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Atomoxetin: Nebenwirkungen und Wirkung
Atomoxetin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen ADHS für Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche und Erwachsene; es erhöht die Menge des Botenstoffs Noradrenalin im Gehirn und gehört nicht zu den Stimulanzien. Sehr häufig sind Kopfschmerzen, verminderter Appetit, ein erhöhter Blutdruck und ein schnellerer Puls, bei Kindern auch Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen und Schläfrigkeit, bei Erwachsenen Übelkeit, Mundtrockenheit und Schlafstörungen. Bei Gedanken an Suizid, Aggressivität, Herzrasen oder Zeichen einer Leberschädigung brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Bei Erwachsenen: Übelkeit und Mundtrockenheit[1, 2]
- Sehr häufig: Bei Erwachsenen: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Bei Erwachsenen: Verminderter Appetit (kein Hungergefühl)[1, 2]
- Sehr häufig: Bei Erwachsenen: Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und frühzeitiges Erwachen[1, 2]
- Sehr häufig: Bei Erwachsenen: Erhöhter Blutdruck und erhöhter Puls[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Unruhe, Gefühl von Nervosität und Gereiztheit[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Vermindertes sexuelles Interesse[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Schlafstörungen[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Depression, Gefühl von Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit, Angstgefühl[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Schwindel; Schläfrigkeit, Benommenheit[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Ungewöhnlicher Geschmack oder eine Geschmacksveränderung, die nicht verschwindet[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Zittern; Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Verstopfung, Bauchschmerzen, Verdauungsstörung, Blähungen und Erbrechen[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Hitzewallungen[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Empfinden oder Vorhandensein eines sehr schnellen Herzschlags[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Geschwollene, gerötete und juckende Haut, vermehrtes Schwitzen und Hautausschlag[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Schwierigkeiten beim Wasserlassen, etwa nicht Wasserlassen zu können, häufiges oder stockendes Wasserlassen oder Schmerzen dabei[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis), Leistenschmerzen bei Männern, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, verzögerter Orgasmus, Regelblutungskrämpfe[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Kraftlosigkeit, Energielosigkeit, Müdigkeit, Antriebs- und Teilnahmslosigkeit (Lethargie), Schüttelfrost und Durstgefühl[1, 2]
- Häufig: Bei Erwachsenen: Gewichtsverlust[1, 2]
Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche
Wofür wird Atomoxetin eingesetzt?
Atomoxetin gehört zu den ADHS-Medikamenten und wird zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen angewendet [1, 2]. Es ist Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms, das auch nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Beratung und Verhaltenstherapie umfasst [1]. Bei Erwachsenen ist die Behandlung angezeigt, wenn die Beschwerden sehr belastend sind, das berufliche oder soziale Leben beeinträchtigen und schon in der Kindheit vorhanden waren [1].
Laut Fachinformation muss die Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt mit Fachwissen in der Behandlung von ADHS begonnen werden, etwa in der Kinderheilkunde, der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder der Psychiatrie [2]. Zur Behandlung einer Depression oder einer Angststörung ohne ADHS ist Atomoxetin nicht zugelassen [2].
Wie wirkt Atomoxetin?
Atomoxetin erhöht die verfügbare Menge des Botenstoffs Noradrenalin im Gehirn. Bei ADHS erhöht das laut Packungsbeilage die Aufmerksamkeit und vermindert Impulsivität und Hyperaktivität [1]. Die Fachinformation beschreibt Atomoxetin als hochselektiven Hemmstoff des Noradrenalin-Transporters; auf die Transporter für Serotonin und Dopamin wirkt es nicht direkt [2]. Atomoxetin gehört nicht zu den Stimulanzien und ist kein Amphetamin-Abkömmling [1, 2].
