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Tizanidin: Nebenwirkungen und Wirkung
Tizanidin ist ein verschreibungspflichtiges, zentral wirkendes Muskelrelaxans gegen schmerzhafte Muskelkrämpfe und krankhaft erhöhte Muskelspannung (Spastik) als Folge von Multipler Sklerose oder von Schädigungen des Rückenmarks oder Gehirns. Sehr häufig machen die Tabletten müde, benommen oder schwindelig; ein Blutdruckabfall ist häufig. Zusammen mit Fluvoxamin oder Ciprofloxacin dürfen Sie Tizanidin nicht einnehmen, und Sie sollten es nicht plötzlich absetzen.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Benommenheit, Schwindel[1, 2]
- Sehr häufig: Müdigkeit (Fatigue)[1, 2]
- Sehr häufig: Mundtrockenheit, Magenverstimmung (Magen-Darm-Störungen)[1, 2]
- Sehr häufig: Muskelschwäche[1, 2]
- Häufig: Schlafstörungen, auch Einschlafstörungen (Schlaflosigkeit)[1, 2]
- Häufig: Blutdruckabfall[1, 2]
- Häufig: Anstieg des Blutdrucks bei plötzlichem Abbruch der Behandlung (Rebound-Hypertonie)[1, 2]
- Häufig: Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (Bradykardie, Tachykardie)[1, 2]
- Häufig: Veränderungen der Leberfunktion, vorübergehender Anstieg der Leberwerte (Transaminasen); möglicherweise muss die Leberfunktion mit Bluttests überwacht werden[1, 2]
Wofür wird Tizanidin eingesetzt?
Tizanidin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel gegen schmerzhaft verkrampfte Muskeln, ein sogenanntes Muskelrelaxans [1, 2, 3]. Laut Packungsbeilage wird es bei Muskelkrämpfen, die vom Nervensystem ausgehen, und bei krankhaft erhöhter Muskelspannung (Spastizität) eingenommen [1]. Zugelassen ist es für drei Ursachen: Multiple Sklerose, Schädigungen des Rückenmarks durch degenerative, entzündliche oder verletzungsbedingte Prozesse und Schädigungen des Gehirns durch Gefäßprozesse, Hirnverletzungen oder eine frühkindliche Hirnschädigung (infantile Zerebralparese) [1, 2].
Bei Kindern und Jugendlichen wird Tizanidin nicht empfohlen; die Erfahrungen mit Menschen unter 18 Jahren sind laut Fachinformation begrenzt [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Tizanidin-TEVA 6 mg Tabletten [1, 2].
Wie wirkt Tizanidin?
Tizanidin wirkt nicht direkt am Muskel, sondern im zentralen Nervensystem, vor allem im Rückenmark. Laut Fachinformation regt es dort bestimmte Andockstellen an (Alpha-2-Rezeptoren) und hemmt so die Freisetzung erregender Botenstoffe. Dadurch wird die Signalübertragung gedämpft, die für die überschießende Muskelspannung verantwortlich ist [2]. Beim Menschen verringert Tizanidin die krankhaft erhöhte Muskelspannung, auch den Widerstand gegen passive Bewegungen, und lindert schmerzhafte Krämpfe; außerdem hat es eine mäßige schmerzlindernde Wirkung [2].
