigkeit [4]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, auch sehr seltene Überempfindlichkeitsreaktionen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [4].
In lebensbedrohlichen Fällen alarmieren Sie den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112, laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) zum Beispiel bei schwerer Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Suizidversuchen [7]. Bei Gedanken an Selbstmord erreichen Sie die TelefonSeelsorge kostenfrei unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 [8]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten (Versionscode Z08). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten (Version 5). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Cetirizin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten (Versionscode Z12). ratiopharm GmbH. Stand 10/2023. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten (Version 3). ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Loratadin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Cetirizin und Loratadin?
Beide sind Antihistaminika, die laut Packungsbeilage bei allergischem Schnupfen wie Heuschnupfen und bei Nesselsucht angewendet werden, und beide sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Ihre Packungsbeilagen unterscheiden sich unter anderem bei der Altersgrenze der Tabletten, bei den Gegenanzeigen, beim Alkohol, bei den Nebenwirkungen und in der Stillzeit.
Macht Cetirizin oder Loratadin müde?
Schläfrigkeit ist laut Packungsbeilage bei beiden eine häufige Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; bei Cetirizin ist auch Müdigkeit häufig, bei Loratadin bei Kindern von 2 bis 12 Jahren. Jede Häufigkeit gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht. Wenn Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen wollen, sollten Sie laut Packungsbeilage von Cetirizin Ihre Reaktion auf das Mittel aufmerksam beobachten; laut Packungsbeilage von Loratadin ist es ratsam, Ihre Reaktion abzuwarten, bevor Sie ein Fahrzeug führen.
Darf ich Cetirizin oder Loratadin mit Alkohol einnehmen?
Die Packungsbeilage von Cetirizin empfiehlt, wie bei allen Antihistaminika, die gleichzeitige Einnahme von Cetirizin und Alkohol zu meiden; für höhere Cetirizin-Dosen zusammen mit Alkohol liegen keine Daten zur Sicherheit vor. Laut Packungsbeilage von Loratadin wird die Wirkung von Alkohol durch Loratadin nicht verstärkt. Mehr: Cetirizin und Alkohol und Medikamente und Alkohol.
Was sagen Packungsbeilage und Embryotox zu Schwangerschaft und Stillzeit?
Laut Packungsbeilage sollte Cetirizin in der Schwangerschaft vermieden und nur eingenommen werden, wenn es notwendig ist und nach ärztlichem Rat; Loratadin sollte als Vorsichtsmaßnahme vermieden werden. In der Stillzeit sollten Sie Cetirizin nicht einnehmen, bis Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen haben; Loratadin nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht ein, wenn Sie stillen. Das Beratungszentrum Embryotox stuft beide als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; laut Embryotox können beide in allen Phasen der Schwangerschaft und in der Stillzeit ohne Stillunterbrechung eingenommen werden. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Ab welchem Alter dürfen Kinder Cetirizin oder Loratadin einnehmen?
Die Cetirizin-Filmtabletten, auf denen diese Seite beruht, sind für Kinder ab 6 Jahren bestimmt; jüngeren Kindern geben Sie sie laut Packungsbeilage nicht, weil sich die nötige Dosis damit nicht einstellen lässt. Die Packungsbeilage der Loratadin-Tabletten nennt Angaben ab 2 Jahren, bei Kindern von 2 bis 12 Jahren nach Körpergewicht; bei Kindern unter 2 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit nicht erwiesen. Die Angaben stehen unter Dosierung von Cetirizin und Dosierung von Loratadin.
Kann ich Cetirizin und Loratadin zusammen einnehmen?
Dazu sagen die beiden Packungsbeilagen nichts; keine nennt den anderen Wirkstoff unter den Wechselwirkungen. Beide bitten Sie, Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle anderen Arzneimittel zu informieren, die Sie einnehmen. Ob Sie zwei Antihistaminika kombinieren, klären Sie vorher in der Apotheke oder mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie lange darf ich Cetirizin oder Loratadin ohne ärztlichen Rat einnehmen?
Wenn Sie sich nach 3 Tagen nicht besser oder gar schlechter fühlen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage von Cetirizin an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; die Einnahmedauer hängt von Art, Dauer und Verlauf Ihrer Beschwerden ab. Laut Packungsbeilage von Loratadin wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie sich nicht besser oder gar schlechter fühlen.
Was passiert, wenn ich Cetirizin absetze?
Laut Packungsbeilage können nach dem Absetzen von Cetirizin in seltenen Fällen intensiver Juckreiz und Nesselsucht wieder auftreten; laut Fachinformation auch dann, wenn diese Beschwerden vor der Behandlung nicht bestanden. Die Packungsbeilage von Loratadin nennt so etwas nicht. Mehr dazu unter Cetirizin absetzen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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