Die höchste Konzentration im Blut ist etwa 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht. Abgebaut wird Atomoxetin vor allem durch das Enzym CYP2D6. Bei etwa 7 Prozent der Kaukasier arbeitet dieses Enzym nicht; bei ihnen liegt die Halbwertszeit bei 21 statt 3,6 Stunden, die Spiegel sind mehrfach höher und Nebenwirkungen wahrscheinlicher [2]. Bis sich die Beschwerden deutlich bessern, kann es einige Wochen dauern [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt, wie in Packungsbeilage und Fachinformation getrennt für Kinder und Jugendliche und für Erwachsene. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Bei Kindern waren in Studien Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und verminderter Appetit am häufigsten; Bauchschmerzen und verminderter Appetit sind laut Fachinformation üblicherweise vorübergehend [2]. Laut Packungsbeilage können die sehr häufigen Beschwerden bei Kindern bei den meisten nach einiger Zeit abklingen [1]. Zu Beginn zeigen einige Kinder ein vermindertes Wachstum bei Gewicht und Größe, das sich bei längerer Behandlung an die Altersgruppe angleicht [1]. Mehr dazu unter Appetitlosigkeit, Blutdruckanstieg und Herzrasen.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemBei Kindern und Jugendlichen: Kopfschmerzen und Schläfrigkeit[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenMüdigkeit
- Magen und DarmBei Kindern und Jugendlichen: Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenÜbelkeitErbrechen
- Stoffwechsel und ErnährungBei Kindern und Jugendlichen: Verminderter Appetit (kein Hungergefühl)[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- Laborwerte und UntersuchungenBei Kindern und Jugendlichen: Erhöhter Blutdruck und erhöhter Puls[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegHerzrasen
- Magen und DarmBei Erwachsenen: Übelkeit und Mundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitMundtrockenheit
- NervensystemBei Erwachsenen: Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Stoffwechsel und ErnährungBei Erwachsenen: Verminderter Appetit (kein Hungergefühl)[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheBei Erwachsenen: Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und frühzeitiges Erwachen[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- Laborwerte und UntersuchungenBei Erwachsenen: Erhöhter Blutdruck und erhöhter Puls[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegHerzrasen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheBei Kindern und Jugendlichen: Reizbarkeit oder Unruhe[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und ReizbarkeitUnruhe und Nervosität
- PsycheBei Kindern und Jugendlichen: Gefühls- oder Stimmungsschwankungen[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- PsycheBei Kindern und Jugendlichen: Schlafprobleme, auch frühzeitiges Aufwachen[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- PsycheBei Kindern und Jugendlichen: Depression, Gefühl von Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit, Angstgefühl[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungAngst
- PsycheBei Kindern und Jugendlichen: Zuckungen (laut Fachinformation Tics)[1, 2]
- AugenBei Kindern und Jugendlichen: Große Pupillen (Mydriasis)[1, 2]
- NervensystemBei Kindern und Jugendlichen: Schwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Magen und DarmBei Kindern und Jugendlichen: Verstopfung, Magenverstimmung und Verdauungsprobleme[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Stoffwechsel und ErnährungBei Kindern und Jugendlichen: Appetitlosigkeit (Anorexie)[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- HautBei Kindern und Jugendlichen: Geschwollene, gerötete und juckende Haut (Dermatitis), Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
- Allgemeine BeschwerdenBei Kindern und Jugendlichen: Antriebs- und Teilnahmslosigkeit (Lethargie), Brustschmerzen und Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Laborwerte und UntersuchungenBei Kindern und Jugendlichen: Gewichtsverlust[1, 2]Mehr dazu: Gewichtsabnahme
- PsycheBei Erwachsenen: Unruhe, Gefühl von Nervosität und Gereiztheit[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätAggressivität und Reizbarkeit
- PsycheBei Erwachsenen: Vermindertes sexuelles Interesse[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- PsycheBei Erwachsenen: Schlafstörungen[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- PsycheBei Erwachsenen: Depression, Gefühl von Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit, Angstgefühl[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungAngst
- NervensystemBei Erwachsenen: Schwindel; Schläfrigkeit, Benommenheit[1, 2]Mehr dazu: SchwindelMüdigkeit
- NervensystemBei Erwachsenen: Ungewöhnlicher Geschmack oder eine Geschmacksveränderung, die nicht verschwindet[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- NervensystemBei Erwachsenen: Zittern; Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen[1, 2]Mehr dazu: ZitternKribbeln und Taubheitsgefühl
- Magen und DarmBei Erwachsenen: Verstopfung, Bauchschmerzen, Verdauungsstörung, Blähungen und Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungBauchschmerzenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBlähungenErbrechen
- Gefäße und KreislaufBei Erwachsenen: Hitzewallungen[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- HerzBei Erwachsenen: Empfinden oder Vorhandensein eines sehr schnellen Herzschlags[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- HautBei Erwachsenen: Geschwollene, gerötete und juckende Haut, vermehrtes Schwitzen und Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreizVermehrtes Schwitzen
- Nieren und HarnwegeBei Erwachsenen: Schwierigkeiten beim Wasserlassen, etwa nicht Wasserlassen zu können, häufiges oder stockendes Wasserlassen oder Schmerzen dabei[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim WasserlassenHäufiges Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustBei Erwachsenen: Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis), Leistenschmerzen bei Männern, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, verzögerter Orgasmus, Regelblutungskrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenBei Erwachsenen: Kraftlosigkeit, Energielosigkeit, Müdigkeit, Antriebs- und Teilnahmslosigkeit (Lethargie), Schüttelfrost und Durstgefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
- Laborwerte und UntersuchungenBei Erwachsenen: Gewichtsverlust[1, 2]Mehr dazu: Gewichtsabnahme
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- PsycheGedanken oder Gefühle, sich das Leben nehmen zu wollen; laut Fachinformation suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken)[1, 2]
- PsycheAggressivität, Wut und Feindseligkeit[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
- ImmunsystemSchwerwiegende allergische Reaktion mit Schwellungen im Gesicht oder am Hals, Schwierigkeiten beim Atmen oder Nesselsucht; laut Fachinformation auch anaphylaktische Reaktionen und Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (angioneurotisches Ödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtAtemnot
- NervensystemBei Kindern und Jugendlichen: Ohnmachtsanfall, Zittern und Migräne[1, 2]Mehr dazu: ZitternKopfschmerzen
- NervensystemBei Kindern und Jugendlichen: Ungewöhnliches Hautempfinden wie Brennen, Prickeln, Jucken oder Kribbeln; Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemBei Kindern und Jugendlichen: Krampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- PsycheBei Kindern und Jugendlichen: Psychotische Beschwerden einschließlich Halluzinationen (Stimmen hören oder Dinge sehen, die nicht da sind) und dem Glauben an Dinge, die nicht wahr oder fragwürdig sind[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- AugenBei Kindern und Jugendlichen: Verschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzBei Kindern und Jugendlichen: Empfinden oder Vorhandensein eines sehr schnellen Herzschlags, Herzrhythmusstörungen; laut Fachinformation Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag und verlängertes QT-Intervall[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
- AtemwegeBei Kindern und Jugendlichen: Kurzatmigkeit[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- HautBei Kindern und Jugendlichen: Vermehrtes Schwitzen und juckende Haut[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes SchwitzenJuckreiz
- Allgemeine BeschwerdenBei Kindern und Jugendlichen: Kraftlosigkeit, Energielosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- Leber und GalleBei Kindern und Jugendlichen: Erhöhtes Bilirubin im Blut[2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteVeränderte Laborwerte
- PsycheBei Erwachsenen: Ruhelosigkeit und Zuckungen[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheBei Erwachsenen: Gefühls- oder Stimmungsschwankungen[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- NervensystemBei Erwachsenen: Ohnmachtsanfall und Migräne[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- AugenBei Erwachsenen: Verschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzBei Erwachsenen: Unregelmäßiger, ungewöhnlicher Herzrhythmus (QT-Verlängerung)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Gefäße und KreislaufBei Erwachsenen: Kalte Finger und Zehen[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenBei Erwachsenen: Brustschmerzen; laut Fachinformation auch Kältegefühl[1, 2]