Die höchste Konzentration im Blut ist etwa 1 Stunde nach der Einnahme erreicht, die Wirkung auf die Spastik nach 2 bis 3 Stunden am größten. Weil die Wirkung relativ kurz anhält, wird Tizanidin über den Tag verteilt eingenommen [2]. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt bei 2 bis 4 Stunden. Tizanidin wird in der Leber abgebaut, vor allem über das Enzym CYP1A2; Mittel, die dieses Enzym hemmen, können laut Fachinformation die Menge an Tizanidin im Blut erhöhen [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; die Fachinformation ordnet sie denselben Klassen zu [1, 2]. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten sind Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Mundtrockenheit, Magenverstimmung und Muskelschwäche [1, 2]. Laut Fachinformation sind Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit, Mundtrockenheit, Magen-Darm-Störungen, Übelkeit, Blutdruckabfall und der vorübergehende Anstieg der Leberwerte bei langsamer Steigerung der Dosis üblicherweise nicht so stark, dass die Behandlung abgebrochen werden müsste [2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemBenommenheit, Schwindel[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwindel
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit (Fatigue)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Magen und DarmMundtrockenheit, Magenverstimmung (Magen-Darm-Störungen)[1, 2]Mehr dazu: MundtrockenheitSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheSchlafstörungen, auch Einschlafstörungen (Schlaflosigkeit)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- Laborwerte und UntersuchungenBlutdruckabfall[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- Gefäße und KreislaufAnstieg des Blutdrucks bei plötzlichem Abbruch der Behandlung (Rebound-Hypertonie)[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegAbsetz- und Entzugserscheinungen
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- HerzVerlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (Bradykardie, Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter HerzschlagHerzrasen
- Laborwerte und UntersuchungenVeränderungen der Leberfunktion, vorübergehender Anstieg der Leberwerte (Transaminasen); möglicherweise muss die Leberfunktion mit Bluttests überwacht werden[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- PsycheSinnestäuschungen (Halluzinationen); laut Fachinformation klingen sie von selbst ab, ohne deutliche Zeichen einer Psychose, und traten ausnahmslos bei Menschen auf, die gleichzeitig möglicherweise halluzinogene Mittel wie Antidepressiva einnahmen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- HautJuckreiz, Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlag
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis) oder Leberversagen, die zu gelblichen Augäpfeln oder gelblicher Haut und/oder dunklem Urin führen können[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen) wie Hautausschlag, Nesselsucht, Knoten, Rötung oder Juckreiz, eventuell mit Schwellung von Gesicht, Augenlidern und Lippen; auch schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHautausschlagJuckreiz
- HerzHerzklopfen oder Herzrasen zusammen mit Schwindelgefühl oder Ohnmacht als mögliche Anzeichen schwerwiegender Herzrhythmusstörungen, die in schweren Fällen tödlich sein können; laut Fachinformation wurde über verlängerte QT-Zeiten berichtet[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
- PsycheVerwirrtheitszustände[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- PsycheAngst (Angstzustände, Angststörungen)[1, 2]Mehr dazu: Angst
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitverlust[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemStörungen in der Koordination von Bewegungsabläufen (Ataxie), verwaschene Sprache (Dysarthrie)[1, 2]
- AugenVerschwommenes Sehen, Schwierigkeiten, die Augen scharf zu stellen (Akkommodationsstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Gefäße und KreislaufOhnmacht (Synkope)[1, 2]
- Magen und DarmBauchschmerzen, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenErbrechen
- HautHautentzündung (Dermatitis), Hautrötung[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Allgemeine BeschwerdenSchwäche (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- Allgemeine BeschwerdenAbsetzerscheinungen nach plötzlichem Beenden der Einnahme[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei diesen Anzeichen brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und suchen sofort Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus auf [1]. Herzklopfen oder Herzrasen mit Schwindel oder Ohnmacht können auf schwerwiegende Herzrhythmusstörungen hinweisen, die in schweren Fällen tödlich sein können [1]. Laut Fachinformation wurden auch schwere Formen eines Blutdruckabfalls mit Bewusstlosigkeit und Kreislaufkollaps beobachtet [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Müdigkeit, Schwindel, niedriger Blutdruck: Tizanidin kann den Blutdruck senken und zu Ohnmacht führen, besonders zusammen mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln [1, 2]. Alkohol kann die beruhigende Wirkung verstärken; die Packungsbeilage empfiehlt, während der Behandlung keinen Alkohol zu trinken [1]. Sind Sie benommen oder schwindelig, fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen [1]. Mehr dazu unter Niedriger Blutdruck durch Medikamente.
Leber: Laut Fachinformation sollte die Leberfunktion vor der Behandlung getestet und in den ersten 4 Monaten monatlich kontrolliert werden; liegen die Leberwerte (Transaminasen) konstant über dem Dreifachen des oberen Normwerts oder gibt es Zeichen einer Leberentzündung, wird Tizanidin abgesetzt [2]. Hintergrund zu solchen Befunden finden Sie unter Leberwerte und Leberschäden durch Medikamente.
Herz: Bei Herzerkrankungen untersucht die Ärztin oder der Arzt die Herzfunktion regelmäßig mit einem EKG [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch solche, die hier nicht genannt sind, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Tizanidin darf nicht zusammen mit Fluvoxamin, einem Mittel gegen Depressionen, oder dem Antibiotikum Ciprofloxacin eingenommen werden [1, 2]. Beide hemmen das Enzym CYP1A2 stark; laut Fachinformation steigt die Menge an Tizanidin im Blut um das 33- beziehungsweise 10-Fache [2]. Auch andere CYP1A2-Hemmer, darunter hormonelle Verhütungsmittel zum Einnehmen, können den Tizanidin-Spiegel erhöhen; Rifampicin und bei Männern das Rauchen von mehr als 10 Zigaretten am Tag senken ihn [1, 2]. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Allgemeines dazu erklärt der Ratgeber Medikamente und Rauchen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Fluvoxamin (Mittel gegen Depressionen) oder Ciprofloxacin (Antibiotikum) | Laut Fachinformation steigt die Menge an Tizanidin im Blut um das 33- bzw. 10-Fache; das kann zu einem lang anhaltenden niedrigen Blutdruck mit Schläfrigkeit, Schwindel und verminderter Leistungsfähigkeit führen[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
| Andere Hemmstoffe des Enzyms CYP1A2: Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Amiodaron, Mexiletin, Propafenon), Cimetidin, bestimmte Fluorchinolon-Antibiotika (Enoxacin, Pefloxacin, Norfloxacin), Rofecoxib, Ticlopidin | Mehr Tizanidin im Blut[1, 2] | Laut Fachinformation nicht empfohlen; Ärztin oder Arzt informieren |
| Hormonelle Verhütungsmittel zum Einnehmen ("Pille") | Die Ausscheidung (Clearance) von Tizanidin kann laut Fachinformation um etwa die Hälfte verringert sein; Wirkung und Nebenwirkungen können schon bei einer niedrigeren Dosis auftreten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation gehört die Kombination zu den nicht empfohlenen |
| Rifampicin (Antibiotikum) | Tizanidin-Konzentration sinkt um die Hälfte; die Wirkung kann nachlassen[1, 2] | Längere gleichzeitige Anwendung laut Fachinformation vermeiden |
| Blutdrucksenkende Mittel einschließlich Entwässerungsmitteln (Diuretika) | Blutdrucksenkende Wirkung kann verstärkt werden; nach plötzlichem Absetzen von Tizanidin in einer solchen Kombination wurden ein Blutdruckanstieg (Rebound) und Herzrasen beobachtet[1, 2] | Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren |
| Clonidin und andere Alpha-2-Agonisten | Zusätzliche Blutdrucksenkung möglich[1, 2] | Laut Fachinformation vermeiden |
| Betablocker (z. B. Atenolol, Propranolol) oder Digoxin | Niedriger Blutdruck oder verlangsamter Herzschlag können verstärkt werden[1, 2] | Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren |
| Alkohol und zentral wirksame Mittel wie Psychopharmaka, Beruhigungs- und Schlafmittel (z. B. Temazepam), Schmerzmittel, Narkosemittel oder Antihistaminika | Die beruhigende (sedierende) Wirkung von Tizanidin kann verstärkt werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; während der Behandlung keinen Alkohol trinken |
| Andere muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien) | Gegenseitige Verstärkung der Wirkung möglich[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Arzneimittel, die den Herzrhythmus beeinflussen (das QT-Intervall verlängern) | Mehr Tizanidin im Blut kann zu einer Verlängerung des QT-Intervalls führen[1, 2] | Laut Fachinformation Vorsicht; mit hoch dosiertem Tizanidin nicht empfohlen, eine EKG-Überwachung kann sinnvoll sein |
| Rauchen (mehr als 10 Zigaretten am Tag) | Bei Männern schwächere Wirkung von Tizanidin; laut Fachinformation etwa 30 Prozent weniger Wirkstoff im Körper[1, 2] | Laut Packungsbeilage möglichst auf das Rauchen verzichten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Tizanidin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie eine Herz-, Leber- oder Nierenerkrankung, Myasthenia gravis oder Epilepsie haben [1]. Bei einer stark eingeschränkten Leberfunktion darf Tizanidin nicht eingenommen werden, weil es überwiegend in der Leber abgebaut wird [1, 2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Herzerkrankungen: Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Herzfunktion regelmäßig mit einem EKG; laut Fachinformation werden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- oder Nierenerkrankungen regelmäßige Labor- und EKG-Untersuchungen empfohlen[1, 2]
- Leber: Laut Fachinformation sollte vor der Behandlung ein Leberfunktionstest erfolgen und die Leberfunktion in den ersten 4 Monaten monatlich überwacht werden, besonders bei Beschwerden wie unerklärlicher Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Müdigkeit. Liegen die Leberwerte (Transaminasen) konstant über dem Dreifachen des oberen Normwerts oder treten Zeichen einer Leberentzündung oder Gelbsucht auf, wird Tizanidin abgesetzt[1, 2]