- AtemwegeBei Erwachsenen: Kurzatmigkeit[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- HautBei Erwachsenen: Erhabene, rote, juckende Ausschläge (Nesselsucht)[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtJuckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Erwachsenen: Muskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Nieren und HarnwegeBei Erwachsenen: Erhöhter Harndrang[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustBei Erwachsenen: Probleme beim Orgasmus oder Ausbleiben des Orgasmus, unregelmäßige Regelblutung, Ausbleiben des Samenergusses (Ejakulationsversagen)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Leber und GalleLeberschädigung, erkennbar an dunklem Urin, gelblicher Haut oder gelblichen Augen, Bauchschmerzen, die bei Druck unterhalb des rechten Rippenbogens stärker werden, Übelkeit ohne erkennbaren Grund, Müdigkeit, Juckreiz oder grippeähnlichen Beschwerden; laut Fachinformation erhöhte Leberwerte, Gelbsucht, Leberentzündung und akutes Leberversagen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Gefäße und KreislaufBei Kindern und Jugendlichen: Schlechte Durchblutung, die zu tauben und blassen Zehen und Fingern führt (Raynaud-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Nieren und HarnwegeBei Kindern und Jugendlichen: Schwierigkeiten beim Wasserlassen wie häufiges oder stockendes Wasserlassen oder Schmerzen dabei[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim WasserlassenHäufiges Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustBei Kindern und Jugendlichen: Verlängerte und schmerzhafte Erektionen; Leistenschmerzen bei männlichen Kindern und Jugendlichen[1, 2]
- NervensystemBei Erwachsenen: Krampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- PsycheBei Erwachsenen: Psychotische Beschwerden einschließlich Halluzinationen und dem Glauben an Dinge, die nicht wahr oder fragwürdig sind[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- Gefäße und KreislaufBei Erwachsenen: Schlechte Durchblutung, die zu tauben und blassen Zehen und Fingern führt (Raynaud-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Geschlechtsorgane und BrustBei Erwachsenen: Verlängerte und schmerzhafte Erektionen (Priapismus)[1, 2]
- Leber und GalleBei Erwachsenen: Erhöhtes Bilirubin im Blut[2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteVeränderte Laborwerte
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Laut Fachinformation wurde sehr selten über Leberschäden berichtet, auch über akutes Leberversagen; bei Gelbsucht oder nachgewiesener Leberschädigung wird Atomoxetin abgesetzt und nicht wieder begonnen [2]. Treten Krampfanfälle auf oder werden bestehende Anfälle ohne anderen Grund häufiger, muss ein Absetzen erwogen werden [2]. Mehr dazu unter Leberwerte und Aggressivität.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schläfrigkeit und Übelkeit: Fühlen Sie sich bei einmal täglicher Einnahme schläfrig oder unwohl, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt auf zwei Einnahmen am Tag umstellen [1]. Laut Fachinformation profitieren Behandelte, die die Tagesdosis als Einzeldosis schlecht vertragen, möglicherweise davon, sie auf den Morgen und den späten Nachmittag oder frühen Abend aufzuteilen [2]. Mehr unter Müdigkeit und Übelkeit.
Kontrollen: Blutdruck und Puls werden vor Beginn, bei jeder Dosisänderung und danach mindestens alle 6 Monate gemessen, bei Kindern und Jugendlichen auch Größe und Gewicht [1, 2]. Laut Fachinformation muss bei Herzklopfen, Brustschmerzen bei Belastung, unerklärlicher Ohnmacht oder Atemnot umgehend eine Herzspezialistin oder ein Herzspezialist untersuchen [2].
Stimmung und Verhalten: Bemerken Sie oder Ihre Angehörigen Aggressivität, Feindseligkeit oder ungewöhnliche Verhaltens- oder Stimmungsänderungen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, auch nicht verschreibungspflichtige; in einigen Fällen muss die Dosis angepasst oder langsamer erhöht werden [1]. Mit MAO-Hemmern darf Atomoxetin nicht eingenommen werden [1, 2]. Zusammen mit bestimmten Antidepressiva, Opioiden wie Tramadol und Triptanen gegen Migräne kann ein Serotoninsyndrom auftreten, ein möglicherweise lebensbedrohlicher Zustand [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen und andere seelische Erkrankungen) | Schwerwiegende, möglicherweise lebensgefährliche Nebenwirkungen[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen; zwischen beiden Mitteln mindestens 2 Wochen Abstand |
| Bestimmte Antidepressiva (z. B. SSRI, SNRI, trizyklische oder tetrazyklische Antidepressiva), Opioide wie Tramadol und Triptane gegen Migräne | Serotoninsyndrom, ein möglicherweise lebensbedrohlicher Zustand[1, 2] | Vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke sprechen; laut Fachinformation nur mit Vorsicht kombinieren |
| Fluoxetin, Paroxetin, Chinidin, Terbinafin (Hemmstoffe des Enzyms CYP2D6) | Atomoxetin bleibt länger im Körper; laut Fachinformation ist die Gesamtmenge im Blut über die Zeit (AUC) etwa 6- bis 8-fach und der Spitzenspiegel etwa 3- bis 4-fach höher[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis gegebenenfalls an; laut Fachinformation kann eine langsamere Aufdosierung und niedrigere Erhaltungsdosis nötig sein |
| Imipramin, Venlafaxin, Mirtazapin; abschwellende Mittel wie Pseudoephedrin oder Phenylephrin, etwa in Husten- und Erkältungsmitteln | Laut Fachinformation sind sich verstärkende Wirkungen auf den Noradrenalin-Haushalt möglich; Erkältungsmittel können den Blutdruck beeinflussen[1, 2] | Vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke sprechen |
| Mittel, die den Blutdruck erhöhen, und Mittel gegen Bluthochdruck | Atomoxetin kann den Blutdruck erhöhen und laut Fachinformation die Wirkung von Blutdrucksenkern vermindern[1, 2] | Blutdruck sorgfältig überwachen lassen |
| Salbutamol (Asthmamittel), wenn es geschluckt oder gespritzt wird; laut Fachinformation auch hohe inhalierte Dosen und andere Beta-2-Agonisten | Herzrasen; laut Fachinformation kann die Wirkung auf Herz und Kreislauf verstärkt werden[1, 2] | Laut Fachinformation Herzfrequenz und Blutdruck sorgfältig überwachen |
| Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Mittel, die die Salzkonzentration im Blut verändern, Malariamittel und einige Antibiotika (z. B. Erythromycin, Moxifloxacin); laut Fachinformation auch Neuroleptika, Methadon, trizyklische Antidepressiva und Lithium | Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung)[1, 2] | Vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke sprechen |
| Mittel, die das Risiko für Krampfanfälle erhöhen, laut Fachinformation etwa trizyklische Antidepressiva, SSRI, Neuroleptika, Mefloquin, Chloroquin, Bupropion oder Tramadol; Absetzen von Benzodiazepinen | Höheres Risiko für Krampfanfälle[1, 2] | Laut Fachinformation nur mit Vorsicht kombinieren bzw. Benzodiazepine vorsichtig absetzen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Atomoxetin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Vor Beginn der Behandlung erhebt die Ärztin oder der Arzt die Vorgeschichte und misst Blutdruck und Puls; sie oder er fragt nach anderen Arzneimitteln, nach plötzlichen unerklärlichen Todesfällen in der Familie und nach Herzproblemen bei Ihnen oder Angehörigen [1, 2]. Geben diese Untersuchungen einen Hinweis auf eine Herzerkrankung, muss laut Fachinformation eine Herzspezialistin oder ein Herzspezialist weiter untersuchen [2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Atomoxetin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Einnahme eines MAO-Hemmers (z. B. Phenelzin) in den letzten 2 Wochen; nach dem Absetzen von Atomoxetin mindestens 14 Tage warten, bevor ein MAO-Hemmer eingenommen wird[1, 2]
- Engwinkelglaukom (eine Form von erhöhtem Augeninnendruck)[1, 2]
- Schwerwiegende Herzprobleme, die sich durch einen schnelleren Herzschlag oder höheren Blutdruck verschlechtern könnten; laut Fachinformation zum Beispiel schwerer Bluthochdruck, Herzschwäche, arterielle Verschlusskrankheit, Angina pectoris, bedeutsame angeborene Herzfehler, Erkrankungen des Herzmuskels, Herzinfarkt, möglicherweise lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen und Ionenkanalerkrankungen[1, 2]
- Schwerwiegende Probleme mit den Blutgefäßen im Gehirn, etwa ein früherer Schlaganfall, eine Gefäßaussackung (Aneurysma) oder verengte oder verstopfte Blutgefäße im Kopf[1, 2]
- Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom), laut Fachinformation auch in der Vorgeschichte[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Gedanken daran, sich das Leben zu nehmen oder es zu versuchen; laut Fachinformation müssen Behandelte sorgfältig auf das Auftreten oder die Verschlimmerung suizidaler Verhaltensweisen überwacht werden[1, 2]
- Herzprobleme einschließlich Herzfehlern oder ein schneller Herzschlag: Atomoxetin kann den Puls erhöhen; bei Menschen mit Herzfehlern wurde von plötzlichem Tod berichtet. Laut Fachinformation bei bekannten schwerwiegenden strukturellen Herzveränderungen nur mit Vorsicht und nach Rücksprache mit einer Herzspezialistin oder einem Herzspezialisten[1, 2]
- Hoher Blutdruck (Atomoxetin kann den Blutdruck erhöhen), niedriger Blutdruck (Schwindel oder Ohnmacht möglich) oder Probleme durch plötzliche Änderungen von Blutdruck oder Herzschlag[1, 2]
- Herz-Kreislauf-Erkrankung oder früherer Schlaganfall; laut Fachinformation werden Menschen mit Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen des Gehirns bei jedem Termin auf neurologische Zeichen untersucht[1, 2]
- Angeborenes oder erworbenes langes QT-Syndrom oder eine QT-Verlängerung in der Familie[2]
- Leberprobleme: Möglicherweise ist eine niedrigere Dosis nötig[1, 2]
- Psychotische Beschwerden wie Halluzinationen oder der Glaube an Dinge, die nicht wahr oder fragwürdig sind; Manie und Unruhe; Aggressivität, Wut oder Feindseligkeit; laut Fachinformation kann eine Verschlechterung bestehender psychotischer oder manischer Beschwerden nicht ausgeschlossen werden[1, 2]
- Epilepsie oder Krampfanfälle in der Vorgeschichte: Atomoxetin kann die Häufigkeit von Krampfanfällen erhöhen[1, 2]
- Ungewöhnliche Stimmungsschwankungen oder starkes Unglücklichsein; schwer kontrollierbare, wiederholte Zuckungen oder unpassende Geräusche und Wörter (Tics)[1, 2]
- Kontrollen: Die Ärztin oder der Arzt misst Blutdruck und Puls vor und während der Behandlung, bei jeder Dosisänderung und mindestens alle 6 Monate; bei Kindern und Jugendlichen werden auch Größe und Gewicht erfasst[1, 2]
- Langsamer Abbau über das Enzym CYP2D6 (laut Fachinformation bei etwa 7 Prozent der Kaukasier): mehrfach höhere Atomoxetin-Spiegel und ein höheres Risiko für Nebenwirkungen[2]
- Kapseln nicht öffnen: Der Inhalt kann die Augen reizen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zur Einnahme mit Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angabe [1, 2]. Mehr zur Verkehrstüchtigkeit im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Es ist nicht bekannt, ob Atomoxetin einem ungeborenen Kind schadet. Sie dürfen es in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt rät Ihnen ausdrücklich dazu. Laut Fachinformation gibt es nur begrenzte Daten bei Schwangeren; Tierstudien ergaben keine Hinweise auf direkte schädliche Wirkungen.[1, 2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an: Bei etwa 1.000 dokumentierten Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel zeigten sich keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen insgesamt oder für Herzfehlbildungen. Bei eindeutiger Behandlungsnotwendigkeit hält Embryotox die Anwendung in allen Phasen der Schwangerschaft für akzeptabel. Bei Einnahme bis zur Geburt ist mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu rechnen; die Entbindung sollte deshalb in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Atomoxetin in die Muttermilch übergeht. Wenn Sie stillen, müssen Sie entweder auf die Einnahme verzichten oder abstillen; laut Fachinformation dürfen stillende Mütter Atomoxetin nicht anwenden.[1, 2]
Laut Embryotox gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Stillzeit; dem Hersteller liegen Berichte über zwei gestillte Kinder vor, die länger als gewöhnlich schliefen. Embryotox beurteilt das Stillen unter Atomoxetin kritisch.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Nach der Einnahme können Sie sich müde, schläfrig oder benommen fühlen. Seien Sie beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig, bis Sie wissen, wie Atomoxetin bei Ihnen wirkt. Fühlen Sie sich müde, schläfrig oder benommen, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.[1, 2]
Einnahme
Normalerweise einmal oder zweimal täglich (morgens und am späten Nachmittag oder frühen Abend). Die Kapseln im Ganzen schlucken, mit oder ohne Mahlzeit; nicht öffnen und den Inhalt nicht auf andere Weise einnehmen. Kinder sollen Atomoxetin nicht ohne Hilfe eines Erwachsenen einnehmen. Die Einnahme zur gleichen Uhrzeit kann helfen, daran zu denken.[1]
Einnahme vergessen: so schnell wie möglich nachholen, aber innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als die tägliche Gesamtdosis einnehmen und nicht die doppelte Menge.[1]
Absetzen
Beim Absetzen treten üblicherweise keine Nebenwirkungen auf, die ADHS-Beschwerden können aber zurückkehren. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung beenden. Laut Fachinformation wurden in Studien keine ausgeprägten Entzugserscheinungen beschrieben; die Notwendigkeit der Behandlung sollte nach einem Jahr neu bewertet werden.[1, 2]
Überdosierung
Bei einer Überdosierung benachrichtigen Sie unverzüglich Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die nächste Notfallambulanz und sagen, wie viele Kapseln eingenommen wurden. Am häufigsten wurden Magen-Darm-Beschwerden, Schläfrigkeit, Schwindel, Zittern und Verhaltensauffälligkeiten berichtet, sehr selten ein Serotoninsyndrom. Laut Fachinformation müssen Betroffene mindestens 6 Stunden lang beobachtet werden.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt Anfangsdosis, übliche Tagesdosis in der Dauerbehandlung und Höchstdosis (bei Kindern und Jugendlichen bis 70 kg nach dem Körpergewicht berechnet); die Fachinformation ergänzt Angaben zu Leber- und Nierenerkrankungen [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie oder Ihr Kind richtig ist, legt die Ärztin oder der Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Atomoxetin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Schlucken Sie die Kapseln im Ganzen, mit oder ohne Mahlzeit; öffnen Sie sie nicht, weil der Inhalt die Augen reizen kann. Kinder sollen Atomoxetin nicht ohne Hilfe eines Erwachsenen einnehmen [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie so schnell wie möglich nach, nehmen aber innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als die tägliche Gesamtdosis [1].
Atomoxetin muss nicht für immer eingenommen werden; nach mehr als einem Jahr wird überprüft, ob es noch nötig ist [1]. Laut Fachinformation kann Atomoxetin bei nennenswerten Nebenwirkungen abrupt abgesetzt werden, ansonsten über einen angemessenen Zeitraum ausschleichend [2]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern; Telefonnummern bei einer Überdosierung unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Atomoxetin
Atomoxetin ist unter verschiedenen Präparatenamen im Handel [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Atomoxetin-ratiopharm Hartkapseln in mehreren Stärken [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Agakalin | verschreibungspflichtig | |
| Atomoxetin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Hartkapseln mit 10, 18, 25, 40, 60 oder 80 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Strattera | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atomoxetin-ratiopharm 10 mg/18 mg/25 mg/40 mg/60 mg/80 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Atomoxetin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Atomoxetin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Ist Atomoxetin ein Stimulans?
Nein. Laut Packungsbeilage gehört Atomoxetin nicht zur Gruppe der Stimulanzien und hat daher kein Suchtpotenzial. Laut Fachinformation ist es kein Amphetamin-Abkömmling und zeigte in einer Studie mit Erwachsenen keine anregenden oder euphorisierenden Wirkungen. Es hemmt gezielt den Transporter, der den Botenstoff Noradrenalin wieder in die Nervenzellen aufnimmt.
Wann wirkt Atomoxetin?
Nach Beginn der Einnahme kann es laut Packungsbeilage einige Wochen dauern, bis sich die Beschwerden deutlich verbessern. Atomoxetin wird als Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms eingesetzt, zu dem auch Beratung und Verhaltenstherapie gehören.
Kann Atomoxetin auf Herz und Blutdruck wirken?
Ja. Ein erhöhter Blutdruck und ein schnellerer Puls gehören bei Kindern wie Erwachsenen zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Deshalb misst die Ärztin oder der Arzt Blutdruck und Puls vor Beginn, bei jeder Dosisänderung und mindestens alle 6 Monate. Bei schweren Herz- oder Gefäßerkrankungen darf Atomoxetin nicht eingenommen werden; bei Menschen mit Herzfehlern wurde von plötzlichem Tod berichtet.
Kann Atomoxetin die Stimmung verändern?
Ja. Gedanken an Suizid, Aggressivität, Wut und Feindseligkeit sind gelegentliche Nebenwirkungen; bei Kindern und Jugendlichen sind Gefühls- oder Stimmungsschwankungen häufig. Bemerken Sie oder Angehörige solche Veränderungen, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Beeinflusst Atomoxetin das Wachstum von Kindern?
Zu Beginn der Behandlung zeigen einige Kinder ein vermindertes Wachstum bei Gewicht und Größe; bei längerer Behandlung gleichen sich Gewicht und Größe laut Packungsbeilage an die Altersgruppe an. Die Ärztin oder der Arzt beobachtet Größe und Gewicht und kann, wenn Ihr Kind nicht wie erwartet wächst oder zunimmt, die Dosis anpassen oder die Behandlung für eine Zeit unterbrechen.
Kann ich Atomoxetin einfach absetzen?
Beim Absetzen treten laut Packungsbeilage üblicherweise keine Nebenwirkungen auf, die ADHS-Beschwerden können aber zurückkehren. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach mehr als einem Jahr Behandlung wird überprüft, ob Sie das Arzneimittel noch benötigen.
Wie hoch ist die Dosis von Atomoxetin?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, bei Kindern und Jugendlichen bis 70 kg nach dem Körpergewicht. Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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