- Niedriger Blutdruck: Tizanidin kann einen niedrigen Blutdruck verursachen und zu Ohnmacht oder Kreislaufkollaps führen, besonders zusammen mit anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln[1, 2]
- Nierenerkrankungen: Unter Umständen ist eine niedrigere Dosis nötig[1, 2]
- Myasthenia gravis (gesteigerte Ermüdbarkeit des Lidhebers sowie der Sprach-, Kau- und Schluckmuskulatur): Die Ärztin oder der Arzt wägt Nutzen und Risiko sorgfältig ab[1, 2]
- Epilepsie: Die Erkrankung muss mit Arzneimitteln gegen Epilepsie gut kontrolliert sein[1, 2]
- Allergische Reaktionen nach der ersten Einnahme: Laut Fachinformation wird eine sorgfältige Beobachtung über 1 bis 2 Tage nach der ersten Gabe empfohlen[2]
- Kinder und Jugendliche: Die Anwendung wird nicht empfohlen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Eine Seite des Beratungszentrums Embryotox zu Tizanidin gibt es nicht. Allgemeine Hinweise zum Straßenverkehr gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Tizanidin wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen. Laut Fachinformation gibt es nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren, Tierstudien haben eine schädigende Wirkung auf die Fortpflanzung gezeigt; Tizanidin darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Gesundheitszustand der Frau macht die Behandlung erforderlich.[1, 2]
Frauen, die schwanger werden können, sollten vor der Behandlung einen Schwangerschaftstest machen. Die Packungsbeilage empfiehlt eine wirksame Verhütung während und bis zu einem Tag nach der Behandlung; laut Fachinformation müssen Frauen im gebärfähigen Alter in dieser Zeit zuverlässig verhüten. Hormonelle Verhütungsmittel zum Einnehmen beeinflussen den Abbau von Tizanidin (siehe Wechselwirkungen).[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Nehmen Sie Tizanidin nicht während der Stillzeit ein. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Tizanidin in die Muttermilch übergeht; physikalisch-chemische Daten deuten darauf hin, und bei Ratten geht es in die Milch über. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkohol kann die beruhigende (sedierende) Wirkung von Tizanidin verstärken. Die Packungsbeilage empfiehlt, während der Behandlung keinen Alkohol zu trinken.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Tizanidin kann Benommenheit, Schwindel oder einen niedrigen Blutdruck hervorrufen; Alkohol und Beruhigungsmittel können das verstärken. Ist das bei Ihnen der Fall, fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten mit einem Glas Wasser schlucken, zu oder unabhängig von einer Mahlzeit.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern zum nächsten regulären Einnahmezeitpunkt nur die übliche Anzahl Tabletten; keine zusätzlichen Tabletten einnehmen.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Soweit nicht anders angeordnet, sollte die Behandlung schrittweise beendet werden, insbesondere nach hohen Dosen: Ein plötzliches Absetzen kann zu beschleunigtem Herzschlag und Bluthochdruck führen.[1, 2]
Laut Fachinformation wurden nach plötzlichem Absetzen, nach langer Einnahme, hohen Tagesdosen oder zusammen mit Blutdrucksenkern, ein Blutdruckanstieg (Rebound-Hypertonie) und Herzrasen beobachtet; in Extremfällen kann der Blutdruckanstieg zu einem Schlaganfall führen. Tizanidin sollte nicht abrupt, sondern ausschleichend abgesetzt werden.[2]
Überdosierung
Haben Sie oder jemand anderes zu viele Tabletten eingenommen, oder glauben Sie, ein Kind hat Tabletten geschluckt, wenden Sie sich unverzüglich an die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses oder an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und nehmen Sie die Packungsbeilage, verbliebene Tabletten und das Behältnis mit. Mögliche Zeichen: Übelkeit, Erbrechen, niedriger Blutdruck, verlangsamter oder veränderter Herzschlag, Schwindel, verengte Pupillen, Atembeschwerden, Koma, Ruhelosigkeit oder Schläfrigkeit. Ein spezielles Gegenmittel ist laut Fachinformation nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine Anfangsdosis, eine übliche und eine maximale Tagesdosis sowie eigene Angaben bei Nierenerkrankungen; die Fachinformation ergänzt eine Obergrenze für die Einzeldosis und Angaben bei eingeschränkter Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Laut Fachinformation sprechen Menschen sehr unterschiedlich an, die Dosis wird deshalb vorsichtig eingestellt [2].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Tizanidin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Schlucken Sie die Tabletten mit einem Glas Wasser, zu oder unabhängig von einer Mahlzeit [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern zum nächsten regulären Zeitpunkt die übliche Anzahl Tabletten [1].
Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache. Soweit nicht anders angeordnet, wird die Behandlung schrittweise beendet, besonders nach hohen Dosen, denn ein plötzliches Absetzen kann zu beschleunigtem Herzschlag und Bluthochdruck führen [1]. Laut Fachinformation ist dieses Risiko nach langer Einnahme, hohen Tagesdosen oder gleichzeitiger Behandlung mit Blutdrucksenkern beschrieben; in Extremfällen kann der Blutdruckanstieg einen Schlaganfall auslösen [2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Tizanidin
Tizanidin gibt es als Tabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Tizanidin-TEVA 6 mg Tabletten [1, 2]. Für andere Stärken und Präparate gelten eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Tizanidin-TEVA 6 mg Tabletten | TEVA GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Tizanidin-TEVA 2 mg und 4 mg Tabletten | TEVA GmbH | verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tizanidin-TEVA 6 mg Tabletten. TEVA GmbH. Stand 06/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Tizanidin-TEVA 6 mg Tabletten. TEVA GmbH. Stand 06/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Tizanidin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Macht Tizanidin müde?
Ja, Benommenheit, Schwindel und Müdigkeit gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten. Laut Fachinformation sind diese Beschwerden bei langsamer Dosissteigerung üblicherweise nicht so stark, dass die Behandlung abgebrochen werden müsste. Alkohol und Beruhigungsmittel können die beruhigende Wirkung verstärken; fahren Sie nicht Auto, wenn Sie benommen oder schwindelig sind.
Darf ich Tizanidin zusammen mit Ciprofloxacin oder Fluvoxamin nehmen?
Nein. Beide Wirkstoffe hemmen das Enzym CYP1A2, über das Tizanidin abgebaut wird. Laut Fachinformation steigt die Menge an Tizanidin im Blut dadurch um das 10- beziehungsweise 33-Fache; das kann zu einem lang anhaltenden Blutdruckabfall mit Schläfrigkeit und Schwindel führen. Auch weitere Mittel wie bestimmte Antibiotika, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen oder die "Pille" können den Spiegel erhöhen. Informieren Sie deshalb Ärztin, Arzt und Apotheke über alle Arzneimittel.
Kann ich Tizanidin einfach absetzen?
Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Soweit nicht anders angeordnet, wird die Behandlung schrittweise beendet, besonders nach hohen Dosen. Ein plötzliches Absetzen kann zu beschleunigtem Herzschlag und Bluthochdruck führen; laut Fachinformation kann dieser Blutdruckanstieg in Extremfällen einen Schlaganfall auslösen.
Schadet Tizanidin der Leber?
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, verändern sich die Leberwerte; sehr selten kommt es zu einer Leberentzündung oder einem Leberversagen. Laut Fachinformation sollte die Leberfunktion vor der Behandlung getestet und in den ersten 4 Monaten monatlich kontrolliert werden. Anzeichen einer Leberentzündung sind gelbliche Haut oder Augen und dunkler Urin; auch Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitmangel, Schwächegefühl oder ungewöhnliche Müdigkeit können dazugehören. Dann brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und suchen sofort ärztliche Hilfe.
Senkt Tizanidin den Blutdruck?
Ja, ein Blutdruckabfall gehört zu den häufigen Nebenwirkungen. Er kann zu Ohnmacht oder Kreislaufkollaps führen, besonders zusammen mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln. Auch ein verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag ist häufig. Wenn Sie Blutdrucksenker, Betablocker oder Digoxin einnehmen, ist Vorsicht geboten.
Wie schnell wirkt Tizanidin?
Laut Fachinformation ist die höchste Konzentration im Blut etwa 1 Stunde nach der Einnahme erreicht, die Wirkung auf die Spastik ist nach 2 bis 3 Stunden am größten. Die Wirkdauer ist relativ kurz, deshalb wird Tizanidin über den Tag verteilt in mehreren Einzeldosen eingenommen. Wie Sie es einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Darf ich Tizanidin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Tizanidin wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen; in der Stillzeit sollen Sie es nicht einnehmen. Frauen, die schwanger werden können, sollten vor der Behandlung einen Schwangerschaftstest machen und während sowie bis einen Tag nach der Behandlung wirksam verhüten. Die "Pille" kann dabei den Abbau von Tizanidin verlangsamen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Verhütung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu